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Full text of "VDI-Z : Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure für Maschinenbau und Metallbearbeitung"

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a^  T  E  S      SCH  N  TI^     VERITAS 


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YDI 

ZEITSCHRIFT 


k^hfeik  £ifiz£juat^ir 


1553 


und  bis  ins  letzte  durchdachte  Konstruk- 
tionen woren  die  Voraussetzung  für 
die  Erfolge,die  den  Nomen  WANSON 
11  ßegrifFin  der  modernen  Heizungs- 
alüßungstedinik  gemodit  hol^n. 

Seit  mehr  als  drei  Jahrzehnten  haben 
sidi  WANSON-Heiz-  und  Lüflungs- 
Aggregofe  in  allen  Erdteilen  audi  un- 
ter den  sdiwterigslen  BetriebsverhälN 
len  hervorragend  bewährt. 


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und  unverbindlich  zugeht. 


DEUTSCHE  ÜJjnrjr,,  WÄRMETECHNIK  GMBH 


/ 


VDI-Z.     Band  101      Nr.  28     Seite  1 301  bis  1 340      Düsseldorf,  1.  Okt.  1959     Postverlagsort  Essen 
Die  Jahresäbersichl  dieser  Aufs^be:  Heizung,  Läftung,  Klimatisierung,  Haustechnik,  Lichttechnik 


CLOPHEN  brennt  nicht  —  es  löscht 


CLOPHEN  in  Hüttenwerken 


^'U. 


I 


•  »  » 


Glühöfen  neben 

Clophen  -Transformatoren 

-  keine  Brandgefahr 


>*■■:•» 


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■K\:^ 


Moderne  Fabrikationsanlagen  erfordern 
die  Konzentration  von  energieverteilen- 
den   und    energieverbrauchenden    Ge- 
räten auf  engstem  Raum. 
Clophen-gefüllte  Geräte   können   ohne 
besondere  bauliche  Schutzmaßnahmen 
in  unmittelbarer  Nähe  der  Verbrauchs- 
stellen installiert  werden. 
Die  Bilder  zeigen  einen  Drahtglühofen 
der    Hoesch-Westfalenhütte    AG.,    Dort- 
mund, der  Wand  an  Wand  mit  Clophen- 
Transformatoren  steht. 
Clophen-gefüllte  Geräte  schalten  jede 
Brandgefahr  aus  und  bieten  größtmög- 
liche Sicherheit  für  Mensch  und  Material. 


FARBENFABRIKEN  BAYER  AKTIENGESELLSCHAFT  LEVERKUSEN 


N  DEUTSCHES  INGENIEURE,  DDSSELDORF 

Bd.   101    Nr.  2S    Seite    1301    bia    1340;    I.   Oktober  1969 


VDI 

ZEITSCHRIFT 


Geheimrat  Prof  Dr.  rer.  not.  Dr.-Ing.  E.  h. 
Jonathan  Zennedc  t 


AltmeiBter  der  deutschen  Hochfrequenztechnik, 
tax  Zenneck,  weilt  nicht  mehr  unter  uns.  Kurz  vor 
88.  Geburtetag,  am  8.  April  1069,  verstarb  er  an 
.gen  eines  Oberschenkelbrucha,   den  er  sich  drei 

vorher  bei  einem 
igezogen  hatte.  Alle 
htentechniker     keii' 

Namen  Zenneck  und 
daß  dieser  Mann  die 
ihnik  von  ihren  An- 
inmittelbar  nach  der 
cung  durch  Heinrich 
B  zum  heutigen  Tage 
)t  und  in  allen  Phaaen 
ntwicklung  MaQgeb- 
1  ihrer  Förderung  bei- 
I  hat.  Man  weiß,  daß 
ts  1896  als  Assistent 
dinand  Braun  die  be- 
1  Ausbreitungsver- 
«wischen  Cuxhaven 
Helgoland  vornahm, 
'nnt   das   aus   seiner 

stammende  Buch 
^magnetische  Wellen 
•htlose  Telegraph  ie", 
5  erstmalig  erschien, 
•iß,  daß  er  im  Ersten 
9g  auf  Befehl  der 
»gierung  in  den  da- 
ich  neutralen  Verei- 

Staaten  in  einem 
KÄoß  um  die  Erhal- 
r  Funklinie  Nauen  - 

kämpfte,  nian  kennt 
>  Herauegeber  des 
ichs  der  drahtlosen 
Dhie",  das  er  später  in 

■equenztecbnik  und  Elektroakustik"  umbenannte, 
ifi,  daß  er  zu  Beginn  der  30er  Jahre  die  ersten  maß- 
n  Untersuchungen  über  die  Ionosphäre  in  Deutsch- 
rchfuhrte  und  man  kennt  ihn  als  den  Herausgebe! 
ücherei  der  Hochfrequenztechnik".  tTber  dieaei 
on  Leistungen  für  die  Hochfrequenztechnik 
'  Nachrichtentechniker  leicht,  daß  Zenneek  eigent- 
lysiker   war    und    daß    die    Hochfrequenztechnik 


nur  eines  seiner  vielen  Betätigungsfelder  darstellte. 
Infolge  seines  hohen  Alters  war  es  ihm  vergönnt, 
die  umfassende  technische  Anwendung  seiner  phy- 
sikalischen Forschungen  noch  mitzuerleben. 

Der  Xiebenslauf  von 
Jonathan  Zenneck  ist  reich 
an  Gegensätzen.  Er  ent- 
stammte einer  kinderreichen 
württembergischen  Pfarrers- 
familie,  besuchte  die  theolo- 
gischen Seminare  in  Maul- 
bronn und  Blaubeuren  und 
das  Stift  in  Tübingen,  wurde 
aber  dann  nicht  Theologe, 
sondern  machte  das  Staate - 
examen  für  den  höheren 
Schuldienst  in  Physik,  Ma- 
thematik und  Zoologie.  Dann 
betätigte  er  sich  als  Zoologe 
und  schrieb  eine  Dissertation 
„Über  die  Färbung  der  Bin- 
gelnatterembryooen ' ' . 

Erst  nach  seiner  Militär- 
dienatzeit,  die  er  bezeichnen- 
derweise auf  eigenen  Wunsch 
in  einem  Seebataillon  ablei- 
stete, trat  er  zur  Physik  über : 
1S96  winde  er  Assistent  von 
Ferdinand  Braun  in  Straß- 
burg und  begann,  sich  mit  den 
elektromagnetischen  Wellen 
zu  beschäftigen,  die  Humaln 
im  Mittelpunkt  der  physika- 
lischen Forschung  standen. 
Es  folgte  eine  Periode  von 
außerordentlich  fruchtbarer 
Forsohungstätigkeit :  Durch 
seine  berühmten  Ausbrei- 
r  noch,  daß  die  elektromagne- 
tischen Wellen  der  Erdkrümmung  folgen  und  schuf  die 
grundlegende  Theorie  über  die  „Zennecksche  Oberfläcben- 
welle"i  zur  gleichen  Zeit  beachäftigte  er  sich  zusammen 
mit  Ferdinand  Braun  mit  der  Anwendung  von  Eisen 
in  hochfrequMiten  Magnetfeldern,  mit  der  Anwendung 
des  von  Broun  entdeckten  Kristalldetektors,  mit  der 
Reeonanzabetimmung  von  Antennen  und  der  Anwendung 

1301 


timgsuntersuchungen  n 


1 


der  von  Braun  erfundenen  Kathodenstrahlröhre,  die  wir 
heute  allgeniein  als  Braunsche  Köhre  bezeichnen.  Diese 
erfolgreiche  Tätigkeit  brachte  ihm  eine  Berufung  als 
Professor  nach  Danzig  im  Jahre  1905  ein,  wo  er  mit 
Max  Wien,  dem  Erfinder  der  Löschfimkenstrecke,  zu- 
scunmen  €»rbeitete.  Schon  ein  Jahr  später  wurde  er 
Ordinarius  für  Physik  an  der  Technischen  Hochschule 
Braimschweig.  Hier  fand  er  in  Frl.  Olga  Baseler,  der 
Tochter  eines  Kollegen,  die  Gefährtin  seines  Lebens,  die 
ihm  uneigennützig  und  selbstlos  bis  zu  seinem  Tode  zur 
Seite  stand. 


sitzender  des  Vorstandes.  Diese  Tätigkeit  hat  er  über  seine 
Emeritierung  hinaus  bis  in  die  Xa<;hkriegszeit  fortgesetzt. 

Es  w€ür  selbstverständlich,  daß  ein  Charakter  wie  Zenneek 
mit  dem  Dritten  Reich  in  Konflikt  geriet.  Er  hat  es  jedoch 
verstanden,  allen  Anfechtimgen,  die  sich  insbesondere  auf 
das  Deutsche  Museum  bezogen,  zu  widerstehen,  virobei 
häufig  sein  Humor  den  Gegner  entwckffiiete.  So  blieb  er 
auch  in  diesem  Zeitraum  der  anerkannte  Fachwisaen- 
schfikftler,  dessen  Beratung  in  der  lonosphärenforschung 
und  Luftfahrtforschung  man  nicht  missen  konnte. 


Kurz  darauf  unterbricht  er  seine  akademische  Laufbahn 
und  wird  Leiter  des  physikalischen  Laboratoriums  bei  der 
Badischen  Anilin-  und  Sodafabrik  in  Ludwigshckfen.  Für 
die  damalige  Zeit  wcüt  es  ein  Ereignis,  daß  eine  chemische 
Fabrik  ein  großes  ph3rsikalisches  Forschungslaboratorium 
einrichtete  und  einen  führenden  Wissenschedftler  auf  diese 
Stelle  berief.  Zenneck  arbeitete  insbesondere  auf  dem 
Gebiet  der  Anleigen  zur  Stickstoffgewinnimg  aus  der 
Luft  mit  Hilfe  des  elektrischen  Lichtbogens.  Li  dieser 
Zeit  kam  er  gelegentUch  nach  Norwegen  infolge  der 
Zusammenarbeit   der   BASF   mit   norwegischen    Firmen. 


1911  kehrte  er  zur  Hochschule  zurück,  zuerst  nach  Dan- 
zig, und  trat  als  Zweiundvierzigjähriger  im  Jahre  1913 
die  eigentliche  Stellung  seines  Lebens  an  dvrch  die  Über- 
nahme des  Lehrstuhls  für  Physik  an  der  Technischen  Hoch- 
schule München.  Dieser  Hochschule  imd  diesem  Institut 
ist  er  bis  zu  seiner  Emeritierung  treu  geblieben.  Damals 
jedoch  konnte  er  sich  nicht  lange  seinem  neuen  Listitut 
widmen.  Der  Erste  Weltkrieg  riß  ihn  aus  seiner  Arbeit 
heraus;  er  nahm  zuerst  als  Hauptmann  an  den  Kämpfen 
in  Belgien  teil.  Dann  folgte  die  schon  eingangs  erwähnte 
geheimnisvolle  Reise  zusammen  mit  Ferdinand  Braun  in 
die  Vereinigten  Staaten,  die  ihm  zwar  einen  großen  Erfolg 
bei  den  Patentstreitigkeiten,  schließlich  aber  die  Liter- 
nierung  bis  Kriegsende  in  den  USA  einbrcMshte,  da  in- 
zwischen die  Vereinigten  Staaten  in  den  Krieg  eingetreten 
waren.  Erst  im  Juli  1919  kehrte  er  nach  München  zu 
seiner  Familie  zurück  und  widmete  sich  dann  mit  voller 
Arbeitskraft  dem  Neuaufbau  des  physikalischen  Instituts, 
da  das  alte  Institut  viel  zu  klein  geworden  war.  Die  An- 
lage des  Instituts  erregte  Aufsehen  in  der  ganzen  Welt; 
besonders  bekannt  ist  der  1926/27  eröf&ete  Experimentier- 
hörsacd  geworden,  der  nach  Art  eines  Amphitheaters  an- 
gelegt war.  Hier  veranstaltete  er  seine  große  Vorlesung 
über  Experimentalphysik,  die  imgezählten  Münchener 
Studenten  imvergeßUch  bleiben  wird;  es  ist  wohl  die  ein- 
zige Vorlesung,  bei  der  ein  Professor  im  Hörsaal  scharf 
zu  schießen  pflegte. 

Zu  Beginn  der  30iger  Jahre  griff  Zenneck  zusammen 
mit  seinem  Assistenten  Ooubau  die  lonosphärenforschung 
auf,  nachdem  zuvor  in  England  die  grundlegende  Arbeit 
von  Bright  und  Tuwe  bekannt  geworden  war.  Das  Prinzip 
seiner  lonosphärenmessung  bestcund  aus  einer  Echolotung 
mit  sehr  kurzen  Impulsen,  ein  Verfahren,  das  heute  die 
Grundlage  der  Radartechnik  darstellt.  Am  Herzogstcmd, 
in  der  Nähe  vom  Walchenseekrckftwerk,  richtete  er  die 
erste  deutsche  lonosphärenversuchsstation  ein,  in  der  eine 
Vielzahl  von  Studenten  und  Doktoranden  praktische 
Untersuchungen  vornahmen.  Aber  dies  war  eigentlich  nur 
ein  Betägigungsfeld  seines  Instituts.  Nebenher  wurden 
akustische  Echomessimgen,  Versuche  mit  gekrünmiten 
optischen  Strahlen  in  geschichtetem  Medium  und  grund- 
sätzliche Untersuchungen  über  die  Erzeugung  kiurzer 
Impulse  durchgeführt. 

Im  Jckhre  1933  übernahm  er  ncMsh  dem  Tode  Oskar 
von  Millers  die  Leitung  des  Deutschen  Museums  als  Vor- 


Der  Krieg  brachte  für  Zenneck  schwere  Schicksalsschläge. 
Einer  seiner  Söhne  fiel  in  den  ersten  Tagen  des  Rußland- 
Feldzuges,  sein  Hochschulinstitut  wurde  völlig  zerstört 
und  auch  das  Deutsche  Museum  erlitt  außerordentlich 
schwere  Bombenschäden.  Seine  Stadtwohnimg  in  München 
brannte  ebenfalls  aus,  er  zog  sich  auf  seinen  Landsitz  in 
Althegnenberg  zurück. 

Dies  edles  hinderte  ihn  jedoch  nicht,  sich  nach  Kriegsende 
mit  größter  Energie  am  Wiederaufbau  zu  beteiligen.  Er 
widmete  sich  dem  Wiederaufbau  des  Deutschen  Museums, 
er  interessierte  sich  weiterhin  für  die  lonosphärenforschung 
und  begann  auch  seine  Uterarische  Tätigkeit  erneut,  indem 
er  zusammenfassende  Bücher  und  Zeitschriften  herausgab. 
Im  Jckhre  1951  hatte  er  noch  einmal  ein  verantwortungs- 
reiches Amt,  als  er  den  Vorsitz  des  Verbandes  der  Deut- 
schen Physikalischen  Gesellschaften  übernahm. 

In  seinem  arbeitsreichen  Leben  hat  er  eine  Fülle  von 
Ehrungen  und  Auszeichnungen  empfangen,  die  sich  gar 
nicht  alle  aufzählen  lassen.  So  wurde  er  Ehrendoktor  der 
Technischen  Hochschule  Karlsruhe,  Ehrenmitglied  des 
Verbandes  Deutscher  Elektrotechniker,  Mitglied  der 
Bayrischen  Akademie  der  Wissensch£kften,  er  erhielt  den 
Siemensring,  die  Grashof-Denkmünze  des  Vereins  Deut- 
scher Ingenieure  und  das  Großkreuz  des  Verdienstordens 
der  Bundesrepublik  Deutschland. 

Man  wird  der  Persönlichkeit  Zenneck  jedoch  nicht  ge- 
recht, wenn  man  nicht  auch  die  menschliche  Seite  beleuchtet. 
Erstaunlich  ist  bei  edlen  Erfolgen  und  allen  Ehnmgen  die 
persönliche  Bescheidenheit.  Noch  im  hohen  Alter  legte  er 
täglich  den  Weg  vom  Münchener  Hauptbähnhof  zum 
Deutschen  Museum  mit  dem  Fahrrad  zurück;  er  lehnte  es 
ab,  für  Eisenbahnreisen  den  Schlafwagen  zu  benutzen 
(„wo  ich  fahre, ist  immer  Schlafwagen");  so  hat  er  auch 
für  seine  bahnbrechenden  Erfindungen  niemals  Patente 
genommen,  sondern  sie  unmittelbar  durch  VeröffentUchung 
der  Allgemeinheit  zur  Verfügung  gestellt.  Immer  gelang 
es  ihm,  auch  unter  den  schwierigsten  Umständen,  dem 
Leben  die  interesscmten  Seiten  abzugewinnen:  Wenn  er 
bei  seinen  Ausbreitungsversuchen  über  der  Nordsee  nicht 
weiterkam,  ging  er  mit  einem  wenig  seetüchtigen  Paddel- 
boot auf  die  Kobbenjagd;  als  er  in  Amerika  interniert  war, 
beschäftigte  er  sich  mit  der  Züchtung  von  Kiesenrettichen; 
in  seiner  stcurken  beruf  Uchen  Arbeit  fand  er  den  Ausgleich 
bei  seinen  Liebhabereien,  der  Fischerei  und  der  Jagd;  in 
den  schweren  Jahren  nach  dem  Kriege  bemühte  er  sich, 
seinem  Lcmdbesitz  einen  möglichst  hohen  Ertrag  abzu- 
gewinnen. ErstaunUch  war  seine  Fähigkeit,  jederzeit  mit 
Kühe  und  Gelassenheit  zu  €»rbeiten,  aber  immer  nur  das 
WesentUche  zu  tun.  Als  ich  ihn  bald  nach  dem  letzten 
Kriege  in  Althegnenberg  besuchte,  unterbrach  er  das 
Düngen  seines  Gartens,  besprach  meine  Angelegenheit, 
erledigte  den  Brief,  der  nun  geschrieben  werden  mußte, 
sofort,  indem  er  ihn  seelenruhig  Buchstaben  für  Buch- 
staben eigenhändig  in  seine  alte  SchreibmaschLoe  tippte 
und  entUeß  dann  den  Besucher,  nicht  ohne  ihm  noch  von 
dem  selbstgezogenen  Tabak  anzubieten ;  dann  konnte  er 
sich   wieder   dem   Düngen   seines   Geurtens   widmen,   die 


1302 


VDI-Z.  IM  (1959)  Nr. 28   I.Oktober 


Angelegenheit  war  völlig  erledigt.  Besonders  bestechend 
war  der  Humor,  den  er  In  allen  Lebenslagen  entwickelte ; 
es  gab  keine  Vorlesung,  keinen  Vortrag  und  keine  von 
ZefMtck  geleitete  Diskussion,  die  im  tierischen  Ernst  ablief; 
stets  brachte  er  seine  köstUchen  Aphorismen  an  und  jeder, 
der  Zenneck  auf  einem  Kongreß  oder  in  einem  Vortrag 
erlebt  hatte,  konnte  zu  Hause  entzückende  Geschichten 
erzählen.  Mit  diesen  Aphorismen  konnte  er  auch  alle 
Vorwürfe  entkräften  („Man  sagt,  ich  schreibe  für  das 
Deutsche  Museum  lediglich  Bettelbriefe;  meine  Herren, 
das  ist  falsch;  die  Hälfte  meiner  Briefe  sind  Dankesbriefe*'). 


Nie  konnte  es  ihm  passieren,  in  Verwaltimgsarbeit  zu 
ersticken,  obwohl  auch  er  von  einer  solchen  Tätigkeit  nicht 
verschont  geblieben  ist. 

Ein  Icuiges  und  reiches  Leben  ist  zu  Ende  gegangen, 
immer  voller  Arbeit  und  nicht  ohne  schwere  Schicksals- 
schlage,  aber  immer  mit  Humor  und  Gelassenheit  getragen. 
Jeder,  der  Zenneck  auch  nur  für  eine  kiu-ze  Zeit  und  für 
einen  kurzen  Augenblick  erlebt  hat,  wird  von  seiner 
Persönlichkeit  beeindruckt  sein.  B  11095 

Berlin  F,  W,  Oundlach 


DK  620.1 92.46 :  539.375.5 :  539.56 :  669.1 5 


Die  Versprödung  von  Stahl 
durch  Aufnahme  von  atomarem  Wasserstoff 


Alomarer  Wasserstoff  kann  vom  Siahl  durch  Dissoziation 
von  Wasserdampf  oder  einer  anderen  Wasserstoffver' 
bindung  im  Verlaufe  der  Stahlherstellung  aufgenommen 
werden.  Auch  später  kann  er  unter  besonderen  Betriebs- 
bedingungen  in  das  GefOge  gelangen  und  führt  dann  zu 
einer  Verminderung  des  Formänderungsvermögens.  Die 
Erscheinungen  dieser  sog,  Wasserstoffversprödung  lassen 
sich  auf  Grund  der  Annahme,  daß  die  Wasserstoffatome 
ionisiert  sind,  erklären. 


Die  WasserstofGsprödiffkeit  von  St&hlen  gibt  immer  wieder 
zu  Schadensftllen  Anlao.  Es  ist  daher  zu  begrüßen,  daß  die 
RiBbildung  und  der  Bruchvorgang  bei  wasserstoffbeladenem 
Stahl  von  P.  B€uUen^)  und  seinen  Mitarbeitern  (vorwiegend 
aa  Stahlproben  mit  0,08  bis  0,10%  C)  eingehend  untersucht 
wurden. 

Der  Wasserstoff  bUdet  im  Gegensatz  zu  den  beiden  anderen 
w&hrcnd  der  Herstellung  vom  Stahl  aufgenommenen  Gasen 
Stickstoff  und  Sauerstoff  keine  Verbindungen  mit  dem  Eisen; 
er  kann  nur  in  atomarem  Zustcmd  in  das  Eisengitter  gelangen, 
nachdem  eine  Dissoziation  von  molekularem  Wasserstoff  oder 
einer  seiner  Verbindungen  eingetreten  ist.  Atomarer  Wasser- 
stoff entweicht  von  selbst  wieder  durch  Diffusion  aus  dem  Stahl- 
gsfoge  während  einer  Lagerung  von  ausreichender  Dauer,  be- 
sonders bei  höherer  Temperatur. 

SchodensfAlle  durch  Wasserstoffsprödigkeit 

Die  wichtigste  Quelle  des  bei  der  Herstellung  in  den 
Stahl  eindrillenden  Wasserstoffs  ist  die  Feuchtigkeit  der  Zu- 
schlagstoffe. Sei  der  hohen  Temperatur  der  Schmelze  dissoziiert 
der  aus  dieser  entwickelte  Wasserdampf  zum  Teil  in  Wasser- 
stoff- und  Sauerstoffatome.  Im  Gegensatz  zum  Wasserdampf 
zerfallen  einiee  Wasserstoff  Verbindungen,  z.  B.  Schwefelwasser- 
stoff, bereits  bei  verhältnismäßig  tiefen  Temperaturen.  Die  Be- 
deutung des  Schwefelwa88er8to&  für  den  Stahl  wird  am  Bei- 
spiel eines  interessanten  Schadensfalles  ersichtlich:  Im  Jahre 
1952  brachen  bei  der  Ausbeutung  der  Naturgase  von  Lacq  ia 
Frankreich,  die  dort  imter  einem  Druck  von  rd.  670  kp/cm^ 
und  mit  einer  Temperatur  von  140  °C  aus  dem  Erdboden  treten, 
die  verwendeten  Stahlrohre  vielfach  schon  nach  Stmiden,  weil 
sich  bei  der  hohen  Austrittstemperatur  des  Gases  der  darin 
zu  rd.  15%  enthaltene  Schwefelwasserstoff  an  den  Bohrwan- 
dmigen  unter  Bildmig  von  Schwefeleisen  und  atomarem  Wasser- 
stoff zersetzte.  Der  Wasserstoff  drang  in  den  Stahl  ein  und  ver- 
sprödete  den  Bohrwerkstofif  so  sehr,  daß  man  den  Betrieb  unter- 


brechen und  die  Rohre  durch  solche  aus  einem  widerstands- 
fähigeren Stahl  ersetzen  mußte*). 

Der  Wasserstoffgehalt  technischer  Stähle  kann  etwa  6  cm' 
je  100  g  Stahl  betragen,  örtlich  können  sogar  Anreiohenmgen 
von  15  bis  18  cm'  auftreten.  Da  die  Löslichkeit  des  atomaren 
Wasserstoffs  mit  sinkender  Temperatur  abnimmt,  wird  dieser 
in  dem  erstarrenden  Stahl  in  molekularem  Zustand  aus- 
geschieden. Dabei  kommt  es  in  Verbindung  mit  den  inneren 
Spannungen,  die  sich  aus  dem  Temperaturgefälle  imd  aus  der 
Volumänderong  beim  Übergang  vom  y-  in  den  a-Zustand  er- 
geben, zu  Unterbrechungen  im  Werkstoff  in  Form  von  Poren, 
Rissen  und  „Flocken";  diese  bleiben  auch  nach  dem  Austritt 
des  Wasserstofüs  erhalten  und  führen  zu  dauernden  Werkstoff- 
schäden. Der  noch  im  Eisengitter  verbleibende  Wasserstoff 
kann  ebenfalls  zu  Gitterstörungen  führen;  sie  äußern  sich  in 
einer  erheblichen  Verminderung  des  Formän- 
derungsvermögens unter  verschärften  Beanspru- 
chungsbedingungen. 

Versuche  über  die  Aufnahme  und  den  Einfluß  von 
Wasserstoff  im  Stahl 

Die  Menge  des  vom  Stahl  aufgenommenen  Wasserstoffe 
hängt  wesentlich  von  dessen  Behandlungszustand  ab.  Geschmie- 
deter Stahl  z.  B.  nimmt  mehr  Wasserstoff  auf  als  geglühter; 
im  ersten  Falle  dringt  dieser  auch  tiefer  in  den  Werkstoff  ein. 
Bei  den  Versuchen  von  Bastien  wurde  dem  im  Vakuum  aus- 
geglühten Stahl  der  Wasserstoff  auf  elektrolytischem  Wege  zu- 
genihrt.  Hierbei  verwendete  man  10%  ige  Salzsäure  mit  einem 
Zusatz  von  rd.  0,01%  Schwefelnatrium  als  Elektrolyt.  Proben 
aus  2  mm  dickem  weichem  Stahldraht  wurden  24  h  lang  elektro- 
lytisch mit  Wasserstoff  beladen;  anschließend  war  die  Menge 
des  entweichenden  Wasserstoffe  zu  bestimmen.  Bei  geglühten 
Proben  konnte  bereits  nach  300  h  kein  Wasserstoff  mehr  fest- 
gestellt werden;  während  dieser  Zeit  waren  27,7  cm'  je  100  g 
Stahl  frei  geworden.  Bei  kaltverformten  Proben  konnte  man 
nach  2000  h  immer  noch  das  Entweichen  von  Wasserstoff  be- 
obachten; bis  dahin  waren  53  cm'  je  100  g  Stahl  entwichen. 

Für  Zugversuche  wurden  Bimdstäbe  mit  8  mm  Dmr.  imd 
90  mm  Meßlänge  hergestellt,  im  luftleeren  Baum  30  min  lang 
bei  850  ^C  geglüht  und  in  45  min  auf  Raumtemperatur  ab- 
gekühlt, dann  elektrolytisch  poliert  und  jeweils  als  Kathode  üi 
den  Stromkreis  geschaltet;  die  Anode  bestand  aus  spektral- 
reinem  Graphit;   die    Stromstärke   betrug   stets  0,25  A/dm^. 


')  Battitn,  Paul:  Bißbildung  und  Bnichvorgang  bei  wasBentofTbeladenem 
Stahl.  Mateiialprflf.  1  (1969)  Nr.  1  8.3/12;  danach  dieses  Referat. 


*)  Ähnliche  Schadenaf&Ue  ereigneten  sich  vor  etwa  10  Jahren  in  Deutsch- 
land an  Gasflaschen,  die  mit  schwefelwasserstofThaltigen  Bentheimer 
Brdgasen  gefüllt  waren.  Über  Scliadensfftlle  an  Turbinenlftufem  infolge 
Wasserstoffsprödigkeit  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  berichtet 
E.  B.  Thum  in  MetaU  Progress  69  (1956)  S.  49/57. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr. 28   I.Oktober 


1303 


Ein  bei  Zimmertemperatur  auf  Zug  bis  zum  Bruoh  be- 
anspruchter runder  Probestab  aus  weichem  Stahl  weist  eine 
trichterförmige  Bruohfl&che,  den  Gleitbruoh,  auf.  Bei  sehr  tiefer 
Versuchstemperatur  ist  jedoch  die  Bruchfläche  eben  (Trenn- 
bruch). Bei  der  untersuchten  Stahlsorte  mit  0,08  bis  0,10%  C 
lag  die  untere  Temperaturgrenze  für  den  Gleitbruch  bei  — ^20  °C, 
die  obere  für  den  l^nnbruch  bei  — ^70  °0;  zwischen  diesen  Tem- 
peraturen war  die  Bruchflftohe  in  der  Mitte  eben,  am  Rande 
trichterförmig.  Durch  Wasserstoffzusatz  zu  den  Proben  wurde 
die  erste  Temperaturgrenze  von  — ^20  °G  auf  +5  ''O,  die  zweite 
von  —70  °C  auf  —40  °C  erhöht. 

Die  WasserstofEversprödung  äußert  sich  u.  a.  in  einer  Ver- 
ringerung der  Einschnürung  ^  beim  Zugversuch;  als  ein  brauch- 
bares Maß  far  die  Wasserstoffversprödung  kann  die  Kennzahl 

/  = verwendet  werden. 

V 

In  dieser  Gleichung  bedeuten  ^  den  Wert  fiir  wasserstofG&eien 
und  ^H  de^  ^ür  Wasserstoff  haltigen  Stahl. 

Der  Einfluß  der  Geftigeausbildung  wurde  an  einem  Stahl  mit 
0,26%  C,  1,02%  Cr  und  0,30%  Mo  studiert.  Je  nach  der  Wärme- 
behandlung kann  man  lamellares  oder  kugeliges  Geftige  erhalten. 
Tafel  1  ei^^t  die  Werte  der  Elastiritäts^nze  Oq^^  ^^^^  ^^^ 
Kennzahl  /  für  die  WasserstofT-Versprödung  dieses  Stahls  bei 
den  verschiedenen  Gefugeformen. 


Tafel  1.  Elastizitätsgrenze  und  Kennzahl  für  die  Versprödung 
von  wasserstoffhaltigen  Stählen  mit  unterschiedlichem  Gefuge. 


Oefüge 

Elastizitäts- 
grenze 
kp/mm* 

Kennzahl  / 

für  die 
Versprödung 

feinkörniger  kugeliger  Perlit     .    . 
feinkörniger  lamellarer  Perlit   .    . 
grobkörniger  lamellarer  Perlit  .    . 
MartAnBit      

64 

61 

36»6 
122 
103 

31 
39 
42 
100 
94 

Martensit  bei  650  °C  angelassen  . 

Die  ersten  drei  Wertepaare  von  Tafel  1  weisen  darauf  hin, 
daß  die  häufig  geäußerte  Ansicht,  ein  Stahl  sei  um  so  empfind- 
licher gegen  Wasserstoff,  je  höher  seine  Streckgrenze  liegt, 
nicht  zutrifft.  Entscheidend  ist  lediglich  die  Gefugeausbildung. 

BOd  1  zeigt  den  Einfluß  von  Wasserstoff  im  Stahl  auf  die 
Brucheinschnürung  in  Abhängigkeit  von  der  Verformungs- 
geschwindigkeit. 


7  ;ö' 

Vtrsuchsäauer  t 


10^    s    10* 


BOd  1.  Einfluß  der  Verformungsgeschwindigkeit  auf  die 
Brucheinschnürung  von  wasserstoffbeladenem  Stahl. 

a  Stahl  ohne  WasserstofTbeladung 

b  Stahl  nach  einer  elektrolyüsohen  WasserstofTbeladung 


Durch  den  aufgenommenen  Wasserstoff  wird  auch  die  Dämp- 
fungsfähigkeit des  Stahls  beeinflußt,  jedoch  nur  dann,  wenn 
dieser  vomer  kalt  verformt  wurde.  Bcuiien  und  P.  Azou*)  fanden 
diurch  Zug-Druck- Schwingungsversuche  mit  sehr  niedriger 
Belastung  (bis  2kp/cm')  und  hoher  Schwingungszahl  (unge- 
fähr 15  000  Hz)  an  Probestäben,  die  auf  der  Zerreißmaschine 


gereckt  wurden,  daß  bei  wasserstofG&eiem  Stahl  die  Verfonnnng 
keinen,  bei  wasserstoffhaltigem  nur  dann  einen  Einfluß  hat, 
wenn  sie  mindestens  8  bis  10%  beträgt.  Bei  einem  um  18% 

S reckten  Stahl  war  die  Dämpfung  bereits  auf  das  Zwanzig- 
ßhe  ihres  ursprünglichen  Wertes  gestiegen. 

Diese  Erhöhung  wird  durch  eine  mindestens  2000  h  dauernde 
Lagerung  der  Probe  praktisch  restlos  rückgängig  gemacht,  weil 
sich  der  Wasserstoff  inzwischen  verflüchtigt. 

Drehschwinffungsversuche  mit  hoher  Schubbeanspruchung 
(700  bis  1000  kp/cm')  und  niedriger  Schwingungszahl  ergaben 
bei  wasserstofffreiem  weichem  Stahl  eine  von  der  Belastung 
unabhängige,  bei  wasserstoffhaltigem  jedoch  eine  mit  steigender 
Belastung  merklich  zunehmende  Werkstoffdämpfung. 

Beim  Sinken  der  Temperatur  unter  — ^70  °G  nimmt  der  Ein- 
fluß des  Wasserstoffgehaltes  im  Stahl  aUmählich  ab,  bei  — IQCX) 
läßt  sich  im  Verhalt^  von  wasserstoffhaltigem  und  wasserstoff- 
fireiem  Stahl  kein  unterschied  mehr  feststellen. 

Dauernde  Schädigungen  eines  Stahls  unter  dem  Einfluß  des 
Wasserstoffes  können  sowohl  als  interkristalline  wie  auch  als 
transkristalline  Risse  auftreten,  die  an  Stellen  mit  örtlicher 
Spannungsanhäufung  oder  Verformung  entstehen. 

Theorie  der  Stohlversprödung  durch  Wasserstoff 

Die  leichte  Beweglichkeit  des  Wasserstoffs  im  Stahl,  der 
schon  bei  Baumtemperatur  aus  dem  Eisengitter  herausdiffun- 
diert,  läßt  vermuten,  daß  die  gelösten  Wasserstofiteile  eine  im 
Vergleich  zu  den  Abmessungen  des  Eisengitters  besonders 
kleine  räumliche  Ausdehnung  besitzen.  Damit  wird  die  Hypo- 
these begründet,  daß  sich  die  Wasserstoffatome  im  Stahl  in 
ionisiertem  Zustand  befinden,  also  als  Protone.  Während  die 
Abmessungen  der  Eisen-  wie  auch  der  Wasserstoff-Atome  von 
der  Größenordnung  10~*  cm  sind,  beträgt  die  Größenordnung 
dar  Ausdehnung  des  Protons  nur  10~^cm;  daraus  dürfte  sich 
die  Leichtigkeit  seiner  Diffusion  im  Eisengitter  erklären. 

Aus  eingehenden  röntgenographischen  Untersuchungen  von 
BaaÜen  und  seinen  Mitarbeitern  P.  Azou  und  J,  PluaqueUec^) 
geht  hervor,  daß  sich  der  Wasserstoff  bevorzugt  auf  der  Kristall- 
ebene  {112}  ansammelt.  Diese  Feststellung  wd  gestützt  durch 
die  Beobachtung,  wonach  Metalle,  bei  dmien  die  {112} -Ebene 
keine  Gleitebene  ist,  auch  keine  Wasserstoffversprödung  zeigen; 
sie  verschwindet  bei  Stahl  außerdem  bei  genügend  tiefen  Tem- 
peraturen ( — 190  °0),  bei  denen  das  Gleit^  in  der  {112} -Ebene 
überhaupt  aufhört. 

Die  von  zahlreichen  Forschem  bestätigte  Feststellung,  daß 
ein  verformter  Stahl  größere  Wasserstoffinengen  aufiiehmen 
kann  als  ein  geglühter,  legt  den  Gedanken  nahe,  daß  sich  der 
Wasserstoff  besonders  an  den  durch  Verformung  des  Gitters 
entstandenen  Versetzungen  und  Fehlstellen  sammelt.  Wird  ein 
bereits  wasserstoffhaltiger  Stahl  verformt,  dann  diffundieren 
die  Ionen  in  die  entstehenden  Störstellen  hinein.  Ist  deren 
Größe  dazu  ausreichend,  so  kann  sich  der  Wasserstoff  in  ihrem 
Bereich  aus  dem  ionisierten  möglicherweise  in  den  atomaren 
oder  sogar  in  den  molekularen  Zustand  zurückverwandeln; 
dies  füi^  zu  einem  Spannungszustand,  der  die  Vergrößerung 
der  Fehlstellen  begünstigt. 

Berücksichtigt  man  die  Untersuchungen  von  Pomey  und 
CruaMrcfl),  die  feststellten,  daß  das  Gleiten  La  der  {112}  -Kristall- 
Ebene  erst  nach  einer  8% igen  Verformung  des  Werkstücks 
einsetzt,  dann  lassen  sich  aus  der  hier  entwickelten  Theorie 
die  Ergebnisse  der  Dämpfungsmessungen  erklären.  Auch  die 
Geringfügigkeit  des  Wasserstoneinflusses  bei  sehr  hoher  Verfor- 
mungsgesohwindiffkeit,  in  Bild  1  die  Werte  mit  kurzer  Versuchs- 
dauer, steht  mit  dieser  Theorie  lq  Einklang.  Die  Vergrößerung 
der  Störstellen  geht  dann  so  schnell  vor  sich,  daß  die  Diffusion 
der  Wasserstoffionen  dahinter  zurückbleibt  und  daher  die 
innere  Spannung  —  die  unmittelbare  Ursache  der  Versprödung 
—  geringer  wird.  Dieselbe  Wirkung  tritt  auch  (bei  gleichblei- 
bender Verformungsgeschwindigkeit)  infolge  sinkender  Tempe- 
ratur ein,  weil  dann  die  DifEusionsgeschwindigkeit  der  Wasser- 
stoffionen niedriger  wird. 

Das  Wiederansteigen  der  Brucheinschnürung  bei  sehr  langer 
Versuchsdauer,  Bild  1,  ist  damit  zu  erklären,  daß  ein  Teil  des 
Wasserstoffe  bereits  ohne  Wirkung  aus  dem  Probestab  heraus- 
diffundiert, bevor  noch  dieser  plastisch  verformt  wird. 

Berlin-Dahlem  R  10828  Otto  Wemer 


')  Battien,  P.,  u.  P.  Äzou:  Influence  de  la  vitesso  et  de  TampUtude  des 
d^formatlons  plastlques  sur  le  comportement  de  l'acier  charg6  en  hy- 
drog^ne.  Rev.  MetaUorg.  54  (1957)  8.  04. 


*)  PlusgueUer,  J.,  P.  Azou  u.  P.  Bastien:  LocaUsation  de  l'hydrog^ne  dans 
le  rtseau  du  fer  a.  G.  R.  Acad.  Sei.  244  (1967)  S.  1195. 

")  Pomey,  O.,  u.  Oh.  Crussard:  Etüde  des  textures  de  laminage  et  de  re- 
criBtalliBation  des  töles  d'acler  extra  doux.  Rev.  Metallurg.  51  (1955) 
S.  401. 


1304 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28    I.Oktober 


OK  518.5:681.142.8  —  523.8:530.17 


Die  Behandlung  von  Nichtlinearitäten  mit  dem  Analogrediner 


Von  Hons  Schuchordt»  Frankfurt  a.  M. 


Durch  Zuschalten  von  Dioden  zum  Rechenverstärker  lassen  sich  Verstärkerkenn linien  mit  beliebig 
vielen  Knickpunkten  erzielen,  so  doß  verschiedene  Arten  nichtlineoren  Verholtens  von  Regelelementen, 
Stellgliedern  usw.  nochgebildet  werden  können.  Funktionsgeneratoren  arbeiten  nach  einem  ähnlichen 
Prinzip,  doch  kommen  bei  ihnen  auch  Servosteuerung  oder  Kurvenabtastverfohren  zur  An- 
wenduno.  Mit  solchen  nichtlinearen  Gliedern  konn  mon  donn  auch  mechanische  Übertragungsglieder 
mit  Spiel  und  totem  Gang  nachbilden. 


Ein  früherer  in  dieser  Zeitschrift  erschienener  Aufsatz^) 
zeigte,  wie  Analogrechner  €»rbeiten  und  wie  man  die  Block- 
schaltbilder zum  Zusammenschalten  der  verschiedenen 
Efemente  aus  den  gegebenen  Gleichungen  entwickelt.  Hier 
soll  nun  in  einigen  Beispielen  die  Nachbildung  von  Nicht- 
linearit&ten,  wie  sie  in  der  Praxis  häufig  vorkommen  und 
daran  rechnerische  Behandlung  oft  Schwierigkeiten  be- 
reitet, dargelegt  werden. 


Nichtlineore  Verstärker 


Dioden 


Als  zusatzliches  Schaltelement  für  diese  Nichtlineari- 
täten kommen  Gleichrichter  (entweder  als  Kristall-  oder 
als  Vakuumdioden)  zur  Anwendimg.  In  den  folgenden 
Schaltbildern  sind  Vakuumdioden  eingezeichnet,  deren 
Symbol  BUd  1  zeigt ;  a  ist  die  Anode,  b  die  Kathode. 

BUd  2  gibt  die  geknickte  Kennlinie  der  Dioden  wieder. 
Ist  die  Kathode  negativ,  die  Anode  positiv,  die  Anoden- 
spannung üg^  also  positiv,  so  fließt  ein  Anodenstrom  J,^, 
der  Diodenwiderstand  ist  klein.  Ist  die  Spannung  umge- 
kehrt angeschlossen,  ü,^  also  negativ,  so  ist  der  Anoden- 
strom J^  vemachlässigbar  klein,  der  Diodenwiderstand 
kann  als  oo  angesehen  werden. 


HO- 

OB 

BlU  1.  Symbol. 
A  Anode 
b  Kathode 


(^ 


Anodenspmmung  (Ja, 


Bild  2«  Diodenstrom  als  Funktion 
der  Diodenspannong. 


Bild  1  und  &  Diode  als  niohtlineares  Element. 


Da  sich  in  den  nun  folgenden  Schaltbildern  nicht  inmier 
die  üblichen  Symbole  für  Sunmiator  und  Integrator  ver- 
wenden lassen,  muß  die  in  Bild  9  des  oben  genannten  Auf- 
satzes^) gewählte  Buchstabenbezeichnung  herangezogen 
werden.  In  BUd  8  ist  daher  die  Schaltung  der  Verstärker- 
anscblüBse  noch  einmal  wiederholt.  Die  an  den  Verstärker- 
etngangen  in  den  folgenden  Blockschaltbildern  eingetra- 
genen Buchstaben  bezeichnen  die  Anschlüsse  nach  Bild  3. 
Da  in  den  Blockschaltbildern  die  zu  wählenden  Eingangs- 
buchsen  der  Verstärker  (1 ;  5  od.  10)  von  den  Zeüblenwerten 


^)  Sehuekardt,  Bam:  Das  NachbUden  von  Gleichungen  mit  dem  Analog- 
rechner. VDI-Z.IOI  (1969)  Nr.  22  S.  1068/68. 


BOd  8«  Anordnung  der  Verst&rkeransohlüsse  im  Schaltfeld. 

a  bis  f  Umschaltbuohsen 

g  Ausgangsbuohsen 

B^       Qegonkopplungswiderstand 

Ri,  Rgt  Rio  EingangpBwiderst&Dde 

IC        Buchse  für  den  Anfangswert  (Integrationslconstante) 

Rh,  Rh  Eingangs-  and  QegenkopplungswiderBtand  für  die 

Eingab«  dea  Anfangsweriee 
G         Integrations-Kondensator 
Kl       Schalter  Eum  Eingeben  des  Anfangswertee 
K^       Stopeohalter 
K«        Schalter  zum  Abtrennen  der  Eingänge  vom  Verstärker 


der  Gleichungskoeffizienten  abhängen,  also  unbestimmt 
sind,  werden  sie  mit  h  bzw.  mit  h^,  h^  usw.  bezeichnet. 


VerstArker  mit  willkürlich  begrenztem 
Aussteuerberelch 

In  der  Praxis  tritt  oft  der  FeJl  ein,  daß  die  physikalischen 
Größen,  die  der  Rechner  nachbilden  soll,  Grenzwerte  auf- 
weisen; ein  Meßinstrument  oder  ein  Fühler  z.  B.  haben  nur 
einen  begrenzten  Meßbereich,  oder  ein  Stellmotor  läuft 
gegen  einen  Anschlag.  Mit  dem  Analogrechner  kann 
man  solche  Grenzwerte  durch  eine  Schaltung  nach 
BUd  4  wiedergeben.  Parallel  zum  Gegenkopplungswider- 
stand jRq  des  Verstärkers  1  liegen  die  entgegengesetzt  ge- 
schalteten Dioden  Dj  und  D^  in  Reihe  mit  je  einer  Span- 
nungsquelle, die  die  Spannungen  —  üi  bzw.  -f  {7,  haben 
möge.  Durch  diese  Spannungsquellen  erhalten  die  Dioden 
eine  solche  Vorspannung,  daß  sie  nicht  leiten,  so  lange  die 
Ausgangsspannung  ü^  innerhalb  der  Grenzwerte  —  üi 
und  -f-  ü^  bleibt.  Der  Verstärker  €»rbeitet  also  zunächst 
normal  entsprechend 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  2B  1.  Oktober 


1305 


1 


Ue       EingangaBpaDnung 

üj^       AnagftngBspannnng 

üi,  Ut  Diodenvorspannungen 

Dl,  D|  Dioden 

R^        Qegenkopplungswiderataiid 

Ri         Eingangswidentand 

r  Veratarkervorwideratand 

t  Verst&rker 


Ur 


^^]l Jhr 


-i — »- 


QS9 


M>^ 


BUd  4.  Verstärker  mit  besonderen  Vorspannungaquellen. 


7001^ 


Eingangi- 
spannungUi 


1 


BUd  6.  Ausgangsspannung  U\ 

als  Funktion  der 

Eingangsspannung  C/^q. 

C/j,  {7g  Diodenvorspannungen 
/C  Kennliniensteilheit 

(Tangens    des    Steigungs- 
winkels) 


I    100*Ui 
-100V 

Bild  6.  Vorspannung  wird  der  Be- 
zugsspannungsquelle entnommen. 

1 ;  2  KoefTizientengeber  zum 

Einstellen  der  Vorspannungen 

b,  e  vgl.  BUd  3 

h  Verstärkereingang  1 ;  5  oder 
10  (vgl.  BUd  3)  übrige  Be- 
zeiohnungen  vgl.  BUd  4 


BUd  4  bis  6.  Verst&rker  mit  Begrenzung  des  Aussteuer- 

bereichs. 


c^A--§;c^B 


(1); 


hier  bezeichnen  U-^  die  Eingangsspannung  und  R^  den 
Eingangswiderstand.  Steigt  nun  die  Eingangsspannung  U^ 
nach  positiven  Werten  so  weit,  daß  die  negative  Werte  an- 
nehmende Ausgangsspcuinung  Uj^  den  Wert  der  Vor- 
spannung —  Ui  erreicht,  so  liegt  an  der  Diode  D^  die 
Spannung  null.  Bei  weitei^m  Ansteigen  der  Eingangs- 
spannung Uj^  kann  die  Ausgangsspannung  U^^  ihren 
Wert  nicht  mehr  ändern,  denn  die  Diode  Dx  leitet  jetzt 
und  überbrückt  den  Glegenkopplungswiderstand  R^  mit 
der  Spannung  üx.  Die  Ausgangsspannung  U^^  ist  damit  auf 
den  Wert  —  C/^  begrenzt. 

Der  gleiche  Vorgang  spielt  sich  bei  der  Diode  D^  ab, 
wenn  die  Eingangsspannung  U^  negativ,  die  Ausgangs- 
spannung Uj^  also  positiv  wird  und  den  Wert  der  Vor- 
spannung -f  C/,  erreicht.  Die  Vorspannungen  U^  und  C/, 
können  durchaus  auf  verschiedene  Werte  eingestellt  sein 
und  unsymmetrische  Begrenzungen  nachbilden.  Damit 
keine  hochfrequenten  Schwingungen  auftreten,  muß 
zwischen  den  Summierungspunkt  und  den  Eingang  der 
ersten  Verstärkerstufe  der  l-Megohm-Widersttuid  r  ge- 
schaltet werden. 

Bild  5  zeigt  die  Kennlinie  eines  solchen  Verstärkers  mit 
Begrenzungen.  Die  Steilheit  K  der  Geraden  zwischen  den 
Begrenzungen  —  als  Tangens  des  Steigungswinkels  —  er- 
gibt sich  aus  Gl.  (1)  zu 


x  =  — ; 


9C/. 


'^ü^ 


^für27i<  I7a<  C7, 


(2), 


kann  also  entsprechend  den  Zahlenwerten  der  Gleichungs- 
koeffizienten durch  Wahl  der  Eingemgsbuchsen  dee  Ver- 
stärkers und  bei  Zwischenwerten  durch  zusätzhche  Vor- 
schaltung eines  Koeffizientengebers  eingestellt  werden. 

MögUchst  vermeidet  man  jedoch  besondere  Spannungs- 
quellen  für  die  Vorspannungen,  sondern  entnimmt  sie  ent- 
sprechend BUd  6  über  die  Koeffizientengeber  1  und  2  dem 
Bezugsspannungsgerät. 

Die  Einstellwerte  k  für  die  Koeffizientengeber,  von  den^i 
die  Vorspeuinungen  abgenommen  werden,  ergeben  sich  in 
folgender  Weise: 

Am  Koeffizientengeber  1,  dessen  Einstellung  k  sein  soll, 
liegt  die  in  V  angegebene  Spannung  -f  100  —  17^.  Die 
zwischen  dem  Verstärkerausgang  und  dem  Abgriff  abge- 
nonmiene  Vorspannung  U^  ist 


C7v  =  ik(100— C/a) 


(3). 


Da  im  Knickpunkt  der  Kennlinie   C/a  =  —  ü\  und   die 
Vorspannung  U^  =  -\-  U^  sein  soll,  erhält  man 


k^ 


Ut 


100 -h  üi 


(4). 


Für  die  Begrenzung  der  Ausgangsspannung  auf — Ui  ist 
also  der  Koeffizientengeber  1  auf  ^nn  /  tt  einzustellen,  für 
die  Begrenzimg  auf  -f  ü^  ist  der  Koeffizientengeber  2  an 
— 100  V  anzuschließen  imd  auf  .^  '  ^j  einzustellen.  In- 
folge der  Diodeneigenschaften  ist  der  Kennlinienknick 
nicht  ganz  schcürf,  sondern  zeigt  eine  kleine  Rundung. 

Von  dieser  Schaltung  lassen  sich  mm  verschiedene  Ab- 
arten herleiten. 


VerstAricer  mit  geicnicicter  Kennlinie» 
SAttigungsIcurve 

Legt  man  in  Reihe  mit  den  Dioden  Widerstände,  Büd  7, 
so  wird,  wenn  eine  Diode  leitet,  zum  Gegenkoppliuigs- 
widerstcund  ein  Widerstand  pareJlel  geschaltet ;  die  Kenn- 
linie verläuft  vom  Knickpunkt  ab  also  nicht  wie  in 
Büd  5  waagerecht,  sondern  steigt  mit  einer  kleineren 
Steigung  Ki  oder  K^  weiter,  Bild  8. 

Setzt  man  in  Gl.  (2)  anstelle  von  R^  den  Widerstand  der 
Pcürallelschaltung  von  Rq  mit  R^^  ein,  —  die  Widerstände 
der  Diode  und  des  Koeffizientengebers  sind  klein  gegen 
Rq  und  Rg^  —  so  ergibt  sich 


x, -- 


R. 


iÜA 


•Bo-R» 


3  C7b      Bi  (Ä,  +  ÄO 


(6) 


oder,  da,^  =  K  ist. 


Äj  =  Ä 


i?. 


Äo+  jRa 


(6). 


Die  Größe  des    Diodenvorwiderstandes  Rg,  für  eine  ge- 
wünschte Steigung  Ki  ergibt  sich  zu 


(7). 


Für  Rq  erhält  mcm  entsprechend  der  Parallelschaltimg  von 


Rß  *=  Rt, 


(8) 


und  für  ü«  entsprechend  der  Parallelschaltung  von  R^, 
Ä„  Be  und  i?e 


l?e=  -Bo 


«.^. 


(X,  -  Ä.)  K 


(9). 


1306 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28   1.  Oktober 


^'SlHQ 


*100 


\j100*Us 


m^\    -«0 

J-0 


^"äÄ*' 


y^\- 


-100 


iäiäJl 


BUd  7.  Vent&rkeraohaltung. 


BOi  &  AiMgangaBpaimiing  (7a  *^  Funktion  der  Eingangaspannung  17e* 


Bfld  7  und  8.  Verstärker  mit  S&ttigungs-Kennlinie. 

I7b  Eingaagaspannong 

(7a  AuagangBspannung 

17x   bis  &«  Diodenvonpannungen 

K,  Kx  bis  ^«  Kennliniensteilheiten 

R^  Oegenkopplungswideratand 

R^  bis  R{  DiodenvorwiderstAnde 

b,  e  vgl.  BUd  3 

h      VerstArkereingang  1;  6  oder  10  (vgl.  Bild  3) 


Analog  errechnen  sich  die  Widerstände  Jß^,  B^  und  Ri. 
Mit  dieser  Schaltung  lassen  sich  beliebig  von  null  aus  an- 
steigende, dann  flacher  werdende  Kurven,  wie  z.  B.  Sätti- 
gungskurven, mit  einem  Polygonzug  annähernd  nachbilden. 

Nachbildung  eines  labilen  Systems 

Wird  in  der  Schaltung  nach  Bild  6  der  Gegenkopplungs- 
widerstand  l?o  fortgelassen,  BUd  9,  so  erhält  man  einen  sehr 
hohen  Verstärkungsgrad;  die  Steigung  der  Kennlinie  im 
nicht  begrenzten  Bereich  ist  sehr  steil,  praktisch  senkrecht, 
Bild  10«  Der  Verstärker  arbeitet  wie  ein  ideales  polarisiertes 
Relais  mit  zwei  Ruhelagen. 

Bei  dieser  Schaltung  muß  nmn  beachten,  daß  sich  bei 
großem  Eiogangswiderstand,  also  kleinem  Eingangswert  h, 
die  Ecken  der  Kennlinien  etwas  abrunden,  bei  kleinem 
Eingangswiderstand,  also  großem  Eingangswert  h,  dagegen 
die  beiden  Kennlinienäste  infolge  des  Diodenwiderstcundes 
nicht  mehr  waagerecht,  sondern  leicht  ansteigend  verlaufen. 
Es  muß  daher  von  Fall  zu  Fall  geprüft  werden,  welcher 
Eingangswert  h  der  günstigste  ist. 

Schaltet  mcm  entsprechend  Bild  11  in  Reihe  mit  den 
Dioden  Widerstände,  so  entsteht  die  Kennlinie  BUd  12  mit 
den  Steigungen  der  Kennlinienäste  K^  und  K^  proportional 
dem  Verhältnis  dieser  Widerstände  zum  Eingangswider- 
stand  Ri»  Die  Diodenvorwiderstände  müssen  also  die 
Werte  K^Rx  und  K^R%  aufweisen. 

Integrator  mit  Begrenzung 

Die  in  Bild  4  angegebene  Begrenzung  läßt  sich  auch  auf 
Integratoren  anwenden,  BUd  18.  Bei  einer  kon- 
stcuiten  positiven  Eingangsspannung  +  ^b  erhält  man  dann 
BUd  14  für  den  Verlauf  der  Ausgangsspannung  Uj^  als 
Funktion  der  Zeit  t;  U^  fc^t  linear  mit  der  Zeit  von  null 
auf  den  negativen  Wert  —  Uit  den  sie  dann  beibehält.  Bei 
einer  konstanten  negativen  Eingangsspannung  —  U-^  steigt 
Uj^  linear  mit  konstanter  Steilheit  von  null  auf  den  posi- 


*ioo 


KiR^ 


-ciiH  l>-^(3  ^5^      V$ 


:^ 


^2 


Eingangs- 
Spannung  Ug 


[79669.111 


T 

-100 

BUd  11.  Schaltung 
für  weiche  Begrenzungen. 


BUd  12«  Kennlinie 
für  weiche  Begrenzungen. 


*ioo 


BUd  9.  Schaltimg 
für  zwei  Ruhelagen. 


T 


I 


fr 


Eingongt- 
iponnung  Ui 


T 


W^ 


BUd  10.  Kennlinie 
für  zwei  Ruhelagen. 


*100 


U> 


-100 


BUd  18.  Schaltung. 


für  Ue<0 


furUF>0 


BUd  14.  Aufigangsspannung  ü/^  als 

Funktion  der  Zeit  t  bei  konstanter 

Eingangaepann  nng. 


BUd  9  und  10.  Nachbildung  eines  labilen  Systems. 

Ue       Eingangaspannung 

üji       AwsgangHBpannnng 

(7i,  U^  Diodenvorspannungen 

b,  e       vgl.  BUd  3 

h  VerstArkereingang  1;  6  oder  10  (vgl.  Bild  3) 


BUd  18  und  14.  Integrator  mit  begrenzter  Ausgangs- 
spannung. 

üji^       Ausgangsspannung 

Ui,  ü^  Diodenvorspannungen 

b,  c,  e,  f  vgl.  Bild  3 

h  Verst&rkereingang  1;  6  oder  10  (vgl.  Bild  3) 


VDI.Z.101  (1959)  Nr.  28   I.Oktober 


1307 


Schirm  befindet  eich  die  abzutaetende  lichtundurchJ 
Schablone.  Eine  Photozell©  steuert  den  Leuchtfleck  bzw. 
den  Elektronenstrahl  immer  wieder  auf  den  Rand  dat 
Maske  zurück. 

Praktische  Befspiele 

Im  folgenden  sollen  nun  einige  Beispiele  aus  der  Praxif 
für  die  Verwendung  der  oben  gezeigten  GrundschaltungeD 
gebracht  werden.  Inabesondere  seien  als  Beispiele  mecha- 
nische Übertragungsglieder  betrachtet,  deren  Eigenschaft«!) 
sich  im  Analogrechner  nachbilden  lassen. 

Unabhängig«  Variable 

Für  die  Lösung  und  Aufzeichnung  von  Gleichungen  be- 
nötigt man  als  unabhängige  Variable  eine  Spannung,  die 
nach  dem  Einschalt«n  von  einem  festgelegten  negativen 
Wert  —  (7,  aus  durch  null  zu  einem  festgel^ton  positiven 


BIM  82.  Funkttonsgenerator. 


—  zieht  die  Kennlinie  in  der  17^-Richtung  auseinander 
oder  drängt  sie  zusammen  (Skalenändenmg).  Außerdem 
läßt  sich  die  ganze  Kennlinie  durch  Addition  einer  kon- 
stanten Plus-  oder  Minus- Spannung  anheben  oder  senkm. 
Der  Dioden-Funktionsgenerator,  Bild  22,  gestattet  die 
Wiedergabe  einer  Kurve  mit  20  Knickpunkten.  Durch 
Umschalten  einea  Hebelschalters  erhält  man  zwei  ge- 
trauite  Funktionsgeneratoren  mit  je  zehn  Knickpunkten. 

Servo-Fun  kllontgeneratorsn 

Servo-Funktionsgeneratoren  arbeiten  ähnlich  wie  Servo- 
Multiplizierer.  Bild  28  zeigt  die  vereinfachte  Schaltung. 
Die  Eingangsspannung  U^  gelangt  zu  einem  Differenz- 
Verstärker  a,  der  einen  Stellmotor  b  steuert.  Dieser  Stell- 
motor dreht  den  Schleifer  eine«  an  -|- 100  V  und  — 100  V 
liegenden  Vergleichspotontiometers  F,  so  weit,  daB  die  ab- 
gegriff«ie  Spumung  mit  der  Eingangssptannung  ü^  über- 
einstinunt.  Mit  dem  Schleifer  des  Vergleichspotentiometers 
P,  ist  der  Schleifer  des  Funktionspotentiometers  P,  mecha- 
nisch gekuppelt,  von  dem  die  Ausgangsspannung  XJj^  ab- 
genommMt  wird.  Das  Funktionspotentiometer  P,  hat  eine 
lineare  Wicklung,  die  jedoch  an  mehreren  Stellen  angezapft 
ist.  An  diese  Anzapfungen  sind  die  Einstellwiderstände 
J?,  bis  J?,  angeschlossen,  die  durch  die  Schalter  Si  bis  S, 
mit  -|-  100  V,  —  100  V  und  Masse  verbunden  werden 
können.  Eine  vierte  Schalteratellung  unterbricht  den  An- 
schluß. Die  Widerstände  stellt  man  nun  so  ein,  daß  an 
jeder  Pot«ntiometeranzapfung  die  der  gewünschten  Funk- 
tion entsprechwide  Spannung  entsteht.  Andere  Bauarten 
benutzen  an  Stelle  der  Einstellwiderstände  Potentiometer, 
die  zwischen  -f-  100  V  und  —  100  V  angeschlossen  sind; 
dies  esleichtert  zwar  die  Einstellung  etwas,  andererseits 
ist  aber  die  Belastung  für  die  Bezugs- Spannungequelle 
größer. 

A  btast-Fun  kt  lonsgenerato  r«n 

Alle  Abtast -Funktionsgeneratoren  arbeiten  nach  einem 
ahnlichen  Prinzip.  Das  Abtastorgan  wird  entsprechend  der 
Eingangsepannung  ü^  in  :B-Richtung  an  der  gezeichneten 
Kurve  oder  der  Schablone  entlang  geführt;  seine  Stellung 
in  j/-Richtung  ist  einer  elektrischen  Spannung  —  der  Aus- 
gangaspannung  [7a  —  proportional.  Elntfemt  sich  das  Ab- 
tastorgan  von  der  Kurve,  so  wird  ein  elektrischer  Rege- 
lungsvoigang  ausgelöst,  der  das  Abtastorgan  in  y-Rich- 
tung  wieder  zur  Kurve  ziu^ckführt.  Eine  gezeichnete 
Kurve  wird  z.  B.  mit  einer  Photozelle  abgetastet.  Ist  die 
Kurve  mit  einer  metallischen  Tinte  gezeichnet,  so  kann 
man  einen  Wechselstrom  hindurchschicken  und  die  Kiuve 
mit  einer  kleinen  Spule  als  induktivem  Geber  abtasten. 
Auch   Kathodenstrahlröhren   werden   b^iutzt;   vor   dem 


BUd  SS.  SerTO-FnnktionsgeneiatoT. 

s       Diffeniniventärker  P,  Hauptpoteottometer 

b      Stellmotor  P,  Toahtefpotentiometer 

Cg  Bingongwpaiinung  A,  bia  B^  VorwidentindB 

U\  AiugaugHpuuiung  S,  bis  8,  UmMhoItec 


An  fangatpanming 

p  Oeachwlndigkeit  des  SpannungUfutiegB 
OoschwindigkeitwinBleller 

Einetelter  für  die  Anbngsspannung  (Integntions- 
konatanta) 
ELiut«lleT  für  die  Endipannung 


1310 


VDI-Z.  IM  (1959)  Nr.  28   1.  Oktober 


Vtrt  +  E^i  mit  einer  gleichmäßigen  Oeechwindigkeit  v  an- 
EtBigt;  die  Spannung  soll  dann  den  Wert  (7,  beibehalten. 
Den  zeitlichen  Verlauf  von  V /^  zeigt  Bild  24.  Eine  gleich- 
mifiig  steigende  Spannung  läßt  sich  durch  Integration 
«iw  konstanton  Spannung  erzielen,  die  der  Geeohwindig- 
bit  V  proportional  ist,  BUd  26.  Dieee  konstante  Spannung 
eatnimmt  man  dem  an  - —  100  V  angeechloBsenen  Koeffi- 
j  tKntongeber  1  {an  —  100  V  w^^en  dea  Vorzeichen wechaels 
'  im  Integrator).  Der  n^ative  Anfangawert  [7,  wird  an  dem 
u  -r  100  V  liegenden  Koeffizientengebor  2  eingeat«!lt  und 
■k  iDtegrationakonstante  in  den  Integrator  eingeführt.  Zur 
pMitivMiBegrenzungaufC/)  dient  wie  in  Bild  13  eine  Diode, 
die  durch  den  Koeff izienträgeber  3  eine  Vorspannung  er- 
hik. 

GMMngesplel 

Spiel  im  Geetänge  oder  in  Getrieben  hat-  zur  Folge,  daß 
ia  Eüngangswert  (Hub,  Drehwinkel)  erst  um  einen  be- 
itnDmten  Wert  ansteigen  muß,  bevor  der  Ausgongswert 
mügNionunen  wird,  also  im  gleichen  Maße  ansteigt;  geht 
der  Eingangawert  zurück,  so  folgt  der  Ausgangswert  von 
jedem  Punkt  aus  erat,  wenn  die  Differenz  zwischen  beiden 
«ried»  diesen  bestimmten  Wert,  jetzt  aber  in  entgegen- 
gesetzter Richtung,  erreicht.  Man  erhält  die  Kennlinie 
BM  i»;  sie  läßt  sich  durch  eine  Schaltung  nach  BUd  23 
nachbilden. 

Dem  Summator  U  wird  Üb  ""i*!  —  ^ a.  («ach  Vor- 
»icbenumkehr  in  13}  zugeführt.  Solange  diese  Differenz 
die  von  den  Koen'izientengebem  1  und  2  abgegebenen  Vor- 
spannungen nicht  überschreitet,  leiten  die  Dioden  nicht, 
der  Integrator  12  erhält  keine  Eingangsspwuiung,  die  Aus- 
gangsapannung  (7^  bleibt  konstant,  übersteigt  der  Betrag 
von  ü^ — I7a  den  Wert  der  Vorspannung  [/,,  so  beginnt 
eine  der  Dioden  zu  leiten,  und  der  Integrator  erhält  eine 
Eingangaapannung ;  nun  ändert  sich  die  Ausgangsspannung 
0^  so  lange,  wie  der  Betrag  von  U^- — (7^  gi'ößer  als  der 
Groizwert  [/,  ist,  auch  dann,  wenn  U^  seinen  Endwert  er- 
reicht hat ;  U  f^  stellt  aich  dann  so  ein,  daß  der  Betrag  von 
0| — ü f^  wieder  gleich  XJy  ist.  Ändert  man  die  Eingangs- 
^»nnung  £7h  in  entgegengesetzter  Richtung,  so  muß  wieder 
die  Differenz  üi  erreicht  werden,  bis  jetzt  die  andere  Diode 
in  leiten  beginnt  und  die  Ausgangsspannung  der  Eingangs- 
^annung  folgMi  kann. 


BUd  27.  Schaltung. 
L,  3  KoefTizieiiteiiKober  II.  IS.  13  Ver 


BU  21  uid  27.  Nachbildung  dee  Spiels  einer  meohaaisoben 

Übertragung. 
Pe  EingKigopii 


b       Strahlfolir 

c      Duae 

d,  e  öflbusg«!  de«  Druok- 

verteilera 
r       Zylinder 
g      Kolben 
Ue.  EingangBgrtBe 
U\  AiugangagröQe 


?^ 


w 


BUd  28.  Stnhlrohrstonerang  aohematisoh. 


BSd  21.  Nachbildung  der  Strahlrohrateuemng. 
t/g  EingongBapanoung 

Uf^  Auagangsapannimg 


Strahlrohrsteutrung 

Bild  28  steUt  das  Steuerglied  eines  hydrauUschen  Strshl- 
rohrreglers  dar,  wie  er  auf  den  verschiedenen  Gebieten  der 
Begeltechnik  angewendet  wird.  Ein  im  Funkt  a  drehbar 
gelagertes  Strahlrohr  b  erhält  von  einM-  nicht  gezeichneten 
Pumpe  Drucköl,  daa  durch  die  Düse  c  ausströmt.  Der  Ol- 
strahl  trifft  die  beiden  Oföiungen  d  und  e  je  zur  Hälfte 
und  erzeugt  in  beiden  einen  der  Strahlgeschwindigkeit  ent- 
sprechenden Staudruck.  Der  Zylinder  f  ist  mit  Ol  gefüllt, 
der  Kolben  g  erhält  von  beiden  Seiten  den  gleichen  Druck, 
bewegt  aich  aus  diesem  Grunde  nicht.  Wird  das  Strahlrohr 
b  etwas  ausgelenkt,  so  trifft  der  Olstrahl  eine  der  Bohrungen 
niehr  ala  die  andere,  der  Kolben  g  erhält  auf  der  einen  Seite 
höheren  Druck  als  auf  der  anderen  und  bewegt  sich  mit 
einer  der  vom  Strahlrohr  nachgeförderten  Olmenge  ent- 
sprechenden Stellgeschwindigkeit.  Wenn  der  Olstrahl  eine 
Bohrung  ganz  überdeckt  und  die  andere  ganz  freigibt, 
erhält  man  die  größte  Stellgeschwindigkeit.  Die  Stell- 
geschwindigkeit ist  also  eine  Funktion  der  Strahlrohraus- 
lenkung, aber  nur  bis  zu  einem  Grenzwert.  Der  Kolbenhub 
entspricht  dem  Integral  der  Stellgeschwindigkeit,  ist  aber 
wieder  begrenzt  durch  den  Anschlag  des  Kolbens  an  die 
Zylinderstimwände. 

Daa  Blockschaltbild.  BUd  29,  läßt  sich  aus  den  aufge- 
führten Grundachaltungen  leicht  zusammenBetzen.  Die 
Eingangsapannung  U-^,  die  der  Strahlrohrauslenkung  ent- 
spricht, gelangt  über  den  Koeffizientengeber  1  zu  dem  Ver- 
stärker U  mit  Begrenzung.  Den  Koeff izientongeber  1  stellt 
man  auf  den  Proport  ionalitatafaktor  zwischen  Strahl- 
rohrauslenkung und  Kolbengeech windigkeit  ein.  Mit  den 
Koeff  izientengebem  2  und  3  werden  die  Maximalwerte  der 
Kolbengeschwindigkeit  festgelegt.  Der  Ausgang  dee  Ver- 
stärkers 11  ist  mit  dem  Int«gTator  12  verbunden,  dessen 
Ausgangsspannung  dem  Kolben  weg  entspricht.  Dieeer 
Integrator  ist  ebenfalls  begrenzt,  die  Koeffizientengeber  4 
und  5  sind  entsprechend  dem  maximalen  Kolbenhub  ein- 
gesteUt.  Es  ist  nun  leicht,  die  Werte  einem  vorhandenen 


VD|.Z.iai  (1959)  Nr.  28    I.Oktober 


1311 


Kegl^  anzupoBsen  und  inn^halb  einea  im  Rechne  naoh- 
gebildeteo  R«gelkreiBea  die  optimaleii  Einstellungen  für 
eine  bestimmte  R^elstrecke  zu  eimittoln,  da  nur  die  Koef- 
f  iziraitengeber  einzustellen  sind. 

Eine  etwaige  Kr&miDung  der  Beglerkennlinie  kann  man 
berücksichtigen,  indem  man  den  Verstärke  11  ent- 
sprechend Bild  7  aohaltet. 

Regler-Stellmotor  mit  Magnetkupplungen 

Der  Regler- Stollmotor,  Bild  80,  besteht  aus  einem 
ständig  in  der  gleichen  Richtung  umlaufenden  Elektro- 
motor a  mit  Zahnradgetriebe  b  und  zwei  Magnetkupp- 
lungen c  und  d,  die  so  angeordnet  sind,  daQ  sich  der  Ab- 
trieb e  im  Uhrzeigersinn  dreht,  wenn  Kupplung  o  erregt 
wird;  wenn  dagegen  Kupplung  d  erregt  wird,  sich  ent- 
gegen dem  Uhrzeigereinn  dreht.  Das  Drohmoment  der 
Kupplungen  sei  proportional  dem  Erregerstrom,  den  man 
einem  Gegentaktverstärker  entnimmt,  so  daß  bei  einem 
Plus- Fehlersignal  die  eine  Kupplung  erregt  wird,  bei  einem 
Minus- Feblersignal  jedoch  die  andere  Kupplung.  Dieser 
Motor  bewege  das  Ruder  f  eines  Flugzeugs,  dessen  aero- 
dynamische Fesselung  proportional  dem  Ausschlagwinkel 
sei  (in  Bild  30  durch  zwei  Federn  g  angedeutet). 

Es  ergibt  sich  nun  die  folgende  Wirkungsweise :  bei  Er- 
regung einer  Kupplung  läuft  das  Ruder  mit  konstanter 
Geschwindigkeit  (entsprechend  der  Motorgeach windigkeit), 
bis  das  dem  Erregerstrom  proportionale  Kupplungsmomeat 
gleich  dem  der  Auslenkung  proportionalen  Gegenmoment, 
hervorgerufen  durch  die  aerodynamische  Feeaelung,  ist. 
In  dieser  Stellung  bleibt  das  Ruder  stohen,  da  die  Kupp- 
lung rutscht;  wird  jedoch  der  Kupplungaetroni  null,  so 
kehrt  das  Ruder  unter  dem  Einfluß  der  Feeeelkraft  mit 
einM*  anderen,  höheren  Geschwindigkeit  in  die  Mittelstel- 
lung zurück. 


--4; 


BIM  SO.  Stellmotor  mit  Magnetkopplung. 

A       Elflktromoti» 

b       Zabnmlgstriebe 

0,  d  Magnetkuppluugsn 

e      Abtrieb 

t      Ruder 

K       Federn  zum  Andeuten  der  aerod^unüchen  Fesa 


Das  Blockschaltbild  für  den  Rechner  zeigt  Bild  81.  Die 
konstante  Motorgeschwindigkeit  mit  Drehen  des  Ab- 
triebes in  der  einen  oder  anderen  Richtung  je  nach  Vor- 
zeichen des  Fehlersignals  läBt  sich  nachbilden  durch  einen 
Verstarker  11  hohen  Verst&rkungsgrades  mit  Dioden- 
begrenzung nach  Bild  9.  Die  Eingangsgröße  des  Integrators 
12  ist  die  Stellgeschwindigkeit,  die  Ausgangsgröße  der 
Ruderwinkel.  Die  KoeH'izientongeber  2  und  3  sind  ent- 
sprechend der  Stellgeachwindigkeit  zu  setzen. 

Den  Integrator  12  muß  man  nun  so  begrenzen,  daß  die 
Auagangsspannung  (7^  der  Eingangsspannung  U-g  pro- 
portional ist.  Im  Koeffizientengeber  1  wird  dieser  Pro- 
portional itätsfaktor  Jlf  eingestellt.   Die   Sumraatoren    13 


Dl  bia  D,  Dioden 


und  14  bilden  die  Differenz  Mü^  —  t/^;  der  VoraeichMi- 
umkehrer  15  wandelt  hierzu  ü/^in  —  Uj^  um.  Die  Dioden 
Dt  bis  D,  sorgen  für  die  B^renzung. 

Ist  U^  und  damit  MU^  positiv,  so  leitet  die  Diode  Da, 
während  die  Diode  D^  sperrt ;  ee  arbeitet  also  Summator  1 3, 
in  dessen  Ausgang  —  M  (7^  erscheint.  Die  Diode  D,  sperrt 
jedoch  zunächst,  so  daß  kein  Signal  über  den  Koeffizienten- 
geber 4  zum  Integrator  12  gelangt.  Über  den  Verstärker  11 
erhält  dnr  Integrator  12  eine  konstante  Minus- Spannung, 
die  infolge  der  Integration  die  Ausgangsepannung  Uj^ 
stetig  ansteigen  l&flt.  Diese  Spannung  wird  im  Voraeicheo- 
umkehrer  15  in  —  C/^  umgewandelt  und,  da  die  Diode  D« 
MinuBspannungen  leitet,  dent  Summator  13  zugefikhrt.  So- 
lange C^A  kleiner  ist  als  MO-^,  hat  Summator  13  eine 
negative  Ausgangsspannung,  Diode  D,  sperrt.  Wird  jedoch 
[7^  größer  als  Mü^,  so  gibt  Simunator  13  eine  positive 
Ausgangsspannung  ab,  Diode  D,  leitet;  der  Integrator  12 
erhält  über  den  Koeffizientengeber  4  eine  zur  Ausganga- 
spannung  von  VersUU'ker  II  entgegengesetzte  Eingangs- 
spannung, die  Üf^  auf  den  Wert  MU^  herunterdrückt. 

Sinkt  die  Eingangsspannung  17^  wieder  auf  null,  so 
wirkt  nur  noch  die  Auagangsspannung  [7^  über  den 
gleichen  Kreis  auf  den  Integrator  12  und  regelt  sich  selbst 
nach  null  zurück.  Die  Rücklaufgeechwindigkeit  läßt  sich  am 
Koeffizientengeber  4  einstellen.  Sie  muß  jedoch  größer 
sein  als  die  an  den  KoefTizientengebem  2  und  3  eingestellte 
Stellgeachwindigkeit,    da    sonst    diese   Begrenzung  nicht 

Simunator  14  mit  den  Dioden  D«,  D«  und  Dg  wirkt  bei 
negativen  t7g- Werten  in  der  gleichen  Art. 


Schrifttum 

[1]  Haag,  A.:  Funktionsgeneratorea  und  Funktionsspeiaher  der 
Formen  y  =  f  (x)  und  *  =  f  (z,  y).  Nachricfatenteohn.  Z.  12 

(1859)  Nr.  3  S.  147/62. 

[%']Dedey,   E.   M.:  Quadrativ   ir.ti'rpotation   in  tapped  Poten- 
tiometer function  generator«  Proceedings  1.  E.  E.  lOtf  (1BS9) 


1312 


VDI-Z.t01  (1959)  Nr  28   I.Oktobv 


DK  621 .822.6: 621 .753.1 


Die  Lagerluft  der  Wälzlager 


Von  Alfred  Witte,  Bielefeld 


Bei  Wälzlagern  muß  mon  zwischen  der  Lagerluft  im  nichteingebauten  Zustand  und  dem  Betriebsspiel 
beim  eingebauten  Lager  unterscheiden.  Die  Lagerluft  läßt  sich  in  eine  radiale  Komponente  (Radialluft) 
und  in  eine  axiale  Komponente  (Axialluft)  zerlegen,  die  man  für  Zylinderrollen-,  Nadel-  und  Pendel- 
rolienlager  sowie  neuerdings  auch  für  Rillenkugel-  und  Vierpunlctlager  in  bestimmte,  je  nach  den 
Einbaubedingungen  auszuwählende  Bereiche,  die  sog.  Luftgruppen,  eingeteilt  hat.  Zum  Messen  der 
Radial-  und  der  Axialluft  gibt  es  heute  mehrere  zuverlässige  Geräte. 


In  der  letzten  Zeit  hat  man  die  Normung  der  Wälzlager 
intensiv  weiter  betrieben;  viele  grundlegende  Arbeiten 
konnten  abgeschlossen  werden.  Auf  internationaler  Ebene 
wird  an  der  Normung  im  Ausschuß  TC  4  der  International 
Standard  Organization  (ISO)  gearbeitet,  während  für  die 
deutechen  Wälzlagemormen  außer  dem  Deutschen  Normen- 
ausschuß auch  der  Arbeitsausschuß  Wälzlager  tätig  ist. 
Eine  Frage,  die  immer  wieder  auf  der  Tageeordniuig  steht, 
aber  bisher  nicht  beantwortet  werden  konnte,  betrifft  die 
Lagerluft  der  Rillenkugellager.  So  einfach  das  Festlegen 
von  Lagerluftwerten  erscheint,  so  schwierig  erweist  sich 
dieses  Problem  bei  Rillenkugellagem,  da  man  sich  über 
das  Meßverfahren  bisher  nicht  einigen  konnte. 

Grundbegriffe 

Unter  der  Lagerluft  eines  Wälzlagers  wird  die  freie 
Spaltbreite  verstanden,  die  das  Lager  im  nicht  eingebauten 
Zustand  hat,  die  sich  aber  nach  dem  Einbau  infolge  der 
Passungen,  der  Form  der  Wellensitze  und  der  Gehäuse- 
bohrungen, der  Temperatur  der  Lagerstelle,  der  Lager- 
belastung, der  Fluchtungsfehler  u.  a.  gcuiz  erheblich  ver- 
ändern kann.  Man  unterscheidet  daher  zwischen  der 
,JLagerluft**  des  nicht  eingebauten  Lagers  und  dem 
fjjagerspiel"  des  Lckgers  im  eingebauten  Zustand.  Da  die 
Begriffe  Lagerlufb  und  Lagerspiel  jedoch  ihre  grundsätz- 
lichen Unterschiede  nicht  klar  erkennen  lassen,  wäre  es 
zweckmäßig,  für  das  eingebaute  Lager  vom  „Betriebsspiel 
der  Lagerung"  zu  sprechen. 

Bei  der  Lagerluft  muß  man  wiederum  zwischen  einer 
Lagerlufb  bei  „Nullbelastung*'  und  einer  bei  „Meßbela- 
stung" unterscheiden.  Die  Lagerlufb  bei  Nullbelastung  er- 
gibt sich  durch  Vermessen  der  Einzelteile;  dabei  wird  die 
für  das  Lager  gewünschte  Lagerluft  durch  entspre- 
chendes Pckaren  der  Laufringe  luid  der  Wälzkörper  erreicht. 
Bei  dem  zusammengebauten  Lager  läßt  sich  die  Lagerlufb 
nur  mit  Hilfe  von  Sondermeßgeräten  ermitteln.  Je  nach 
dem  gewählten  Verfahren  und  vor  allem  den  angewendeten 
Meßdrücken  können  sich  dabei  verschiedene  Werte  er- 
geben. Jedes  Meßverfahren  muß  daher  auf  die  Lagerluft 
bei  Nullbelastung  abgestimmt  werden,  damit  keine  Fehl- 
ergebmsse  zustande  kommen.  Es  besteht  die  Möglichkeit, 
hierfür  vom  Hersteller  geeichte  Lager  zu  verwenden.  Auf 
die  veränderte  Lagerlufb  beim  eingebauten  Lager,  also  auf 
das  Betriebsspiel,  wird  im  folgenden  nicht  eingegangen. 

Die  Logerluft  des  Rillenkugellagers 

Die  Lagerhifb  Aq  des  Rillenkugellagers  läßt  sich  in  eine 
radiale  Lagerhifb  4»*  (Radialluft)  und  in  eine  axiale  Lager- 
hifb 4>»  (Axialluft)  unterteilen.  Die  Größen  4»*  ^^^^  ^oa 
sind  ein  Maß  für  die  BewegungsmögHchkeit  des  einen  Lauf- 
linges  gegenüber  dem  anderen,  von  einer  Grenzstellung 
zur  anderen.  Der  Verschiebeweg  ^or  senkrecht  ziu:  Lager - 
achse  ist  die  Rcbdiallufb,  Bild  1,  der  Verschiebeweg  4)a  ^^ 
analer  Richtung  die  Axialluft,  BUd  2. 


Die  Radialluft  und  die  Axialluft  eines  Rillenkugellagers 
stehen  in  einer  bestimmten  Beziehung  zueinander,  die  von 
der  Schmiegung  der  Laufbahn-Profilhalbmesser  zum 
Kugelhalbmesser,  vom  Kugeldurchmesser  und  vom  Wert 
der  Lagerlufb  selbst  abhängen,  Bild  8.  Je  flacher  das  Profil 


f     Ifigigül 


BUd  1.  Badialluft  emes  Radial- 
kugellagers. 

a,  b  Kugellager  in  der  unteren 
bzw.  in  der  oberen  Grenz - 
Stellung  des  Außenrings 

4,r     Radialluft 


BUd  2. 

Axialluft  eines  Radialkugellagers. 

a,  b  Kugellager  in  der  rechten  bzw.  in 
der  linken  axialen  Qrenzstellung  des 
Außenrings 


A^    Axialluft 


fnsTwa 


0 io 


fo        so 

RadioM  Aqp 


do   IL    wo 


Büd  3.  Zusammenhang  zwischen  der  Axialluft  Jloa 

und  der  Radiallufb  A^    bei  einem  Rillenkugellager 

mit  Kugeln  von  10  mm  Dmr. 

für  verschiedene  Werte  der  Schmiegung. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28    I.Oktober 


1313 


ist  (große  Sohmiegung),  desto  größer  fällt  bei  gleicher 
Rcuiialluft  die  Axialluft  aus.  Daher  kann  man  aus  der 
Axialluft  die  Reidialluft  bzw.  umgekehrt  aus  der  Radial- 
luft die  Axialluft  nur  dann  berechnen,  wenn  man  die  ge- 
naue Schmiegung  sowie  die  anderen  Einflußgrößen  kennt 
und  berücksichtigt.  In  den  meisten  Fällen  ist  die  Radial- 
luft ausschlaggebend;  es  gibt  aber  auch  Verwendimgsfälle, 
bei  denen  z.  B.  infolge  einer  Schrägverzahnung  axial  hoch 
belasteter  Getriebelager  die  Axialluft  für  die  Tragfähigkeit 
und  damit  für  die  Lebensdauer  der  Lager  entscheidende 
Bedeutung  hat. 

Radialluftgruppen  bei  Rlllenkugellagern 

Die  Radialluft  wird  in  verschiedene  Bereiche  (sog. 
Radialluftgruppen)  eingeteilt.  Es  ist  übUch,  eine  dieser 
Lagerluftgruppen  als  normal  zu  bezeichnen  und  die  an- 
deren Gruppen  diux)h  Anhängen  eines  Zusatzzeichens  C2, 
C3  oder  C4  an  das  Lagerkurzzeichen  hervorzuheben, 
Tafel  1. 

Der  Arbeitsausschuß  Wälzlager  im  Deutschen  Normen- 
ausschuß hat  einen  Entwurf  ausgearbeitet,  bei  dem  die 
Radialluft  zunächst  bei  Nullbelastung  festgelegt  wird, 
Tafel  2.  Durch  eine  Meßbele^tung  vergrößern  sich  diese 
Werte,  und  zwar  im  Mittel  um  rd.  3  (i  bei  Lagern  von 
bis  zu  1 0  mm  Bohrung  und  einer  Meßbelastung  von  ±  2  kp, 
um  rd.  4  (ji  bei  Lagern  von  bis  zu  50  mm  Bohrung  und 


Tafel  1.  Verzeichms  der  Radialluftgruppen. 


ZuBatBseiohen 

Bedeutung  des  Zusatzzeichens 

C2 

Radialluft  kleiner  als  normal 

kein  ZusatKseiohen 

Radicklluft  normal 

C3 

Radialluft  größer  als  normal 

C4 

Radialiuft  größer  als  C  3 

Tafel  8.  Radialluft  von  einreihigen  Rillenkugellagem  mit  zylindrischer 

Bohrung  ohne  Füllnuten. 


Bohrungs- 

Radialluft  J,,  in  der  Luftgruppe 

durohmesser 

d 

C2 

normal 

C3 

C4 

tibAP 

bis 

Kleinst- 

Oi^ßt- 

Kleinst- 

Orößt- 

Kleinst- 

Größt- 

Kleinst- 

Qiößt- 

UlS 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

mm 

nmi 

|A 

|A 

|A 

\^ 

^ 

^ 

|A 

|A 

2.5 

10 

0 

7 

2 

13 

8 

23 

10 

18 

0 

9 

3 

18 

11 

26 

18 

33 

18 

24 

0 

10 

5 

20 

13 

28 

20 

36 

24 

30 

11 

5 

20 

13 

28 

23 

41 

30 

40 

11 

6 

20 

15 

33 

28 

46 

40 

50 

11 

6 

23 

18 

36 

30 

51 

60 

65 

15 

8 

28 

23 

43 

38 

61 

65 

80 

15 

10 

30 

25 

61 

46 

71 

80 

100 

18 

12 

36 

30 

58 

53 

84 

100 

120 

2 

20 

15 

41 

36 

66 

61 

97 

120 

140 

2 

23 

18 

48 

41 

81 

71 

114 

140 

160 

2 

23 

18 

53 

46 

91 

81 

130 

160 

180 

2 

25 

20 

61 

53 

102 

91 

147 

180 

200 

2 

30 

25 

71 

63 

117 

107 

163 

BUd4. 

Berühnmgswinkel  a 
bei  einem  Radialkugellager. 


einer  Meßbelastung  von  d:  5  kp  sowie  um  rd.  5  (jl  bei 
Lagern  von  über  50  mm  Bohrung  \md  einer  Meßbelastung 
von  ±   lÖ  kp. 

Das  Überschneiden  der  Grenzwerte  von  einer  Gruppe  zu 
anderen  erscheint  zunächst  als  ungewöhnlich.  Maa  darf 
aber  hierbei  nicht  außer  acht  lassen,  daß  es  sich  um  Werte 
in  (ji  handelt  und  allein  schon  kleine  Meßfehler  die  ge- 
messenen Nennwerte  erheblich  verändern.  Da  der  weitaus 
größte  Teil  aller  Lager  mit  der  nonnalen  Lagerluft  ein- 
gebaut wird  und  nur  in  Sonderfällen  andere  Lagerluft- 
gruppen nötig  sind,  sollte  man  jede  Lcigerluftgruppe  für 
sich  betrachten;  dann  tritt  auch  das  Überschneiden  der 
Werte  von  einer  Gruppe  zur  anderen  nicht  so  in  Er- 
scheinung. 

Die  Lagerluftgruppe  C2  mit  der  gegenüber  dem  Normal - 
fall  kleineren  Lagerluft  (eingeengt  Lcigerluft)  wird  in 
Fällen  angewendet,  bei  denen  ein  möglichst  spielfireier 
Lauf  wesenthch  ist  (wie  z.  B.  bei  Werkzeugmaschinen) 
oder  wenn  das  Lagergeräusch  eine  besondere  Rolle  spielt 
(wie  z.  B.  bei  Elektromotoren  und  Gretrieben).  Die  Lager- 
lufbgruppen  C3  und  C4  mit  der  größeren  Radialluft  (er- 
höhte Lagerluft)  sind  beim  Anwenden  von  festeren  Pas- 
sungen als  k6  und  M7  nötig,  ebenso  auch  bei  Rillenkugel- 
lagem zur  Aufioahme  hoher  Axialkräfte;  denn  diese  Grup- 
pen gewährleisten  einen  großen  Berührungswinkel  a, 
Bild  4f  der  die  axiale  Tragfähigkeit  des  Lcigers  wesentlich 
beeinflußt. 

Vor  mehr  eJs  20  Jahren' wurden 
nur  die  Axialluftwerte  der  Rillen- 
kugellager festgelegt  und  dem  Ver- 
braucher von  Wälzlagern  bekazuit 
gegeben.  Es  gab  in  jener  Zeit  noch 
keine  Meßeinrichtungen  zum  ge- 
nauen Ermitteln  der  Radialluft. 
Nachdem  man  aber  später  erkannt 
hatte,  daß  den  Radialluftwerten 
die  größere  Bedeutung  zukommt, 
ließ  man  die  Angabe  der  Axialluft- 
werte  fallen,  so  daß  diese  heute  nur 
noch  angegeben  werden,  wenn  sie 
für  den  Einsatz  des  Lagers  aus- 
schlaggebend sind. 


Talel  S.  Axialluft  von  einreihigen  Rillenkugellagem  mit  zylindrischer  Bohrung  ohne 

Füllnuten  bei  einer  Schmiegung  von  2  bis  4%. 


Bohrungs- 

Axialluft  4i  A  in  der  Luftgruppe 

durohmeaser 

1 

d 

normal 

CA  3 

CA  4     , 

Meßlaat 

über 

bis 

Kleinst- 

Größt- 

Kleinst- 

Größt- 

Kleinst- 

Größt- 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

mm 

mm 

|A 

|A 

\^ 

\^ 

|A 

|A 

kp 

10 

18 

40 

160 

70 

180 

90 

200 

3,5 

18 

24 

60 

170 

90 

200 

110 

220 

3,5 

24 

30 

70 

180 

110 

220 

130 

250 

10 

30 

40 

80 

200 

130 

250 

170 

300 

10 

40 

50 

90 

240 

150 

300 

190 

370 

10 

50 

65 

100 

290 

170 

360 

210 

430 

10 

65 

80 

120 

340 

180 

430 

250 

500 

10 

Axialluftgruppen 
bei  Rlllenkugellagern 

Ähnlich  wie  bei  der  Radiallufb 
bestehen  auch  bei  der  Axiallufb 
bestinunte  Luftgruppen,  die  durch 
den  zusätzlichen  Buchstaben  A 
gekennzeichnet  sind.  Tafel  8  enthält 
Werte  für  die  Axialluft  von  Rillen- 
kugellagem. Diese  Werte  gelten  für 
eine  mittlere  Schmiegung  von  3V« ; 
sie  wurden  bisher  normenmäßig 
noch  nicht  erfaßt. 

Axialluftgruppen 
bei  Vierpunktlagern 

Bei  den  VierpunkÜagem  wird  im 
Gegensatz  zu  den  RiUenkugellagem 
niu:  die  Axialluft  gemessen,  da 
diese  Lager  in  beiden  axialen 
Richtungen,  wie  aus  BUd  6  her- 


1314 


VDI-Z.  101  (19S9)  Nr. 28   I.Oktober 


vorgeht,  einen  großen  konstanten  Berührungswinkel  a 
von  36°  aufweisen  und  sich  in  erster  Linie  für  axiale  oder 
kombinierte  Belastungen  eignen.  Das  Verhältnis  A^JA^ 
ist  weaentUoh  kleiner  als  bei  Billenkugellagem.  Die  in 
TaM  4  aufgeführten  Axialluftwerte  dürfen  aber  nicht 
unteiachritt^  werden,  da  eine  bestimmte  minimale  Axial- 
hiA  immer  vorhanden  sein  rouB. 


Rodlalluflgruppwi  bei  anderen  Wälzlagern 

Die  Schwierigkeiten,  die  aich  beim  Ermitteln  der  Radial- 
lufb  an  Billenkugellagem  ergeben  können,  treten  b«i 
Zylinderrollen-,  Xadel-  und  Fendelrollenlagem  nicht  auf. 
Man  hat  daher  auch  schon  seit  Jahren  die  RadiaUuftr  für 
diese  Lager  festgelegt.  Diese  Werte  sind  der  Vollständig- 
keit halber  in  Telel  6  bla  14  verzeichnet. 


Tild  4.  Axialloft  von  Vierpunktlagein  mit  eylindrischer  Bohrung. 


Aiiallua    d_  in  der  Luftgruppo 

d 

CAS              1 

Kleiiut. 

OrvOt- 

Kteinat. 

Qi«St. 

Kleiiuit- 

QröSt- 

mm 

mm 

V- 

^ 

V- 

1» 

1* 

V- 

lü 

17 

20 

00 

50 

80 

80 

120 

17 

40 

30 

70 

110 

100 

ISO 

SD 

40 

120 

100 

90 

140 

180 

BO 

100 

60 

120 

100 

160 

140 

200 

100 

140 

70 

140 

120 

180 

160 

220 

IM 

180 

80 

160 

140 

200 

ISO 

160 

220 

200 

260 

120 

200 

ISO 

240 

220 

300 

i«o 

300 

140 

220 

200 

280 

260 

340 

Tafel  6.  Badialluft  der  Pendelkugallager  mit  zylindrischer  Bohrung. 


Bohnmg»- 
d 

RxliiiltufC  J„  ir 

C 

1 

C 

2 

norm»! 

C 

3 

c 

4 

c 

s 

über 

Ui« 

Kleüitt- 

GröOt- 

Kloinat- 

GrtBt- 

Kleinst- 

OrtBt- 

Kleinst- 

Grtßt- 

Kleiiut- 

Gröflt- 

KleiuBt- 

OröBt- 

wort 

»ert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wort 

wert 

«erl 

mm 

mm 

V 

« 

1" 

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C 

V- 

[>■ 

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1* 

» 

C 

3 

g 

8 

13 

13 

IB 

27 

27 

38 

S 

B 

16 

22 

22 

31 

31 

40 

30 

10 

10 

17 

IT 

25 

25 

36 

3fl 

30 

40 

_1 

5 

II 

11 

10 

IB 

28 

28 

39 

38 

56 

SO 

S 

12 

12 

21 

21 

32 

32 

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SO 

115 

115 
120 

160 

160 

230 

VDI-Z.101  (1959)  Nr.  18   I.Oktobor 


Tafel  7.  Radiallufb  der  Zylinderrollenlager  mit  zylindrischer  Bohrung  und  mit  austauschbaren  Teilen. 
Bei  Zylinderrollenlagern  mit  austauschbaren  Teilen  können  die  abziehbaren  Ringe  beliebig  untereinander  ausgetauscht  werden. 


Bohrungs- 

durohmesser 

d 

C 

l 

C 

2 

Radialluft  ^t  ^ 
normal 

der  Luftgruppe 
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195 

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65 

160 

140 

235 

245 

340 

320 

415 

500 

595 

Tafel  8.  Radialluft  der  Zylinderrollenlager  mit  kegeliger  Bohrung  und  mit  austauschbaren  Teilen. 
Bei  Zylinderrollenlagern  mit  austauschbaren  Teilen  können  die  abziehbaren  Ringe  beliebig  untereinander  ausgetauscht  werden. 


Bohrungs- 

durchmeeser 

d 

C 

1 

C 

2 

Radialluft  A^t  ^ 
normal 

i  der  Luftgruppe 
C  3 

C 

4 

C 

5 

über 

bis 

Kleinst- 

Größt- 

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125 

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395 

490 

676 

670 

Tafd  0«  BadiaUuft  der  Zylinderrollenlager  mit  zylindrischer  Bohrung  und  mit  nicht  austauschbaren  Teilen. 

Bei  Zylinderrollenlagern  mit  nicht  austauschbaren  Teilen  (zusatzlich  durch  na  gekennzeichnet)  dürfen  die  abziehbaren  Ringe 

nicht  untereinander  ausgetauscht  werden. 


Bohrungs- 

durohmesser 

d 

C  Ina 

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65 

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75 

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225 

255 

330 

330 

406 

510 

585 

1316 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr. 28   I.Oktober 


Talel  10.  Radialluft  der  Zylinderrollenlager  mit  kegeliger  Bohrung  und  mit  nicht  auBtausohbaren  Teilen. 

B«i  Zylinderrollenlagern  mit  nicht   auatausohbaren  Teilen   (zusätzlich  durch  na  gekennzeichnet)  dürfen   die    abziehbaren  Ringe 

nicht  untereinander  ausgetauscht  werden. 


Bohnm^B- 

durchmeeser 

d 

C  Ina 

C  2na 

Radialluft  A^  in 
Cna  normal 

der  Luftgruppe 
C3na 

C4na 

C5na 

über 
mm 

bis 
mm 

Kleinst- 
wert 
JA 

Größt- 
wert 

|A 

Kleinst- 
wert 

JA 

Größt- 

wert 

»A 

Kleinst- 
wert 

|A 

Größt- 
wert 

V- 

Kleinst- 
wert 

|A 

Größt- 
wert 

|A 

Kleinst- 
wert 

Größt- 
wert 

|A 

Kleinst- 
wert 

Größt- 
wert 

14 
18 
24 

18 
24 
30 

10 
10 
10 

20 
20 
25 

20 
20 
25 

30 
30 
35 

35 
35 
40 

45 
45 

50 

45 
45 
50 

55 
55 

60 

55 
55 
60 

65 
65 
70 

75 
75 
80 

85 
85 
95 

30 
40 
50 

40 
50 
65 

12 
15 
15 

25 
30 
35 

25 
30 
35 

40 
45 
50 

45 
50 
55 

55 
65 
75 

55 
65 
75 

70 
80 
90 

70 
80 
90 

80 

95 

110 

95 
110 
130 

HO 
125 
150 

65 

80 

100 

80 
100 
120 

20 
25 
25 

40 
45 
50 

40 
45 
50 

60 
70 
80 

70 
80 
95 

90 
105 
120 

90 
105 
120 

110 
125 
145 

110 
125 
145 

130 
150 
170 

150 
180 
205 

170 
205 
230 

120 
140 
160 

140 
160 
180 

30 
35 
35 

60 
65 
75 

60 
65 
75 

90 
100 
110 

105 
115 
125 

135 
150 
165 

135 
150 
165 

160 
180 
200 

160 
180 
200 

190 
215 
240 

230 
260 
285 

260 
295 
325 

180 
200 
225 

200 
225 

250 

40 
45 
50 

80 

90 

100 

80 

90 

100 

120 
135 
150 

140 
155 
170 

180 
200 
2)5 

180 
200 
215 

220 
240 
265 

220 
240 
265 

260 
285 
315 

315 
350 
380 

350 
390 
430 

250 
280 
315 

2S0 
315 
356 

55 
60 
65 

110 
120 
135 

110 
120 
135 

165 
180 
200 

185 
205 
225 

240 
265 
295 

240 
265 
295 

295 
325 
360 

295 
325 
360 

350 
385 
430 

420 
470 
520 

475 
530 
590 

355 

400 

76 

150 

150 

225 

255 

330 

330 

405 

405 

480 

585 

660 

Tafel  11.  Badiallufb  der  einreihigen  Tonnenlager  mit  zylindrischer  Bohrung. 


Bohrungs- 

durohmeaser 

d 

C 

2 

Radi 
normal 

alluft  A^t  in.  der  Luftgi 
C  3 

•uppe 

C 

4 

C 

6 

über 

bifl 

Kleinst- 

Größt- 

Kleinst- 

Größt- 

Kleinst- 

Größt- 

Kleinst- 

Größt- 

SJeinst- 

Größt- 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

mm 

mm 

|A 

JA 

y- 

|A 

JA 

V- 

JA 

JA 

JA 

JA 

30 

2 

9 

9 

17 

17 

28 

28 

40 

40 

55 

30 

40 

3 

10 

10 

20 

20 

30 

30 

45 

45 

60 

40 

50 

3 

13 

13 

23 

23 

35 

35 

50 

50 

65 

50 

65 

4 

15 

15 

27 

27 

40 

40 

56 

55 

75 

65 

80 

5 

20 

20 

35 

35 

55 

55 

75 

75 

95 

80 

100 

7 

25 

25 

45 

45 

65 

65 

90 

90 

120 

100 

120 

10 

30 

30 

50 

50 

70 

70 

95 

95 

125 

120 

140 

15 

35 

35 

55 

55 

80 

80 

110 

HO 

140 

140 

160 

20 

40 

40 

65 

65 

95 

95 

125 

125 

155 

160 

180 

25 

45 

45 

70 

70 

100 

100 

130 

130 

160 

180 

225 

30 

50 

50 

75 

75 

105 

105 

135 

135 

165 

325 

250 

35 

55 

55 

80 

80 

HO 

110 

140 

140 

170 

250 

280 

40 

60 

60 

85 

85 

115 

115 

145 

145 

175 

280 

315 

40 

70 

70 

100 

100 

135 

135 

170 

170 

205 

315 

355 

45 

75 

75 

105 

105 

140 

140 

175 

175 

210 

Tafel  12.  Radialluft  der  einreihigen  Tonnenlager  mit  kegeliger  Bohrung. 


Bohrungs- 

durchmesser 

d 

C 

1 

C 

2 

Radialluft  A^t  v^ 
normal 

i  der  Luftgruppe 
C  3 

C 

4 

C 

5 

über 

bis 

Kleinst- 

Größt- 

Kleinst- 

Größt- 

Kleinst- 

Größt- 

Kleinst- 

Größt- 

SJeinst- 

Größt- 

Kleinst- 

Größt- 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

mm 

mm 

JA 

JA 

JA 

JA 

JA 

JA 

JA 

JA 

JA 

JA 

JA 

JA 

30 

2 

9 

9 

17 

17 

28 

28 

40 

40 

55 

55 

70 

30 

40 

3 

10 

10 

20 

20 

30 

30 

45 

45 

60 

60 

75 

40 

50 

3 

13 

13 

23 

23 

35 

35 

50 

50 

65 

65 

80 

50 

65 

4 

15 

15 

27 

27 

40 

40 

55 

55 

75 

•75 

90 

65 

80 

5 

20 

20 

35 

35 

55 

55 

75 

75 

95 

95 

120 

80 

100 

7 

25 

25 

45 

45 

65 

65 

90 

90 

120 

120 

150 

100 

120 

10 

30 

30 

50 

50 

70 

70 

95 

95 

125 

125 

155 

120 

140 

15 

35 

35 

55 

55 

80 

80 

HO 

HO 

140 

140 

170 

140 

160 

20 

40 

40 

65 

65 

05 

95 

125 

125 

155 

155 

185 

160 

180 

25 

45 

45 

70 

70 

100 

100 

130 

130 

160 

160 

190 

180 

225 

30 

50 

50 

75 

75 

105 

105 

135 

135 

165 

165 

195 

225 

250 

35 

55 

55 

80 

80 

HO 

HO 

140 

140 

170 

170 

205 

250 

280 

40 

60 

60 

85 

85 

115 

115 

145 

145 

175 

175 

210 

280 

315 

40 

70 

70 

100 

100 

135 

135 

170 

170 

205 

205 

240 

315 

355 

45 

75 

75 

105 

105 

140 

140 

175 

175 

210 

210 

245 

VDi.Z.101  (1959)  Nr.  28   I.Oktober 


1317 


Tafel  18.  Radialluft  der  Pendelrollenlager  mit  zylindrischer  Bohrung. 


Bohrungs- 

durchmesaer 

d 

C 

1 

C 

# 

2 

Radialluft  ^r  i^  ^^^  Luftgruppe 
normal           G  3 

C  4 

G  5 

über 

bis 

Kleinst- 
wert 

Größt- 
wert 

Kleinst- 
wert 

Größt- 
wert 

Kleinst- 
wert 

Größt- 
wert 

Kleinst- 
wert 

Größt- 
wert 

Kleinst" 
wert 

Größt> 
wert 

Kleinst- 
wert 

Größt- 
wert 

mm 

mm 

l* 

|A 

l* 

y- 

|A 

V- 

Ji 

\^ 

JA 

li 

JA 

|A 

30 
40 
50 

40 
50 
65 

5 

10 
10 

15 
20 
20 

15 
20 
20 

25 
30 
35 

25 
30 
35 

40 
45 
55 

40 
45 
55 

65 
65 
80 

55 
05 

80 

75 

90 

110 

75 

90 

HO 

100 
120 
150 

65 

80 
100 

80 
100 
120 

15 
15 
15 

30 
35 
40 

30 
35 
40 

45 
55 
65 

45 
55 
65 

70 

85 

105 

70 

85 

105 

100 
120 
150 

100 
120 
150 

140 
160 
200 

140 
160 
200 

180 
210 
260 

120 
140 
IGO 

140 
160 
180 

25 
25 
25 

50 
55 
60 

50 
55 
60 

80 

90 

100 

80 

90 

100 

120 
140 
150 

120 
140 
150 

170 
200 
220 

170 
200 
220 

230 
270 
300 

230 
270 
300 

300 
340 
380 

180 
200 
225 

200 
225 
250 

30 
30 

40 

65 
70 
80 

65 
70 
80 

HO 
120 
130 

110 
120 
130 

170 
180 
200 

170 
180 
200 

240 
260 
290 

240 
260 
290 

330 
360 
400 

330 
360 
400 

420 
460 
510 

250 
280 
315 

280 
315 
355 

40 
40 
40 

90 
100 
110 

90 
100 
110 

150 
170 
190 

150 
170 
190 

150 
240 
270 

220 
240 
270 

320 
350 
380 

320 
350 
380 

440 
480 
520 

440 
480 
520 

660 
610 
660 

355 
400 
450 

400 
450 
500 

40 
50 
50 

120 
130 
140 

120 
130 
140 

210 
230 
250 

210 
230 
250 

300 
330 
370 

300 
330 
370 

420 
470 
520 

420 
470 
620 

580 
640 
710 

580 
640 
710 

740 
820 
900 

500 
560 
630 

560 
630 
710 

50 
60 
60 

150 
170 
190 

160 
170 
190 

280 
310 
350 

280 
310 
350 

410 
450 
510 

410 
450 
510 

570 
630 
690 

570 
630 
690 

780 
860 
940 

780 
860 
940 

1000 
1100 
1200 

710 
800 
900 

800 

900 

1000 

60 
60 
70 

210 
230 
260 

210 
230 
260 

390 
430 
480 

390 
430 
480 

570 
630 
700 

570 
630 
700 

770 
860 
960 

770 
860 
900 

1040 
1160 
1300 

1040 
1160 
1300 

1320 
1480 
1650 

Tafel  14. 

Radialluft  der  Pendelrollenlager 

mit  kegeliger  Bohrung. 

Bohrungs- 

durohraesser 

d 

C 

2 

Radi 
normal 

alluft  ^r  in 
C 

L  der  Luftgr 
3 

uppe 

C 

4 

C 

5 

ühor 

liia 

Kleinst- 

Größt- 

Kleinst- 

Größt- 

Kleinst- 

Größt- 

Kleinst- 

Größt- 

Kleinst- 

Größt- 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

wert 

mm 

mm 

V 

|A 

V^ 

l* 

»i 

^ 

1^ 

1* 

^ 

1* 

30 

40 

25 

35 

35 

50 

50 

65 

65 

65 

85 

105 

40 

50 

30 

45 

45 

60 

60 

80 

80 

100 

100 

130 

50 

65 

40 

55 

55 

75 

75 

95 

95 

120 

120 

160 

65 

80 

45 

65 

65 

90 

90 

120 

120 

150 

150 

200 

80 

100 

55 

80 

80 

110 

HO 

140 

140 

180 

180 

230 

100 

120 

65 

100 

100 

135 

135 

170 

170 

220 

220 

280 

120 

140 

80 

120 

120 

160 

160 

200 

200 

260 

260 

330 

140 

160 

90 

130 

130 

180 

180 

230 

230 

300 

300 

380 

160 

180 

100 

140 

140 

200 

200 

260 

260 

340 

340 

430 

180 

200 

110 

160 

160 

220 

220 

290 

290 

370 

370 

470 

200 

225 

120 

180 

180 

250 

250 

320 

320 

410 

410 

520 

225 

250 

140 

200 

200 

270 

270 

350 

350 

450 

450 

570 

250 

280 

150 

220 

220 

300 

300 

390 

390 

490 

490 

620 

280 

315 

170 

240 

240 

330 

330 

430 

430 

540 

540 

680 

315 

355 

190 

270 

270 

360 

360 

470 

470 

590 

590 

740 

355 

400 

210 

300 

300 

400 

400 

520 

520 

650 

650 

820 

400 

450 

230 

330 

330 

440 

440 

570 

570 

720 

720 

910 

450 

500 

260 

370 

370 

490 

490 

630 

630 

790 

790 

1000 

500 

560 

290 

410 

410 

540 

540 

680 

680 

870 

870 

1100 

560 

630 

320 

460 

460 

000 

600 

760 

760 

980 

980 

1230 

630 

710 

350 

510 

510 

670 

670 

850 

850 

1090 

1090 

1360 

710 

800 

390 

570 

570 

760 

760 

960 

960 

1220 

1220 

1500 

800 

900 

440 

640 

640 

840 

840 

1070 

1070 

1370 

1370 

1690 

900 

1000 

490 

710 

710 

930 

930 

1190 

1190 

1520 

1520 

1860 

BOd  «• 

Darstellung  der  Durchmesserunterschiede  bei  Preßpassungen 

von  Kugellagern, 
a  Welle  vom  Durchmesser  d^ 
b  Kugellager    vom   Innendurohmesser  d  des  Innenrings 

und  vom  Außendurchmesser  D  des  Außenrings 
0  Gehftuse  mit  der  Bohrung  vom  Durchmesser  Dg 


Bei  festeren  Passungen  als  k6  für  die  Weile  (Durchmes- 
ser d^)  und  M7  für  die  Gehäusebohrung  (Durchmesser  Dg) 
wird  die  Lagerluft  verringert.  Beim  Innenring  (Innen- 
durchmesser d)  beträgt  je  nach  dem  Ringquerschnitt  die 
Aufw^eitung  etwa  0,7  {d^ — d)  bis  0,8  {d^ — d)  und  beim 
Außenring  (Außendurchmesser  D)  die  Einschnürung  etwa 
0,6  {D—Dg)  bis  0,7  {D—Dg).  BUd  6  veranschaulicht  diese 


1318 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28    I.Oktober 


form  zurück;  der  Zeiger  geht  dabei  iii  die  Stellung  «,.  Die 
Meßuhranzeige  zwischen  z^  und  z«  entapricht  dann  der 
RadiaUuft. 

Infolge  der  L'...-<iufbewegung  dea  Innenrings  bei  gleich- 
zeitiger elastischer  Verfornmng  des  AuQenriugB  wird  mit 
Sicherheit  erreicht,  daß  die  Kugeln  während  dea  Meßvor- 
gangs im  Scheitelpunkt  der  Laufbahn  abrollen.  Der  geiuea- 
sene  Lagerluftwert  ergibt  sich  als  Mittelwert.  Daa  Ver- 


Mi    1.    Badiallutlgruppen    bei    verschiedenen    Wellen-    und 
Gdiftnaepaasongen  nach  der  International  Standard  Ässooiatian 

(ISA). 

OOltig  rar  Kugel-  und  BoIlonUeer 


Gegebenheiten.  Welche  Lagerluftgruppen  bei  den  ver- 
schiedenen Passungen  für  Wellen-  und  Qehäusebohrungen 
angewendet  werden  können,  geht  aus  Bild  7  hervor. 

MaBvsiidhreii 

Zum  Abschluß  seien  zwei  Radialluft-  und  ein  Axialluft- 
MeSverfahren  beschrieben,  die  sich  in  der  Praxis  gut  be- 
währt haben. 
Radialluft-Meßverfahren 

Bei  dem  in  Bild  8  gezeigten  Radialluft-Meßgerät  ver- 
formt sich  der  Außenring  des  Wälzlagers  so  weit  elastisch, 
bis  die  Wälzkdrper  ohne  Spiel  an  der  engsten  Stelle  durch- 
reiten, BUd  9. 

In  dem  Augenblick,  in  dem  ein  Wälzkörpet  diese  Stelle 
durchläuft,  wird  der  elastisch  verformte  Außenring  etwas 
nirückgedruckt.  Dabei  geht  der  Zeiger  der  Meßuhr  von 
der  Stellung  Zf  in  die  Stellung  zg  zurück.  Diese  Ausachlags- 
ftnderung  des  Zeigers  darf  nicht  größer  sein  als  1  [jl,  da 
sonst  eine  Verformung  eintritt,  die  sich  auf  den  Innenring 
überbägt  und  damit  das  Meßergebnis  beeinflußt.  Ent- 
lutet  man  nun  in  dieser  Nullstellung  «o  den  elastisch 
verfonnten  Außenring,  so  federt  dieser  in  seine  Ursprunga- 


BelMtungahebel 

HflSuhr 

Anlriebiwhei  be 
AuriagepriBma 

Auflenring  des  EugeUHgen  nach  biw. 
vor  dem  Aufbringen  der  HeBlBM  P 
Innenring  des  Kugellagers 
Kugeln 
Drehriehtuug 

Zeigeratellung  bei  entlastetem  Ring 
t  ZeigeratelluDg  bei  dorohgefedertem  Ring, 
wenn  sieh  ein  Rollkötper    biw.  wenn    sieh 
RollkOipet  unter  dem  MeOgritf  befindet 


JWanui-.^ 


BUd  10.  Radialluft-Meßger&t  amerikaniBCher  Bauart. 

Belastungsbügel  -  Vanlellung 


BUd  8.  RadiolIuft-MeBger&t  deutscher  Bauart. 

g  Kugeln 

h  Hfiheneinstellung  der  MeS 

und  der  Reibrolle 
i    Uöheneinstellung  des; 


k  Hebel    für   Balastungebalkea 


Aohse 

k     MeBuhr 

1      Drahtbügel 

m    Fühlstift 

MeO  Uhrverstellung 

atallKjhraube 

Bäckohen  für  Stellsohmube 

q     Hydraulik  lilr  Drahtbügel 

MOJieneinsteL  Lung 

VDl.Z.101  <1959)  Nr,  28    I.Oktober 


I  11.   Schema  für  die  Radialluft-Meaaung  mit  dem  GerU, 
nach  BUd  10. 

A,  B  Allordnung  boi  Belsdtung  dam  AuQänrmgB 

von  oben  bzw.  von  unten  her 
■         Meßuhr 
b        Fühlitift 
0        LBatriohtung 
d         Büge]  Eur  Lafltübertngung 
e        AuBeiuing 
f         WiUzkörper 
g        Innenring 
h        Welle 
■,,  ■,  lotrechter  Abstand  zwüchen  h  und  e 

iu  der  Anordnung  A  bzw  B 
a„     Radialluft 


MeBuhr 
Fuhlutirt 

Stempel 

Kugeliager 

Gegenein- 

für 


BUd   14.  Schema  für  die  AziaUuft-Heasung  mit  dem   Q«rät 
nach  BUd  12  und  13. 

A,  B  Anordnung  boi  nach  unten  bzw.  nach  oben  wirkender  Laat  P 


BUd  18  and  la. 
AsiaUuft-HeQgerät. 

a  FuB 

b  FMtMelluhraube  für  Auflage 

d  EU  prüfeadee  Kugellager 
o  Qegenlage 
f  Hebel 


k  HaBbelaetung 

I   Saole 

■n  Kiemmachraube 

o  Klemmhebel 
p  Klemmhebel 

q  Gegengewicht 


BUd  12.  SeltenaoBicl 


fahren  zeichnet  sich  weiter  dadurch  aus,  daß  keine  beson- 
deren Aufnahme-  oder  Spannva irichtungen  nötig  sind 
und  auch  die  Angabe  von  MeQbelastungen  entfäUt.  Dioeea 
Radialluft-Mefigerät  eignet  sich  auch  zum  Beetimmen  der 
Lagerluft  von  Rollenlagern.  Es  lassen  sich  sehr  kurze  Prüf- 
zeiten erreichen,  was  bei  der  Prüfung  von  größeren  Stück- 
zahlen besonders  vorteilhaft  ist,  so  daß  sich  gerade  dieses 
Gerat  sowohl  Tür  den  Hersteller  als  auch  für  Großabnehmer 
von  Wälzlagern  —  wie  z.  B.  für  die  Kraftfahrzeug -Indu- 
strie — '  ausgezeichnet  bewährt  hat. 

Das  in  BUd  10  gezeigte  Meßgerät  wird  vielfach  in  den 
Vereinigten  Staaten  von  Amerika  angewendet.  Man  schiebt 
das  Lager  auf  eine  Achse,  belastet  den  Außenring  mittels 
zweier  Bügel  radial  und  bewegt  ihn  durch  ein  FuQpedal  in 
lotrechter  Richtung  auf  und  ab.  Die  Bewegung  des  AuBen- 
ringa  überträgt  sich  auf  eine  Meßuhr  i  die  Differenz  zwi- 
schen den  beiden  Grenzpunkten  entspricht  dem  Radial- 
spiel des  Lagers,  BUd  11.  Man  nimmt  jeweils  drei  um  100° 
versetzte  Messungen  vor  und  bildet  daraus  den  arithme- 
tischen Mittelwert. 

Mit  dem  Gerat  ist  eine  Vibratoreinrichtung  verbunden, 
die  bewirkt,  daß  die  Kugeln  während  der  Messung  im 

1320 


Scheitelpunkt  der  Laufbahnen  ti^en  und  die  Laufringe 
zueinander  fluchten.  Die  Schüttelbewegung  setzt  in  dem 
Augenblick  ein,  in  dem  der  Außenring  belastet  wird.  Die 
eigentliche  Messung  findet  zwischen  zwei  sich  parallel 
gegenüberliegenden  Flachen  der  Bohrung  und  des  Außen- 
manteb  vom  Außenring  statt,  so  daß  sin  etwaiges  Spiel 
zwischen  der  Welle  und  dem  Innenring  ohne  Einfhiß  auf 
das  Meßergebnis  bleibt.  Je  nach  der  Lagergröße  werden 
bei  diesem  Gerät  verschiedene  Meßbelastungen  angewendet. 

Axialluft-Meßverfahren 

In  FäUen,  bei  denen  die  Axialluft  eine  Rolle  spielt,  kann 
man  zum  Messen  von  Joa  d^  >"  Bild  IS  und  18  wiederge- 
gebene AxiaUuft -Meßgerät  verwenden.  Das  Prinzip  der 
Messung  geht  aus  Bild  14  hervor.  Der  Außenring  des  Prüf- 
lings wird  ortsfest  eingespannt  und  der  Innenring  zunächst 
in  der  einen  und  dann  in  der  entgegengesetzten  Axial- 
richtung belastet.  Dabei  verschieben  sich  die  Lagerrin^ 
um  den  Betrag  der  Axialluft,  den  eine  Feinmeßuhr  anzeigt. 
Auch  hier  verwendet  ntan  je  nach  der  Lagergröße  ver- 
schiedene Meßbelastungen,  die  in  der  Größenordnung  von 
3,6  bis  10  kp  liegen.  B  10769 

VDI-Z.  IM  (1959)  Nr.  2S    1.  Oktober 


FACHGEBIETE  DER  TECHNIK  IN  JAHRESOBERSICHTEN 


Heizung,  Liiftung,  Klimatisierung, 
Haustechnik,  Lichttechnik 


Heizung f    itrff Ung,    Klimatisierung  /  von  Or.  Helmut  lookf o  VDI,  Leverkusen 

DK  628.8:697  (047.1) 


Die  Architektur  im  Hochhausbau 
mit  z.  B.  übergroßen  Glasfassaden» 
teilweise  verbunden  mit  Leichtbau- 
stoffen, fordert  dem  Heizungs-  und 
Lüftungsingenieur  ein  Höchstmaß  an 
technischem  Einfühlungsvermögen  ab. 
Bei  der  Grundplanimg  sollten  die 
wannephysiologischen  und  hygieni- 
schen Forderungen  mehr  berücksich- 
tigt werden.  Die  Mehrzahl  der  bisher 
bekannt  gewordenen  Fassaden  im  In- 
imd  Ausland  haben  wohl  allgemein 
eine  gute  Wärmedämmimg,  aber  fast 
keine  Wärmespeicherung.  Bei  einigen 
Hochhaustypen  kosten  die  technischen 
Einrichtungen  bis  zu  25%  der  Bau- 
summe.  Eine  Senkung  der  laufenden 
Betriebskosten,   insbesondere  für  die 


Kühlung  im  Sonuner,  ist  nur  durch 
Anbringen  von  Außenjalousien  oder 
Rastern  an  den  Sonnenseiten  möglich. 
Verzichtet  man  hierauf  sowie  auch 
auf  die  Lüftung  und  die  Kühlung,  so 
muß  man  sich  bei  extremen  Außen- 
temperaturen im  Sommer  infolge  der 
Sonneneinstrahlung  mit  Raumtempe- 
raturen von  40  **C  und  mehr  abfinden. 
Zahlreiche  Vorträge  über  das  Gebiet 
der  Heizimgs-  imd  Klimatechnik  wur- 
den auf  dem  internationalen  Kongreß 
für  Heizungs-  imd  Klimatechnik  vom 
22.  bis  26.  9.  1958  in  Brüssel  gehalten. 
Sie  betrafen  vor  allem  die  Beziehung 
zwischen  dem  Menschen  und  seiner 
Umgebung,  die  Wärmeabgabe  von 
Heizkörpern  imd  Korrosionsfragen  [1]. 


Heizungstechnik 

Wärmebedarf,  Wärmedämmung 

Die  Berechnung  des  Wärmebedarfs 
von  Gebäuden  gemäß  DIN  4701  nach 
dem  Stand  vom  Jahre  1959  bringt 
gegenüber  der  Fassung  vom  Jahre 
1944  folgende  wesentliche  Änderungen 
[2;  3].  Beim  Bestimmen  der  Wärme- 
dorchgangszahl  k  für  Mauerwerk  wur- 
den die  Wärmeleitzahlen  nach  DIN 
4108  für  den  baupolizeilich  geforderten 
Mindestwärmeschutz  in  Bauwerken 
zugrunde  gelegt.  Dadurch  ergeben  sich 
kleinere  Ä;-Werte  als  bisher.  Die  in  die 
Rechnung  einzusetzende  Wärmeüber- 
gangszahl Ol  bei  Fenstern  und  Türen 
ist  aus  physikalischen  Überlegungen 
von  10  auf  7  kcal/m' hgrd  herabge- 


setzt worden,  was  eine  entsprechende 
Änderung  von  k  mit  sich  brachte.  Die 
Zuschläge  für  die  Hinunelsrichtung 
blieben  bis  auf  die  SW- Seite;  die  SW- 
Richtung  wird  nunmehr  in  ihrer  Wir- 
kung der  SO-Richtimg  gleichgesetzt. 
An  Stelle  der  Windzuschläge  soll  man 
jetzt  die  Lüftungswärme  Qi  benutzen, 
die  von  der  Fugendurchlässigkeit  a, 
der  Fugenlänge  l,  der  Raumkenngröße 
R,  der  Hauskenngröße  H  und  dem 
Eckfensterzuschlagsfaktor  Z^  abhängt 
[4;  5]. 

In  anderen  europäischen  Ländern 
rechnet  man  ähnUch  wie  ncK^h  DIN 
4701  [6;  7].  Andere  Berechnungsver- 
fahren zum  Ermitteln  des  Wärmebe- 


darfs mit  weniger  Zeitaufwand  (z.  B. 
Gerber- Rechenscheibe,  Krasnitzki- 
Rechenwinkel,  Sunmia-Thermentafel) 
werden  von  den  Behörden  als  recht- 
liche Grundlage  nicht  anerkannt  [8]. 
Obwohl  bei  guter  Bauausführung  die 
Heizkosten  erheblich  herabgesetzt 
werden  können,  hat  man  unmittelbar 
nach  dem  Zweiten  Weltkrieg  versucht, 
mit  möglichst  wenig  Mitteln  viele 
Wohnungen  zu  bauen.  Heute  wird  der 
Bauausführung  mehr  Aufmerksam- 
keit geschenkt,  weil  sich  dadurch,  auf 
die  Dauer  gesehen,  erhebliche  Heiz- 
kosten-Einsparungen erzielen  lassen 
[9].  Die  Sparheizung,  bei  der  nur  der 
Hauptwohnraum  eine  für  die  Voll- 
erwärmung bemessene  Heizfläche  er- 
hält, führt  zu  einer  deutlichen  Minde- 
rung des  Brennstoffverbrauchs   [10]. 

Kessel-  und  Feuerungsanlagen 

Obwohl  ein  vollselbsttätiges  Be- 
schicken von  Kesseln  mit  festem 
Brennstoff  und  ein  vollselbsttätiges 
Beseitigen  der  Verbrennungsrück- 
stände möglich  ist,  bleibt  die  Versor- 
gung einer  Olfeuerung  mit  Brennstoff 
wesentlich  einfacher  als  die  einer 
koksgefeuerten  Anlage.  Während  man 
bei  der  Ölfeuerungsanlage  für  die 
Brennstoffzufuhr  vom  Brennstoffbe- 
hälter  zum  Brenner  Rohrleitungen 
von  verhältnismäßig  kleinem  Durch- 
messer benötigt,  erfordert  die  Zu- 
bringer-Einrichtung bei  festen  Brenn- 
stoffen einen  viel  größeren  Kostenauf- 
wand   [11].    Bei    fe^t    gleich    großer 


Bteber  Bind  durch  •  gekennzeichnet 


[1]  Loükio,  H. :  Internationaler  Kongreß  für 
HeizangB-  und  Klimatechnik  in  Brüssel 
vom  22.  bis  26.  0.  1058.  W&rme-.  Lüftungs- 
o.  Ge8ondh.-Techn.  10  (1068)  Nr.  HS.  249 
bis  252  u.  Kr.  12  8.  280/82. 

ISlKrimsMer,  O.:  Neofassang  der  DIN  4701; 
wesentliche  Änderungen  und  ihre  Begrün- 
dung. Oesundh.-Ing.  71  (1058)  Nr.  12  S.  376 
bis  384. 

13]  Kritcker,  O.:  Neuerungen  bei  der  W&rme- 
bedarfsberechnung  DIN  4701.  Heiz. -Luft. - 
Hsttttechn,  (HLH)  10  (1050)  Nr.  3  S.  57/62. 


[4]  Kriteher,  0.:  Die  Durchlüftung  von  BAu- 
men  durch  WindangrifT  und  der  Wärme- 
bedarf für  die  Lüftung.  VDI-Z.  100  (1058) 
Nr.  17  8.  785/86. 

[5]  Zuilen,  D.,  u.  B.  van  Oun^:  W&rmebedarf 
unter  besonderer  Berücksichtigung  der  Luft- 
durchl&ssigkeit  von  Fenstern.  Oesundh.- 
Ing.  70  (1058)  Nr.  12  S.  253/63. 

[6]  Becher,  P.:  Die  d&nischen  und  schwe- 
dischen Verfahren  zur  Berechnung  des 
Wärmebedarfs  von  Oeb&uden.  C^esundh.- 
Ing.  70  (1958)  Nr.  12  S.  353/63. 

[7]  Kamm,  H.:  Die  französischen  und  schwei- 
zerischen Regeln  Gesundh.-Ing.  70  (1958) 
Nr.  12  S.  360/76. 


[8]  Thietenhuten,  H.,  u.  J.  Saar:  Bestimmung 
des  Wärmebedarfs  nach  DIN  4701  oder 
nach  anderen  Verfahren?  Haustechn. 
Bdsch.  57  (1058)  Nr.  7  8.  164/65. 
[0]  Triebel,  W.:  Verminderter  Heizaufwand 
durch  bauliche  Maßnahmen.  Installateur. 
Klempner,  Zentralheizungsbau  14  (1050) 
Nr.  10  8.  782/83. 

[10]  Raiß,  TF.,  u.  K.  Sim$on:  Wärmetechnische 
Untersuchungen  an  einem  Wohnhochhaus. 
Wärme-.  Lüftungs-  u.  Oesundh.-Techn.  10 
(1058)  Nr.  11  S.  233/40  u.  Nr.  12  S.  250/65. 

[lUHwiel,  B.:  Koks  oder  Ol  bei  vollauto- 
matisch arbeitenden  Kesselanlagen?  Haus- 
techn. Bdsch.  57  (1058)  Nr.  6  S.  142/45. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr. 28    I.Oktober 


1321 


Grundfläche  der  Kesselzentrale  für 
die  öl-  und  die  koksgefeuerten  An- 
Ifigen  [12]  kann  bei  Olfeuerungsan- 
Ifigen  doch  erheblich  an  Brennstoff- 
Lagerraum  gespart  werden,  einmal 
wegen  des  höheren  Heizwerts  von  Ol 
und  zum  anderen  wegen  der  Möglich- 
keit, den  Ölbehälter  außerhalb  des 
Gebäudes  in  einer  Grube  einzubauen 
[13].  In  Deutschland  benutzt  man 
immer  noch  cun  häufigsten  Kessel,  die 
mit  Ol  gefeuert  werden  sollen,  aber 
gleichzeitig  eine  Umstellimg  auf  den 
Koksbetrieb  erlauben.  Der  Verbren- 
nungsraum solcher  Kessel  ist  dann 
zusätzlich  mit  Schamottesteinen  aus- 
zumauern [14;  15]. 

Nach  der  Rechnung  fallt  bei  der 
Auslegung  von  Kesselanlagen  für 
Wohnhäuser  ohne  Berücksichtigung 
der  Warmwasser-Bereiter  die  Raiun- 
temperatur  höchstens  um  2  grd,  wenn 
ein  260-1- Warmwasserbereiter  ganz 
entleert  wird  und  die  Außentempera- 
tur —  lö  ^C  beträgt  [16].  Die  rasche 
Verbreitung,  die  der  Flammrohr- 
Rauchrohr-Kessel  gefunden  hat,  ist  in 
erster  Linie  den  Vorteilen  der  Olfeue- 
rung  zu  verdcuiken  [17].  Auch  die 
Wirtschaftlichkeit  einer  Luftvorwär- 
mung  bei  ölgefeuerten  Kesselanlctgen 
wurde  untersucht  [18]. 

Bei  Heizzentralen  mit  mehreren 
vollselbsttätig  beheizten  Olfeuerungs- 
kesseln  erhöht  sich  die  Wirtschaftlich- 
keit, wenn  auch  das  richtige  Zu-  und 
Abschalten  ganzer  Kesseleinheiten 
selbsttätig  vor  sich  geht  [10].  Um  der 
rauchgasseitigen  Korrosion  in  ölge- 
feuerten Heizungskesseln  vorzubeu- 
gen, muß  man  bestrebt  sein,  die  Heiz- 
wassertemperatur  des  Kessels  mög- 
lichst hoch  zu  halten.  Dies  läßt  sich 
durch  Rücklauf beimischungen  nach 
verschiedenen  Schaltungen  erreichen 
[20].  Mfiui  sollte  sich  hüten,  bei  der 
Umstellung  eines  Kokskessels  auf  Ol- 
feuerung  diesen  zu  viergrößem. 

Beim  Einbau  von  Heißwasserkes- 
seln können  viele  Schwierigkeiten  bei 
der  Erlaubniserteilung  vermieden  wer- 


den, wenn  die  beteiligten  Kreise  vor 
dem  Bau  der  Anlage  die  Planungs- 
imterlagen  den  zuständigen  Sachver- 
ständigen rechtzeitig  vorlegen  [21]. 
Die  Bearbeitung  der  Neufassung 
von  DIN  4751  über  Sicherheitsein- 
richtungen von  Wasserheizungen 
wurde  auf  der  Sitzung  des  Fachnor- 
menaussohusses  Heizung  und  Lüftung 
am  19.  Februar  1959  in  München 
praktisch  abgeschlossen.  In  diesem 
Zusammenhang  geben  die  in  [22]  zu- 
sammengestellten in-  und  ausländi- 
schen Richtlinien,  Erfahrungen  und 
Erkenntnisse  eine  wichtige  Unterlage 
zur  Neufassung  der  deutschen  Normen 
über  das  Anordnen  luid  Schalten  von 
Ausdehnungsgefäßen. 

Ölfeuerungsanlagen 

Nach  dreijährigen  Beratungen  über 
das  die  Richtlinien  für  Olfeuerungen 
in  Heizungsanlagen  enthaltende  Norm  - 
blatt DIN  4755,  erschien  dieses  in  end- 
gültiger Fassung  im  Januar  1959. 
Dieses  Normblatt  umfaßt  nur  die 
sicherheitstechnischen  Bestimmungen 
für  voll-  und  halbselbsttätige  Ölfeue- 
rungsanlagen mit  Zerstäubimgsbren- 
nem.  Um  einen  bestimmten  techni- 
schen Leistungsstfiuid  der  Olbrenner 
zu  gewährleisten,  mußte  man  eine 
eigene  Norm  über  Güte-  luid  Prüfvor- 
schriften für  Olbrenner,  die  einer 
„Baumuster-Prüfung* '  unterzogen 
werden,  aufstellen.  Dieses  Normblatt 
ist  im  Januar  1959  als  DIN  4787  er- 
schienen [23].  Beim  Abfassen  dieser 
Normen  wurden  die  bestehenden  Vor- 
schriften des  Auslandes  —  besonders 
der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika, 
Englands,  der  skandinavischen  Staa- 
ten [24]  luid  der  Schweiz  —  herange- 
zogen. Die  Prüfung  nach  DIN  4787 
auf  dem  Olbrennerprüfstand  [25]  be- 
steht in  einer  Funktions-  und  Dauer- 
prüfung des  Olbrenners.  Die  Prüfbe- 
stimmungen  legen  keine  Einzelheiten 
der  Konstruktionen  [26 ;  27]  fest,  son- 
dern enthalten  lediglich  sioherheits- 
technische  Bedingungen  und  Gütefor- 
derungen. Eine  Einteilung  der  Sicher- 


heitszeiten nach  der  Art  der  Flammen- 
wächter [28]  ist  nicht  vorgenommen 
worden ;  die  Bestimmungen  gelten  nur 
der  Sicherheitszeit  als  Schutz  gegen 
Verpuffungen. 

Bei  der  Inbetriebsetzung  von  Öl- 
feuerungsanlagen sollte  man  stets,  um 
zu  einer  ordnungsgemäßen  Beurtei- 
lung zu  gelangen,  eine  Rauchgasana- 
lyse  vornehmen  [29;  30].  Die  erreich- 
ten Höchstwerte  werden  sich  dabei  mit 
den  Dauerdurchschnittswerten  nicht 
decken  [31]. 

Da  die  Verbrennungsgase  von  Ol 
und  von  festen  Brennstoffen  in  gleicher 
Weise  abgeführt  werden,  besteht  keine 
Veranlassung,  getrennte  Abzüge  für 
Ol  imd  für  feste  Brennstoffe  vorzu- 
sehen. Nur  sollte  man  die  Schornsteine 
ausfüttern,  wenn  die  Abgastempera- 
turen 300  °C  überschreiten  [32]  Für 
die  Heizkostenermittlung  bei  zentraler 
Ölversorgung  gibt  es  verschiedene 
Möglichkeiten  [33]. 

Die  Ursachen  der  Geräusohbildung 
bei  Olfeuerungen  beruhen  in  der 
Hauptsache  auf  dem  Flammenge- 
räusch  und  dessen  Übertreibung  cmf 
den  Kessel  sowie  auf  den  mechanischen 
Geräuschen  des  Brennergebläses.  Das 
Flammengeräusch  wird  durch  die  bei 
der  Zufuhr  von  Verbrennungsluft  und 
die  bei  der  Luft-Ol-Vermischung  auf- 
tretende Turbulenz  verursacht.  Man 
sollte  aber  durch  geeignete  Maßnah- 
men versuchen,  eine  möglichst  hohe 
Frequenz  mit  kleiner  Amplitude  zu 
schaffen  [34;  35]. 

Rechtsfragen  über  Ölfeuerungsan- 
lagen in  Wohnhäusern  sind  zu  be- 
achten [36]. 

KorroslonsverhOtung,  Wasser- 
aufbereitung 

Bei  klimatisierten  Lidustriebauten 
mit  konstant  bleibenden  hohen  rela- 
tiven Feuchtigkeiten  im  Fabrikations- 
raum sind  die  Außenwände  sowie  die 
Wände  zu  dem  nicht  klimatisierten 
Nebenraum  den  Feuchtigkeitseinwir- 
kungen   durch    Dampfdiffusion    imd 


[12]  Richtlinien  für  den  Bau  und  die  Einrich- 
tung von  zentralen  Heizr&umen  und  ihren 
Brennstofriagerr&umen.  W&rme-,  Lttf- 
tungB-  und  (}e8undh.-Techn.  11  (1959)  Kr.  1 
S.  8/9. 

[18]  Haack,  P. :  Planung,  Installation  und  Be- 
trieb der  Olfeuerung  für  Zentralheizungs- 
anlagen.  Oe8undh.-Ing.  SO  (1959)  Nr.  3 
8.  78/87. 

[14]  WormtetUr,  B.:  Brennkammerabmeuun- 
gen  und  Ausmauerung  bei  Heizkesseln.  Ol- 
feuerung 3  (1958)  Nr.  12  S.  610/14. 

[15]  Grethar,  O.:  Zweckmäßige  Ol-Spesialkessel. 
Haustechn.  Bdsch.  57  (1958)  Nr.  6  8.  145 
bis  147. 

[16]  Hadvig,  S.:  Dimensionierung  kleiner  öl- 
beheizter Zentralheizungskessel.  Giesundh.- 
Ing.  7t  (1958)  Nr.  11  S.  321/28. 

[17]  DaehOt  </.:  Der  ölbefeuerte  Flammrohr- 
Bauchrohrkessel.  Bin  yollautomatischer, 
wirtschaftlicher  Dampfkessel  für  kleine 
und  mittlere  Industriebetriebe.  Olfeuer- 
Techn.  3  (1958)  Nr.  7  S.  6/8. 

[18]  Otpald,  M.:  Sind  Luftvorw&rmer  wirt- 
schaftlich? w&rme-,  Lüftungs-  u.  Oesundh.- 
Techn.  10  (1958)  Nr.  10  S.  225/28. 

[19]  Wuhrmafifi,  K.:  Reihenschaltung  von  öl- 
gefeuerten Kesseln.  Installation  30  (1958) 
Nr.  4  8.  88/86. 


[20]  Schmitz,  J.:  Rauohgasseitige  Korrosion  in 
ölgefeuerten  Heizungskesseln  und  deren 
Verhütung.  W&rme-,  Lüftungs-  u.  Oesund- 
heits-Techn.  11  (1959)  Nr.  4  S.  79/82. 

[21]  Afayr.  F.:  Sicherheitstechnische  Probleme 
bei  Heißwasser-Eesselanlagen.  Technische 
Überwachung  10  (1958)  Nr.  11  S.  409/18. 

[22]  BüUn€T,  W.:  Anordnung  und  Schaltung 
von  Ausdehnungsgefäßen.  Wftrme-,  Lüf- 
tungs- u.  Oesundh.-Techn.  11  (1959)  Nr.  4 
S.  67/79. 

[28]  OiUerbock,  Q. :  Entwicklung  der  Olfeue- 
rungsnormen.  W&rme-,  Lüftungs-  u.  Ge- 
sundh.-Techn.  11   (1959)  Nr.  5  S.  102/06. 

[24]  BiUberg,  A.:  Eine  Stimme  aus  Schweden. 

olfeuerung  4  (1959)  Nr.  1  S.  8/12. 
[25]  Brinke,  R.:  Der  olbrennerprüfstand  des 

TÜV  München.  Olfeuerung  4  (1959)  Nr.  8 

3.  126/28. 
[26]  Schütter,  O. :  Olbrenner  für  Oewerbe  und 

Industrie  in  Amerika.  Olfeuerung  4  (1959) 

Nr.  1  8.  20/28. 
[27]  Flu99,     F.  F. :     Heizölverbrennung     und 

Brennerkonstruktion.     Olfeuer-Techn.     4 

(1959)  Nr.  5  8.  11/20. 
[28]  Thitnm,    W.:   Auswahl,    Installation   und 

Wartung    von    Rauchgas- Flammenwftch- 

tem.  Sanlt&re  Techn.  24  (1959)  Nr.  8  8.  99 

bU  102. 


[29]  Schüling,  K. :  Der  CO,-Gehalt  als  Kenn- 
größe aus  der  Rauchgaäanalyse  bei  der  Ol- 
feuerung. Olfeuerung  3  (1958)  Nr.  8  8.  885 
bis  387. 

[80]  PeUfM,  V. :  Probleme  der  Olfeuerung,  Zug- 
und  Yerbrennungsluftbegrenzung.  W&rme-, 
Lüftungs-  u.  (}esundh.-Techn.  11  (1959) 
Nr.  8  S.  59/61. 

[31]  BuLnheim,  H.:  Wirkungsgrad  —  Luftüber- 
schuß —  Taupunkt.  Olfeuerung  3  (1058) 
Nr.  11  8.  550/52  u.  Nr.  12  8.  598/600.  602, 
604  u.  605/09. 

[82]  ÄÜhof,  W. :  Ist  die  gemeinsame  Rauchgas- 
abführung  von  Ol-  und  Eohlefeuerst&tten 
gef&hrlich?  Olfeuer-Techn.  3  (1958)  Nr.  8 
S.  24/26. 

[33]  Wolf,  Ä.:  Heizölz&hler  als  Heizkoeten- 
ermittler  für  zentrale  Ölversorgung.  Sani- 
t&re  Techn.  24  (1959)  Nr.  6  S.  282/84. 

[34]  Frütch,  H.  W. :  Einführung  In  die  fene- 
rungstechnlsche  Akustik.  Olfeuer-Techn.  3 
(1958)  Nr.  9  S.  5/6. 

[35]  Sanders,  O.  J.,  u.  W.  E.  Lawrie:  Low  fre- 
quency  combustion  nolse  in  oil-buming 
equipment.  Heat.  Pip.  A  Air  Condlt.  30 

(1958)  Nr.  10  S.  127/34. 

[86]  OUuer,  H. :  Rechtsfragen  zur  Olfeuerung 
im    Wohnhaus.    Haustechn.    Rdsch.    M 

(1959)  Nr.  3  S.  56/60. 


1322 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28    I.Oktober 


Schwitzwasserbildung  besonders  aus- 
gesetzt. Als  Schutz  der  Außenwand 
gegen  Feuchtigkeitseinwirkung  ist  es 
zweckmäßig,  zusätzlich  zu  der  Dampf- 
sperre noch  eine  durch  Außenluft  be> 
lüftete  Luftschicht  vorzusehen.  Die 
richtige  Lage  der  Luftschicht  muß 
von  Fall  zu  Fall  untersucht  werden 
[37]. 

Infolge  des  Steigems  der  Keesellei- 
Btung  und  der  Änderungen  in  der 
BrennstofTgüte  haben  sich  die  Hoch- 
und  Tieftemperaturkorrosionen  in  Kes- 
selanlagen im  allgemeinen  erhöht.  Im 
Bereich  hoher  Temperaturen  werden 
die  Korrosionen  im  wesentlichen  durch 
die  chemische  Zusammensetzung  der 
Schlacken  (Alkaligehalt  der  Kohlen, 
Vanadingehalt  der  Olaschen)  be- 
stimmt. Dabei  sind  jedoch  auch  die 
Verbrennungs-  und  die  Wandtempe- 
raturen sowie  oxydierende  bzw.  redu- 
zierende Einflüsse  von  Bedeutung. 
Die  Tieftemperaturkorrosionen  hän- 
gen von  der  Schwefelsäurebildung  ab 
und  erreichen  unterhalb  des  Säuretau- 
punktee ein  Maximum  [38].  Bei  SSen- 
tralheizungskesseln  kann  man  diese 
Karrosionen  vermeiden,  wenn  man 
dafür  sorgt,  daß  die  Temperatur  so- 
wohl des  Vorlauf  wassers  als  auch  des 
Rucklaufwassers  einen  bestimmten 
Wert  nicht  unterschreitet,  was  sich 
durch  Mischen  des  Vorlauf-  und  des 
Rücklaufwassers  erreichen  läßt  [39]. 

Ein  neues  Verfahren  zur  unmittel- 
baren Wasseraufbereitung  ist  durch 
das  aus  den  Vereinigten  Staaten  von 
Amerika  stammende  EVIS-Durch- 
flaßelement  gegeben.  Im  wesenthchen 
besteht  dieses  Durchflußelement  aus 
einem  Metall  von  sehr  hoher  Dichte, 
das  starke  magnetische  Felder  erzeugt 
und  dauernd  Energie  an  das  durch- 
fließende Wasser  abgibt  [40]. 

Allgemeine  Korrosionsfragen  für 
Rohrleitungen  werden  in  [41]  be- 
handelt. 

Heizelemente 

Als  Grundlage  zum  Bemessen  der 
Radiatoren  für  Heizungsanlagen  die- 
nen die  spezifische  Wärmeabgabe  q 
und  die  Wärmedurchgangszahl  k  der 
verwendeten  Heizkörper.  Die  in  DIN 
4703  für  verschiedene  Radiatorab- 
meesungen  angeführten  Richtwerte 
für  q  und  k  stimmen  mit  den  wahren 


Werten  nicht  überein,  da  diese  außer 
von  den  Radiatorabmessungen  noch 
von  anderen  Größen  abhängen  [42]. 
Bei  der  Prüfung  der  Wärmeabgabe 
von  Radiatoren  unterscheidet  man 
zwei  Verfahren : 

1.  Der  zu  prüfende  Heizkörper  wird  in 
einem  kleinen  Meßraum  aufgestellt, 
der  innerhalb  eines  größeren  Ver- 
suchsraiuns  liegt.  Die  Wände  des 
Meßraiims  müssen  eine  kleine  Wär- 
mespeicherung  und  eine  gute  Wär- 
meleitfähigkeit haben.  Der  Ver- 
suchsraum wird  durch  Kühlung  auf 
einer  Temperatiu:  zwischen  17  und 
23  °C  gehalten. 

2.  Man  bringt  den  Heizkörper  in  einen 
großen  Versuchsraiun,  dessenWände 
eine  hohe  Wärmespeicherung  haben, 
um  so  Temperaturerhöhimgen  im 
Raum  zu  vermeiden  [43]. 

Das  Berechnen  der  Heizkörper  für 
Einrohr-  und  für  Stockwerk^eizun- 
gen  gestcdtet  sich  wegen  der  Änderung 
der  Vorlauftemperatur  für  die  ein- 
zelnen Heizkörper  umständlich.  Ein 
Nomogranun  zum  Umrechnen  der 
Heizkörper-Gliederzähl  bei  veränder- 
licher Übertemperatur  vereinfacht 
diesen  Berechnxmgsgang  [44]. 

Von  den  schomsteinlosen  Heizöl- 
und  Heizpetroleumöfen,  die  in  letzter 
Zeit  angeboten  wurden,  eignet  sich 
nur  der  Petroleumofen  beschränkt  für 
den  Einbau  in  Wohn-  und  Arbeite - 
räumen.  Bei  der  Verbrennung  von 
Heizöl  in  schomsteinlosen  Heizölöfen 
wird  allein  schon  der  Gehalt  an  Schwe- 
feldioxyd im  Raum  gesundheitsschäd- 
lich [45].  Heizölöfen  sind  daher  „Feuer- 
stätten" im  Sinne  der  Bauordnung 
und  müssen  an  einen  Schornstein  an- 
geschlossen werden. 

Gegenstromapparate 

Die  gegenwärtig  angebotenen  Kon- 
struktionen von  Gegenstromapparaten 
weichen  wenig  voneinander  ab.  Dem 
Entwiurf  eines  neuen  Gegenstromap- 
parates  lagen  folgende  Leitgedanken 
zugrunde:  1.  reines  Gegenstromprin- 
zip, 2.  wenig  Platzbedarf,  3.  gute  An- 
passung an  den  veränderten  Wärme- 
bedarf, 4.  beiderseits  hohe  Wasser- 
geschwindigkeit zwecks  Verbessems 
der    Wärmedurchgangszahl.    Die    er- 


reichbare Geschwindigkeit  hängt  von 
dem  zulässigen  Druckverlust  ab.Wirt- 
schafthch  sind  solche  Gegenstromap- 
parate mit  hoher  Wassergeschwindig- 
keit nur  dann,  wenn  es  gelingt,  einen 
Wärmeübertrager  für  eine  bestimmte 
Leistung  auf  Gnmd  der  hohen  Ge- 
schwindigkeit und  damit  der  kleinen 
benötigten  Heizfläche  wesentlich  bil- 
liger als  bisher  herzustellen  [46].  Aller- 
dings darf  bei  Schwerkraftheizungs- 
anl€tgen  der  Druckabfall  nicht  größer 
als  bei  Zentralheizungskesseln  gleicher 
Leistung  sein.  Die  Versuche,  eine  all- 
gemein gültige  Formel  zum  Berechnen 
der  Gegenstromapparate  zu  finden, 
sind  noch  nicht  abgeschlossen  [47]. 

Mit  Hufe  eines  Nomogramms  läßt 
sich  die  Wärmedurchgangszahl  bei 
Doppelrohrsystemen  schnell  ermitteln 
[48]. 

Heizungssysteme 

Die  vom  Arbeitskreis  Heizung-  luid 
Maschinenwesen  staatlicher  und  kom- 
munaler Verwaltungen  (AHMV)  im 
Jähre  1956  aufgestellten  und  in  der 
Fassung  vom  Januar  1958  überarbei- 
teten Schulheizungsrichtlinien  werden 
in  diesem  Jckhr  nochmals  ergänzt  und 
dem  neuesten  technischen  Stand  an- 
gepaßt [49]. 

Um  die  Anlagenkosten  für  Zentral- 
heizimgsanlagen  im  sozialen  Woh- 
nungsbau möglichst  niedrig  zu  halten 
und  mit  den  Einzelöfen  in  den  Wett- 
bewerb treten  zu  können,  ist  man  dazu 
übergegangen,  Heizungsanlagen  mit 
hohen  Temperatiu^differenzen  zwischen 
dem  Vor-  und  dem  Rücklauf  zu  bauen. 
Dabei  kcuin  der  umlaufende  Waeser- 
durchsatz  auf  ein  Viertel  vermindert 
werden.  Dies  ergibt  eine  leichte  Mon- 
tage der  dünnen  Rohrleitungen  mit 
Nennweiten  zwischen *lg'\i. ^/,". Durch 
Verwenden  von  Kupferrohren  mit 
einem  Polyvinylchlorid- Stegmantel 
vereinfacht  sich  der  Zusammenbau. 
Man  verbindet  diese  Kupferrohre,  die 
wie  elektrische  Leitungen  in  Ringen 
von  25  bis  60  m  Länge  geliefert  wer- 
den, diurch  Lötnippel  mit  Silberlot. 
Solche  Leitungen  lassen  sich  ohne 
weiteres  auf  dem  Fußboden  eines  Flurs 
verlegen.  Bis  ziu:  Höhe  des  isoherten 
Rohres  füllt  mcui  die  Fußböden  mit 
Sand  auf  und  versieht  sie  dann  mit 
der    Trittschalldämmung    und    dem 


[37]  Beutinoer,  H. :  Venneldung  von  Schwltz- 
waMerbUdong  in  kUmatiflierten  Industrie- 
buten.  Zbl.  f.  Industriebau  B  (1969)  Nr.  3 
8. 114/20. 

ItSl  Ommt,  W.:  Hoch-  und  Tiefiemperatur- 
EoiTOflionen  in  Keaeelanlagen.  Mitt.  Ver- 
einig. Oromkeeselbes.  (1958)  Nr.  56  S.  305 
bis  319. 

[89]  f.  d.  Marei,  Ä. :  Hischvoirichtungen  zum 
Venneiden  von  Korrosionen  in  Zentral- 
beizangskesseln.  insbesondere  bei  Verwen- 
dung iMigflnmmiger  Brennstoffe.  Haus- 
tedm.  Rdsch.  M  (1959)  Kr.  5  9.  97/99. 

[40]  LtnfoiH.  Ä.:  Neuartige,  einfache  Methode 
der  direkten  Wasseraufbereitung  zum 
Schutz  gegen  Kesselstein,  Wasserstein  und 
Korrosionen.  Schweiz.  Blfttter  f.  Heiz.  u. 
LQft.  28  (1958)  Nr.  3  S.  (M/70. 


[41]  Heim,  O.:  Korrosionsfragen.  Sanitäre  Tech- 
nik 24  (1059)  Nr.  5  S.  192/94. 

[42]  Rogwr,  W.:  Versuche  zur  Ermittlung  der 
W&rmedurchgangszahlen  und  Wärmeab- 
gaben von  Stahlradiatoren.  Energie  11 
(1959)  Nr.  2  S.  45/58. 

[43]  Ter  Linden,  A.J.:  Methods  and  equipment 
for  the  testlng  of  radiators.  J.  Inst.  Heat. 
and  Vent.  Engrs.  20  (1958)  Nr.  11  S.  217 
bis  210. 

[4A]  Helmker,  W.:  Hilfsmittel  zur  Berechnung 
der  HelzkOrpergrBßen  bei  Einrohr-  und 
Stockwerksheizungen.  Haustechn.  Rdsch. 
87  (1958)  Nr.  8  S.  187/88. 

[45]  RoedUr,  F.:  Hygienische  Bedenken  gegen 
schomsteinlose  Heizöl-  und  Heizpetroleum- 
öfen. Sanlt&re  Techn.  24  (1959)  Nr.  6  S.  235 
bis  230. 


[46]  Kammerer,  fl.:  Neuentwicklung  eines 
Qegenstromapparates  fflr  den  WArme- 
tausch  von  Wasser  an  Wasser.  Heis.-L0ft.- 
Haustechn.  (HLH)  II  (1959)  Nr.  3  S.  64 
bis  66. 

[47]  Dörhöfer»  P.:  Oegenstromapparate.  Haus- 
techn. Rdsch.  87  (1958)  Nr.  10  S.  234/36. 

[48]  Riemann,  W.i  Graphische  Ermittlung  der 
Wftrmedurchgangszahl  bei  Doppelrohr- 
systemen. Heiz.-LOft.-Haustechn.  (HLH) 
10  (1959)  Nr.  3  S.  71/72. 

[49]  Dreiergespräch  am  9.  4.  59  in  Essen :  Hei- 
zungs-,  LOftungs-  und  Warmwasserberei- 
tungsanlagen  in  Schulen.  Wärme-,  LOf- 
tungs- u.  Oesundh.-Techn.  11  (1959)  Nr.  5 
S.  91/101  u.  Nr.  6  S.  115/18. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28    I.Oktober 


1323 


schwimmenden  Estrich.  Für  eine  Woh- 
nung von  55  m'  Wohnfläche  kostet 
diese  Heizungsanlage  einschließlich 
sämtlicher  Verteilungsleitungen  im 
Hause  sowie  der  Wasserzähler  etwa 
25%  weniger  cJs  eine  Anlage  in  der 
bisher  üblichen  Bauweise.  Die  Heiz- 
kosten liegen  nicht  höher  als  bei  der 
Ofenheizung  [50;  51]. 

Das  Bestreben,  die  Erstellungs-  und 
die  Betriebskosten  einer  Heißwasser- 
heizung zu  senken,  führte  zu  dem  be- 
reits vor  zehn  Jahren  herausgebrach- 
ten Heizsystem  „Sjmterpiez".  Bei 
diesem  hcuidelt  es  sich  um  eine  Heiß- 
wasser-Einrohrheizung mit  offenem 
Ausdehnungsgefäß  und  unterer  Vor- 
laufverteilung. Der  statische  Druck 
des  Wassers  der  Anlage  wird  dahin 
ausgenutzt,  daß  die  Kessel- Vorlauf- 
temperatur entsprechend  dem  Wär- 
mebedarf bei  niedrigen  Außentempe- 
raturen weit  über  der  bei  Wfurmwas- 
serheizungen  herkömmlichen  Vorlauf- 
temperatur liegt.  Dabei  ist  die  Keesel- 
wassertemperatur  bei  der  niedrigsten 
Außentemperatur  gerade  noch  etwas 
kleiner  als  die  Verdampfungstempe- 
ratur, die  dem  jeweiligen  statischen 
Druck  im  Kessel  entspricht  [52;  53]. 

Bestrebungen,  die  Wirtschaftlich- 
keit der  Heizungsanlagen  zu  erhöhen, 
führten  in  den  letzten  Jahren  zum 
Einbau  von  Beimischeinrichtungen, 
wie  man  sie  in  der  Lüftimgstechnik 
imd  in  der  Warmwasserversorgung 
schon  länger  benutzt.  Der  Einbau  von 
Beimischeinrichtungen  erfordert  be- 
sondere Überlegungen  zur  technisch 
einwandfreien  Lösung  der  auftreten- 
den Probleme  [54]. 

Für  das  wirtschaftliche  Beheizen 
von  Freiluft-Garagen  gilt  d£ts  unmit- 
telbare Einblasen  von  erwärmter  Luft 
als  brauchbarste  Lösung.  Man  muß 
von  unten  her  einblasen,  um  ein  Aus- 
kühlen der  mit  Unterflurmotoren  ver- 
sehenen Fahrzeuge  zu  verhindern  [55]. 

Für  das  Berechnen  der  Wärmeab- 
gabe bei  der  Rohrdeckenheizung  be- 
stehen verschiedene  Theorien.  Bei 
Fällen,  in  denen  die  Heizrohre  im 
Baustoff  der  tragenden  Decke  verlegt 
werden,  liegt  die  Anwendung  der 
ebenen  Potentialtheorie  nahe.  Bei  der 
abgehängten  Decke,  die  verhältnis- 
mäßig dünn  ist  und  einen  merklichen 


Luftabstand  von  der  eigentlichen 
Decke  aufweist,  führt  die  Stabtheorie 
zu  brauchbaren  Ergebnissen  [56].  Die 
Steigleitungen  bei  Deckenstrahlungs- 
heizungen werden  oft  in  Mauern  und 
Säulen  einbetoniert,  was  einen  erheb- 
lichen Temperaturverlust  des  Heiz- 
wassers zur  Folge  hat  (insbesondere 
bei  Hochhäusern).  Diese  Wärmever- 
luste lassen  sich  ebenfalls  mit  Hilfe 
der  Potentialtheorie  berechnen   [57]. 

Ein  beachtenswertes  System  der 
Einrohrheizung  kommt  aus  Rußland. 
Es  besteht  aus  zwei  Teilen.  Im  ersten 
Teil  strömt  das  Wasser  in  den  Strän- 
gen von  unten  nach  oben.  Es  tritt  also 
auch  in  den  Heizkörper  von  unten  ein, 
wird  im  oberen  Teil  der  Heizungsan- 
lage gesanmielt  und  in  den  zweiten 
Teil  weitergeleitet,  in  dem  es  nach 
dem  bekannten  Prinzip  der  oberen 
Verteilung  die  Heizkörper  durchläuft. 
Hierdurch  erreicht  man  eine  Elin- 
sparung  an  Heizfläche  von  rd.  10% 
und  an  Rohrleitungen  von  rd.  5% 
[58]. 

Nach  den  neuesten  Forschungser- 
gebnissen stehen  die  Aussichten  auf 
eine  weitere  Verbreitung  der  Sonnen- 
heizung nicht  schlecht.  Allerdings 
sind  ihrer  Verbreitung  Grenzen  ge- 
setzt, und  zwar  durch  die  hohen  An- 
schaffungskosten und  die  nicht  mehr 
gewinnbringende  Nutzung  der  Son- 
nenenergie bei  Erdzonen,  die  nicht 
innerhalb  von  etwa  40  Grad  N  und 
40  Grad  S  liegen  [50]. 

Durch  Anwenden  bestimmter  Be- 
triebserfahrungen [60]  fiel  das  wirt- 
schaftliche Ergebnis  der  Berliner 
Stadtheizung  recht  befriedigend  aus, 
obwohl  die  Wärmedichte  der  von  den 
Stadtheizanlagen  der  Berliner  Elek- 
trizitätswerke     belieferten      Berliner 


Stadtgebiete  niedriger  als  bei  vielen 
Stadtheizwerken  cuiderer  Städte  ist. 

Zum  Beseitigen  von  Umlaufstö- 
rungen in  Warmwasserheizungsanla- 
gen muß  man  versuchen,  das  Wedi- 
seispiel  zwischen  der  Druckhöhe  und 
der  Widerstandshöhe  von  Fall  zu 
Fall  richtig  zu  erkennen  [61]. 

Lifolge  des  Absenkens  der  M^ir- 
kosten  für  den  Strombezug  der  Spei- 
cheröfen gegenüber  den  Kosten  für 
feste  Brennstoffe  hat  sich  der  Absatz 
elektrischer  Raumheizgeräte  im  Bun- 
desgebiet vom  Jähre  1952  bis  zum 
Jähre  1056  verfünffacht  [62].  Bei  einer 
Lifrarot- Strahlungsheizung  genügt  es 
nicht,  die  nötige  Heizleistung  zu  er- 
mitteln. Man  muß  die  Strahler  auch 
so  anordnen,  daß  eine  möglichst 
gleichmäßige  Bestrahlungsstärke  im 
Raum  auftritt  [63]. 

Bahaglichkelt 

Für  die  Beurteilung  des  thermischen 
Empfindens  [64]  bedient  man  sich 
verschiedener  Maßstäbe:  z.  B.  der 
effektiven  Temperatur,  der  äqmva- 
lenten  Wärme,  der  operativen  Tem- 
peratur, der  äquivalenten  Temperatur, 
des  Wärmedruckes  und  der  Vier- 
stunden-Verdunstung. Die  mit  diesen 
Maßstäben  erzielten  Ergebnisse  sind 
sehr  uneinheitlich.  Nachdem  man 
außerdem  verschiedene  Mängel  der 
effektiven  Temperatur  bzw.  der  mit 
ihrer  Hilfe  aufgestellten  Behaglich- 
keitsdiagramme erkannt  hat,  nimmt 
die  American  Society  of  Heating  and 
Air  Conditioning  Engineers  (ASHAE) 
eingehende  Versuche  vor,  um  unter 
Verwendung  der  neueren  Erkenntnisse 
diesen  Vergleichsmaßstab  zu  berich- 
tigen, zu  erweitem  oder  auch  durch 
einen  besseren  zu  ersetzen  [65]. 


Lüfterbau,  Lüftereinbou 

Die  in  den  vergangenen  Jahren  vor- 
angeschrittene Entwicklung  von  Hoch- 
leistungslüftem  hat  dazu  geführt,  daß 
an  die  Werkstattausführung  solcher 
Anlagen  erhöhte  Anforderungen  ge- 
stellt werden  müssen.  Nur  bei  genauer 
geometrischer  Ähnlichkeit  und  sorg- 
fältiger Ausführung  der  durchströmten 
Teile  erfüllt  das  Serienprodukt  die  auf 
dem  Prüfstand  am  Modell  gemessenen 


Luftungstechnik 

Gkirantiewerte.  Als  besonders  empfind- 
lich erwiesen  sich  beim  Radiallüfter 
die  Strömung  in  der  Einlaufpartie  und 
beim  Axiallüfter  der  Einfluß  der 
Schaufelkrünmiung.  Vor  allem  bei 
spezifisch  schnellaufenden  Lüftern  ist 
eine  geordnete  Anströmimig  von  großer 
Bedeutung  für  den  Wirkungsgrad 
[66;  67].  Über  die  kennzeichnenden 
Größen  eines  Lüfters  (wie  statischer 
Druck,    Gesamtdruck,   Wirkungsgrad 


[50]  PoUmann,  F. :  Preisgünstige  Zentralheisung 
für  den  sozialen  Wohnungsbau.  SanlULre 
Techn.  23  (1958)  ITr.  12  S.  492/94. 

[51]  PoUmann,  F.:  Die  Kleinrohr-Zentral- 
heizung. Sanltftre  Techn.  23  (1958)  Kr.  9 
S.  837/89. 

[52]  Piezo-thermisch  synchronisierte  Heizungs- 
anlage nach  DB  924  236.  W&rme-.  Lüf- 
tungs-  u.  Qesundh.-Techn.  II  (1958)  Xr.  12 
S.  279/80. 

[53]  Hudel,  B. :  Heißwasser-Einrolirheizung  mit 
offenem  Ausdehnungsgefäß.  Haustechn. 
Bdsch.  U  (1959)  Nr.  5  8. 102/03. 

[54]  Seegert,  F.:  Beimischeinrichtungen,  ihr 
Zweck  und  ihre  Dimensionierung.  Installa- 
teur, Klempner,  Zentralheizungsbauer  13 

(1958)  Nr.  17  S.  692/94. 

[55]  Hudel,  B. :  Neue  Wege  der  Beheizung  von 
Freiluft-Oaragen.     Haustechn.  Rdsch.    BS 

(1959)  Nr.  1  8.  7/9. 


[56]  KoUmar,  ^.:  Die  W&rmeabgabe  der  Bohr- 
deckenheizung. Oe8undh.-Ing.  SO  (1959) 
Nr.  1  S.  1/11. 

[57]  Webet,  A.  P.:  Die  W&rmeabgabe  ein- 
betonierter Heizleitungen  in  krelsfSrmigen, 
freistehenden  Säulen.  Schweiz.  Blätter  für 
Heiz.  u.  Lflft.  25  (1958)  Nr.  4  8.  78/76. 

[58]  Livtehak,  J.  F.:  Die  Zentralheizungstechnik 
in  der  UdSSR.  Sanitäre  Techn.  24  (1959) 
Nr.  4  S.  141/45. 

[59]  Poümann,  F.:  Ausnutzen  der  Sonnen- 
strahlung für  Heizzwecke.  Sanitäre  Techn. 
24  (1959)  Nr.  4  S.  146/48. 

[60]  Strempel,  S.:  Die  wirtschaftlichen  Grund- 
lagen der  Berliner  Stadtheizung.  Oesundh.- 
Ing.  SO  (1959)  Nr.  2  S.  33/41. 

[61]  Schmitz,  J.:  Ursachen  von  Umlaufstö- 
rungen in  Warmwasserheizungen.  Wärme-, 
Lüftungs-  u.  Qesundh.-Techn.  10  (1958) 
Nr.  10  8.  209/18. 


[62]  Matukowitt,  H.,  u.  W,  Samwer:  Deutsche 
Erfahrungen  mit  elektrischer  Spelcber- 
Raumheizung.  BrennstoCf-Wärme-KraA 
(BWS)  10  (1958)  Nr.  9  S.  428/24. 

[63]  Dolega,  U. :  Zur  Berechnung  einer  elek- 
trischen Infrarot-Raumheizung.  Qesundh.- 
Ing.  SO  (1959)  Nr.  5  S.  129/35. 

[64]  Hentel,  H. :  Physiologische  Temperatur- 
regelung und  künstliches  Klima.  Hels.- 
Lflft.-Haustechn.  (HLH)  •  (1958)  Nr.  7 
S.  170/76. 

[65]  Jenningit  B.  H.:  Research  on  human  com- 
fort  and  environment.  Heat.  Pip.  A  Air 
Condit.  30  (1958)  Nr.  10  S.  111/14. 

[66]  Oruber,  J.:  Neuzeitliche  Konstmktlons- 
rlchtlinien  beim  Bau  von  Zentrifügalventi- 
latoren.  Heiz.-Lüft.-Haustechn.  (HLH)  10 
(1959)  Nr.  6  S.  162/66. 

[67]  Mareinowtki,  H.:  Einstufige  Torbover- 
dichter.  Chemie-Ing. -Techn.  31  (1959) 
Nr.  4  8.  237/47. 


1324 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28    1.  Oktober 


und  Leistungsbedarf)  sowie  über  deren 
genaue  Messung  herrseben  vielfach 
noch  unklare  Vorstellungen  [68;  09]. 

Bei  der  Planung  von  Lüfteranlagen 
hat  die  Ebitscheidung  zwischen  der 
axialen  und  der  radialen  Bauart  große 
Bedeutung  für  den  Bauaufwand  [67]. 
Hierbei  sei  auf  dem  Ziel  dienende  Ent- 
wicklungsarbeiten hingewiesen,  auch 
bei  spezifisch  langsam  laufenden  Ra- 
diallüftem  gute  Wirkungsgrcbde  zu  er- 
reichen [70].  Li  diesem  Zusammen- 
hang sei  femer  eine  Untersuchimg 
über  Optimalprobleme  bei  Radial- 
lüftem  erwähnt  [71]. 

Bei  den  AxiaUüftem  wurde  eine 
neue  geräuscharme  Baucurt  mit  hohen 
Druckkennwerten  bekannt  [72].  Hier- 
bei sind  die  beiden  Flügelräder  gegen- 
läufig und  ohne  Leitschaufelkranz 
zwischen  der  ersten  und  der  zweiten 
Stufe  angeordnet.  Mittels  relativer 
Drehzahländerung  der  beiden  Stufen 
läßt  sich  der  Lüfter  vorteühafb  regeln 
[73].  Bei  gleichzeitiger  Lauf-  und 
Drallschaufelverstellung  ergibt  sich 
ein  Arbeitsbereich,  der  größer  als  bei 
jeder  anderen  bisher  bekannten  Bau- 
art ist.  Die  Drehzahländerung  besorgt 
ein  elektrischer  oder  ein  hydrostati- 
scher Antrieb.  Eine  neue  Trommel- 
läofer-Bauart  mit  hohen  Druck-  und 
Lieferkennwerten,  großer  Geräusch- 
armut und  niedrigen  Herstellkosten 
zeichnet  sich  durch  einen  hohen  Wir- 
kungsgrad euis  [74;  75]. 

Da  man  den  Gesamtwiderstand  ei- 
ner Lüfteranlage  nur  selten  genau  be- 
stimmen kann,  konmit  es  manchmal 
vor,  daß  der  Lüfter,  dessen  Größe  all- 
gemein nach  einem  Auswahlblatt  be- 
stimmt wird  [76],  während  des  Be- 
triebe nicht  in  seinem  Optimalbereioh 
arbeitet.  Li  solchen  Fällen  geliugt  es, 
für  den  Eadiallüfter  die  Breite  eines 
neuen  Flügelrads  zu  berechnen,  dessen 
Kennlinie  von  der  Widerstandslinie 
im  Bestpunkt  geschnitten  wird  [77]. 

Bei  der  Parallel-  und  der  Hinter- 
einanderschaltung von  Lüftern  muß 
man  das  Zusammenwirken  der  ELozel- 
k^uüinien  genau  studieren,  um  ein 
stabiles  Arbeiten  der  Gesamtanlage 
sicher  zu  stellen.  Hierbei  bewährt  sich 


eine  symbolische  Schreibwelse  in  An- 
lehnimg an  den  Brauch  in  der  Elek- 
trotechnik [78;  79].  Für  die  einheit- 
Uche  Geräuschmeesung  an  Lüftern 
ergaben  sich  aus  einer  Dimensions- 
analyse Gleichungen  für  die  Schall- 
intensität [80]. 

Lüftung 

Der  Neuentwurf  der  Grundregeln 
zu  den  VDI-Lüftungsregeln  wurde 
veröffentlicht  [81].  Diese  Grundregeln 
enthalten  die  Hauptbegriffe  der  Lüf- 
tungstechnik,  die  SinnbUder  für  die 
zeichnerische  Darstellung  und  Richt- 
linien für  die  vier  Hauptgruppen  lüf- 
tungstechnischer Anlagen:  1.  einfache 
Lüftungsanlagen,  2.  Lüftungsanlatgen 
mit  Entfeuchtimg,  3.  Lüftungsanlatgen 
mit  Kühlung  und  teüweiser  Entfeuch- 
tung sowie  4.  Klimaemlagen.  Die  tech- 
nische Ausgestcdtung  der  Zentralen, 
schwingungs-  und  schalltechnische 
Maßnahmen  zwecks  Vermeidens  von 
Greräuschbelästigungen  sowie  die  wich- 
tigsten feuerpolizeilichen  Vorschriften 
werden  ebenfalls  behandelt.  Li  den 
VDI- Sonderregeln  für  Versammlungs- 
räume [82]  findet  man  Richtwerte  für 
hygienische  und  technische  Anforde- 
rungen an  Versammlungsräume,  Zu- 
luftraten, Temperatur-  und  Feuchtig- 
keit der  Raumluft,  die  Luftführung 
im  Raum  sowie  Grenzwerte  der  Ab- 
kühlungsreize und  der  Anlagenlaut- 
stärke [83]. 

Eine  VDI-Richtlinie  über  das  Lüf- 
ten von  Laboratorien  [84]  enthält  über 
die  Grundregeln  [81]  hinausgehende 
Festlegungen,  die  bei  der  Lüftung  von 
Laboratorien  —  wie  (Lidustrie-,  Hoch- 
schul- und  Listitutslaboratorien,  Kurs- 
sale, Sonderlaboratorien  für  Profes- 
soren und  Assistenten,  Forschungsla- 
boratorien) —  zu  beachten  sind.  Bei 
Laboratoriumsarbeiten  müssen  aus 
betriebUchen  und  vor  allem  aus  ge- 
sundheitUchen  Gründen  die  entstehen- 
den Dämpfe,  Gase  oder  Stäube  durch 
Tischabsaugungen,  Schnüffelleitungen 
oder  Abzüge,  mögUohst  an  der  Ent- 
stehungsstelle, erfaiSt  und  ins  Freie 
abgeführt  werden  [86 ;  86].  Die  Richt- 
linie [84]  umfaiSt  Richtwerte  für  die 


Luftleistimg  (Abluft,  Zuluft,  Außen - 
lufb,  Ansaugstellen),  die  Reinigung 
der  Luft,  das  Reinhalten  der  Anlage, 
die  Luftführung  im  Raum,  Zugfreiheit, 
Geräusche  und  Raumluftzustände.  Es 
folgen  femer  bauliche  und  apparative 
Vorschläge  für  das  Erstellen  der  Zu- 
und  Abluftzentralen,  das  Anordnen 
der  Kanäle  usw.,  und  zwar  in  bezug 
auf  die  Wirtschaftlichkeit,  die  Regel- 
barkeit und  die  Brandsicherheit.  So 
wird  z.  B.  die  Zuluftzentrale  für  ein 
Industrielaboratorium  zweckmäßig  mit 
zwei  pckrallel  geechcklteten  Radial-  oder 
AxiaUüftem  ausgestattet,  weU  bei  Re- 
paraturen oder  Umstellungen  im  La- 
boratorium dann  ein  Lüfter  die  Luft- 
f  örderung  noch  übernehmen  kann  und 
je  nach  der  Kennlinie  bis  zu  Zweidrittel 
des  Soll-Förderstroms  Uefert.  Femer 
sind  in  [84]  die  Werkstoffe  für  die  Ab- 
luftkanäle (einschheßhch  ihrer  Ver- 
wendbarkeitsgrenzen) und  die  Min- 
destwanddicken  für  verschiedene  Bau- 
stoffe angegeben.  Die  Bestimmungen 
über  Abnahmemessungen  in  [84]  ent- 
sprechen denen  der  Grundregeln  [81]. 
Schließlich  findet  man  in  [84]  noch 
SinnbUder  zur  zeichnerischen  Dar- 
steUung  der  LüftungsmögUchkeiten 
sowie  Beispiele  zur  Raumgestaltung, 
ein  Diagramm  zur  Kanalbemessung 
sowie  Tafeln  über  die  chemische  Be- 
ständigkeit, den  Korrosions-  und  den 
Säureschutz  der  Werkstoffe  [87]. 

Der  Bau  von  Luftschleusen  für 
große  Eingänge  von  Geschäfts-  und 
Warenhäusern  setzte  sich  in  letzter 
Zeit  inmier  mehr  durch  [88].  Solche 
Luftschleusen  gewähren  einen  unge- 
hinderten, für  den  Raum  zugfireien 
Durchgang  und  trennen  das  Lmen- 
klima  vom  Außenluftzustand.  Der 
damit  verbundene  Komfort  und  die 
Anziehungskraft  auf  das  Publikum 
gleichen  die  hohen  Anschaffungs-  und 
Betriebskosten  weitgehend  aus.  Man 
bemißt  die  Schleusen  vorwieg^id  noch 
auf  Grund  von  Erfährungswerten, 
doch  liegen  einige  Anhaltswerte  über 
die  Zuluftmenge,  d^i  Wärmeverlust, 
die  Ausblasetemperatur,  die  Zuluft- 
geschwindigkeit und  die  Regelung 
dieser  Anlagen  vor  [88]. 


[48]  M»cinow$H,  H.:  Druckerhöhung.  Wir- 
kuMgrsd  und  Leüitungsbedarf  bei  Venti- 
lAtoien.  Heiz.-Lüft.-Hau8techn.  (HLH)  10 
(1960)  Nr.  e  S.  141/48. 


[00]  Beitm,  W. :  Eindeutige  Druclcangaben  für 
die  Auswahl  von  Ventilatoren.  Heix.- 
LAfk-Hauatechn.  (HLH)  0  (1958)  Nr.  10 
S.  266/68. 

[70]  Koep9ely  H. :  Spezifisch  langsam  laufende 
SadlalTentilatoren  mit  hohem  Wirkungs- 
grad. Heis.-Lflft.-Haustechn.  (HLH)  10 
(1969)  Nr.  6  8.  177/78. 

[711  Bntier,  B. :  Optimalprobleme  bei  Radlal- 
Iflftem.  Heia.-Lflft.-Hau8techn.  (HLH)  10 
(1969)  Nr.  6  8. 155/61. 

[72]  Tnuptl,  W.:  Versuche  an  einem  gegen- 
ttuflgen  Azialventilator.  Hei£.-Lttft.- 
Haustechn.  (HLH)  10  (1959)  Nr.  1  S.  6/13. 

[73]  Laäkso»  H. :  Be-  und  Bntlflftung  von  Labo- 
xatorien  in  der  chemischen  Industrie  (Ab- 
schnitt: Neuartige  Ventilatoren  und  deren 
AatriebamögUchkeiten).  (Jesundh.-Ing.  00 
(1969)  Nr.  0  8.  258/70. 


[74]  Laakio,  H,:  Neuartige  Lfifterkonstruktion 
als  l^mmellAufer  mit  optimal  hohen 
Druck-  und  Durchflufikennwerten.  VDI-Z. 
101  (1959)  Nr.  2  8.  41/44. 

[75]  Zimmermann,  W. :  Drehbares  VentUator- 
geh&use,  kombiniert  mit  TrommellAufer 
oder  Hochleistungsrad.  Installation  31 
(1959)  Nr.  2  8.  49/58. 

[76]  LaaktOt  H. :  Aufbau  eines  Auswahlblattes 
fOr  Ventilatoren  (Buss.).  Teschka  Pro- 
mischlenost  7  (1958)  Nr.  11  8.  29/88. 

[77]  Bommet,  L.:  Über  den  Binfluß  der  wirk- 
samen Laufradbreit«  auf  die  Kennlinie 
eines  Radiallfifters  mit  rQckw&rts  ge- 
krümmten Laufschaufeln.  VDI-Z.  101 
(1959)  Nr.  12  8.  465/62. 

[78]  JRte^r,  W.:  Zweiventilatorenbetrieb  mit 
Querverbindung.  Heiz.  -Lflf t.  -Haustechn. 
(HLH)  10  (1959)  Nr.  6  8.  149/54. 

[79]  Mtdtow,  R.:  Ventilatorschaltung  In  sym- 
bolischer Schreibweise.  Hei£.-LQft. -Haus- 
techn. (HLH)  10  (1959)  Nr.  6  8.  178/77. 

[80]  Orünewald,  W. :  Vorschlag  für  eine  einheit- 
liche (Jerftuschmessung  an  Ventilatoren. 
Heiz.-Lflft.-Haustechn.  (HLH)  10  (1959) 
Nr.  6  8.  167/72. 


[81]  VDI-Lflftungsregeln:  Grundregeln.  DIN 
1946,  Blatt  1  (Entwuxf)  Januar  1959. 

[82]  VDI-Lflftungsregeln:  Sonderregeln  fflr 
Versammlungsräume.  DIN  1946.  Blatt  2 
(Entwurf)  Januar  1959. 

[88]  Raiß,  W.:  Neubearbeitung  der  VDI-Lflf- 
tungsregeln. W&rme-»  Lflftungs-  u.  Qe- 
sundh.-Techn.  11  (1959)  Nr.  1  8. 10/11. 

[84]  VDI-Bichtlinie  2051:  Lflftung  von  Labo- 
ratorien. Dezember  1958. 

[85]  Laakto,  H. :  Die  Be-  und  Entlflftung  von 
Laboratorien.  Wärme-,  Lflftungs-  u.  Ge- 
sundh.-Techn.  11  (1959)  Nr.  8  S.  47/59. 

[86]  Laak$Ot  H. :  Sonderregeln  fflr  Be-  und  Ent- 
Iflftung  von  Laboratorien  und  Kursälen. 
VDI-Nachr.  12  (1958)  Nr.  25  8.  15. 

[87]  Loakio,  H. :  Sonderregeln  fflr  Be-  und  Bnt- 
lflftung von  Laboratorien  und  Kursälen. 
Wärme-,  Lflftungs-  u.  Oesundh.-Techn.  11 
(1959)  Nr.  2  S.  35/36. 

[88]  Kidutler,  J.:  Luftschleusen  fflr  Geschäfts- 
und Warenhäuser.  Gesundh.-Ing.  70  (1958) 
Nr.  10  S.  296/99. 


VDI-Z.  IM  (1959)  Nr.  28    I.Oktober 


1325 


Die  lufttechnischen  Anlagen  des. 
jetzt  fertiggestellten  Wagenburgtun- 
nels in  Stuttgart  werden  in  [89]  be- 
schrieben. Ein  Lüftungsentwurf  für 
Kraftffikhrzeugtunnel  umfcUit  außer 
der  Gestaltung  des  Tunnelquerschnit- 
tes» der  Bestinunung  seines  aerody- 
namischen Verhaltens,  der  Bemessung 
und  der  Form  aller  Haupt-  und  Stich - 
kanäle  der  Luftverteilung  im  Tunnel 
sowie  deren  Anschluß  an  die  Außen- 
welt und  der  Gestaltung  der  Lüftungs- 
öfihungen  im  Verkehrsraum  auch  die 
Auslegung  der  Lüfter  und  ihrer  An- 
triebe, die  Wahl  des  zweckmäßigsten 
Lüftungssystems  sowie  die  grundsätz- 
liche Gestaltung  der  Lüftungsstationen 
mit  allen  Hilfseinrichtungen. 

Lüftungsanlagen  großer  Kongreß- 
hallen werden  cun  Beispiel  der  Kon- 
greßhalle der  Benjamin -Franklin- Stif- 
tung zu  Berlin  erörtert  [90].  Ferner 
liegen  Beschreibungen  der  Lüftungs- 
technischen Anlagen  des  Atomiums 
auf  der  Weltausstellung  in  Brüssel 
[91]  und  des  neuen  Staatlichen  Opern- 
hauses in  Berlin  [92]  vor.  Auf  dem  Aus- 
stellimgsgelände  in  Düsseldorf  wurde 
eine  dreigeschossige  Ausstellungshalle 
errichtet  und  anläßlich  einer  Ausstel- 
lung im  Mai  1958  in  Betrieb  genom- 
men. Der  Zweckbestimmung  dieser 
Ausstellungshalle  entsprechend  erga- 
ben sich  interessante  Probleme  bei 
der  Planung  und  Ausführung  der 
lüftungstechnischen  Anlagen  [93]. 

Filter-Fragen 

Für  Räume,  in  denen  kemphysika- 
lische  Untersuchungen  stattfinden,  so- 
wie für  radiofikktive  Abluft  sind  zu 
den  verschiedenen  ausländischen  Fil- 
tererzeugnissen auch  einige  gleich- 
wertige und  z.  T.  auch  billigere  deut- 
scher Faserfilter  hinzugekommen.  Die 
in  den  vergangenen  Jahren  sehr  in 
den  Vordergrund  getretenen  Elektro- 
filter  haben  nicht  die  Erwcurtungen 
erfüllt,  die  man  dieser  Fütercurt  bei 
der  Luftreinigung  von  lufttechnischen 
Anlagen  zugemessen  hatte.  Es  ist  zu 
erwarten,  daß  die  Hersteller  ihre  An- 
gaben über  die  Anströmgeschwindig- 
keit sowie  die  wirkliche  Abscheide- 
leistung verschiedener  Korngrößen 
(Wirkungsgrad)  auf  die  wirklichen 
Tatsachen  abstellen  [94;  96]. 

Eine  genormte  Prüfanlage  für  Luft- 
filter der  Lüftungs-  und  Klimatechnik 


ist  dringend  nötig.  Geeignet  als  Test- 
staub erscheinen  Quarzmehl,  Basalt 
oder  sonstige  Stoffe,  die  nicht  zur 
Koagulation  neigen.  Der  Korngrößen - 
grenzwert  kann  dabei  in  der  Größen- 
ordnung von  10  (X  liegen.  Ais  Tempe- 
raturen werden  20  ""C  :£  2  grd  und  als 
Feuchtigkeit  65%  ±  5%  vorgeschla- 
gen. Zum  Prüfen  von  Faserf  ütem,  die 
der  Abscheidung  radioaktiver  Stoffe 
dienen,  eignen  sich  Paraffinölnebel 
sowie  rcbdioaktiv  injizierte  Schwebe- 
stoffe. 

Ausblasen  und  Absaugen  von  Lull 
aus  Schlitzen 

Theoretische  und  experimentelle 
Untersuchungen  über  das  Ausblasen 
von  Luft  aus  einem  längs  zur  Verteil - 
kanalachse  angeordneten  Schlitzaus- 
laß haben  gezeigt,  daß  die  Ausblas - 
Stromverteilung,  die  Richtung  des 
ausgeblasenen  Luftetroms  sowie  der 
Druckverlustbeiwert  ^  von  einer  Kenn- 
größe K  des  Blasschlitzkcoials  und 
von  der  Form  des  Kanals  sowie  des 
Blasschlitzes  abhängen.  Bei  einem 
Verteilkanal  konstanten  Querschnitts 
mit  einem  seitlichen  Ausbkuespalt 
von  gleichbleibender  Höhe  wird  die 
VerteUung  fast  gleichmäßig,  wenn 
man  die  aus  dem  Druckumsetzungs- 
wirkungsgrad fi,  der  Kontraktions- 
zahl 6,  der  Ausblasespaltfläche  /  und 
dem  Kanalanfangsquersohnitt  Fq  ge- 
bildete Größe  l^e/Z^o"«  0,25  wählt. 
Hierfür  ergibt  sich  der  aus  dem  Ge- 
samtdruck pg^,  der  Luftdichte  q  und 
der  Eintrittegeschwindigkeit  Vq  defi- 
nierteWiderstandsbeiwert  ^ = PgeJl  Q  v* 
zu  11,76  bis  13,30,  je  nachdem, 
ob  fi  mit  0,7  oder  mit  0,8  eingesetzt 
wird.  Mit  einem  Ausblaseschlitz  von 
trapezförmiger  Ausblasfläche  im  glei- 
chen Kancd  erhält  man  bereits  für 
K  =  0,5  eine  dem  parallelen  Spcdt 
gleichwertige  AusblasstromverteUung. 
Der  Druckverlustbeiwert  erreicht  aber 
nur  ^  =  3,35  bis  3,7,  je  nach  dem 
Wert  von  97.  Das  Spalthöhenverhält- 
nis beträgt  hierfür  hJhQ  =  cos  K  nüt 
/ig  und  ^  cUs  der  Spalthöhe  am  An- 
fang bzw.  am  Ende  des  Trapezspaltes. 

Bei  Stumpfkeilkanälen  mit  paralle- 
lem Blasspalt  ist  eine  befriedigende 
gleichmäßige  Verteilung  für  J?  ^  0,5 
zu  erwarten,  wenn  man  ein  Quer- 
schnittsverhältnis Fi/Ffi  =  0,2  bis  0,1 


wählt  (mit  jPo  ^^<1  ^1  ^  <l®i^  '^^' 
fangs-  bzw.  dem  Endquerschnitt  des 
Kanals). 

Der  Spitzkeilkanal  mit  parallelem 
Ausblasspalt  ist  für  das  gleichmäßige 
Ausblasen  von  Luft  am  besten  geeig- 
net, dabei  wurde  allerdings  für  die 
Rechnung  eine  verlustlose  Luftströ- 
mung im  Kanal  angenommen. 

Bei  allen  Ausblaskanälen  müssen, 
wenn  der  Luftaustrittstrom  recht- 
winklig umlenken  soll,  Umlenkbleche 
vor  der  Auslaßöffhung  angebracht 
werden.  Eine  erste  Näherung  liefert 
die  erwähnte  Theorie  zum  Bemessen 
von  Luftverteilkanälen,  die  mehrere 
Einzelauslässe  für  den  gleichen  Luft- 
durchsatz enthalten,  wenn  man  sich 
die  Summe  der  einzelnen  Auslaß - 
flächen  durch  einen  flächengleichen 
Spalt  ersetzt  denkt  [96  bis  99].  Hier- 
bei ist  zu  beachten,  daß  für  Anord- 
nungen mit  mehreren  Wandauslässen, 
die  in  größerer  Anzahl  unmittelbar 
oder  verhältnismäßig  nahe  nebenein- 
ander liegen,  die  Gitter  nicht  nach  den 
Luftdurchsätzen  der  Einzelauslässe 
bemessen  werden.  Dies  hätte  zur  Folge, 
daß  sich  die  Wurfweite  als  viel  zu 
groß  ergäbe,  da  für  diese  der  Gresamt- 
durohsatz  gälte.  Bei  Decken-Luftaus- 
lässen treten  ähnliche  Erscheinungen 
auf  [100]. 

Bei  der  Luftbeheizung  von  Keller- 
räumen  eigibt  sich  die  günstigste  Luft- 
führung, wenn  man  die  Luft  in  Fuß- 
bodenhöhe lotrecht  an  den  Außen- 
wänden einbläst.  Hierdurch  lassen 
sich  ungleichmäßige  Temperaturver- 
teilungen  und  Zugluftersoheinungen 
vermeiden  [101].  Auch  über  die  Luft- 
strömung aus  Pralldecken-AusläsBen 
liegen  Erfahrungen  vor  [102]. 

Kiimatechnik 

Bei  Versuchsanlagen  für  Forschungs- 
arbeiten müssen  häufig  Bedingungen 
hinsichtlich  der  Genauigkeit,  der  Re- 
gelfähigkeit, des  Betriebsbereichs  usw. 
erfüllt  werden,  die  die  Anforderungen 
an  übliche  Einrichtungen  wesentlich 
übersteigen.  Die  Lösung  solcher  Auf- 
gaben führt  zu  Anlagen,  die  auch  für 
gewöhnliche  Ausführungen  Eigebnisse 
liefern.  Als  ein  Beispiel  ist  ein  Gerät 
für  Forschungszwecke  beschrieben, 
das  eine  größere  Anzahl  von  kleinen 


[80]  Kreß,  H.  H. :  Die  LflftungMnlagen  des 
Wagen bargtnimels  In  Stuttgart.  Heiz.- 
Lfift.-HauBtechn.  (HLH)  §  (1958)  Kr.  7 
S.  182/84. 

[00]  Stiglbauer,  W.:  Heizungs-  und  Lüftungs- 
anlagen großer  Kongreßhallen.  Gesundh.- 
Ing.  7§  (1068)  Nr.  8  S.  225/27. 

[Ol]  Hudel,  B.:  Die  Heizung«-  und  LOftungs- 
aniage  des  Atomiums  auf  der  Weltausstel- 
lung in  Brüssel.  Haustechn.  Rdsch.  67 
(1058)  Kr.  12  8.  285/88. 

[02]  Hudel,  B. :  Die  w&rme-  und  lüftungstech- 
nischen Anlagen  im  Staatlichen  Opernhaus 
in  Berlin,  Unter  den  Linden.  Haustechn. 
Rdsch.  67  (1058)  Nr.  0  S.  217/23  u.  Nr.  10 
8.  237/30. 


[08]  Drie§en,  W.:  Lüftung  und  Luftlcühlung 
einer  modernen  Mehrgeschoß-Ausstellungs- 
halle.  Oesundh.-Ing.  80  (1059)  Nr.  3  S.  65 
bis  60. 

[04]  Laakto,  H. :  Be-  und  Entlüftung  von  Labo- 
ratorien in  der  chemischen  Industrie  (Ab- 
schnitt: Zum  Luftfilterproblem).  Gtesundh.- 
Ing.  80  (1050)  Nr.  0  S.  253/70. 

[05]  Laakto,  H. :  Sonderregeln  für  Be-  und  Ent- 
lüftung Yon  Laboratorien  und  Kursälen. 
WArme-,  Lüftungs-  u.  Oe8undh.-Techn.  11 
(1050)  Nr.  2  S.  35/36. 

[06]  SehaUuUU,  S. :  Ausblasen  von  Luft  aus 
einem  lAngs  zur  Verteilkanalachse  angeord- 
neten Schlitz.  Heiz.-Lüft.-Haustechn. 
(HLH)  §  (1058)  Nr.  10  S.  260/75. 

[07]  LaaktOt  H. :  Be-  und  Entlüftung  von  Labo- 
ratorien in  der  chemischen  Industrie  (Ab- 


schnitt:   Dimensionierung    der    KanUe). 

(}e8andh.-Ing.  M  (1050)  Nr.  0  8.  268/70. 
[08]  •  BtgetueheÜ,  B. :  Ausblase-  und  Abaange- 

kanUe  lufttechnischer  Anlagen.  In:  VDI- 

Berichte  Bd.  34.  Düsseldorf  1050;  S.  21/84. 
[99]%Laak*Ot  H.:  Zur  Dimensionierung  von 

Ausblaskanftlen  in  lufttechnischen  Anlagen. 

In:  VDI-Berichte  Bd.  84.  Düsseldorf  1059; 

8.  85/88. 
[iOO]  Häutler,  W.:  Wie  werden  die  modernen 

Induktions-Luftausl&sse  richtig  bemeaeen 

und   angeordnet?   Installation   30   (1068) 

Nr.  6  8. 143/40. 
[101]  Wnght,  J.  R.,  u.  D.  R.  BahnfUth:  Supply 

outlet  locations  for  basement  heating.  Heat. 

Pip.  A  Air  Ck)ndit.  30  (1058)  Nr.  8  8. 137 

bis  144. 
[102]  Rydberg,  J.:  Luftstralar  fran  tallaiksventi- 

lar.  Tidschrift  för  V&rme.  Ventilation  och 

Sanit&tstechnik  20  (1058)  Nr.  10  8.  1/4. 


1326 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28    I.Oktober 


r 


Räumea  für  pflanzenbiologische  Ver- 
fluche klimatisiert  und  eine  Tempera- 
torkoDJBtanz  von  db  0,1  grd  sowie  eine 
Feuchtekonstanz  von  ±  2%  verwirk- 
Ucht  [103]. 

Die  fachgerechte  Klimatisierung  von 
Operationssälen  ist  heute  eine  Not- 
weodigkeit  [104].  Die  Konzentra- 
tionsfähigkeit und  die  Arbeitslust  des 
meist  überforderten  Krankenhausper- 
Booals  erhalten  durch  die  Kümati- 
siening  einen  wesentlichen  Auftrieb; 
Fehlentscheidungen  und  manche  Un- 
achtsamkeit bzw.  Nachlässigkeit  kön- 
nen so  verhindert  werden.  Zudem 
bildet  der  überwiegende  Teil  aller 
Gase  und  Dämpfe,  die  man  in  der 
neuzeitlichen  Anästhesiologie  verwen- 
det, mit  der  für  eine  Narkose  erforder- 
lichen Luft-  oder  Sauerstoff-Vermi- 
schung brennbare  bzw.  explosible  Ge- 
mische und  ist  aus  diesem  Grund  in 
einwandfreier  Weise  abzuführen. 

In  den  Vereinigten  Staaten  von 
Amerika  sind  —  bedingt  durch  die 
dortigen  klimatischen  Gegebenheiten 
—  fast  €kUe  Reisezugwagen  der  ver- 
schiedenen Eisenbahngeeellschaften 
mit  Ellimaanlagen  versehen.  Dagegen 
befindet  sich  bei  den  europäischen 
Bahnverwaltungen  der  Bau  von  Kli- 
maanlagen noch  mehr  oder  weniger 
im  Entwicklungastadium  [105].  In 
den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika 
hat  sich  für  fireizügig  verwendbare 
Reisezugwagen  die  sog.  klassische 
Klimaanlage  (auch  „Standardform  der 
Klimaanlage**  genannt)  herausgebildet. 
Sie  ist  gekennzeichnet  durch:  1.  eine 
thermostatisch  geregelte  Grundhei- 
zung für  den  Dampfbetrieb,  2.  die 
Anordnung  des  Klimageräts  und  der 
Zohiftkanäle  im  Dachraiun,  3.  die 
Einführung  der  Zuluft  über  Anemo- 
staten,  4.  das  Vorhandensein  von 
Multiventplatten  oder  sonstigen  Ver- 
teilerschlitzen  in  der  Decke,  5.  die  Ab- 
fuhr der  Fortluft  in  den  Nebenräumen 
mittels  motorisch  angetriebener  Luft- 
sauger, 6.  die  Anordnung  der  Kälte- 
mittelverdichter  und  der  Kältenuttel- 
verflüssiger  unter  dem  Wagen  sowie 
7.  die  Stromversorgung  durch  von  der 
Achse  angetriebene  Stromerzeuger  und 
Pnfferbatterien.  Ein  allgemeines  Ein- 
fuhren von  Klimaanlagen  bei  den  eu- 
ropäischen EisenbcJmen  dürfte  in  ab- 
sehbarer Zeit  wogen  der  hohen  An- 
achaffungs-  und  Betriebskosten  nicht 


in  Betracht  kommen.  Wohl  aber  wird 
man  hochwertige  Feüirzeuge,  wie 
Schlaf-,  Speise-  und  Salonwagen  so- 
wie Einzelwagen  für  Luxus-  und  Fem- 
schnellzüge  mit  Klimaanlagen  ver- 
sehen müssen.  Eine  Vereinheitlichung 
bestimmter  Teüe  der  Klimaanlagen» 
besonders  ihrer  Antriebsmotoren,  und 
vor  allem  eine  einheitliche  Energiever- 
sorgung der  einzelnen  Fahrzeuge  ist 
anzustreben;  denn  nur  auf  diese 
Weise  können  die  Beschaffungs-  und 
Unterhaltkosten  gesenkt  und  der 
Grenzübergang  von  Fahrzeugen  mit 
Klimaanlagen  erleichtert  werden 
[106;  107]. 

Ein  allgemeiner  Überblick  über  kli- 
matechnische Anforderungen  luid  kon- 
struktive Bedingungen  der  Flugzeug- 


Bordklimaanlagen  zeigt  die  bestehen- 
den Probleme  auf  [108]. 

Lüftimgs-  und  Klimaanlagen  werden 
in  den  letzten  Jahren  auch  in  Deutsch- 
land wiederholt  als  Hochdruckanlagen 
(„Hochgeschwindigkeitsanlagen"  nut 
Luftgeschwindigkeiten  in  der  Größen- 
ordnung von  10  bis  20  m/s)  ausge- 
bUdet.  Die  Wahl  des  geeigneten  In- 
duktionsapparates ist  ausschlaggebend 
für  die  Güte  der  Anlage  [109  bis  112]. 
Es  wurden  Versuche  unternommen,  die 
Klima-  und  Lüftungsanlagen  nach 
den  verschiedenen  Ausführungen  im 
In-  und  Ausland  zu  kennzeichnen 
[113].  Dabei  ging  man  vom  Wasser- 
gehalt des  Innenklimas,  der  Luftauf- 
bereitung, der  Ausführung  und  dem 
Verwendungszweck  der  Anlagen  aus. 


Wärmepumpen 


Die  Wärmepumpen  gewannen  in 
den  letzten  Ja.hren  für  die  Klimatech- 
nik, die  Heiziuigstechnik  und  die 
Warmwasserbereitung  an  Bedeutimg. 
Mit  ihrer  Hilfe  kann  man  die  Elek- 
trizität für  die  genannten  Zwecke 
besser  auswerten  als  auf  dem  Wege 
über  die  Widerstandswärme  [114]. 
Mit  Wärmepumpen  betriebene  Klima- 
anlagen lassen  sich  ohne  weiteres 
vom  Heiz-  auf  den  Kühlvorgang  imi- 
schaJten.  Hierbei  werden  durch  den 
Einbau  von  Dreiwegventilen  die  Funk- 
tionen des  Verdampfers  und  des  Kon- 
densators vertauscht  [115].  Um  die 
Wärme-  bzw.  die  Elälteleistimg  bei 
beiden  Kreisläufen  möglichst  im  glei- 
chen RcJxmen  zu  halten,  darf  im 
Winter  bei  sinkender  Aiißentempera- 
tur  die  Wärmeleistung  nur  wenig 
ansteigen.  Dies  wird  durch  Mischen 
von  Raum-  imd  Außenluft  erreicht 
[116].    G^enüber   den   brennstoffge- 


feuerten Kesseln  sind  folgende  be- 
sonderen Vorteile  der  Wärmepumpen 
zu  nennen  [117].  Die  Atmosphäre 
wird  nicht  mit  Rauch,  Ri^  und  Ver- 
brennungsgasen verunreinigt;  die  An- 
fuhr von  Brennstoff  und  die  Abfuhr 
der  Schlacken  entfallen.  Dies  ist 
in  Wohn-,  Geschäfts-  und  Villenvier- 
teln von  Städten  sowie  in  Luftkur- 
orten, Sportzentren  und  Badestädten 
von  Bedeutung. 

Untersuchimgen  der  Wirtschaftlich- 
keit und  der  Betriebsweise  von  Wär- 
mepumpenanlagen zur  Kühlimg  der 
täglich  anfallenden  Müch  einer  Dorf- 
gemeinschafb  und  ziun  Erzeugen  von 
Warmwasser  für  eine  Wäscherei  ha- 
ben gezeigt,  dai3  die  Wärmepumpe 
bei  den  gegebenen  Bedingungen  (zu 
kleiner  Wärmebedarf)  nur  unbedeu- 
tende Grewinne  gegenüber  der  rein 
elektrischen  Warmwassererzeugung 
bringt  [118]. 


Regelungstechnik 


Die  zentrcde  Regelung  der  Heiz- 
leistung von  Pumpen-Warmwasser- 
heizimgsanlagen  zum  Anpassen  an  den 
sich  mit  der  Außentemperatur  än- 
dernden Wärmebedarf  geschieht  durch 
Überwachen  der  Rücklauftemperatur 
bzw.  durch  den  Einbau  eines  zweiten 
Thermostaten  in  die  Rücklaufsam  - 
melleitung.  Der  Thermostat  in  der 
Vorlauf  leitung  braucht  nur  das  Über- 


schreiten einer  Höchsttemperatur  zu 
verhindern  [119]. 

Li  Frankreich  hat  man  einen  neuen 
einfachen  Regler  für  mit  festen  Brenn- 
stoffen geheizte  Feuerstätten  heraus- 
gebracht. Er  eignet  sich  besonders 
zum  Regeln  von  EUeinfeuerstätten 
für  feste  Brennstoffe,  wie  Zimmeröfen, 
Einsatzöfen  sowie  Etagen-  und  Herd- 
keesel  [120].  Dieser  Regler  erfüllt  die 


(109]  Srinttimger,  W,:  BUimaanlagen  mit  hoher 
Feachügkeits-  nnd  Temperatargenaiiigkeit. 
KUteteehnlk  11  (1960)  Kr.  1  S.  12/14. 

[IMlffordsr,  JET.J.:  Klimaanlagen  rar  Sicher- 
heit im  modernen  Operationsranm.  Oe- 
fimdh.-Ing.  7§  (1068)  Nr.  6  S.  161/66. 

[106]  B9km,  F. :  Klimaanlagen  in  Fahrzengen  der 
eoropiiflelien     Biaenbahnverwaltnngen. 
KUteteehn.  10  (1068)  Kr.  12  B.  804/400. 

(106]  •  Sdkmib,  W.:  Die  EUteanlage  im  Fahr- 
leag  da  Heirangs-  nnd  Kflhlanlage.  In: 
VDI-Berlchte  Bd.  34.  DflBteldorf  1060; 
8.  6/10. 

[107]  BMm,  F.:  Klimaanlagen  in  Fahrzeugen 
der  eniopiiachen  Bisenbahnyerwaltungen. 
In:  VDI-Beiichte  Bd.  84.  DOBseldorf  1060; 
8. 63/88. 

[108]  •  Boek,  H. :  KHmatiirterung  von  Verkehrs- 
flngzengen.  In:  VDI-Berichte  Bd.  34. 
Dfleeeldoif  1060;  8. 86/00. 


[100]  Amcid,  J.r  Induktionsapparate  in  Hoeh- 
dmok-Klimaanlagen.  (}esundh.-Ing.  80 
(1060)  Kr.  6  S.  161/67. 

[110]  Lang,  O.:  Hochdruck-Klimaanlagen.  K&lte 
12  (1060)  Kr.  8  8. 117/23. 

[111]  Neu,  H.\  Hochdruck-Klimaanlagen.  Ener- 
gie 11  (1060)  Kr.  2  8.41/44. 

[112]  •  Roba,  A.  H.\  Les  ÖJecto-convecteurs  ont 
le  mailagne  du  corps  de  chauffe  ayec  la 
bouche  de  cUmatisation.  Bxtrait  de  la 
revue  ».Ohaleur  et  Ciimats"  (1060)  S.  1/24. 

[113]  Maea,  F.:  Typisierung  der  Klimaanlagen. 
(}esundh.-Ing.  80  (1060)  Kr.  6  8. 176/81. 

[IIA]  Deich,  B.i  Warmwasserbereitung  mit 
Klein w&rmepumpen.  Sanlt&re  Techn.  23 
(1068)  Kr.  0  S.  861/63. 

[115]  Quemel,  E.-H.:  Anwendungsmöglichkeiten 
von  W&rmepumpen  in  Klimaanlagen. 
HeU.-Lüft.-Haustechn.  (HLH)  10  (1050) 
Kr.  4  S.  103/00. 


[116]  Häuüer,  W.:  Die  Klein- W&rmepumpe,  ein 
zukunftsreicher  Energieverbraucher.  Blek- 
trizit&tsverwertung  (Zürich)  34  (1060) 
Kr.  2  S.  10/24. 

[117]  OtUrtag,  Ä.:  Wirtschaftliches  Heizen  mit 
Wärmepumpen.  VDI-Kachr.  13  (1050) 
Kr.  3  s.o. 

[118]  Huftehmidt,  W.,  u.  F.  FriUen:  Untersu- 
chungen an  einer  W&rmepumpenanlage  in 
der  Landwirtschaft.  KUteteehn.  10  (1068) 
Kr.  0  8.  206/06  u.  Kr.  10  S.  326/30. 

[110]  9.  d,  Marü,  Ä.:  Über  die  zentrale  Regelung 
von  Pumpen- Warmwasserheizungsanlagen. 
Haustechn.  Rdsch.  68  (1060)  Kr.  2  8. 32/36. 

[120]  Sisgmund,  H.:  Bin  einfacher  Begier  fflr 
Feuerst&tten  mit  festen  Brennstoffen. 
Heiz.~L1kft.-Haustechn.  (HLH)  10  (1050) 
Kr.  3  8.  62/64. 


VDI-Z.101  (1959)  Nr.  28   I.Oktober 


1327 


an  selbsttätig  geregelte  Einzelöfen 
für  feste  Brennstoffe  gestellten  Forde- 
rungen. (Zugschwankungen  werden 
abgefangen,  ein  einwandfreier,  gleich- 
bleibender Dauerbrand  ist  gewähr- 
leistet, die  Leistung  bleibt  nach  oben 
begrenzt,  so  daß  Schlackenbildungen 
und  Beschädigungen  der  Öfen  durch 
Überheizen  verhindert  werden.) 

Bei  einer  neuen,  außentemperatur- 
abhängigen Regelanlage  für  Warm- 
wasserheiztuigen  [121]  dient  zum  Erfas- 
sen der  Außen-  und  der  Vorlauftem- 
peratur ein  besonderer  Kontaktgeber, 
der  im  Prinzip  auf  dem  seit  Jahren 
bewährten  Kontaktfemthermometer 
beruht.  Die  in  dem  Kontaktgeber 
eingebaute  Anzeige-  und  Kontakt- 
einrichtung wird  von  einer  mit  Queck- 
silber gefüllten  Meßdose  beeinflußt, 
die  über  zwei  Kapillaren  mit  zwei 
ebenfalls  mit  Quecksilber  gefüllten 
Temperaturfühlern  verbunden  ist.  Der 
eine  Fühler  mißt  die  Vorlauftempera- 
tur (Regelgröße),  der  andere  Fühler 
die  Außentemperatur  (Führungs- 
größe). Der  außerordentlich  günstige 
Preis  dieses  Kontaktgebers  (einschließ- 
lich des  Vorlauf-  und  des  Außen- 
temperaturfühlers) ermöglicht  in  Ver- 
bindung mit  einem  normalen  Schritt- 
schaltreleds  eine  wirtschafbliche  Regel- 
anlage. 

Neuere  Versuche  führten  zu  einer 
technischen  Beurteilimg  der  Symos- 
Zentralheizungsautomatik  [122].  Der 
Symos-Regler  für  Kokskessel  besteht 
aus  einem  Anbaugebläse  mit  einge- 
bauter, frei  schwingender  Luftab- 
schliißklappe.  Das  Gebläse  wird  auf 
der  AschfcJltür  befestigt.  Die  Versuchs- 
ergebnisse zeigen  den  Verlauf  der 
Raum-,  der  Außen-  imd  der  Kessel- 
vorlauftemperaturen.  Femer  erhält 
man  Aufschlüsse  über  den  Brennstoff- 
verbrauch, die  Brennstoffanalysen  so- 
wie die  feuerungstechnischen  Messun- 
gen- 

Die    besonderen    Vorteile    der    01- 

feuerung  kommen  auch  erst  dann  voll 
und  ganz  zur  Geltung,  wenn  man  die 
Steuerung  bzw.  die  Regelung  so  ge- 
staltet, daß  alle  die  Raumtemperatur 
bzw.  das  Wohlbefinden  der  sich  in 
den  Räumen  aufhaltenden  Menschen 
beeinflussenden  Größen  bei  der  Rege- 
lung des  ölbrenners  berücksichtigt 
werden  [123;  124]. 

Die  Bedeutung  von  Wärmemengen- 
messungen bei  der  betriebsmäßigen 
Überwachung  von  industriellen  Warm- 


lind  Heißwasseranlagen  nimmt  mit 
der  Verbreitung  solcher  Anlagen  stetig 
zu  [125].  Über  den  Erfolg  oder  Miß- 
erfolg  getroffener  Maßnahmen  im 
Betrieb  kann  niu*  eine  Nachkalkula- 
tion der  Wirtschaftlichkeit  bzw.  eine 
Energiebilanzrechnung  Aufschluß  ge- 
ben. Die  Grundlagen  hierzu  liefert 
eine  Messung  der  gelieferten  oder  der 
bezogenen  Energie.  Bei  der  Lösung 
von  Aufgaben  dieser  Art  kommt  es  in 
erster  Linie  auf  die  innerhalb  einer  be- 
stimmten Zeitspanne  abgegebene  Wär- 
memenge an.  Ein  vollwertiger  Indu- 
strie-Wärmemesser muß  deshalb  so- 
wohl die  Wärmeleistiuig  als  auch  ihr 
Integral  über  die  Zeit  erfassen  können. 
Einzelteile  der  Meßanlage,  wie  die 
Temperaturfühler  (Flüssigkeitsfühler, 
Thermoelemente,  elektrische  Wider- 
standsthermometer), die  Wassermes- 
ser (Woltmaiuizähler,  Flügelradzähler, 
Ovalradzähler,  Druckdifferenzmeßge- 
räte), und  ihre  Wirkungsweise  werden 
beschrieben  [125].  Da  die  Rechnimgs- 
und  Zähloperationen  meist  auf  rein 
elektrischem  Wege  geschehen,  ist  die 
Betriebssicherheit  außerordentlich 
hoch.  Dies  gilt  auch  für  die  Genauig- 
keit des  Meßergebnissee. 

Eine  große  Verbreitung  haben  auch 
die  als  Heizkostenverteiler  bezeichne- 
ten Verdunstungsmesser  gefunden. 
Bei  diesen  wird  das  Verdunsten  einer 
in  einem  Meßröhrchen  befindlichen 
Flüssigkeit  als  Maßstab  für  den  Wär- 
meverbrauch eines  Heizkörpers  be- 
nutzt [126;  127].  Dieses  Verfahren 
birgt  Fehlerquellen  in  sich,  die  man 
an  den  einzelnen  Heizkörpern  einer 
Anlage  —  wenn  überhaupt  —  nur  sehr 
schwierig  und  mit  hohen  Kosten  zu 
erfassen  verm£ig.  Sind  einer  zentralen 
Heizanlage  verschiedene  Heizkörper- 
arten angeschlossen  (wie  Radiatoren, 
Konvektoren,  Lufterhitzer,  Klima- 
truhen usw.),  so  bereiten  die  Korrek- 
turen der  Skalen  nicht  nur  große 
Schwierigkeiten  (z.  B.  beim  Konvek- 
tor ist  die  Wärmeabgabe  außer  von 
der  Heizmitteltemperatur  auch  noch 
von  der  Schachthöhe  der  Verkleidung 
abhängig),  sondem  es  kann  gesagt 
werden,  dai3  die  zur  Verfügung  ste- 
henden Skalenteilungen  (etwa  35  bis 
40  Stück)  nicht  ausreichen. 

Bei  raumklimatischen  Untersuchun- 
gen bereitet  das  Bestimmen  der  Luft- 
geschwindigkeit Schwierigkeiten,  weil 
das  Ansprechen  der  üblichen  Hitz- 
draht-Anemometer     von     der     Strö- 


mungsrichtung  abhängt.  Bei  sebr 
kleinen  Luftgeschwindigkeiten  wird 
die  Anzeige  auch  durch  die  vom  Hitz- 
draht  hervorgerufene  natürhche  Kon- 
vektion  verfälscht.  Ein  neues  Grerät 
arbeitet  aus  diesem  Grunde  mit  nied- 
riger Hitzdrahttemperatur  [128].  Sei- 
ne Eichkurve  umfaßt  den  Geschwin- 
digkeitsbereich zwischen  0,15  und 
3,0  m/s. 

Für  die  Luftdurchsatzregelung  und 
das  Mischen  in  Lüftungs-  und  Klima- 
anlagen verwendet  man  in  fast  allen 
Fällen  eingebaute  Klappen,  die  aus 
mehreren  in  Kugellagern  drehbaren 
Gliedern  bestehen  und  durch  Gestänge 
nuteinander  verbunden  sind.  Verstell - 
motoren  drehen  diese  KJappen  selbst- 
tätig von  der  offenen  in  die  geschlos- 
sene Lage  und  umgekehrt.  Unter- 
suchungen über  die  Charakteristik 
dieser  Klappen  lieferten  wertvolle  Er- 
kenntnisse über  ihre  Widerstandsbei- 
werte  bei  verschiedenen  Klappenstell - 
winkeln  und  ihr  Verheüten  bei  der 
Durchsatzdrosselung  [129]. 

Der  bereits  erwähnte  hydrostatische 
Lüfterantrieb  [73]  kann  ebenfalls  zur 
Luftdurchsatzregelung  eingesetzt  wer- 
den [130].  Jedoch  ist  hier  bei  verschie- 
denen Einbaufällen  auf  den  hohen 
Geräuschpegel  zu  achten,  den  dieser 
Antrieb  z.  Z.  noch  verursacht.  Bei 
der  neuzeitlichen,  selbsttätigen  Rege- 
lung von  Lüftungs-  und  Luftheizungs- 
anlagen  regelt  man  in  bestimmten 
Fällen  die  Zulufttemperatur  durch 
Verändern  der  Beimischung,  durch 
Verwenden  eines  Beipasses,  durch  eine 
Zusatzheizung imd  Beimischen  u.  a.  m. 
[131]. 

Die  Fortschritte  im  Bau  elektroni- 
scher Regelanlagen  für  die  Heizung 
und  die  Lüftung  sind  unverkennbar 
[132].  Wird  z.  B.  bei  einer  Klimaanlage 
mit  außentemperaturabhängigem  SoU- 
Wert  der  Raumtemperatur  (gleitender 
Taupunkt)  gefahren,  so  besteht  die 
Möglichkeit,  ein  elektronisches  Feuch- 
tigkeitselement (bestehend  aus  einem 
elektrolytischen  Lithiumsalz,  dessen 
Leitfähigkeit  sich  mit  der  absoluten 
Feuchtigkeit  ändert)  als  Kompensa- 
tion zum  Haupttemperatur-Brücken- 
kreis  zuzuschalten.  Die  Regelgenauig- 
keit bei  Klimacmlagen  unter  dem 
Einfluß  der  Anlagen-Eigenschaften, 
das  Verhalten  einer  Regelstrecke,  ein 
reibungsfreier  \md  trägheitsfreier  Pro- 
portional-Regler  und  die  Appajrate- 
Ei^enschaften  wurden  untersucht[  133]. 


ri21]  Domagala,  B. :  Eine  neue  außentemperatur- 
abhängige Regelanlage  für  Warmwasser- 
heixungen.  Hei£.-L11ft.-Hau8techn.  (HLH) 
0  (1068)  Nr.  8  S.  213/16. 

[122]  Widmer,  W.:  Bericht  über  Versuche  mit 
einer    Symos-Zentralheizungsautomatlk. 
Schweix.   Blätter  für  Heiz.   u.    Lfift.   26 
(1060)  Kt.  1  S.  2/10. 

[128]  Landfermann,  CA.:  Die  witterungsabhän- 
gige  Regelung  bei  ölfeuerungen.  Installa- 
teur, Klempner,  Zentralheizungsbauer  13 
(1068)  Nr.  21  S.  868/78. 

[124]  Frütch,  B.:  Wirkungsgradmessungen  an 
kleinen  und  mittleren  ölgefeuerten  Dampf- 
kesseln. Olfeuer-Techn.  4  (1060)  Nr.  4  S.  10 
bis  14. 


[126]  Bemet,  E.:  Wärmemessung  in  Warm-  und 
Heißwassemetzen.  Schweiz.  Blätter  für 
Heiz.  u.  Luft.  25  (1068)  Nr.  8  S.  60/66. 

[126]  Schmitz,  J.:  Wärmemengenmesser  in  zen- 
tralgeheizten Gebäuden.  Wärme-,  Lüf- 
tungs- u.  Oesundh.-Techn.  11  (1060)  Nr.  2 
S.  23/26. 

[127]  Liebert,  H.:  Vergleichsmessungen  an  Wär- 
memengen-Meßeinrichtungen    für     Heiß- 
wassemetze.    Heiz.-Lüft.-Haustechn. 
(HLH)  10  (1060)  Nr.  6  S.  123/20. 

[128]  f emp.  J.  F.:  Omni-dlrectional  low-speed 
hot-wire  anemometer.  Heat.  Pip.  &  Air 
Oondit.  30  (1068)  Nr.  7  S.  117/20. 

[120]  Mäea,  F.:  Luftmengenregelung  und  Mi- 
schung mit  Klappen.  Gesundh.-Ing.  70 
(1068)  Nr.  7  S.  103/202. 


[130]  •  Carolt,  O.K.  F.:  Lüfterantriebe  mit 
thermostatischer  Regelung.  In:  VDI- 
Berichte  Bd.  34.  Düsseldorf  1060;  S.  11/10. 

[131]  Hudel,  B.:  Neuzeitliche,  automatische  Re- 
gelung von  Lüftungs-  und  Luftheizungs- 
anlagen. Haustechn.  Rdsch.  60  (1060) 
Nr.  2  S.  30/32  u.  Nr.  3  8.  64/66. 

[132]  Taylor,  F.  M.  B.:  Electronic  controls  for 
heating  and  yentilating.  J.  Inst.  Heat.  and 
Vent.  Bngrs.  26  (1058)  Nr.  26  S.  52/54  u. 
Nr.  26  S.  277/78 

[133]  Junker,  B. :  Die  Regelgenauigkeit  bei 
Klimaanlagen.  Techn.  Rdsch.  61  (1060) 
Nr.  24  3.  3/7.  8  11  155 


1328 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28    I.Oktober 


GoS-HaUSfialf gerate  /  von  D/p/.-W/rf$c/i.-/ng.  Garliord  Kofb,  Frankfurt  a.Ni. 


DK  643.334  (047.1) 


In  den  letzten  Jahren  haben  die 
Forderungen  des  deutschen  Gasfaches 
nach  sicheren,  zweckmäßigen  und 
wirtschaftlichen  Gasgeräten  zu  er- 
freulichen Neuerungen  und  Verbes- 
fl^iingen  auf  dem  Gebiet  der  Gas- 
Haushaltgeräte  geführt.  Die  Köhier 
Frühjahrsmesse  dieses  Jahres  [1;  2] 
und  die  Ausstellung  anläßlich  der 
Jahrestagung  1959  des  deutschen  Gas- 
und  Wasserfaches  in  Frankfurt  a.  M. 
ermöglichten  einen  guten  Überblick 
über  den  neuesten  Stand  auf  dem 
Gerätemarkt. 

Sicherhelfselnrlchtungen 

Bei  den  modernen  Gf^eräten  wird 
die  Sicherheit  durch  den  Einbau  von 
Zündsicherungen  und  automatischen 
Elinrichtungen  gewährleistet  [3;  4]. 
Solche  werden  schon  seit  mehreren 
Jahren  bei  den  Gaswasserheizem 
eingebaut.  Für  Gasherde  übernahm 
man  hiervon  zunächst  die  Bimetall - 
Zündsicherung  für  den  Backofen. 
Außer  dieser  gibt  es  für  Gas-Haus- 
haltgeräte die  thermomagnetische 
(thermoelektrische)  Zündsicherung, 
die  sowohl  den  Backofenbrenner  als 
auch  die  einzelnen  Kochstellen  gegen 
das  Ausstromen  unverbrannten  Gases 
sichert.  Sie  sperrt  die  Gaszufuhr 
selbsttätig  ab,  wenn  durch  Luftzug, 
Überkochen  oder  menschliche  Unzu- 
länglichkeit die  Brennerflammen  ver- 
löschen. 

Die  Kochstellenbrenner  werden  ein- 
zeln oder  zentral  gezündet.  Bei  der 
Zentralzündung  brennt  in  der  Mitte 
der  Herdmulde  eine  kleine  Zünd- 
flamme, oder  es  glüht  eine  elektrisch 
beheizte  Widerstandsspirale,  an  der 
sich  jede  Brennerstelle  entzünden 
kann.  Bei  einer  weiteren  Zündungsart 
werden  die  einzelnen  Brennerstellen 
durch  einen  Zündfunken  gezündet, 
den  ein  elektrischer  Magnetzünder  er- 
zeugt. 

Gasherde 

Es  gilt  heute  als  selbstverständlich, 
den  Backofen  mit  einem  Thermostaten 
auszurüsten.  Er  sorgt  dafür,  daß 
die  gewünschte  Backofentemperatur 
im  Bereich  von  160  bis  300  ''C  einge- 
halten wird  und  regelt  über  den  Wär- 
mefühler den  Gasdurchgang  und  da- 
mit den  Gasverbrauch.  Die  Sicherheit 
des  Backofens  erhöhen  fast  alle  Fir- 
men,  indem  sie  eine  Zündsicherung 
einbauen.  Einige  auf  dem  Gebiet  der 
konstruktiven  Weiterentwicklung  be- 
sonders aktive  Firmen  bauen  in  die 
Backöfen  ihrer  Geräte  bereits  eine 
thermomagnetische  —  die  übrigen 
eine  Bimetcdl-Zündsioherung  ein.  Die 
thermomagnetische  Zündsicherung  be- 
schränkt sich  nicht  nur  auf  den  Back- 
ofen, sie  wird  oft  auch  an  den  einzelnen 
Kochstellenbrennem   angebracht.   In 


diesem  Fall  spricht  man  dann  von 
dem  vollgesicherten  Gasherd  [5]. 

Die  modernsten  Konstruktionen 
sind  die  vollautomatischen,  meist 
gleichzeitig  vollgesicherten  Gasherde 
[6].  Eine  SchaJtuhr  steuert  das  Of&ien 
der  Gaszufuhr  sowie  das  rechtzeitige 
Ausschalten  der  Gasflammen.  Diese 
Art  von  Automatik  haben  schon 
mehrere  Gasherde  für  ihren  Backofen, 
einige  auch  für  eine  oder  zwei  Koch- 
stellen. Unabhängig  hiervon  werden 
heute  viele  Gasherde,  auch  einfache, 
mit  einem  Infrarot-  Straiilungsgrill  aus- 
gerüstet. 

Goswosserhelzer 

Die  technische  Ausstattung  der  ver- 
schiedenen Gaswasserheizer  aller  Grö- 
ßen ist  im  wesentlichen  gleich.  Außer 
den  bereits  lange  vorgeschriebenen 
Sicherheits-Einrichtungen,  wie  Bi- 
metcdl-Zündsicherung,  Wassermangel- 
sicherung und  Langsamzündventil, 
werden  heute  Gas-  und  Wasser - 
mengenregier  [7]  eingebaut,  die  die 
Geräte  von  Druckschwankungen  im 
Gas-  und  Wasserrohmetz  unabhängig 
machen  und  für  eine  gleichbleibende 
Warmwassertemperatur  sorgen.  Zu 
den  neuesten  Einrichtungen  gehört 
der  Temperaturwähler  [8;  9],  an 
dem  die  gewünschte  Warmwasser- 
temperatur eingestellt  wird ;  damit  er- 
übrigt sich  das  frühere  Zusammen- 
mischen von  Kalt-  und  Wcumwasser. 

Bei  einem  neuen  Kleinwasserheizer 
läßt  sich  die  Temperatur  des  aus- 
laufenden WfiMsers  zwischen  hand- 
w£urm  und  kochendheiß  stufenlos  ein- 
stellen. 

Als  neueste  Entwicklung  ist  ein 
Außenwand  -  Gaserhitzer 
zu  betrachten,  der  wie  der  Gasaußen- 
wandofen keines  Kaminanschlusses 
badarf.  Durch  einen  in  die  Ha\iswand 
eingebauten  Mauerkasten  mit  zwei  ge- 
trennten Kanälen  werden  die  Frisch- 
luft angesaugt  und  die  Abgase  abge- 
führt. Der  Brenner  und  der  wärme- 
übertr£igende  Lcunellenblock  befinden 
sich  in  einer  zum  Aufstellimgsraum 
luftdicht  abgeschlossenen  Kanmier. 
Somit  entfallen  bei  diesem  Gerät  edle 
Beschränkungen  hinsichtlich  der 
Raumgröße  sowie  der  Be-  und  Ent- 
lüftung, wie  sie  für  die  an  Schornsteine 
angeschlossenen  Geräte  bestehen.  Die 
Zündung  durch  einen  Magnetzünder 
kann  durch  ein  im  Außenmantel  des 
Gerätes  {ungeordnetes  Fensterchen  be- 
obachtet werden.  Das  Gerät  ist  im 
übrigen  wie  alle  anderen  Gaswasser- 
heizer mit  den  bewährten  Sicherheits- 
einrichtungen, wie  Zündsicherung, 
Gas-  und  Wassermengenregler  und 
Temperaturwähler,  ausgestattet.  Für 
die  Modernisierung  von  Altbauwoh- 
nungen eignet  sich  dieses  Gerät  ganz 


besonders,  weil  es  unabhängig  von  der 
Raumgröße  ist  und  keinen  Abgas- 
kamin benötigt. 

GoskOhlschränke 

Auf  dem  Gebiet  der  Gaskühl- 
schränke [10]  ist  es  durch  die  Kon- 
struktion des  sog.  Schlegel- Spar- 
brenners und  durch  Verwenden  eines 
Thermostaten  gelimgen,  den  Gasver- 
brauch wesentlich  zu  verringern.  Das 
Prinzip  des  Schlegel- Sparbrenners  be- 
steht darin,  daß  die  Verbrennungs- 
luft  weitgehend  vorgewärmt  und  da- 
durch der  Gasverbrauch  auf  etwa  die 
Hälfte  gegenüber  früher  vermindert 
wird.  Trotzdem  bleibt  die  Flamme  des 
Brenners  standhaft,  imd  der  Schrank 
arbeitet  zuverlässig.  Im  übrigen  hat 
sich  eon  Absorberprinzip  des  Schran- 
kes  nichts  geändert. 

Nach  wie  vor  sind  Gas-Absorber- 
kühlschränke vorwiegend  in  den  Grö- 
ßen zwischen  60  und  HO  1  Kühlinhalt 
in  Gebrauch.  Es  werden  aber  auch 
Schränke  mit  215  und  315 1  Inhalt  her- 
gestellt.  Die  neuesten  Baiunuster  wei- 
sen Tiefkühlfächer  auf. 

Gasraumheizöfen 

Bei  den  Gasraumheizöfen,  auch  Gas- 
einzelöfen genannt,  hat  sich  in  den 
beiden  letzten  Jahren  der  Gasaußen- 
wandofen durch  seine  Unabhängig- 
keit von  einem  Kaminanschluß  gegen- 
über dem  kamingebimdenen  Gas- 
raumheizofen (Gaskamin)  in  den  Vor- 
dergrund geschoben.  Der  Gasaußen- 
wandofen ist  die  Weiterentwicklung 
des  Gaskamines;  man  stellt  ihn  dann 
auf,  wenn  ein  Schornstein  fehlt  oder 
die  Anordnimg  des  Ofens  an  einer 
anderen  Stelle  im  Raum,  z.  B.  in  der 
Fensternische,  gewünscht  wird.  Dieser 


[1]  KoSb  Gerhard:  Bin  Bericht  Über  die  Kölner 
Frühjahremeaae  1950.  GaByerkaaf  10  (1069) 
Nr.  3  S  8/6. 

[2]  Zimmer  Karl:  Neues  vom  Gas  auf  der  dies- 
jährigen FrQhJahrsmesse  In  KOln.  Oas  u. 
Waaserfach  100  (1969)  Nr.  13  8.817/21. 

[8]  CHäinifer,  Hermann:,  Die  Zflndalchening  am 
Haoshalt-Gasgerftt.  Oas  n.  Waaserfach  100 
(1059)  Nr.  17  S.  483/35. 

[4]  Claueen,  Heinrieh:  BntwlcUnng  der  Sicher- 
heitaelnrichtungen  an  Oasgerftten.  Gaa- 
Beispiele  (1958)  Nr.  30  8. 117/20. 

[5]  Becker,  Huwald:  Welche  Vorzftge  bietet  der 
moderne  Gaaherd?  Inatallateur.  Klempner, 
ZentralheUungsbauer  14  (1959)  Nr.  10/11 
S.  475/78. 

[8]  Gräfentteiner»  Leonhard:  Der  antomatlalerte 
Gaaherd  and  aelne  Programmsteuerung. 
Gas  u.  Wasaeifach  100  (1959)  Nr.  17  S.  427 
bla  429. 

[7]  Bieeenbaeh,  N,:  Gaswasserheizer  —  ▼oll- 
geregelt. Gasverkauf  0  (1958)  Nr.  8  8.  7/8. 

[8]  Eeppel,  Emet:  Der  Temperaturwfthler  — 
ein  wichtiges  Glied  des  Gaswasserheizers. 
Gas  u.  Wassexfach  100  (1969)  Nr.  25  8.  687 
bis  642. 

[9]  GiUinger,  Hermann:  Moderne  Durchlauf- 
Gaswasserheizer  mit  Temperaturwähler, 
Wasser-  und  Gasmengenregler.  Gas  u. 
Wasserfach  100  (1959)  Nr.  17  S.  429/81. 
[10]  Praktische  Gaskühlschrtlnke  1969.  Gas- 
verkauf 10  (1959)  Nr.  8  8.  7/9. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr. 28   I.Oktober 


1329 


Ofen  hat  eine  Verbindung  ins  Freie 
durch  die  Hauswand»  durch  die  er  die 
Frischluft  ansaugt  und  die  Abgase  ab- 
führt. Die  Heizkammer  ist  gegen  den 
Wohnraum  ebenso  dicht  abgeschlos- 
sen wie  die  Heizkörper  einer  Zentral- 
heizung. 

Beide  Gasheizofenbauarten  werden 
mit  automatischer  Zündung  und 
Zündsicherung  hergestellt.  Meist  sind 
die  aufgestellten  Geräte  mit  einem 
Thermostaten  gekoppelt,  der  sich 
neben  dem  Gerät  oder  auch  an  einer 
anderen  Stelle  des  Raimies  befinden 
kann. 

Die  Automatik  hat  bei  den  Gas- 
einzelöfen ebenfalls  Fuß  gefaßt  [11]. 
Durch  Übernahme  der  Schaltuhr  vom 
Gasherd  her  und  durch  Koppelimg  mit 
einer  Femzündung  und  einem  Raum- 
thermostaten ist  die  vollautomati- 
sche Heizung  erreicht  worden  [12]. 
Es  genügt  ein  Druck  auf  den  Knopf, 
und  der  Gasheizofen  wird  über  die 
Uhr  zu  den  gewünschten  Zeiten  auto- 
matisch ein-  und  ausgeschaltet,  wobei 
der   Raiunthermostat   die    Steuerung 


[11]  SuUr,  OUo:  Die  OlühspiralzOndang  —  ein 
neuer  Weg  zur  Automatik.  Gm  u.  Wasser- 
fach  100  (1959)  Kr.  17  8.481/83. 

[12]  Zimmer,  Karl:  Das  Femregeln  und  Fem- 
zünden  von  OaseinzelOfen.  Gas  u.  Wasser- 
fach  100  (1969)  Nr.  17  S.  488/41. 

[13]  Veldung,  Josef:  Der  Gasomat  —  das 
Hirn  des  Gasheizofens.  Gasverkauf  0  (1958) 
Nr.  9  S.  14/15. 

[14]  Stehn,  Werner:  Flexibler  Anschluß  von  Gas- 
gerftten.  Gasverkauf  10  (1969)  Nr.  1  8.  9/12. 

[16]  Orothum,  FriU:  Der  Gas-Kupplungsstecker 
..Zack-Zack".  Gasverkauf  10  (1969)  Nr.  2 
8. 11/12. 


auf  Voll-  und  EUeinbrand  bei  Er- 
reichen der  eingestellten  Temperatur 
übernimmt.  Auf  diese  Weise  ist  es  dem 
Benutzer  sogar  möglich,  seinen  Wohn- 
raum während  seiner  Abwesenheit  vor- 
wärmen zu  lassen. 

Ein  neues  Schert-,  Regel-  imd  Kon- 
trollgerät für  die  Gasheizung,  der 
Gasomat  [13],  regelt  die  Raum- 
temperatur, registriert  die  Heizzeit 
sowie  den  Gasverbrauch  und  ermög- 
licht dadurch  für  alle  Einzelräume, 
die  nur  kurzfristig  vermietet  werden, 
ein  schnelles  und  genaues  Errechnen 
der  Heizkosten. 

Beweglicher  Gasanschluß 

Schlechte  Erfahrungen  mit  beweg- 
liehen Schläuchen  zum  Anschluß  von 
Gasgeräten  im  Haushalt  hatten  vor  rd. 
25  Jahren  dazu  geführt,  in  den  Techni- 
schen Richtlinien  (DVGW-TVR  1934) 
nur  noch  starre  Rohre  nüt  von  Hand 
luilösbarer  Verschraubung  zum  Ver- 
binden von  Gasherden  imd  Gaskühl- 
schränken nüt  der  Gaszuleitung  vorzu- 
schreiben. Für  bewegliche  Gasgeräte 
durften  seit  1950  nur  besonders  ge- 
prüfte Gasschläuche  mit  Verschrau- 
bimgen  in  Verbindung  mit  dem  Sicher- 
heitsgashahn benutzt  werden.  In  der 
jüngsten  Zeit  sind  Sicherheitsgas- 
schläuche nach  DIN  3383  und  Gas- 
steckdosen mit  leicht  lösbaren  Gas- 
steckem  [14;  15]  zugele^sen  worden, 
die  völlige  Sicherheit  gegen  unbeab- 
sichtigtes Ausströmen  von  Gas  bieten. 
Die  Gaszufuhr  wird  nur  dann  frei- 
gegeben, wenn  der  Gasstecker  mit  dem 
Sicherheitsschlauch  richtig  in  die  Gas- 
steckdose eingesetzt  ist.  Nimmt  man 


den  Gasstecker  ab,  so  schließt  sich 
automatisch  die  Gaszufuhr  in  der  Gas- 
steckdose. Ähnlich  läßt  sich  auch  ein 
Sicherheitseuischlußhahn  nicht  öfthen, 
wenn  der  Sicherheitsgasschlauch  nicht 
angeschlossen  ist. 

Der  Sicherheitsgasschlauch  besteht 
aus  einem  Kunststoff- Schlauchteü  mit 
Bewehrung  und  den  beiden  Anschluß- 
stücken, von  denen  das  eine  stets  mit 
dem  Gasgerät  verbunden  bleibt.  Um 
Knickungen  und  unzulässig  hohe  !Er- 
wärmimg  des  Schlauches  zu  verhin- 
dern, wurde  die  Länge  z.  B.  für  den 
Anschluß  von  Herden  auf  20  bis 
30  cm  begrenzt. 

Diese  neue  Anschlußart  für  Gaa- 
gerate  findet  mehr  und  mehr  Be- 
achtung. Sie  ermöglicht  es,  abwech- 
selnd an  einem  Gasauslaß  (Gassteck- 
dose) verschiedene  Gasgeräte  zu  be- 
nutzen, und  bietet  doch  trotz  der  Be- 
weglichkeit der  Geräte  volle  Sicherheit. 
Man  sollte  solche  Anschlüsse  in  Zu- 
kunft bereits  in  Neubauten  während 
der  Instcdlation  mit  einbauen. 

Abschließend  dürfte  noch  die  Fest- 
stellung von  besonderem  Interesse 
sein,  daß  die  Gasgeräteindustrie  immer 
mehr  dazu  übergeht,  fertige  TeUe,  wie 
Sicherheits-  und  Steuerungselemente, 
von  Spezialfirmen  zu  beziehen  und  in 
ihre  Geräte  einzubauen.  Diese  Tat- 
aache  ist  zu  begrüßen,  weil  einmal 
Speziedf  innen  für  die  Fertigung  und 
die  technische  Weiterentwicklung  von 
besonderen  Einzelteüen  besser  ausge- 
rüstet sind  und  zum  anderen  die  Geus- 
gerätef  innen  durch  den  Bezug  dieser 
Teile  ihre  Herstellung  wirtschaftlicher 
gestalten  können.  S  11208 


ElektrISChO  Installation  /  von  martln  lOder,  Hannover 


Für  alle  Gebäude,  in  denen  sich 
Menschen  dauernd  oder  vorüberge- 
hend aufhalten,  sind  Installationen 
zum  Anschluß  elektrischer  Beleuch- 
tung und  elektrischer  Geräte  selbst- 
verständlich und  unentbehrlich,  zu- 
mindest in  Gegenden,  in  denen  eine 
öffentliche  Elektrizitätsversorgung 
besteht  [1].  Die  elektrische  Installation 
muß  sicher  gebaut  und  ausreichend 
bemessen  sein,  d.  h.  den  derzeitigen 
und  absehbaren  künftigen  Bedarf  an 
Beleuchtung,  Kraft,  Wärme  und  Kälte 
sowie  an  Wohnkultur,  die  durch 
elektrische  Geräte  ermöglicht  oder 
gesteigert  wird,  übertragen  können. 
Dieser  Bedarf  ist  echt;  er  entspricht 
dem  Bemühen  um  Lebenserleichte- 
rung in  der  Hauswirtschaft  und  um 
einen  bessern  Wohnstandard  [2].  Der 
stetig  steigende  Stromverbrauch  und 
die  wachsenden  Anschlußwerte  in  den 
Wohnungen  bestätigen  diese  Ent- 
wicklung. Man  muß  heute  in  gemischt, 
d.  h.  mit  Strom  und  Gas  versorgten 
Wohnungen  mit  elektrischen  An- 
schlußwerten  von    3   bis    6   kW,    in 


elektrisch  vollversorgten  Wohnimgen 
mit  16  bis  30  kW  je  nach  Ausstat- 
timgsgrad  rechnen  [3;  4].  Allerdings 
werden  diese  Anschlußwerte  nie  gleich- 
zeitig in  Anspruch  genommen.  Aus- 
gedrückt wird  dies  durch  den  Gleich - 


DK  696.6  (047.1) 

zeitigkeitsfaktor,  d.  h.  das  Verhältnis 
der  tatsächlich  auftretenden  Höchst- 
belastung zum  Gesamt€Uischlußwert. 
Je  größer  die  Anzahl  der  Wohnungen 
ist,  desto  kleiner  wird  der  Gleichzeitig- 
keitsfaktor, Bild  1. 


BUdl. 

Gleichzeitigkeits- 
faktor 

in    Abhängigkeit 
von  der  Anzahl 
vollelektrisch 
versorgter 
Wohnungen. 


7     2     J 

mm 


SS     7    $    3l0    1112t3Hfl51S17    1BW20 

Anzahl  der  Wohnungen 


Anschlußwert  je  Wohnung:  Elektroherd  7,5  kW;  Heißwewserspeioher  4,5  kW; 

Beleuchtung  und  Kleingeräte 

Kurve  a  bei  Anschluß  an  220  V  Wechselstrom 

Kurve  b  bei  Anschluß  an  380/220  V 

Kurve  o  bei  Anschluß  an  380/220  V,  jedoch   mit   einem 

i8-kW-Durchlauferhitzer  an  Stelle  des  Heißwasserspeichers 


1330 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28    1.  Oktober 


Planung 

Die  Bedeutung  der  Elektrizität  in 
der  Haustechnik  rechtfertigt  die  For- 
derung noch  einer  sorgfältigen  Pla- 
nung, Einordnung  und  Ausführung 
der  InstaJlBtion  im  Rahmen  der  haua- 
technischen  GesamtanlBgen  und  damit 
der  Bauplanung  überhaupt  [5;  6]. 
Vorteilhaft  sind  dabei  die  Anpasaunge- 
fahigkeit  der  elektrischen  Leitungen 
an  jeden  Baukörper,  der  veränderliche 
Anschluß  und  die  Unabhängigkeit 
dee  Betriebea  elektrischer  Oeräte  von 
einengenden  BauvorBchriften.  Wie 
immer  auch  die  Raumanordnung  ge- 
plant ist,  die  elektrische  Installation 
und  das  elektrische  Gierät  passen  sich 
jeder  Ordnung  an.  In  Altbauwohnun- 
gen dürften  diese  Gesichtspunkte  von 
besonderer  Bedeutung  sein. 

Sfromkrelse 

Um  g^enseitige  Rückwirkungen 
der  Beleuchtung  sowie  der  vielen  über 
Steckdosen  betriebenen  Haushalt- 
geräte  zu  vermeiden  und  die  Betriebs- 
geaicherheit  zu  erhöhen,  teilt  man 
zweckmäßig  die  Installation  einer 
Wohnung  in  Licht-  und  Steokdoeen- 
StromkreiBe  auf,  deren  Anzahl  mög- 
lichst der  Zimmerzahl  oder  den  Raum- 
gruppen enteprechen  soll.  Der  ge- 
trennte Lichtstromkrei«  wird  aller- 
dings kaum  voll  ausgenutzt,  daher 
ist  eine  Aufteilung  der  Stromkreise 
nach  Raumgruppen  besser.  Für  die 
Steckdosen  ist  immer  eine  Binglei- 
tung  zweckmäßig,  in  die  in  den  Wohn- 
räumen alle  1,50  m  bis  2,00  m  eine 
Wanddose  installiert  wird,  die  man 
bei  Bedarf  mit  einem  Steokdoeen- 
einsatz  ausrüsten  kann.  Ortsfest  anzu- 
schließende Geräte,  wie  z.  B.  der 
Herd,  der  Heißwasserbereiter  und  ggf. 
der  Waachautomat  erfordern  ohnehin 
besondere  Stromkreise,  manchmal 
auch  DrehstromanschluQ.  Die  in 
Bild  2  dargestellte  Lösung  sollte  man 
anstreben. 


Beim  Planen  der  Beleuchtung  sind 
außer  der  Allgemeinbeleuchtung,  die 
nicht  iiTirtiHr  in  Deckenmitte  ange- 
ordnet werden  muß,  die  nötigen  Aus- 
lässe für  die  Arbeits-  und  Aufenthalts- 
platzbeleuchtung  wichtig,  z.  B.  in  der 
Küche  über  dem  Arbeitsplatz  zwischen 
Herd  und  Spüle,  über  dem  Eßtisch, 
Wandbeleuchtung  im  Wohnzimmer, 
zu  beiden  Seiten  des  Spiegels  in  der 
Diele  und  im  Bad  u.  a.  In  den  Räumen 
mit  mehreren  Zugängen  ist  eine 
Weohselschaltung,  in  Wohnräumen  die 
Serienschaltung  vorzusehen  [7].  Weil 
heute  sehr  viele  ortsveränderliche 
Oeräte  benutzt  werden,  sollte  jeder 
Raum  mit  mindestens  zwei  Steck- 
dosen, besser  mit  zwei  Mehrfachsteck- 
dosen, eine  davon  in  der  Nähe  der 
Antennensteckdose,  ausgerüstet  sein'). 
In  den  Wohn-  und  Schlafräumen  ist 
unter  dem  Lichtschalter  eine  weitere 
Steckdose  vorzusehen.  In  der  Küche 
sind  drei  Steckdosen  nötig  (Kühl- 
schrank, Küchenmaschine,  Tauch- 
sieder oder  Schnellkocher,  Bügeleisen 
u.  a.  m.)  Die  Steckdose  im  Bad 
(Trockenrasierer  oder  Waschmasohine 
bis  3  kW  Anschlußwert)  ist  nach  den 
VDE -Bestimmungen  zulässig,  sie  darf 
nur  von  der  Badewanne  aus  nicht  zu 
erreichen  sein*). 

Bei  neuen  elektrischen  Installatio- 
nen sollte  auch  auf  die  Femmelde- 
anlagen geachtet  werden.  Türfemspre- 
cher  führen  sich  immer  mehr  ein;  Ge- 
meinschaftsantennea  für  Sprech-  und 
Fernsehfunk  gehören  mit  ihren  An 
Bchlußdosen  in  den  einzelnen  Wob' 
nungen    schon    zur    Normalausatat' 


')  DIN  laOlS  SlcktilHhB  Anlagen  Im  Woh- 
ntuiBibaa.  Bl.  1  lUchtUnleD  fOr  Fluiiuig 
and  AuafOhrani:  Bl.  £  LlchUnaUn«. 
SchKlter,  Bteckdown,  HorduiachluSdDU. 


B114  i.  Beispiel  f  ät  eine  WohnungsinstttUation. 

A   Flur  1  Elektroherd 

B  Bad  2  HetSwaaBerapeieher  Küohe 

C   Zimmer  3  Steckdosen 

D  KQDhe  4  Beleurhtung 

a    Steij;leitung  6  und  6  Reserve 

b    Z&hler  7  Heizatrahler  und  KloiiiBpeioher 

o    VertaduDg  mit  den  im  Bad 

Sttomkrewen  1  bu  B  S  Badespeioher  oder  Boiler 

VOI-Z.  101  <1959}  Nr.28   1.  Oktober 


tung*)*)*}.  Ebenso  werden  unschöne 
Nacharbeiten  vermieden,  wenn  man 
bereit«  beim  Bau  Leerrohre  zum 
Einziehen  der  Poetfemsprechleitiuigen 
voreieht. 

Leitungiquerschnitte 
und  Absicherung 

Für  die  Licht-  und  Steckdosen- 
Stromkreise  wird  ein  Querschnitt  von 
1,6  mm'Cu  verlegt.  Bei  einer  Absiche- 
rung mit  Haushalt -LeitungBschutz- 
schalter  (HLS-Schalter)  für  15  A  Nenn- 
stromstärke  bei  220  V  Spannung  ist 
eine  Leistungsentnahme  von  3,3  kW 
möglich,  vorausgesetzt,  daß  IS-A- 
Steckdosen  eingebaut  sind.  Die  Faa- 
Bungsadem  in  den  Leuchten  müssen 
dann  einen  Mindestquerschnitt  von 
0,7S  mm*  Cu  haben  anstatt  des  früher 
allgemein  verwendeten  Querschnittes 
von  0,5  mm*  Cu.  Beim  Verwenden  von 
Schmelzsicherungen  sind  für  diese 
Stromkreise  10-A-Einsatze  zulässig, 
dann  aber  kann  nur  eine  Leistung  von 
2,2  kW  bei  220  V  Wechselstrom  ent- 
nommen werden.  Qer&testromkreise 
für  leistungsstarke  Geräte  (Herd, 
Heißwasserbereiter  u.  a.)  erfordern 
Querschnitte  von  2,5  bis  6  mm*  Du'}*}. 
Zum  Absichern  dieser  Stromkreise 
sind  HLS-Schalter  Tür  15  bis  26  A  am 
wirtschaftlichsten.  Geräteatromkreise 
sollen  auch  dann  verlegt  werden,  wenn 
bei  der  Elrstausstattimg  der  Woh- 
nungen die  Geräte  noch  nicht  vorge- 
sehMi  sind').  In  diesem  Fall  genügen 
allerdings  Leerrohre  bzw.  nicht  ange- 
schlossene Stegleitungen,  die  in  der 
Anschlußdose  enden.  Fest  -  anzu- 
sclüießende  Geräte  werden  in  Unter- 
putz-Anschlußdosen  angeklemmt. 

Leitungsverlegung 

Alle  Leitungen  aollen  waagerecht 
und  lotrecht  —  also  nicht  schräg  —  im 
Putz  (Stegleitung  bis  4  mm*  Cu)  oder 
unter  Putz  (Isolier-  oder  FUchrohr) 
vertegt  werden'),  BUd  8  [8].  Recht  ge- 
bräuchlich ist  heute  die  Verlegung  im 
Putz,  bei  der  man,  um  spätere  Nach- 
Installationen  zu  erübrigen,  in  größe- 
ren Räumen  grundsätzUoh  dreiadrige 
Ftachleitungen  zu  den  Lichtauslössen 
vorsieht  und  nur  Isolierstoffdoeen  ver- 
wendet. Die  Leitungen  für  die  Boden- 
und  Kellerbeleuchtung  werden  in 
leolierrohr  verlegt,  für  feuchte  Keller 
und  selbetverständhoh  in  der  Wasch- 
küche sind  Feuchtraiunleitungen  vor- 
geschrieben'). Geräuscharme  Schalter 
werden  heut«  bevorzugt.  In  der  Küche 


■)  VDE  oeGS  und  OSM  Vorachriften  fOr  Ad- 
CennenanjAcen  aod  LelUAtie  für  Gemcln- 
BchaRBanliifleii. 

*)  BlchUlfdeu  rar  Planuni,  ram  Aufbau.  lur 
Obergabe  und  nir  Wartung  von  Oemeln- 
uhaftaantenaenuilaBen  (Arbeltskreta  Bniul- 
rankempTaDgaanteiuKn). 

•)VDH  0100/11,&B  f  SO  A  Bchuti  von  Lei- 
langen   und    Kabeln    gegen    lu    hohe    St- 

*)  Technlache  AnBchluObedingungen  fOr  Stark- 
itramanlagen.  TAB  1857  der  Blektrliltsta- 


BOdS. 

Schema  einer 
ZimmerinBtallation 
DIN  18016. 
Maße  in  cm 


und  im  Badezimmer  sind  grundsätz- 
lich Schutzkontfiiktsteokdosen  zu  in- 
stcülieren,  in  Wohnräumen  daim,  wenn 
Heizungskörper  —  Radiatoren  und 
Konvektoren  —  im  Handbereich  lie- 
gen. 

Hauptleitungen 

Die  Haupt- ( Steig- )Leitung  versorgt 
die  Wohnungsinstcdlation.  An  eine 
Haupt- ( Steig- )Leitung  werden  meist 
die  Instcdlationen  von  einer  bis  zu 
sechs  Wohnungen  und  die  Gemein- 
schaftecmlagen  (Treppenhaus-,  Boden-, 
Keller-  und  Waschküchenbeleuchtung) 
angeschlossen.  Die  Hauptleitiuig  ist 
wohl  die  wichtigste  Leitung  der  elek- 
trischen Hausinstallation  imd  muß  so 
bemessen  sein,  daß  sie  die  größte  zu 
erwartende  Belastung  übertragen 
kann.  Ihr  Querschnitt  beträgt  4x16 
mm'  Cu ;  bei  mehr  als  sechs  Woh- 
nungen sind  mindestens  zwei  Haupt- 
leitungen 4x  16nmi'  Cu  erforderUch. 
In  Wohnhochhäusern  sind  die  Anzahl 
imd  der  Querschnitt  der  Haupt- 
leitimgen  von  Fall  zu  Fall  zu  klären. 
Die  Kupferleitungen  werden  in  29er 
Isoherrohr  verlegt.  Es  gibt  auch 
Elektrizitätsversorg^ungsuntemehmen 
(EVU),  die  umhüllten  Rohrdraht  oder 
Mantelleitungen  vorschreiben.  Im  all- 
gemeinen wird  die  Hauptleitung  im 
Treppenhaus  in  einem  bauseitig  zu 
erstellenden  Schlitz  6  cm  x  6  cm  ver- 
legt^). Er  beginnt  20  cm  unter  der 
Kellerdecke  imd  endet  im  letzten 
Obergeschoß.  Durchführungsöf&iun- 
gen  bis  zimi  Hauptleitungsschlitz  sol- 
len 10  cm  X  10  cm  groß  sein.  Die 
Bestimmungen  des  EVU  über  erfor- 
derhche  Erdungs-,  Hilfserdungs-  und 
Steuerleitungen  (Impulssteuerung) 
sind  zu  beachten. 

Zählernischeny 
Verteilungstafeln 

Der  Anbringungsort  für  die  Zähler 
wird  im  Einvernehmen  mit  dem  EVU 
nach  dessen  Vorschriften  festgelegt*). 
Es  ist  empfehlenswert,  die  Zähler 
geschoßweise  zusammengefaßt  in  bau- 
seitig erstellten  Nischen  im  Treppen- 
haus unterzubringen,  die  im  Zuge  der 
Hauptleitungen  liegen  und  mit  Türen 
zu  versehen  sind.  Die  Rückwände  der 
Nischen  müssen  feuerbeständig, 
wärme-    und    schalldämmend    sein'). 

•)  DIN  18  018  Z&hlemlichen  für  Elektrizit&t 
und  Oas. 


Neuerdings  verwendet  man  auch  Zäh- 
lerschränke aus  Stahlblech  mit  teil- 
verglasten Türen,  die  das  Ablesen  der 
Zähler  ohne  Offnen  des  Schrankes 
ermögUchen. 

Die  Zähler  für  Gemeinschaftsanla- 
gen, Zeitschfiklter  für  die  Treppen- 
hausbeleuchtung und  Klingeltransfor- 
mator werden  im  Zählerschrank  des 
Erdgeschosses  untergebracht.  Im  all- 
gemeinen tragen  die  Zählertafeln,  die 
das  EVU  vorschreibt,  die  Sicherungs- 
organe für  die  Stromkreise ;  man  kann 
dafür  aber  auch  besondere  Vertei- 
lungstc^eln  in  der  Wohnung  vorsehen. 
Diese  wird  man  immer  dort  verwen- 
den, wo  die  Leitungswege  von  der 
Zählertafel  zu  den  Hauptverbrauchs- 
geräten zu  lang  sind  oder  wenn  der 
Platz  für  die  genügende  Anzahl  von 
Sicherungselementen  auf  der  Zähler- 
tafel fehlt.  Die  Zuleitimg  zur  Vertei- 
lungstafel wird  mit  4  X  10  mm*  Cu  in 
23er  IsoUerrohr  bemessen.  Es  emp- 
fiehlt sich,  auch  dann  23er  IsoUerrohr 
zu  verlegen,  wenn  zunächst  kleinere 
Leitungsquerschnitte  ausreichen. 

Werden  die  Zähler  in  den  Wohnun- 
gen (Flur  oder  Diele)  untergebracht, 
dann  zweigt  man  in  Etagenabzweig- 
kästen von  der  Hauptleitung  die 
Zählerzuleitungen  4  x  10  mm'  Cu  ab. 
Sie  werden  stets  in  23er  Isolierrohr 
verlegt,  auch  dann,  wenn  zunächst 
schwächere  Querschnitte  oder  nur 
eine  Phase  imd  der  Nulleiter  (MP) 
genügen. 

Schutz  gegen  zu  hohe  BerOhrungs- 
spannung 

Die  anzuwendenden  Schutzmaß- 
nahmen sind  in  den  Technischen 
Anschlußbedingungen  (TAB)  der  EVU 
vorgeschrieben.  Schutzmaßnahmen  in 
trockenen  Räumen*)  mit  isoherendem 
Fußboden  werden  nicht  gefordert, 
sofern  die  in  diesen  Räumen  befind- 
lichen und  mit  der  Erde  in  Verbindung 
stehenden  Wasser-,  Gas-  oder  Hei- 
zungsanlagen vor  zufälliger  Berüh- 
rung geschützt  sind^^)  oder  wenn  das 
EVU  nicht  in  allen  Räumen  Schutz - 
maiSnahmen  fordert.  Es  ist  zu  empfeh- 
len, überall  einheitlich  Steckdosen  mit 
Schutzkontakt  und  angeschlossenem 
Schutzleiter  zu  verwenden.  Besonders 

*)  VDB  0100  / 11.68  i  8  N  f  8  Trockene  Eftume. 

»)  VDB  0100  / 11.68  i  6  N  Allgemeines  über 
Schutzmaßnahmen  gegen  zu  hohe  Berüh- 
rungsspannung. 


wichtig  sind  die  Schutzmaßnahmen 
im  Badezimmer*),  und  zwar  die  Ver- 
botsbereiche für  Schalter  und  Steck- 
dosen (mindestens  0,6  m  seitlicher 
Abstand  von  der  Badewanne)  und  für 
die  Führung  elektrischer  Leitungen. 
Diese  dürfen  nur  waagerecht  und 
lotrecht  verlegt  werden  und  keinen 
Metallmantel  haben,  damit  Fehler- 
spannungen nicht  verschleppt  werden 
können.  Stegleitungen  sind  zulässig. 
Leitungen  zur  Versorgung  anderer 
Räume  dürfen  nicht  durch  Bade- 
oder  Duschräume   geführt  werden. 

Ausgleichsverbindungen  zwischen 
Frischwasser-  und  Abflußrohr  an  der 
Bcbdewanne  müssen  nach  den  TAB 
des  EVU  hergestellt  werden;  das  gilt 
auch  für  die  erforderUche  Überbrük- 
kung  des  Wasserzählers. 

Antennenleltungen 

Zum  Wohnstandard  gehört  ein  stö- 
rungsfreier Ton-  und  Bildfunk,  den 
eine  Gemeinschaftsantennenanlage 
sichert,  sofern  sie  nach  den  Leitsätzen 
VDE  0855  und  0856  errichtet  worden 
ist*).  Antennenanschlußdosen  werden 
im  Zuge  der  Stcunmleitungen  ange- 
ordnet; Stichleitungen  sind  zu  ver- 
meiden. Die  Verbindung  von  der 
Anschlußdose  zum  Empfangsgerät 
darf  nur  durch  das  hierfür  passende 
Empfänger- Anschlußkabel  hergestellt 
werden. 

Grundsätzlich  sollten  bei  Entwurf 
und  Ausführung  elektrischer  Listalla- 
tionen  folgende  Richtlinien  beachtet 
werden : 

1.  Rechtzeitige  imd  vertrauensvolle 
Zusammenarbeit  zwischen  Architekt« 
Haustechniker  und  Beratungsdienst 
des  EVU. 

2.  Planung  und  Ausführung  müssen 
den  heutigen  Anforderungen  an  die 
EEaustechnik  gerecht  werden. 

3.  Vorsorgliche  MaiSnahmen  treffen 
für  später  fast  inuner  nötig  werdende 
Erweiterungen . 

4.  Behelfe  vermeiden.  S  11210 


Bflcher  sind  durch  e  gekennzeichnet 

1]  •  Wandsrtlsb,  Hermann:  Handwörterbuch 
des  Städtebaues,  Wohnung»-  u.  Siedlunga- 
wesens,  Bd.  1.  Stuttgart  1958. 

2J  •  Strahringeft  Wilhelm:  Der  Elektroherd  and 
die  Belastungsapltze.  Frankrurt/M.  1056. 

3]  Drebeci,  Front  E.:  Wirtschaftliche  Fragen 
bei  der  Neuplanung  von  Netzen  fflr  Sied« 
lungen.  Elektr.  Wirtsch  66(1054)  S.  121/25. 

4]  •  Vogler,  K.:  Grundlagen  der  Haustechnik. 
Stuttgart  1058. 

5]  •  Ebinghaus,  Hvgo:  Der  Hochbau.  0.  Aufl. 
Gießen  1058  (10.  Aufl.  erscheint  demnächst). 

6]  •  Faber,  Alfred:  Taschenbuch  der  Haas- 
technik (erscheint  demn&chst). 

7J  •  CMUUr.  Karl:  Elektrizität  und  Bauen. 
Stuttgart  1038. 

8]  •  Oeanndheitstechnische  Ausrüstung  in 
Wobnbauten  und  Arbeitastellen.  Dflssel- 
dorf  1050. 


1332 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28   I.Oktober 


frische  Haushaltgeräte  /  vm  MarMn  ui<i«r,Hiinno>ir 


lange]  an  hauewirtachaftlichen 
ften  und  die  berechtigten  An- 
der Hausfrauen  auf  Lebene- 
irung  im  Haushalt  fordern 
wrer  Zeit  angepaßte  Teohni- 
der  Hauswirtachaft.  Es  ist 
rohauB  vernünftig  und  not- 
daß  die  Hauatechnik  u.  a.  den 
ten  Arbeitsplatz  —  die  Küche 
arbeitswirtschaftUchen  Ge- 
nkten  plant  und  eine  günstige, 
iti^  Anordnung  der  Einrich- 
spreohend  den  Arbeitszentren 
iten,  Kochen  und  Spülen  an- 
>er  Weg  führt  auf  weite  Sicht 
'  echten  Rationalisierung  der 
tfichaft,  bei  der  natürlich  die 
hkeit  nicht  vernachlässigt 
darf  und  der  Zusammenhang 
übrigen  Räumen  der  Woh- 
tvahrt  bleiben  muß  [1]. 
urch  allein  kann  aber  die 
Aufgabe  noch  nicht  gelöst 
Dazu  gehört  auch  ein  ver- 
Einaatz  der  Energie,  die  in 
n  Gebäuden  sowieso  zur  Ver- 
steht und  sich  univereeU  an- 
läßt, also  die  Wünsche  der 
u  nach  Entlastung  auch  erfül- 
1.  Dabei  handelt  es  sich  nicht 
die  Befreiung  von  schwerer 
dier  Arbeit;  auch  Zeiterspar- 
1  hinzukommen.  Diese  Zeit- 
;  bringt  nur  ein  im  hauswirt- 
hen  Rahmen  vertretbarer, 
!t  automatischer  Einsatz  der 
rfügung  stehenden  Energie 
rwor  ahne  Hilfestellung  ande- 


rer Eneigien.  Unbestreitbar  kann 
dies  die  Elektrizität,  wie  es  die  in  fast 
unübersehbarer  Mannigfalt  beute  an- 
gebotenen elektriaob  betriebenen 
Hau^erfit«  beweisen  [2] ;  sie  sind 
unentbehrliche  Helfer  der  Hausfrauen. 
Die  Handhabiuig  dieser  Geräte  ist 
denkbar  einfach. 

Elektrische  KOcKengerate 

Schon  die  Vorbereitung  einer  Mahl- 
zeit wird  durch  elektrische  Klein - 
gerate  wesentlich  erleichtert.  Zu  nen- 
nen sind  hier  die  Mixer  mit  feststehen- 
den! Gefäß  sowie  die  eintauchbaren 
Rühr-,  Schlag-  und  Zerkleinerunga- 
geräte,  die  Enteaftor,  die  Universal- 
Kiichenmaschinen  mit  auswechselba- 
ren Ansatzgeräten,  die  —  unmittelbar 
angetrieben  —  mit  hohen  Drehzahlen 
laufen  oder  je  nach  ihrer  Art  über  ein 
Getriebe  angeschlossen  werden  und 
sich  langsamer  drehen.  Es  würde  zu 
weit  führen,  ihre  von  Jahr  zu  Jahr 
vielfältiger  werdenden  Zweoke  und 
Möglichkeiten  hier  aufzuzählen.  In 
der  üblichen  Ausführung  finden  sie 
mehr  und  mehr  Eingang  im  Haushalt, 
während  sie  in  z.  T.  noch  leistungs- 
fähigeren Bauarten  für  das  Hotel- 
und  Qaststättengewerbe  unentbehrlich 
sind,  wie  es  dessen  10.  Bundesfach- 
schau  in  Düsseldorf  vom  29.  8.  hie 
6.  9.  1950  eindrucksvoll  zeigte. 

Elektroherde 

Ein  größeres  Hauptgerät  der  zeit- 
gemäßen Küche  ist  der  Elektroherd, 
der  seine  Aufgabe  für  sich  allein 
durchaus  erfüllt,  wirtschaftlicher  und 


Einbauküche. 


für 


der    Siedlimg 
inageaAmt     10  000    Woh- 


'   bIb    : 


DK  621.312:643.366(047.1) 

hinsichtlich  des  Arbeitsaufwandes 
günstiger  jedoch  im  Zusanunenwirken 
mit  anderen  elektrischen  Geräten 
—  teils  vorher  genannt,  teils  nach- 
stehend beschrieben  —  benutzt  wird, 
und  zwar  in  der  bereits  erwähnten 
Folge  des  Arbeitsablaufs.  Hieraus 
ergibt  sich  auch  die  Bedeutung  der 
Einbauküche,  BUd  1,  die  in 
einem  nur  6  m'  großen  Raum  Platz 
findet  und  bei  elektrischer  Einrich- 
tung keinen  Abluftkanun  benötigt. 

Die  Wärntedarfaiotung  des  Elektro- 
herdes paßt  eich  den  erforderlichen 
Temperaturen  für  das  Kochen,  Braten 
und  Backen  von  etwa  100  bis  300  °C 
und  auch  der  Temperatur  für  das 
Warmhalten  der  Speisen  bestens  an. 
Jeder  Herd  hat  beute  außer  den 
ühlioben  feinstufig  regelbaren  Rand- 
kochplatten, die  durch  ihren  festen 
Sitz  in  der  Herdmulde  die  Sauber- 
haltung erleichtem,  auch  eine  sog. 
Blitzkochplatte  mit  etwa 
2  kW  Leistungsaufiiahme.  Sie  wird 
entweder  stufenlos  oder  über  einen 
Siebentaktschalter  geschaltet  und  hält 
automatisch  die  eingestellte  Tempera- 
tur ein.  An  Schnelligkeit  der  Hitze- 
entwicklung  kann  sie  wohl  kaum 
übertroffen  werden.  Ein  K  o  o  h  - 
a  u  t  o  ni  a  t,  der  in  den  Kochtopf- 
decket eingesetzt  wird  und  in  Abhän- 
gigkeit von  der  Dampfentwicklung 
die  Stromzufuhr  der  Kochplatte  so 
steuert,  daß  dos  Kochgut  eben  noch 
weiterkocht,  erspart  die  Überwachung 
des  Kochvorgangs. 

Die  automatische  Tempe- 
raturregelung dee  Backofens 
in  den  Bereichen  von  SO  bis  300  °C, 
wie  auch  die  Anzeigelampen  für  den 
Betriebszustond  gehören  heute  zu 
jedem  Elektroherd.  Besteht  dafür 
Bedarf,  so  kann  ein  Zeitschal- 
ter das  automatische  Ein-  und  Aus- 
schalten des  Backofens  oder  einer 
Kochplatte  besorgen.  Zusätzliche  Ein- 
richtungen, z.  B.  der  fest  eingebaute 
oder  einschiebbare  Grill  ujid  der 
Warmhalteraum,  vervollkommnenden 
Herd;  es  ist  auch  nicht  schwierig,  den 
Backofen  innen  zu  beleuchten  und 
die  Baokofentür  mit  einem  Schauglas 
zu  versehen.  In  jüngerer  Zeit  ordnet 
man  bisweilen  auch  die  Herdmulde 
mit  den  fest  eingebauten  Randkooh- 
platten  und  den  Backofen  getrennt  an, 
und  zwar  diesen  in  Tischböbe,  um  der 
Hausfrau  lästiges  Bücken  z< 


Wobniingen.  RaumgräBe  6  n 
Erfüllt  in  allem  DIN  1B0S2. 
Zur  HeiQwunervenorgung 
disnt  ein  I>urahlauripeicher 
mit  IS  kW  Ueiileiatung,  dar 
die  Küoheiupüle,  du  Wunh- 
boDkon  und  du  Bad  veraorgt. 


Bflcher  ilnd  durch  •  gBlnDnulohnat 

[1]  •  DlB   Kach«  —  Ihre  PIsduhe  und   Ein- 
rieb tun«,  i.  Aufl.  stuttgut  leee. 

[£]  ElektllKlis  Oerlte  In  guten  Formln.  B»u- 
melitei  IS  tlBfiS)  Ni.  S  8. 1M/6&. 


n  (1959)  Nr.2S   I.Oktober 


Produktionszahlen  sind  ein  sicheres 
Maß  für  die  steigende  Wertschätzung 
eines  Erzeugnisses.  Der  Anteil  der 
Elektroherde  an  der  gesamten  Herd- 
fertigung —  alle  Energien  einbegriffen 
—  ist  überwiegend.  Dies  kann  auch 
als  Beweis  für  die  Wirtschaftlichkeit 
des  elektrischen  Kochens  gelten. 

Statistische  Erhebungen  über  einen 
großen  Bereich  haben  gezeigt,  daß  im 
Durchschnitt  in  einem  Haushalt  mit 
12  3  4  6  6  7  Personen 
40  50  60  70  80  90  100  kWh/Monat 
für  das  Kochen  und  Erwärmen  klei- 
nerer Mengen  Wasser  für  heiße  Ge- 
tränke benötigt  werden  [3;  4;  5]. 

HelBwossergeräte 

Die  in  einem  Haushalt  benötigte 
Menge  an  heißem  Wasser  hängt  ab 
von  der  Anzahl  der  Personen,  der 
Größe  des  Haushalts  und  den  Kom- 
fortcmsprüchen.  Die  Wirtschaftlichkeit 
der  Heißwasserversorgung  wird  in 
jedem  Fall  verbessert  durch  kurze 
Heißwasserleitungen  und  durch 
technische  Einrichtungen  am  Gerät, 
mit  denen  man  von  außen  die  Wasser- 
temperatur wählen  kann.  Der  Wähl- 
regler hält  die  gewählte  Tempe- 
ratur konstant,  scheutet  also  selbst- 
tätig ein  und  aus,  während  der 
Wählbegrenzer  die  We^ser- 
temperatur  nach  oben  begrenzt  und 
das  Heißwassergerät  dann  selbsttätig 
aus-,  aber  nicht  wieder  einschaltet; 
das  Wiedereinschalten  müßte  von 
Hand  geschehen. 

Allen  Forderungen  wird  das  elek- 
trische Heißwassergerät  in  seinen 
verschiedenen  Bauarten  gerecht;  es 
kann  eingesetzt  werden  als  Einzel- 
gerät für  die  Versorgung  einer  Zapf- 
stelle bemessen  für  den  jeweiligen  Be- 


Talel  1.  Elektrische  HeißwasserBpeioher  und  Boiler*). 


[8]  •  «Sara*»,  Ham:  Die  Elektrizit&t  —  vom 
Kraftwerk  bis  sum  Elektrogerät.  Heidelberg 
1056. 

[4]  •  Eingbuch  für  Elektriiit&tAanwendung. 
Frankfürt  a.  M.  1068. 

[6]  Fi»ch«r^  Adolf:  Neuerimgen  an  Haoihalt- 
geriten.  Baumeiater  60  (1060)  Nr.  8  8. 178 
bis  174. 

[8]  Sehwan»  J.:  VorBchriften,  Regeln  und  Nor- 
men für  elektrische  Heißwasserbereiter. 
ElektrixiUt  •  (1068)  Nr.  8  8.  67/61. 

[7]  Schwan,  J. :  Typenbereinigung  der  elek- 
trischen Heißwasserbereiter.  Elektrisit&t  • 
(1068)  Nr.  2  8.  84/88. 

[8]  Fiueh/BT,  Adolf  i  Sicherungseinrichtungen  für 
Heißwasserspeicher.  Elektrixit&t  •  (1058) 
Nr.  2  8.  44/40. 

[0]  Bloctt,  Wenur:  Armaturen.  Elektrisit&t  • 

(1068)  Nr.  2  8.  80/44. 
[10]  Waltker,  FrUdrieh:  Der  nichtisoUerte  Heifl- 
wasserboUer.    Elektrisit&t   •   (1068)    Nr.  3 
8.  66/68. 
[11]  Petrut,    Walter :   Einfluß   der   Heißwasser- 
bereitung auf  die  Verteilungsnetze.  Blek- 
trisit&t  •  (1058)  Nr.  2  S.  82/34. 
[12]  Moilener,  J?. :  Elektrischer  Durchlauferhitser 
im  Wohnungsbau.  Baumeister  60  (1060). 
Nr.  8  8. 171/72. 
[18]  Walter,      Friedrich:      Elektro-Heißwasser- 
bereitung  in  Verbindung  mit  der  Zentral- 
heizung. Baumeister  60  (1060)  Nr.  8  8. 167 
bis  170. 


Speicher 

Boiler 

Nutz- 

druoklosea Gerftt 

Druckgerät 

druokloses  G^ftt 

inhalt 

mit 

mit 

mit 

mit 

« 

Anschluß- 

Wahl- 

W&hl. 

Anschluß- 

W&hl- 

W&hl- 

Anschluß- 

mit  WAhl- 

1 

wert  kW 

regier 

be- 
grenzer 

wert  kW 

regler 

be- 
grenzer 

wert  kW 

begrenzer 

6  (4) 

2 

X 

2 

X 

2 

mit  Koch- 

10  (8) 

2 

X 

Btufe**) 

16 

2  oder  4 

X 

4 

X 

30 

0,4  +  4 

X 

X 

0.4  +  4 

X 

X 

80 

1  +  4 

1  +  4 

oder  1  -f  6 

X 

X 

oder  1+6 

X 

X 

4  oder  6 

X 

(Dreh- 

(Dreh- 

(Dreh- 

Strom) 

Strom) 

Strom) 

100 

^~" 

Elektro-Kohle-Bade- 
ofen 

4  oder  6 

X 

(Drehstr.) 

*)  Speicher  sind  Geräte  mit  W&rmelsolation  zwischen  Außenmantel  und  InnenbehAlter.  Boiler  sind 
nicht  w&rmeisoliert. 

**)  Der  W&hlbegrenzer  hat   die   Endstufe  „Kochen",  der  Wasserinhalt  kann  also  zum  Kochen 
gebracht  werden. 


darf  —  dezentrale  Versor- 
gung — ,  ebenso  aber  auch  als 
Einzelgerät  mit  großer  Leistung  für 
die  Versorgung  mehrerer  Zapfstellen 
—  zentrale  Versorgung.  Bei 
dieser  Losimg  sind  zu  lange  Heiß- 
wasserleitimgen  zu  vermeiden.  Die 
Gruppenversorgung  ist  eine 
Zwischenlösung,  bei  der  örtlich  nahe 
beieinanderliegende  Zapfstellen  an 
ein  Heißwassergerät  angeschlossen 
werden»  während  entfernt  hegende  ihr 
eigenes  Gerät  erhalten.  Elleine  Heiß- 
wfiMsergeräte  lassen  sich  unauffällig 
unter  der  Küchenspüle  oder  dem 
Waschbecken  unterbringen  [6;  7]. 
Die  meisten  HeißwcMserbereiter  sind 
drucklose  Geräte  ;  das  Heiß- 
wasser-Überlaufrohr ist  offen,  der 
HeißwfiMser-Zapfhahn  hegt  vor  dem 
Gerät  in  der  Kaltwasserzuleitung. 
SelbstverständUch  gibt  es  auch 
Druckgeräte  [8]  die  unter  dem 
Druck  der  Wasserleitung  stehen,  Tafel 
1.  Drucklose  Überlaufgeräte  können 
im  allgemeinen  nur  mit  Spezial* 
Überlaufarmaturen  in  Betrieb  ge- 
nommen werden  [9].  Außer  Spei- 
chern (mit  Wärmeisoliermantel) 
und  Boilern  (nicht  wärmeisoHert 
[10])  werden  auch  Durchlauferhitzer 
und  Diu*chlaufspeicher  mit  6  bis  15  1 
Lihalt  cUs  Druck-  oder  druoklose 
Greräte  verwendet.  Durchlauf- 
erhitzer mit  einer  ausreichenden 
Heißwasserdarbietung  haben  An- 
schlußwerte bis  18  kW,  während 
Durohlaufspeicher  mit  zwei 
Heizstufen  arbeiten,  3  kW  für  den 
Speicherinhalt  und  18  kW  für  das  im 
Durchlaufverfahren  zu  erwärmende 
Wasser  [11;  12].  Für  den  kleinen 
Haushalt  hat  sich  der  Kochend- 
wasserboiler  als  sehr  wirt- 
schaftlich arbeitendes  Grerät  bewährt. 
Dieser  Boiler  —  mit  Glas-  oder 
Kupferbehälter  —  arbeitet  nach  dem 
Wasserablauf prinzip.  Das  zu  erhit- 
zende Wasser  bis  zu  6  1  wird  vorher 
eingelassen,  die  Leistung  von  Hand 
eingeschaltet.        Die        Temperatur- 


Wählscheibe  des  Wählbegren2sers 
hat  die  Endstufe  „Kochen*',  bei  der 
der  Wasserinhalt  zum  Kochen  ge- 
bracht wird. 

Geschirrspülmaschinen 
sind  in  deutschen  HaushcJten  bis  jetzt 
noch  wenig  in  Grebrauch.  Es  werden 
aber  heute  kleine  Baumuster  mit  nied- 
rigem Anschliißwert  (2  kW)  zu  er- 
schwinghchen  Preisen  angeboten,  die 
sich  allerdings  in  der  Haushcdtpraxis 
noch  bewähren  müssen.  Dennoch 
wird  die  Spüle  nicht  überflüssig. 

Ein  weeentUcher  Fortschritt  ist  der 
Küchenblock.  Er  faßt  unter 
einem  gemeinsamen  Oberteil  aus  nicht- 
rostendem Stahl  den  Herd  und  alle 
GeräteteUe  zum  Spülen  (ein  oder  zwei 
Becken)  einschheßhch  Heißwasser- 
speicher zusammen;  alle  Einbauten 
und  Anschlüsse  sind  von  vom  zu- 
gänglich. Der  elektrische  Anschluß 
befindet  sich  meist  im  Mittelfeld  des 
Blockes.  Besonders  bemerkenswert  ist 
der  bei  einigen  Fabrikaten  eingebaute 
Geschirr-  und  Handtuchtrockner.  Die 
Abmessungen  des  Küchenblocks  und 
die  Geräteanordnung  entsprechen  DIN 
18  022. 

Zur  haustechnischen  Ausstattung 
gehört  auch  die  Heißwasser- 
versorgung des  Bades. 
Für  ein  Duschbcbd  ist  ein  15-1-Dusch- 
boüer  eine  durchaus  befriedigende 
Lösung.  Die  Versorg^ung  der  Bade- 
wanne —  besonders  dann,  wenn  Heiß- 
waaaer  für  mehrere  Bäder  nachein- 
ander entnommen  werden  soll  — 
wird  am  besten  mit  einem  80-1- Spei- 
cher oder  Boiler  (dieser  günstiger  bei 
dezentraler  Versorgung)  erzielt;  der 
im  Speicher  mit  kleiner  Leistung  er- 
wärmte WfiMserinhalt  ist  sofort  und 
mit  hoher  Wasserauslaufleistung  ver- 
fügbar. Mittels  der  Zusatzbeheizung 
größerer  Leistung  (Tafel  1)  wird  das 
Wasser  für  weitere  Bäder  rasch  er- 
wärmt. Speicher  oder  Boiler  können 
zusammen  mit  einer  zentralen  Warm- 
wasserversorgung der  Raumheizungs- 
anlage arbeiten  [13]. 


1334 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28   1.  Oktober 


Wenn  Küche  und  3ad  an  einer 
gemeinsamen  Wand  liegen,  hat  sich 
im  heutigen  Wohnungsbau  der  bereits 
erwähnte  Durchlaufspeicher  mit  zwei 
Heizkreisen  für  die  zentrale  Heiß- 
wasserversorgung  von  Bad  und  Küche 
bewahrt.  Das  Gerät  ist  dann  in  der 
Nähe  der  Zapfstelle  mit  der  größten 
Heißwasserentnahme  installiert;  es 
versorgt  das  Bad,  das  Waschbecken 
und  die  Küchenspüle,  Bild  2. 

KOhlschranke 

Vorratsbialtunjr  imd  Frischhalten 
gehören  im  Haushalt  zusammen.  Der 
Kühlschrank  —  nach  dem  Kompres- 
sions- oder  Absorptions-Verfahren  — 
ersetzt  nicht  den  Vorratsschremk  oder 
die  Speisekammer.  Die  seit  einigen 
Jahren  beliebte  Bauform  als  Tisch- 
kühlschreuik  bietet  gleichzeitig  eine 
Arbeitsfläche  in  85  cm  Höhe.  Der 
Einbau-Kühlschrank  (50  bis  125  1) 
wird  in  Griffhöhe  in  vorhandene 
Möbel  oder  Nischen  fest  eingebaut. 
Neuerdings  ist  auch  ein  Wandkühl- 
schrank (Kompressor)  auf  den  Markt 
gekommen.    Kühlschränke    mit    ein- 


BUd  2. 

Baderanm  mit 
Warmwasserveisorgung 
aus  der  Küche,  Bud  1. 

Gemeinsune 
Rohrleitungawand 


gebautem  Tiefkühlfach,  das  zur  län- 
geren Lagerung  anderwärts  gefrorener 
Ware  bestinmit  ist,  finden  jetzt  in 
den  Haushalten  immer  mehr  Ver- 
wendung, ein  Beweis  dafür,  dai3  man 
auch  im  Haushalt  die  einfache  Art 
der  Gefrierkonservierung  zu  schätzen 
weiß  [4]. 

Waschen  und  Bügeln 

Zur  Ausstattung  von  Wohnbauten 
gehören  Einrichtungen,  die  das  Wa- 
schen luid  Trocknen  der  Haushalt- 
wäsche in  zweckmäßiger  Weise  ermög- 
lichen. Hierzu  dienen  entweder  ge- 
meinsame Hauswaschmaschinen  oder 
kleinere  Haushaltwaschmaschinen. 
Gerade  beim  Waschen  kann  die  Ma- 
schine viel  Arbeitskraft  und  Zeit 
ersparen.  Heute  baut  man  für  den 
Haushalt  vomehnüich  Trommelmo- 
delle. Besonders  die  Trommelwasch- 
maschine mit  Teilautomatik  und  die 
Vollautomaten  erleichtem  wesentlich 
die  Pflege  der  Wäsche.  Beim  Voll- 
automaten beschränkt  sich  die  Be- 
dienung auf  die  Programm-  und 
Temperaturwahl ;     die    Arbeitsgänge 


Waschen,  Spülen  und  Schleudern 
laufen  dann  ohne  weiteres  Zutun  ab. 
In  den  letzten  Jahren  hat  sich  die 
teilautomatische  Waschkombination 
für  den  Haushalt  durchgesetzt;  diese 
Trommelwaschmaschinen  waschen 
und  spülen  selbsttätig,  das  Schleudern 
ist  ein  gesonderter  Arbeitsgang,  der 
eine  größere  Trocken wirkimg  erreicht. 

Es  gibt  küchenfähige  Haushalt - 
Waschmaschinen,  die  ohne  besondere 
Zustinunung  des  Hauswirtes  in  der 
Küche,  besser  allerdings  im  Bad,  be- 
trieben werden  können.  Sie  entlassen 
keine  Dcunpfschwcbden  und  verur- 
sachen keine  störenden  Geräusche.  Für 
den  Haushalt  dürfte  im  allgemeinen 
eine  Maschine  für  3  kg  Trockenwäsche 
mit  einem  Anschlußwert  bis  rd.  3  kW 
ausreichen.  Für  Hausgemeinschafts- 
Waschanlagen  werden  größere  Ma- 
schinen mit  5  kg  und  mehr  Fassungs- 
vermögen, oft  auch  Waschautomaten 
gewählt.  Solche  der  Hausgemeinschaft 
dienenden  Maschinen  betreibt  man 
am  besten  über  Münzkassierzähler. 

Das  früher  ziun  Bügeln  benutzte 
schwere  Bügeleisen  ist  fast  völlig  durch 
den  leichteren  Bügelautomaten  ver- 
drängt worden.  Dessen  besonderer 
Vorteil  liegt  darin,  daß  man  die  sich 
selbst  regelnde  Temperatur  den  zu 
bügelnden  Geweben  anpassen  kann. 
Für  größere  Haushalte  sind  Heim- 
bügler  zeitsparende  und  muskelscho- 
nende Geräte,  die  in  ihrer  neuesten  Bau- 
form kein  besonderes  Grestell  mehr 
benötigen,  sondern  auf  jeden  Tisch 
gesetzt  werden  können. 

* 

Diese  Übersicht  über  elektrische 
Haushaltgeräte  kann  nicht  vollstän- 
dig sein.  Es  erübrigt  sich  aber,  die 
vielen  sonstigen  im  Haushalt  be- 
währten Geräte  zum  Reinigen  (Staub- 
sauger und  Bohnermaschinen),  Lüften 
(Tischventilatoren),  Heizen  (Wider- 
standsöfen und  Infrarotstrahler), 
Tauchsieder,  Schnellkocher  mit  Trok- 
kengehschutz,  Rasierapparate,  schließ- 
lich auch  die  Werkzeugkombination 
mit  elektrischem  Antrieb  (für  Bastler) 
und  andere  [2]  zu  beschreiben,  weil  sie 
durch  die  Auslage  in  Schaufenstern 
und  ihren  praktischen  Grebrauch  be- 
reits hinreichend  bekannt  geworden 
sind.  S  11269 


Lichttechnik  /  von  Or-Ing.  H.'J.  Nenfsdiaf,  Karlsruhe 


DK  628.9  (047.1)  :  535.24  :  621.32 


Im  Jahre  1958  legt  wiederum  eine 
Fülle  von  Veröffentlichimgen  den 
Fortschritt  auf  dem  Gebiet  der  Licht- 
technik und  ihren  zahlreichen  Grenz- 
gebieten dar.  Es  kann  im  Rahmen  der 
Jahreeübersicht  daher  nur  versucht 
werden,  eine  Auswahl  von  allgemein 
interessierenden  Arbeiten  zu  treffen. 


Spektrole  Hellempfindlichkeit 

Die  Werte  der  spektralen  Hellemp- 
f  indUchkeit  Vx  des  menschlichen  Au- 
ges sind  in  den  letzten  Jahren  von  der 
farbmeßtechnischen  Seite  her  ange- 
zweifelt worden.  Darüber  wurde  be- 
reits früher  berichtet  [1 ;  2].  Die  Zwei- 
fel an  der  Gültigkeit  von  V\  für  ein 


kleines  Gesichtsfeld  von  2°  werden 
jedoch  durch  verschiedene  Untersu- 
chimgen  über  bedingt  gleiche  Farben 

BOcher  sind  durch  •  gekennzeichnet 

[1]  Beeb,  0.:  Beleachtungstechnik.  VDI-Z.  §• 

(1056)  S.  1440/43. 
[2]  Reeb,  O.:  Lichttechnik.  VDI-Z.  100  (1068) 

8. 1431/84. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28   I.Oktober 


1335 


(gleichen  Aussehens,  aher  verschiede- 
ner spektraler  Zusammensetzung)  mehr 
in  Frage  gestellt  als  erhärtet.  So  zeigt 
beispielsweise  eine  Arbeit  von  Bum- 
hum  [3]  über  die  Auswcüil  neutral- 
grauer Stellen  in  Farbfilmproben  nach 
einer  visuellen  Methode  und  die  spek- 
traJphotometrische  Prüfung  der  aus- 
gewählten Stellen,  daß  der  CIE- 
Normalbeobachter  die  Ergebnisse  bes- 
ser wiedergibt  als  der  Beobachter  nach 
Stües,  Bumha/m  schheßt  daraus,  daß 
der  CIE -Normalbeobachter  vorläufig 
die  beste  Übereinstimmung  zwischen 
Farbberechnung  imd  Farbmessung  er- 
gibt. Er  gibt  damit  dem  allgemeinen 
Bestreben  Ausdruck,  die  Fx-Werte 
weiterhin  alij  gültig  anzusehen.  In 
absehbarer  Zeit  dürfte  sich  daher  an 
der  Lichteinheit  von  dieser  Seite  her 
nichts  ändern. 

Photometrie 

Photometer 

Da  die  Ermittlung  umfangreicherer 
Leuchtendaten,  als  sie  bisher  in  den 
üblichen  Leuchtenlisten  angetroffen 
werden,  einen  großen  personellen  und 
zeitlichen  Aufwand  erfordert,  lohnt 
sich  bei  größeren  Stückzahlen  an 
Leuchten  die  Automatisierung  der 
Meßreihen.  Ein  voUselbsttätiges,  be- 
sonders in  Hinblick  auf  die  Leucht- 


[8]  Bwnham,  R,  W,i  Visual  Belectlon  of  Color 
FUm  NeutnÜB.  J.  Opt.  Soc.  Amer.  48  (1968) 
8.  215/24. 

[4]  Franklin,  J.S.i  Automated  Unlyenal  Di- 
stribution Photometer,  Illum.  Sngng.  K.T. 
§3  (1968)  8.  667/78. 

[5]  dB  Wü,  L.:  Apparatus  for  Measuring  Light 
Dlstrlbutions.  PhUlps  Techn.  Bev.  14  (1953) 
8.  200/02. 

[6]  Horton,  O,  A.,  R,  O.  Sptek,  P.  A.  Zaphyr  u. 
R.  B.  Wendt:  Automatic  Photometer  for 
Street  Llghtlng  and  other  Lumlnaires. 
nium.  Bngng.  N.Y.  63  (1958)  8.  691/97. 

[7]  Horton,  O,  A.,  u.  P.A.  Zaphyr:  Automatic 
Processing  of  Photometrie  Test  Data  for 
Street  Llghtlng  Lumlnaires,  lUum.  Bngng. 
N.Y.  63  (1958)  8.  841/51. 

[8]  StoUmberg,  K.:  Über  Messungen  mit  der 
Ulbrichtschen  KugeL  Lichttechnik  10  (1958) 
8.  518/20. 

[9]  •  Oorduan,  K. :  Zum  Angleich  der  spektralen 
Empfindlichkeit  lichtelektrischer  Empfänger 
an  vorgegebene  Bmpf indllchkeltsfünktlonen. 
In:  Techn.  Wies.  Abb.  der  08ram-(}es.  Bd.  7 
8. 814/28.  BerUn/(36ttingen/Heidelbergl968. 

[10]  Dlugoi,  H.  O.:  Aus  der  Praxis  der  cos- 
Korrektur  von  Photoelementen  mit  HUfe 
von  Optiken,  Lichttechnik  10  (1958)  8.  666 
bis  567. 

[11]  Rseb,  0.,  XL.  W.  Totberg:  Ein  photoelek- 
trischer Beleuchtungsmesser  hoher  Emp- 
findlichkeit mit  coslnus-getreuer  Bewertung. 
Lichttechnik  7  (1965)  8.  275/78. 

[12]  Marsh,  0.,  u.  E.:  A  Photographic  Method 
of  Brlghtness  Recording.  Dlum.  Bngng.  K.Y. 
63  (1958)  S.  856/57. 

[iS]ZtioUa,  M.  N.:  Brlghtness  Survey  of  two 
Booms  using  a  Photographic  Technique. 
Dlum.  Bngng.  N.Y.  63  (1958)  8.  687/42. 

[14]  Lomp€,  A.:  Bin  neaer  Typ  von  Xenon- 
lampen.  Lichttechnik  10  (1958)  8. 108/09. 


Stofflampenleuchten  konstruiertes 
Photometer  [4]  beruht  auf  dem  von 
de  Wit  [5]  konstruierten  Drehspiegel- 
gerät, in  dem  ein  großer  Plcmspiegel 
und  die  zu  messende  Leuchte  so  ge- 
schwenkt werden,  daß  durch  seine 
Stellung  von  45*'  zur  Drehachse  die 
zu  messende  Lichtstrahlung  stets  in 
fester  Raumrichtung  austritt,  ohne 
daß  die  Leuchte  die  normale  Brenn - 
läge  verläßt.  Die  Drehung  des  Spiegel- 
gerätes und  der  Leuchte,  die  Auswer- 
tung der  vom  Empfänger  gelieferten 
Werte  des  Photostroms  und  das  Aus- 
schreiben der  Ergebnisse  in  Form  von 
Zahlentafeln  werden  durch  ein  zen- 
trales Kommandogerät  nach  einem 
eingegebenen  Programm  gesteuert. 

Auch  bereits  vorhandene  Photome- 
ter können  durch  Kombüiation  mit 
Auswertungsgeräten  weitaus  besser 
ausgenutzt  werden  [6].  Die  Photome- 
terfunktionen werden  durch  Loch- 
streifen-Programme gesteuert  und  die 
Ergebnisse  in  Karten  umgesetzt,  die 
ziir  Speisung  einer  normalen  elektro- 
nischen IBM-Rechenmaschine  dienen. 
Über  die  Programmierung  der  Re- 
chenmaschine und  die  Möglichkeiten, 
die  Daten  darzustellen,  beispielsweise 
in  Form  fertiger  Isoluxlinien,  gibt  eine 
gesonderte  Arbeit  Aufschluß  [7].  Die- 
ses Verfahren  hat  den  Vorzug,  bei 
Vorhandensein  einer  Rechenmaschine 
weniger  Aufwand  zu  erfordern,  wäh- 
rend die  Rechenmaschine  mit  ihrer 
viel  größeren  Kapazität  auch  mit  an- 
deren Aufgaben  ausgelastet  werden 
kann. 

Messungen  mit  der  Ulbrichtschen 
Kugel  sind  in  bezug  auf  die  Abhän- 
gigkeit der  Lichtstrombewertung  von 
der  Lichtverteilung  untersucht  wor- 
den [8].  Die  Anordnung  nach  DIN 
6032  ist  demnach  verhältnismäßig 
unabhängig  von  der  nicht  zu  unregel- 
mäßigen Lichtverteilimg,  wenn  die  in 
DIN  5032  festgelegten  Symmetrie- 
bedingungen  eingehalten  werden.  Eine 
theoretisch  günstigere  Anordnung  eines 
kleineren  Schatters  vor  dem  Meß- 
fenster  bringt  praktisch  keinen  Gre- 
winn  an  Genauigkeit.  Der  VerfcMser 
findet  femer  für  die  Messung  von 
Leuchtstofflampen  bei  Beachtung  der 
Sjonmetriebedingungrai,  d.  h.  Anord- 
nung der  Lampe  mit  der  Achse  in  der 
Verbindungslinie  Kugelmittelpunkt- 
Meßfenster,  nur  geringe  Fehler  gegen- 
über einer  gleichförmigen  Lichtvertei- 
lung. 

Emp  f  an  ger 

Die  Anpassung  der  relativen  spek- 
tralen EmpfindUchkeit  von  Photo- 
elementen an  die  F^^-Kurve  behandelt 
K.  Oorduan  [9].  Auf  der  Grundlage 
des  von  A,  Dresler  angegebenen  Ver- 
fahrens der  partiellen  Filterung  der 
Photoelementoberfläche  beschreibt  er 
zunächst  die  zu  beachtenden  Gesichts- 
punkte und  dann  an  Hand  eines  Bei- 
spiels die  stufenweise  Fx-Anpassung 
eines  Photoelementes.  Zum  Abkürzen 


Bild  1.  Anordnung  zur  cos-Korrektur 
von  Photoelementen. 

Nach  H.  Q.  Dlugoa  [10] 

a  Photoelement  c  Abachattring 

b  Plankonvexlinse     d  Randschalter 


des  Verfahrens  wird  eine  graphische 
Methode  zur  Vorherbestimmung  des 
„Bedeckungsgrades"  eines  Partial- 
f  ilters  angegeben. 

Die  Korrektur  von  Photoelementen 
zur  Erzielung  einer  „cos-getreuen" 
Bewertung  schräg  einfallenden  Lichtes 
ist  Gegenstand  einer  Betrachtimg  von 
H.  O.  Dlugoa  [10].  Er  geht  aus  von 
einer  Anordnung,  BUd  1,  die  der  von 
Re/eb  imd  Toaberg  [11]  angegebenen 
ähnelt,  aber  sich  von  dieser  durch  die 
Verwendung  einer  Plankonvexlinse  b 
mit  hohem  Rand,  eines  Abschattrin- 
ges c  und  eines  Randschatters  d  unter- 
scheidet. Durch  richtige  Wahl  der 
Parameter  kann  die  Korrekturkurve 
in  verschiedenen  Bereichen  beeinflußt 
werden. 

Leuchtdichtemessung 

Wegen  der  VeränderUchkeit  des 
Tageshchtes  ist  die  Aufnahme  der 
Leuchtdichteverteilung  im  Innenraum 
bei  Tageslicht  nach  den  bisherigen 
Verfahren  kaum  mögUch.  Abhilfe 
schafft  hier  eine  von  (7.  und  E,  Marsh 
[12]  angegebene,  von  M,  N.  ZeoUa 
[13]  an  einigen  Beispielen  erprobte 
Methode.  Mittels  einer  (in  der  Repro- 
duktionstechnik zum  Herstellen  von 
Farbauszügen  üblichen)  Dreiplatten- 
Kamera  wird  derselbe  Motiv  mit 
deckungsgleichen  Konturen  durch  drei 
Graufilter  hindurch  aufgenommen. 
Gleiche  Schwärzungen  auf  den  drei 
Platten  entsprechen  so  Leuchtdichten 
im  Verhältnis  von  100  :  2,5  :  0,2. 
Werden  noch  einige  wenige  Bezugs- 
werte der  Leuchtdichte  mit  einem 
Leuchtdichtemeßgerät  in  kurzer  Zeit 
absolut  festgestellt,  so  ist  man  damit 
in  der  Lage,  die  zur  Zeit  der  Messung 
herrschende  Leuchtdichteverteilung 
nachträglich  zu  ermitteln.  Eine  andere 
MögUchkeit  der  Auswertung  besteht 
darin,  beim  Kopieren  der  Platten  auf 
bestimmte  Art  Gebiete  verschiedener 
Leuchtdichte  durch  eine  Kontur  von- 
einander zu  trennen.  Werden  die  Ko- 
pien zeichnerisch  oder  photographisch 
überlagert,  so  erhält  man  das  Büd  der 
Leuchtdichteverteilung  in  Form  von 
Linien,  die  bestimmte  Leuchtdichte- 
bereiche eingrenzen. 

Leuchttechnik 

Xenonlampen 

Bei  einem  neuen  Typ  von  Xenon- 
lampen für  kontinuierhchen  Betrieb 
[14]   beträgt  der  Betriebsdruck  nur 


1336 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28   I.Oktober 


etwa  1  ata  im  Gegensatz  zu  etwa  24 
ata  in  den  bisher  bekannten  Lampen. 
Die  Entwicklung  wurde  durch  theo- 
retische Betrachtungen  über  die  Trans- 
porterscheinungen  (Diffusion,  Wärme- 
leitung, elektrische  Leitfähigkeit)  er- 
möglicht [16;  16;  17].  Abweichend  von 
früheren  Anschauungen  ergab  sich, 
daß  ein  ruhig  brennender  Bogen  ge- 
nügend hoher  Plasmatemperatur  auch 
bei  niedrigem  Druck  zu  erwarten  ist, 
und  zwar  bei  einer  so  niedrigen  Wand- 
bebstung,  daß  sich  eine  besondere 
Kühlung  erübrigt.  Die  Litensität  des 
Kontinuiuns  und  die  Lichtausbeute 
erreichen  ähnliche  Werte  wie  in  den 
Lampen  hohen  Druckes  und  hoher 
Leistungskonzentration.  Die  ersten 
Lampen  der  neuen  Art,  Bild  2  und  8, 
brennen  bei  270  V  Spcmnung  und 
werden  unter  Vorschaltung  einer  Dros- 
setepule  zwischen  zwei  Phasen  des 
SSO-V-Drehstronmetzes  betrieben.  We- 
gen der  steigenden  Charakteristik  ist 
aber  der  Betrieb  entsprechend  bemes- 
sener Lampen  auch  direkt  eun  Netz 
möglich,  wie  Versuche  bestätigten.  Die 
65-kW-Type  dürfte  z.  Z.  die  größte 
bisher  gebaute  Gasentladungslampe 
sein,  doch  bestehen  keine  theoreti- 
schen und  nur  geringe  technologische 
Schwierigkeiten,  noch  größere  Lcunpen 
herzustellen. 


I 


lafflq 


f&iil> 


Werkphotofl:  Otnm 


Bild  2  nnd  IL  Neue  Xenonlampen 
hoher  Leistung  mit  1  ata  Betriebsdruck. 

Leistung  20  kW  65  kW 

Länge  1,9  m  2,4  m 
Dorchmeflser 

des  Quanrohres      30  nini  50  mm 

Stromstärke  75  A  250  A 

Lichtstrom  550  000  kn       2  000  000  Im 

Liohtausbeute  fast  28  hn/W  31  Im/W 


Eine  neue  Xenon-Hochdrucklampe 
großer  Leistung  für  Kinoprojektions - 
zwecke,  die  „Metallhochdrucklampe' ' 
[18],  besteht  aus  einem  druckfesten, 
wassergekühlten  Metallgehäuse,  in  das 
die  ebenfalls  wassergekühlten  Elek- 
troden und  das  Quarzglasfenster  für 
den  Austritt  der  Strahlung  druckdicht 
eingesetzt  sind.  Die  dem  Verschleiß 
am  meisten  ausgesetzten  Elektroden 
und  das  Quarzfenster  kann  man  aus- 
wechseln. Nach  dem  Evakuieren  wird 
der  Linenraum  aus  einer  Vorrats- 
flasche mit  Edelgas  auf  einen  Füll- 
druck von  8  bis  16  at  gefüllt.  Eine 
Sonde  zündet  die  Entladimg  diuxsh 
einen  Hochspcuinungsimpuls.  Lampen 
bis  zu  4,8  kW  Leistimg  wurden  bei 
verschiedenen  Drücken  erprobt.  Mit 
der  Metallhochdrucklampe  wird  eine 
größere  Wirtschaftlichkeit  angestrebt, 
cUs  sie  mit  Quarzlampen  so  großer 
Leistung  erreicht  werden  kann;  in- 
folge der  noch  sehr  kurzen  Lebens- 
dauer der  Elektroden  ist  dieses  Ziel 
noch  nicht  als  erreicht  anzusehen. 

Leuchtstofflampen 

Nach  den  Jahren  rascher  Entwick- 
lung der  Leuchtstofflampen  scheint 
nunmehr  die  Zeit  erreicht  zu  sein, 
in  der  sich  die  Aufmerksamkeit  mehr 
auf  Verbesserungen  der  Einzelheiten 
richtet.  So  wurde  der  Einfluß  des 
Elektrodenmaterials  auf  die  bei  län- 
gerer Brenndauer  auftretende  Ver- 
färbung der  Enden  der  Leuchtstoff- 
leunpe  untersucht  [19].  Ais  Ursache 
stellte  sich  die  Elektrodenzerstäubung 
der  Nickelzuführungen  heraus;  ein 
mit  Chrom  und  Vanadium  galvanisch 
plattierter  Eisendraht  als  Ersatz  des 
Nickeldrahtes  hat,  wie  Versuche 
zeigten,  keine  Verfärbung  zur  Folge. 

Der  Leistungsumsatz  je  Längenein- 
heit der  Leuchtstofflampe  läßt  sich 
durch  Verwenden  eines  Neon-Argon- 
gemisches als  Gnmdgas  erhöhen  [20]. 
Die  für  die  Leuchtenkonstruktion  und 
die  Photometrie  wichtige  Temperatur- 
abhängigkeit des  Lichtstroms  und  der 
elektrischen  Daten  von  Leuchtstoff- 
lampen hat  Marterstock  behandelt  [21]. 

Die  Stronümpulse  in  den  Zuleitun- 
gen zur  Zündhilfe,  Fehlerscheinungen 
bei  falscher  Bemessung  der  Zündhilfe 
und  durch  Verschiedenheiten  der  Vor- 
schaltgeräte  verursachte  Störungen 
bei  der  thyratron -gesteuerten  Däm- 
merungsschaltung von  Leuchtstoff- 
lampen waren  Gegenstand  einer  Un- 
tersuchung [22]. 

Die  Farbwiedergabeeigenschaften 
von  Quecksilberdampf-Hochdruck- 
lampen mit  Leuchtstoff  wurden  im 
Berichtsjahr  verbessert  durch  Auf- 
bringen einer  Purpurfilterschicht,  die 
die  grüne  Quecksilberlinie  schwächt 
[23].  Diese  „Deluxe' '-Lcunpen  haben 
daher  weitere  Anwendungen  gefunden, 
wenn  sie  auch  hinsichtlich  der  Färb- 
wiedergäbe  manche  Typen  von  Nieder- 
druck-Leuchtstofflampen nicht  errei- 
chen. 


Beleuchtungstechnik 

Neue    Be 1 e u c h t u ngs - 
s  tärkewerte 

H,  R,  Blackioell  arbeitete  ein  Ver- 
fahren aus,  um  die  für  eine  gegebene 
Sehaufgabe  erforderliche  Beleuchtungs- 
stärke zu  bestimmen.  Über  die  Ergeb- 
nisse berichtete  C.  L.  Orouch  [24],  imd 
der  zuständige  Fachausschuß  der 
Illuminating  Engineering  Society 
(lES)  gab  Richtlinien  mit  neuen 
Beleuchtungsstärkewerten  heraus  [26]. 
Nach  dem  Verfahren  haben  Beobach- 
ter anzugeben,  in  welchen  von  vier 
Zeitintervallen  eine  Sehprobe  eine 
bestinunte  Zeitlang  erkennbar  ist. 
Verändert  werden  dabei  außer  der 
Sehwinkelgröße  der  Sehprobe  und  der 
Darbietungszeit  der  Kontrast  der 
Sehprobe  gegenüber  dem  Hintergrund 
und  die  Adaptationsleuchtdichte.  Die 
für  eine  gegebene  scheinbare  Größe 
und  eine  bestimmte  Darbietimgszeit 
der  Sehprobe  erhaltene  Kurve  des 
erkennbaren  Kontrastes  über  der 
Adaptionsleuchtdichte  setzte  Black' 
weü  durch  weitere  Meßreihen  in  die 
Praxis  um;  dabei  wählte  er  typische 
Beispiele  (z.  B.  ein  Stenogramm).  Er 
fand,  daß  unter  praktischen  Arbeits- 
bedingungen,   wenn    man    außerdem 


[15]  Schirmer,  H.:  Zur  Theorie  der  Wärmeleit- 
ffthlgkelt  eines  Plasmas.  Z.  Phys.  142  (1955) 
S.  116/20. 

[16]  Sehirmert  H.:  Zar  Theorie  der  elektrischen 
Leitfähigkeit  eines  Plasmas.  Z.  Phys.  142 
(1055)  S.  1/lS. 

[17]  •  Sehirmer,  H.:  The  Electrical  Condnctiyity 
of  a  not  completely  lonlzed  Gas.  Terso  Con- 
gresso  Intemadonale  sni  Fenomenl  d'Ioniz- 
zazione  nel  Oas.  Venedig  1057.  Rendiconti 
S.  012/23. 

[18]  Rompe,  JR.,  u.  Ä.  Ihln:  Über  eine  neuartige 
Strahlungsquelle,  die  .  „Metallhochdruck- 
lampe".  Abh.  Dtsch.  Akad.  Wies.  (1058) 
Kr.  1  BerUn  1958. 

[10]  Wainio,  A.  TF.,  u.  F.  M.  Craven:  Influence 
of  Blectrode  Materials  on  Fluorescent  Lamp 
Discoloration.  Illum.  Bngng.  N.Y.  63  (1058) 
S.  615/20. 

[201  Bemier,  C.J.,  u.  W.O.Oungle:  Glow  Dis- 
charge  Gharacteristics  of  Fluoreeoent  Lamps. 
lUum.  Engng.  N.Y.  63  (1058)  8.  82/40. 

[2i]  %  Marteritock,  J.:  Zar  TemperatorabhAn- 
gigkelt  der  elektrischen  und  photometrischen 
Daten  von  LeuchtstofTlampen.  In:  Techn.- 
Wiss.  Abh.  der  Osram-(}es.  Bd.  7.  S.  123/32. 
Berlin/G^^ttingen/Heidelberg  1058. 

[22]  •  Fähnrich,  H.-J.,  W.  Ounki  u.  K.  KnoÜi: 
Zur  Thyratron-gesteuerten  D&mmerungs- 
schaltung  von  Leuchtstofflampen:  I.  Vor- 
gänge an  der  Zündhilfe.  —  II.  StabiliUts- 
betrachtungen  an  der  Steuercharakteristik 
in  Abhilngigkeit  von  Vorschaltgerftten,  Ketz- 
spannung  usw.  In:  Techn.-Wiss.  Abh.  Os- 
ram-Ges.  Bd.  7  S.  138/54.  Berlin/Göttingen/ 
Heidelberg  1958. 

[23]  TiU,  W.  S. :  Development  of  Deluxe  Flu- 
orescent-Mercury  Lamps  for  commercial 
and  specialized  Applications.  Illum.  Engng. 
N.Y.  63  (1958)  S.  224/84. 

[24]  CroucJi,  C.  L. :  Kew  Method  of  Determining 
Illumination  Required  for  Tasks.  Dlum. 
Engng.  K.Y.  SZ  (1958)  S.  416/22. 

[25]  Report  No.  I  of  IBS  Committee  on  Be- 
commendations  for  Quality  and  Qnantlty  of 
Illumination.  New  Footcandle  Tables. 
Illum.  Bngng.  N.Y.  63  (1958)  S.  422/32. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28    1.  Oktober 


1337 


den  Sicherheitafaktor  des  Erkennens 
von  50  auf  99%  steigert,  der  unter 
Laborbedingungen  erkennbare  Kon- 
trast um  den  Faktor  15  erhöht  werden 
müßte.  Dies  führt  zu  Leuchtdichten, 
die  allen  bisher  bekannten  Richtlinien 
widersprechen  und  die  demgemäß  zu 
Beleuchtungsstärken  führen,  die  weit 
über  den  bisher  empfohlenen  Werten 
liegen.  Die  Kritik  an  den  neuen  Be- 
leuchtungsstärkewerten hätte  in  erster 
Linie  an  der  Übertragung  der  Meß- 
ergebnisse  auf  die  Praxis  anzusetzen, 
während  der  Wert  der  Laborversuche 
und  die  prinzipielle  Bedeutung  der 
Arbeit  unangefochten  bleiben. 

Tageslichtbeleuchtung 
von    Innenräumen 

Über  die  lichttechnischen  Eigen- 
schaften von  gewölbten  Akrylglas- 
Oberlichtem  aus  streuendem  Werk- 
stoff unter  Berücksichtigung  der  Son- 
neneinstrahlung sind  aufschlußreiche 
Werte  mitgeteilt  worden  [26].  Die 
Beeinflussung  des  Tageslichteinfalls 
und  die  Verhinderung  direkter  Son- 
neneinstrahlung durch  Jalousien  aus 
sehr  schmalen  Lcunellen,  die  den  Blick 
aus  dem  Fenster  kaum  beeinträchti- 
gen, behandeln  W.  B.  Ewing  luid  R. 
L,  Biesele  jr.  [27];  in  einer  weiteren 
Arbeit  [28]  werden  die  Vorzüge  einer 
Jalousie  mit  einseitig  metedlisierten, 
spiegelnden  Glasstreifen  gegenüber 
diffus  streuendem  Fensterglas  be- 
schrieben. 


26]  Linforth,  E. :  Efficlency  of  Domed  Acryllc 
SkyUghto.  lUum.  Engn«.  N.Y.  63  (1058) 
S.  544/46. 

27]  Sioing,  W.  B.,  u.  JR.  L.  Bieaeie  jr.:  Dayllght 
lUunünation  and  Brlghtness  wlth  Minute 
Louven.  Illum.  Engng.  N.Y.  63  (1058) 
S.  881/36. 

28]  Canon,  Th. :  Gontrol  of  Daylighting  wlth 
Reflecting  JalouBies.  Illum.  Engng.  N.Y.  63 
(1058)  S.  387/40. 

20]  Fischer »  D. :  Heutiger  Stand  der  Blendungs- 
bewertung In  Innenräumen.  Lichttechnik  10 
(1058)  S.  465/68. 

30]  Rowlandt,  B.:  Dlscomfort  Olare  in  Interior 
Lighting  Installations  —  Gompariaon  of 
AppraisalB  and  Calculated  Values.  Light 
and  Lighting  62  (1050)  S.  102/07. 

31]  Putnam,  R.  C,  u.  K.  D.  Botoer:  Diacomfort 
Olare  at  Low  Adaption  Level».  Part  III: 
Multiple  Sources.  Illum.  Engng.  N.Y.  63 
(1058)  S.  174/84. 

82]  de  Boer  J.  B. :  Straßenleuchtdichte  und 
Blendunggfreiheit  als  praktische  MaBst&be 
für  die  Oüte  öffentlicher  Beleuchtung.  Licht- 
technik 10  (1058)  S.  350/63. 

38]  Tamur.  J.  C. :  Keduction  of  Accldents  by 
Improved  Street  Lighting.  Light  and  Ligh- 
ting 61  (1058)  S.  353/55. 

34]  Jaineki,  P. :  Farben  und  Farbgrenzen  für 
optische  Signale  zur  Verkehrssicherung. 
Lichttechnik  10  (1058)  S.  183/80. 

35]  DIN  6163.  Optische  Signale  im  Verkehr. 
Farben  und  Farbgrenzen.  Entwurf  August 
1057.  Lichttechnik  10  (1058)  S.  180/01. 

36]  Schmidt,  W.,  u.  JR.  Lehmann:  OroBflAchen- 
leuchte  mit  Zenon-Hochleistungslampen. 
Lichttechnik  10  (1058)  S.  450/61. 

37]  Wehmever,  TF.,  u.  W.  Schmidt:  Verkehrs- 
beleuchtung mit  neuartigem  Misohlicht  auf 
dem  Karlsplatz  in  München.  Lichttechnik  10 
(1058)  8.  461/68. 


Blendung    in   Innenräumen 

Beim  Beurteilen  praktischer  Be- 
leuchtungsanlagen ist  es  bis  jetzt  kaum 
mögUch,  ein  psychologisches  Blen- 
dungsmai)  festzulegen  [29].  Die  ver- 
schiedenen Darstellungen  der  Blen- 
dung weisen  noch  eine  sehr  breite 
Streuung  der  Blendungszahlen  auf; 
auch  ist  die  Bewertung  durch  Beob- 
achter aus  verschiedenen  Ländern 
durchaus  nicht  einheitlich.  Fischer 
empfiehlt,  weniger  Formeln  zur  Blen- 
dungsberechnung als  vielmehr  Richt- 
linien im  Rfikhmen  der  Leitsätze  für 
L:menraumbeleuchtung  (DIN  6035) 
für  den  Praktiker  zu  entwickeln.  Das 
Auseinanderfallen  verschiedener  Blen- 
dungsmeßzahlen untereinander  und 
im  Vergleich  zu  den  predstischen  Be- 
wertungen durch  viele  Beobachter 
findet  auch  E.  Rowlanda  [30],  der  die 
Formeln  von  Harriaon  und  Meaker 
(1947),  die  CIE-Formel  (1955)  und 
die  Ergebnisse  eigener  praktischer 
Schätzungen  vergleicht. 

Verkehrssicherheit  und 
Güteder  Straßenbeleuch- 
tung 

Die  Verkehrssicherheit  hängt  sehr 
von  der  Güte  der  Straßenbeleuchtung 
ab.  Bei  Untersuchungen  der  Blendung 
durch  mehrere  Lichtquellen  bei  nied- 
rigen Adaptationsleuchtdichten  [31] 
diente  als  Eüriterium  zimi  Einstellen 
der  Blendwirkung  von  Leuchtenmo- 
dellen im  Meßgerät  die  BCD-Grenze 
(Grenze  zwischen  Blendungsfreiheit 
und  gerade  als  unangenehm  empfun- 
dener Blendung).  Unter  bestimmten 
Bedingungen  addieren  sich  die  Blend- 
wirkungen. 

J.  B,  de  Boer  [32]  hat  statistisch 
untersucht,  bei  welcher  Leuchtdichte 
auf  unbeleuchteten  Landstraßen  und 
auf  beleuchteten  Straßen  Kraftfahrer 
ihre  Fährzeugscheinwerfer  einschalten. 
Der  VerffiMser  kommt  zu  dem  Schluß, 
dai3  die  Straßendecke  muideetens  eine 
mittlere  Leuchtdichte  von  6  asb  auf- 
weisen muß,  wenn  auf  beleuchteten 
Straßen  ein  sicheres  Fahren  mit  Stand- 
licht möglich  sein  soll.  Er  kann  frühere 
Forderungen  nach  einem  ausreichen- 
den Helligkeitsniveau  von  6  asb  auf 
der  Straße  damit  bestätigen.  Betrach- 
tungen über  die  Blendung  durch  Stra- 
ßenleuchten führen  zu  dem  Ergebnis, 
daß  die  Leuchten  gegen  den  direkten 
EinbUck  durch  den  Kraftfahrer  zwi- 
schen Winkeln  von  0  und  15°  gegen- 
über der  Waagerechten  abgeschirmt 
werden  sollten.  Den  Einfluß  einer  ver- 
besserten Straßenbeleuchtung  auf  die 
relative  Senkung  der  nächthchen  Un- 
fallziffer zeig^  eine  weitere  Arbeit  von 
Tanner  [33],  in  der  er  mittels  umfetng- 
reicheren  MatericUa  und  besserer  Aus- 
wertungsverfahren früher  an  dieser 
Stelle  [1]  referierte  Ergebnisse  stützt. 
Danach  kann  die  Einsparung  an  Sach- 
schäden die  Mehrkosten  der  verbes- 
serten Beleuchtung  bei  15  jähriger 
Amortisation  decken. 


P.  Jainski  [34]  begründet  die  in 
dem  Neuentwurf  von  DIN  6163  [36] 
festgelegten  Farben  und  Farbgrenzen 
für  optische  Signale  zur  Verkelirs- 
Sicherung.  Wesentlich  ist  die  Auswahl 
gut  unterscheidbarer,  nicht  zu  Ver- 
wechslungen führender  Farben  und 
die  Festlegung  von  Mindestlichtstar- 
ken farbiger  Signale,  vgl.  a.  [2]. 

Neue    Straßenbeleuch- 
tungs-Anlagen 

Eine  zum  Beleuchten  großer  Plätze 
mit  starkem  Verkehr  [36]  bestimmte 
Großflächenleuchte  ist  mit  den  oben 
erwähnten  Xenon-Hochleistungslani- 
pen  [14]  ausgerüstet.  Diese  einzige 
30  m  hoch  angebrachte  Leuchte  er- 
hellt einen  Platz  von  80  m  Durchmes- 
ser anstelle  von  sieben  Einzelleuchten 
mit  lim  Lichtpunkthöhe.  Die  Leuch- 
te enthält  drei  Xenon-Lampen  von  je 
20  kW  Aufnahme  und  sechs  OvaJ- 
Spiegelleuchten  mit  400-W-Hoch- 
druck-Quecksilberdampflampen  mit 
Leuchtstoff.  Der  Gesfiuntlichtetrom 
beträgt  1,7  Mill.  Im,  die  mittlere  Be- 
leuchtungsstärke auf  der  Kreisfahr- 
bahn des  Platzes  100  h:.  In  Bild  4  ist 
die  Beleuchtungsstärkeverteilung  auf- 
getragen. Die  Gleichmäßigkeit  luid 
das  hohe  Beleuchtungsniveau  so^wie 
die  wegen  der  großen  Leuchtenhöhe 
erreichte  Blendfreiheit  gewährleisten 
eine  gute  Verkehrssicherheit. 

Ein  sehr  verkehrsreicher  Platz,  der 
vorher  mit  einer  verwirrenden  Viel- 
zahl kleiner  Leuchten  an  Überspan- 
nungen schlecht  beleuchtet  war,  er- 
hielt eine  neuartige  Mischlichtbeleueh- 
tung  mit  wenigen  Aufsatzleuchten 
großer  Leistung  [37].  Das  Mischlicht 
setzt  sich  zusammen  aus  gleichen 
Lichtstromanteilen  von  Natrium- 
dampflampen und  Quecksilberdampf- 
Hochdrucklampen  mit  Leuchtstoff ;  der 
Greseuntlichtstrom  beträgt  66  000  Im. 


0  10  20  X  W   m     50 

Hiii^     Alfstond  vom  LBUchfenfuApun/tf 

Bild  4*  Beleuchtungsstärke  Verteilung 

einer  Leuchte   mit 

drei  20-kW-Xenonlampen 

und  sechs  400-W-Hochdruck- 

Que  cksilberdampf  lampen 

mit  Leuchtstoff. 

Nach  W.  Schmidt  und  R.  Lehmann  [36] 
^max        Höchstwerte  der  Beleuchtungsstärke 
•^mittel      Mittelwerte  der  Beleuchtungsstärke 
^min         Kleinstwerte  der  Beleuchtungsstärke 


1338 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28    1.  Oktober 


Bei  12  m  Lichtpunkthöhe  wurden 
in  10  m  Abstand  40  Ix,  in  20  m  20  Ix 
und  in  40  m  5  Ix  Bodenbeleuchtungs- 
stärke gemessen.  Der  Platz  ist  mit 
eitler  mittleren  Beleuchtungsstärke 
von  20  Ix  ausgeleuchtet.  Die  natur- 
gemäß unvollkommene  Farbwieder- 
gabe tritt  durch  die  angenehm  wir- 
kende Lichtfarbe  nicht  sehr  in  Er- 
scheinung. Die  Anzahl  der  nächt- 
lichea  Verkehrsunfälle  scheint  nach 
der  Einf  ühnmg  der  neuen  Beleuchtung 
zurückgegangen  zu  sein.  Dieser  Erfolg 
kann  als  Hinweis  darauf  gelten,  daß 
die  in  DIN  6044  [38]  für  stark  belebte 
Platze  genannten  Beleuchtungsstärken 
nicht  ausreichen. 

Beleuchtungsberechnung 

Beim  Berechnen  der  von  Langfeld - 
leuchten  geUeferten  Beleuchtimgsstär- 
ke  wird  verschiedentUch  angenom- 
men, daß  die  Lichtverteilungskurve 
(LVK)  in  einer  Ebene  pskrallel  zur 
Leuchtenachse  ein  Lambertkreis  sei. 
Dies  trifft  sicher  für  viele  Leuchten 
nicht  zu.  Läßt  sich  dagegen  die  LVK 
in  den  Ebenen  parallel  zur  Leuchten- 
achse durch  EUipsen  konstanter  Ex- 
zentrizität darstellen,  so  kann  die 
Horizontfidbeleuchtungsstärke  unter 
der  Leuchte  nach  einem  von  J.  Ro(^ 
[39]  berechneten  Diagramm  ermittelt 
werden.  Will  man  Beleuchtungsstär- 
ken in  Schnitten  der  beleuchteten 
Ebene,  Bild  5,  mit  Meßebenen  be- 
rechnen, die  die  Leuchtenquercichse 
AA.  enthalten,  so  müssen  die  LVK  in 
den  durch  AA  gehenden  Ebenen  be- 
kannt sein,  die  sog.  „Buchblattkur- 
ven". Unter  der  Annahme,  daß  die 
LVK  in  Ebenen  parallel  zur 
Leuchtenlängsachse  Lcunbertkreise 
sind,  berechnet  E.  K.  MÜUer  [40]  eine 
Tafel,  nach  der  man  die  Buchblatt- 
kurven aus  der  LVK  senkrecht  zur 
Leuchtenlängsachse  ermitteln  kann. 
Weitere  Tafeln  zum  Ermitteln  von 
Buchblattkurven  bei  rotationssym- 
metrischen und  as3rmmetrischenLeuch- 
ten  ergänzen  die  Arbeit. 

Die  bei  der  Interflexionsmethode 
durch    Verwenden    einer    Näherung 


BMS 


Bild  5.  Zum  Berechnen  von 

LichtverteUungskurven 

in  Ebenen  durch  die  Querachse 

^von  Langfeldleuchten. 

Nach  E,  K,  Mütter  [40] 

O  Fußpunkt  der  Leuohte  1 

h  Lichtpunkthöhe 

AA      Querachse  der  Iieuchte 
AAPQ  Meßebene  durch  die  Leuchten-Quer- 
achse AA 
a,  h      Koordination  des  Punktes  P 
/  Lichtstärke  in  der  Meßebene 

a  Ausstrahlungswinkel  zur  Lotrechten 

5  Neigung  der  Meßebene 

Y  Richtung  der  Lichtstärke  I 


beim  Lösen  der  Integralgleichungen 
eingeführten  Fehler  sind  nach  2).  E. 
Spencer  [41]  kleiner  als  10%  und  be- 
tragen insbesondere  für  Räiune  mit 
nicht  zu  großer  Deckenhöhe  im  Ver- 
gleich zxnr  Querabmessung  nur  einige 
Prozent.  Da  der  durch  Möblierung 
hervorgerufene  Fehler  (vgl.  [2]  insbes. 
S.  1433)  das  lungekehrte  Vorzeichen 
wie  der  Fehler  der  Näherungslösung 
hat,  empfiehlt  Spencer,  die  Näherungs- 
werte der  Literflexionswirkungsgrade 
ohne  Korrektur  beizubehalten. 

Ln  Rfikhmen  einer  Übersicht  über 
die  Theorie  eines  „Lichtfeldes*'  be- 
handeln Heltvig  und  Kroi^mann  [42] 
die  Anwendbarkeit  des  „Lichtvek- 
tors** zum  Berechnen  der  Schattig- 
keit, die  hier  als  Verhältnis  des  Be- 
trages des  Lichtvektors  zur  „Raum- 
beleuchtungsstärke** definiert  wird. 
Die  Verfasser  geben  ein  Meßgerät  an, 
das  zum  Ermitteln  dieser  beiden 
Größen  dient. 


Leuchten 

Beim  Leuchtenbau  muß  man  be- 
rücksichtigen, daß  der  Lichtstrom 
von  Leuchtstofflampen  sehr  von  der 
Temperatur  abhängt.  Auf  Grund  von 
Temperatur-  und  Lichtstronmieesun- 
gen  an  verschiedenen  Leuchten  kommt 
C,  Loef  [43]  zu  dem  Ergebnis,  daß  bei 
geschlossenen  Leuchten  die  höhere 
Erwärmung  der  Lcunpen  zu  einem 
größeren  Bückgang  des  Lichtstroms 
im  Betrieb  führt,  dai3  der  Verminde- 
rungsfaktor offener  Leuchten  durch 
die  größere  Verstaubimg  jedoch  in 
der  gleichen  Größenordnung  liegt.  Ab- 
schließend wird  empfohlen,  den  Tem- 
peratureinfluß gesondert  anzugeben 
und  vom  Leuchtenwirkungsgrad  zu 
trennen. 

Die  Lichtstärkeverteilungskurven 
von  Leuchten  mit  elliptischen  und 
parabolischen  Spiegeln  berechnete  Ph, 
J.  Hart  [44]  für  den  Fall  einer  punkt- 
artigen  Lichtquelle  bekannter  Licht- 
verteüung  im  Brennpunkt  einer  rota- 
tionssymmetrischen oder  einer  langge- 
streckten Lichtquelle  in  der  Brenn- 
linie zylindrischer  Reflektoren. 

S  11174 


138]  DIN  6044.  Straßenbeleuchtung.  Richtlinien. 
Ausgabe  Mai  1956. 

[30]  Roch,  J.:  Berechnung  der  Beleuchtungs- 
stärke bei  Lichtb&ndem.  Lichttechnik  10 
(1068)  S.  613/16. 

[40]  MüUer,  Brich  K.:  Projektierung vonStraßen- 
beleuchtungsanlagen  II.  Lichttechnik  10 
(1968)  Nr.  6  S.  816/19. 

[41]  Spencer,  D.  S. :  Approximations  and  the 
Interflection  Method.  ülum.  Engng.  N.T.  63 
(1968)  S.  243/61. 

[42]  Helufig,  H.'J,,  u.  J.  Kroehmanni  Zur  Bedeu- 
tung der  Feldtheorie  für  die  praktische 
Lichttechnik.  Lichttechnik  10  (1068)  S.  661 
bis  666. 

[43]  Loef,  C:  Untersuchungen  über  Lichtstrom 
und  Temperatur  offener  und  geschlossener 
Leuchten  für  Leuchtstofflampen.  Licht- 
technik 10  (1968)  S.  269/61. 

[44]  HaH,  Ph.  J. :  Distribution  of  Radiation  from 
Elliptical  and  Parabolic  Mirrors.  J.  Opt. 
Soc.  Amer.  40  (1968)  S.  637/42. 


Bucherschau 


DK  53  (076)  (022.6—2) 

Lehrbuch    der    Experimentalphysik«    Von    Ludwig    Bergmann    und 
Clemens    Schctefer.    I.    Bd. :    Mechanik   —   Akustik    — 
Wärmelehre.    6.    Aufl.    Berlin    1968»    Walter   de   Gruyter 
&  Clo.  634  8.  m.  643  Bild.  Preis  geb.  36,—  DM. 
Die  Tatsache,  daß  der  erste  Band  dieses  Werkes  jetzt  —  andert- 
halb Jahrzehnte  nach  seinem  ersten  Erscheinen  —  bereits  in  fünfter 
.\uflage  vorli^t,  zeigt,  welche  Anerkennung  es  allgemein  gefunden 
hat.  In  der  Tat  kann  man  es  wohl  zu  den  besten  Lehrbüchern  rech- 
nen« die  jemals  über  das  Gesam^ebiet  der  Experimentalphysik  ver- 
öffentlicht wurden.  Was  dieses  Werk  besonders  auszeichnet,  ist  die 
noch  Ansicht  des  Referenten  sehr  gut  gelungene  Ssmthese  elementarer 
Betrachtungen  und  Versuchsverfahren  auf  der  einen  Seite  und  der 
Ausdeutung  bzw.  ausführlichen  Entwicklung  der  daraus  zu  ziehenden 
Folgerungen  für  schwierige  physikalische  Probleme  auf  der  anderen 
Seite.  Dabei  ist  die  Darstellung  auch  der  verwickeiteren  experimen- 
tellen Verfahren  und  theoretischen  Überlegungen  erfreulich  gut  ge- 
lungen und  wohl  auch  für  Anfänger  und  für  aufgeschlossene  Nicht- 


fachphysiker leicht  verständlich,  zumal  in  den  mathematischen  Ent- 
wicklungen nur  Hilfsmittel  benutzt  werden,  die  jedem  Abiturienten 
vertraut  sein  sollten.  Daher  kann  das  Werk  jedem  Naturwissen- 
schaftler imd  Mediziner,  insbesondere  aber  jedem  Techniker,  als 
physikalisches  X^hrbuch  bestens  empfohlen  werden. 

Der  erste  Band  umfaßt  die  Gebiete  der  Mechanik,  der  Akustik 
und  der  Wärmelehre.  Gegenüber  der  ersten  Auflage  enthalten  alle 
folgenden  Auflagen  nur  einige  kleinere  Verbesserungen  und  Druok- 
fehlerberichtigungen.  E  10  991  Friit  SauUr 

DK  621.396  :  621.3  (033) 

Handbuch  für  Hoohtrequenz-  und  Elektro-Teehnlker.  V.  Bd. :  F  a  c  h  - 

Wörterbuch  mit  Definitionen  und  Abbildungen.  Hrsgeg.  von 
Werner  W.  Diefenbctch  und  Kurt  Kreizer,  Berlin-Borsigwalde  1967, 
Verlag  für  Radio-Foto-Kinotechnik  GmbH.  810  S.  m.  614  Bild. 
Preis  geb.  26,80  DM. 
Die  Wissenschaft  imd  die  Technik  haben  eine  Sprache  geschaffen, 
deren  Wortschatz  so  umfangreich  ist,  daß  es  selbst  Fachleuten  schwer 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  28    I.Oktober 


1339 


fallt,  sie  zu  behemohen.  Im  vorliegenden  Handbuch  wird  das  Problem, 
7000  Fachwörter,  deren  Begriffsbestimmung  und  Erl&uterung  in  einer 
übersichtlichen  Form  und  in  alphabetischer  Reihenfolge  zusammen' 
zustellen,  gelöst.  Die  Definition  der  Fachwörter  besohr&nkt  sich  auf 
das  Wesentliche.  Darüber  hinaus  wird  auf  das  ausführliche  Schrift- 
tum in  den  bisher  erschienenen  Bänden  dieser  Handbuch-Reihe  hin- 
gewiesen und  damit  das  schnelle  Auffinden  der  einschlägigen  Kapitel 
wesentUch  erleichtert. 

Die  hauptsächlich  behandelten  Fachgebiete  sind:  Fernmeldetechnik, 
die  Technik  des  Rundfunks,  des  Richtfunks,  des  Femsehens  und  der 
Funkortung,  die  Technik  im  Dezimeter-  und  im  Ultrakurzwellen- 
Gebiet,  die  Elektronik,  die  Röhren-  und  Halbleitertechnik,  die 
Technik  der  Werkstoffe  und  Bauelemente,  die  Elektroakustik  und 
die  Mefitechnik. 

£  11  104  Hana  SchmaUmich 

DK  622.235  :  624.191.3  (089.2) 

Handboflh  fttr  Sprongarbelten.  Hrsgeg.  von  der  Aktiebolaget  Atlas 
Diesel,  Stockholm,  und  der  Sandvikens  Jemverks  Aktiebolag, 
Sandviken  (Schweden).  Bd.  3.  Ergänzung  Nr.  6:  Bl.  8:  30 — 1 — A4; 
8  :  61—1—20;  20  :  02—1—42.  106  Blatt.  Preis  26,60  DM.  (In 
Deutschland  zu  buchen  durch  Deutsche  Atlas  Copco  GmbH., 
Essen- Kupferdreh,  Kupferdreher  Str.  34 — 38.) 
Der  sechste  Nachtrag  zu  dem  Handbuch  für  Sprengarbeiten  ent- 
hält drei  Abhandlungen.  •/.  Janelid  gibt  in  seinem  Aufsatz  „Gesteins- 
bohrverfahren und  ihre  Anwendungsgebiete"  einen  allgemeinen  Übor- 
blick  über  die  besonders  bei  Sprengarbeiten  vorkommenden  Gesteins- 
bohrverfahren.  Die  zu  beachtenden  Gesichtspunkte  für  die  Wahl  des 
geeigneten  Bohrverfahrens,  der  Bohrlochabmessungen  und  der  er- 
forderlichen Ausrüstungen  werden  behandelt  und  an  Diagrammen  er- 
läutert. Im  zweiten  Beitrag  „Strossensprengungen  im  schwedischen 
Hoch-  und  Tiefbau"  beschreibt  T.  Bjam^puü  die  schwedischen  Be- 
mühung«! um  eine  Steigerung  der  Iicistung  beim  Strossensprengen 
im  Tage-  und  im  Tiefbau.  Er  zeigt,  wie  durch  eine  sorgfältige  Planung 
die  Bohr-  und  Schießverfahren  sowie  der  Einsatz  der  Ladegeräte  und 
der  Fördermittel  genau  vorher  aufeinander  abgestimmt  wurden,  so 
daß  beachtliche  wirtschaftliche  Erfolge  erzielt  werden  konnten.  Unter 
dem  Titel  „Das  Laden  in  schwedischen  Erzbergwerken  unter  Tage'* 
behandeln  O.  B,  Berglund  und  C.  WesUund  nach  einer  Analyse  der 
Leistungsfähigkeit  verschiedene  Ladeverfahren  beim  Laden  vor  Ort 
und  im  Abbau.  Die  Leistungen  und  Kosten  für  das  Handladen, 
Wurfsohaufelladen,    Schrappladen   und   Laden   mit   Maschinen   auf 
Raupen  werden  erörtert  sowie  femer  verschiedene  Ladeweisen  beim 
Abteufen  besprochen.  E  10  868  Oerhard  Fischer 


Nmumingängm 

(Besprechung  bleibt  vorbehalten) 

DK  6  (09)  :  6  (09)  (023.1—1) 

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Blätter,  ausgewählt  von  Hans  Sehmithals  mit  Erläuterungen  von 

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Düsseldorf  1969,  Werner- Verlag.  162  S.  m.  129  Bild.  u.  24  Zahlen- 

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DK  620.9  :  621.1  (022.4—3) 
Einftthning  in  die  Kraft-  und  Wärmewlrtflehaft.  Von   W.   Pauer. 

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Dresden  und  Leipzig  1969,  Theodor  Steinkopff.  312  S.  m.  90  Bild. 

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Dlumrtatlonmn 

AbgeschloBsene  Promotionen  an  der 
Toehnlaehen  Hoehaelmle  Hannover 

in  den  Monaten  April  bis  Jiml  1959 

(Als  Maschinenschriften  eingereicht;  zugänglich  nur  im  Leihverkehr  der 

deutschen  Bibliotheken) 

In  Klammem  Bind  die  Kamen  der  Berichter  und  Mitberichter  aufgeführt. 

DK  626  Geoälgie.  VenneHonggweeen 

Dipl.-Ing.  W.  Behrendt:  Ein  Beitrag  zur  Refiraktion  im  Nivellement. 
{Lehmann;  Höpcke) 

DK  641.1  PhyiikAllielie  Chemie 

Dipl.-Chem.  H.  Rohren  Untersuchungen  über  die  Verwendbarkeit  der 
Zylindermethode  für  magnetoohemische  Präzisionsmessungon. 
{Fischer;  Theilaeker) 

DK  646  Anorganisohe  Chemie 

Dipl.-Chem.  H.  W.  Fabian:  Die  flammenphotometrisohe  Bestimmung 
der  Elemente:  Kupfer,  Gallium,  Indium  und  Thallium.  {Bode; 
Fischer) 

Dipl.-Chem.  F.  Neumann:  Über  die  Eignung  disubstituierter  Dithio- 
carbaminate  als  Reagenzien  zur  Extraldion  von  Metallionen  aus 
sauren  Lösimgen.  {Bode;  Fischer) 

DK  620.17  PrOtung  der  meehaniaehen  Elgensehnften  Ton  Stolleii. 

FestlgkeltBprttfangen 

Dipl.-Ing.  K.  Ordner:  Festiglceitsuntersuchungen  an  Siebverbin- 
dungen zwischen  Schleif-  und  Traglcörpem.  {Kienzle;  Matting) 

DK  621.317  Elektrisehe  Meftteehnik.  Meegeritte 

Dipl.-Ing.  O.  Budnick:  Das  Messen  von  Geschwindigkeiten  an  Werk- 
zeugmaschinen mit  Hilfe  elektrischer  Verfahren.  {Kientle;  Schßnfeid) 

DK  621.38  Elektronik.  Photoelektioteehnik 

Dipl.-Ing.  H.  Wthmeier:  Die  Dämpfung  infraroter  Strahlen  im  Nebel 
im  HinbUck  auf  die  Entwioldung  eines  Landebahn- Sichtgeräte«. 
{Schönfdd;  Arndt) 

DK  621.97.07  Spanlose  Formung  Im  allgemeinen 

Dr.-Ing.  T.  Lehmann:  Einige  Betrachtungen  zu  den  Grundlagen  der 
Umformtechnik.  {Pestel;  Kienele) 

DK  624  Banlngenleurwesen 

Dipl.-Ing.  D.  Withum:  Die  Kreiszylinderschale  mit  kreisförmigem 
Ausschnitt  unter  Schubbeanspruchung.  {Pflilger;  Zema) 

Dipl.-Ing.  C  Brandenburg:  Über  die  Verdichtungsprüfung  von 
Schüttumgen  aus  gleichförmigen  Senden.  {Mensen;  Streck) 

DK  626/627  WaBserbwDi 

Dipl.-Ing.  O.  Passlack:  Über  die  Bereohmmg  unvollkommener  Über- 
fälle bei  Sohlenstufen.  {Mensen;  Kehr) 

Dipl.-Ing.  JP.  F.  Zitscher:  MögUchkeiten  und  Grenzen  in  der  konstsuk- 
tiven  Anwendimg  von  Asphaltbauweisen  bei  Küstensohutzwerken. 
{Mensen;  Streck) 

DK  628.1  WaBserrersorgung  Ton  Städten.  Wasserleitungen 

Dipl.-Chem.  R.  H.  O.  Bettaque :  Studien  zur  künstlichen  Grundwasser- 
anreicherung. {Kehr;  Bülib) 

DK  666.7  Luftrerkehr 

Dipl.-Ing.  P.  M.  Riemer:  Verkehrsflughäfen  und  deren  Beziehungen 
zur  Stadt.  {Wortmann;  MiUebrecht) 

DK  66  Chemlsehe  Technik.  Verfahrenstechnik 

Dipl.-Chem.  W.-J.  Schmidt-Küster:  Zur  Verfahrenstechnik  der  Ad- 
sorptionschromatographie in  der  Gasphase.  {Schultte;  Suhrmann) 

Dipl.-Chem.  J.  Fuhrmann:  Ein  Beitrag  zum  Nachweis  von  HD- 
Zusätzen  in  modernen  Motoren- Schmierölen.  {Schuttte;  Suhrmemn) 

DipL-Chem.  J.  J.  Heppner :  Beispiele  zur  Stofftrennung  durch  Ver- 
teilen. {Fischer;  Schiemann) 

DipL-Chem.  K.  Birghan:  Die  Vulkanisation  des  Naturkautschuks 
durch  Schwefel  in  Gegenwart  von  Ztnkdiätyhldithiocarbamidat  als 
Beschleuniger.  {Scheele;  Suhrmann) 

Dipl.-Chem.  H.  Rötger:  Reaktionstechniaohe  Probleme  bei  der  Um- 
setzung von  Tetrachlorkohlenstoff  mit  Calziumfluorid.  {Schiememn; 
Suhrmann) 

Dipl.-Chem.  M.-D.  Stemmer:  Dibenzothiazolyldisulfid  als  Vulkani- 
sationsbeschleuniger für  Synthese-Kautschuk.  {Scheele;  Schiemann) 

Dipl.-Chem.  O.  Roos:  Laboratoriumsversuche  zur  technischen  Ge- 
winnung einfacher  alipathischer  Fluor-BLalogen-  (Chlor/oder  Brom-) 
Verbindumgen  besonders  als  Feuerlöschmittel.  {Schiemann;  Theil- 
aeker) 

Schluß  des  Textteiles 


(D  VDI-Verlag  GmbH.  DOsaeldozf  1969 

Für  den  Textteil  verantwortlich:  Dtpl.-lng.  B.  Berendt  VDI,  in  Vertr.  Dr.-Ing.  W.  Rickere  VDI,  Dflsseldorf.  Dmek:  Industriedruck  AO,  Essen. 
Printed  in  Oermsny.  Alle  Rechte,  insbesondere  die  der  Übersetzung  vorbehalten.  Kein  Teil  dieser  Zeltschrift  darf  in  irgendeiner  Form  —  durch  Photokopie, 
Mlkrokopie  oder  ein  anderes  Verfahren  —  ohne  schriftliche  Genehmigung  des  Verlages,  auch  nicht  auszugsweise,  reproduziert  werden.  —  AU  rights 
reserved  (includlng  those  of  translations  into  forelgn  Isnguages).  No  part  of  this  issue  may  be  reproduoed  in  sny  form,  by  photoprint.  mikrofllm   or 

any  other  means,  wlthout  wiitten  pennission  from  the  publlshsit. 


1340 


VDI-Z.  IM  (1959)  Nr.  28   1.  Oktober 


YDI 


^ 


ZEITSCHRIFT, 


MICH lau« 

1959 


lür  dia 

Araldtt 

Clbanotd 
M.lepa. 
AroUII 

CIBA" 

Kunstharze 

Aroldit 
»•du« 

zum  Varbinden,   zum  Sou  von  WstkiBugan,  Lth- 
r«n,  Sdioblonan,  Modallen 

Popiirinduilrle 

Malaminhon 

zur   Erhöhung    dar    NoBralBlastigkeit  von   Papiar 

KunttharzpreBwsrka 

ObanoJd 
Malopa. 
AraMh 

lum  Fritien  von   Elektraorlrkaln,  Appaiararoilen, 
Hausholrortlksln 

Sdiidimoffindutirlt 

Mtlohmi 

Eur  Herttaliung  von  DokortdiidimoHplanan 

Holivararbaitands  Induttrie 

Mihitol 
Airollt« 
A«rodux 

Melolom 

zur  Harslallung   von   Span-   und   Sparrholiplottan, 

Tlidil»'  und  Zimmarmanntarbailon 

zum    Vargütcn    von    Hartlotar-    und   SponplaRan 

locfcinduiIriB 

Araldjt 

lur  Hanlellung  von  larkan  und  Emaillan 

CIBA 


A^ctiengesellschaft   Wehr/Baden 


VDI-Z.    Band  101     Nr.  29    Seite  1341  bis  1384     Düsseldorf,  II. Okt.  1959     Postverlagsort  Essen 
Die  Jahresübcrsichl  dieser  Ausgabe:   VERFAHRENSTECHNIK 


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9 

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VDI-Z.  Bd.  101     Nr.  29    Seite  1341  bis  1384;      11.  Oktober  1969 


VDI 

ZEITSCHRIFT 


DK  676.066:677.521 


Glasfaserverstärkte 
Kunstharz-Preßmassen 

Von  Dipl.-Ing.  Waltar  Tochtermann,  Neu-Ulm 


Glasfaserverstärkte  Kunst  harz- Preßmassen  gestatten  das  span- 
lose Herstellen  von  Konstruktionsteilen  mit  Festig keitjeigen* 
sctiaflen,  die  in  der  KunststoffpreStechnik  sonst  nicht  erreicht 
werden.  Das  Verfohren  ist  trotz  der  hohen  RohstofTp reise 
wirtschaftlich,  wenn  man  die  gegebenen  Vorteile  ausnutzt. 


Glaafa«erventärkte  Kunatstoffe  sind  aeit  mehr  ala 
20  Jttbxva  [1]  bekannt.  Am  Anfang  wurdeik  die  Laminate 
ttitwickelt,  d.  h.  Bchichtförmig  aufgebaute  Kunststoffe,  bei 
dvsiea  die  Glasfasern  mit  einem  flüssigen  Polyesterharz 
getränkt  und  über  oft  ziemlich  primitive  Formen  aus 
Holz,  GipB  u.  ä.  von  Hand  aufgelegt  und  mit  Heuidwerk- 
zeugen  angedrückt  wurden  [2].  So  stellt  man  Bootskörper, 
Autokaroeserien,  Behälter,  Flugzeugteile  und  andere  Ge- 
genstände her  [3]. 

Bei  gräOeren  Stückzahlen,  l>eBonderB  von  nicht  allzu 
sperrigen  Teilen,  verwendet  man  Metallformen  (z.  B.  aus 
Stahl,  Aluminium  oder  Zink)  und  entsprechende  Gegen- 
formen ;  hierbei  werden  Glasfasern  und  flüssiges  Polyeeter- 
liarz  gesondert  in  die  Form  eingebracht  [4]. 

Um  nun  auch  kleinere  Teile  bis  zu  einigen  kg  Masse 
wirtschaftlich  zu  erzeugen,  suchte  man  nach  Wegen,  Glas- 
faser-Kunsthan  ■  O  e  m  i  s  c  h  e  herzustellen  und  im  üb- 
lichen Proflverfahren  zu  verarbeiten.  Preflmassen  mit  Glae- 
fasem  lassen  sich  auBer  aus  Polyesterharzen  auch  aus 
einigen  anderen  Harzsorten  herstellen. 

Polyesterharze 

Die  handelsüblichen  und  zur  Herstellung  von  glasfaser- 
verstärkten Kunstharz -Preßmassen  verwendeten  Poly- 
esterharze bestehen  aus  einem  ungesättigten  Polyester 
und  einem  Lösungsmittel,  meistens  Styrol.  Bei  der  Aus- 
härtung treten  diese  miteinander  in  Reaktion  (Polymeri- 
Mtion);  dabei  gehen  die  Moleküle  Doppelbindungen  ein  [5]. 
Bei  der  Polymerisation  werden  weder  gasförmige  Reak- 
tionsprodukte gebildet,  noch  wird  Wasser  frei,  wie  dies  bei 
dem  Kondensationsvorgang  der  Fall  ist.  Das  so  gehärtete 
Polyeet«rIiarz  wird  unschmelzbar  und  unlöslich. 

Um  die  Polymerisation  anzuregen,  bedarf  es  eines  Kata- 
lysators. Als  solche  werden  meist  Peroxyde  verwendet.  Um 
ein  schnelles  Härten  des  Poljresterharzes  zu  erreichen, 
setzt  man  einen  Beschleuniger  zu  oder  führt  Wärme  zu. 
Sobald  der  Härtevorgang  angelaufen  ist,  setzt  er  sich  unter 
Wärmeraitwicklung  fort,  d.  h.  das  Harz  härtet  exotherm. 
Uui  kann  infolgedessen  mit  Polyester- PreBmasse  kurze 
Aushärtungszeiten  erzielen.  Bei  der  Herateilung  von  Teilen 
mit  langen  FlieBw^en  darf  die  Preßtemperatur  nicht  zu 
hoch  steigen,  da  sonst  die  PreBmasse  härtet,  bevor  sie  die 
Ports  ganz  ausgefüllt  hat. 

Beim  Herstellen  der  glasfaserverstärkten  Polyesterharz - 
PreBmassen  muß  man  berücksichtigen,  daß  eine  Mischung 
von  Harz  und  Glasfasern  einen  düimen  Brei  gibt,  der  sich 


beim  Verpressen  entmischen  kann.  Man  dickt  daher  den 
Brei  durch  Zusatz  von  anorganischen  Fülbtoffen  wie 
Kreide,  Kaolin  u.  ä.  bis  zu  einer  kittförmigen  Paste  ein, 
Bild  1.  Beim  Herstellen  der  Preßmasse  ratscht  man  also 
Harz,  Katalysator  und  anorganische  Füllstoffe  zunächst  in 
einem  Kneter  zu  einem  pastenförmigen  Brei  zusammen  und 
setzt  erst  dann  die  Glasfasern  zu. 


Bild  1.  Polyesterharz  mit  Glasfasern,  kittartig. 

Durch  Modifizieren  dee  Polyesterharzes,  Wahl  des 
anorganischen  Füllstoffs,  Verwenden  von  Glasfasern  ver- 
schiedener Längen  und  Andern  des  Anteils  von  Harz,  Füll- 
stoffen und  Glasfasern,  lassen  sich  die  Polyester- Preß - 
moasen  an  die  gestellten  Forderungen  anpassen. 

Das  Färben  der  Masse  mit  Eisenoxyd,  Ultramarin, 
Titandioxyd,  Chrom-  und  Cadmiumfarb^i  oder  anderen 
Farbstoffen  ist  möglich;  jedoch  nimmt  die  Glasfaser  selbst 
keine  Farbe  an.  Daher  sind  die  Preßlinge  gemasert.  Bei  der 
Wohl  des  Farbstoffs  soll  man  Verbindungen  ausschUeßen, 
die  eine  unerwünschte  Wirkung  auf  den  Keahtionsablauf 
haben  könnten. 

Die  meisten  Polyesterharz- Preßmassen  sind  leicht  ent- 
flammbar,  nicht  jedoch  solche,  die  mem  unter  Verwen- 
dung chlorierter  Styrole  als  Vemetzungsmittel  herstellt. 
Allerdings  hat  der  Chlorgehalt  einen  ungünstigen  Einfluß 
auf  die  elektrischen  Eigenschaften  der  Fertigteile. 

Alkydharze 

Alkyd -Preßharze  bestehen  gleichfalls  aus  ungesättigtem 
Polyester,  sie  haben  jedoch  infolge  einer  Abwandlung  der 
Grundstoffe  andere  Eigenschaften.  Als  Katalysator  ver- 

1341 


wendet  man  im  aJlgemeinen  eine  pulverige  Substanz  (Di- 
allylphthalat) ;  daher  kann  mut  daraus  trockene  PreB- 
n  heratellen,  die  leichter  zu  verarbeiten  sind. 


EpoxylKirz  (AthoKfllnhorz) 

Für  ein  Verarbeiten  mit  GlaafaBem  eignen  sich  die  Epoxy - 
harze  sehr  gut.  Sie  härten  unter  der  Wirkung  von  SÄuren 
oder  mehrwertigen  Aminen.  Als  Härter  für  Preßmaseen 
kommen  nur  Säuren  in  Betracht,  die  erat  in  der  Hitze  mit 
dem  Harz  reagieren. 

Die  Epoxyharze  gewinnen  immer  mehr  an  Bedeutung, 
weil  sie  gegenüber  den  Polyesterharzen  wesentliche  Vorteile 
aufweisen :  Vor  allem  die  geringere  Schwindung  (kein  Nach- 
schwinden), größere  Widerstandsfähigkeit  gegen  Chemi- 
kalien und  noch  geringere  Brennbarkeit.  Femer  sind  die 
guten  elektrischen  Eigenschaften  hervorzuheben.  Aller- 
dings sind  Epoxyharze  bei  der  Verarbeitung  zähflüssiger 
als  Polyesterharze. 

Epoxyharz'PreßmaBsen  werden  in  ähnlicher  Weise  her- 
gestellt wie  Polyesterharz-PreßmasBen;  ebenso  gibt  es 
pastenföimige  oder  auch  völlig  trockene  Massen. 

Phenol  harze 

Phenolharze  sind  Kondensationsprodukte  aus  Phenol 
und  Formaldehyd.  Die  bei  alkalischer  Kondensation  ge- 
wonnenen Fhenolharze  werden  als  Reaole,  die  bei  saurer 
Kondensation  gefundenen  als  Novolacke  bezeichnet.  Die 
Besole  härten  unter  Einwirkung  von  Druck  und  Hitze 
von  selbst  aus,  während  die  Novolacke  zum  Härten  eines 
Härtera,  in  den  meisten  Fällen  Hexametylentetramin,  be- 
dürfen:  zum  Verarbeiten  mit  Qlasfaaem  werden  die  Phenol- 
harze in  Spiritus  gelöst  und  in  Knetem  miteinander 
mischt-  Die  den  Mischern  entnommene  klebrige  sehr  i 
filzte  Masse  wird  nunmehr  aufgelockert  und  durch  Trock- 
nen vom  Spiritus  betreit,  BUd  S. 

Bei  einem  anderen  Verfahren  zieht  man  Rovinga  durch 
eine  Lösung  von  Phenolharz  in  Spiritus,  trocknet  die 
Stränge  und  schneidet  sie  zu  Stäbchen  von  der  gewünschten 
Länge,  BUd  8.  Glasgewebe  mit  Fhenolharz  imprägniert,  er- 
geiben  beacmdera  hochwertige  flache  Teile,  BUd  4.  Phenol- 


Bild  4.  FreQmasae 


phenolharzdurohtr&nktem  Glasgewebe. 


harz-Preßmassen  benötigen  höhere  Preßdrücke  als  die  vor- 
her genannten;  diesem  Nachteil  steht  als  Vorteil  der  des 
niedrigen  Freisee  gegenüber. 

Melaminhorze 

Melaminharze  sind  Kondensationsprodukte  aus  Melamin 
und  Formaldehyd.  Zum  Mischen  mit  den  Glasfasern  wer- 
den sie  in  Wasser  gelöst.  Vor  dem  Weiterverarbeiten  wird 
die  Masse  durch  Trocknen  vom  Wasser  befreit.  Melamin- 
harz-FreBt«ile  zeichnen  sich  durch  gute  Wasaarbeetandig- 
keit  und  hohe  Werte  der  elektrischen  Festigkeit  aus.  Bild  5 
and  6  zeigen  .zwei  unterschiedliche  Melaminharz-Preß- 
maasen. 


BUd  8.  Fhenolharz  mit  ungerichteten  Glasfasern,  trocken, 


BUd  S.  Phenolharz  mit  gerichteten  Glaafasem,  trocken. 
1342 


BUd  S.  Melaminhanc  mit  langen  Glasfasern. 

VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    ll.Oklobar 


Gknliuervenlärkte  Thermoplaste 

Ilieniioplaate  sind  Kunstetoffe,  die  in  der  Wärme  wieder 
erweiohea;  sie  werden  allgemein  durch  Spritzguß  zu  Form- 
teüan  verarbeitet.  Ihre  Festigkeit  kann  man  durch  Glaa- 
flMsm  ebeafalla  erbeblich  steigern.  Solche  SpritzguSmaBsen 
werden  bisher  nur  in  den  USA  hergestellt  und  verarbeitet. 


Für  die  Festigkeitawerte,  Formbeständigkeit  und  Glut- 
festigkeit, Wasserau&ahme  und  elektrischen  Werte  liegen 
Vorechriften  in  DIN-  und  VDE-Blättem  vor.  Im  wesent- 
ücben  werden  die  Werte  an  einem  Früfstab  von  ID  nun 
X  15  mm  X  120  mm  ermittelt. 

In  Tafel  1  ist  die  Beständigkeit  einzehier  Massen  an- 
gegebwi,  die  im  wesentlichen  nur  vom  Harz  abhängen  [6]. 
Talel  2  enthält  die  Werte  von  Eigenschaften,  die  sich  aus 
dem  Zusammenwirken  von  Harz,  Fasern  und  Füllstoff  er- 
geben; zum  Vergleich  ist  auch  die  bekannte  noch  von 
Bakeland  entwickelte  Preßmasse  „Typ  31"  angeführt.  Bei 
der  Bewertung  der  Angaben  ist  entsprechend  dem  Wort- 
laut des  Normbiattes  770S  zu  beachten :  „Die  Eigenschaften 
im  Fonnteil  hängen  nicht  nur  ab  von  der  Maeseort,  sondern 
u.  a.  von  dem  Fließen  der  Masse  beim  Formgeben  und  in 
Tarbindung  damit  auch  von  dem  Gefuge  im  Fonnteil.  Die 
Eigenschaften  von  Formteilen  sind  bei  mechanischer  Be- 
«naprucbung  von  der  Beansprucbungsrichtung  abhängig." 


TUell. 

BesUndigkeit  vo 

n  Kunstharaen. 

"\..,,^^    Han 

Epoxy 

Phenol 

IlBUnd!i>^. 

toi»  sagen       ^^ 

W«»r.  20-C     . 

-1- 

-1- 

-1- 

+ 

+ 

-1- 

+ 

-1- 

+ 

-1- 

+ 

O 

o 

ituke  Säure  .    . 

o 

O 

o 

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+ 

o 

o 

■urko  Lange      . 

Alkohol  .... 

o 

-1- 

-f- 

+ 

+ 

kther,  Bouol, 

Boiziii    .    .    . 

-i- 

+ 

+ 

+ 

öle  und  Fette   . 

■1- 

+ 

+ 

+ 

+ 

O  badlngt  batändlg 


—  nicht  boBtlndlg 


Dee  weiteren  hängen  aber  die  Eigenschaften  der  Foim- 
teile  von  ihrer  Qeetalt,  von  den  zu  ihrer  Herstellung  ver- 
wendeten Preßformen  sowie  von  der  Sorgfalt  bei  der  Ver- 
arbeitung  der  PreOmasse  ab.  Das  gewissenhafte  Einhalten 
der  Preßbedingungen  ist  ausschlaggebend  für  die  Oüte  der 
Formteile.  Die  Preßmasse  H  in  Tafel  2,  ein  mit  Phenol- 
horz  imprägniertes  Glasgewebe,  wird  nur  zu  flachen  Form- 
Uilen  verpreßt,  außerdem  auch  zum  Verstärken  von  Preß- 
teden  aus  den  üblichen  Phenolharz -Preßmassen  verwendet. 

In  Tafel  2  ist  auch  eine  Kennzahl  für  die  Preise  der  ein- 
telnen  Preßmaasen  eingetragen.  Als  Vergleicbswert  dient 
der  Typ  31,  der  die  Zahl  100  erhalten  hat.  Diese  Ver- 
^ichswerte  sind  jedoch  sehr  relativ,  da  sie  von  sehr  vielen 
Faktoren  bedingt  sind;  es  ist  daher  unbedingt  nötig,  vor 
Anfoahme  einer  Fertigung  eine  entsprechende  Kalkulation 
voraunehmen.  In  manchen  Fällen  wird  sich  zeigen,  daß  die 
YMgleichspreise  sehr  viel  niedriger  liegen  ab  in  Tafel  2 


Fasern  würde  man  mit  dem  schnellen  Hindurohquetechen 
durch  den  düsenartigen  Kanal  zwischen  Massezylinder  und 
Formraum  zerstören. 

Die  Härtezeiton  sind  bei  den  einzelnen  Preßniaseen 
unterschiedlich  und  hängen  auch  von  der  Preßtemperatur 
ab.  Die  Angaben  der  Tafel  2  in  a  je  mm  Wanddicke  be- 
dürfen einer  Berichtigung:  Polyester-  und  Alkydharze 
härten  exotherm;  dies  hat  die  Wirkung,  daß  dickwandige 
Teile  im  Verhältnis  zur  Wanddicke  schneller  aushärten  als 
dünnwandige,  weil  die  freiwerdende  Wärme  entsprechend 
wirksamer  ist.  Bei  den  Phenolbarz-  und  Melaminharz- 
Preßmassen  muß  man  dagegen  bei  größerer  Wanddicke  die 
Arbeitstemperatur  herabsetzen,  uxa  die  Bildung  von  Hohl- 
räumen infolge  Dampfentwicktung  zu  verhindern.  Daher 
nimmt  die  zum  Aushärten  erforderliche  Zeit  mehr  zu  als 
dies  der  Wanddicke  entsprechen  würde.  In  beiden  Fällen 
kann  man  die  Werte  der  Tafel  2  nur  bis  rd.  3  mm  Wand- 
dicke  für  richtig  ansehen. 

Die  aus  zahlreichen  Elementarfäden  aufgebauten  Glas- 
fasern neigen  infolge  Kapillarwirkung  zur  Au&ahme  von 
Feuchtigkeit  aus  der  Luft.  Da  bei  den  Preßmaasen  im  An- 
lieferungazustand  stets  eine  Anzahl  von  Fäden  freiliegen, 
ist  eine  Anreicherung  der  Feuchtigkeit  in  der  Preßmasse 
möglich;  dies  würde  aber  die  Verarbeitung  stören.  Es  ist 
deshalb  erforderhch,  die  Preßmaasen,  insbesondere  die 
Phenol-  und  Melaminraassen  zu  trocknen;  dies  muß  sehr 
vorsichtig  geschehen,  um  die  Masse  nicht  durch  zu  hohe 
Trockentemperatur  vorzuhärten  und  damit  den  Fluß  zu 
verechlechtem  oder  sogar  zu  verhindern.  Eine  Trocken- 
temperatur von  rd.  80  "C  ist  günstig.  Trotz  dieser  Vor- 
trocknung entwickeln  Phenolharz-  und  Melamtnharz- 
Preßmassen  (besonders  bei  dickwandigen  Teilen)  als  Folge 
dee  Kondensationsvorganges  noch  so  viel  Dampf,  daß  eine 
einwandfreie  Bindung  der  Masse  nur  erzielt  werden  kann, 
wenn  die  Presse  kurz  nach  dem  ersten  Zusammenfahren 
ein-  oder  mehrmal  gelüftet  wird. 

Polyesterharz-  und  Epoxy  harz-Preßmassen  ergeben 
Preßteile,  die  nach  Ablauf  der  Härt«zeit  noch  etwas  weich 
aus  der  Form  kommen.  Es  ist  deshalb  nfitig,  diese  Teile 
nach  dem  Entformen  vorsichtig  zu  behandeln  und  sie 
gegebenenfalls  auf  einer  Richtvorrichtung  abkühlen  zu 
lassen,  Bild  7.  Solche  TeUe  erreichen  die  volle  Festigkeit 
erst  nach  mehreren  Tagen.  Man  kann  diese  Zeit  auf  rd. 
zwei  Stunden  abkürzen,  indem  man  die  Teile  in  einem 
Wärmeofen  bei  etwa  120  "C  „tempert". 

Bei  den  Alkyd-,  Phenol-  und  Melaminharz- Preßmassen 
ist  dieee  Vorsicht  nicht  erforderlich.  Diese  kommen  bereits 
hart  aus  der  Form,  Bild  8.  Dennoch  werden  auch  Melamin- 
harz-Preß  teile  u.  U.  getempert,  weil  sie  nachschwinden. 
Ohne  Tempern  könnte  dies  später  im  Gebrauch  eintreten, 
falls  die  Teile  einer  höheren  Erwärmung  ausgesetzt  werden. 


Vcrarbeitungitachnik 

In  gleicher  Weise  wie  die  bekannten  Phenoplaste  und 
Aminoplaste  können  auch  die  glasfaserverstärkten  Kunst- 
harz-Preßmassen durch  Pressen  verarbeitet  werden.  Beim 
Preeaen  von  Phenol  oder  Melaminharz  wird  Wasserdampf 
frei.  Infolgedessen  brauchen  sie  einen  höheren  Preßdruck 
kb  die  Polyester-,  Alkyd-  und  Epoxyharze. 

Das  „Spritzpressen"  wird  bei  den  glasfaserverstärkten 
Eunetharz-Preßmassen  nur  wenig  angewendet.  Nur  Preß- 
maeaen  mit  kurzen  Glasfasern  sind  so  verarbeitbar;  lange 

VDI-Z.  IM  (1959)  Nr.  29    11.  Okiober 


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Bei  Bohrungen  kann  man  enge  Toleranz^i  einhalten,  wenn 
man  sofort  nach  dem  Entformen  einen  bochglanzpolierton 
Dom  in  die  Bohrung  steckt,  auf  den  der  Preßstoff  auf- 
sohwindet. 


BUdS. 
KlemmleLate  aua 

giMfaaerverat&rktem 
Alkydhara. 


Man  stellt  auch  Teile  aus  einer  Kombination  von  phenol- 
harzgetränktem  Glasgewebe  mit  einer  üblichen  Phenolhars- 
PreSmasse  her.  Man  preßt  das  Oewebe  auf  die  Außmseite 
des  Preßteils  auf,  indem  man  es  in  die  Form  einlegt,  darauf 
die  Freßmasae  verteilt  vmd  dann  die  Fresse  so  vorsichtig 
zufahrt,  daß  das  Gewebe  durch  den  Fluß  der  Masse  nicht 
zerstört  wird.  Nun  lüftet  man  die  Form,  legt  auf  die  bereits 
zusammengedrückte  Preßmasse  wiederum  ein  har^e- 
tr&nktea  Gewebe  und  fährt  die  Presse  echließlicli  endgültig 
zu.  Man  erhält  so  Preßteile,  deren  Wände  gerade  in  den 
Zonen,  in  denen  bei  Biegebeanspruchung  die  höebsten 
Spannungen  auftreten,  veratärkt  sind,  während  der  Preß- 
massekern  die  neutrale  Zone  bildet. 

Nacharbeiten  der  FormstUcke 

Beim  Entgraten  und  Bohren  glasfaserverstärkter  Preßteile 
ist  für  ein  gutes  Absaugen  dee  Staubes  zu  sorgen,  weil  sich 
darin  Gloateilchen  befinden,  die  Juckreiz  und  sogar  Oe- 
Bundheitsschäden  verursachen  können. 

Man  kann,  besonders  bei  den  Polyeetern- Preß  teilen,  den 
Grat  statt  mit  einer  Feile  mit  einer  Schere  beseitig«!. 
Diesem  Verfahren  ist  der  Vorzug  zu  geben,  da  hierbei  die 
Preßteile  nicht  durch  Herausreißen  von  Glasfasern  be- 
schädigt oder  der  Feuchtigkeit  zugänglich  gemacht  werdro. 

Während  man  in  Freßteile  üblicherweise  Gewinde  ein- 
preßt oder  einschneidet,  ist  diee  bei  glasfaserverstärkten 

VDI-Z.  IW  (19S9)  Nr.29    ll.Oktobw 


pwrftiMttitter  KmiBthanpreBmj 


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9  ^# 

BOd  9.  Verschraubnng  aus  glasfaeerverBtarktein  Phenolharz. 

a     AuBengewinde  auf  einsEii  eingepreSten  Measingring 
b     Ixuumgewinde  in  die  Haaaa  aingspreDt 


PreOteilon  beeondera  aus  Polyester-  oder  Epoxy-Preß- 
maesen  ungünstig.  Werkstoffgerecht  ist  das  Einpressen 
von  Oewinderingen  oder  Buchsen  aus  Metall,  Bild  9  und  10. 
Glasfaserverstärkte  Kunstharzformteile  sind  nach  den- 
selben Grundsätzen  zu  gestalten  wie  Formteile  aus  den 
üblichen  PreQmaasen.  Allgemeüi  kann  man  die  zum  ver- 
arbeiten der  üblichen  Preßmaasen  geeigneten  Stahlformen 
auch  zum  Verpresaen  glasfaserverstärkter  Kunstharze 
verwenden. 


a   eingepreBte    glatte 


BH  10.  (Jetrieb^eh&uee  aus  glasfaserverstärktem  Phenolbsrz. 
VDI-Z.  toi  (1959)  Nr.  29    11.  Okiober 


[1]  Mtyef,  Oskar:  Olasfasem  für  die  Verstärkung  von  Kunst- 
stoffen. KunststofT-Kundscbau  2  (1966)  Nr.  3  und  4  S.  109 
bis  116. 

[2]  Kraft,  Richard:  Die  Verarbeitung  ungesättigter  Polyester- 
harze. VDI-Z.  99  (1957)  Nr.  12  S.  SU/20. 

[3]  BrockmüUer,  FrtU:  Wirtschaftlichkeit  und  Möglichkeiten 
der  Anwendung  glasfaserverstärkter  KunatstofTe.  VDI-Z.  98 
(1956)  Nr.  27  S.  1603/10. 

[4)  LuU.  H..  u.  R.  Beck:  Glasfaserverstärkte  Polyester- Kunst- 
stoffe. VDI-Z.  97  (1955)  Nr.  28  S.  970/74. 

[5]  Sauer,  Hubat:  Kunstharze  für  gtaafaserverBtärkte  Kunst- 
stoffe. „Kunststoffe"  48  (1968)  Nr.  5  S.  205/12. 

[6]  •  SaedtaiJig.H.D.,a.W.Zebrow8lci:  Kunstetoff-TaBchenbuch. 
11.  Aufl.  München  1955.  B  11  132 

1345 


DK  513.185:531.24—2 


Einfaches  Verfahren 

zur  graphischen  Ermittlung  des  Schwerpunktes  von  Trap 

Von  Prof.  Dr.-Ing.  G.  Seger  VDI,  Konstanz 

Ein  neues  graphisches  Verfahren  zur  Konstruktion  des  Schwerpunictes  von  Trapezen  zeichnet  sich 
gegenüber  den  bisher  belcannten  Verfahren  durch  eine  größere  Einfachheit  sowie  dadurch  aus,  daß 
sämtliche  Konstruictionsllnien  im  Innern  des  Trapezes  liegen. 


Für  viele  technische  Aufgaben  benötigt  man  den  Schwer- 
punkt von  Trapezen.  Bei  den  bisher  bekannten  Verfah- 
ren^) fällt  nur  eine  Schwerlinie  an  oder  die  Konstruktions- 
linien liegen  nicht  mehr  ganz  innerhalb  des  Trapezes. 

Es  wird  ein  neues  und  einfaches  Verfahren  vorgeschlagen, 
das  den  Schwerpunkt  des  Trapezes  mit  wenigen  Linien 
genau  liefert.  Man  teilt  die  Mittellinie  EF  des  Trapezes 
ABCD  in  drei  gleiche  Teile  und  enthält  so  die  Punkte  G 
und  H,  Bild  1«  Die  Verbindungsgeraden  von  den  Trapez - 
Eckpunkten  A  und  B  nach  den  Teilpunkten  G  imd  H 
schneiden  sich  im  Punkt  I.  Eine  Peurallele  durch  I  zu  den 
Grundseiten  a  imd  b  des  Trapezes  schneidet  die  Mittellinie 
EF  im  gesuchten  Schwerpunkt  S. 


Bild  1.  Konstruktion  des  Schwerpunktes  von  Trapezen. 

Zum  Beweis  dieser  Konstruktion  seien  die  Höhe  des 
Trapezes  mit  h,  die  Strecke  Sl  mit  z,  die  vom  Punkt  H 
ausgehende  Höhe  des  Dreiecks  HIS  mit  u  und  die  vom 
Punkt  G  ausgehende  Höhe  des  Dreiecks  GSI  mit  t;  bezeich- 
net. Wegen  der  Ähnlichkeit  der  Dreiecke  HBF  und  HIS 
einerseits  und  GEA  und  GSI  cmdererseits  gelten  die  Be- 
ziehungen 


*)  Vgl.  z.  B.  FUppl,  A,:  VorleBungen  Aber  technische  Mechanik.   Bd.  1. 
14.  Aufl.  Manchen  u.  Berlin  1048;  insbee.  S.  128/24. 


und 

-7—  =  —       (2). 

\  z 

Aus  ihnen  folgt 

'^^TT     ^'^ 

und 

^  =  -3-r ^^^ 

sowie  durch  Addieren 

h        hz  (2        2\ 

und  daraus 

oft 

Setzt  man  diesen  Ausdruck  für  z  in  Gl.  (3)  ein,  so  ergibt 
sich 

h       b 

Für  den  Schwerpunktsabstand  y^  von  der  Grundseite  a 
folgt  die  für  die  Schwerpunktslage  des  Trapezes  bekannte 
Beziehung 

Ä    ,  h    a-it'2b 

Dieses  neue  Verfahren  hat  den  Vorteil,  daß  die  Kon- 
struktionslinien stets  im  Innern  des  Trapezes  hegen  und 
dürfte  eine  Vereinfachung  der  von  A,  Föppl^)  angeführten 
Verfahren  sein.  B  10799 


DK   534.28  —  1 3 :  621 .43.065.001 .5 


Leistungs-  und  Dämpfungsstudien  an  Abgasanlagen  und 
akustischen  Filtern  bei  großen  und  kleinen  Druckamplituden 


Der  Resonanzdiffusor  mit  anschließendem  Dämpfer,  be- 
ruhend auf  Reflexion  oder  Absorpfion,  bieten  wirl^same 
Mittel  zur  Dämpfung  des  Auspuffschalles.  Die  Interfe- 
renzdämpfung  ist  bei  mehreren  Kanälen  gegenüber  der 
ReibungS'  und  Reflexionsdämpfung  zu  vernachlässigen. 


Im  Zuge  der  Erfassung  der  Gesetze,  nach  denen  sich  in- 
station&re  Strömungen  in  Rohrleitungen  imd  akustischen 
Kettenleitem^)  ausbreiten,  sind  drei  Abschnitte  erwähnenswert: 

1.  In  den  Technischen  Hochschulen  Dresden^)')  und  Stutt- 


^)  Martin,  B.:  Leistungs-  und  D&mpfungsstudien  an  Abgasanlagen  und 
akustischen  Filtern  bei  großen  und  kleinen  Dmckamplituden. 

Bd.  35/1050  ..Sohwlngungstechnik"  S.  161/74;  danach  dieses 
Referat. 


VDl 


Der  Band  enthält  insgesamt  22  Beitrftge  auf  178  Seiten.  258  Bilder  und 
14  Tafeln.  Preis  33,20  DM.  Zu  beziehen  durch  den  YDI-Verlag  OmbH. 
Düsseldorf.  Bongardstr.  3. 

*)  Kluge,  M.:  Probleme  der  Dämpfig  des  AuspuffschaUea  der  Kraft- 
fahrzeugmotoren.  ATZ  13  (1933)  8. 192/96  u.  244/40. 

*)  Martin,  H.:  Dämpfung  des  AuspuiTschalles  an  Kraftfahrzeugmotoren. 
Z.  VDI  78  (1034)  S.  1257/60. 


1346 


VDUZ.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


garf)  wurden  von  1932  bis  1934  diese  Vorg&nge  nach  der 
linearen  akustischen  Theorie  für  kleine  Amplituden  be- 
handelt, und  zwar  in  Dresden  in  strenger  Anlehnung  an  elek- 
tische Analogien,  wobei  die  Lage  des  Optimums  der 
Motorleistung  und  der  D&mpfung  und  der  Verlauf  des 
dynamischen  Widerstandes  mit  der  Frequenz  unter  Ver- 
nachlässigung der  Reibung  erfaßt  werden  konnten. 

2.1m  Jahre  1935  wurden  pulsierende  Strömungen  von 
Verbrennungsmotoren  auf  der  Technischen  Hochschule 
Graz*)*)  mittels  punktweiser  Bestimmung  der  vor-  und 
rüoklaufenden  Wellen  an  Hand  eines  Wellenplans  im  Be- 
reich linearer  Differentialgleichungen  ohne  Beibimgsglied 
verfolgt. 

3.  Im  Jahre  1948  beffann,  von  der  Technischen  Hochschule 
Aachen^  ausgehend,  die  Entwicklung  der  nicht  stationären 
Gasdynamik  am  Zweitaktmotor,  nach  der  mittels  graphisch 
zu  lösender  partieller  hyperbolischer  Differentialgleichungen 
die  Beibungsd&mpfimg  in  ausgesprochen  engen  Leitungen 
bei  großen  Amplituden  berücksichtigt  wurde*). 


Die  lineare  aicustisclie  Theorie 

Da  sich  in  der  Praxis  häufig  die  Frage  erhebt,  welcher  Rechen- 
anfwand  zur  angenäherten  oder  völligen  Lösung  einer  Aufgabe 
noch  zweckmäßig  ist,  wurde  das  bekannte  lineare  akustische 
Gesetz  p/v^  =  Qc(p  Schalldruck,  i;^  Schallschnelle,  q Dichte, 
e  Schallgeschwindigkeit)  für  verschieden  große  Amplituden  bei 
rsflexionsfinBiem  Abschluß  untersucht^).  Dabei  zeigte  sich,  daß 
bei  akustischer  Betrachtung  in  engen  ref  lexionsfireien  Leitungen 
mit  etwa  15%  Amplituden-  und  16°  Phasenfehlem  zu  rechnen 
ist,  wobei  im  Steuerzeitabschnitt  des  Nachauspuffes,  in  dem  sich 
das  wesentliche  Geschehen  des  Gaswechselvorganges  abspielt, 
das  lineare  akustische  Gesetz  überraschend  gut  erfüllt  war.  Bei 
Berücksichtigung  des  bei  starker  Strömung  experimentell  ge- 
fundenen Druckverlaufes  kann  man  übrigens  die  Ergebnisse  der 
linearen  Theorie  in  gewissen  Grenzen  dadui^ch  korrigieren  bzw.  ver- 
bessern, daß  man  für  positive  Reflexionen*)  in  engen  Leitimgen 
mit  bis  zu  l,2facher  akustischer  Schallgeschwindigkeit  und  bei 
anagesprochenen  Ausschwingvorgängen  mit  einem  log.  Decrement 
bis  zu  d  =  In  AJA^  s  1  rechnet. 

Wiricung  des  Diffusors 

Seit  1935  kann  man  ein  von  der  Auspuffiseite  her  verbessertes 
Verhalten  des  Zweitakters  dxaoh  positive  Schallreflexion  (Rück- 
ladung) erreichen*)*).  Bei  offener  bzw.  erweiterter  Leitung  tre- 
ten hingegen  zusätzliche  Resonanzen  auf,  die  durch  negative 
Scfaallreflexion  mit  einem  an  der  Resonanz  beteiligten,  leistungs- 
Yerbessemden  Difiusor  noch  verstärkt  werden  können.  So 
wurde  experimentell  nachgewiesen,  daß  an  einem  200-cm*- 
Zweitakt-Einzylinder  ein  wesentlicher  Leistungsgewinn  (15%) 
erzielt  wird,  wenn  die  III.  Harmonische  des  Auspuffspektrums 
die  Grundharmonische  der  Auspuff-Diffusoranlage  in  Resonanz 
enegt  oder  wenn  die  Anlage  eine  niu:  10%  höhere  Abstimmung 
aufweist  als  die  11.  Harmonische  des  Spektrums.  Trotz  großer 
Amplituden  von  Ap  =  0,8  at  stimmten  Phasenlage  zwischen 
Schalldruck  und  Schallfluß  und  Resonanzabstimmung  nach  der 
Helmholtzregel  so  genau,  daß  auch  hier  noch  die  akustische 
Rechnung  befürwortet  werden  konnte.  Im  übrigen  scheint  eine 
Dnrdifhißkennzahl  <Pq  =  V^n/Fy)  =  600  die  Grenze  zu 
bflden^),  oberhalb  der  die  gasdjmamische  Betrachtung  erst 
zweckm&ßig  wird  (F^  =  Hubvolumen  eines  Zylinders  in  cm*. 


*)  iMtz,  O. :  R«8onAnnchwingnngen  In  den  Rohrleitungen  von  Kolben- 
maschinen.  Berichte  aus  dem  Laboratorium  fflr  Verbrennungskraft- 
maschinen  der  TH  Stuttgart.  1034.  Nr.  3. 

*)  Pitddnger,  Ar.  BewegungBvorgänge  in  Oass&ulen.  Forschung  auf  dem 
Gebiete  des  Ingenienrwesens  •  A  (1035)  S.  245/57. 

*)  lAttt  B'*  u.  O.  Rßyl'.  Der  Ladungswechsel  der  Verbrennungskraft- 
maschine.  Wien  1049. 

"*)  EodUUieht  P.:  Einfluß  von  Druckwellen  großer  Amplituden  auf  den 
Ladungswechselvorgang  von  Zweitaktmotoren.  Habilitationsschrift. 
T.H.  Aachen  1048. 

*)  Jenny,  B. :  Berechnungen  und  Modellversuche  über  DruckweUen  großer 
Amptttude  in  Auspuflleitungen.  Dissertation  ETH  Zürich  1940. 

*)  HÜlfie,  W.:  Leistungssteigerung  bei  Zweitakt- Schnelläufern.  MTZ  20 
(1050)  Nr.  8  S.  203/08. 

^Ifarftn.  B.:  Akustische  Filter  und  Abgasanlagen  bei  kleinen  und 
großen  Stfömungsgeschwindigkelten.  ATZ  1950.  H.  0. 


n  =  U/min,  F  =  Rohrquerschnitt  in  cm*,  y  =  Offiiungs- 
winkel  in  Grad).  Daß  in  bc^ug  auf  den  Resonanzdiffasor  ein  nur 
mit  einem  Siebentel  seiner  Länge  in  ihn  hineinragendes  Rohr- 
stück auf  Grund  von  Ablösungserscheinungen  bereits  50%  des 
Resonanzdiffusoreffekts  verbraucht,  wurde  nachgewiesen. 

Dämpfung  durch  Wellenfilter 

Bei  der  Behandlung  der  D&mpfung  von  Wellenf iltem  nach 
der  akustischen  Theorie  hat  der  Einfluß  des  Gleichstroms  bis 
jetzt  noch  keine  Berücksichtigung  gefunden.  Experiment  und 
Rechnung  zeigten  nun,  daß  der  Gleichstrom  die  D&mpfung  er- 
heblich beeinflussen  kann,  auch  wenn  Schall-  und  Strömungs- 
richtung  übereinstimmen.  So  wurde  an  Reflexionsfiltem  mit 
innerer  Str5mungsunterbrechung  festgestellt,  daß  Vollgas- 
betrieb besser  ged&mpfb  wird  als  Leerlauf.  —  Ist  Dg  die  theo- 
retische D&mpfung  der  Helmholtz-Resonatoren,  also  die  mittels 
Lautsprecher  und  Mikrophon  ermittelte  D&mpfung  reiner  Töne, 
dagegen  D  die  am  Motor  selbst  gemessene  praktische  D&mpfung 
der  einzelnen  Frequenzen  mit  überlagertem  Abgasgleichstrom, 
so  konnte  in  erster  Ann&henmg  für  Reflezionsf ilter  gefunden 
werden: 

Z)  =  2>o/(l  — aMa); 

hierin  sind  Ma  =  w/c  die  Mach-Zahl,  das  Verh&ltnis  von  mitt- 
lerer Abgas-Gleichstromgeschwindigkeit  zur  Schallgeschwindig- 
keit im  D&mpfer,  und  a  eine  dimensionslose  bauformbedingte 
Zi^  zwischen  1,0  und  1,2.  Dieser  Effekt  beruht  darauf,  daß 
bei  der  Dämpfung  durch  querschnittsbedingte  Maßnahmen  das 
gemischtquadratische  Glied  der  erweiterten  BemovüVaohßD. 
Gleichung  als  zus&tzlich  dämpfender  Widerstand  wirksam  wird, 
worauf  Lutz^)  und  Barthd^^)  aufmerksam  machten.  Es  gibt, 
wie  E,  Meyer  imd  Mechel^^)  zeigten,  dagegen  Abzweigresona- 
toren, bei  denen  durch  Gleichstrom  negative  Dämpfung  zu- 
standekommt. 

Absorptionsdämpfung 

Bezüglich  der  Absorptionsd&mpfer  mit  innerem  strömungs- 
verlustlosem, glattem  Durchgang  ist  festgestellt  worden,  daß 
Leerlauf  besser  gedämpft  wird  als  Vollast-Betrieb.  Hier  ergab 
sich  mit  den  oben  angegebenen  Überlegungen  die  Beziehung 
D  =  Dq  (1  —  ß  Ma^'*).  Hierbei  ist  2>q  die  mit  Lautsprecher 
und  ruhendem  Medium  ermittelte  D&mpfung,  w&hrend  D  die 
am  Motor  zu  erwartende  D&mpfung  bei  der  entsprechenden 
Mach-Zahl  bedeutet  (j9  =  1,0  bis  1,1).  Dabei  geht  man  von  der 
Vorstellung  aus,  daß  eine  große  Strömimg  den  Schall  durch 
den  D&mpfer  hinaustr&gt.  Oerber^)  berichtete  über  gleichartige 
F&lle,  wobei  zus&tzliche  Strömungsger&usche  berücksichtigt 
wurden.  E,  Meyer  und  MecheP*)  fanden  bei  reinen  Absorbern 
ebenfalls  eine  mit  zunehmendem  Gleichstrom  kleiner  werdende 
Dämpfung. 

Interferenzdämpfung 

Schließlich  sei  noch  die  Interferenzdämpfung  durch  Weg- 
längendifferenzen einer  halben  Wellenlänge  erwähnt  und  dabei 
auf  eine  Ausführung  hingewiesen,  über  die  bereits  im  Jahre 
1935  berichtet  wurde^^).  Diese  bestand  aus  zwei  Gußhalbschalen 
mit  einem  Dichtungsblech  zwischen  beiden.  In  den  Halbschalen 
befanden  sich  verschieden  lange  parallelgeschaltete  Interferenz- 
kanäle. Es  konnte  nun  experimentell  nachgewiesen  werden,  daß 
die  Dämpfung  eines  solchen  Systems  von  der  Reflexion,  der 
Reibung  und  Wirbelbildung  ausschlckggebend  bestimmt  wird, 
während  die  Interferenz  eine  sehr  untergeordnete  Rolle  spielt. 

Zu  diesem  Nachweis  wurde  ein  siebenfaches  Interferenzsystem 
mit  drei  Kammern  schwingungs-  und  wiederstandsäquivalent 
in  einen  dreikammerigen  Reflexionsdämpfer  verwandelt;  es 
zeigte  sich,  daß  Dämpfung,  Klangfarbe  und  Leistung  in  beiden 
Fällen  gleich  blieben.  R  11  178 

Eßlingen  a.  N.  Dr.-Ing.  Herbert  Martin 


^^)  Barthel,  F. :  Untersuchungen  über  nlchtlineare  HelmhoUz-Besonatoren. 
Frequenz  12  (1958)  Nr.  3  S.  72/82. 

^*)  Meyer,  B.,  F.  Meehel  u.  O.  KunUe:  Experiments  on  the  Influence  of 
Flow  on  Sound  Attenuation  in  Absorbing  Ducts.  J.  Ac.  Soc.  Am.  30 
(1958)  Nr.  3  S.  165/74. 

")  Oerber,  O. :  Die  Oeriuschentwicklung  bei  Ventilatoren  und  Strahltrieb- 
werken und  deren  D&mpfung.  VDI-Berichte  Bd.  24,  DQsseldorf  1957 
S.  139/42. 

^*)  „Hotorcycle"  vom  7.  November  1935.  England. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.29    11.  Oktober 


1347 


1 


DK  621791.35:621.3.04975 


Das  „Flowsolder^'-Verfahren 

zum  Einlöten  der  Bestüdcung  in  gedrudcte  Sdialtungen 

Von  Rudolf  StrauB»  London 

Zum  Einlöten  der  Bestückung  in  Sclialtplatten  mit  gedrucicten  Schaltverbindungen  bedient  man  sich 
heute  eigens  dafür  entwickelter  Lötmaschinen»  die  bestimmte  Bedingungen  erfüllen  müssen.  Beim 
„Flowsolder"-Verfahren  bildet  das  flüssige  Lötmetall  einen  Wellenkamm,  von  dem  die  darüber  hinweg 
bewegte,  vorher  mit  einem  Flußmittel  versehene  Schaltplatte  die  nötige  Menge  abnimmt. 


Mit  der  rasch  zunehmenden  Anwendung  von  gedruckten 
Schaltungen  in  der  Reihenfertigung  bestimmter  elektrischer 
Geräte  gewinnt  das  Verlöten  bestückter  Schaltplatten  an 
Bedeutung. 

Forderungen 

Ein  in  der  Industrie  brauchbares  Lotverfahren  und  die 
Lotgeräte  müssen  vor  allem  den  folgenden  Ansprüchen 
genügen : 

1.  Sie  müssen  zuverlässig  sein  und  gleichbleibend  gute 
Lötverbindungen  gewährleisten. 

2.  Das  Gerät  muß  leicht  und  einfach  bedienbar  sein,  und 
das  Lötergebnis  darf  nicht  von  allzu  anspruchsvollen 
Arbeitsbedingungen  abhängen. 

3.  Die  Arbeitsgeschwindigkeit  soll  neuzeitlichen  Fertigungs- 
verhältnissen entsprechen. 

4.  Verfeihren  und  Greräte  müssen  sich  leicht  auf  verschiedene 
Größen  und  Arten  von  Schaltplatten  umstellen  lassen. 

Das  »»Flowsoider''-Welienverfahren 

Das  „FlowBolder"-Lötverfeihren,  bei  dem  mit  „stehender 
Lotwelle"  gearbeitet  wird,  kommt  diesen  Forderungen  in 
besonderer  Weise  entgegen ;  es  hat  sich  in  England,  in  den 
Vereinigten  Stellten  von  Amerika  und  auf  dem  Kontinent 
bereits  bewährt.  Ln  Gregensatz  zu  der  sog.  Schlepplötung, 
bei  der  die  bestückte  Platte  a  über  die  waagerechte  glatte 
Oberfläche  eines  Lötbades  b  gezogen  wird,  Bild  1,  bewegt 
sich  bei  der  „Flowsolder^-Wellenlötung,  Bild  2,  die  Platte  a 


Bild  1.  Schlepplötung. 
a  bestückte  Schaltplatte  b  Lötbad  mit  glatter  Oberfläche 


Bild  2.  „Flow8older".Wellenlötung. 

a  bestückte  Schaltplatte  d  Lotdüse 

b  Lötbad  a  Einfahrwinke] 

c  Kamm  der  Lotwelle  ß  Ausfahrwinkel 

ausgezogen:  symmetrische  Lotwelle 

gestrichelt:    asymmetrische  Lotwelle 


Über  den  Kamm  c  einer  stehenden  Welle  von  geschmol- 
zenem Lot,  das  die  Unterseite  der  Platte  in  einer  2  bis 
4  cm  breiten  Zone  bespült. 

Die  Lotwelle  c  entsteht  dadurch,  daß  das  geschmolzene 
Lötzinn  b  mittels  einer  kleinen  AxisJturbine  durch  eine 
6  nun  breite  und  20  oder  25  cm  lange  Lötdüse  d  lotrecht 
nach  oben  getrieben  wird.  Dadurch  entsteht  ein  ungefähr 
20  mm  breiter  Wellenkamm  c,  dessen  Höhe  sich  durch 
Drehzahländerung  der  über  ein  stufenlos  verstellbares  Gre- 
triebe  angetriebenen  Turbine  sehr  genau  einstellen  läßt. 

Die  zu  verlötende  bestückte  Schaltplatte  wird  quer  zur 
Lotwelle  so  durch  den  Wellenkamm  bewegt,  daß  die  Unter- 
seite der  Platte  2  bis  3  nmi  unterhalb  des  Wellenscheitels 
liegt.  Man  kann  also  bis  zu  19  oder  24  cm  breite  und  un- 
begrenzt leuige  Platten  auf  einer  solchen  Anlage  verlöten. 
Für  breitere  Platten  sind  besondere  Lötmaschinen  nach 
dem  „Flowsolder"-Verfahren  entwickelt  worden. 

Erfahrungen 

Die  praktische  Anwendung  hat  erwiesen,  daß  dieses  Ar- 
beitsverfahren eine  Reihe  von  löttechnischen  VorteUen  mit 
sich  bringt:  Weil  das  Lot,  das  die  Platte  von  unten  be- 
spült, dauernd  in  Bewegung  gehalten  wird,  ist  ein  sehr 
rascher  Wärmeaustausch  zwischen  Lot  und  Lötgut  ge- 
währleistet, und  die  Zeiten  für  das  Verlöten  können 
Mindeetwerte  erreichen.  Bei  den  normalerweise  angewand- 
ten Vorschubgeschwindigkeiten  von  60  bis  120  cm/min 
kommt  man  mit  Lötzeiten  von  1  bis  4  s  je  Oberflächen- 
element der  Platte  aus. 

Der  Lötzümstrom,  der  die  Lötdüse  speist,  wird  von 
4  cm  unterhalb  der  Oberfläche  des  Lötbades,  dessen  Tem- 
peratur thermostatisch  konstant  gehalten  ist,  cmgesaugt. 
Dadiutsh  bleibt  die  Lotwelle  jederzeit  völlig  frei 
von  Krätze  und  Oxyden,  und  die  bei  statischen 
Lötbädem  erforderlichen  Abstreichvorrichtungen  sind 
nicht  nötig. 

Bei  statischen  Lötbädem  ist  die  genaue  Einstellung  des 
Bcuispiegels  und  seine  Aufrechterhaltimg  sehr  wichtig,  da- 
mit man  bei  konstanter  Tauchtiefe  gleich- 
mäßige Lötei^bnisse  erhält.  Beim  Lötwellenverfahren 
hängt  die  Höhe  des  Wellenkammes  in  erster  Linie  von  der 
Drehzahl  der  Pumpe  ab,  die  sich  leicht  konstant  halten 
läßt.  Für  eine  gleichbleibende  Höhe  des  Lötbadspiegels 
sorgt  eine  einfache  Zubringvorrichtung  für  frisches  Löt- 
zinn, die  ein  Schwimmer  selbsttätig  steuert. 

Das  Profil  der  Lotwelle  ist  von  Bedeutung.  Die  Einfahr- 
und  Ausfahrwinkel  a  und  ß  entsprechen  den  Einfahr-  und 
Ausfekhrwinkeln  bei  der  Schlepplötung.  Bei  beiden  Ver- 
fahren kann  ein  zu  großer  Ausfahrwinkel  unter  bestinmiten 
Bedingungen  zur  Bildung  von  sog.  Eiszapfen  führen.  Diese 
läßt  sich  beim  Wellenlöten  dadurch  vermeiden,  daß  man 
das  Wellenprofil  as3rmmetrisch  gestaltet,  wie  dies  in  Bild  2 
gestrichelt  angedeutet  ist. 


134« 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


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Bild  4.  Schema  der  vollständigen  Lötanlage. 

a  Sohaltplatten  o  Vorheizung 

b  Flußmittelauftrag  d  Lötbad 


BUd8. 

FlowBolder" -Lötmaschine  mit  Schaltgerät. 

Lötmaschine 
Lotwelle 

Lötzinn-Nachschub 
Welle  der  Lötzinnpumpe 
stufenloses  Getriebe 
Getriebe- Verstellknopf 
Schal  tgerät 
Hauptschalter 
Sicherung 

Schaltuhr  für  den  Heizstrom 
Motorschalter 
ra  Thermostat 

Heizstromanzeige 


a 
b 
c 
d 
e 
f 

g 
h 

i 

k 

1 


n 


Löfanlage 

Zur  „Flowsolder** -Lötmaschine  a  und  dem  Schaltgerät, 
Bfld  8,  gehören  noch  eine  Vorrichtung,  die  das  Flußmittel 
auf  die  bestückten  Platten  aufbringt,  und  eine  Vorheizung, 
die  das  Flußmittel  vor  dem  Verlöten  teilweise  austrocknet. 


Bild  4«  Dadurch  steigert  sich  die  Viskosität  des  Flußmittel - 
Überzuges,  so  daß  er  von  der  Lotwelle  nicht  völlig  weg- 
gespült wird,  sondern  auf  der  Ausfahrseite  den  glatten 
imd  gleichmäßigen  Abfluß  des  geschmolzenen  Lötzinns 
bewirkt.  B  11  018 


DK  621 .867.2.01 7 :  621  —58 


Das  Anlaufverhalten  von  Förderbandanlagen 


Die  gemeinsame  Betrachtung  aller  Einflüsse  auf  den 
Anlaufvorgana  bei  Förderbandanlaaen  fOhrt  zu  Folge- 
rungen für  das  Steuern  und  Reqeln  der  Antriebe  und 
Spannstationen.  Dadurch  sind  Vefbesserunaen  dieser  An- 
lagen und  insbesondere  eine  gOnstige  Gestaltung  der 
Anläufe  möglich. 

Mit  der  Entwicklung  der  Förderbandanlagen  für  größere 
Förderlängen  und  Föidergutströme  wurde  es  dringend,  die 
Frage  der  maximal  auftretenden  Beanspruchung  an  Maschinen- 
anlage  und  Fördergnrt  zu  klären.  Hierzu  dienten  im  Zeitraum 
Ton  drei  Jahren  ausgeführte  Messungen  der  äußeren  Kräfte 
während  des  Betriebes  sehr  unterschiedlicher  Bandanlagen. 
Bereits  die  Messungen  an  den  ersten  beiden  Anlagen  zeigten, 
wie  wichtig  eine  genauere  Kenntnis  des  Anlaufvernaltens  von 
Bandanlagen  für  deren  Auslegung  und  Gestaltung  ist,  so  daß 
in  den  weiteren  Untersuchungen  dem  Anlaufabschnitt^)  ein 
besonderes  Augenmerk  gescheimt  wurde. 

Es  zeigte  sich,  daß  die  Reibungswiderstände  bei 
Bewegnngsbeginn  und  während  der  Beschleunigung  verschieden 
groß  sind.  Die  Trägheitswiderstände,  die  sich  aus  der  Gurt- 
beschleunigung  und  der  auf  die  Gurtgeschwindigkeit  bezogenen 
Beschleunigung  der  bewegten  Massen  ergeben,  wurden  in  die 
Betrachtung  einbezogen. 

Für  die  Untersuchung  der  Wirkungsweise  unterschiedlicher 
Spannarten  waren  die  folgenden  Gesichtspunkte  maß- 
gebend :  Aufrechterhalten  der  Gurtvorspannung,  Aufnahme  des 
Ton  der  Antriebstrommel  ablaufenden  Gurtstticks  und  aus- 
gleichende Wirkung  auf  Gurtschwingungen.  Vorschläge  zum 
Verbessern  des  Spannvorganges  zielen  auf  die  Verwendung  eines 
elektrischen  Spannmotors  in  Verbindung  mit  elektrischer 
Zugkraftmessung  und  Feststellbremse. 

Als  kennzeichnende  Gurteigenschaft  wurde  ein  für  Einlagen 
gleichen  Werkstoffs  gültiger  „L  a  g  e  n  m  o  d  u  T*  E'  aus  den 
Heßwerten  der  „Fortpflanzgeschwindigkeit  im "  Bewegungs- 
beginn" ermittelt  und  dafür  eine  Gebrauchsformel  aufgestellt. 
D^  Lagenmodul  beträgt  danach  1000  bis  1600  kp/cm  Lage  für 
Baumwolleinlagen,  3000  bis  3600  kp/cm  Lage  für  Baumwoll- 
oord-  und  Kunstseideeinlagen;  er  bildet  einen  für  das  elastische 
Verhalten  des  Gurtes  im  Anlauf  kennzeichnenden  Wert. 


^Xhhmem^  H.'H.:   Das  Anlaufverhalten  von  Förderbandanlagen.   Dias. 
Teehn.  Hochach.  Hannover  1959.  Danach  dieses  Referat. 


Über  den  Einfluß  des  Fördergutes  auf  den  Anlaufv^or- 
gang  gaben  Untersuchungen  an  den  Abraumböden  Löß,  Ton, 
Sand  und  Kies  Aufschluß.  Ihr  innerer  Reibwert,  der  aus  Scher- 
versuchen ermittelt  wurde,  beträgt  für  Kies  0,77,  für  Sand  0,68, 
für  Ton  1,05  und  für  Löß  0,90.  Bei  längerem  Bandtransport 
ändert  sich  der  innere  Reibwert  von  Löß  und  Ton. 

Zum  Kennzeichnen  des  Zusammenwirkens  der  Ein- 
flußgrößen wurde  der  Anlaufvorgang  in  drei  Abschnitte  unter- 
teilt. Ein  erster  Abschnitt  dauert  bis  zum  Bewegungsbeginn  der 
letzten  Tragrolle  und  wird  durch  den  „Losbrechwiderstand"  ge- 
kennzeichnet; seine  Größe  wurde  an  einem  pendelnd  aufgehäng- 
ten Muldensatz  zu  etwa  50%  des  Beharrungs- Bewegungswider- 
standes gemessen.  Der  zweite  Abschnitt  umfaßt  den  Beschleimi- 
gungszustand  und  nimmt  den  Zeitraum  vom  Bewegungsbeginn 
der  letzten  Tragrolle  bis  zum  erstmaligen  Erreichen  der  Setriebs- 
geschwindigkeit  am  Schluß  der  Anlage  ein ;  gegen  Ende  dieses  Ab- 
schnittes erreicht  die  Gurtzugkraft  Tix  ^  Maximum,  das  seinem 
Betrage  nach  vom  größtmöglichen  Moment  des  Antriebsmotors 
oder  einer  Anlauf  kupplung  bestimmt  wird.  Der  anschließende 
dritte  Abschnitt  enthält  den  Übergang  vom  Beschleunigungszu- 
stand in  den  des  Beharrungsbetriebes,  der  erheblich  gedämpft 
entweder  aperiodisch  oder  mit  wenigen  Schwingungen  verläuft. 

Die  in  einer  idealisierten  Darstellung  der  Anlaufcharakte- 
ristik wiedergegebene  Kennlinie  des  Lastmomentes  zeigt, 
daß  dieses  im  Stillstand  kleiner  ist  als  im  Beharrungsbetrieb 
und  im  ersten  AnlaufiEibschnitt  steiler  als  im  zweiten  bis  zum 
Beharrungsmoment  ansteigt.  Das  Anlauf  moment  bleibt 
dabei  kleiner  als  150%  des  Lastmomentes  im  Beharrungsbetrieb. 

Zu  klären  war  sodann  die  Frage,  wie  weit  die  unterschied- 
lichen Antriebsarten  für  Bandanläufe  angewendet 
werden  können;  besonders  betrachtet  wurden  hierbei  die 
Drehzahl-Momenten-Kennlinie  und  die  thermische  Belastbar- 
keit. Für  die  eingehenden  Untersuchungen  stand  eine  Untertage - 
Bandanlage  mit  Antrieb  durch  Kurzschlußläufermotor  und  vier 
Bauarten  von  Anlaufkupplungen  zur  Verfügung.  Die  mit  einer 
Magnetpulverkupplung  gewonnenen  Drehmomentkurven  be- 
stätigen, daß  dem  Idealfall  nahekommende  Anlaufcharakte- 
ristiken durchaus  erzielbar  sind. 

Der  Einfluß  der  Spannart  auf  die  Verteilung  der  Gurtzugkraft 
wurde  im  Stillstand,  beim  Anlauf  und  während  des  Bandbe- 
triebes ermittelt.  D  11  195 
Eidinghausen  ü.  Bad  Oeynhausen     Dr.  -Ing.  Hans-Heinz  Oehmen 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


1349 


TECHNIK  UND  WIRTSCHAFT 


DK  338  (68) 

Die  Wirtschaft  der  Südafriicanischen  Union 

Von  Adolf  ReiBer»  Nürnberg 

In  diesem  Jahrhundert  vollzog  die  Südafrikanische  Union  die  Wandlung  vom  koloniolwirtschaftlichen 
Land  zum  ousgeglichenen  Agrar-Industrielond.  Die  überaus  stürmische  Entwicklung  der  Kriegs-  und 
Nachkriegszeit,  überwiegend  getragen  von  privater  Initiative,  setzt  sich  seit  1956  in  moßvoll  verlang- 
samtem Tempo  fort.  Da  der  Ausfuhr  von  londwirtschaftlichen  und  bergbaulichen  Erzeugnissen  auf  dem 
Weltmarkt  Grenzen  gesetzt  sind,  ist  die  Union  angesichts  des  roschen  Bevölkerungswachstums  zum  zü- 
gigen Ausbau  der  Industrie  gezwungen.  Obwohl  die  Industrie  die  Eigenversorguno  noch  nicht  erreicht 
hat,  zdlilt  sie  mit  dem  Bergbau  und  der  Landwirtschaft  zu  den  Houptstützen  der  Wirtschaft.  Die  Fort- 
setzung der  Industrialisierung  hängt  von  hohen  Kapital-Investitionen  ab,  an  denen  sich  das  Ausland  in 
Anbetracht  des  günstigen  Investitionsklimas  verstärkt  beteiligen  sollte;  ebenso  wichtig  dürfte  jedoch  die 
Bereitstellung  von  Fachkräften  sein. 


Land»  Bevölkerung  und  Lebenshaltung 

Am  31.  Mai  1910  entstand  die  Südafrikanische  Union 
ans  den  britischen  Kolonien  Kapland»  Natal,  Transvaal 
und  dem  Oranje-Freistaat^).  Sie  umfaßt  ein  Gebiet  von 
1,2  Mill.  km'  und  verzeichnete  Ende  1958  eine  Wohnbe- 
völkerung von  14,4  Mill.  Einwohnern.  Davon  waren  9,6 
MiU.  Bantus,  3,0  Mill.  Weiße,  1,4  MiU.  Mischlinge  und 
0,4  Mill.  Asiaten*).  Die  im  Jeihre  1948  zur  Regierung  ge- 
Icuigte  Nationcd-Partei  —  die  Anhänger  sind  vorwiegend 
afrikaans  sprechende  Buren  —  verficht  entschlossen  die 
Politik  der  „Apeurtheid",  d.  h.  der  räumlichen  Trennung 
von  Weißen  und  Farbigen.  Dcunit  soll  die  Führungsstellung 
der  Weißen  aufrechterhalten  werden.  Zunächst  wirkte  sich 
die  Apeurtheid  nur  sozial  aus,  denn  die  Bantus  durften  z.  B. 
keine  qualifizierten  Berufe  ergreifen,  ihr  Reallohn  blieb 
80%  unter  dem  des  Europäers  und  sie  hatten  Streikverbot. 
Die  Ausbildung  eines  Bantu  wurde  als  uneuropäisches  Ver- 
halten gebrandmarkt.  Die  angestrebte  räumliche  Trennung 
geht  von  dem  Gedanken  aus,  der  Unterschied  der  beiden 
Kulturen  sei  zu  groß,  als  daß  ein  harmonisches  Zusammen- 
leben möglich  wäre.  Die  Regierung  versucht  nun,  die  Ein- 
geborenen in  Reservaten  emzusiedeln,  die  etwa  die  Hälfte 
der  Gesamtfläche  der  Union  ausmachen.  Es  gilt  vor  allem, 
die  Elite  der  Bantu-Arbeiter  und  ihre  Intelligenzschicht 
nicht  abzuschöpfen,  sondern  sie  für  den  Dienst  in  den 
unterentwickelten  Eingeborenengebieten  zu  gewinnen,  die 
landwirtschaftlich  und  industriell  erschlossen  werden  und 
örtliche  Selbstverwaltung  erhcdten.  Eine  getrennte  wirt- 
schaftliche Entwicklung  der  Gebiete  mit  weißer  und  schwar- 
zer Bevölkerung  ist  ohne  Zweifel  unpraktisch  und  auch 
nachteilig,  denn  die  Zahl  der  verfügbaren  farbigen  Arbeits- 
kräfte für  die  „europäische"  Industrie  wird«: in  Zukunft 
niedriger  sein.  Man  will  nämlich  die  Zahl  der  in  der  Euro- 
päer-Gesellschaft verbleibenden  Bantus  auf  6  Mill.  be- 
schränken'). 

Im  Gegensatz  zu  den  häufig  rückständigen  und  primi- 
tiven Bcmtus  sind  die  meist  in  der  Kap-Provinz  lebenden 


^)  Das  ehemalige  Deutach- Sfldwestafrika,  aeit  1010  Mandategehiet  der 
SfldafiikanlBchen  Union,  wird  in  diesem  Bahmen  nicht  behandelt. 
Nachdem  mit  der  Union  jedoch  eine  wlrtechaftlich-organisatoriache 
Verbundenheit  besteht,  ist  eine  sinnvolle  Trennung,  etwa  bei  Verkehr 
und  Außenhandel,  unmöglich.  Ahnlich  steht  es  mit  dem  britischen 
Protektorat  Betschuanaland  und  den  Kolonien  Basuto-  und  Zwaziland, 
deren  Außenhandel  in  den  der  SfidafrikanLschen  Union  eingeschlossen 
ist.  wfthrend  die  flbrigen  Zahlen  in  der  Statistik  klar  getrennt  sind. 

*)  Zum  Vergleich:  Bundesrepublik  Deutschland  248  000  km'  und  52  Mill. 
Einwohner. 

*)  Nach  dem  von  F.  Tondinttm  im  Jahre  1056  veröffentlichten  Outachten 
wird  die  Zahl  der  in  Reservaten  lebenden  Bantus  im  Jahre  1080 
10  Hill,  betragen. 


Mischlinge  geistig  reger  und  als  Bauern,  Handwerker  und 
Facharbeiter  gut  zu  gebrauchen.  Sie  werden  jedoch,  -wie 
die  Asiaten,  den  Europäern  nicht  gleichgeachtet.  Auch  die 
Inder  und  Chinesen  haben  sich  hochgearbeitet  und  stellen 
sich  sozial  besser  als  in  der  früheren  Heimat.  Man  findet 
unter  ihnen  hauptsächlich  Landarbeiter,  Kleinbauern ,  Ar- 
beiter, kaufmännische  Angestellte  und  Händler.  Sie  haben 
es  teilweise  zu  Wohlstand  gebracht,  doch  ist  der  Lebens- 
standard der  Mischlinge  und  Bantus  immer  noch  zu  niedrig. 
Dies  muß  betont  werden,  denn  der  Lebensstandard  sämt- 
licher Bevölkerungsschichten  hat  sich  in  der  Ncu;hkriegs- 
zeit  entscheidend  verbessert.  Die  Löhne  zogen  stets  mehr 
an  als  die  Preise  und  die  darauf  beruhenden  Lebenshal- 
tungskosten, Tafel  1«  Die  Erhöhimg  des  Lebensstandards 
läßt  sich  aus  dem  unterschiedlichen  Wachstum  von  Volks- 
einkonmien  und  Bevölkerung  ablesen.  Während  sich  das 
Netto-Volkseinkommen  von  1947/48  bis  1957/58  von  784,1 
auf  1766,1  Mill.  £  steigerte,  vermehrte  sich  die  Bevölke- 
rung um  2,5  auf  14,4  Mill.,  d.  h.  um  21%.  Selbst  wenn  man 
die  Preiserhöhimgen  berücksichtigt,  erhöhte  sich  das  reale 
Volkseinkommen  immer  noch  um  über  50*/o  [1  bis  9]. 


Tafel  1«  Groß-  und  Kleinhandelspreise  sowie  Lebenshaltungs- 
kosten in  der  Südafrikanischen  Union*). 


Großhandel 

Elleinhandel 

ein- 

ein- 

Lebens- 

Kleidung 

Lebens- 

Jahr 

heimiache 

geführte 

mittel 

haltung 

Güter 

1 

948  =  100 

1938 

62 

50 

64 

44 

68 

1944 

87 

85 

88 

71 

87 

1946 

94 

83 

92 

76 

91 

1948 

100 

100 

100 

100 

100 

1950 

107 

121 

109 

114 

108 

1952 

137 

160 

137 

129 

126 

1954 

144 

155 

146 

128 

132 

1956 

155 

157 

153 

129 

139 

1957 

158 

158 

158 

130 

143 

1958 

159 

157 

164 

130 

148 

OQneUe:  [8] 


Vergleicht  man  die  Beiträge,  die  die  einzelnen  Wirt- 
schaftszweige im  Laufe  der  letzten  Jahrzehnte  zum  Volks- 
einkommen geleistet  haben,  dann  kommt  mcm  zu  einem 
aufschlußreichen  Ergebnis. 


1350 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


In  den  Rechnungsjahron    1910/11,  1938/39  und  1957/58 
entfielen  auf 

dieLandwirtschaft    23  13  12% 

denBergbau  27  21  13% 

und  die  Industrie  9 


18 


24% 


Im  Leuife  eines  halben  Jahrhunderts  haben  Bergbau  und 
verarbeitende  Industrie  ihre  Stellung  vertauscht.  Der  Berg- 
bau, einst  das  Fundament  der  südafrikcunschen  Wirtschaft 
und  der  Ausgangspiinkt  der  Industrialisierung,  steht  heute 
mit  der  Landwirtschaft  etwa  auf  einer  Ebene. 

Förderung  der  Bodenschätze 

Eine  führende  Rolle  nimmt  nach  wie  vor  der  Gold- 
bergbau ein,  der  in  der  Vorkriegszeit  90%  des  Produk- 
tionswertes des  Bergbaues  auf  sich  vereinigte,  im  Rech- 
nungsjahr 1957/58  nur  noch  75%.  Die  durchschnittliche 
Monatsproduktion  betrug  1940  rd.  14  Mill.  Feinunzen^), 
erreichte  1947  mit  11,2  Mill.  Feinunzen  ihren  Tiefstand 


')  1  FelDimie  (troy  ounce)  —  31,1  g. 


Tifel  2«  Die  Industrie-Erzeugung  der  Südafrikanischen  Union*). 


Erzeugnis 

l^inliAifc 

1938 

1948 

1954 

1956 

1958 

Monat» 

durchsei 

mitte 

Steinkohle  . 

.    .    10«t 

1357 

2001 

2785 

2826 

3406 

Eisenerz  .    .    . 

.    10«  t 

42 

97 

158 

172 

203 

.    .    10»t 

46 

23 

58 

58 

78 

Kupfererz 

(Cu-Infaalt) 

.    .    10»t 

1.2 

2.4 

4,0 

4,3 

4,7 

Golderz 

(Au-Inhalt) 

.  .        t 

31 

30 

34 

41 

46 

Saber  (Verkau 

f).        t 

2.9 

3.0 

3,2 

4,1 

4.5 

Osmiridium") 

kg 

15 

14 

16 

17 

12 

Cbromerz 

.    .    10»t 

15 

34 

53 

57 

57 

Asbest     .    . 

.    .    10«t 

1,7 

3,4 

8.3 

11,4 

14,6 

Diamanten 

.    .    10»  Karat 

103 

115 

230 

215 

229 

Zement    .    .    . 

.    10»  t 

73 

109 

180 

206 

250 

Mauexziegel 

.    .    10*  Stck. 

56 

62 

61 

65 

61 

Roheisen 

.    10»  t 

24 

54 

100 

113 

139 

Rohstahl 

.    .    10»t 

25 

50 

119 

134 

163 

Uran-Oxyd 

.    .    10»t 

• 

0,4 

0.5 

Reifen  für  Pki 

V  .    10»  Stck. 

• 

60 

90 

103 

111 

Reifen  für  Lki 

v  .    10»  Stck. 

■ 

23 

31 

36 

33 

Sehl&uche    . 

.    10»  Stck. 

• 

87 

149 

121 

134 

Seife     .    .    . 

.    .    10»t 

• 

4.6 

4.4 

4,6 

4,8 

Elektrizität 

.    .    10«  kWh 

478 

772 

1220 

1472 

1648 

•)  Quellen:  [8;  8;  60] 

")  OfoUildium,  ein  Nebeneneugnis  der  OoldrafTination,  enthält  vorwiegend 
Otmiam  und  Iridium,  femer  Ruthenium,  Platin  und  Rhodium. 


Tafel  8.  Der  Außenhandel  der  SüdafrikaniBchen  Union*). 


Einfuhr 

Ausfuhr 

Handels- 

Gold. 

Jahr 

ohne  Gk>ld 

bilanz*) 

ausfuhr 

Mill. 

SA£ 

1938 

95,6 

29,6 

—    66,0 

73,4 

1946 

216,1 

97,7 

—  117,4 

95,5 

1947 

300,4 

104,8 

—  195,6 

141,3 

1948 

352,8 

137,9 

—  214,9 

242,1*) 

1949 

313,1 

146,5 

166.6 

120,1 

1950 

306,9 

252,1 

—    54,8 

121,9 

1951 

469,2 

345.6 

123,6 

152,4 

1952 

418,2 

337.0 

—    81,2 

158,9 

1953 

425,5 

339,7 

—    85,8 

150,5 

1954 

439,0 

331,4 

-    107,6 

156,4 

1955 

481.0 

369,0 

112,0 

178,1 

1956 

494,8 

413.1 

—    81,7 

193,2 

1957 

550,5 

452.6 

—    97,9 

216,9 

1958 

556,6 

388,2 

—  168,4 

221,9 

und  bewegte  sich  von  1953  an  rasch  aufwärts  auf  17,7  Mill. 
Feinunzen  im  Jahre  1958,  Tafel  2.  Der  Erlös  aus  den  Gold- 
verkäufen ist  auf  das  Dreifache  des  im  Jeihre  1938  erzielten 
gestiegen  und  gewälirleistet  einen  Ausgleich  der  ständig 
passiven  Handelsbilanz,  Tafel  8«  Bis  Jahresende  1958  hat 
die  Union  Gold  im  Wert  von  4,4  Mrd.  £  verkauft,  das 
entspricht  etwa  51,9  Mrd.  DM.  Die  Gründe  für  die  steigende 
Grolderzeugung  sind  in  der  Rationalisierung  und  Mechani- 
sierung, in  der  Erschließimg  neuer  Goldgruben  im  Oranje- 
Freistaat  und  in  Transvaal*)  sowie  in  der  Gewinnung  von 
Uranoxyd  zu  suchen.  Das  Uranerz  kommt  mit  dem 
Gold  gemeinscun  vor  und  gestattet  dank  der  hohen  Ver- 
kaufserlöse zckhlreichen  Goldminen  die  Weiterführung  der 
Betriebe  [16].  Seit  1933  ist  nämlich  der  Goldpreis  auf 
36  Dollar  je  Unze  stabilisiert,  während  die  laufenden 
Produktionskosten  um  etwa  250  Vo  gestiegen  sind.  Die 
Vereinigten  Stellten  von  Amerika  haben  bislang  eine 
Erhöhung  des  Goldpreises  strikt  abgelehnt,  weil  diese  Maß- 
nahme auf  eine  Abwertimg  des  Dollars  hinausliefe  [13]. 
Die  Südafrikanische  Union  tritt  mit  ihrer  Forderung 
immer  wieder  hervor,  denn  schließlich  hat  sich  ihr  Anteil 
an  der  Weltgolderzeugung  seit  der  Vorkriegszeit  von  33*/o 
auf  57%  (1958)  erhöht.  In  der  Erzeugung  von  Uranoxyd 
liegt  die  Union  mit  Kanada  und  den  Vereinigten  Staaten 
von  Amerika  an  der  Spitze.  Die  Erzreserven  mit  einem 
Uranoxydgehalt  von  370  000  t  sollen  die  größten  der  Welt 
sein.  Man  rechnet  z.  Z.  mit  einer  Jahreserzeugung  von 
7000  t.  Die  jährlichen  Einnahmen  aus  den  1952  aufgenom- 
menen Verkäufen  sind  bis  1958  auf  53,2  Mill.  £  ange- 
wachsen [10;  14;  19]. 

In  den  Golderzen  befinden  sich  noch  12,5  */o  Beimengun- 
gen an  Silber,  Eisen,  Blei,  Zink  und  Kupfer, 
die  in  der  größten  Goldrafifinerie  der  Erde,  der  "Rand 
Refinery  Ltd.,  Germiston,  ausgeschieden  werden.  Eisen 
und  Kupfer  treten  außerdem  als  Erze  in  erheblichem 
Umfang  auf,  Eisen  geradezu  in  fast  unbeschränkter  Menge. 
Aber  nur  8  Mrd.  t  sind  mittel-  bis  hochwertige  Erze. 

Schon  in  den  dreißiger  Jahren  hat  die  Union  ihre 
führende  Stellung  in  der  Förderung  von  Diamanten 
an  Belgisch-Kongo  abtreten  müssen.  In  den  letzten  Jeihren 
bewegte  sich  ihr  Anteil  zwischen  12  und  14%  der  Welt- 
erzeugung. Die  Preise  werden  von  dem  Kartell  „Dieunond 
Producers  Association"  bestimmt,  das  95%  der  Diamcmten- 
erzeugung  kontrolliert;  es  wurde  vom  südafrikanischen 
De  Beers-Konzem  ins  Leben  gerufen'). 

Fast  die  Hälfte  der  Welterzeugung  an  Platin  liefern 
die  Erze  von  Rustenburg  (Transvaal),  die  9  g  Platin/t 
enthcdten.  Als  Nebenprodukt  fällt  hier  Osmiridium 
an,  das  ebenso  wie  das  Platin-Konzentrat  ncKsh  Groß- 
britannien verkaiift  wird.  Sowohl  bei  Osmiridium  als  auch 
bei  Antimon  nimmt  die  Union  in  der  Welt -Erzeugung 
den  ersten  Platz  ein.  Sie  verfügt  auch  über  C  h  r  o  m-, 
Asbest-  und  Mangan-  Lagerstätten,  die  zu  den 
größten  der  Welt  gehören,  aber  teilweise  geringwertig  sind. 
20%  der  Welterzeugung  an  Chrom  treffen  auf  die 
Union;  bei  Asbest  steht  sie  nach  Kanada  (ohne  Sowjet- 
union) an  zweiter  Stelle.  Die  Manganerzlager  im  Postmas- 
burger  Distrikt  (Kap-Provinz)  haben  einen  Mn-Gehalt  von 
40  bis  48%  und  werden  auf  100  Mill.  t  geschätzt;  insgesamt 
belaufen  sich  die  Reserven  an  Manganerz  a\if  1  Mrd.  t. 
Bei  Kohle  rechnet  man  heute  mit  Vorräten  von  80  Mrd.  t. 
Infolge  des  Mangels  cm  Erdöl  und  der  geringen  Nutzungs- 
möglichkeit  der  Wasserkräfte  kommt  der  Kohle  als  Energie- 
quelle höchste  Bedeutimg  zu.  Die  Gestehimgskosten  sind 
unwahrscheinlich  niedrig:  Sie  bezifferten  sich  1957  auf 
DM  6, — /t  gegenüber  DM  84, — /t  in  Westemropa.  Zu  den 
bereits  genannten  Bodenschätzen  gesellen  sich  noch  Bauxit, 
Beryll,  Graphit,  Ilmenit,  Kobalt,  Kolumbit,  Magnesit, 
Nickel,   Ölschiefer,  Phosphat,  Quecksilber,  Rutil,    Salze, 


'}Qiie]len:  [3;  5;  7;  8] 

Slnflchl.  der  biltlsehen  Protektorate  Basuto-,  Betschuana-  und  Zwazl- 

Und.  Ab  1. 1. 1966  auch  einschl.  Sfldwestafrika. 
•)  —  —  passiT 
^)  Sfaischl.  einer  Goldanlelhe  an  Großbritannien  in  Höhe  von  80  MUl.  £. 


*)  In  Transvaal,  und  zwar  im  Witwatersrand.  legten  die  (Gebrüder  Struben 
die  ersten  Ooldminen  an. 

*)  Auf  Orund  langfristiger  Verträge  flbemlmmt  die  Diamond  Producers 
Association  die  in  Angola,  Bel^fsch-Kongo,  Britisch-  und  FranzOslBch- 
Westafrika  und  Tanganjika  g^rderten  Diamanten. 


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1351 


Tantalit,  Thorium,  Vanadium,  Wismut,  Wolfram,  Zimi 
und  Zirkon,  insgesamt  ein  einmaliger  Reichtum  an  Boden- 
schätzen, der  eine  vorzügliche  Grundlage  für  den  Aufbau 
der  südafrikanischen  Industrie  abgegeben  hat  [1  bis  20]. 

Industrie 

Entwicklung 

Prof.  F,  Raedel  [21]  bezeichnet  die  industrielle  Ent- 
wicklung der  Union  in  den  vergangenen  vier  Jährzehnten 
als  „industrielle  Revolution"^).  Nach  der  Entdeckung  der 
reichen  Diamanten-  und  Goldfelder  in  den  Jähren  1870 
bzw.  1886  ergab  sich  der  eigenartige  Zustand,  daß  eine 
primitive  extensive  Naturalwirtschaft  von  einer  kapita- 
listischen Bergbauwirtschaft  überlagert  wurde,  ein  Dualis- 
mus, der  heute  noch  nachwirkt.  Erst  mit  der  Gründung 
der  Union  im  Jahre  1910  kam  es  jedoch  zur  Industrialisie- 
rung, die  von  Baedd  in  sechs  Phasen  unterteilt  wird. 

Der  entscheidende  Anstoß  war  der  Erste  Weltkrieg, 
der  zu  einer  Unterbrechung  der  Einfuhrwege  führte.  Unter 
dem  Schutze  übersteigerter  Preise  wurden  Industrien 
gegründet,  die  hauptsächlich  verbrauchsnähe  Güter  her- 
stellten. In  der  zweiten  Phase,  die  von  1921  bis  1929 
dauerte,  gewährte  der  Staat  der  jimgen  Industrie  plan- 
mäßigen Schutz  durch  die  Einführung  von  Schutzzöllen 
im  Jahre  1925.  Das  Streben  nach  wirtschaftlicher  Unab- 
hängigkeit erkennt  man  an  der  Gründung  der  ISCOR- 
Stahlwerke  (South  African  Iron  and  Steel  Industrial  Cor- 
poration), denen  die  Aufgabe  zufiel,  die  verarbeitende 
Industrie  mit  billigem  Stahl  zu  versorgen.  Während  zur 
Zeit  der  Weltwirtschaftskrise  (dritte  Phase)  zählreiche 
Kapazitäten  ungenutzt  waren,  brachte  die  vierte  Phase 
einen  kräftigen  Aufschwung,  der  sich  in  der  Folgezeit 
außerordentlich  verstärkte.  Vom  Beginn  der  fünften 
Phase  im  Jahre  1939  bis  zum  Ende  der  sechsten  im  Jahre 
1955  stieg  der  Bruttoproduktionswert  der  verarbeitenden 
Industrie  von  217  auf  1400  Mül.  £,  die  Zahl  der  Beschäf- 
tigten erhöhte  sich  von  300  000  auf  über  1  Million,  die 
Zahl  der  Betriebe*)  von  9000  auf  16  500.  Mit  Recht  spricht 
E.  Bendheim  [22]  daher  von  einer  Gründerperiode,  die 
aber  erst  1943  mit  voller  Wucht  einsetzte. 

Bis  zu  diesem  Zeitpunkt  hatten  die  Industriellen  ihr 
Hauptaugenmerk  auf  die  Mechanisierung  der  Betriebe 
gerichtet;  dann  genügte  diese  nicht  mehr,  um  die  Erzeu- 
gimg so  weit  anzuheben,  daß  der  Warenhunger  gestillt 
wurde.  Die  in  der  Nachkriegszeit  verhängten  Importkon- 
trollen erwiesen  sich  als  eine  Art  Schutzmauer  für  die 
industriellen  Neugründungen,  die  durch  eine  plcmmäßige 
Industrialisierungspolitik  der  Regierung  gefördert  wurden. 
So  erreichte  die  Industrie  vielfach  die  Grenzen  der  Auf- 
nahmefähigkeit des  verhältnismäßig  engen  südafrikeuuschen 
Marktes,  wie  die  1955  gestartete  Werbekampctgne  „Buy 
South- African"  beweist.  Mit  der  Verbreiterung  der  indu- 
striellen Basis,  d.  h.  mit  der  Herstellimg  einer  großen  Viel- 
falt von  Waren  und  dem  Vordringen  von  den  verbrauchs- 
nahen zu  den  verbrauchsfemeren  Grundindustrien  stellten 
sich  Spannungen  und  Engpässe  ein,  die  energisch  eine 
Verlangsamung  der  industriellen  Expansion  forderten. 
Hier  einen  Ausgleich  zu  schaffen,  ist  die  Aufgabe  der 
siebenten  Phase,  in  der  man  sich  auch  um  eine  Hebung  der 
noch  zu  niedrigen  Produktivität  bemühen  muß. 

Finanzierung 

Da  die  Südafrikaner  noch  nicht  gewöhnt  sind,  Kapital 
in  der  Industrie  zu  investieren,  wurden  drei  Institute  zur 
Industrie-Finanzierung  geschaffen.  Zuerst  gründete  der 
Steuit  1940  die  „Industrial  Development  Corporation" 
(IDC),  die  sich  vorwiegend  der  Finanzierung  von  Staats- 
unternehmen  widmet.  Bis  zum  30.  Juni  1958  genehmigte 


^  Dies  ist  nach  Prof.  Raedel  keine  Übertreibung,  wenn  man  den  BegrlfT 
gleichsetzt  mit  der  Entstehung  eines  hochentt^iclcelten  technischen  Pro- 
duktionsapparates, der  Verl&ngerung  des  Produktionsweges,  xuneh- 
mender  inner-  und  zwischenbetrieblicher  Arbeitsteilung,  dem  Hervor- 
treten von  Industriegebieten,  der  Schwerpunktverlagerung  vom  Land 
in  die  Stadt  und  wachsender  Binkommens-  und  VermögensdifTeren- 
zierung. 

*)  Betriebe  mit  drei  und  melir  Beschäftigten. 


die  IDC  257  Anträge,  die  73,0  Mill.  £  erfordern  werden. 
60,2  Mill.  £  waren  bis  zu  diesem  Tag  investiert  worden. 
Kurzfristige  Kredite  an  Handel  und  Industrie  gibt  das 
Privatinstitut  ,,Union  Acceptances  Ltd.'*»  das  seit  1956 
besteht.  Die  allgemeine  Kapitedknappheit  führte  Mitte  1957 
zur  Gründung  der  privaten  ,  »Industrial  Finance  Corpora- 
tion'* (IFC),  die  den  Ausbau  bestehender  und  die  Errich- 
tung neuer  Unternehmungen  finanzieren  soll.  Die  IFC 
wird  versuchen,  sowohl  inländisches  wie  ausländischeB 
Kapital  zu  mobilisieren.  Mcm  darf  nicht  übersehen,  daß 
die  Ausweitung  der  Industrie  nach  1947  vorwiegend  mit 
ausländischen,  und  zwar  meist  britischem  Kapital  finan- 
ziert wurde  und  dieser  Kapitalstrom  in  den  letzten  Jahren 
fast  versiegte. 

Besitzverhältnisse 

Neun  Zehntel  der  südafrikanischen  Industrie  befinden 
sich  im  Privatbesitz.  Der  Staat  hat  sich  nur  dort  einge- 
schaltet, wo  es  der  Privatindustrie  am  nötigen  Interesse 
oder  an  den  Mitteln  meuigelte,  d.  h.  vor  allem  bei  Groß- 
unternehmen. Der  Staat  betreibt  die  ISCOR- Stahlwerke, 
die  „Klipfontein  Organic  Products",  die  ausschließlich 
DDT  und  andere  Insektizide  herstellt,  das  Kohlehydrier- 
werk SASOL  (South  African  Coal,  Dil  and  Gas  Corporation), 
das  Phosphatwerk  FOSCOR  (Phosphate  Development 
Corporation)  imd  die  Zellulosefabrik  SAICCOR  (South 
African  Industrie^  Cellulose  Corporation),  die  in  Zusammen- 
arbeit mit  der  britischen  Courtauld  und  der  italienischen 
Snia  Visoosa  errichtet  wurde.  Im  übrigen  sind  die  Eisen- 
bckhnen,  Telephon,  Telegraph  und  80%  der  Elektrizitats- 
erzeugung  (ESCOM)-Electricity  Supply  Commission)  in 
der  Hand  des  Staates. 

Die  einzelnen  Industriezweige 

Zu  den  wichtigsten  Industriezweigen  zählt  heute  die 
Eisen-  und  Stahlindustrie,  deren  Erzeugung 
von  Roheisen  und  Rohstahl  im  Zeitraum  1938  bis  1957 
von  je  0,3  auf  1,5  bzw.  1,85  Mill.  t  anstieg.  Dank  der 
günstigen  Versorgung  mit  Kohle  und  Eisen  liegen  die 
Preise  unter  dem  Weltmarktniveau. 

Ebenfalls  gute  Fortschritte  wurden  in  der  NE-Metall- 
industrie,  im  Maschinenbau  und  in  der  Elektroindustrie 
erzielt.  Die  Eigenherstellung  von  Fahrzeugen  ist 
beträchtlich  gestiegen.  So  kann  der  Bedarf  an  Fahrrädern 
gedeckt  werden,  Kraftwagen  werden  jedoch  in  der  Regel 
in  großen  Montagebetrieben  amerikanischer  und  europä- 
ischer Firmen  zusammengebaut.  Seit  1944  besteht  eine 
recht  leistungsfähige  Eisenbahnwagen-Industrie.  Den  Bau 
von  Lfokomotiven,  der  im  Krieg  notgedrungen  begonnen 
wurde,  hat  man  jedoch  eingestellt. 

Die  Kohle  Verflüssigungsanlage  SASOL,  das  wichtigste 
Werk  der  chemischen  Industrie,  wurde  auf  der 
Kohle  errichtet  und  1955  in  Betrieb  genonmien.  Die 
Gesamtbaukosten  betrugen  43  Mill.  £;  westdeutsche  und 
amerikanische  Firmen  lieferten  die  Einrichtung.  Trotz  sorg- 
fältiger Ausfühnuig  hatte  das  Werk  noch  1957  Anfangs- 
schwierigkeiten zu  überwinden.  Es  stellt  in  erster  Linie  Ben- 
zin und  Dieselöl  her,  femer  eine  Reihe  von  Nebenerzeug- 
nissen, die  Südafrika  bei  der  Einfuhr  von  Chemikalien  er- 
heblich entlasten.  Für  den  Bergbau  erbaute  man  in  Modder- 
fontein  bei  Johannesburg  die  größte  Sprengstoff-Fabrik  der 
Erde.  Der  Lcmdwirtsohaft  dienen  zwei  große  Düngemittel- 
werke, die  vor  allem  Superphosphat  herstellen. 

Gemessen  an  der  Zahl  der  Betriebe  und  am  Brutto- 
produktionswert ist  die  Nahrungsmittelindu- 
strie der  wichtigste  Industriezweig  der  Union.  Besondere 
Be€U3htung  verdient  hier  die  Konservenindustrie,  denn  die 
Union  zählt  zu  den  Ländern  mit  der  größten  Ausfuhr  von 
Obst-,  Gemüse-  und  Fischkonserven.  Seit  1939  hat  sich  die 
Erzeugiing  mehr  als  verzehnfacht  und  beläuft  sich  etwa 
auf  200  000  t;  davon  werden  rd.  60%  ausgeführt. 

Aussichten  für  die  weitere  Entwickiung 

Die  Industrie  ist  recht  ungleichmäßig  verteilt.  Indu- 
striell mehr  oder  minder  dicht  erschlossen  sind  ein  250  km 


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.    J 


tiefer  Streifen  am  Indischen  Ozean,  außerdem  der  Oranje- 
Fteistaat,  Bc^utolcuid  und  der  südliche  Teil  Transvaals. 
Ak  Zentren  schälen  sich  Johannesburg,  Durban,  East 
London,  Port  Elizabeth  und  Kapstadt  einschließlich  ihrer 
Umgebung  heraus.  Alles  übrige,  einschließlich  Swazi-  und 
Betschuanalands,  weist  keine  oder  nur  eine  punkthaft 
verstreute  Industrie  auf.  Wie  Bild  1  anschaulich  zeigt, 
sind  die  Möglichkeiten  einer  weiteren  Elrschließimg  zu- 
mindest im  Augenblick  sehr  gering,  denn  es  fehlt  an 
Wasser,  elektrischer  Ekiergie  und  an  Verkehrsmitteln 
[1  bis  10;  12;  22  bis  38]. 

Stromversorgung 

Wegen  der  Ungunst  des  Klimeus  besteht  in  großen  Teilen 
des  inneren  Hochlandes  und  im  ganzen  Westen  mit  Aus- 
nahme des  Kap -Gebirges  ein  Mangel  an  Wasser.  So 
ist  auch  verständlich,  daß  der  elektrische  Strom  über- 
wiegend in  Wärmekraftwerken  erzeugt  wird,  die  meist 
auf  der  Kohle  errichtet  wurden  und  deshalb  ein  weit- 
gespanntes Netz  von  Übertragungsanlagen  zu  den  Ver- 
brauchszentren erfordern.  Von  1946  bis  1956  beliefen  sich 
die  Investitionen  auf  235Mill.£,  bis  1975  soll  weiter  1  Mrd.£ 
aufgewendet  werden.  Deurin  sind  die  Baukosten  für  das 
erste  große  Wasserkraftwerk  am  Komati-Fluß  (Ost-Trans- 
vaal) enthalten,  dessen  Leistimg  im  Jahre  1961  200  MW, 
im  Jahre  1965  600  MW  betragen  soll.  Die  gesamte  Strom- 
eneiigung,  die  zu  70  bis  80%  von  der  1922  errichteten 
staatlichen  Electricity  Supply  Commission  (ESCOM)  be- 
stritten wird,  erhöhte  sich  in  den  20  Jahren  seit  1938  von 
5,9  auf  21,5  Mrd.  kWh.  Die  Versorgungsschwierigkeiten 
sind  damit  im  wesentlichen  behoben. 

Verkehrswesen 

Noch  inmaer  unzureichend  sind  dagegen  die  Leistungen 
des  Verkehrswesens,  insbesondere  der  Eisenbahn. 
Sie  ist  der  wichtigste  Verkehrsträger,  transportiert  auch 
alle    Massengüter,    weil    schiffbare    Wasserwege    fehlen, 


Tafel  4.  In  den  letzten  Jahren  wurde  wiederholt  von 
Verkehrsstauimgen  berichtet;  Kohlen,  Erze  und  Zement 
konnten  nicht  oder  nur  in  xmigenügenden  Mengen  befördert 
werden.  Offenbar  hat  mcm  das  Ausmaß  der  industriellen 
Entwicklimg  nicht  vorausgesehen,  denn  die  Streckenlänge 
der  Eisenbahnen  hat  sich  in  der  Nachkriegszeit  kaum 
verändert.  Lediglich  1070  km  waren  1956  zweigleisig  und 
2870  km  (Ende  1960:  4400  km)  elektrifiziert.  Nachdem 
der  Einsatz  von  Dampflokomotiven  in  den  Trockengebieten 
auf  Schwierigkeiten  stößt,  lieferte  die  Firma  Henschel 
wassersparende  Kondenslokomotiven  [39],  die  jedoch  1955 
aus  dem  Verkehr  gezogen  wurden.  Man  stellt  sich  nun  auf 
Diesel-  imd  Elektrolokomotiven  um;  von  1956  bis  Ende 

Tatel  4.  Der  Eisenbahnverkehr  in  der  Südafrikanischen  Union*). 


Einheit 

1938 

1948 

1952 

1956 

1957 

Streckenlänge 

1000  km 

21.3 

21.4 

21.5 

21.7 

• 

Lokomotiven 

1000  Stck. 

2,2 

2.6 

2.7 

3.0 

3.0 

Personen-  und 

Packwagen 

1000  Stck. 

4.4 

5.0 

5.6 

6.8 

6.8 

Güterwagen 

1000  Stck. 

48,4 

66.6 

82.1 

93.8 

96.1 

beförderte  Per- 

sonen 

Mül. 

113 

265 

269 

268 

267 

Fraohtleistong 

Mrd.  t/km 

9.7 

16.6 

21.6 

26.5 

26.6 

•)QueUen:  [8;  60] 


XvN['E'v.::x::::v 
läuis  TrichaniU<\ 

J 


SÜDWEST  -  AFRIKA 


-=^stmgm= 


,^,jx6po 


Ehnek, 


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Sttr6erton 

<AZI 

*■•  •■■••••■•• 

'ffet'/Mlirmm 


laurenco 
Man/uesj 


Stf«OT/M:::::::::::::::::::::::> 


.","»■•■•'•'••'•••■ 


Hetermatltzbür 


Kokstadj 

Uli 


i)urban 


^Shepshmi         ^ 


^ 


\ 


<<. 


gimCil 


V      ^Mihtttmtmim^^^wtast  London   r 


^***^  söm/tfc/ten  ¥oraussttiungen 
^^^  Stadtgebiefe  mit  Wosser. 
'==^=°"  ElekfriiM  und  Eisenbonn 
lllllllll  Wasser  und  Eisenbahn 
:^^:•Ä:x:^  WüSSer 
\\\V  Eisenbahn 


0  2iS0    m  200  300  900  km 

Bild  1.  Voraussetzungen  für  die  industrielle  Fortentwicklung  der  Südafrikanischen  Union. 

Nach  [20].  Stand  1966 
Wasser  ist  dort  angegeben,  wo  ee  ständig  ausreichend  zur  Verfügung  steht  oder  j&hrÜoh  mehr  als  636  mm  Niederschlag  die  Regel  sind. 

Elektrizit&t:  Von  der  ESCOM  versorgte  Gebiete  oder  Kraftwerke  über  10  MW. 
Eisenbahn:   Zone  von  24  km  beiderseits  der  Bahnlinie. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


1353 


1960  sollen  im  ganzen  630  neue  Lokomotiven  (einschl. 
Dampflokomotiven)  in  Betrieb  kommen.  Femer  ist  der 
Ankauf  von  24  000  Güterwagen,  1600  Personenwagen  und 
166  Triebwagen  geplant.  Die  Reparaturwerkstätten  werden 
großzügig  ausgebaut  und  660  km  Strecke  durch  Begradi- 
gung und  Nivellienmg  verbessert.  Insgesamt  investiert  man 
484  Mill.  £,  während  in  den  zehn  Nachkriegsjahren  nur 
320  Mill.  £  ausgeschüttet  wurden. 

Die  mittlere  Beförderungsentfemung  auf  der  Schiene 
betrug  im  Jahre  1967  440  km,  auf  der  Straße  dagegen  nur 
24  km,  Tafel  5.  Dies  hängt  mit  der  starken  Beschränkung 
des  Straßenverkehrs  zusammen,  die  seit  1930 
besteht.  Der  gewerbliche  Güterverkehr  war  bis  1962  nur 
auf  eine  Entfernimg  von  48  km  erlaubt.  Auf  Grund  der 
Transportkrise  wurden  240  km  zugestanden.  Jeder  regel- 
mäßige Transport  hängt  von  einer  Genehmigung  ab,  die 
im  allgemeinen  nur  dann  gegeben  wird,  wenn  die  staatliche 
South  African  Bailways  and  Harbours  Administration 
(SAR)  dieses  Gebiet  nicht  bedient.  Dabei  unterhält  die 
Eisenbahnverwaltimg  noch  einen  Zubrüigerdienst,  der  sich 
inmier  mehr  zu  einer  Konkurrenz  des  privaten  Transport- 
gewerbes (8000  Unternehmer  mit  12  000  Fahrzeugen) 
entwickelt.  Dieses  beförderte  1967  rd.  60  Mill.  t  Güter, 
während  auf  die  bahneigenen  Lastwagen  7  Mill.  t  entfielen. 
Über  die  Länge  des  Straßennetzes  liegen  unterschiedliche 
Angaben  vor:  sie  schwanken  zwischen  161  000  und  320  000 
km.  Wenngleich  diese  Angaben  nicht  aus  dem  gleichen  Jähr 
stcmmien  (1963  bzw.  1966),  so  dürfte  doch  klcv  sein,  daß 
es  über  die  Bemessungsgrundlage,  nämlich  weus  noch  als 
Straße  anzusprechen  ist,  unterschiedliche  Ansichten  gibt. 
Dies  geht  auch  daraus  hervor,  daß  40  000  km  (von  den 
320  000  km)  für  Elraftfekhrzeuge  nicht  befahrbar,  also  nach 
unseren  Begriffen  nicht  als  Straße  zu  betrachten  sind. 

Tatel  5.  Straßen  und  Straßenverkehr  in  der  Südafrikanisohen 

Union*). 


1938 

1948 

1952 
in  lOOC 

1956 

1957 

Befestigte  Straßen     .    .    km 

137 

144 

151 

190 

• 

zugelassene  Kraftfahrzeuge 

376 

664 

688 

870 

962 

davon  Personenwagen  .    . 

302 

417 

613 

632 

698 

Lastkraftwagen  u.  Omni- 

busse     

48 

123 

150 

199 

213 

Motorr&der 

25 

24 

25 

39 

51 

•)QueUen:  [3;  60] 

Ebenso  wie  der  Straßenverkehr  hat  auch  der  Luftver- 
kehr einen  ungeheuren  Aufschwung  genommen.  Noch  in 
den  ersten  Elriegsjahren  besaß  Südafrika  nur  SandroUbah- 
nen ;  heute  verfügen  die  wenigen  Großstädte  über  moderne 
Flugplätze.  Im  Inlandsdienst  kann  die  von  den  South  African 
Baüwajrs  (SAR)  betriebene  South  Africcm  Airways  (SAA) 
folgende  Ergebnisse  vorweisen:  Von  1948  bis  1957  erhöhte 
sich  die  Zahl  der  Personen-km  von  85  auf  197  Mill.,  die 
Frachtleistung  stieg  sogar  von  59000  auf  1,06  Mill.  t/km. 
Im  Auslandsstreckendienst  sind  die  Werte  ebenso  eindrucks- 
voll. Die  Personen-km  kletterten  von  9,4  auf  22,5  Mill., 
die  Zahl  der  t/km  von  26  000  auf  210  000. 

Der  Aufbau  einer  eigenen  Handelsflotte  ist 
dagegen  noch  nicht  weit  gediehen.  Auch  die  Häfen  be- 
dürfen noch  entscheidender  Verbesserungen,  wenn  die  not- 
wendigen Ausfuhrsteigerungen  verwirkUcht  werden  sollen. 
Immerhin  stieg  im  Auslandsverkehr  die  Menge  der  gelösch- 
ten Güter  zwischen  1938  und  1957  von  4,4  auf  9,8  Mill.  t, 
die  Menge  der  geladenen  Güter  von  2,5  auf  5,2  Mill.  t.  Im 
Vergleich  dazu  ist  der  Küsten  verkehr  bescheiden.  Die  Menge 
der  geladenen  und  gelöschten  Güter  betrug  1957  1,1  bzw. 
1,0  Mill.  t  [1  bis  7;  10,  12,  22;  25;  28;  40  bis  44]. 

Investitionen 

Die  beachtlichen  Leistungen  in  der  Industrie  und  im 
Verkehrswesen  waren  nur  über  umfangreiche  Investitionen 


zu  erzielen.  Von  1946  bis  Ende  1956  wurden  3845  Mill.  £ 
investiert,  davon  1284  in  öffentlichen  und  2561  Mill.  £ 
in  privaten  Zweigen  der  Wirtschaft.  Das  Ausland  stellte 
in  der  Nachkriegszeit  510  Mill.  £»  bis  Ende  1956  insgesamt 
1396  Mill.  £  zur  Verfügung.  Hiervon  entfielen  809  Mill.  £ 
auf  direkte,  der  Rest  von  587  MUl.  £  auf  indirekte  Investi- 
tionen, die  in  Staatspapieren,  bei  Reserve-  und  Handels - 
beuiken  sowie  Privatuntemehmen  angelegt  sind.  Die 
ausländischen  Kapitalanlagen  berücksichtigten  in  erster 
Linie  den  Bergbau  mit  453,5  Mill.  £  an  zweiter  Stelle  folgt 
die  verarbeitende  Industrie  mit  303,2  Mill.  £.  Diese  Gelder 
finden  in  der  Union  ein  günstiges  Klima,  denn  der  Transfer 
von  Gewinnen  und  Dividenden  unterliegt  keinerlei  Be- 
schränkungen, ebenso  kann  das  investierte  Kapital  jeder- 
zeit zurückgezogen  und  transferiert  werden.  Da  die  Aus- 
lands-Investitionen in  den  letzten  Jahren  nur  noch  geringe 
Beträge  ausmachten,  so  z.  B.  1955/56  14  bzw.  12  Mill.  £, 
ist  die  Union  dank  kräftiger  eigener  Kapitalbildung  üi 
der  Fortführung  ihrer  Planungen  nicht  wesentlich  beein- 
trächtigt worden.  Man  hört  auch  Stimmen,  die  auf  eine 
drohende  Überfremdung  der  südafrikanischen  Wirtschaft 
hinweisen.  Vom  Bruttosozialprodukt  dienten  seit  1952 
durchschnittlich  25%  der  Kapitalbüdung.  Damit  läßt  sich 
der  Lebensstemdard  sogar  erhöhen.  Mcm  hat  nämlich 
errechnet,  daß  bereits  Investitionen  bis  zu  12,5*/«  des 
Nationaleinkommens  genügen,  den  bisherigen  Lebens- 
standard zu  halten*)  [1;  2;  5;  8;  10;  21;  22;  25;  26;  31;  34; 
37;  42;  45;  46]. 

Bilanzen 

Der  schmale  Zugang  ausländischer  Privatinvestitionen 
und  der  geringe  Erfolg  staatlicher  Ausländsanleihen  haben 
in  den  Jahren  1955  und  1956  Zahlungsbüanzschwierigkeiten 
verursacht,  die  in  den  Jahren  1957  und  1958  bestehenblie- 
ben, weil  sich  die  HandelsbUanz  zunehmend  verschlechter- 
te, vgl.  Tafel  3.  Wegen  der  hohen  Gold-  und  Uranausfuhren 
und  des  verhältnismäßig  niedrigen  Handelsbilanzdef  izits  im 
Jahre  1956  konnte  die  Union  erstmals  seit  dem  Ersten  Welt- 
krieg eine  aktive  Leistungsbilanz  von  6  Mill.  £  erzielen. 
Bereits  1957  verzeichnete  man  wieder  das  übliche  Defizit 
( —  15  Mill.  £),  weil  sich  die  Handelsbilanz  sehr  verschlech- 
tert hatte  und  die  Union  bei  Schifüstransporten  überwie- 
gend auf  ausländische  Schiffe  angewiesen  ist.  Nachdem 
auch  die  Elapitalbilanz  mit  15  Mill.  £  paasiv  war,  ergab  sich 
ein  Minus  der  Zahlungsbilanz  von  30  Mill.  £,  das  durch  Ein- 
satz von  Gold  und  Devisen  ausgeglichen  wurde. 

Die  Gold-  und  Devisenbestände  unterschritten  im  Früh- 
jahr 1958  sogar  die  Gefahrengrenze  von  100  Mill.  £  und 
erreichten  Ende  Mai  mit  72,5  Mill.  £  ihren  absoluten  Tief- 
stand seit  1948.  Die  Regierung  sah  keinen  Ausweg,  als 
erneut  eine  schärfere  Importkontrolle  zu  verfügen.  Sie 
war  sich  bewußt,  daß  alle  Zwcmgsmaßnahmen  im  Bereich 
des  Außenhandels  starke  Rückwirkimgen  auf  den  Binnen- 
markt haben  müssen.  Schon  in  früheren  Jahren  hatte  die 
Regierung  wiederholt  betont,  alle  Importkontrollen  und 
-restriktionen  bestünden  nur  so  lange,  als  es  die  Zahlungs- 
bilanz erzwinge.  Die  Industrie  werde  in  erster  Linie  durch 
Schutzzölle,  nicht  aber  durch  Importrestriktionen  ge- 
schützt. Bis  1957  war  für  92%  der  Einfuhr  die  Kontrolle 
abgebaut  worden.  Schon  Ende  1958  sollten  sämtliche  Be- 
schränkungen beseitigt  sein,  doch  hat  das  Sinken  der 
Weltmarktpreise  für  die  wichtigsten  Stapelgüterausfuhren 
dies  nicht  zugelassen. 

Handel  mit  der  Bundesrepublik  Deutschland 

Die  Bundesrepublik  Deutschland  wui^de  durch  die  Im- 
porteinschränkungen nicht  benachteiligt,  weü  dem  südafri- 
kemischen  Importeur  die  freie  Wahl  des  Bezugslandes  für 
die  ihm  bewilligten  Einfuhren  zusteht.  Deutschland  war 
vor  dem  Zweiten  Weltkrieg  der  drittgrößte  Lieferant  der 
Union  und  der  zweitgrößte  Käufer  südafrikanischer  Waren, 

*)  RechnangBgrundlAge:  Je  1%  ZuoAhme  der  BeTöIkerang  besteht  ein 
ADlagebedarf  von  2  bis  5%.  Bei  einer  Jfthrlichen  Bevölkerungssonahme 
von  2  bis  2,5*/«  mOssen  die  Investitionen  demnach  zwischen  6  und 
12.5V«  des  Nationaleinkommens  liegen. 


1354 


VDI-Z.  IM  (19S9)  Nr.  29    11.  Oktober 


TUd  t.  Die  wichtigsten  Handelspartner  der  Südafrikanisohen 

Union*). 


Tatel  7.  Der  Handel  der  Südafrikanisohen  Union*)  mit  West- 
deutschland''). 


Land 


Einf  uh  r  aus") 

GroSbiitannien 

Ver.  Staaten  von  Amerika 
Deatachland°) 


RhodoBÖen  u.  Njaasaland 

Japan 

Arabien 

Itali»! 

Niederlande 

Belgien 

Schweden 

übrige  Conunonwealth- 

Gebiete 

WüQBtige  Gebiete     .    .    . 


Ausfuhr  nach^) 

GroBbritimnien 

Rhodesien  u.  Njaasaland  . 

Ver.  Staaten  von  Amerika 

Belgien- 

Deutschland*) 

Italien      

Frankreich 

Niederlande 

Port.  Ostafrika 

(sB  Mosambik)    .    .    .    . 

Belgisch-Kongo      .    .    .    . 

übrige  Commonwealth- 
Gebiete    

■onstigD  Gebiete     .... 


Insgesamt 


1938 


1952       1954 


1956») 


1958 


MUl.  SA  £  f.o.b. 


41.5 
16,7 
7,7 
3,4 
0,9 
2,8 

• 

1.1 
1.5 
3,3 
1.6 


95,9 


15,3 
2.1 
0,8 
1.6 
5,0 
1.0 
2,1 
0,5 

0,3 
0,06 


37,1 


144.5 

87,0 

17,1 

18,2 

12,7 

6,0 

10,5 

6,9 

6,4 

7,6 

8,9 

50.8 
40,9 


418,1 


153,2 

88,4 

23,3 

15,6 

14.2 

11.0 

11,0 

8,9 

9.0 

8,6 

7,0 

33,5 
58,9 


438,9 


100.2 
40.4 
22,2 
7,9 
14,6 
14,0 
44,2 
16,9 

3.1 
3,8 

15,6 
47,6 


329.5 


97,2 
43.8 
26,6 
12,9 
16,0 
14,9 
13,9 
7.8 

3,6 
3,0 

18,3 
33,4 


291,3 


156,5 
99,2 
31,9 
22,7 
17,6 
11,8 
11,3 
10,2 
10.2 
10,2 
9.7 

35,1 
71,2 


494,9 


108,5 
55,0 
28,8 
21,1 
18,3 
16,7 
15,5 
9,7 

3,3 

18,6 
66,0 


365,7 


187,5 
97,2 
58,8 
18,2 
12.4 
14,1 
40,9 
11,6 
11.4 
9,6 
10,3 

34,8 
39,8 


656,6 


106,8 
49,1 
26,3 
13,2 
14,0 
14,8 
10,5 
7.8 

6.4 
2.6 

22,4 
80,3 


362,2 


•)QtteUen:[l;3;60] 
Sin-  und  Ausfiihr  ohne  Gold ;  Aus- 
fnhr  auch   ohne  SchifTsverkAufe 

■)Ab  1.  1.  1955  einschl.  SQdwest- 
sMka. 


°)  BezugBgeblet. 
*)  Absatzgebiet. 
•)  1988:  Einschl.  Österreich.  1950  bis 

1956:  Bundesrepublik  und  DDE; 

bei  der  Ausfuhr  nur  bis  1954. 


Tifel  6.  Seit  1954  hat  die  Bundesrepublik  ihre  Stellung  als 
Lieferant  wieder  erreicht,  doch  steht  sie  unter  den  Abneh- 
mern seit  1962  an  vierter  oder  fünfter  Stelle.  Wie  Tatel  7 
zeigt,  vermochte  die  Bundesrepublik  ihre  Ausfuhren  seit 
1950  auf  das  Siebeneinhalbfache  zu  steigern,  während  sich 
die  EinAihren  gerade  etwas  mehr  als  verdoppelten^^).  Der 
Erfolg  ist  ein  sprunghafter  Anstieg  des  deutschen  Aktiv- 
saldos seit  1956.  Einer  Hebung  der  Einfuhren  aus  der 
Unian^^)  stehen  vor  allem  zwei  Hindemisse  entgegen: 
Westdeutschland  kauft  im  Transitverkehr  auf  europäischen 
Handelsplätzen,  zum  anderen  besteht  in  der  Union  inmier 

")  Zwischen  der  deutschen  und  südafrikanischen  Statistik  bestehen  Untere 
schiede.  Sie  erklären  sich  aus  der  Binbeziehung  Bfldwestafrikas,  der  Er- 
üBssang  der  Ein-  und  Ausführen  nach  Einkaufs-  und  Kftuferlftndem, 
der  unterschiedlichen  Wertstellung  der  Einfuhren  (f.o.b.  an  Stelle  von 
cAI.)  sowie  aus  der  Einbeziehung  der  geringfügigen  Handelsums&tze 
mit  der  DDK  bis  1954  bzw.  1966  (Tafel  6  Anm.)  durch  die  Südafri- 
kanlsehe  Union. 

")  Westdeutachlands  Handel  mit  der  Südafrikanischen  Union  umfaßte 
hn  Jahre  1958  folgende  Warengruppen  (Mill.  DM): 
Einfuhr  der  Bundesrepublik : 

Schmalz  und  Talg  6,8;  Eier  8,8;  Fischmehl  8,7;  Mais  71,8;  Obst  6,7; 
Südfrüchte  26.6;  Gemüse-  und  Obstkonserven  6,6;  Wolle  69,1;  Felle 
und  HAute  5,7;  pflanzliche  Fftrb-  und  Gerbstoffe  4,8;  Manganerze  7,9; 
Oiromene  10,2;  sonstige  Steine  und  Erden  19,4;  Kupfer  10,4 
Ausfuhr  der  Bundesrepublik: 

ZeOwoUe  11,1;  Beyon  4.5;  Kalidüngemittel  3,0;  Stickstoffdüngemittel 
3.9;  Oewebe  aus  Seide  und  Kunstseide  6.7;  Gewebe  aus  Zellwolle  6,6; 
Gewebe  aus  Baumwolle  9,5;  Leder  5,9;  Pappe  und  Papier  8,5;  chemische 
Kunststoffe  9,7;  chemische  Vorerzeugnisse  14,7;  Eisenbahnoberbau- 
material 3,6;  Werkzeuge  und  landwirtschaftliche  Gerftte  8,3;  sonstige 
Bisenwaren  14,6;  Edelmetall  waren  3.4;  Waren  aus  unedlen  Metallen  7.5; 
Werkzeugmaschinen  19,6;  Maschinen  für  Spinnstoff-,  Leder-  und  Leder- 
wsrenlndustrie  10.1;  landwirtschaftliche  Maschinen  11,3;  Dampflokomo- 
ÜTen  10.0;  Kraftmaschinen  4,1 ;  Pumpen  und  Druckluftmaschinen  14,6; 
Fördermittel  10.4;  Papier-  und  Druckmaschinen  11,3;  Maschinen  für 
Kahrongs-  und  Genußmittelindustrie  3.5;  sonstige  Maschinen  39,5; 
Kraft-  und  Luftfahrzeuge  181.7;  sonstige  Fahrzeuge  40,5;  elektro- 
technische Erzeugnisse  69,8;  Uhren  4,6;  feinmechanische  und  optische 
Erzeugnisse  13,1;  Waren  aus  Zellhom  4,5;  Pharmazeutika  4,1;  sonstige 
ehemische  Erzeugnisse  5,9;  Musikinstrumente  3,3. 


Einfuhr*)              Ausfuhr") 

Handels- 

Zeit 

Westdeutschlands 

Mill.  DM 

bilanz*^) 

1938") 

76,6 

81,9 

+       5,3 

1950 

128,6 

83,8 

—    44.8 

1951 

160,6 

178,2 

-f     17.7 

1962 

249,3 

183,2 

—    66,1 

1953 

286,1 

303,7 

+     17,6 

1954 

237,7 

268,7 

+     21.0 

1956 

266,9 

317,0 

+     50.1 

1966 

299,8 

350,1 

+     50,3 

1957 

348,4 

619,7 

+  171,3 

1968 

278,6 

635,7 

+  357,1 

•)QueUe:  [50] 

•A)  Einschl.  des  Handels  mit  den 
britischen  Protektoraten  Swasi-, 
Betschuana-  und  Basutoland. 

")  Deutsches  Reich;  EM. 


*)  Herstellungsland:  Südafrikanische 

Union. 
°)  Verbrauchsland:   Südafiikanlsche 

Union. 
•^)  +  —  aktiv;   —  —  passiv. 


Tafel  8«  Einfuhr  und  Ausfuhr  der  Südafrikanisohen  Union*) 

nach  Waren  und  Warengruppen""). 


Warengruppe 


1938 


1954     1956*) 
MUl.  SA  £ 


E  i  n  f uhr 

Tiere,  Icmdwirtachaftliche  und 
tierische  Erzeugnisse     .... 

Nahrungsmittel.Getr&nke  u.Tabak 

Textilien,  Bekleidung,  Game 

und  Fasern 

davon  Meterware 

Metalle,  Metallwaren,  Maschinen 

und  Fahrzeuge 

davon  Fahrzeuge  und  -teile 

Minerale,  Steinzeug  u.  Qlaswaren 
davon  Rohdiamanten    .... 

öle.  Wachse,  Harze,  Farben    .    . 
davon  Motorenbenzin    .... 

Drogen.  Chemikaliwi  u.  Dünge- 
mittel        

Leder.  Gummi  u.  Waren  daraus  . 

Holz.  Rohr.  Fleohtwerk  u.  Waren 

daraus 

Bücher,  Papier  u.  Bürobedarf  .    . 

Schmuck,  Uhren  u.  andere  Luxus- 
wctfen 


• 

4,1 

4,0 

5,3 

25,3 

26.7 

18,7 

97,5 

85,3 

■ 

51,6 

46,7 

45,1 

147,2 

216,9 

• 

31,6 

48,9 

6,3 

15,7 

17,0 

■ 

10,1 

9,6 

• 

43,4 

61.5 

2,2 

14,2 

15,7 

4,6 

16,3 

20,5 

1.6 

10,1 

13,0 

3,8 

13,8 

16,3 

3.4 

17,1 

20,0 

1,6 

5,3 

7,8 

Ausfuhr 

Tiere,  landwirtschaftliche  u. 

tierische  Erzeugnisse 

davon  Häute  u.  Felle    .... 

Wolle 

.  Nahrungsmittel,Getränke  u.Tabak 

davon  Früchte 

Fasern,  Game,  Textilien  u.   Be- 
kleidung    

Metalle,  Metall  waren,   Mctschinen 

u.  Fahrzeuge 

davon  Kupfer,  Blöcke  u.  Guß- 
stücke   

unter  das  Atomenergie-Gesetz 

fallendes  Material 

Minerale,  Steinzeug  u.  Glaswaren 

davon  Asbest 

Rohdiamanten    .... 
Diamanten,  ungefaßt, 
geschliffen  u.  poliert  .    . 
öle.  Wachse,  Harze,  Farben    .    . 
Drogen,  Chemikalien  u.  Dünge- 
mittel     

Leder,  Gummi  u.  Waren  daraus  . 
Qold  in  Barren 


1958 


3.8 
23.7 

81,4 
43.0 

276,4 
76,3 
19,9 
11,3 
62,6 
15.2 

22,8 
12.4 

15,8 
21.3 

8.1 


19,5 

88,0 

91,4 

1,4 

11,5 

12,3 

9,0 

61,8 

62,0 

■ 

66,3 

77,3 

3,2 

21,4 

27,9 

0,3 

6,2 

6,8 

1,8 

67,6 

116,6 

0,4 

8,7 

12,0 

9 

14,8 

38,7 

* 

39,2 

46,5 

0,4 

7,7 

9,5 

1.5 

18,7 

23,3 

0,9 

8,0 

8,5 

• 

7,3 

7,2 

0,2 

3,3 

3,7 

• 

5,5 

6,0 

• 

156,4 

193,2 

73,0 
11,2 
42.6 
87,9 
33,1 

6.7 

110.4 

7,3 

63.2 
46,6 
10,4 
20.6 

10,1 
7.4 

4,3 

6.3 

221.9 


•)QueUen:  [8;  60] 
•)  Vom  1. 1. 1956  an  wird  Süd- 
westafHka  einbezogen. 


^)  Einschl.  der  britischen  Protek- 
torate Basuto-,  Betschuana-  und 
Swasiland. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


1355 


noch  eine  gewisse  Soheu  vor  dem  ,, freien  Markt*'  in  West- 
deutschland, auf  dem  keine  Präferenzen  wie  in  Großbri- 
tannien eingeräumt  werden.  Die  westdeutschen  Bezüge  aus 
der  Union  bestehen  zum  größten  Teil  aus  Erzeugnissen  von 
Landwirtschcbft  und  Bergbau;  demgegenüber  setzen  sich 
die  westdeutschen  Ausfuhren  vorwiegend  aus  Produktions- 
und Investitionsgütern  zusammen.  Deutsches  Fachwissen 
hat  zum  Aufbau  der  Industrie  wesentlich  beigetragen  (z.  B. 
SASOL  und  FOSCOR),  wie  auch  deutsches  Kapital  zur  Ent- 
wicklimg  der  südafrikanischen  Wirtschaft  eingesetzt  ist.  Die 
Anleihe  der  Anglo -American  Corporation  im  Betrc^  von 
4»3  Mill.  £  war  die  erste  größere»  die  seit  1914  auf  dem  west- 
deutschen Kapitalmarkt  im  Jahre  1958  aufgelegt  wurde. 

Südafrikas  Bestreben 

Im  Außenhandel  Südafrikas  zeichnen  sich  in  der  Nach- 
kriegszeit zwei  bedeutscune  Strukturänderungen  ab.  Süd- 
afrika gab  sich  besondere  Mühe,  die  afrikanischen  Nachbar- 
länder als  Haiidelsi>artner  zu  gewinnen.  Dies  ist  zweifellos 
gelungen  und  für  die  Union  äußerst  wichtig,  denn  in  diese 
Länder  geht  ein  bedeutender  Teil  der  Ausfuhr  industrieller 
Fertigwaren^'),  Tafel  8«  Mit  diesen  Ausfuhren  begann  die 
Union  in  der  Vorkriegszeit  und  vermochte  sie  wertmäßig 
zu  steigern.  Der  Konkurrenz  in  den  hochindustriaUsierten 
Ländern  sind  sie  allerdings  noch  nicht  genügend  gewachsen. 
Seit  einigen  Jahren  wird  die  Ausfuhr,  insbesondere  die 
industrieller  Fertigwaren,  sehr  gefördert.  Man  will  noch  in 
diesem  Jahr  eine  umfassende  Kampagne  einleiten,  um 
auch  Waren  auf  Auslandsmärkte  zu  bringen,  die  bisher 
nur  im  Inland  mit  Erfolg  abgesetzt  wurden  [1  bis  3;  7; 
10;  12;  27;  31;  33  bis  37;  40;  42;  47  bis  69]. 

^*)  HaupU&chllch  Bekleidung,  Schuhe,  Maschinen,  Muchlnentelle,  Motor- 
fahnenge, Eisenbahnwagen,  chemische  Erzeugnisse,  Eelfen  und 
SchlAuche.  Lebensmittel  und  Konserven. 

Schrifftum 

Bücher  sind  durch  •  gekennzeichnet 

[1]  Südafrikanische  Union.  Wirtschaftlicher  Lagebericht.  Ham- 
burger Kreditbank  (Dresdner  B.)  1956. 
[2]  •  Südafrikanische  Union.  In:  Lfinderlexikon.  Hrsgeg.  vom 

Hamb.  Welt-Wirtschafte-Arohiv  Bd.  2  S.  621/66. 

[3]  Südafrikanische  Union.  In:  L&nderberichte.  Allg.  Stastistik 

des  Auslandes.  Hrsgeg.  vom  Stat.  Bundesamt.  Stuttgart  1968. 

[4]  •  Hesse,  K. :  Wirtschaftswunder  Südafrika.  Düsseldorf  1964. 

[6]  •  State  of  the  Union  Economic,  Financial  and  Statistical 

Year-Bookfor  the  Union  of  South  Africa  1968.  Kapstadt  1968. 

[6]  •  Oarol,  H,:  Die  Südafrikanische  Union.  In:  ELleine  K  &  F- 

Reihe  für  Auswanderer  und  Kaufleute  Nr.  14.  Bern  1961. 

[7]  Südafrikanische  Union.  Deutsche  Bank,  Mitte  Dezember 

1967. 
[8]Quarterly  Bulletin  of  Statistics.  Hrsgeg.  von  der  South 
African  Reserve  Bank  Pretoria.  Nr.  1  bis  61  (Sept.  1946  bis 
M&rz  1969). 
[9]  Reports  of  the  Ordinary  General  Meetings  for  1941  to  1968. 
Hrsgeg.  von  der  South  African  Reserve  Bank.  Pretoria 
1941  bis  1968. 
[10]  Blick  auf  Südafrika.  1967  und  1968.  Ab  1969:  Informationen 
aus  Südafrika.  Hrsgeg.  von  der  Botschaft  der  Südafrik. 
Union  in  Köln.  Monatlich. 
[11]  South  Africa:  Industrial  Giant  of  a  Gontinent.  Supplement 
to  the  Digest  of  South  African  affairs.  Fact  paper  66, 
Dezember  1968. 
[12]  Südafrikanische  Union.  Merkbl.  f.  d.  Außenhandel  (Dresd- 
ner B.)  9  (1966)  Nr.  16. 
[13]  Die  Südafrikanische  Union  wünscht  höheren  Goldpreis. 

Frankf.  Allg.  Ztg.  (1967]  Nr.  11  S.  10. 
[14]  Holz,  P. :  Der  Aufbau  der  südafrikanischen  Uranindustrie. 

VDI-Nachr.  11  (1957)  Nr.  13  S.  6. 
[16]  HoU,  P, :  Gold  aus  Südafrika.  VDI-Nachr.  12  (1968)  Nr.  6  S.  2. 
[16]  Die  südafrikanische  Gold-  und  Uranindustrie  im  Jahre  1967. 

N.  Zürcher  Ztg.  179  (1968)  Nr.  103  Bl.  9. 
[17]  Ibach,  R. :  Bef&higungsprüfungen  für  eingeborene  Berg- 
arbeiter in  Südafrüca.  VDI-Nachr.  IS  (1969)  Nr.  12  S.  8. 
[18]  0«6or7i,  F.:  Der  Bergbau.  Siehe  [19]. 
[19]  Rouz,  O. :  Ein  neues  Kapitel  in  der  Geschichte  Südafrikas 
(Uran).  In:  Economic  Relations  Südafrika-Deutschland. 
Volkswirt  7  (1963)  Sonderheft  S.  42/47. 
[20]  •  Annual  Report  1966;  1966.  Hrsgeg.  vom  Department  of 

Mines.  Pretoria  1967;  1969. 
[21]  Raedel,  F,:  Verlauf  und  Probleme  der  Industrialisierung 
Südafrikas.  Wirtschaflsdienst  84  (1964)  S.  698/703. 


[22]  Bendheim,  E, :  Entwicklungsprobleme  der  Südafrikanischen 
Union.  Wirtschafrsdienst  §8  (1963)  S.  116/17. 

[23]  South  Africa*8  Industrial  Potential.  Supplement   to    the 
Digest  of  South  African  affairs.  Fact'^paper  36,  Mai  1957. 

[24]  A  business  guide  to  South  Africa  1969.  Hrsgeg.  von  der 
Netherlands  Bank  of  South  Africa.  Pretoria  1969. 

[26]  27.  Südafrikanische  Union.  In:  Weltwirtschaft  6  (1955) 
Nr.  1  S.  78/80. 

[26]  22.  Südafrikanische  Union.  In:  Weltwirtschaft  6  (1955) 
Nr.  2  S.  69/71. 

[27]  27.  Südafrikanische  Union.  In:  Weltwirtschaft  8   (1957) 
Nr.  2  S.  86/87. 

[28]  van  Eck,  H. :  Entwicklungsmöglichkeiten  der  südafrikani- 
schen Wirtschaft.  VDI-Nachr.  10  (1966)  Nr.  17  S.  10. 

[29]  Die  Kohlenhydrierung  in  Südafrika.  Neue  Zürcher  Ztg.  178 

(1967)  Nr.  21  Bl.  4. 

[30]  Neue  Wege  am  südafrikanischen  Geld-  und  Kapitalmarkt. 

N.  Zürcher  Ztg.  178  (1967)  Nr.  186  Bl.  4. 
[31]  Nachlassende  Expansion  der  südafrikanischen  Wirtschaft. 

Auslandsbericht  Nr.  378  d.  Bayer.  Staatsbank,  München  1957. 

[32]  Zur  Situation  in  Südafrika.  Merkbl.  f.  d.  Außenhandel 

(Diesdner  B.)  Nr.  33  Frankfurt/M.  1967. 
[33]  Die  Wirtsohaftsstruktur    Südafrikas.    Wirtsch.    Infonna- 

tionsbrief  d.  Bayer.  Staatsbank,  München  1967.  S.  538^. 
[34]  Die  wirtschafthche  Lage  Südafrikas.  N.  Zürcher  Ztg.  179 

(1968)  Nr.  169  Bl.  12. 

[36]  Die  Finanzierung  der  Investitionen  in  Südafrika.  N.  Zürcher 

Ztg.  179  (1968)  Nr.  313  Bl.  10. 
[36]  Die    Entwicklung   der   südafrikanischen    Wirtschaft.    N. 

Zürcher  Ztg.  179  (1968)  Nr.  282  Bl.  11. 
[37]  Südafrikanische   Union   —   Entwicklung   und   Probleme 

ihrer    Wirtschaft.    L&nder-Nachr.    d.    Deutschen    Bank. 

Frankfrirt  a.  M.  1969  S.  61/62. 
[38]  •  Annual  Reports  and  Accounts  1968.  Jg.  18.  Hrsgeg.  v.  d. 

Industrial  Development  Corporation  of  South  Africa,  Ltd, 

Johannesburg  1968. 
[39]  Kondens-Lokomotiven.  VDI-Nachr.  7  (1963)  Nr.  13  S.  3. 

[40]  Zur  Entwicklung  des  Exports  nach  Südafrika.  Lander- 
Nachr.  d.  Deutschen  Bank.  Frankfurt  a.  M.  1968  S.  89/90. 

[41]  Rudcif,  E,:  Wirtschaftswachstum  und  Verkehrspolitik  in 
der  Südafrikanischen  Union.  Wirtschaftsdienst  S8  (1958) 
S.  38/42. 

[42]  26.  Südafrikanische  Union.  In:  Weltwirtschaft  9  (1958) 
Nr.  2  S.  83/86. 

[43]  Verkehrswirtschaftliche  Kontroverse  in  Südafrika.  N. 
Zürcher  Ztg.  180  (1969)  Nr.  46  Bl.  11. 

[44]  Sauer,  P. :  Struktur  und  Entwicklung  des  Transportwesens. 
In:  Economic  Relations  Südafrika  —  Deutschland.  Volks- 
wirt 7  (1963)  Sonderheft  S.  9/10. 

[46]  Inflationistische  Tendenzen  auch  in  Südafrika.  Auslands- 
bericht Nr.  311  d.  Bayer.  Staatsbank,  München  1956. 

[46]  Die  ausländischen  Kapitalanlagen  in  Südafrika.  N.  Zürcher 
Ztg.  180  (1969)  Nr.  66  Bl.  9. 

[47]  The  South  African  Market.  Hrsgeg.  v.  d.  Barclays  Bank 
D.O.C.  Pretoria  1969. 

[48]  Verbesserte  Handelsbilanz  der  Südafrikanischen  Union.  Aus- 
landsbericht Nr.  124  d.  Bayer.  Staatsbank,  München  1967. 

[49]  Südafrika  will  die  Importkontrollen  beseitigen.  Frankf. 
Allg.  Ztg.  9  (1968)  Nr.  46  S.  10. 

[60]  Blick  auf  den  südafrikanischen  Markt.  £2xport-Berater  89 

(1969)  Nr.  6  S.  1/2. 

[61]  Lockerung  der  Einfuhrkontrolle.  Auslandsbericht  Nr.  316  d. 
Bayer.  Staatsbank,  München  1966. 

[62]  Einfuhrverfahren  der  Südafrikanischen  Union  weiter  ver- 
einfacht. Auslandsbericht  Nr.  14  d.  Bayer.  Staatsbank, 
München  1968. 

[63]  Importbremse  der  Südafrikanischen  Union.  Auslandsbe- 
richt Nr.  121  d.  Bayer.  Staatsbank,  München  1958. 

[64]  Südafrika  hat  zu  wenig  Gold.  Handelsblatt  IS  (1968)  Nr.  62 
S.  6. 

[66]  Günstige  Aussichten  für  Südafrika-Export.  Auslands- 
bericht Nr.  136  d.  Bayer.  Staatsbank,  München  1965. 

[66]  Wandlungen  im  Export  nach  Südafrika.  Handelsblatt  12 
(1957)  Nr.  67  S.  8. 

[67]  Mehr  deutsche  Pkw  nach  Südafrika.  Industriekurier  12 
(1969)  Nr.  48  S.  4. 

[68]  Südafrikamsche  Exportkampagne.  N.  Zürcher  Ztg.  180 
(1969)  Nr.  170  Bl.  10. 

[69]  •  Der  Außenhandel  der  Bundesrepublik  Deutschland. 
Teil  3.  Hrsgeg.  vom  Statist.  Bundesamt  Wiesbaden.  Stutt- 
gart 1968/69. 

[60]  Monthly  Bulletin  of  Statistics.  Hrsgeg.  vom  Bureau  of  Census 
and  Statistics,  Pretoria  S8  (1969)  Nr.  3  und  7.  B  11144 


1356 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


FACHGEBIETE  DER  TECHNIK  IN  JAHRESOBERSICHTEN 


Verfahrenstechnik 


Verf Ofirensf ecfinik  /  von  Or.-Ing.  Horst  MleSfier  VDI,  Leverkusen 


DK  66:371.214.8  (047.1) 


Lehre  und  Forschung 

Der  Ausbau  des  Studiums  der  Ver- 
fahrenstechnik an  den  Hochschulen 
und  Ingenieurschulen  schritt  auch  im 
Berichtsjahr  weiter  fort.  Zur  Zeit  be- 
stehen an  den  Hochschulen 
neun  Ordinariate  und  mehrere  Lehr- 
stöhle für  Verfahrenstechnik.  Nicht 
gerechnet  dabei  sind  verschiedene 
Lehrstühle,  die  sich  der  Grundlagen 
oder  Anwendungsgebiete  der  Verfah- 
renstechnik in  besonderem  Maße  an- 
nehmen. 

Beoierkenswert  ist  die  Entwicklung 
an  der  Technischen  Hochschule  Karls- 
ruhe, an  der  heute  vier  Ordinariate 
für:  Appartebau  und  Verfahrenstech- 
nik —  Mechanische  Verfahrenstech- 
nik —  Kern  Verfahrenstechnik  — Tech- 
nische Gasverwertung  und  Lidustrie- 
ofenbau  —  bestehen.  Hierzu  kommen 
die  Institute  für  Strömungstechnik 
sowie  für  Lebensmittelfrischhaltung, 
die  sich  ebenfalls  sehr  eingehend  mit 
dem  Sachgebiet  befassen.  Praktisch 
hat  damit  die  Fctchrichtung  Verfah- 
renstechnik in  Karlsruhe  schon  den 
Charakter  einer  Abteiliuig  angenom- 
men, innerhalb  derer  es  möglich  ist, 
sich  nach  allgemein  verfahrenstech- 
nischer Grundausbildimg  in  beson- 
deren Anwendungsgebieten  auszubil- 
den. Bezeichnend  für  die  Entwicklung 
in  Karlsruhe  ist  auch,  daß  dort  fast 
ein  Drittel  aller  Studierenden  der  Ab- 
teilung Maschinenbau  auf  das  Gebiet 
Verfahrenstechnik  entfällt. 

Zur  Zeit  wird  in  Fachkreisen  leb- 
haft der  Umfang  der  physikalischen 
Chemie  im  Studium  des  Verfahrens- 
Ingenieurs   erörtert.    Auf   einer    Do- 


zententagung^)  machte  Professor  Dr. 
E,  Wicke,  Hambvirg,  Vorschläge,  wie 
der  chemische  und  physikochemische 
Unterricht  speziell  für  den  Verfahrens- 
Ingenieur  gestaltet  werden  könnte. 
Dabei  muß  besonders  auf  die  Berüh- 
rungspunkte mit  anderen  Grundlagen- 
fächem,  z.  B.  der  technischen  Thermo- 
dynamik und  den  späteren  Auf  bau- 
vorlesungen über  die  mechanischen 
und  thermischen  Grundverfahren, 
Rücksicht  genonunen  werden. 

Ebenso  erfreulich  wie  an  den  Hoch- 
schulen ist  die  weitere  Entwicklung 
der  Fachrichtung  an  den  Inge- 
nieurschulen. Das  Schwer- 
gewicht wird  hier  bekanntlich  auf  Ap- 
p€U*atebau  luid  Betrieb  gelegt.  Die 
Anzahl  der  Absolventen  beträgt  in 
Essen  imd  Hannover  jetzt  jährlich 
etwa  50.  In  Frankfurt  und  Mannheim 
ist  das  Studium  ebenfalls  angelaufen, 
im  Sommersemester  1959  haben  32 
bzw.  35  Studierende  die  Fachrichtung 
Verfahrenstechnik  gewählt.  Manche 
dieser  Zahlen  sind  durch  die  teilweise 
zu  geringe  Kapctzität  der  betreffenden 
Schulen  nicht  durch  den  Bedcurf  be- 
grenzt. 

Auf  dem  Jahrestreffen  1958  der 
Verfahrens-Ingenieure  in  Berlin  wurde 
Professor  Dr.-Ing.  Dr.  rer.  nat.  h.  c. 
E.  Schmidt,  München,  dem  erfolg- 
reichen Lehrer  und  Forscher  ailf  dem 
Gebiet  der  technischen  Thermodyna- 
mik, dem  auch  die  Verfahrenstechnik 
entscheidende  Anregungen  verdankt, 
durch    die    Verleihung    der    Arnold- 

^)  Dozententagung     Verfahrenstechnik.     VDI- 
Nachrichten  13  (1059)  Nr.  13   S.  18. 


^ticA^n-Medaille  eine  besondere  Eh- 
rung zuteü.  Die  Medaille  wird  von  der 
Forschungs-Gesellschaft  Verfahrens- 
Technik  e.  V.  Köln  nur  für  weit  über- 
durchschnittliche Leistungen,  die  in- 
ternational anerkannt  sind,  verliehen. 
Außer  Prof.  Schmidt  wurde  diese  Aus- 
zeichnung bisher  nur  Professor  Dr.- 
Ing.  Dr.  phil.  nat.  h.  c,  Dr.  Sc.  agrar. 
h.  c.  i?.  Plank,  Karlsruhe,  verliehen, 
und  zwar  im  Oktober  1956  für  seine 
grundlegenden  Arbeiten,  die  zur  Ent- 
wicklung neuartiger  Verfahren  der 
Stofftrennung  und  Stoffkonzentration 
wesentlich  beitrugen,  sowie  für  die 
ständige  Förderung,  die  die  verfah- 
renstechnische  Lehre   ihm  verdankt. 

Den  Amold'Eiicken'YreiB  der  VDI- 
Fachgruppe  Verfahrenstechnik,  der 
für  einmalige  besondere  Leistungen 
auf  dem  Gebiet  der  Verfahrenstechnik 
verliehen  wird,  erhielt  im  Oktober 
1958  Privatdozent  Dr.-Ing.  H,  Jung, 
Stuttgart,  für  seine  Arbeiten  über  das 
Kriechverhedten  und  die  Pleustizität 
der  Werkstoffe.  Preisträger  der  Jahre 
1957  imd  1956  waren  Prof.  Dr.  phü. 
L.  Riedel,  Karlsruhe,  und  Prof.  Dr. 
rer.  nat.  E.  Kuß,  Hannover. 

In  Ergänzung  zu  den  nun  folgenden 
Berichten  über  die  Tätigkeit  der  Fach- 
ausschüsse sei  daraufhingewiesen,  daß 
über  die  Fortschritte  des  Fachgebietes 
regelmäßig  in  den  VDI-Arbeitskreisen 
für  Verfahrenstechnik  berichtet  wird; 
die  Teilnahme  steht  allen  Interessen- 
ten offen.  Solche  Arbeitskreise  be- 
stehen bisher  in :  Berlin,  Frankfurt/M., 
Hamburg,  Köln,  Ludwigshafen,  Marl 
(Ktb.  Recklinghausen),  München, 
Stuttgart  imd  Wiesbaden.      S  11217 


VokuUmfecfinlk  /   von  Or.  Korl-Oeorg  Oünthmr,  Nürnberg 


Vokuumerzeugung 

Die  beherrschenden  Pumpen  des 
Hoch-  und  Ultrahochvakuumgebietes 
sind  nach  wie  vor  die  öl-  und  Queck- 
süberdiffusionspumpe  sowie  die  seit 
einigen  Jahren  bekannt  gewordenen 
lonisationsgetterpumpen.  Die  Diffu- 
«onspumpe  ist  inzwischen  zu  einem 
durchentwickelten,  nahezu  ausgereif- 
ten  Element   der   Vakuumerzeugung 


geworden.  £^  sind  Einheiten  mit 
Förder  Volumen  von  10  1/s  bis 
50  000  1/s  auf  dem  Markt.  Durch  ge- 
eignete Düsenkonstruktion  und  Tem- 
peraturführung von  Kondensations- 
flächen und  Siedebehälter  ist  für  eine 
hochgradige  Selbstreinigung  des  Pum- 
penöls gesorgt,  so  daß  sich  unter  sau- 
beren Bedingungen  Enddrücke  um 
10~*  Torr  bei  extrem  geringer  Öldruck- 
strömung erreichen  lassen  [1]. 


DK  533.5  (047.1) 

Für  technische  Belcuige  hat  sich  die 
in  den  meisten  Einheiten  eingebaute 
Schnellkühlung     des     Siedebehälters 


Bflcher  sind  darch  S  gekennaeJchnet 

[1]  •  NölUr,  H.  (?..  O.  Reich  u.  W.  BOefOer: 
4.  National  Sympos.  on  Vac.  Techn.  011 
Diffusion  PumpB  for  Very  Low  Ultlmate 
Pressure?.  Transaction  (1967)  Pergamon 
Press,  London  1958  S.  6/12. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


1357 


sehr  bewährt.  Damit  wird  auch  ohne 
Verwendung  gesonderter  Ventile  ein 
rasches  Füllen  der  Rezipienten  mög- 
lich. Zur  Erhöhung  der  Betriebssicher- 
heit auch  von  öldiffusionspumpen 
wurde  mit  der  Entwicklung  thermisch 
beständiger  ölsorten  ein  wesentlicher 
Fortschritt  erzielt.  In  dieser  Hinsicht 
haben  sich  Treibmittel  auf  Silikon- 
basis besonders  bewährt  [2]. 

Die  lonenpumpen  und  lonisations- 
getterpumpen  sind  noch  in  voller  Ent- 
wicklung [3].  Die  bevorzugte  Anord- 
nung, die  gleichzeitig  eine  Einrichtung 
zum  Ionisieren  aufweist  und  ein  Erneu- 
ern stets  frischer  Getterschichten  durch 
Verdampfen  eines  Titandrahtes  er- 
möglicht, steht  jetzt  in  verschiedenen 
Ausführungen  auch  auf  dem  deutschen 
Markt  zur  Verfügung.  Ersetzt  man  die 
Titanverdampfung  durch  eine  Katho- 
denzerstäubung, so  ergeben  sich  Pump- 
vorrichtungen kleinerer  Fördervolu- 
men, die  völlig  wartungsfrei  arbeiten 
und  vor  allem  auch  zum.  ständigen 
Betrieb  von  permanent  evakuierten 
Systemen  geeignet  sind  [4].  Außer 
Titan  hat  man  neuerdings  auch  Ba- 
rium als  Getterwerkstoff  in  lonen- 
pumpen benützt.  Die  niedrige  Ver- 
dampfungstemperatur erlaubt  es,  hier 
mit  einer  Außenbel^eizimg  zu  arbeiten 


[2]  mHufUreu,  Ä.  R.,  u.  BliUrb.:  A  New  Slll- 

cone  Diffusion  Pump  Fluid.  [1]  S.  104/11. 

[3]  Hall,  L.  D. :  lonic  Vacuum  Pumps.  Science 

ISS  (1958)  S.  270/85. 

[4]  Hall,  L.  D. :  Electronic  Ultra- Hlghvacuum 

Pump.  Rev.  Sei.  Instr.  S9  (1058)  S.  367/70. 

(5]  Cloud,  R.  W.,  L,  Beckmann  u.  J.  G.  Toumv: 

Barium    Absorption     Pumps    for     High- 

Vacuum  Systems.  Rev.  Sei.  Instr.  SS  (1057) 

S.  880/02. 

[6]  Redhead,  P.  A.,  and  Hob$on:  Can.  J.  Phys. 

36  (1058)  S.  272/77. 
[71  Redhe4%d,  P.A.:  Pressure  Measnrement  at 
Ultra-High-Vacuum  10-*  to  1(H*  Torr. 
In:  Brster  internationaler  Kongreß  für  Va- 
kuumtechnik. Namur,  10.  bis  13.  Juni  1058. 
(DemnAchst  bei  Pergamon-Press  Ltd. 
London.) 
18]  Drawin,  H.  W.:  Kondensator-Membran- 
vakuummeter  für  Druckmessungen  im 
Hoch-  und  Feinvakuumgebiet.  Vakuum- 
technik 7  (1058)  8.  177/85. 
[9]  •  KlopUf*  A,:  Das  Omegatron  als  Partial- 
druckmesser.  In:  Erster  Internationaler 
Kongreß  für  Vakuumtechnik,  Namur,  10. 
bis  13.  Juni  1958.  (Demnftchst  bei  Perga- 
mon-Press  Ltd.  London.) 

[iO]  Günther ,  K.O.:  Ein  Partialdruckvakuum- 
meter  nach  dem  Prinzip  des  elektrischen 
Massenfilters.  Vortrag  auf  der  Verb.-Tagung 
der  nordwestd.  Physik.  Qesellsch.  Bad  Pyr- 
mont 1050.  Physik.  Verhdlg.  10  (1959) 
S.  65/66. 

[11]  •  Dielt,  K.,  u.  JR.  Jaeckel:  Leybold  Vakuum- 
Taschenbuch,  Berlln/GK)ttlngen/Heldelberg 
1958. 

[12]  Jensen,  N.:  Vapor  Pressure  of  Plastlc  Ma- 
tertals. J.  Ap^L  Phys.  S7  (1956)  Si  1460/62; 
s.  a.  [10]  S.  168/84. 

[13]  KlUmb,  H„  u.  R.  Daueeher:  Über  den  Durch- 
gang von  Oasen  durch  Kunststoffolien. 
Vakuumtechnik  7  (1958)  S.  35/41. 

[14]  della  Porta,  P.\  Eigenschaften  von  Barium- 
Oetterschichten  bei  höheren  Temperaturen. 
Vacuum  4  (1954)  Xr.  4  S.  464. 

[15]  •  Baronettky,  E. :  Ein  neuartiger  metalli- 
scher OetterstofT.  In:  Erster  internationaler 
Kongreß  für  Vakuumtechnik,  Namur,  10. 
Ms  13.  Juni  1958.  (DomnAchst  bei  Per- 
ga^on-Press  Ltd.  London.)       « 


und  auf  diese  Weise  besonders  ein- 
fetche  und  widerstandsfähige  Pumpen- 
konstruktionen  zu  schaffen  [6].  Die 
mit  solchen  Einheiten  erreichbaren 
Enddrücke  liegen  meistens  zwischen 
10-«  und  10-»  Torr. 

Ein  neuartiges  Pumpprinzip  für  den 
Bereich  des  Ultrahochvakuums  ver- 
wendet man  in  den  sog.  Konden- 
sationspumpen. Hier  werden  geeignet 
konstruierte  Ausfrierfallen  mit  flüssi- 
gem Helium  auf  so  tiefe  Temperaturen 
gebracht,  daß  praktisch  sämtUche  gas- 
imd  dampfförmigen  Substanzen  kon- 
densieren [6].  Auch  für  technische 
Zwecke  hat  man  ähnliche  Methoden 
in  größerem  Maßstab  verwendet,  und 
zwar  in  Druckbereichen,  die  bisher 
vornehmlich  den  Diffusionspumpen 
offenstanden  (Cryopumping). 

VakuummeBfechnik 

Bei  der  Entwicklung  von  Vakuumi- 
meßgeräten  zeigt  sich  die  Tendenz,  die 
bestehenden  Meßprinzipien  zu  ver- 
bessern und  in  ihrem  Meßbereich  zu 
erweitem.  Die  genauesten  der  für  den 
Hochvakuumbereich  benützten  Ge- 
räte, nämlich  die  lonisationsvakuum- 
meter  mit  Glühkathode,  können  nun- 
mehr im  gesamten  Bereich  zwischen 
10-*  und  10-"  Torr  eingesetzt  werden. 

Die  Penningrmeßzelle  benützt  das 
gleiche  Prinzip,  jedoch  ohne  Glüh- 
kathode ;  sie  wird  daher  besonders  ro- 
bust und  für  die  technische  Anwen- 
dung geeignet.  Meßsysteme  für  einen 
Druckbereich*  zwischen  10-^  und  10"« 
Torr  wurden  entwickelt  und  sind  auf 
dem  Markt.  Mit  einer  speziellen  Aus- 
führung konnte  in  jüngster  Zeit  der 
Meßbereich  bis  auf  Drücke  von  10"** 
Torr  ausgedehnt  werden  [7],  also  in 
ein  Gebiet,  das  selbst  mit  dem  'bis- 
her benutzten  Ultrc^ochvakuummeler 
nach  Bayard-Alpert  nicht  mehr  er- 
reichbar ist. 

Ein  für  technische  Zwecke  ausge- 
büdetes  Vakuummeter,  das  unabhän- 
gig von  der  Gasart  mißt,  wurde  neuer- 
dings in  Form  eines  Kondensator- 
Membran-Manometers  geschaffen  [8]. 
Durch  zwei  unterschiedliche  Meß- 
zellen  kann  ein  Druckbereich  zwischen 
etwa  30  und  10"*  Torr  erfaßt  werden. 

Im  Rahmen  der  zunehmenden  Auto- 
matisienmg  auch  der  Vakuumverfah- 
ren hat  man  eine  große  Zahl  von 
Schaltvakuummetem  entwickelt,  die 
zur  Steuerung  von  Vakuumventilen, 
Vakuumpumpen  oder  der  vorgese- 
henen Verfahrensprozesse  die  nötigen 
Signale  liefern.  Im  Grob-  und  Fein- 
vakuumgebiet arbeitet  man  hierbei 
mit  unmittelbarer  Kontaktgabe,  wäh- 
rend bei  kleineren  Drucken  eine  Ver- 
stärkereinrichtung die  gewünschten 
und  auf  jeden  beliebigen  Druck  ein- 
stellbaren    Signale    liefert. 

Der  Wunsch  nach  einer  ständigen 
und  exckkten  Kontrolle  von  Vakuum- 
verfahrensprozessen  wie  auch  zur 
Erforschung  unbekannter  Entgasungs^ 
Vorgänge   hat   die   Bemühungen   um 


das  Messen  von  Partialdrucken  ge- 
steigert. 

Außer  spektralanalytischen  Metho- 
den oder  der  Benützung  von  teil- 
durchlässigen  Membranen  wurden  vor 
allem  die  massenspektrometrischen 
Verfahren  gut  durchgebildet.  Hierbei 
wird  besonderer  Wert  auf  Einfach- 
heit, räumliche  Begrenzung  und  — 
bei  Verwendung  im  Ultrahochväkuum 

—  auf  Ausheizbarkeit  der  Meßzelle 
gelegt.  Zu  dem  bekannten  Omegatron 
[9]  und  dem  sog.  Laufzeitmassen- 
spektrometer  wird  neuerdings  ein  wei- 
teres Hochfrequenzgerät,  das  sog. 
elektrische  Massenfilter  für  diese 
Zwecke  verwendet  [10].  Eine  dereurtige 
Anordnung  ist  besonders  für  den  Be- 
reich relativ  hoher  Arbeitsdrücke 
(10-*  bis  5- 10-*  Torr)  geeignet.  Es  ist 
zu  erwarten,  daß  auch  diese  und  ähn- 
liche Geräte  zur  Partialdruckmessung 
in  Zukunft  in  größerem  Umfang  eine 
praktisch  technische  Anwendung  fin- 
den werden. 

Vakuumbauelemente 

Die  Entwicklung  der  Vakuumtech- 
nik hängt  in  großem  Maße  von  der 
EIntwicklimg  der  benötigten  Bauele- 
mente wie  auch  der  hierzu  erforder- 
lichen Werkstoffe  ab.  Zu  den  lang- 
bewährten „Standard- Werkstoffen" 
sind  in  den  letzten  Jahren  zahlreiche 
neue  Kimststoffe  getreten,  die  zum 
Behälterbau  als  Isolierstücke,  Mem- 
branen, flexible  Verbindungsleitungen 
oder  Schaugläser  eine  breite  Anwen- 
dung finden  [1 1].  Diese  und  zahlreiche 
weitere  Fortschritte  beruhen  auf  der 
intensiven  Untersuchung  der  che- 
mischen und  physikalischen  Eigen- 
schaften, insbesondere  von  Dampf- 
druck, Gk^abgabe  [12]  und  Gasdurch- 
lässigkeit [13]  dieser  Werkstoffe. 

Von  gleicher  Bedeutung  sind  die 
Sorptions-  und  Desorptionsvorgänge 
in  und  an  festen  Körpern,  insbeson- 
dere an  Gettersubstanzen.  Auch  hier 
versucht  man  durch  optimale  Sub- 
stanzwahl die  Vfiücuumerzeugung  und 
Vakuumhaltung  zu  erleichtem  [14; 
16].  Außer  den  Bauelementen  der 
Hochvakuumtechnik,  die  größtenteils 

—  z.  B.  durch  magnetische»  pneuma- 
tische oder  elektromotorische  Betäti- 
gung —  auf  eine  Automatisierung  der 
Vakuumverfahren  ausgerichtet  sind, 
werden  jetzt  auch  Bauelemente  ange- 
boten, die  speziell  für  den  Ultrahoch- 
vakuumbereich geschaffen  sind.  Zu 
den  ausheizbaren  Ganzmetallventilen, 
Tiefkühlfallen  tmd  magnetischen 
„Durchführungen"  sind  hier  vor  allem 
Metailringdichtungen  und  ähnliche 
Verbindungselemente  getreten,  die  den 
für  dieses  Anwendungsgebiet  unerläß- 
lichen Temperaturbedingimgen  genü- 
gen. Das  frühe  Entwicklungsstadium 
kennzeichnet  sich  darin,  daß  in  gro- 
ßem Umfang  empfindliche  Glasteile 
verwendet  werden,  die  besonders  für 
Laboratoriumsarbeiteii  geeignet  sind. 

S  11  158 


1358 


VDI^Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


Wartneubertrager  und  Verdampf  er  /  von  DipUng.woifgangUminrich,  Aachen 


Allgemeines  Schrifttum 

Seit  dem  Bericht  dee  vergangenen 
Jahres  [1]  gehen  die  Bestrebungen  auf 
diesem  Gebiet  einerseits  deJiin,  durch 
konstruktive  Verbesserungen  die  Wirk- 
samkeit von  Apparaten  zu  erhöhen. 
Auf  der  anderen  Seite  wird  versucht, 
auch  in  verwickeiteren  Fällen  die  Be- 
rechnungsgrundlagen für  Wärme- 
übertrager und  Verdampfer  zu  finden. 
Will  man  aber  yergleiche  ziehen,  so 
stößt  man  auf  eine  Verschiedenheit 
der  verwendeten  Maßeinheiten.  Es 
kann  daher  nicht  genug  darauf  hin- 
gewiesen werden,  daß  es  zweckmäßig 
und  notwendig  ist,  hier  ein  Überein- 
kommen anzustreben.  Auf  der  dies- 
jährigen VDI-Wärmetagung  in  Bad 
Kreuznach  wurden  die  VDI-Empfeh- 
lungen  für  Einheiten  imd  Einheiten- 
systeme [2 ;  3]  erneut  befürwortet. 

Zunächst  sei  auf  die  imifeissenderen 
Berichte,  die  in  diesem  Jahr  in  „Fort- 
schritte der  Verfiahrenstechnik"  er- 
schienen sind  und  auf  E.  Eckert  u.  a. 
[4]  sowie  auf  die  Jahresübersicht 
„Kältetechnik"  [5],  hingewiesen.  Auch 
in  dem  neu  erschienenen  „Handbuch 
der  Kältetechnik*',  Bd.  7  [6],  sind 
aufschlußreiche  Zusammenstellungen 
zu  finden,  die  nicht  nur  für  das  Gebiet 
der  Slältetechnik  Bedeutung  haben. 

WdrmeObertrager 

Die  Berechnungsunterlagen  für 
wärmeübertragende  Systeme  ent- 
sprechen den  besonderen  Konstruk- 
tionamerkmcklen  der  Wärmeübertrager. 
Hier  ist  die  wirtschaftlichste  Ausle- 
gung der  Anlagen  von  großer  Bedeu- 
tung. Insbesondere  versucht  man 
durch  Einbauten  höhere  Wärmeüber- 
gangszahlen  zu  erreichen. 

So  werden  in  [7;  8]  Verfahren  an- 
gegeben, um  die  günstigste  Kon- 
struktion von  Rippenkühlem  hinsicht- 
lich Wärmeübergang,  Anlagekosten 
usw.  zu  finden.  Die  Beziehimgen  für 
den  Wärmeübergang  an  Gasen  innen 
und  im  Ringspalt  berippter  Duplex - 
röhre  sowie  Versuchsergebmsse  über 
den  Wärmedurchgangswiderstcmd  die- 
ser Rohre  gibt  [9]  an.  Diese  Arbeit  ist 
die  Fortsetzung  von  Untersuchungen 
über  den  Wärmeübergang  an  Flüssig- 
keiten. Zur  schnelleren  Bestinunung 
der  äußeren  Wärmeübergangszahlen 
und  des  Druckabfalles  an  berippten 
Rohren,  die  von  Gasen  normal  zur 
Achse  angeströmt  werden,  kann  man 
eine  Reihe  von  Nomogrammen  [10] 
heranziehen.  Die  Vergrößerung  des 
Wärmeübergangs  und  des  Druck- 
verlustes durch  periodisch  angebrach- 
te Rauhigkeiten  an  Rohrinnenwan- 
dungen untersuchte  O.Cfraß  [11].  Er 
findet,  daß  das  Verhältnis  Wärme- 
übergang zu  Druckverlust  in  be- 
stimmten   Bereichen  der  Rauhigkeit 


größer  wird  als  bei  glatten  Rohren. 
Diesen  Zusammenhang  zwischen 
Wärmeübergang  und  Druckverlust  in 
rauhen  Rohren  hat  man  auch  in  einer 
neuen  Arbeit  [12]  erörtert;  dort  wird 
besonders  der  Einfluß  verschieden- 
artiger Wirbeleinbauten  auf  die  Wirt- 
schaftlichkeit angegeben. 

In  [13]  wird  der -Wärmeübergang 
von  einer  ebenen  Wand  an  Wasser 
theoretisch  imd  experimentell  be- 
stinmit  und  der  fimktionale  Zu- 
sanunenhang  zwischen  den  Kenn- 
größen Nu,  Re  und  Pr  abgeleitet. 
Eine  Betrachtung  über  die  mittlere 
Temperaturdifferenz,  die  ja  für  alle 
Wärmeübergangsprobleme  charak- 
teristisch ist,  stellte  Hausenblas  [14] 
an  und  leitete  für  Haamadelwärme- 
austauscher  eine  neue  mittlere  Tem- 
peraturdifferenz ab.  Berechnungs- 
grundlagen für  Längsrippenwärme- 
austauscher behandelt  [15];  im  zwei- 
ten Teil  der  Arbeit  wird  die  Wirt- 
schaftlichkeit der  Längsrippen-  und 
Doppelrohrwärmeaustauscher  als  Fol- 
ge der  guten  Gestaltungsmöglichkeit 
und  Wärmeleitfähigkeit  des  Alumi- 
niimis  untersucht.  Es  zeigt  sich,  daß 
Aluminium -Wärmeaustauscher  oft 
zweckmäßig  und  mit  Vorteil  anwend- 
bcu*  sind. 

Die  Bedeutimg  des  Werkstoffes 
für  wärmeübertragende  Systeme  wird 
auch  in  [16]  besprochen.  Waeser  findet, 
daß  der  verschlechterte  Wärmeüber- 
gang infolge  Korrosion,  Verkrustiuig 
usw.  auch  bei  kleineren  Anlagen  einen 
erheblichen  Einfluß  auf  die  Wirt- 
schaftlichkeit hat.  Dur(^  geeignete 
Wahl  des  Werkstoffes  kann  man 
wesentliche  Verbesseriuigen  erreichen. 
Eine  weitere  Beeinflussung  von 
Wärme-  und  Stoff  übergangsgrößen  ist 
durch  eine  Orientierung  der  Moleküle 
in  der  Grenzschicht  Metall-Flüssigkeit 
möglich.  Die  Arbeit  [17]  untersucht 
diesen  Effekt  durch  Messen  der 
Wärmeleitfähigkeit  höherer  Kohlen- 
wasserstoffe über  einer  Kupferober- 
fläche und  stellt  eine  mehrere  Milli- 
meter tief  in  die  Flüssigkeit  reichende 
Orientierung  fest. 

Der  Wärme-  und  Stoffübergang  an 
Tropfen  wird  in  [18]  mit  dem  an 
ebenen We^aserf  lachen  verglichen.  Setzt 
man  hiemach  als  charakteristische 
Länge  bei  Tropfen  den  Durchmesser 
und  bei  Flüssigkeitsfilmen  die  Ent- 
fernung vom  Rand  ein,  so  sollten  für 
beide  Vorgänge  gleiche  Gesetze  gelten. 
Li  [19]  findet  man,  daß  eine  Erhöhung 
der  Luftfeuchtigkeit  zu  einer  Ver- 
schlechterung des  Wärme-  und  Stoff- 
überganges  führt. 

Der  Wärmeübergang  in  der  Reak- 
tortechnik     ist      durch      hohe 


DK  621. 565.39/.94: 66.048.54  (047.1) 

Wärmestromdichten  tmd 
durch  Verwendung  besonderer  Werk- 
stoffe und  Wärmeüber- 
tragungsmedien gekennzeich- 
net. Li  [20]  werden  auf  Grund  von 
neuen  Versuchen  Formeln  für  den 
Wärmeübergang  von  turbulent  in 
Rohren  fließendem,  nicht  siedendem 
Wasser  angegeben.  Hiüiard  [21'i  be- 


Bflcher  Bind  durch  e  gekennzeichnet 

[1]  Bt69^t,   R.'.   Jahresflbenicht  Verfahrens- 
technik: Wftrmeaastauscher  und  Verdamp- 
fer. VDI-Z.  100  (1968)  S.  1378/81. 
[2]  FUgUr,  B.:    Einheiten    und    Einheitensy- 
steme. VDI-Z.  100  (1068)  8.  1100/02. 
[3]  Origull,  U. :  Neuere  Entwlcklunien  auf  dem 
Gebiet  der  Maßsjrsteme.  Ghem.-In8.-lechn. 
31  (1969)  Kr.  4  3.  268/71. 
[4]  Bekert,  B.,  J,  Hamett  u.  F.  Irvine:  Heat 
transfer.  Ind.  Engng.  Chem.  61  (1969)  Nr.  8 
(II)  S.  463/66. 
[6]  1KM  Cube,  B,  L.:  Jahresflberslcht  „Kftlte- 
technlk'*.  VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  7  S.  286/93. 
[6]  •  NiebergaU,  W.:  Handbuch  der  Kftltetech- 
nik  Bd.  7.  Berlin/<3öttlngen/Heldelberg  1969. 
[7]  Nakayama,  B. :  Find  the  best  alr  fln  cooler 
design.    Petr.    Reflner    3t    (1969)    Nr.  4 
S.  109/14. 
[8]  Nakayatna,   B. :    Optimum  air  fin    cooler 
design.  Chem.-Ing.-Progr.  66  (1969)  Nr.  4 
S.  46/48. 
[9]  Young,  E.,  u.   M.  Katz:  Performance  of 
Integral-flnned  duplex-tubes.  Chem.-Engng. 
Progr.  66  (1969)  Nr.  4  S.  46. 

[10]  Ning  Hting  Chen:  Heat  transfer  and  pres- 
sure drop.  Chem. -Engng.  66  (1969)  Nr.  3 
S.  116/18. 

[11]  Graß,  0.:  Einfluß  von  Binlaufstr&mungen 
sowie  von  natflrlichen  und  künstlichen 
Obeifl&chenrauhigkeiten  auf  den  W&rme- 
übergang  an  Wasser.  Chem.-Ing.-Techn.  31 
(1930)  Nr.  S  8.  163/66. 

[12]  •  Koch,  JR.:  Druckverlust  und  W&rmeüber- 
gang  bei  verwirbelter  Strömung.  VDI- 
Forschungsheft  469.  Düsseldorf  1068. 

[13]  Bde,  Ä.,  u.  0.  Saunder§:  Heat  transfer  ftom 
a  flat  surface  to  a  parallel  stream  of  water. 
Proc.  Inst.  Mechan.  Engrs.  172  (1968) 
S.  743/68. 

[lA]  Hauienblat,  H.:  Die  mittlere  Temperatur- 
differens  in  Haarnadel  Wärmeaustauschern. 
Brennstoff- Wftrme-Kraft  11  (1969)  Nr.  8 
8. 114/16. 

[ib]  Lahmann,  F.:  L&ngsrippenw&rmeaus- 
tauscher  aus  Aluminium.  Teil  1 :  Alnminiusa 
34  (1968)  S.  410/16.  TeU  2:  Aluminium  36 
(1969)  Nr.  4  8.206/16. 

[16]  Wauer,  B.:  Behelsungsart  und  W&rmeOber- 
gang  in  Ihren  AbhAngigkeiten  vom  Kon- 
struktiönswerkstofT.  Seifen-Öle-Fette- 
Wachse-  86  (19697  Nr.  10  S.  281/84. 

[17]  StUherland,  JR.,  R.  Dan§  u.  W.  Seyer:  Heat 
trahsfer  efTects.  Ind.  Engng.  Chem.  ti 
(1969)  Nr.  4  8.  686/88. 

[18]  Spangemaeher,  K.:  Anwendung  neuer  For- 
schungsergebnisse Über  den  .W&rme-  und 
StofTübergang  auf  Ventilator-Kühltflrme. 
Brennstoff-Wftrme-Kraft  10  (1968)  S.  326 
bis  330. 

[19]  Neiterenko,  Ä.:  Wärme-  und  StofTaustausch 
bei  Verdunstung.  J.  techn.  Physik  (niss.)  24 
(1964)  S.  729/41. 

[20]  YakovUv,  V.:  The  heat  loss  from  non- 
boiling  water  at  high  heat  f luxes.  Atomnaya 
Bnergiya  2  (1967)  8.  179/80.  Referat  hier- 
nach In  BrennstofT-Wftrme-Kraft  10  (1968) 
S.  664. 

[21]  HiUiard,  Ä.:  Gonsiderations  on  the  design 
of  graphite  heat  exchani;ers.  Brit.  Chem. 
Engng.  4  (1969)  Nr.  3  S.  138/148. 


VDi-Z.  101  (1959)  Nr.29    11.  Oktober 


1359 


[22]  AnoDym:  KdhrenwArmeflbertrager  mit  Ver- 
drftngerkOrpern.  Chemiker-Ztg.  13  (1059) 
Nr.  4  8. 126/27. 

[23]  Oraß,  (7.,  und  F.  Coenen:  SystematiBche  Un- 
tersuchungen Ober  den  Wftnneflbergang  und 
Str&mungBWideratand  von  Rfppenrohren. 
ein  Beitrag  zur  Verwendung  von  Spezlal- 
röhren  bei  gasgekflhlten  Reaktoren.  Atom- 
kernenergie 4  (1069)  Nr.  2  S.  41/48. 

[24]  Ning  Hiing  Chen:  For  gases  and  vapora, 
grapha  glve  tubeside  heat  transfer  coeffl- 
clents.  Ghem.  Engng.  66  (1950)  Nr.  1 
8.  124/27. 

[25]  Alvarez,  /.,  u.  C.  Duhne:  Heat  transfer 
coefflclents  for  Uqulds  and  gases  Inside 
tubes.  Fetr.  Iteflner  3t  (1050)  Nr.  4  8.  157 
bis  158. 

[26]  Alvarez,  /.,  u.  C.  Jhthne:  Heat  transfer 
coefllclents  for  Uqulds  and  gases  outslde 
tubes.  Petr.  Reflner  3t  (1959)  Nr.  5  8. 193/94. 

[27]  Stieper,  K.:  Optimale  StrSmungsgeschwln- 
dlgkelt  in  W&rmetausohem.  Chem.  Techn. 
11    (1959)    Nr.  2    8.  74/78. 

[28]  BmMt,  R.:  Der  Mechanismus  des  Wärme- 
übergangs an  WArmeaustauschem  In  FUeO- 
betten  (Wirbelschichten).  Cbem.-Ing.-Tech. 
31  (1959)  Nr.  3  S.  166/73. 

[29]  Krüre,  S.:  Spezifische  Wärmeleistung  von 
helOdampfbehelzten    Wärmeaustauschern , 
insbesondere  von  Speisewasservorwärmern. 
BrennstofT-Wärme-Kraft  10  (1958)    8.  823 
bis  325. 

[30]  MizuthifM,  T.,  u.  a. :  Design  of  cooler  con- 
densers  for  gasvapor  mixtures.  Chem.  Engng. 
Sei.  0  (1959)  Nr.  4  8.  195. 

[31]  SokoUnoa,  E.:  Wärmeflbergang  bei  Konden- 
sation von  Freon  22  (niss.).  Cholodilnaja 
Technika  34  (1957)  Nr.  3  8.  71/75.  Referat 
hiernach  in  Kältetechnik  11   (1959)  Nr.  2 

8.  57/58. 

[32]  Kern,  2).,  u.  JR.  Saeton:  A  theoretlcal  ana- 
lysis  of  thermal  surface  fouling.  Brit.  Chem. 
Bngng.  4  (1959)  Nr.  5   8.258/62. 

[33]  Höffir,  K.:  Die  Berechnung  der  Verdamp- 
ferapparate. Maschinenmarkt  t6  (1959) 
Nr.  12  8.  5/10. 

[34]  Kiuneeie,  H.:  Hochvakuum  Destillation. 
DECHBMA-Monographien  31  (1959)  Nr.  448 
8.  233/40. 

[85]  Cfotthard,  F.,  u.  N.  Reueg:  Experlmentarea 
unul  evaporator  pellcular  (rumänisch). 
Rev.  de  Chlmle  10  (1950)  Nr.  4  8.  204/10. 

[36]  Dieter»  K.:  Leistungs-  und  Teilflbergangs- 
zahlen  von  Dannschlchtverdampfern. 
DBCHEMA-Monographien  3S  (1059)  Nr.  463 
S.  160/82. 

[37]  Bove-ChritUmen,  (?.,  u.  S.  Terjeten:  On  the 
actlon  of  surface  actlve  agents  on  mass 
transfer  in  liquid-liquid  extractlon.  Ghem. 
Engng.  Sei.  t  (1959)  Nr.  4  8.  225/41. 

[38]  Orattmann,  P. :  Wärme-  und  Stoffaustausch 
zwischen  zwei  fluiden  Phasen.  Chem.-Ing.- 
Techn.  31  (1959)  Nr.  8  8. 148/53. 

IZ9\  Müller»  H.:  Grob- Vakuumtrocknung  mit 
Temperaturstrahlung.  Elektrowärme  17 
(1959)  Nr.  8  8.  59/61. 


schreibt  neuartige  Graphit-Wärme- 
austauscher mit  sehr  hohen  Wärme- 
übergangsgeschwindigkeiten und  nied- 
rigen Druckverlusten.  Wärmeüber- 
trager für  Atomreaktoren  aus  Cr-Ni- 
Mo-Stahly  die  mit  schwerem  Wasser 
als  Zwischenheizmittel  arbeiten, 
wurden  in  [22]  untersucht.  Hiemach 
darf  bis  Re  =  10  000  die  Ermittlung 
der  Wärmeübergangszahlen  an  der 
Innenseite  der  Rohre,  in  die  Ver- 
drängungskörper eingebaut  sind,  nach 
dem  üblichen  Berechnungsgang  vor- 
genommen werden.  Die  Einflüsse  be- 
sonderer Rippenrohre  für  gasgekühlte 
Reeüctoren  werden  in  [23]  mitgeteilt. 
Man  findet,  daß  sowohl  das  Volumen  als 
auch  der  Druckverlust  von  Rippen - 
Wärmeaustauschern  in  Abhängigkeit 
von  der  Rippenhöhe  bei  konstcuiter 
Gesamtwärmeleistung  ein  Minimum 
bei  einer  Rippenhöhe  von  5  bis 
10  mm  aufweisen. 

Zum  Vorausberechnen  von  Wärme- 
tauschern üblicher  Bauweise  ermög- 
lichen weitere  Beiträge  eine  schnellere 
und  genauere  Berechnung  als  bisher. 
So  werden  in  [24],  bis  [26]  Nomo- 
gramme  zur  raschen  graphischen 
Ermittlung  von  Wärmeübergangs- 
zahlen angegeben.  In  [27]  wird  die  op- 
timale Strömungsgeschwindigkeit  in 
Wärmeaustauschern  bestimmt.  Der 
Zusammenhang  zwischen  dem 
Wärmeübergang  und  der  Bewegung 
der  Feststoffteilchen  wird  für  das 
Moving  Bed  mit  einfacheren  Strö- 
mungsverhältnissen und  für  das  Fließ - 
bett  in  [28]  untersucht. 

Wegen  des  sehr  guten  Wärmeüber- 
ganges bei  der  Kondensation,  der  da- 
her mit  großer  Wirtschaftlichkeit  ver- 
bunden ist,  wird  in  jüngerer  Zeit 
dieses  Problem  besonders  behandelt 
[29],  ebenso  der  Einfluß  anwesender 
Inertgase  [30].  Die  Kondensation  von 
Kältemitteln  wird  in  einer  russischen 
Arbeit  [31]  untersucht.  Hier  wurden 
die  Wärmeübergangszahlen  für 
glatte  und  berippte  Rohre  aus  Kupfer 


und  Stahl  angegeben.  Schließlich  sei 
noch  auf  den  Einfluß  der  Verschmut* 
zung  bei  Wärmeübertragern  hinge- 
wiesen [32]. 

Verdampfer 

Auf  dem  Gebiet  der  Verdampfer 
versucht  man,  die  Effekte  der  Sonder- 
bauarten zu  erklären  imd  die  Einfluß- 
größen rechnerisch  zu  erfassen.  Die 
Berechnung  einiger  Sonderbauarten, 
wie  Tauchrohrverdampfer,  Schrag- 
rohrverdampfer,  Durchfluß-,  Dünn- 
schicht-  und  Fallstrom  Verdampfer, 
wird  in  [33]  beschrieben.  BoBondera 
die  Filmverdampfung  findet  weiterhin 
Beachtung.  In  [34]  wird  der  Einfluß 
der  Filmdicke  besonders  bei  Mehr- 
komponentensystemen untersucht, 
da  hier  eine  Verarmung  der  Ober- 
flächenkonzentration eintritt,  die  bei 
ungenügender  Diffusion  undThermo- 
zirkulation  nicht  ausgeglichen  -werden 
kann;  außerdem  wurden  auch  ver- 
schiedene Konstruktionen  erörtert. 

In  [35]  werden  Ergebnisse  der  Ver- 
dampfung von  Dibutylphthalat  in 
einem  Film  verdampf  er  mitgeteilt, 
außerdem  wird  der  Verdampfungs- 
mechanismus besprochen. 

Wie  man  durch  Messen  der  Wand- 
temperaturen  bei  Dünnschichtver- 
dampfem  Teilwärmeübergangszahlen 
bestimmen  kann,  zeigt  [36].  Der  Elin- 
fluß  oberflächenaktiver  Stoffe  auf 
den  Stoffübergang  wird  als  Ursache 
hydrodynamischer  Gegebenheiten  fest- 
gestellt [37].  Der  Wärme-  und  Stoff- 
austausch zwischen  zwei  flüssigen 
Phasen  [38]  wurde  durch  Diagranune 
ziun  Bestimmen  der  Aufstiegsge- 
schwindigkeit von  Gasblasen,  der 
Wärme-  und  der  Stoffübergangswerte 
angegeben.  Abschließend  sei  noch  ein 
Verfahren  zur  Grob-Vakuumtrock- 
nimg  durch  Temperaturstrahlung  er- 
wähnt [39],  mit  dem  auch  dick- 
wandige Güter  ohne  Gefahr  der  Riß- 
bildung   getrocknet    werden    können. 

S  11218 


TrOCknUngSf  ecflllf  k  /  von  Or.  Ing.  Paul  Oörling  VDI,  München 


Mit  dem  Erscheinen  des  Bandes 
„Trockner  und  Trocknungsverfah- 
ren** des  von  Krischer  und  Kröü  ver- 
faßten Werkes  über  Trocknungstech- 
nik [1]  liegt  erstmalig  seit  1932  wieder 


Bflcher  sind  durch  #  gekennaelchnet 

[1]  •  Kriecher,  O.,  u.  K.  KrW:  TrockDungs- 
technik.  1.  Bd.  Kriecher,  0.:  Die  wiBsen- 
BchaflUchen  Grundlagen  der  Trocknungs- 
technik. 2.  Bd.  Kröll,  K.:  Trockner  und 
Trocknungsverfahren.  Berlin/Gtöttingen/ 
Heidelberg  1056  u.  1959. 

[2]  •  Kriecher,  O.,  u.  K.  Mahler:  Über  die  Be- 
stimmung des  Diffusions  Widerstandes  und 
der  kapillaren  Flüssigkeitsleitzahl  aus  sta- 
tionftren  und  InstationAren  Vorgängen.  VDI- 
Forsch.-Heft  473.  Dflsseidorf  1959. 


eine  geschlossene  Darstellimg  des 
Fachgebietes  vor,  die  ein  umfassendes 
Bild  von  den  in  den  letzten  Jahr- 
zehnten erzielten  wissenschaftlichen 
und  technischen  Fortschritten  ver- 
mittelt. 

Grundlagen 

Angesichts  der  fortdauernden  Be- 
mühungen um  eine  rationellere  und 
schonendere  Trocknung  durch  bes- 
seres Anpassen  der  Trocknungsbe- 
dingungen an  die  Erfordernisse  des 
Gutes  wurde  das  Bereitstellen  von 
Unterlagen  über  das  Verhalten  der 
einzelnen  Gutsgruppen  tind  über  die 


DK  66.047  (047.1) 

auf  den  Ablauf  der  Trocknung  ein- 
flußnehmenden Gutseigenachaften 
zur  vordringlichen  Forschungsauf- 
gabe. 

Die  verschiedenen  Möglichkeiten 
zum  Bestimmen  der  für  den  Trock- 
nungsablauf bei  kapillar- 
porösen Stoffen  maßgebenden 
Gutseigenschaften,  wie  Flüssigkeits- 
leitzahl und  Widerstand  gegen  die 
Dampfdiffusion,  wurden  vergleichend 
untersucht;  man  ermittelte  dabei  die 
Feuchtigkeitsverteilungen  im  Gut 
durch  abschnittsweises  Messen  der 
Kapazität  [2].  Der  gelegentlich  fest- 
gestellte   hohe    Wert    des     D  i  f  f  u  - 


1360 


VDI-Z.  101  <1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


•  ionsw  iderstandes  konnte 
an  Hand,  von  Modellen  der  Poren- 
formen  teilweise  auf  den  Einfluß  der 
Bngstellen  im  Porensystem  zurück- 
gHiihrt  werden  [3]. 


porenlosen  Stoffen  ist 
eine  Feuchtigkeitsbewegung  nur  in 
der  flüssigen  Phase  möglich.  Die 
Trocknungsgeschwindig- 
keit hängt  entscheidend  von  der 
DifFuaionsgeschwindigkeit  der  Flüs- 
sigkeit im  Gut  ab  und  kann  —  außer 
durch  Temperaturerhöhung  —  durch 
Maßnahmen  von  außen  kaum  be- 
schleunigt werden  [4].  Bei  erheblich 
schwindenden  Systemen, 
wie  z.  B.  Gelatinegel  und  Makkaroni- 
teig,  können  die  bekannten  Diffe- 
rentialgleichungen für  die  Diffusion 
angewendet  und  die  sich  während  der 
Trocknung  einstellenden  Feuchtig- 
keitsverteilungen nach  dem  Diffe- 
renzenverfahren bestinunt  werden, 
wenn  man  die  Abmessungen  des 
wasserfreien  Gutes  zugrunde  legt  und 
die  Gesetzmäßigkeiten  des  Schwindens 
berücksichtigt  [5].  Während  bisher 
nur  eine  retrospektive  Deutimg  des 
Auftretens  von  Schwindungsrissen 
mö^ch  war  [6],  läßt  sich  nunmehr  die 
Auswirkung  von  Maßnahmen  zum 
Beeinflussen  und  zum  Abbau  der 
Schwindungsspannimgen  durch  die 
analytische  Ermittlung  der  Feuchtig- 
keiteverteilungen  im  Gut  im  voraus 
übersehen.  Das  mit  den  Schwindungs- 
und Quellungseigenschaften  eng  ver- 
knüpfte Sorptionsverhalten  wurde  für 
Holz  in  einem  Symposium  mit  Bei- 
trägen von  Koümann,  Mcdmquisi, 
Chrieten&en,  Stamm  u.  a.  ausführlich 
behandelt  [7]. 

Um  Stoffaustauschvor- 
gänge verfolgen  und  euialysieren 
zu  können,  wurde  eine  Anlage  ent- 
wickelt [8],  die  es  gestattet,  die  Ge- 
wichtsabnahme in  der  Zeiteinheit, 
d.  h.  also  die  Trocknungsgeschwindig- 
keit» mit  Hilfe  eines  mechanisch - 
elektrischen  DifTerenzenverfahrens  als 
Funktion  des  mittleren  Feuchtigkeits- 
gehaltes der  Probe  selbsttätig  aufzu- 
schreiben imd  außerdem  noch  andere 
bei  der  Trocknung  interessierende 
Größen  zu  registrieren. 

Die  Frage,  wie  von  der  imter  kon- 
stanten äußeren  Bedingimgen  aufge- 
nommenen Trocknungskurve  auf  das 
Verhalten  des  Gutes  beim  Trocknen 
unter  den  veränderlichen  Bedingungen 
im  technischen  Trockner  geschlossen 
werden  kann,  scheint  nach  einem  von 
ran  Meel  [9]  angegebenen  Verfahren 
zum  ermitteln  der  zeitlichen  und 
örtlichen  Feuchtigkeitsverteilungen 
im  Trockner  an  Hand  einer  dimensions- 
losen Darstellung  der  Trockenkurve 
auf  einfache  Weise  lösbar  zu  sein. 

Trockner 

Die  Weiterentwickltmg  der  Trock- 
nungsverfahren  ist  durch  den  Über- 


gang von  Langzeittrocknem  zu  Mittel- 
zeit- luid  Schnelltrocknem  und 
durch  zunehmende  Spezialisierung 
der  Trockner  durch  Anpassen  an  die 
Eigenschaften  der  einzelnen  Stoff- 
gruppen gekennzeichnet  [10].  Ver- 
suche an  einem  Plantrockner 
und  an  einem  Kreuzspulen- 
Schnelltrockner  zeigten,  daß 
man  mit  Impulsströmungen, 
bei  denen  das  Gut  vom  Trocknungs- 
mittel diskontinuierlich  beaufschlagt 
wird,  wesentliche  Gütesteigerungen 
bei  gleichzeitigem  Gewinn  an 
Trocknungszeit    erzielen    kann    [11]. 

Bei  einem  neuartigen  S  a  u  g  - 
düsentrockner  für  lockere 
Faserbänder,  der  aus  umlaufenden 
Siebtrommeln  besteht,  an  deren  äuße- 
ren Umfang  das  Gut  durch  den  im 
Trommelinnem  herrschenden  Unter- 
drück haftet,  wurden  bei  nur  einem 
Drittel  des  Platzbedckrfes  für  einen 
Beuidtrockner  gleicher  Leistung 
spez.  Verdampfungsleisttmgen  bis 
zu  35  kg  Wasser/h  m'  bei  günstigem 
spez.,  Wärmeverbrauch    erzielt    [12]. 

Die  Zerstäubungstrock- 
nung dicker  Schlänune,  Pasten 
oder  Preßkuchen  ohne  vorheriges  Ver- 
dünnen ermöglicht  ein  Trockner,  bei 
dem  das  Gut  durch  eine  Rundschlitz- 
düse  ausgepreßt  imd  durch  zentral 
zugeführte  Druckluft  über  die  Kante 
des  zylindrischen  Außenteils  der  Düse 
zu  einem  sich  nach  unten  verbrei- 
ternden Nebel  zerstäubt  wird  [13]. 
Untersuchungen  über  die  Zusammen- 
hänge zwischen  der  Feinstruktur  von 
Sprühprodukten  und  dem  Schütt- 
gewicht [14]  ergaben,  daß  es  bei  der 
Zerstäubungstrocknung  von  Wasch- 
mitteln in  Großkugelform  durch  ent- 
sprechende Wahl  der  Zusammen- 
setzung und  geeignete  Werte  der 
sprühtechnischen  Variablen  möglich 
ist,  ohne  Erhöhung  des  Ballaststoff- 
gehaltes auch  im  Gleichstrom  Schütt- 
gewichte von  mehr  als  350  g/1  zu  er- 
reichen. 

Papiertrocknung 

Das  Problem  des  Wärme-  und 
Stoffaustausches  bei  der 
Papiertrocknung  auf  Trok- 
kenzylindem  wcu*  Gegenstand  einer 
kritischen  Betrachtimg  [16],  bei  der 
der  Einfluß  der  periodischen  Auf- 
heizung des  Papierbandes  auf  den 
einzelnen  Zylindern  auf  den  Trock- 
nungsverlauf näher  untersucht  wurde. 
Weitere  Arbeiten  befaßten  sich  mit 
dem  Verhalten  der  Papiere  bei  Än- 
denmg  ihres  Feuchtigkeitsgehaltes  [16] 
luid  den  Einflüssen  auf  die  Dimen- 
sionsstabilität von  Papier  [17].  Für 
die  praktische  Anwendung  bei  der 
Lufttrocknimg  durch  Absorption  an 
Lithiumchloridlösungen  wurde  ein 
Diagranun  entworfen  [18],  in  dem  sich 
die  Zustände  darstellen  lassen,  die 
beim  Absorptionsvorgang  mit  freiem 


Austausch  zwischen  der  Feuchtluft 
und  der  Oberfläche  von  wäßrigen 
Lithiumchloridlösungen  auftreten. 

Abschließend  sei  auf  die  Übersichts- 
berichte von  Kneule  [19]  und  McCor- 
mick   [20]   hingewiesen.  S  11179 


[3]  Peter$en,  B.  B. :  DiffüBlon  in  a  pore  of 
varylng  cro««  section.  A.I.Ch.E.J.  4  (1068) 
Kr.  3  S.  343/45. 

[4]  •  Kunze,  H. :  Untenuchungen  sur  Vakuum- 
verdampfungB-Trocknung  Ton  Perlon- 
Schnitieln.  Dlss.  Techn.  HochBch.  Aachen 
1958. 

[5]  •  Äkbar,  M, :  Untersuchungen  über  den 
Zusammenhang  iwischen  Fenchtlgkelts- 
bewegung  und  Schwindung  bei  der  Trock- 
nung von  gel-  und  pastenartigen  Stoffen. 
Diss.  Techn.  Hochsch.  München  1959. 

[6]  Odrling,  P.,  u.  H.  Betuchel:  Ursachen  und 
Beeinflussung  der  Schwindungsspannungen 
hei  der  Trocknung  gel-  und  pastenartiger 
Güter.  Chem.-Ing. -Techn.  31  (1959)  Nr.  6 
S.  393/98. 

[7]  Holz  als  Roh-  und  Werkstoff  17  (1959)  Kr.  5 
S.  165/218. 

[8]  Kritelur,  0.,  u.  K.  Makler:  Vollautomatische 
Aufzeichnung  der  Austauschgeschwindigkeit 
über  der  Konzentration  beim  Trocknen. 
Chem.-Ing.-Techn.  31  (1959)  Kr.  2  S.  88/93. 

[9]  Min  Meel,  D.  Ä.:  Adiabatlc  convection  batch 
drying  wlth  recirculation  of  alr.  Chem. 
Bngng.  Science  9  (1958)  S.  36/44. 

[10]  Kröll,  K.:  Das  Trocknen  in  der  chemischen 
Fabrik  und  seine  Grundlagen  (Vortrag  vor 
dem  61.  Dechema-Kolioquium).  Bericht  in 
Chem.-Ing.-Techn.  30  (1958)  S.    854/56. 

[11]  BurghoU,  JR.:  Mit  Impulsstrftmungen  arbei- 
tende Trocknungssysteme.  VDI-Z.  101(1959) 
Kr.  1  S.  15/19. 

[12]  Steglieh,  H.:  Die  Fleissner-Kontinue  F&rbe- 
und  Trockenanlage.  Melliand  Textiiber.  3t 
(1958)  8.  1032/34. 

[13]  PoehmiUler,  E.:  ZerstAubungstrockner  für 
dicke  Pasten  oder  Preßkuchen.  Chem.-Ing.- 
Techn.  31  (1959)  Kr.  4  8.  259/60. 

[14]  Prengle,  0.:  Die  Beeinflussung  des  Schütt- 
gewichtes bei  der  Sprühtrocknung  unter 
besonderer  Berücksichtigung  der  Wasch- 
mittel in  GroQkugelform.  Fette- Seifen- 
Anstrichmittel  tO  (1958)  8.  843/49. 

[ib]  Soininen,  M.:  Paper  drying  theory.  Paper 
Trade  J.  142  (1958)  8.  36/40. 

[16]  Brecht,  W.:  Verhalten  der  Papiere  bei  Än- 
derung ihres  Feuchtigkeitsgehaltes.  Das 
Papier  13  (1959)  Kr.  7/8  S.  130/37. 

[17]  Nordman,  L.  S.:  Laboratory  investigations 
into  the  dimensional  stability  of  paper. 
Tappi  41  (1958)  S.  23/30. 

[18]  Vite,  H.:  Graphische  Darstellung  von  Ab- 
sorptionsvorgftngen  zur  Entfeuchtung  von 
Luft  mit  wilOriger  Lithiumchloridlösung. 
Forsch.  Ing.  Wes.  24  (1958)  8.  137/48  u.  187 
bis  192. 

[19]  9  Kneule,  F.:  Trocknung.  Fortschritte  der 
Verfahrenstechnik  1956/57.  S.  309/35.  Wein- 
heim/Bergstraße 1958. 

[20]  McCormiek,  P.  Y.:  Drying.  Ind.  Kngng. 
Chem.  61  (1959)  Kr.  3  8.  352/53. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


1361 


HöcficfrUCkfecfl nik  /   ^on  0/p/.-/ng.  W.  Itaelthml  VDI,  Heidelberg 


DK  66.023 :  66.083.2  (047.1 )  • 


Bflcher  siDd  darch  •  gekennzeichnet 

[1]  RaichU,  L.:  Die  Technik  der  chemischen 
Hochdruck  verfahren.  Chemle-Ing.-Technik 
SS  (1956)  S.  203/13. 

[2]  Miehels,  A.\  Hochdrackforschung.  Besearch 
0  (1066)  8.  99/102. 

[3]  Brid^man,  P.  W. :  Hochdruck-Oerftte.  Mech. 
Engng.  76  (1953)  8.  111/13. 

r4]  QranviUe,  J.  J. :  Hochdruck-Gef &0e  in  der 
chemischen  Industrie.  Int.  Chem.  Engng.  31 
(1950)  8.  548/52. 

[5]  Kut»,  B.:  Physik  der  höchsten  Drflcke. 
Chemle-Ing.-Technik  SS  (1956)  8.  141/52. 

16]  Bireh,  F.,  B.  C.  Rabertton  u.  8.  P.  Clark  Jr.: 
Apparatur  fttr  27  000  at  und  1400  "C.  Engng. 
Chem.  49  (1957)  8.  1965/66. 

[7]  Ädamion,  W.H.:  Begel-Qer&te.  Petrol. 
Prozess  IS  (1057)  8.  52/56. 

[8]  Kundi,  W.:  Regelstrecken  und  Regler  in 
der  Hochdruckhydrierung.  Regelungstechn. 
4  (1956)  8.  302/08. 

[9]  Clou,  J.,  W.  Jamm  u.  B.  Weber:  Berech- 
nung der  Wanddicke  von  innen  druckbean- 
spruchten  Stahlrohren.  Neufassung  von 
DIN  2413. 

[10]  •  Dickwandige  Hohlzylinder  unter  innerem 
Überdruck.  A.D.Merkblatt  B.  10. 

[ti]  Jung,  H.:  Neuere  Auffassungen  Ober  die 
Probleme  der  Festigkeit  bei  Hochdruck- 
apparaten. Chemle-Ing.-Technik  31  (1959) 
8.  195/201. 

[12]  Tipper,  C.  F.:  Das  8prödbruchproblem  1943 
bU  1956.  Z.  Brit.  Weldlng  73  (1956)  8.  435 
bis  439. 

[13]  Flöeener,  H.,  u.  K.  MaUhaee:  Der  Kerb- 
Kerrelßversuch  und  seine  Anwendung  xur 
Ermittlung  der  Sprödbruchgefahr.  8chweU. 
Archiv  angew.  Wlss.  Techn.  S3  (1957) 
8.  249/58  u.  8.  292/304. 

[14]  Rühl,  E.:  Die  Klassifizierung  der  Stahl- 
bauten nach  ihrer  SprOdbruchgeffthrdung. 
Schweißen  u.  Schneiden  10  (1958)  8.  39/44. 

[15]  Cla§§,  J.:  Werkstoff-Fragen  bei  Hochdruck- 
apparaturen der  chemischen  Industrie. 
VDI-Z.  t7  (1955)  8.  33/64. 

[16]  Clae»,  J.:  Entwicklung  und  Anwendung  der 
HochdruckstAhle.  Chemie-Ing.-Technlk  St 

(1957)  8.  372/86. 

[17]  CUue,  J.:  Kennzeichnende  Elgentflmlich- 
kciten  des  warmfesten  12*/tigen  Chromstahls. 
Mitt.  d.  Vereinig,  d.  Orosskesselbes.  Heft  58 
(1959). 

[18]  Weigand,  H.  H.:  Schweißen  hochwarmfester 
Stfthle.  Schweißen  u.  Schneiden  10  (1958) 
S.  44/45. 

[IQ]  Skunk,  M.B.:  Wichtige  Faktoren  beim 
SprOdbruch  von  Stahlkonstruktionen.  Metal 
Progr.  66  (1954)  8.  120/26. 

[20]  Claee,  J.:  Stand  der  Entwicklung  nicht  lös- 
barer Verbindungen  von  ferritischen  und 
austenltischen  St&hlen.  Mltt.  d.  Vereinig, 
d.  Orosskesselbes.  Heft  60  (1959). 

[21]  Maier,  A.  F.-  Beitrag  zur  Gestaltung  und 
Bereclinung  KOüichweißter  Hohlkörper  fflr 
liolie  Betriebsdrücke  und  erhöhte  Tempe- 
raturen. Schweißen  u.  Schneiden  10  (1958) 
S.  270/78. 

[22 j  Lüthy,  A.:  Außergewöhnliche  Schweißungen 
beim  Bau  von  Kernanlagen.  Brown-Boveri 
Mltt.  46  (1959)  8.  272/70. 

[23]  PeUrten,  H.:  U-SchwelBnaht  für  dickwan- 
dige Rohrleitungen.  VDI-Z.  99  (1957)  8.  898 
bis  890. 

>'  >'' 
[24]  Tips  über  das  Schweißen  dickwandiger  Ge- 

f&ße.  Iron  Ag<ht60  (1957)  Nr.  20  S.  162/64. 

[25]  Schweißen  von  Verschlußnfthten  an  dicken 
Blechen  von  einer  Seite  her.  Iron  Age  161 

(1958)  8.  102/03. 

126]  Thum,  B.B.:  Neuere  UnglÜcksf&lle  durch 
Sch&den  an  großen  Schmiedestücken.  Metal. 
Progr.  69  (1956)  S.  49/57. 

[27]  Houdremont,  B.\  Neuere  Unglücksf&lle  durch 
Schäden  an  großen  Schmiedestücken.  Metal. 
Progr.  69  (1956)  8.  93/94. 


Von  den  im  Laufe  der  letzten 
50  Jahre  entwickelten  klassischen 
Hochdruckverfahren  zur  Synthese  von 
Ammoniak,  IViethanol  und 
Treibstoffe n,  die  im  wesent- 
lichen auf  der  kataly tischen  Anlage- 
rung von  Weysserstoff  bei  Drücken  von 
200  bis  1000  at  und  Temperaturen 
von  300  bis  520  ""C  beruhen,  haben 
besonders  die  ersten  beiden  Verfahren 
ihre  Bedeutung  behalten.  80%  des 
gesamten  erzeugten  Stickstoffs,  d.  s. 
etwa  5  Mill.  t/a,  werden  mit  Hoch- 
druckverfahren hergestellt.  Auch  an- 
dere chemische  Reaktionen,  wie  z.  B. 
die  Synthesen  von  Äthanol, 
Fettalkoholen,  Propion- 
säure, Essigsäure,  die  A 1  • 
dolhydrierung,  verlaufen  un- 
ter höheren  Drücken  [1].  Für  die 
immer  mehr  zum  Ausbau  kommende 
Petrochemie  und  für  die  künf- 
tige Ausnützung  der  Kernenergie 
dürften  ebenfalls  Hochdruckverfahren 
Bedeutung  gewinnen. 

Grundlagen 

Während  für  die  Überschreitung 
der  bei  den  genannten  Prozessen  ge- 
bräuchlichen höchsten  Temperaturen 
heute  noch  Grenzen  gezogen  sind, 
besonders  demn,  wenn  gleichzeitig 
hohe  mechanische  Beanspruchungen 
vorliegen,  stehen  hinsichtlich  der 
Drücke  noch  weite  Möglichkeiten 
offen.  Neue  Entwicklungen,  besonders 
auf  dem  Kunststoffsektor  zeigten,  daß 
sich  auch  erheblich  über  das  bisherige 
Maß  gesteigerte  Drücke  von  2500  bis 
4000  at  wirtschaftlich  anwenden  las- 
sen. Dies  erklärt  sich  u.  a.  daraus,  daß 
die  Reaktionen  unter  hohen  Drücken 
im  allgemeinen  lebhafter,  mit  höherem 
Umsatz  und  mit  günstigeren  Eigen- 
schaften des  gebildeten  Produkts  ver- 
laufen. Die  Dichteerhöhung  durch 
Drucksteigerung  ist  für  chemische 
Vorgänge  günstiger  als  eine  durch 
Temperatursenkung  bewirkte,  da  mit 
dieser  auch  die  kinetische  Energie  der 
Moleküle  kleiner  wird  [2].  Meui  nimmt 
an,  daß  bei  höheren  Drücken  eine 
innere  Strukturänderung  der  Moleküle 
eintritt  und  daß  eine  Verformung  der 
äußersten  Elektronenwolken  auch  die 
chemische  Reaktion  beeinflußt  [3]. 
Der  hohe  Arbeitsdruck  gestattet 
außerdem  eine  niedrigere  Reajctions- 
temperatur,  eine  kürzere  Verweilzeit 
und  kleinere  Apparate  mit  besseren 
Absorptions-  und  Wärmeübergangs- 
bedingungen [4]. 

Apparofe 

Die  Hochdrucktechnik  stellte  Ma- 
schinen- und  Apparatebau  ständig  vor 
neue  Aufgaben.  Auf  diesem  Gebiet  ist 
auch  in  den  letzten  Jahren  eine  Wei- 
terentwicklung zu  verzeichnen.  Pum- 
pen und  Verdichter  werden  heute  mit 
großen    Leistungen    für    Drücke    bis 


2500  at  und  höher  gebaut.  Bei  Ver- 
suchen erreichte  man  Drücke  von. 
100  000  at  und  mehr.  Die  Druckmesser 
[5;  6]  und  die  Regelgeräte  [7]  wurden 
vervollkommnet.  Auch  die  Automa- 
tisierung wird  in  der  Hochdruck-Ver- 
fahrenstechnik in  zunehmendem  MckOe 
eingeführt  [8]. 

Bei  drucktragenden  Teilen  mit 
einem      Durchmesserverhältnis      von 

^a/^i  ^  1»^  ^i^  1>'7  reichen  die  im 
Bundesgebiet  geltenden  Richtlini^i 
für  die  Berechnung  [9;  10]  nicht  mehr 
aus;  man  muß  dann  das  Fließen  des 
Werkstoffs  noch  mehr  berücksichti- 
gen. Neue  Berechnungsverfahren  daftir 
werden  vorgeschlagen  [11].  Statt  der 
plastischen  Verformung  kann  mitun- 
ter ein  SprOdbruch  eintreten  [12]. 
Um  dem  Auftreten  solcher  Brüche  zu 
begegnen,  wird  man  bei  Auswahl  der 
Stähle  besonders  auf  ihr  SprOdbruch - 
verhalten  achten  [13;   14]. 

Werkstoffe 

Der  Werkstoff  soll  nicht  niir  plasti- 
sche Verformungen  aufnehmen  kön- 
nen, sondern  er  muß  je  nach  dem 
gewählten  chemischen  Verfahren  auch 
unempfindlich  sein  gegen  Korrosion, 
Spannungsrißgefahr  und  WasserstofT- 
angriff  in  dessen  verschiedenen  For- 
men [15;  16]. 

Außer  Stählen  mit  hoher  Kalt- 
festigkeit und  hoher  Streckgrenze  für 
hohe  Drücke  und  niedrige  Tempera- 
turen wurden  in  neuerer  Zeit  für  höhere 
Betriebstemperaturen  sehr  korrosions- 
beständige 12% -Cr- Stähle  [17]  und 
hochstabilisierte  Cr-Ni- Stähle  entwik- 
kelt.  Diese  Cr-Ni- Stähle  zeigten  beim 
Schweißen  eine  Neigung  zu  Warm- 
rissen,  die  auf  Abscheidungen  in  den 
Korngrenzen  zurückzuführen  ist  [18; 
19].  Für  die  häufig  vorkommende 
Verbindung  ferritischer  und  austeni- 
tischer  Stähle  wurden  Vorschläge 
imterbreitet  [20]. 

Hersteilen  der  Druckbehälter 

Für  das  Schweißen  dickwandiger 
Bleche  zu  Druckbehältem  wurden 
neue  Verfahren  entwickelt  [21  bis  25]. 
Bei  geschmiedeten  Vollwandkörpem 
mit  großer  Wanddicke  muß  auf  FeK- 
lerfreiheit  besonders  geachtet  werden,' 
da  von  Einschlüssen,  Flocken  usw. 
bevorzugt  spätere  Schäden  ausgehen 
[26].  Trotz  der  fortgeschrittenen  Uh- 
tersuchungsmethoden  mit  Röntgen- 
strahlen, Isotopen  und  Ultraschall 
ließen  sich  solche  Fehler  nicht  immer 
erkennen,  oder  die  Anzeigen  der 
Instrumente  wiuxien  nicht  richtig 
gedeutet.  Auch  aus  wirtschaftlichen 
Gründen  empfiehlt  es  sich,  solchen 
Mängeln,  insbesondere  der  Flocken- 
bildung, von  vornherein  entgegenzu- 
wirken [27];  hierzu  gebmi  u.  a.  auch 


1362 


YDI-Z.  101  (19S9)  Nr.  29    11.  Oktober 


die   neuen    Stahlgießverfahren   unter 
Vakuum  [28  bia  30]  die  Möglichkeit. 

DruckgefäOe  für  1000  at  und  mehr 
werden  heute  meist  als  Mehrlagen- 
köiper  mit  Schrumpfringen  verschie- 
dener Form,  als  Schalenkörper  nach 
dem  ^fltit^-Verfahren  und  aus  profi- 
lierten Bändern  nach  dem  Schieren- 
6edk*schen  Wickelverfahren  der  BASF 
[31  bis  34]  hergestellt.  Seltener  wendet 
man  auch  die  Autofrettage  an,  die  für 
dickwandige  Körper  aus  hochfestem 
Werkstoff  am  besten  in  der  Wärme 
vorgenonmtien  wird  [35]. 

Über  diesen  Fragenkreis  gibt  es 
zahlreiche  Veröffentlichungen  [36  bis 
38];  die  verschiedenen  Ausführungs- 
moglichkeiten  für  Hochdruckkörper 
wurden  auch  auf  dem  Symposium 
über  Hochdrucktechnik  in  Delft  im 
November  1957  behandelt  [39]. 


Abdichtungen 

Das  Abdichten  der  Verbindungen 
und  Verschlüsse  sowie  der  bewegten 
Maschinenteile  macht  heute  auch  bei 
recht  hohen  Drücken  keine  nennens- 
werten Schwierigkeiten  mehr,  beson- 
ders wenn  selbstwirkende  Dichtungen 


verwendet  werden,  die  zudem  eine 
niedrigere  Vorspannimg  erfordern.  Das 
Einhedten  der  Vorspannung  sollte 
überwacht  werden.  Der  Einbau  von 
Tellerfedem  erleichtert  die  Messimg 
[40;  41].  Es  empfiehlt  sich,  den  Kraft- 
fluß von  der  Abdichtung  zu  trennen. 
Bei  seltener  zu  lösenden  Verbindungen 
wird  heute  die  Lippenschweißung 
bevorzugt  [42]. 

Für  kleine,  nicht  ständig  auftretende 
Gleitbewegungen  verwendet  man  zum 
Abdichten  bei  Drücken  bis  zu  mittlerer 
Größe  Dehnimgsausgleicher  statt 
Stopfbüchsen  [43]. 

Schwierige  Abdichtungsverhält- 
nisse, die  in  Sonderfällen  bei  umlau- 
fenden Wellen  eintreten,  lassen  sich 
durch  Einbau  des  Antriebsmotors  in 
den  Druckraum  oder  mittels  magne- 
tischen Antriebs  durch  eine  unmagne- 
tische Wand  [44]  umgehen. 

Die  Hochdruckverfahrenstechnik, 
die  auch  oft  mit  explosiblen  Gemi- 
schen arbeitet,  erfordert  besondere 
Sicherheitsmaßnahmen  und  eine  sorg- 
fältige Überwachung  im  Betrieb; 
dafür  werden  inmier  mehr  elektro- 
nische Geräte  eingesetzt.         S  11  219 


[28]  Vakuum-Stahl.  Das  betrlebam&Oige  Ver- 
gieBen  von  Stahl  im  Vakuum.  VDI-Kachr.  • 
(1954)  8.  2. 

[29]  IHx,  B.:  Erzeugung  von  Vakuum- Stahl. 
Vortrag  Bisenhflttentag  DüBseldorf  1965. 

[80]  Hfltte  erzeugt  Vakuumstahl.  Ruhrstahl 
Werkszeltschrift  1959  Kr.  4  S.  4/7. 

[81]  Sehierenbeekt  J. :  Kritische  Betrachtungen 
zur  Herstellung  von  HochdruckhohlkOrpem 
In  Mehrtell  -  Bauart  für  Hochdrucksyn- 
thesen. BrennstofT-Chemle  36  (1955)  8.  239 
bis  244. 

[82]  CUu$,  J. :  Entwicklung  und  besondere  Vor- 
teile der  zylindrischen  MehrlagenhohlkOrper 
für  hohe  Innendrücke.  Werkstoffe  und  Kor- 
rosion 7  (1956)  S.  8/11. 

[33]  CUu;  J.,  u.  A.  F.  MaUr:  Bauarten  von 
Hochdruck-Hohlkörpern  in  Mehrteil-,  ins- 
besondere Mehrlagenkonstruktton.  Chern.- 
Ing.-Techn.  S4  (1952)  S.  184/98. 

[84]  ValetUa»  J. :  Die  Beanspruchung  gewickelter 
Behälter.  Konstruktion  10  (1958)  8.394 
bis  400. 

[35]  Erzeugung  von  Spannungen  in  Hohlkörpern. 
Patent  DBF.  Nr.  939  030. 

[30]  •  Comings,  E.  W. :  High  Pressure  Techno- 
logy, New  York  1956. 

[37]  Manning,  W.  R.  D. :  Festigkeit  von  Hohl- 
körpern für  hohe  Drücke.  Ind.  Bngng. 
Chem.  49  (1957)  8.  1969/78. 

[38]  Berger,  K.:  Hochdruckgefftße  und  Reak- 
toren im  chemischen  Großbetrieb.  VDI-Z. 
100  (1958)  8.  1624/34. 

[39]  Berger,  K.:  Form  und  Konstruktion  von 
Hochdruck-Oef&Ben  und  R«aktoren.  Vor- 
tragsreihe Hochdrucktechnik  Delft  Xov. 
1957. 

[40]  9  Raeühel,  W.i  Hochdruck-Technik.  Fort- 
schritte d.  Verfahrens-Technik.  1956/57 
8.  51.  Weinhelm  1958. 

[41]  Kontrolle  der  Schraubenvorspannkraft.  Ma- 
chine Design.  2t  (1957)  8.  126. 

[42]  Büehele,  JR.:  DlchtUppen- Schweißkonstruk- 
tionen zu  Hochdruck-Rohrleitungen.  Ener- 
gie 10  (1958)  S.  285/88. 

[48]  Metallb&lge.  Mech.  Bngng.  78  (1957)  S.  573 
bis  574. 

[44]  Magnetisch  angetriebene  Ihimpe.  Mech. 
Engng.  74  (1952)  S.  655/56. 


ZOrklBinBrn  /   von  Prof.  Or../ng.  Hofis  Rumpf  VDI,  Karlsruhe 


Smekal-Gedenken 

Am  7.  IViärz  1959  verschied  Adolf 
Smekalf  o.  Prof.  für  Physik  an  der 
Universität  Graz,  der  Leiter  des  in 
den  dreißiger  Jahren  gegründet^i 
Arheitsausschusses  „Zerkleinenings- 
physik"  des  VDI -Fachausschusses  für 
Verfahrenstechnik,  der  nach  dem 
Zweiten  Weitkrieg  unter  dem  Namen 
.,Zerkleinerung8technik"  weitergeführt 
wurde,  zuletzt  als  Ausschuß  der  VDI- 
Fachgruppe  Verfahrenstechnik.  Die 
Zerkleinerungsphysik  und  Zerkleine- 
rungstechnik verdanken  ihm  grund- 
legende Erkenntnisse  auf  den  Gebieten 
der  Bruchphysik  und  der  Struktur- 
empfindlichen  Eigenschaften  von  Fest- 
körpern, ihrer  Plastizität  und  Sprödig- 
keit.  In  seiner  Ausschußtätigkeit  be- 
mühte er  sich  in  vorbildlicher  Weise, 
die  Ergebnisse  phjrsikalischer  Erkennt- 
nisniethoden und  Anschauungen  mit 
denen  der  Technik  in  wissenschaft- 
lichen Kontakt  zu  bringen. 

Obersichfen 

Eine  in  knapper  Form  abgefaßte 
Übersicht  über  die  vorwiegend  engli- 
schen und  amerikanischen  Arbeiten 
und  über  wichtige  Patentschriften 
bringen  die  in  jährlicher  Folge  er- 
scheinenden Referate  von  Rüey  [1] 
und  Work  [2].  Eine  ausführhche  Un- 
terrichtung bietet  das  in  zweijährigem 


Rhythmus  nun  zum  dritten  Male  er- 
schienene Buch  „Fortschritte  der  Ver- 
fahrenstechnik [3].  Unter  anderem 
wird,  ausgehend  von  den  Arbeiten  von 
Charles  und  de  Bruyn  [4]  und  Holmes 
[5],  die  Frage  der  Zerkleinerungs- 
gesetze von  Rütifhger,  Kick,  Bond  und 
deren  allgemeinere  Fassungen  als 
Potenzgesetze  mit  beliebigem,  jeweils 
zu  bestimmenden  Exponenten,  erör- 
tert; ihre  Natur  wird  als  Approxima- 
tion der  für  jedes  Zerkleinerungsgerät 
zu  erwartenden,  empirischen  Kurve 
für  die  Abhängigkeit  der  Energieaus- 
beute von  der  erzeugten  Oberfläche 
des  Mahlgutes  aufgeklärt,  da  diese 
Kurve  im  Bereich  der  Optimaleinstel- 
lung ein  Maximum  besitzt  und  daher 
im  ansteigenden  Ast  jede  der  vorge- 
schlagenen Approximationen  zuläßt 
bis  zum  angepaßten  „Rittinger-Ge- 
setz'*  (Exponent  null  im  Optimal- 
bereich (vergl.  [6]). 

Das  Department  of  Scientific  and 
Industrial  Research  (DSIR)  [7],  Lon- 
don,  gab  eine  außerordentlich  um- 
fangreiche Bibliographie  des  im  we- 
sentlichen englischen  und  deutsch- 
sprachigen Schrifttums  über  Mahlen 
und  Zerkleinem  heraus.  In  ihr  werden 
neun  zusammenfassende  Aufsätze  über 
Grundlagen  und  Prc»cis  des  Zerklei- 
nerungstechnik gebracht  und  etwa 
2800  Schrifttumhinweise,  zum  großen 


DK  621.926  (047.1) 

Teil  in  Kurzreferaten  erläutert,  sach- 
lich geordnet  zuscunmengestellt. 

Bruchtheorie  und  Bruchphysik 

Smekcd  [8]  berichtet,  z.  T.  noch  in 
Vorträgen,  die  nicht  mehr  geschlossen 
veröffentlicht  wurden,  über  weitere 
Untersuchimgen  auf  dem  Gebiet  der 
Bruchphysik.  Für  die  Ermittlung  der 


Bücher  sind  durch  •  gekennzelclmet 

11  ■  ■  I ■ — ^- 

[1]  Rüey,  R.  V.:  Size  redactlon.  Chem.  Proceas 
Bngng.  39  (19S8)  8.  219/22. 

[2]  Work,  L.  T.:  Size  reduction.  Ind.  Bflgng. 
Chem.  60  (1968)  S.  481/84. 

[3]  •  Rumpf,  H.:  Zerkleinern.  In:  Fortschritte 
der  Verfahrenstechnik  1956/57.  Weinheim 
1958.  S.  535/78. 

[4]  CharUe,  R.  J.,  n.  P.  L.  de  Bruyn:  Energy 
transfer  by  Impact.  Mining  Bngng.  Trans. 
AIMB  (1956)  S.  47/53. 

[5]  Holmee,  J.  Ä.:  A  contribution  to  the  study 
of  comminution.  A  modifled  form  of  Kick's 
law.  Trans.  Inst.  Chem«  Engrs.  36  (1957) 
8.  125/41.  ■      . 

[61  Rumpf,  ff.:  JahrcMQbersioht  Verfahrens- 
technik, Abschn.  Zerkleinem.  VDI-Z.  100 
(1958)  8.  1383/85. 

[7]  •  Crushing  and  Qrinding;  a  Bibliography, 
Herausß. :  Department  of  Scientific  and  In- 
dustrial Research  IX.  London  1958. 

[8]  Smekal,  A.:  Neue  Fortschritte  der  Bnich- 
mechanik  von  Sprftdstoffen.  Chemie-Ing.- 
Technik  30  (1958)  8.  532/33. 


VDi-Z.  101  (1959)  Nr.29    11.  Oktober 


1363 


Bruchbedingungen  und  der  Bruchent- 
stehung eignen  sich  Gläser  als  ideal- 
spröde Modellsubstanzen,  da  in  diesen 
die  ohne  plastische  Verformung  ab- 
laufenden Bruchphänomene  ideal  ver- 
wirklicht sind.  Mit  einem  neu  ent- 
wickelten, interferometrischen  Ver- 
fahren, unter  Verwendung  der  Bruch- 
ufer als  Referenzflächen,  konnte  das 
ideal-spröde  Verhalten  von  Glas  be- 
stätigt werden.  Die  Vorgänge  in  der 
Anfangsphase  der  Bruchausbildung 
ließen  sich  mit  Versuchen  über  die 
Zeitfestigkeit  genauer  bestimmen;  so 
wurde  z.B.  beobachtet,  daß  eine  höhere 
Vorbelastung  die  dann  bei  niedriger 
Bectnspruchung  auftretende  Zeit- 
festigkeit erhöhen  kann,  weil  sie  bruch- 
auslösende  Spannungsspitzen  abbaut. 
Beim  Kurzzeitbruch  erhält  man  sehr 
kleine  Bruchspiegel;  der  Bruch  geht 
von  einem  einzigen  punktförmigen 
Ursprungsort  aus,  während  beimLcmg- 
zeitbruch  größere  Bereiche  bei  der 
Auslösung  beteiligt  sind.  Zugversuche 
in  der  Druckkammer,  die  sich  vom 
normalen  Zugversuch  durch  den  über- 
lagerten hydrostatischen  Druck  imter- 
scheiden,  ergeben  die  kleinstmögliche, 
eben  und  glatt  ausfallende  Bruch- 
fläche.  Torsionsversuche  in  der  Druck- 
kammer ermöglichen  eine  systema- 
tische Einstellung  der  für  den  mehr- 
achsigen Spcmnungszustemd  kenn- 
zeichnenden Lanzettsprünge. 

Im  neuen  „Handbuch  der  Physik** 
schrieb  Irwin  [9]  das  Kapitel  „  F  r  a  c- 
t  u  r  e  **.  Nach  einer  Einführung  über 
die  Zugfestigkeit  von  Flüssigkeiten 
wird  die  Theorie  von  Griff üh  erweitert 
und  für  die  Bruchbildung  in  Fest- 
körpern die  sog.  „crack-extension- 
force"  als  eine  auf  die  Längeneinheit 
der  Bruchfront  bezogene  Kraft  de- 
finiert, die  aus  dem  Abbau  der  elasti- 
schen Verformungsenergie  in  der  Um- 


[0]  •  /ftrtfi.  O.  JR.:  Fracture.  In:  Handbach  d. 

Physik.   Bd.    VI.    BerUn/QCttingen/Heidel- 

barg  1058,  S.  551/90. 
[10]  Bueckner,  H.  F.:  The  propagation  of  cracks 

and  the  energy  of  elastlc  deformatlon.  Trans. 

ASME  SO  (1058)  S.  1225/30. 
[11]  Eerkhoff,  F.,  u.  O.  Manüz:  Bruchxeichnang 

durch  interferierende  Ultraschallweilen.  Glas- 

techn.  Ber.  31  (1958)  S.  377/81. 
[12]  KerkholU  F.:  Fraktographle  mit  Hilfe  von 

Ultraschall.  Photographie  u.  Wissenschaft  7 

(1958)  S.  13/ie. 

[13]  Rumpf,  H.:  Beanspruchungstheorie  der 
Prallzerkleinerung.  Chemie -Ing. -Technik  31 

(1959)  Nr.  5  S.  323/37. 

[14]  Botel,  W.:  Einfluß  der  GasatmosphAre  auf 
den  Zerkleinerungsvorgang  in  Schwing-  und 
RohrmOhlen.  Ghem.-Ing.-Techn.  30  (1958) 
S.  651/60. 

[15]  Botel,  W.:  Über  die  Zerkleinerung  in 
Schwingmühlen.  Chem.-Ing.-Techn.  30 
(1958)  8.  567/72. 

[16]  Gölte,  Ä.,  u.  B.  Seherrer:  Neuere  Unter- 
suchungen zur  Herabsetzung  des  Zerklei- 
nerungswiderstandes fester  Stoffe  durch 
dampfförmige  Mittel.  Aachener  B1.,  Auf- 
bereiten, Verkoken.  Brikettierung  •  (1958) 
8.  77/110. 

[17]  Wolter,  L.:  Is  this  jaw  crusher  the  world's 
largest?  Bock  Products  (1958)  Nr.  12  8.  79 
n.  S.  125. 


gebung  der  Bruchfront  herrührt  und 
für  die  Geschwindigkeit  der  Bruch- 
fortpflanzung maßgebend  ist;  sie  hat 
die  Dimension  einer  Grenzflächen- 
spemnung.  Der  Energieumsatz  an  der 
Bruchfront  ist  bei  Metallen,  auch  beim 
sog.  Sprödbruch,  wesentlich  bestimmt 
durch  einen  Anteil  lokalisierter  plasti- 
scher Verformung.  Dadurch  liegt  die 
kritische  „crack-extension-force",  bei 
der  der  Übergang  von  der  ersten 
Bruchphase  in  den  instationärenBruch 
eintritt,  um  mehrere  Zehnerpotenzen 
über  der  Grenzflächenspemnung.  Wei- 
terhin werden  die  Art  und  Geschwin- 
digkeit der  instationären  Bruchfort- 
pflanzung besprochen,  Bedingungen 
für  die  Bruchverzweigung  angegeben 
und  der  Einfluß  der  Größe  des  Ver- 
suchskörpers auf  die  Brucherscheinun- 
gen untersucht.  Der  Handbuchaufsatz 
berücksichtigt  außer  der  statistischen 
Theorie  von  Weibuü  (Stockholm)  fast 
ausschließlich  amerikanische  und 
englische  Arbeiten. 

Mit  der  von  Irwin  und  Mitarbeitern 
entwickelten  Deu*stellungsweise  des 
Bruchfortschrittes,  bei  der  der  ge- 
samte Energieverbrauch  an  der  Bruch- 
front zusammengefaßt  und  dem  Ab- 
bau der  elastischen  Verformungs- 
energie gegenübergestellt  wird,  befaßt 
sich  auch  eine  Abhandlung  von 
Bueckner  [10];  nach  dem  Theorem 
von  Clapeyron  und  von  BeUi  findet  er, 
daß  bei  Metallen  die  verbrauchte 
elastische  Energie  unabhängig  von 
den  Gitterkräften  und  dem  räumlichen 
Aufbau  des  Spannungsfeldes  ist,  sofern 
die  elastische  Energie  noch  mit  dem 
Hookeschen  Gesetz  errechnet  werden 
kann  und  die  Bruchdehnungen  klein 
sind  (Sprödbruch). 

Kerkhoff  [11 ;  12]  berichtet  über  Er- 
Weiterungen  und  Verbesserungen  sei- 
nes Verfahrens  zur  Bruchanalyse  und 
zur  Bestimmung  der  Bruchfortpflan- 
zungsgeschwindigkeit, das  in  einer 
Überlagerung  von  Ultraschallwellen 
durch  zusätzliche  Beschallung  und  der 
systematischen  Aufprägung  von  WaU- 
ner-Linien  in  der  Bruchfläche  beruht. 

In  einer  Beanspruchungstheorie  der 
Prallzerkleinerung  [13]  stellte  Rumpf 
eine  Reihe  von  Beziehungen  zur  quali- 
tativen und  zum  Teil  quantitativen 
Erfassung  der  Beanspruchungsbedin- 
gungen  in  Prallzerkleinenmgsgeräten 
zusajnmen.  Auf  Gnmd  der  Stoßgesetze 
gewinnt  man  einen  Einblick  in  die 
Energieausnutzung ;  allerdings  werden 
die  klassischen  Gesetze  des  mechani- 
schen Stoßes  herangezogen,  obwohl 
der  tatsächliche  elastische  Stoß  be- 
trächtlich von  der  klskssischen  Stoß- 
theorie  abweichen  kann,  und  zwar  in 
der  Richtung  geringerer  Energieaus- 
nutzung. Die  Häufigkeit  der  verschie- 
denen Stoßmöglichkeiten  wird  unter- 
sucht. Sofern  die  aus  der  Maxwell - 
sehen  Geschwindigkeitsverteilung  aus- 
gerechnete mittlere  freie  Weglänge 
wesentlich  kleiner  ist  als  der  Flugweg 
der  Teilchen,  kann  in  erster  Näherung 


dieser  Ansatz  zur  Berechnung  dLßT- 
mittleren  freien  Weglänge  ^  benut^zt^ 
werden,  wobei  sich  für  Gleichkoxm. 
(Durchmesser  d)  die  einfache  Forxxsel 

^  f^  -r:r-n ergibt.   Wenn    i-e    dio 

10(1— e)     * 

Volumkonzentration    des    Gutes    l>e' 
deutet.  Die  Abhängigkeit  der  maxixnc^' 
len  Beanspruchung  von  den  Einstell- 
großen  läßt  sich  allgemein  dimenaionis- 
analytisch  imd  für  die  spezielle  Azx- 
nähme    kugeliger    Stoßflächen    nach 
den  Hertzschen  Gleichungen  bestim- 
men.   Als    materialunabhängige    Vck- 
riable  bleibt  die  Aufprallgeschwindig- 
keit, die  auf  die  Festigkeit  der  Teilchen 
abzustimmen    ist.    Wegen    der    Ab- 
nahme   der    Festigkeit    mit    kleiner' 
werdender  Teilchengröße  und  des  zii- 
gleich    zunehmenden    Einflusses    der 
Luftreibung    sind    die    Greschwindi^- 
keiten    der    Mahlorgcme    für   größere 
Mahlfeinheit  zu  erhöhen.   Der   lauft,- 
reibungseinf  iuß  wird  quantitativ  durcli 
den  Flugweg  in  ruhender  Luft  erfaßt, 
dessen  Verhältnis  zur  freien  Weglänge 
und  zu  der  in  der  Mühle  vorgesehenen 
Flugbahn  den  Bewegungszustand    in 
der    Mahlzone    und    die    Grenze    der 
maschinellen  Beanspruchbarkeit  kenn- 
zeichnet. Der  Energiebedckrf  der  Prall- 
zerkleinerung läßt  sich  mit  der  mitt- 
leren   Stoßgeschwindigkeit    und    An- 
nahmen über  die  Anzahl  der  Stöße, 
die  ein  Teüchen  während  seines  Auf- 
enthaltes in  der  Mühle  erleidet,  ab- 
schätzen« 

EInfluB  der  Mahlatmosphäre  bei 
der  Trockenmahlung 

Botel  [14;  15]  tmtersuchte  den  Zer- 
kleinerungsvorgang in  Schwing-  und 
Rohrmühlen  bei  verschiedenen  Gas- 
atmosphären und  fand,  daß  er  im 
wesentlichen  durch  die  verschiedenen 
Gaszähigkeiten  und  die  von  ihr  ab- 
hängige sichtende  Wirkung  des  Gas- 
mediiuns  auf  die  Bewegung  der  Gut- 
teilchen beeinflußt  wurde.  Bei  der 
Schwingmühle  wirken  sich  kleinere, 
bei  der  Rohrmühle  größere  Zähigkei- 
ten fördernd  aus.  Andere  Versuche  von 
CtöUe  und  Seherrer  [16],  bei  denen  in 
einer  Laboratoriumskugelmühle  ver- 
schiedene Dampfatmosphären  einge- 
stellt wurden,  ergaben,  daß  bis  zu 
Mahlfeinheiten,  bei  denen  Zusammen- 
ballungen und  Anhaften  beginnen,  die 
mechanische  Widerstandsfähigkeit  in- 
folge der  Bindung  der  Restvälenzen 
durch  adsorbierte  Dämpfe  herabge- 
setzt wird.  Bei  weiterer  Mahlung  för- 
dern die  Dämpfe  ein  besseres  Dis- 
pergieren. 

Zerkleinerungsmaschinen 

Bei  der  Neukonstruktion  eines 
Schwingbackenbrechers  ist  die  Brech- 
schwinge mittels  eines  Torsionsstabes 
ortsfest  drehbar  im  Gehäuse  gelagert 
und  wird  über  Schraubenfedem  in  der 
Nähe  des  Resonemzbereiches  coige- 
trieben.  Die  Schlagkraft  kcuin  mit 
Hilfe  der  Federvorspannung  verändert 
werden.  WaJUer  [17]  beschreibt  einen 


1364 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


besonders  großen  Backenbrecher  mit) 
einer  Maulöffhiing  von  2600  mm  x  1600 
mm,  der  von  einer  französischen  Firma 
für  den  Einsatz  in  einem  Steinbruch 
gebaut  wurde.  Für  die  Zerkleinerung 
von  Rohstückkohle  und  Bergen  in  der 
Abbaustrecke  wurde  ein  Zwei- Walzen- 
Brecher  mit  stehenden  Walzen  ent- 
wickelt, die  mit  6  m/s  umlaufen  [18]. 

Rase  [19],  der  mit  Hilfe  dimensions- 
analytischer  Betrachtungen  theoreti- 
sche Gleichungen  für  den  Mahlvorgang 
in  Kugelmühlen  entwickelt  hat,  faßt 
diese  nochmals  zusammen  imd  über- 
prüft sie  mit  Versuchsangaben  euiderer 
Arbeiten.  Beachtenswerte  Untersu- 
chungen über  die  Genauigkeit,  mit  der 
Aussagen  über  tatsächliche  Mühlen- 
fullungen  gemacht  werden  können, 
steuert  Maiouachek  [20]  bei.  Bond  [21] 
hat  seine  1962  empirisch  aufgestellte 
Formel  zum  Ermitteln  des  Mahl- 
körperdurchmessers für  die  Nachspei - 
soDg  auf  Grund  neuer  theoretischer 
Überlegungen  etwas  abgeändert.  Zum 
Problem  der  Beetinmiung  des  optima- 
len Mahlkugel-Größen- Sortiments 
ninunt  Crow  [22]  unter  Berücksichti- 
gung der  älteren  Arbeiten  von  Coghül, 
Detfoney  und  Bond  Stellung.  Kanne- 
wwrf  [23]  beschreibt  ein  von  Bond 
entwickeltes  Verfahren  zur  Mahlbar- 
keitsprüfung  mit  Hilfe  einer  Labora- 
toriumskugelmühle  (Kreislaufbetrieb) 
zur  Vorausberechnung  des  Leistungs- 
bedarfes   von    Industriekugelmühlen. 

Einem  von  BemtUcU  [24]  für  die 
überschlägige  Rohrmühlenberechnung 
angegebenem  Nomogranun  liegen  die 
bekannten  Gleichungen  für  den  Ener- 
giebedarf, die  Füllimg  usw.  zugrunde. 
Bellwinkel  [26]  vergleicht  rd.  20  Rohr- 
mühlea,  die  seit  dem  Jahre  1966  für 
die  Zementvermahlung  neu  aufgestellt 
wurden,  und  kommt  zu  dem  Schluß, 
daß  eine  eindeutige  Überlegenheit  der 
Verbundmühlen  gegenüber  Becher- 
werksumlaufmühlen in  bezug  auf  den 
Energiebedarf  nicht  gegeben  ist.  Bei 
großen  Einheiten  über  900  kW  An- 
triebsleistung  ist  die  Becherwerks- 
lunlaufmühle  anpassungsfähiger  an 
unterschiedliche  Feinheitsforderungen. 
Die  Mahlkörperklassierung  ist  auch 
in  der  Feinmahlung  empfehlenswert. 

Für  einige  typische  Sjrsteme  der 
Mahlung  im  geschlossenen  Kreislauf 
hat  Tanaka  die  Bedingimgen  des 
Fertigkomauf  baues  theoretisch  unter- 
sucht für  den  Fall  des  ideal  arbeiten- 
den Sichters  [26]  und  neuerdings  luiter 


Berücksichtigung  der  tatsächlichen 
Trennkurven  [27].  Weitere  Angaben 
über  japanische  Sichtermahlanlagen 
sollen  es  ermöglichen,  Sichteranlagen 
bei  gegebener  Feinheit  des  End- 
produktes für  einen  geschlossenen 
Kreislauf  zu  entwerfen   [28]. 

Bei  Mangan-Hartstahlplatten  in  Ze- 
mentmühlen fand  Mussgnitg,  daß  der 
Plattenverschleiß  fast  linear  mit  dem 
Mn/Si-Verhältnis  abnimmt  [29].  Eme 
Schwingmühle  mit  lotrechter  Achse 
und  einer  Mahlkammer  aus  einer 
säure-  und  abriebbeständigen  Alu- 
minium-Sonderlegierung (Alorite) 
wurde  in  England  entwickelt;  mit  ihr 
sollen  gute  Mahlergebnisse  erzielt 
werden.  Sie  ist  für  absatzweisen  und 
kontinuierlichen  Betrieb  geeignet  und 
gestattet  die  Probeentnahme  während 
des  Mahlens  [30]. 

Versuche,  eine  Hammermühle  auch 
als  Mischgerät  zu  benutzen,  fährten 
beim  Mahlen  von  Kokskohlen  zu  dem 
Ergebnis,  daß  der  Mischeffekt  am 
besten  wcv,  wenn  der  Zerkleinerungs- 
grad klein  blieb  [31]. 

Der  Entoleter,  eine  Stift- 
mühle mit  lotrechter  Achse,  wurde 
neuerdings  auch  für  hohe  Umferngs- 
geschwindigkeiten  und  gegenläufigen 
Betrieb  zweier  Rotoren  entwickelt ;  er 
ist  für  die  Feinmahlung  geeignet  [32; 
33]. 

Ein  in  letzter  Zeit  viel  besprochener 
Feinmühlentyp  (z.  B.  Lechermühle, 
Cyclomat  usw.)  besteht  aus  einem 
schnell  laufenden  Rotor  mit  vielen, 
durch  Scheiben  abgeteilten  Mahlkcun- 
mem,  in  denen  radiale  Flügel  in  ge- 
ringem Abstand  von  dem  zylindri- 
schen, profilierten  Stator  angebracht 
sind.  Die  Mahlwirkimg  soll  in  erster 
Linie  auf  der  gegenseitigen  Gutsbean- 
spruchung in  Luftwirbeln  beruhen, 
sicherlich  liegt  aber  auch  eine  erheb- 
liche Prallbeanspruchung  an  Wänden 
vor.  Dieser  Mühlentyp  wird  u.  a.  als 
Ultra-Rotor  angeboten. 

Die  Micronizer-  Strahlmühle  wird  von 
einem  deutschen  Werk  und  in  weiter- 
entwickelter und  etwas  abgeänderter 
Form  in  Lizenz  von  einem  cunerikani- 
schen  Hersteller  gebaut  [34].  Ein  Werk 
zeigte  in  Hannover  eine  neue  Strahl- 
mühlenkonstruktion mit  zwei  Mahl- 
kanmiem  mit  je  einem  Düsenkranz, 
die  vom  Gut  nacheinander  durchströmt 
werden. 

Pigmente  werden  in  den  USA 
neuerdings  mit  großem  Erfolg  durch 


schnelles  Rühren  einer  schlcunmarti- 
gen  Mischung  aus  gleichen  Volum- 
teilen Sand  (600  bis  800  (i)  und 
Pigment  billiger  als  mit  den  üblichen 
Trommelmühlen  oder  Walzwerken  naß 
vermählen  [35].  Zum  Erzeugen  von 
Holzschnitzeln  wurde  ein  neuer  Holz- 
Universalhacker  herausgebracht,  bei 
dem  zwei  Hackmesser  im  Scheren- 
schnitt zuscunmen  mit  von  außen 
einstellbaren  Gegenmessem  arbeiten. 
Wcieser  [36]  berichtet  über  Neuheiten 
zur  Weichzerkleinerung  auf  der 
ACHEMA  1958,  während  Rumpf  [37] 
für  das  ganze  Gebiet  der  Zerklei- 
nerungstechnik einen  ACHEMA- 
Bericht  gibt. 


[18]  Kireher,  A.:  Die  Zerkleinerung  von  Förder- 
kohle und  Ortsbergen  durch  einen  2- Walten- 
Brecher  mit  stehenden  Waisen  am  Streb- 
ausgang. Giackauf  96  (1050)  Nr.  3  S.  101/93. 

[10]  Rate,  H.B.:  Der  gegenwftrtige  Stand  der 
Erkenntnisse  Ober  Mühlen  und  den  Mahl- 
vorgang in  bexug  auf  Kugel-,  Rohr-  und 
Stabmflhlen.  Tonindustrie-Ztg.,  keramische 
Rdsch.  SS  (1058)  S.  133/37. 

[20]  MaUnuehek,  F. :  Beeile  MflhlenfOllungen  von 
Rohrmühlen  der  Zementindustrie.  Zement- 
Kalk-Gips  11  (1058)  S.  451/58. 

[21]  Bond,  F.C.:  Orinding  ball  size  selectlon. 
Min.  Engng.  10  (1058)  S.  502/05. 

[22]  CnnB,  W.  L. :  Orinding  ball  rationing. 
Mining  Engng.  t  (1057)  S.  750/52. 

[2Z]  Kannewurf,  Ä.  S.:  Research  pushes  grln- 
dability  guesses  into  the  backi^und.  Rock 
Products  SO  (1057)  S.  86/01.  8.  116,  8.  118. 
S.  121.  8.  122. 

[24]  BemuUU,  P.:  Nomogramm  für  überschlft- 
gige  Rohrmühlenberechnungen.  Zement- 
Kalk-Glps  12  (1050)  Kr.  1  8.  65/67. 

[25]  Bellwinkel,  A,:  Neuseltliche  Mahlanlagen. 
Zement-Kalk-Gips  IS  (1050)  Nr.  1  S.  41/55. 

[26]  Tanaka,  T. :  Theoretische  Möglichkeiten  für 
den  Komaufbau  beim  Mahlen  im  g^i- 
schlossenen  Kreislauf.  Zement -Kalk-Gips  1 1 
(1058)  8.  02/04. 

[27]  Tanaka,  T.:  Der  geschlossene  Kreislauf  mit 
normalen  Windsichtem.  Zement-Kalk- 
Glps  11  (1058)  S.  208/304. 

[28]  Tanaka,  T. :  Entwurf  von  Mahlanlagen  mit 
gesctilossenem  Kreislauf.  Zement-Kalk- 
Gips  11  (1058)  S.  806/403. 

[20]  MuMffnuff,  0.:  Verschleiß  von  Manganhart- 
stahlplatten in  Zementmühlen.  Zement- 
Kalk-Gips  11  (1058)  S.  481/88. 

[30]  Finer  grinding  with  less  eontamination. 
Chem.  Products.  Chem.  News  S1  (1058) 
8.  280. 

[31]  Spinka,  H.:  Verbesserung  der  Kokskohlen 
und  damit  der  Koksgüte  durch  Misch- 
mahlung in  Hammermühlen.  Aachener  Bl. 
Aufbereiten.  Verkoken,  Brikettieren  8(1058) 
S.  41/56. 

[32]  Impact  grinding  and  pulverizing.  Chem.  Pro- 
cess  Engng.  3t  (1058)  8.  306. 

[33]  Impact  type  pulverizing  mills  macking 
inroads  in  chemical  processing  field.  Chem. 
Engng.  Progr.  S4  (1058)  8. 134/35. 

[34]  Fluid  energy  mills  for  sub-sievo-pulverixing; 
Chem.  Engng.  Progr.  66  (1050)  Nr.  1  S.  108 
bis  110. 

[35]  Sandmilling  sweeps  Paint  Industry.  Chem. 
Engng.  66  (1058)  8.  66. 

[36]  Waeser,  B. :  Weichzerkleinerung  —  Ein  Bei- 
trag zur  Achema;  Seifen  -  Oele  •  Fette  • 
Wachse  S4  (1058)  8.  313/20. 

[37]  Rumpf,  B.:  Zerkleinem  und  Sichten. 
.Chemie-Ing.-Techn.  30  (1058)  8.  814/10. 


SlBbOHf  SIcflf  eil/  AbSCfielcfen  /  von  Pror.  Or.-Zng.  Walfw  Barth  VDI,  Karlsruhe 

DK  66.022:621.928  (047.1) 


Bei  den  Siebmaschinen  [1]  wird 
zwischen  Vibrationasieben,  Wurfsie- 
ben und  Traversstoren  unterschieden. 
Für  Stoffe,  die  zum  Anbacken  und 
Schmieren  neigen,  hat  sich  eine  Sieb- 
maschine bewährt,  bei  der  der  Antrieb 
direkt  auf  das  Siebgewebe  wirkt  und 


der  Siebrahmen  in  Ruhe  bleibt.  Die 
Siebgütegrade  der  Traversatoren  lie- 
gen bei  den  untersuchten  Materialien 
über  denen  der  Schwing-  und  Wurf- 
siebe. Durch  Ausbilden  der  Siebfläche, 
in  Form  von  zwei  Gruppen  beweg- 
licher Stabsysteme  [2]  mit  wellen-  oder 


[1]  Merz,  K.'.  Untersuchungen  der  gebräuch- 
lichsten Siebmaschinenarten  auf  ihre  Eig- 
nung fflr  die  Feinkomsiebung.  Chem.  Tech- 
nik 10  (1058)  S.  282/80. 


[2]  Lemke,  K. :  Eine  neuartige  Siebmaschine 
für  das  Sieben  bei  kleinen  TrennkomgröOen. 
OlQckauf  04  (1058)  S.  1187/80. 


YDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


1365 


[3]  Riedel,  S.  O. :  Draht  ala  Siebe]ement.  Draht 

9  (1968)  8.  295/801. 
[4]  Goldberif,  Ä.,  u.  W.  WaUer:  Include  Scr«en 
Openlng  Siie.  Chemical  Bn^ng.  88  (1959) 
8. 107/10. 
[5]  Poyne,  R.  B.:  The  Optimal  Vortez  Classi- 

fier.  Mining  Engng.  9  (1957)  8. 1118/17. 
[6]  Tattuo  Tanaka:  Der  geschlouene  Kreislauf 
mit  normalen  Wlnddchtem.  Zement-Kalk- 
Gips  11  (1958)  8.  298/304. 
[7]  Solbaeh,  W. :  Beitrag  cur  Theorie  des  Drall- 
abscheiders. Tonindustrie-Zeltung  und  kera- 
mische Rundschau  SS  (1958)  8.  474/78. 
[8]  Ludewig,   H.:   Modellyersuche  am  Zyklon 
über  den  Binfluß  der  Tauchrohrtiefe  auf  Ab- 
Bcheidegrad  und  Druckrerlust.  Maschinen- 
bautechnik 7  (1958)  8.  416/21. 
[9]  Rammler,  B.,  u.  K.  Breitling:  BntstaubnngB- 
messungen  an   kombinierten  Zyklon- Naß- 
entstaubungen    von    zwei    Menning-Kflhl- 
trommeln.  Bergbautechnik  6  (1955)  8.  67/79. 

[10]  Pracht,  B.:  Wassergekühlter  Bundkamin 
und  Zyklonanlage  xum  Bntstauben  der  Kon- 
verterabgase. 8tahl  un  Bisen  78  (1959) 
8.  283/90. 

[11]  Weber,  J.:  Dampf erzeugung  und  Bntstau- 
bungsgrad  der  Konverterabgase  an  einem 
wassergekühlten  Rundkamin  mit  Zyklon- 
entstaubung.  8tahl  und  Bisen  78  (1959) 
8.  291/94. 

[12]  Barth,  W.:  Grundlegende  Untersuchungen 
über  die  RelnigungslelBtung  von  Wasser- 
tropfen. 8Uub  18  (1959)  8.  176/80. 

[13]  5totrtfiafMl,  C.J,:  The  deaign  and  Perfor- 
mance of  modern  gascleaning  equipment. 
Journal  of  the  Institute  of  Fuel  S8  (1956) 
8.  58/81. 

[14]  Brink,  J.  A.,  u.  C.  B.  Contant:  Experiments 
on  an  Industrial  Venturi  8crubber.  Ind. 
Bngng.  Chem.  68  (1958)  8.  1157/60. 

[15]  Teuher,  W.:  Die  Anwendung  des  Pease- 
An thony- Venturi- 8crubbers  für  verschie- 
dene Bntnebelungs-  und  Entstaubungsauf- 
gaben.  Chemiker-Zeitung  —  Chemische 
Apparatur  83  (1959)  8.  118/21. 

[16]  Faire,  L.O.:  High  efficiency  fibre  fUters 
for  the  treatment  off  ine  mists.  Trans.  Instn. 
Chem.  Bng.  38  (1958)  8.  476/85. 

[17]  Gründer,  W.:  8taubtechnik.  VDI-Z.  181 
(1959)  8.618/17. 

[  18]  Outhmann,  K. :  Das  Problem  der  Reinhaltung 
der  Luft  unter  besonderer  Berücksichtigung 
der  Eisenhütten,  insbesondere  8tahlwerks- 
betriebe.  Radex-Rundschan  (1958)  8.  8/80. 

[19]  Trawineki,  £.:  8ystematik  der  Verfahren 
und  Apparate  zur  Trennung  festflüssiger 
Mischsysteme.  Chemie-Ing.-Technik  38 
(1958)  8.  393/99. 

[20]  Köhler,  A,:  Der  Hydrozyklon  als  Bestandteil 
der  Wasserwirtschaft  eines  gemischten 
Hüttenwerkes.  Stahl  und  Eisen  78  (1958) 
8.  285/39. 


zackenförmiger  Oberfläche,  versucht 
man,  Verstopfungen  imd  Zusammen- 
ballungen  zu  vermeiden  und  die  Wirk- 
scunkeit  zu  steigern.  Der  Verschleiß 
der  Drähte  kann  bei  Verwendung 
geeigneter  Legierungen  herabgesetzt 
werden  [3].  Bei  Sieben  ist  neben  der 
Maschenweite  vor  allem  auch  auf  den 
freien  Querschnitt  zu  achten  [4].  Für 
Spiralwindsichter  [5]  wird  eine  neu- 
artige Auslegung  empfohlen,  deren 
Kennzeichen  darin  besteht,  daß  die 
Sichtung  mit  einem  Minimum  an 
Druckverlust  auskommt.  Die  Vor- 
gänge im  Windsichter  [6]  werden  zu- 
sammen mit  den  Vorgängen  im  Kreis- 
lauf studiert. 

Auf  dem  Grebiet  der  Abscheidung 
findet  der  mechanische  Abscheider  in 
zunehmendem  Maße  Anwendung,  ein- 
mal um  die  bei  vielen  verfahrenstech- 
nischen Prozessen  auftretenden  Auf- 
gaben der  Abscheidung  von  Gütern 
aus  dem  Luftstrom  in  einfacher  Weise 
zu  lösen  und  zum  anderen  können  die 
Forderungen  an  die  Reinhaltung  der 
Luft  auf  diese  Weise  manchmal  ohne 
großen  Aufwand  erfüllt  werden.  Be- 
züghch  der  Theorie  des  Zyklonab- 
scheiders macht  Solbach  [7]  darauf 
aufmerksam,  daß  der  turbulente  Aus- 
tausch zwischen  den  einzelnen  Schich- 
ten besonders  beachtet  werden  muß. 
Untersuchungen  an  Zyklonabschei- 
dem  [8]  zeigen,  daß  durch  eine  beson- 
dere Form  des  Tauchrohres  bzw.  des 
Tauchrohreinlaufee  der  Druckverlust 
ohne  Einbuße  an  Abscheideleistung 
gesenkt  werden  kann.  In  Brikettfa- 
briken hat  sich  eine  kombinierte  Zy- 
klon-Naßentstaubung  [9]  bewährt.  Für 
die  Abscheidung  der  Konvertergase 


wurde  ein  wassergekühlter  Rundka- 
min [10]  entwickelt,  bei  dem  man  die 
Abgase  unter  Ausnützung  des  Kamin- 
zuges durch  Zyklonabscheider  ent- 
staubt [11]  und  einen  Teü  der  Abgas- 
wärme [11]  wiedergewinnt. 

Mit  grundsätzlichen  Fragen  der 
Naßreinigung  befaßt  sich  eine  Arbeit 
[12]  über  die  Reinigungsleistung  von 
Wassertropfen.  Werte  für  die  erziel- 
baren Verbesserungen  der  Entstau- 
bungsleistung  durch  Erhöhung^  der 
relativen  Geschwindigkeit  zwischen 
Wassemebel  und  Gas  führen  zu  neuen 
Gesichtspunkten  über  die  Ausbildung 
von  Desintegratoren  und  Naßreini- 
gungsanlagen. Auf  die  Bedeutung 
einer  hohen  Relativgeschwindigkeit 
zwischen  Wasser  und  Gas  für  die  Rei- 
nigungsleistung wurde  schon  früher 
hingewiesen  [13].  Auf  diesen  Über- 
legungen beruht  auch  der  Pease-An- 
thony- Venturi- Scrubber,  über  dessen 
Leistungen  [14]  und  Anwendungs- 
möglichkeiten [16]  berichtet  wird. 
Durch  Oberflächenbehandlung  von 
Glaswollfiltem  [16]  konnte  eine  we- 
sentliche Verbesserung  der  Abscheide- 
leistung bei  Schwefelsäuredämpfen 
erzielt  werden.  Im  Zuge  der  Bestre- 
bungen zur  Reinhaltung  der  Luft 
wurden  zahlreiche  Arbeiten  [17]  über 
den  Staubanfall  und  über  die  Vervoll- 
kommnung der  Staubmeßtechnik  ver- 
öffentlicht; besonders  vielseitige  Pro- 
bleme liegen  in  der  Eisenhüttenindu- 
strie  vor  [18].  Eine  Arbeit  [19]  befaßt 
sich  mit  der  Sjrstematik  der  Hydro - 
Zyklone.  In  der  Hüttenindustrie  wurde 
ein  offener  Hydrozyklon  von  10  m 
Dmr.  [20]  mit  Erfolg  zur  Abscheidung 
des  Walzensinters  benützt.      S  11136 


Mechanische  Flussigkeitsabtrennung 

Von  Prof.  Dr.'Ing.  Wilhelm  Bafel  VD/,  Braunschwelg 


DK  66.066/.067.5  (047.1) 


Die  zunehmende  wissenschaftliche 
Durchdringung  des  Verfahrens  der 
mechanischen  Trennung  von  fest/ 
flüssig- Systemen  hat  zu  Grundlagen 
geführt,  die  bereits  eine  qualitative 
Beiul^ilimg  des  Entfeuchtungsgrades 
ermögUchen.  Insbesondere  ist  es  ge- 
lungen, Modellbeziehungen  abzuleiten, 
die  eine  zumindest  überschlägige  Vor- 


[1]  Batet,  W.:  Kennzeichnung  der  Zwischen- 
r&ume  In  SchQttgfltern  im  Hinblick  auf  ver- 
fahrenstechnische Prozesse.  Chem.-Ing.- 
Techn.  31  (1059)  S.  388/08. 

[2]  Botel,  W.:  FUterapparate.  Chem.-Ing.- 
Techn.  30  (1058)  8.  823/26. 

[3]  Lemke,  K. :  Nepe  Möglichkeiten  zur  Ent- 
wftsserung  feinster  Schl&mme  in  der  Steln- 
kohlenaufbereltung.  Glückauf  06  (1050)  Nr.  6 
S.  203/08. 

[4]  Braum,  J.  O.:  Chem.  Bngng.  Progr.  SS  (1056) 
Kr.  6  S.  238/40. 

[5]  Bell,  O.  R.,  u.  F.  B.  Hutto:  New  CJoncepts  in 
the  Analysls  of  Rotary  Precoat  Filter  Ope- 
ration. Chem.  Engng.  Progr.  64  (1058)  Nr.  12 
S.  69/78. 

[6]  Trawineki,  H.  F. :  Zentrifugen  und  Hydro- 
zyklone.  Chem. -Ing. -Techn.  30  (1058)  S.  831 
bis  838. 


ausberechnung  des  Entfeuchtungs- 
grades erlauben  [1].  Trotzdem  fehlen 
insbesondere  an  dieser  Stelle  wesent- 
Uche  Grundlagen,  auf  die  die  verfah- 
renstechnische Entwicklung  cmgewie- 
sen  ist.  Daher  muß  mcui  auf  dem 
Grebiet  der  funktionellen  Entwicklung 
in  vielen  Fällen  noch  empirisch  und 
damit  tastend  und  wenig  zielsicher 
arbeiten. 

Fiiferapparate 

Bei  den  Füterapparaten  wurden 
atetÜg  arbeitende  Druckfilter  für  schwer 
filtrierbare  Trüben  entwickelt.  So 
baut  man  z.  B.  ein  normales  Dreh- 
filter und  ein  Schlüsselplanfilter  in 
ein  druckdichtes  Gehäuse  ein.  Bei 
einer  anderen  Type'  dagegen  ist  die 
Filtertrommel  von  einem  druckdich- 
ten Gehäuse  umgeben,  wobei  Stopf- 
buchsen die  Arbeitskammem  nach 
außen  und  untereineuider  abdichten. 

Die  wesentlichen  Nachteile  der  Fil- 
torpresse,   nämlich   die   nicht  stetige 


Arbeitsweise  und  die  umfangreiche 
Handarbeit  wurden  teilweise  durch 
die  Entwicklung  vollautomatischer 
Filterpressen  beseitigt  [2].  Diese  imd 
auch  andere  Druckfilter  finden  zu- 
nehmendes Interesse  bei  der  Stein- 
kohlenaufbereitung [3].  Über  eine 
neuartige  Umkehrfiltration  in  Filter- 
pressen berichtet  J.  ö.  Brown  [4].  — 
Auf  dem  Gebiet  der  Anschwenmif  ilter 
wurden  besondere  Hilfsmittel  ent- 
wickelt. Von  Untersuchungen  über 
den  Vorgang  der  Anschwemmfiltra- 
tion bei  Drehfiltem  berichten  Q.  E, 
Bett  und  F,B,HuUo  [6]. 

Zentrifugen  und  Zyklone 

Bei  den  Filter-  und  auch  manchen 
Vollmantelzentrifugen  wird  angestrebt, 
den  Durchsatz  durch  größere  Trom- 
mellängen zu  steigern.  Diese  Ent- 
wicklung ist  besonders  bei  den  Schäl- 
und  Schubschleudem  (neuere  Bau- 
arten haben  bis  zu  acht  Stufen)  zu 
beobachten  [6].  Man  könnte  auch  den 


1366 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktobar 


Durchmesser  der  Trommel  vergößem: 
Dann  steigt  aber  bei  gleicher  Trenn- 
kraft  (Fliehkraft)  die  'Beanspruchimg 
des  Tronunelmantels  an.  Zentrifugen 
werden  in  zunehmendem  Maße  auch 
mit  druckdichten  Gehäusen  ausgerü- 
stet, um  sie  auch  in  Prozesse  ein- 
schalten zu  können,  die  auf  einem  hö- 
heren Druckniveau  arbeiten.  Als  Neu- 
entwicklungen sind  weiter  die  Filter- 
band-Schleudern  zu  nennen.  Bei  die- 
sem Typ  wird  die  Schleudertrommel 
durch  umlaufende  Filterbänder  ge- 
bildet, die  als  Ganzes  um  eine  Achse 
rotieren.  Betriebserfahrungen  mit 
diesen  Schleudern  wurden  bisher  noch 
nicht  veröffenthcht. . 

Über  ein  neues  Anwendungsgebiet 
der     Hydrozyklone     (Drallströmung) 


hat  ü.  Regehr  in  einer  vorläufigen 
Mitteilung  berichtet  [7].  Es  wurden 
die  Vorgänge  in  einem  Drallströ- 
mungsraum studiert,  wenn  der  aus 
den  Emulsionen  oder  auch  Suspen- 
sionen abzuscheidende  Stoff  eine  ge- 
ringere Dichte  hat  als  die  Dispeigier- 
flüssigkeit  (Negative  Dichte-Kenn- 
zahl). Unter  dieser  Bedingung  ist  das 
Verhältnis  zwischen  Überlauf-  imd 
Unterlaufmenge  wesentlich  verschie- 
den von  dem  üblicher  Hydrozyklone^ 
Allein  schon  aus  dieser  Tatsache  re- 
sultieren neue  Merkmale.  Bauarten, 
Abhängigkeiten,  Grenzen  luid  Mög- 
lichkeiten dieses  Verfahrens  wurden 
diskutiert. 

Die     mechanische     Flüssigkeitsab- 
trennung gewinnt  z.  Z.  besonders  an 


Bedeutung,  weil  die  Entwässerung 
feinster  Schlämme  das  größte  tech- 
nische imd  wirtschaftliche  Problem 
bei  der  Steinkohlenaufbereitung  ist 
und  weil  durch  das  neueWasser- 
haushaltsgesetz  in  Zukunft 
große  Investiti  an  e  n  für 
die  Abwasserreinigung  er- 
forderlich sind.  8  11122 


[7]  Rsgehr,  U.:  Trennung  speileller  Stoffsysteme 
im  DrallstrOmangsrauni.  Vortrag  beim  Aus- 
Bchnß  „Meclianische  Flüssiglceitsabtrennung" 
4.  Mai  1950,  Essen. 


MiSChOn   I    ^on  0/p/,-/ng.  Itudolf  irdmmngmr  VOi  Leverkusen 


DK  66.022:621.929(047.1) 


Mischvorgänge  im  gosförmigen 
Gesomfzustand 

Für  Analysenzwecke  wurden  Appa- 
rat<e  zur  Herstellung  von  Gasmischun- 
gen  im  Bereich  1  :  1,5  bis  1:5*  10* 
entwickelt  [1].  Zum  Befeuchten  von 
Gasen  benützt  man  schnell  umlaufende 
Scheiben  [2].  Mehrere  Spritzpistolen, 
deren  Sprühkegel  ineinandergreifen, 
ergeben  ein  System  zum  Befeuchten 
von  Pulvern  [3].  Rohre  mit  sog. 
Flanunhaltem  verbessern  das  Ab- 
fackeln von  Abfallgasen  in  Raffine- 
rien [4].  Zellstoff  kann  man  durch 
Zerstäuben  eines  23%  igen  Breies  mit 
Gasen  hoher  Temperatur  (870  ""C) 
trocknen  [5].  Bei  Untersuchiuigen 
über  das  Verdampfen  von  Petroleum- 
tröpfchen erhielt  man  eine  gute  Über- 
einstimmung mit  älteren  Berechnun- 
gen über  Größe  und  Verteilung  der 
Resttröpfchen  [6].  Auch  Einstoff- 
düsen  können  gelegentlich  für  Suspen- 
sionen benutzt  werden  [7]. 

Der  Sprühwinkel  von  Dralldüsen 
wird  mit  steigender  Zähigkeit  der 
Flüssigkeit  und  mit  höherem  Druck 
kleiner.  Auch  bei  niedrigen  Drucken 
kann  ein  Teil  der  Tröpfchen  sehr  fein 
(!«  1  ^)  sein  [8].  Gegeneinander  ge- 
richtete Strahlen  aus  groben  Düsen 
können  feinteilige  Schleier  erzeugen 
[9].  Die  Geschwindigkeit  von  bei 
Drücken  bis  2000  kp/cm'  durch  Düsen 
von  0,8  mm  Dmr.  ausströmendem 
Wasser  wird  t?  =  14  ^p  [10].  Gra- 
phische Berechnt&igen  des  Mischens 
der  Gase  in  Strahltriebwerken  be- 
rücksichtigen nun  auch  die  Mischungs- 
lücke mit  Druckspitzen  luid  -Senkun- 
gen [li].  Das  Flammenprofil  in  In- 
dustriebrennem  wurde  photographiert 
fl2]. 

Der  Widerstand  von  in  Gasen 
achwebenden  Gutswolken  oder  -sträh- 
nen ist  wechselhaft,  kann  zu  Unsym- 


metrien  der  Strömung  und  zu  Rohr- 
verstopfungen führen  [13].  Das  Ein- 
fangen von  versprühten  Tröpfchen 
erleichtert  ein  ablenkender  Gas- Strahl 
[14].  Die  Zähigkeit  zu  versprühender 
Kraftstoffe  sollte  unter  10  cSt  liegen 
[15].  Explosive  Luft-Gas  (Dampf)- 
Gemische  sind  zur  Berechnung  der 
Zündgrenzen  auf  den  Normalzustand 
(20  ^'C,  760  Torr)  zu  beziehen  [16]. 
Über  die  Bedingungen  zur  Zündung 
siehe  auch  [17;  18].  Neuere  Spritz - 
Haschen  zur  Erzeugung  von  Aero-' 
solen  arbeiten  in  jeder  geometrischen 
Lage  [19]. 

Mischvorgänge  im  ieichtfiOssigen 
Gesamfzusfand 

Die  nüttlere  Verweilzeit  von  in 
Rohren  strömenden  Flüssigkeiten  wird 
zur  Berechnimg  des  DifTusionskoeffi- 
zienten  für  die  Längsmischung  nicht 
benötigt  [20]. 

Doppelrohr-Mundstücke  mit  Leit- 
kränzen eignen  sich  zum  kontinuier- 
lichen Vermischen  von  Flüssigkeiten 
und  Gasen  [21].  Die  Länge  der  Misch - 
Zone  ist  von  der  Kompressibilität  der 
Medien  abhängig  [22].  Hohle  Rühr- 
arme sind  zum  technischen  Verteilen 
von  Gcuien  in  Flüssigkeiten  betriebs- 
sicher   [23].  .  Sechsblatt-Rührer    oder 


[1]  Srhnelle,  P.  !>.:  A  Precision  Gas  Mixer  Cor 
Calibraiing  Analysers.  JSA-Journ.  4  (1957) 
Nr.  4  S.  128/33. 

[2]  Appareil  et  proc6d^  pour  m^langer  un  liquide 
et  un  gaz.  Franz.  Tatent  1 154  132. 

[3]  Dual  Nozzled  Oun  Elimlnates  Fre-Mixing 
and  Storage  Problems.  Design  News  IS 
(1957)  Nr.  20  S.  40/41. 

r4]  Cronan»  C.  S.:  New.  Multijet  Flare  Tames 
Smoky  Flames.  Chem.  Engng.  65  (1958) 
Nr.  11  S.  50;  vgl.  a.:  Miller  jr.,  P.  B.,  R.  J. 
Hibnhman  ti.  J.  R.  Connel:  Nö  Smoke,  no 
Light,  no  Nolsc  . . .  that's  the  claim  made 
for  a  New  Flare.  011  Gas  J.  66  (1958)  Nr.  20 
S.  136/38  u.  S.  141. 


[5]  Güuvin,  W,  H.:  Application  of  the  Atomized 
Saspenslon  Technique.  Tappi  40  (1957) 
Nr.  11  8.  866/72. 

[6]  Jarman,  R.  T. :  .The  Evaporation  of  Sprays. 
Brlt.  J.  appl.  Phys.  f  (1958)  Nr.  4  8. 153/54. 

[7]'  Bngtlrum,  K.  B.:  Apparatos  fflr  Diaperslng 
ander  Pressure.  USA  Patent  2  774  628. 

[8]  Oebhardt,  H. :  Zerst&nbung  mit  DralldQsen. 

Wlss.  Z.  Teohn.  Hochsch.  Dresden  7  (1957/ 

1958)  Nr.  2  8.  249/73. 
[9]  Tanataufa,  K..  S.  So$aki  u.  N.  Nagai:  The 

Atomisation   of  Llqulds   by   Fiat   Impin- 

gement  Nozzles.  Engrs.   Digest,  10  (1958) 

Nr.  4  8.  151/55. 
[10]  Weretehagin^  L.  F.,  A.  Ä.  SaemerMehan,  F. 

M.  FüUr:  Nachr.  Akad.  Wlss.  Ud88B.  Abt. 

Techn.  Wlss.  (1957)  Nr.  1  8.  57/60.  Auszug: 

CJT  30  (1958)  Nr.  6  8.  423/24. 

[11]  Lutz,  O.:  Chem.  Ing.  Technik  30  (1958) 
Nr.  7  8.  484. 

[12]  Boeneeke,  H.:  Modellversuche  lAer  die  Strö- 
mung in  Industriegasbrennem.  Chem^Ing.- 
Techn.  SO  (1958)  Nr.  9  8.  585/88. 

[13]  Barth,  W.:  8trOmungsvorgftnge  beim  Trans- 
port von  Festteilchen  und  Flflssigkeits- 
teilchen  in  Gasen  mit  besonderer  Berflck- 
stchtlgung  der  Vorgänge  bei  pneumatischer 
Förderung.  Chem.-Ing. -Technik  30  (1958) 
Nr.  3  8.  171/80. 

[14]  Klein,  E.:  Zur  Messung  und  Darstellung  der 
TropfengrOOenvertellung  in  einem  ZerstAu- 
bubf^strahl.   CJT   30  (1958)  Nr.  7   8.  482. 

[16]  Oebhärdf,  H.:  Die  TropfengröOe  bei  DraU- 
zerstAubung.  Chem.-Ing.-Techn.  30  (1958) 
Nr.  7  8.482/83. 

[16]  PraM,  K.:  Abhängigkeit  der  fflr  Gta-Luft- 
und  für  Dampf-Liü^t-Oemische  angegebenen 
Zflndgrenzen  und  Bxplosionsdrttcke  vom 
Druck  und  von  der  Temperatur.  VDI-Z.  100 
(1958)  Nr.  10  8.  405/07. 

[17]  Seile,  H.:  Die  Grundzüge  der  Experimental- 
verfahren  zur  Beurteilung  brennbarer  Indu- 
striestAube.  VDI-Berichte  10  (1957)  .ß.  37 
bis  48.  i.t^ 

[18]  Broihan,  F. :  Neuere  VersuchsergebuisaeOlHT 
die  elektrostatische  Aufladung  und  Zflodung 
Vbii  StAuben  nach  engl.  u.  amerikanischen 
Arbeiten.  In:  VDI-Berichte  Bd.  10  Düssel- 
dorf 1957  8.  7/17.  »A. 

[19]  Waldherr,  JR..  n.  T.  C.  Clark:  Die  Xeühuik 
der  Aerosolverpaokung  Teil  II:  Ventile 
VDIrZ.  101  (1959)  Nr.  15  8.  605/11.  (Teil  I. 
VDI-Z.  00  (1956)  8.  543/48,  betrifft  die  Aus- 
führung der  FlaschenJ  ^ 

[20]  van  der  Laan,  B.  Th. :  Notes  an  the  Diffusion 
Type  Model'  for  fhte  Longitudual  Mixing  in 
Flow.  Chem..  Bngng.  Sei.  7  (1958)  Nr.  3 
S.  187/91. 

[21]  Aüxing  Unit  with  no  Moring  Parts.  Chem. 
Proceeding  (London)  4  (1958)  Nr.  4   8.  14. 

[22]  Cran»,  L.J.,  u.  D.  C.  Pack:  The  Laminar 
and  Turbulent  Mixing  of  Jets  of  com- 
pressible  Fluid,  T.  I  u.  11.  J.  Fluid  Mechan.  S 
(1957)  Nr.  5  8.  449/55  und  3  (1957)  Nr.  1 
8.  81/92. 

[23]  OrieelMch,  B.  C. :  Device  für  the  Dispersion 
of  Gas  in  a  Liquid.  USA-Patent  2  800  315. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


1367 


t4\ZwieUnm§,  Tk.Nr.  Siupendiiic  oT  Solid 
PartlelM  tai  Liqnidt  by  AciUton.  Chem. 
BnCDC  ScL  S  (1058)  Kr.  3/4  8.  244/53. 

25]  Nmttim,  S.,  K.  Tmwmwuio,  T,  Totapmmtm 
n.  S.  SHgmi  Stndies  oT  tbe  Power  ILequi- 
rrment  oT  JOziiif  Impelkfm.  Xem.  Fac. 
Engn«.,  Kyoto  UniTei».  19  (1057)  Kr.  3 
S.  274/90. 

26]  Bert,  P-  ^''-  UmlMifboiiiofeiiisleniiig  alt 
neiiM  VeifUifeii.  CJT  31  (1050)  Kr.  1  S.  20 
Mt  21. 

27]  Mmeeter,  H.  /..  n.  IT.  Fiteker:  Vorrfchtiui« 
zur  Dnrcliffiliniiig  Ton  Beaktionen  swiicben 
Oaaen  einenclU  and  FlflMigkelteii,  Utnogen 
nud  Suspeiiiioiieii  aoderenelU.  DDR- 
Patent  13  607  KL  12e  Gr.  4/01  nnd  DDR- 
Patent  13  802  KL  12e  Or.  4/01. 

28]  Scott,  L.  3.,  W.  B.  Hmw—  lü  o.  C.  D.  Hol" 
Umd:  Tbe  Formation  oT  interfadal  Area  in 
immiicible  Liqnida  by  Oiiflce  Mixet». 
A.  J.  Ch.  B.  J.  4  (1058)  Kr.  3  8.  346/50. 

20]  Hibw,  •/.  W.:  Venreilieitepelctren  atrOmen- 
der  Flflaaiglulten  in  Kofelachfittnnsen. 
Chem.-Inff.-Tecbn.  36  (1058)  Kr.  3  8. 180. 

30)  Schwab,  Ä.,  o.  B.  Linck:  Oestaltiins  Ton 
RHlirem  nnd  ihren  Antrieben  aoirie  Ab- 
dichtungen der  Triebwerinrellen.  Cliem.- 
Ing.-Zechn.  36  (1058)  Kr.  11  8.  701/07. 

31]  Kene  Antiklopfmittel.  BrdOl  nnd  Kohle  16 

(1057)  Kr.  0  8.  653. 

32]  SckuUze,  O.  R.,  n.  J.  Mom:  Jahreiftbenleht 
BchmierstofTe.  VDI-Z.  1t6  (1058)  Kr.  1 
8.31/35.  (VgLa.:  ScknOUe,  O.  R.i  Beeln- 
fluasong  von  Beibans  und  Schmierong 
durch  Zoaatiatofre.  VDI-Z.  ItO  (1058)  Kr.  4 
8. 146.) 

33]  SUinwuiz,  Ä.:  Api»arate  zur  StofTverteünng. 
VDI-Z.  1t6  (1058)  Kr.  31  8.  1484. 

34]  Weber,  W.:  Armaturen.  VDI-Z.  1t6  (1058) 
Kr.  1  8.  032. 

35]  Kafmrote,  W.  W.,  u.  S.  A.  Skukawskajm: 
Die  grundlegenden  charakteristischen  Merk- 
male der  Arbeiteweise  von  Extraktions- 
8trahlapparaten  und  ihr  relativer  Effekt. 
J.  angew.  Chem.  (rusa.)  1  (1058)  Kr.  3 
8.  376/86. 

36)  NaguU,  S.,  M.  Adtieki  u.  J.  Yarnrngweki: 
Das  Lösen  fester  Teilchen  in  gerfihrten 
Flflssigkeiten.  Mem.  Fac.  Engng.  Kyoto 
Univ.  26  (1058)  Kr.  1  8.  72/03. 

37]  Fieeker-SehUmm,  W.  B.,  u.  W.  Krepela: 
Korrosionsversuche  mit  verschiedenen  Me- 
tallen in  Handelsdftngerlösungen.  Land- 
techn.  Forschung  7  (1057)  Kr.  5  8.  138/30. 
Referat:  VDI-Z.  161  (1050)  Kr.  3  8.  106. 

38]  LamofU,  A.O.  W.:  RflhreD  durch  Luftetrom 
Pachuca  Tank.  Canad.  J.  ehem.  Engng.  36 

(1058)  Kr.  4  8.  153/60. 

30]  LowensUin,  I.  O. :  Entwurf  waagerechter 
Leitungen  fflr  die  Strömung  von  Suspen- 
sionen, die  sich  nicht  absetzen  sollen.  Chem. 
Engng.  66  (1050)  Kr.  1  8.  133/35. 

40]  Bek,  B.:  Kenes  Oer&t  zum  Umrühren  von 
Flflssigkeiten.  Ghem.-Ing.-Techn.  31  (1050) 
Kr.  4  8.  260/61. 

41]  Nagaia,  5..  K.  Ymmmmato  u.  M.  üfikara: 
StrOmungsveriauf  bei  Flflssigkeiten  in  einem 
Büschkessei  ohne  Leitbleche.  Mem.  Fac. 
Engng.  Kyoto  Univ.  26  (1058)  Kr.  4  S.  836 
bis  340. 

42]  Broecker,  B.:  Vermischen  von  Flflssigkeito- 
oder  OasstrOmen  bei  kleiner  Oesamtdruck- 
ftnderung  Teil  I  und  II.  Forsch.  Ing.-Wes.  24 
(1058)  Kr.  6  8.  160/77  und  21  (1050)  Kr.  1 
8.  17/25. 

48]  TarpUy,  W.  B.,  M.  L.  Bromberg  u.  J.  O. 
Thomas:  Herstellung  von  Tb  El,- Dispersio- 
nen in  Wismuth  durch  Ultraschall-Ein- 
wirkung. Ind.  Engng.  Chem.  11  (1050)  Kr.  2 
8. 174/76. 

44]  Bseke,  R.,  u.  P.  Langer:  Ultraschallanlagen 
fflr  chem.  Produktionsprozesse.  Siemens-Z. 
33  (1050)  Kr.  1  8.  43/48. 

4b]  Smitk,  J.S.:  Emulglerung  und  Disper- 
gierung  mittels  Ultraschall.  Chem.  Process 
Engng.  46  (1050)  Kr.  2  8.  54/57. 

46]  Calderbank,  P.  H.,  u.  M.  B.  Moo-Young: 
Die  Voraosberechnung  der  mechanischen 
Leistung  l>elm  Rflhren  in  rheologisch  kom- 
plizierten Flüssigkeiten.  Trans.  Inst.  Chem. 
Engrs.  37  (1050)  Kr.  1  8.  26/33. 

47]  BuckUr,  B.  J„  u.  L.  BreÜman:  Die  Verweil- 
zeitverteilung in  kontinuierlich  durchflosse- 
nen  Mlschsystemen.  Canad.  J.  chem.  Engng. 
37  (1050)  Kr.  1  8.  25/28. 

48]  Greenkalgh,  R.  B.,  R.  L.  Johneon,  H.  D. 
yott:  Die  Vermischung  von  Flüssigkeiten 
in  kontinuierlich  durchflossenen  Rflhrbehftl- 
tem.  Chem.  Engng.  Progress  11  (1050)  Kr.  2 
8.  44/48. 

40]  Low  Kitrogen  Steel  from  Kew  Hteel  Con- 
verter which  has  controUed  O,  consumption 
and  Stirring  Speed.  Chem.  Processing  (Lon- 
don) 4  (1058)  Kr.  2  8.  12. 

50]  Samal,  B. :  Meß-  und  Regelgeräte  für  nicht 
elektrische  Orößen  (Interkama-Bericht 
1057),  insbes.  Mischungsregler.  VDI-Z.  100 
(1058)  Kr.  7  S.  278. 

51]  Rodenaeker,  W.O.:  Konstruieren  von  den 
StofTeigenschaften,  aus  VDI-Z.  106  (1958) 
Kr.  84  8.  1605/13. 


Propeller  werden  zum  Verteilen  von 
körnigen  Stoffen  in  Flüasigkeiten  be- 
vorzugt [24].  Diagramme  erleichtem 
die  Eirmittlung  der  Widerstandsziffer 
von  Rubrem  [25]. 

Die  Duzchsatzleistung  von  Emul- 
giermaacbinen  wurde  durch  Ein- 
schalten eines  Abtrenn-Kreislaufes  ge- 
steigert [26].  Strahlapparate  eignen 
sich  für  Reaktionen  in  gasförmigen 
und  fliissigen  Stoffen  [27].  Gelochte, 
in  Rohre  eingebaute  Scheib^i  werden 
als  Misch-  oder  Kmulgierelemente 
(Teilchen  allerdingpB  >  100  |ft)  ver- 
wendet [28].  Eine  Berechnung  der 
Verteilung  von  zwei  Flüssigkeiten 
beim  Durchlaufen  einer  Kugelschüt- 
tung  ist  möglich  [29].  Für  technische 
Rührvoigange  eignet  sich  ein  aus  ge- 
bogen«! Armen  gebauter  Rührer  weit- 
gehend universell  [30]. 

Additivstoffe,  zusatzlich  zum  Te- 
traaethylblei,  verbessern  den  Ver- 
brennungsverlauf  von  Kraftstoffen 
[31].  Auch  der  Gang  der  Viskosität 
von  Schmierölen  mit  der  Temperatur 
kann  durch  geeignete  Zusätze  v^- 
bessert  werdm  [32].  Für  die  Begasung 
von  Flüssigkeiten  in  Behältern  mitt- 
lerer Größe  (bis  200  m')  werden  Loch- 
bleche eingesetzt  [33].  Mischventile 
für  verschieden  temperierte  Flüssig- 
keiten arbeiten  auf  :i:  1  ""C  Konstanz 
im  Gemenge  [34].  Injektoren  bieten 
Vorteile  für  schnell  ablaufende  Ex- 
traktionsvorgänge [35].  Die  Geschwin- 
digkeit, mit  der  Feststoffe  von  ge- 
rührten Flüssigkeiten  gelöst  werden, 
ist  erheblich  von  der  Re-Zahl  abhän- 
gig, wird  aber  von  einer  bestinunten 
Drehzahl  des  Rührers  ab  nicht  mehr 
erhöht  [36].  Vor  dem  Versprühen  zu 
lösender  Kimstdünger  wird  zweck- 
mäßig mit  einem  Siebkorb  in  den 
Wasserstrom  gehängt  [37]. 

Zum  Mischen  von  Flüssigkeiten  in 
sehr  großen  Behältern,  auch  für  me- 
tallui^ische  Zwecke  oder  zum  Tem- 
perieren von  Häfen  im  Winter,  wird 
die  Konvektion  mittels  injizierter 
Luft  erzeugt  [38].  Nomogramme  er- 
leichtem die  Bestimmung  der  Fließ - 


[52]  Danekwerte,   P.  V.:   örtliche   Verweilzeiteii 

In     kontinuierlichen     Btrömungssystemen. 

Chem.  Engng.  Sei.  9(1058)  Nr.  1  S.  78/79. 
[bS]OöUe,  H.:  Verwendung  radioaktiver  StofTe 

in     der     Verfahrenstechnik.     Chem.-Ing.- 

Techn.  31  (1050)  Xr.  3  S.  139/45. 
[54]  EIndüaige  Spritxpiatole  mit  gleichzeitigem 

Olasfaserauswurf.  Product.  Engng.  30(1058) 

Nr.  8  8.  27. 
[55]  PaequeUi,  C:  Machlne  for  Mlxlng  and  Ex- 

tnidlng.  USA  Pat.  2  749  571. 
[56]  Hill,    J.,    u.    A.  P.  Berger:    Extrusion    of 

Piastic  Materials.  USA- Pat.  2  803  (Hl. 
[57]  CarUy,  J.  F.:  Reinforced  Plastica  by  "Spray 

up".  Mod.  Plastica  3f  (1058)  Nr.  6  S.  119/24. 

(Vgl.  a.:  Fibers.  Resin  sprayed  all  at  once. 

Chem.  Engng.  News  30  (1058)  Nr.  4  S.  54). 
[58]  Hankey,  B.  H.,  u.  R.  D.  SackeU:  Dry  Blend- 

Extrusion.    SPB- Journal    14   (1958)    Nr.  3 

8.  43/48  u.  S.  72. 


geechwindi^ceit  von  Suspensionen  un- 
ter Berucksiehtigung  der  Dichten,  der 
Größe  der  festen  Teilchen  und  der 
Zähigkeit  der  Flüssigkeit  [39].  Ein 
neuartiger  Rührer,  eine  aus  Schaufeln 
gebildete  hohle  Walze,  kann  bevor- 
zugt ebene  Flussigkeitsbewegungen 
im  Behälter  hervorrufen  [40].  Die 
Wiricsamkeit  von  Rubrem  kann  man 
aus  dem  Vergleich  der  Eneiigie- 
Summe  aller  Ströme  im  Behalter  mit 
der  Rührenergie  beurteilen  [41]. 

Das  Verhältnis  der  Drücke  sowie 
der  strömenden  Flüssigkeitsniengen  in 
Ejektorapparaten  kennzeichnet  vor 
allem  den  Bfischvorgang.  Die  Wir- 
kungsgrade solcher  Anordnungen  kön- 
nen ausgeprägt  optimal  ausfallen  [42]. 
Ultraschall  kann  in  sich  abkühlenden 
Thorium- Wismuth  -  Schmelzen  bevor- 
zugt kubische  Teilchen  erzeugen  [43] 
oder  chemische  Reaktionen  beschleu- 
nigen [44].  Ultraschall-Pfeifen  disper- 
gieren  Füllstoffe,  Ruß,  Pigmente  in 
Latex,  Ol,  Wasser  und  anderen  Flüs- 
sigkeiten [45].  In  rheologisch  kompli- 
zierten Flüssigkeiten  wurde  das  am 
Rührer  wirkende  Geschwindigkeitsge- 
falle  in  Abhängigkeit  von  dessen  Dreh- 
zahl bestinunt  [46].  Die  Verweilzeit- 
verteilung in  kontinuierlich  durch- 
flossenen Sjrstemen  wurde  fiir  reine 
Mischvorgange  explizit  errechnet  [47]. 
Für  Reaktionen  sind  ähnliche  Ansätze 
brauchbar  [48]. 

Mischvorgfinge  Im  zfihflOssigen 
oder  brelortlgeii   Gesamfzusfoiul 

Mit  Sauerstoff  beblasene  Konverter 
liefern  extrem  N^-arme  Stähle  [49]. 
Die  Stoffaufbereitung  in  der  Papier- 
fabrikation kann  kontinuierlich  unter 
Verwendung  elektrischer  Regelgerate 
laufen  [50].  Bei  der  Konstruktion  von 
Apparaten  für  verfahrenstechnische 
Prozesse  entstand  ein  sog.  Keilspalt- 
Mischgerät  [51].  Zur  Berechnimg  der 
Verweilzeit  von  durch  beliebige  Sy- 
steme strömenden  Flüssigkeiten  ^^ird 
eine  Art  Halbwertszeit  für  eine  Indi- 
kator-Konzentration empfohlen  [52]. 
Radioaktive  Indikatoren  zeigten  cm, 
daß  sich  durch  Umpumpen  vermischen- 
des Ol  in  einem  großen  Tank  relativ 
schnell  verteilt  [53].  Mit  Spritzpistole 
kann  man  gleichzeitig  Glasfasern  und 
Kunstharz  auswerfen  und  vermischen 
[54]. 

Knetvorgdnge   in   steifen    Posten, 
Kunststoffen,    Koutschukmossen 
und  dergl. 

Besondere  Zahnradpumpen  eignen 
sich  auch  zum  Gelieren  von  Kunst- 
stoffen [55].  Sondermundstücke  ver- 
einigen mehrere  Stränge  thermo- 
plastischer Kunststoffe,  ohne  sie  ho- 
mogen zu  vermengen  [56].  Verdüste 
Harz-Glasfasermassen  erhärten,  kurz 
neichdem  sie  auf  Formen  großer  Di- 
mension aufgeblasen  worden  sind  [57]. 
Für  bestinmite  Kunststoffe  bevorzugt 
man  Schnecken  mit  f  leichen  Gängen 
[58].  Zur  Berechnung  von  Extruder- 
Me»chinen     denkt     man     sich     die 


1368 


VDI-Z.  101  (19S9)  Nr.  29    ll.Oktobar 


Schnecke  und  d£tö  Gehäuse  zu  plan- 
parallelen  Platten  abgewickelt  [59]. 
Kneter  kann  man  durch  Einbau  einer 
dritten  Welle  verbessern  [60].  In 
Miflch- Schnecken  wurden  relativ  zur 
Welle  zurücklaufende  Stoffbewegun- 
gen beobachtet  [61].  Die  Heizung  von 
Extruder- Schnecken  kann  die  gleiche 
Leistung  erfordern  wie  der  Antrieb 
[62].  In  großen  Knetem  werden  nur 
etwa  3°/«  der  Antriebsleistung  für  die 
entscheidende  örtlich  konzentrierte 
Zerkleinerungsarbeit  genutzt  [63]. 
Zum  Feinreiben  der  Produkte  können 
zyklisch  angeordnete  Zahnräder  an 
Extruder- Schnecken  angebaut  wer- 
den [64]. 

Verfahren  zum  Entgasen  von  ther- 
moplastischen Produkten  in  Schnek- 
kenmaschinen  wurden  entwickelt  [65]. 
Es  gibt  optimale  Steigungswinkel  der 
Schnecken  [66].  Ihre  Ausstoßleistun- 
gen können  unter  gewissen  Verein- 
fachungen (Schleppfluß,  Rückfluß) 
berechnet  werden  [67].  Auf  der  Han- 
nover-Messe wurden  Maschinen'  zvun 
Tränken  von  Wicklungen,  Folienblas- 
geräte  und  eine  in  den  letzten  Jahren 
neu  entwickelte  Knetscheibenschnecke 
für  plfitötische  Stoffe  gezeigt  [68], 
femer  verschiedene  Mischapparate  für 
andere  Zwecke  [69].  Einstellbare 
Spalte  am  Arbeitskopf  von  Extrudern 
können  VorteUe  bieten  [70].  Für  ke- 
ramische Massen  unterteilt  man  die 
Schnecken  in  mehrere  Zonen,  meist 
sechs,  die  den  jeweiligen  Zwecken  an- 
gepaßt werden  [71]. 

Mischvorgönge  im  körnigen  oder 
pulverförmlgen  Gesamtzustand 

Nomogramme  für  überschlägige 
Rechnungen  werden  entwickelt  [72]. 
Zum  Einarbeiten  von  flüssigen  Wirk- 
stoffen in  Futtermittel  verwendet  man 


mit  Stabstücken  besetzte  schnecken- 
ähnliche Wellen  [73].  Für  Modell- 
versuche bewährt  sich  ein  Fließbett 
mit  Rührer  [74].  Zur  Beurteilung  der 
Güte  von  Mischungen  benutzt  man 
die  sog.  Standard-Abweichung  vieler 
Probe  werte  vom  Sollwert  [75].  Eine 
neue  Formel  für  den  Entstehungs- 
vorgang einer  Trockenmischung  be- 
rücksichtigt auch  Entmischungsten- 
denzen [76].  Die  Mischgüte  kann  man 
auch  durch  die  in  der  Statistik  ge- 
bräuchliche Größe  X'  kennzeichnen 
[77]. 

Übersichten  zum  Gesamtgebiet 

Die  Vorträge  auf  der  fünften  in- 
ternen Sitzung  des  Arbeitsausschusses 
„Mischvorgänge"  in  der  VDI-Fach- 
gruppe  Verfahrenstechnik  wurden  zu- 
sanunengefaßt  [78].  Neue,  auf  der 
Achema  1958  gezeigte  Apparate  und 
Elemente  sind  unter  anderem:  Spiral - 
und  Fließbettsysteme  mit  mechani- 
schen Rotoren,  Begaser,  Rührer  aller 
Art,  NcUimühlen,  gerührte  Kugel- 
schüttungen,  starke  Knetschnecken 
[79]. 

Aus  den  USA  wurde  über  Kontakte 
zwischen  gasförmigen  imd  flüssigen 
Phasen,  flüssigen  Phasen  unter  sich 
und  flüssig-festen  Systemen  sowie 
über  viskose  und  kontinuierliche  Pro- 
zesse berichtet  [80],  femer  über  Rüh- 
ren in  Suspensionen,  strukturviskosen 
Stoffen  und  über  das  Zerkleinem  von 
Feststoffen  beim  Kneten  [81]. 

S  11  096 


[59]  Squiret,  P.H.:  Screw  Extruder  Pumping 
Sfriciency  as  influenced  by  Relative  Channel 
Depth  and  Giirvature.  SPB- Journal  14 
(1958)  Nr.  5  S.  24/30. 

[(iO]ZiUke,  H.:  Mischen- Kneten- RQhren.  Seife- 
öle-Fette-Wachse M  (1958)  Nr.  8  S.  215/19. 


[61]  Beeher,  S.,  u.  A.  VaUntinoUi:  Bxperimental 
Determination  of  Velocity  Profiles  in  an 
Extruder  Screw.  Ind.  Bngng.  Chem.  fO 
(1958)  Nr.  5  S.  829/39. 

[62]  Beyer,  S,:  Der  Colombo-Extruder.  Kunst- 
stoffe 40  (1958)  Nr.  4  8.  157/58. 

[63]  Bolen,  W.  R.,  u.  R.  B.  ColweU:  Intensive 
Mixing.  SPE-Joumal  14  (1958)  Nr.  8  S.  24 
bis  28. 

[64]  Oran/.  D.:  Continuous  GompoundinR  of 
Thermoplastics.  Rubber  Plastics  Age  39 
(1958)  Nr.  6  S.  481/84. 

[65]  SaekeU,  R.  D, :  Devolatillzing  Extruders. 
SPE-Joumal  14  (1958)  Nr.  7  S.  84/45. 

[66]  Jaek9an,  M.  L.,  F.  L.  Lavacoi  u.  H.  R.  Ri- 
ehardt:  Screw  Extrusion  Theory  wlth  Appli- 
cation to  Double  Base  Propellant.  Ind. 
Engng.  Chem.  fO  (1958)  Nr.  10  S.  1569/76. 

[67]  Barr,  L.  Dr.  Problems  in  Predicting  Screw- 
Performance.  SPE-Joumal  14  (1958)  Nr.  3 
S.  52/54. 

[68]  WalUf,  R.:  Kunststoffe  und  Kunststoff- 
verarbeitungsmaschinen.  VDI-Z.  IM  (1958) 
Nr.  21  S.  896/902. 

[69]  Steinmetz,  Ä.:  Techn.  Apparatebau  zur 
Stoffverteilung  (Dflsen.  Mischer).  VDI-Z.109 

(1958)  Nr.  31   S.  1480/85. 

[70]  Maddok,  B.  H.,  H.  J.  Nalepa  u.  B.  zur  Koff: 
Strangpressen  mit  Gegendruckverstellung. 
Rubber  and  Plastics  Age  3t  (1958)  Nr.  12 
8.  1075/80. 

[71]  Parkt,  J.R.,  u.  M.J.Hül:  Der  Entwurf 
von  Schneckenmaschinen  für  keramische 
Massen.  J.  American  Geram.  Soc.  41  (1959) 
Nr.  1  S.  1/6. 

[72]  Lotvenatein,  J.O.:  A  Nomograph  for  Tur- 
bulence  Mixers.  Chem.  Engng.  ••  (1958) 
Nr.  7  S.  141/42. 

[7Z]  Howell,  M.B.:  Feed  Ikfixlng  Apparatus. 
USA  Patent  2  799  483. 

{7A\  Molitedt,  B.  V.,  u.  J.  F.  Moeer  jr.:  Ind. 
Engng.  Chem.  ••  (1958)  Nr.  21.  Auszug: 
M.  Franke:  GJT  3f  (1958)  Nr.  11  S.  737/38. 

[75]  Banniater,  H.:  Übersicht  Über  Mischgeräte 
für  pulverfSrmlge  Güter  und  Maßzahlen  für 
die  Wirksamkeit  der  Apparate.  Chem.  Pro- 
cess  Engng.  30  (1958)  Nr.  11  S.  385/88. 

[76]  Rote,  B. :  Eine  neue  Formel  für  das  Trocken- 
mischen  von  Pulvern.  Chem. -Ing. -Techn.  31 

(1959)  Nr.  3  S.  192/94. 

[77]  Oayle,  J.  B.,  O.  L.  Laeey  u.  J.  H.  Gary. 
X*  als  Maß  zur  Beurteilung  von  Mischungen 
kömiger  Substanzen.  Ind.  Engng.  Chem.  fO 
(1958)  Nr.  9  S.  1279/82. 

[78]  Sigwart,  K.,  u.  R.  Brämenger:  Bericht  über 
die  fünfte  interne  Sitzung  des  Arbeitsaus- 
schusses „Mischvorgänge"  am  20.  3.  1958 
in  Bad  Homburg  v.  d.  H.  Chem. -Ing. - 
Techn.  30  (1958)  Nr.  8  S.  529/32. 

[79]  Brdmenger,  R.:  Ikfischer,  Rührer,  Kneter. 
Achema-Bericht  1958,  Ghem.-Ing. -Techn. 
30  (1958)  Nr.  12  S.  826/31. 

[80]  Ruehton,  J.  H.:  Grund-Operationen,  Part  II. 
Mlxing.  Ind.  and  Bngng.  Chemistry  fl  (1959) 
Nr.  3  S.  392/94. 

[81]  RiUy,  D.  F.:  Mischvorgftnge.  ForUchrltts- 
bericht.  Chem.  Process  Engng.  40  (1959) 
Nr.  2  S.  43/54. 


Destiffotlofi  und  Rektifikation  / 


Von  O/p/.-Chem.  Dr.  H.  Stage,  Köln-Nieht 


DK  66.048  (047.1) 


Neueres  Schrifttum 

Nachdem  in  den  letzten  Jahren 
unsere  Kenntnisse  über  Verfahren  und 
Apparaturen  zum  Destillieren  und 
Rektifizieren  wesentlich  erweitert 
worden  waren,  erschienen  nun  auch 
einige  geschlossene  Darstellungen,  die 
einen  Überblick  über  diese  Fachrich- 
tungen der  Verfahrenstechnik  ver- 
mitteln. 

So  umreißt  A.  Paris  in  seinem 
neuen  Buch  [1]  die  Möglichkei- 
ten und  Grenzen,  die  der 
destillativen  Trennung  unter  besonde- 
rer Berücksichtigung  der  verfahrens- 
technischen und  stofflichen  Eigen- 
schaften gesetzt  sind. 

Richtungsweisend  ist  ein  jetzt  in 
englischer  Übersetzung  vorliegen- 
des Buch     über    Dampf-Flüs- 


sigkeits-Phasengleichge- 
Wichte  [2].  Die  Verfasser  setzen 
sich  hier  auch  kritisch  mit  den  Ver- 
fahren zum  experimentellen  Vermes- 
sen von  Gleichgewichten  auseinander. 

Mit  den  Möglichkeiten  der  Berech- 
nung der  für  das  Bemessen  der 
Anlagen  erforderlichen  physika- 
lischen Kennzahlen  befaßt 
sich  eine  aufschlußreiche  Monographie 
[3]. 

Diese  Arbeiten  legen  Zeugnis  davon 
ab,  welche  Bedeutung  heute  der 
genauen  Kenntnis  der  Gleichgewichts- 
verhältnisse der  zu  trennenden  Systeme 
und  deren  Beeinflußbarkeit  im  Hin- 
blick auf  die  Wirtschaftlichkeit  oder 
gar  nur  Möglichkeit  eines  Trennver- 
fahrens zukommt.  Das  gilt  vor  allem 
für  die  sog.  selektivenTrenn- 


verfahren  wie  azeotrope, 
extraktive  und  Träger- 
dampf-Destillation,  deren 
sinnvolle  Anwendung  ohne  genaue 
Kenntnis  der  Gleichgewichts  Verhält- 
nisse überhaupt  nicht  möglich  ist. 

Grundlagen 

Auf  dem  Gebiete  der  Verfahrens- 
auswahl und  der  Wirksamkeitsermitt- 
lung erweiterten  sich  unsereKenntnisse 


Bficher  sind  durch  •  gekennzeichnet 

[1]  •  Pari»,  A.:  Les  procöd^s  de  rectification 
dans  l'industrie  chimique.  Paris  1959. 

[2)  •  Haia.  B.,  J.  Pick,  V.  Fried  u.  O.  Vüim: 
Vapour-llquid  equilibrium.  London  1958. 

[3]  •  Reid,  R.  C,  u.  Th.  K.  Sherwood:  The  pro- 
perties  of  gases  and  liquids.  New  York  1958. 


VDI.Z.  101  (1959)  Nr.  29     11.  Oktober 


1369 


infolge  beeaer  ausgearbeiteter  Berech- 
nungsverfahren und  planmäßiger  Un- 
tersuchungen.über  das  Gleichgewichts - 
verheJten  ganz  verschiedener  Ge- 
mische in  den  letzten  Jahren  zwar 
sehr  wesentlich,  führten  dabei  aber 
keineswegs  zu  neuen  Anschauungen 
über  die  Gleichgewichtsbeziehungen 
und  die  dabei  wirksam  werdenden 
Kräfte.  Ganz  a^c^ers  liegen  allerdings 
die  Verhältnisse  für  den  Mechemismus 
des  Stoffaustausches  und  für  die 
durch  ihn  beeinflußte  Gestaltung  der 
Austauschvorrichtungen.    Wesentlich 


[41  •  Bubble-tray  design  manuel.  prediction  of 
fractionation  efficlency.  Herausg.  vom  Di- 
fltiUatlon  Subcommittee  of  the  Besearch 
Committee  (American  Institute  of  Chemical 
Englneers).  New  York  1958. 

[5]  •  OeriUr,  J.  A.,  Ä.  B,  Hill,  N.  V.  Hoehgraf 
u.  D.O.  Robimon:  Tray  efTiciencles  in  di- 
stillation  columns.  Final  Report  &om  the 
University  of  Delaware.  New  York  1058. 

[6]  Onutmann,  P. :  Gleichzeitiger  Stoff*  und 
WärmeauBtauBch  zwischen  Dampf  und 
Flflssigkeit  in  Zweikomponentensystemen. 
Chemie-Ing.-Techn.  tt  (1056)  8.  270/74.  — 
Ders.:  Zur  Voraosberechnung  des  Verst&r- 
kungsverhAltnisses  von  fiektiflzierbOden. 
Ghemle-Ing.-Techn.  tt  (1057)  8.407/504. 

[7]  Gamer,  F.  H.i  Mechanics  of  drops  and 
bubbles  io  dlffusion  processes.  Chem.  A  Ind. 
(1056)  8.  141/45.  —  Ders.:  Der  Zu- 
sammenhang des  Stoffttberganges  mit  der 
Dimamik  der  Oasblasen  und  Flfissigkeits- 
tropfen.  Chemie-Ing.-Techn.  ti  (1057) 
8.  28/32. 

[8]  Kirtehbaum,  B.:  Berechnung  von  Rekti- 
fizier-OlockenbMen.  Chemie-Ing.-Techn.  tt 

(1056)  8.  713/21. 

[0]  Ju  Chin  Chu,  J.  Frogrieve,  R.  Orouo, 
S.  M.  Shah  u.  D.  F.  Othmer:  8tudy  of 
bubbllng  Performance  in  relation  to  distil- 
lation  and  abeorption.  A.I.Ch.B.  J.  3  (1057) 
8.16/28. 

[10]  Johfuon,  D.  L.,  Hirotaro  Saüo»  J.  D.  Po- 
le jeg  u.  O.  A.  Hougen:  Effects  of  bubbllng 
and  stirring  on  maas  transfer  coefficients  in 
liquids.  A.I.Ch.B.J.  3  (1067)  8.  411/^7.. 

[11]  HougkUm,  Q.,  A.  M.  McLea»  and  P.  D. 
Rüehie:  Mechanism  of  formation  of  gas 
bubble-beds.  Chem.  Bngng.  Bei.  7  (1057) 
8.45/60. 

[12]  Johf%9on,A.  I.  u.  MarangozU:  BOxing  studies 
on  a  perforated  distillation  plate.  Ganad. 
J.  Chem.  Bngng.  3t  (1058)  8. 161/68. 

[13]  MeAüitter,  R.  A.,  P.  H.  MeOinnii  jr.  u.  C. 
A.  Plank:  Perforated-plate  Performance. 
Chem.  Bngng.  8ci.  t  (1058)  8.  25/35. 

[14j  Köhler,  K.  F.  u.  H.  Stage:  Bisher  unver- 
öffentlichte Ergebnisse  an  einem  Zm-Boden. 

[15]  BoUes,  W.  I.  Optimum  bubble-cap  fray 
design.  Petroleum  Processing  11  (1056) 
Nr.  2  8.64/80;  Nr.3  8. 82/05;  Nr. 4  8.72/70; 
Nr.  6  8.  100/20. 

[16]  Adolphi,  O.,  u.  R.  FleUcher:  Die  Rlesel- 
blechkolonne  als  technische  Verwirklichung 
i  des  Oegenstromaustausches.  Ghem^  Teohn.  7 
(1055)  8.  638/47. 

[17]  Baneroft,  A.  R.,  u.  H.  K.  Rae:  Heavi^  wftter 
production  by  natural  water  distillation. 
Atomic  Energy  of  Canada,  C.R.G.  B.-608 
(1065).  —  Heavy  water  production  by  na- 
tural water  distillation.  Canad.  J.  Chem.  31 

(1057)  8.  77/85. 

[18]  Blauhut,  W.:  Beitrag  zur  Theorie  der  Re- 
gelung von  Destilllerkolonnen  für  bln&re 
.  Gemische.  Chem.  Techn.  1t  (1058)  8.  560/76. 

[10]  Koeh»  0.:  Die  Entwicklung  und  Anwendung 
physikalischer  Meßmethoden  in  der  ameri- 
kanischen chemischen  Industrie.  Chemie- 
Ing.-Techn.  3t  (1058)  8.  181/87. 

[20]  Amutrong,  W.  D.,  u.  W.  L.  WiUeifuon:  An 
investigation  of  the  transient  Response  of  a 
distillation  column,  Teil  I  und  II.  Trans. 
Instn.  Chem.  Engrs.  35  (1057)  8.  352/61  u. 
Chem.  Bngng.  Sei.  7  (1057)  8. 1/7. 

[21]  •  VoeUer,  H.:  Beitrag  im  Buch:  Plant  and 
Process  dynamic  Characteristics.  London 
1057. 

[22]  WaU,  R.  E.:  Rellability  in  plant  process 
control.  Ind.  Engng.  Chem.  it  (1058)  8.  73 A 
bis  74A. 


zur  Klärung  dieser  Fragen  trugen  die 
auf  Veranlassung  des  American  Insti- 
tute of  Chemical  Engineers  an  ver- 
schiedenen Hochschul-  und  Industrio- 
Forschungsinstituten  gefundenen  Ver- 
suchsergebnisse bei,  die*  inzwischen 
in  verschiedenen  zusammenfassenden 
Veröffentüchungen  vorHegen  [4;  5]. 
Zu  ähnlichen  Erkentntnissen,  wenn 
auch  nicht  in  dieser  Geschlossenheit, 
führten  in  der  Zwischenzeit  an  anderer 
Stelle  vorgenommene  Untersuchungen 
[6  bis  13]. 

Auf  Grund  früherer  Arbeiten  ver- 
trat man  die  Ansicht,  daß  ein  wesent- 
licher Teil  des  Stoffaustausches  in  der 
Schaumschicht  über  der  Bpdenf  lüssig- 
keit  zu  finden  ist.  Zu  dieser  Annahme 
fühlte  man  sich  berechtigt,  da  die 
Wirksamkeit  außerhalb  des  Konzen- 
trationsbereichs, in  dem  die  Schaum- 
bildimg b^bachtet  wurde,  abnahm. 
Die  neueren  Ergebnisse  zeigen  ein 
wesentlich  anderes .  Bild.  Die  den 
Stoffaustausch  bestimmenden  Großen 
lassen  sich  hiemach  gut  übersehen. 
Der  die  Stoffaustauschgeschwindig- 
keit bestimmende  Widerstand 
kann  in  der  Gasgrenzschicht, 
in  der  Flüssigkeitsgrenz- 
schicht oder  in  beiden  liegen.  Bei 
der  IVIehrzahl  der  bisher  untersuchten 
und  technisch  wichtigen  Absorptions- 
und Destillationsvorgänge  liegt  der 
Widerstand  g a n z  oder  überwie- 
gend auf  der  Gasseite.  Der 
Stoffaustausch  vollzieht  sich  fast 
momentcm  beim  Eintritt  der  Dampf- 
blase in  die  Flüssigkeit  infolge  der 
Innenbewegung  in  der  Dampfblase 
und  nicht  erst  in  der  sich  darüber 
ausbildenden  Schaum-  oder  Sprudel- 
schicht. 

Konstruktion  der  Böden     • 

Auch  die  Flüssigkeitshöhe 
beeinflußt  nur  in  geringem  Maße  den 
Wirkungsgrad.  Diese  Erkenntnisse 
sind  von  entscheidender  Bedeutung 
für  die  Konstruktion  und  den  Ein- 
satz großer  Bodenkolon- 
nen im  Vakuum.  Im  allgemei- 
nen ist  nicht  ein  ausgedehnter  Flüssig- 
keitsweg mit  dem  damit  proportiona- 
len Flüssigkeitsgefälle  und  Druckver- 
lust sondern  ein  möglichst  lan- 
ges Überlaufwehr  nut  ent- 
sprechend niedriger  Überlauf  höhe  der 
Flüssigkeit  entscheidend.  Aus  diesem 
Grunde  weisen  unter  gleichen  Betriebs- 
bedingungen Radialstrombö- 
den wesentüch  gering^teDruckverluste 
auf  als  Querstromböden. 
Diese  Erkenntnis  konnte  im  Rckhmen 
einer  Untersuchung  über  den  Druck- 
verlust großer  Böden  experimentell 
bestätigt  werden  [14]. 

Während  man  bisher  wegen  des 
verhältnismäßig  hohen  Druckver- 
lustes der  Bodenkolonneii  für  DestUla- 
tionen  bei  Drücken  unter  20  Torr  im 
allgemeinen  Füllkörperkolonnen  vor- 
zog, ist  dies  heute  nicht  niähr  berech- 
tigt, wenn  der  Boden  seiner  Aufgabe 


entsprechend  bemessen  und  nicht  nur 
nach  der  Dämpfebelastung  ausgelegt 
wird.  Hierfür  stehen  heute  vorbUdliche 
Berechnungsunterlagen  zur  Verfü- 
gung [15].  Maßgebend  für  die  Dämpfe - 
belastung  ist  die  dem  Dcunpf  zur  Ver- 
fügung stehende  Durchdringungs- 
fläche  unterhalb  der  Glockenränder 
und  für  die  Flüssigkeitsbelastung  die 
Länge  des  Überlaufwehres. 

Es  ist  bekannt,  daß  sich  Füllkörper - 
Säulen  für  ausgesprochene  H  o  c  h- 
vakuumdestillatione  n 
schlecht  eignen,  weil  sie  nur  dann 
wirklich  wirksam  sind,  wenn  sie  auf 
der  Dämpfeseite  optimal  belastet 
werden.  Unter  den  betrachteten  Ver- 
hältnissen trifft  dies  nur  für  den 
oberen  Teil  einer  Füllkörperkolonne 
zu.  Wie  Kuhn  und  Weathaver  bereits 
vor  Jahren  zeigten,  vereinigen  unge- 
füllte enge  Kolonnenrohre  sowohl 
hohe  Wirksamkeit  als  auch  geringsten 
Druckverlust.  Die  hieraus  entstandene 
Bündelrohrkolonne  hat  sich  trotz 
ihrer  hohen  Wirksamkeit  und  des 
niedrigen  Druckverlustes  wegen  des 
hohen  Aufwandes  für  die  Herstellung 
und  der  dabei  sehr  geringen  Mengen- 
leistung nicht  durchsetzen  können. 
Unter  bewußtem  Verzicht  auf  die  von 
Kuhn  erstrebte  und  auch  erreichte 
hohe  Anzahl  der  Trennstufen  wurde 
in  der  Zwischenzeit  eine  leistungs- 
fähige und  leicht  herstellbare  Form 
gefunden,  die  alsRieselkolonne 
zu  bezeichnen  ist;  sie  hat  sich  bereits 
in  mannigfachen  Abwandlungen  zur 
Lösung  technischer  Trennprobleme 
bewährt  [16;  17].  Ihr  Einsatz  ist  dort 
angebracht,  wo  es  sich  um  hohe 
Dcunpfgeschwindigkeiten  und  niedrige 
FlüssigkeitsbelMtimgen  mit  entspre- 
chend geringen  Filmdicken  handelt. 

Kolonnenregelung 

Besondere  Fortschritte  wurden  auch 
auf  dem  Gebiete  der  Kolonnenrege- 
limg  erzielt.  In  einem  bemerkenswer- 
werten  Beitrag  weist  Blauhut  [18] 
darauf  hin,  das  bessere  Ergebnisse  nur 
deuin  zu  erwarten  sind,  wenn  es  ge- 
lingt, die  zu  regelnden  Größen  direkt 
und  fortlaufend  zu  messen  und  diese 
Meßergebnisse  unn^ttelbar  für  die 
Regelimg  zu  benutzen.  In  den  letzten 
Jahren  wurden  für  diese  Queditäts- 
kontroUe  nicht  nur  in  Amerika  sondern 
auch  bei  uns  zahlreiche  Geräte  zur 
registrierenden  Messung  entwickelt 
und  für  die  Regdiimg  eingesetzt  [19]. 
Das  Hauptproblem  liegt  nicht  mehr 
in  der  laufenden  Analyse  und  Im- 
pulsübermittlung sondern  in  der 
sog.  „R  ückführun  g",  für  die 
genaue  Angaben  über  die  Trägheit 
des  Systems  erforderlich  sind.  Auch 
hierfür  verfügt  man  heute  über 
brauchbare  Ansätze  auf  Grund  expe- 
rimenteller und  theoretischer  Arbeiten 
über  die  Zeit,  die  zum  Wiederherstel- 
len des  Gleichgewichts  nach  einem 
Störeingriff  erforderhch  ist  [20  bis  22]. 

Sil  275 


1370 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.29    11.  Oktober 


r 


Kristallisieren  /  von  Or.  O.  Nltsehmann, 


Wetzlar 


DK  548.5  (047.1 ) 


Togungsberichte 

In  der  Berichtszeit  erschienen  in 
Saounelbänden  die  Vorträge  zweier 
großer  Konferenzen.  Die  englische 
Übersetzung  des  von  A.  F.  Schubni- 
kow  und  N.  N.  Scheftal  herausgege- 
benen Bandes  [1]  enthält  etwa  die 
Hälfte  der  83  Vorträge,  die  auf  der 
ersten  Tagung  über  Kristall- Wachstum 
and  -Züchtung  in  Moskau  vom  5.  bis 
10.  März  1956  gehalten  wurden.  Die 
in  den  drei  Abschnitten :  Theorie,  ex- 
perimentelle Forschung  sowie  Appa- 
raturen und  Methoden  der  Einkristall- 
züchtung  zusanunengefcUiten  Beiträge 
geben  einen  EinbUck  in  die  in  Ruß- 
land behandelten  und  in  Bearbeitung 
befindlichen  Probleme  und  speziellen 
Züchtungsergebnisse.  Die  englische 
Übersetzung  regt  dazu  an,  auch  das 
russische  wissenschaftliche  Schrifttum 
zu  verfolgen. 

Die  internationale  Konferenz  in 
Cooperstown  [2]  stcmd  unter  dem 
Uauptthema  „Wachstum  und 
Kristallbaufehle  r'^  Die  ein- 
zelnen Berichte  sind  sachlich  in 
mehreren  Abschnitten  zusammen- 
gefaßt, deren  Titel  die  besonders  be- 
handelten Gebiete  umreißen.  Sie  lau- 
ten: Wachstum  von  Hacu*kristallen 
(whiskers),  Eigenschaften  luid  Kri- 
stallbaufehler von  Hacu*kristallen, 
Wachstum  in  der  Schmelze,  Wachs- 
tum in  der  Lösung,  KristcJlisation  von 
Poljnmeren.  Jeder  Abschnitt  wird 
durch  einen  Übersichtsvortrag  ein- 
geleitet, dem  die  Beiträge  über  neue 
Ergebnisse  und  Deutimgen  folgen. 
Besonders  begrüßenswert  sind  das 
schnelle  Erscheinen  dieses  Tagungs- 
berichtes und  die  angefügten  Ver- 
fasser-, und  Sachregister,  die  die  In- 
formation über  spezielle  Probleme  sehr 
erleichtem. 

Theorie  und  Grundlagenforschung 

Glei  ch  g  e  wie  h  ts  form  und 
Adsorption 

Die  Monographie  von  B,  Honigmann 
über  die  „Gleichgewichts-  luid  Wachs- 
tumsformen von  Kristallen"  [3]  be- 
rücksichtigt besonders  die  experimen- 
t^en  Methoden;  dies  kommt  schon 
in  den  Überschriften  von  vier  Ela- 
piteln  zum  Ausdruck,  in  denen  be- 
richtet wird  über:  Kristallzüchtung, 
experimentell  beobachtete  Wachs- 
tumsformen, experimentelle  Methoden 
zum  Bestimmen  der  Tracht  der 
Gleich^wichtkform  und  Möglichkei- 
ten zur  exp^imentellen  Bestimmung 
der  Gleichgewichtsform  selbst  sowie 
über  experimentelle  Methoden  zum 
Studium  des  WeM^hstums  einzelner 
Kristallflächen.  T>sa  der  Theorie  vor- 
behaltene Kapitel  umfaßt  auch  tJnter- 
abschnitte  über  die  Methpd^  ziun 
Bestimmen    der    Gleichgewichtsform 


und  der  dafür  notwendigen  Größen, 
spezielle  Rechen-Beispiele  sowie  über 
Wachstum  und  Keimbüdung. 

Zu  der  in  ihren  wirtschaftlichen  und 
verfahrenstechnischen  Auswirkungen 
wichtigen  Beantwortung  der  Frage 
nach  dem  Einfluß  von  Fremdstoffen 
auf  die  Gleichgewichts-  und  Wachs- 
tumsform, der  über  eine  Habitus-  bis 
zur  Trachtänderung  führen  kann,  lie- 
gen eine  Reihe  von  Arbeiten  vor. 
/.  N,  Stranaki  und  R,  Lacman  [4 ;  5] 
untersuchen  die  Wirksamkeit  der  Ad- 
sorption von  Fremdstoffen  am  Modell 
eines  einfcKshen  kubischen  unpolaren 
KristckUs  lind  einer  Fremdstof&nolekel, 
die  eine,  zwei  oder  drei  VeJenzen  be- 
tätigen kann. 

O.  Blianakov  und  E.  Kirkova  [6]  be- 
richten über  die  Änderung  der  Kri- 
stallformen von  NaaO,  imd  Pb  (NO,), 
in  Anwesenheit  von  Ne^SO«  bzw. 
Methylenblau,  die  durch  eine  spezi- 
fische Beeinflussung  der  WcM^hstimtis- 
geschwindigkeit  einer  Flächenlage 
durch  Adsorption  oder  Einbau  des 
Farbstoffs  bewirkt  wird.  In  einem  mo- 
nographieeurtigen  Abriß  stellte  O.  Bliz- 
nakaw  [7]  die  theoretischen  Ansätze 
des  Einflusses  der  Adsorption  auf  die 
'  Keimbildüngsarbeit  und  die  Kristall- 
form sowie  verschiedene  Versuchs- 
ergebnisse zusammen;  er  behandelt 
auch  die  Einflüsse  des  Lösimgsmittels, 
der  Adsorption  auf  das  Spiralwachs- 
tmn  ,und  die  Epitaxie*)  sowie  die 
kritische  Konzentration  von  Bei- 
mischungen. 

P.  Hartman  [8]  findet,  daß  der  Ein- 
fluß der  Adsorption  beilonenkristallen 
größer  ist  als  bei  unpolaren  Kristallen 
und  verfolgt  die  Änderung  der  Flä- 
chenpersistenz  in  verschiedenen  Zonen 
an  den  Beispielen  von  Zirkon,  Anatas 
und  Fluorit.  Die  aus  der  Theorie  von 
/.  N,  Stranaki  [4 ;  6]  zu  erwartende 
Änderung  der  Form  des  Flächen- 
keimes konnte  beim  Wachstum  von 
NaCl  aus  harnstoffhaltiger  Lösung 
bestätigt  werden  [9].  W,  Kleber  weist 
weiter  auf  den  Zusammenhang  von 
Adsorption,  Solvatation  und  Vizi- 
nalenbüdung**)  hin  [10]  und  unter- 

*)  Bpltaxle  —  gesetzmäßige,  orientierte  Auf- 
wschsungen  von  Kristallen  gleicher  oder 
verschiedener  Art.  Z.  B.  kann  infolge  Wech- 
sels der  K&hrlösupg  auf  einem  fristall 
(Wirtkristall)  ein  anderer  (Gastkristall)  in 
bestimmter  Orientierung  aufwachsen.  Die 
Orientierung  der  Oastkomponente  wird  be- 
bestimmt durch  ein-  oder  zweidimensionale 
Analogien  in  den  Dimensionen  der  beiden 
verknüpften  Netzebenen  der  Kristallstruk- 
turen  von  Wirt  und  Gast. 

••)  Vizlnalflächen  —  oder  Vizinalen  —  Benach- 
barte zu  HauptflAchen.  Störungen  auf  den 
WachstumsflAchen  eines  Kristalls  führen  zu 
akzessorischen  Bildungen,  die  meist  einen 
terrassenförmigen  Aufbau  zeigen.  Wenn  die 
Stufen  dieser  Terrassen  fein  genug  sind,  wer- 
den FlAohen  vorgetäuscht,  die  man  Vizlnal- 
flächen nennt.  Ihre  Lage  weicht  nur  um 
geringe  Winkelbeträge  von  den  rationalen 
Hauptflächen  mit  einfachen  Indizes  ab.  Die 
an  sich  mögliche  Indizierung  der  Vizinalen 
mit  Millerschen  Symbolen  ist  wenig  sinnvoll. 


sucht  die  asymmetrische  Adsorption 
bei  der  Epitaxie  von  d-Campher  auf 
Biotit  und  Calcit  [11]  und  bei  der  At- 
zung von  Calcit-Einkristcdlen  mit  op- 
tisch aktiven  Aminosäuren  [12]. 

Die  elektrostatischen  Oberflächen- 
potentiale einiger  Calcitflächen  wur- 
den von  O.  Hering  [13]  berechnet.  Er 
findet,  daß  die  Potentialrangfolge  der 
Flächen  nicht  restlos  mit  der  Häufig- 
keitsrangfolge natürlicher  Kristalle 
übereinstimmt ;  dies  ist  nicht  verwun- 
derlich, da  alle  Milieubedingungen  un- 
berücksichtigt blieben. 

Die  Gleichgewichtsform  eines  Viel- 
kristalls  keuin,  wie  R.L.FuUman  [14] 
zeigt,  energetisch  günstiger  sein  aJs  die 
des  Einkristalls,  wenn  nämlich  die 
Summe  der  Oberflächen-  und  Kom- 
grenzenenergie  kleiner  ist  als  die  Ober- 
flächenenergie des  Einkristalls  allein. 


Bücher  sind  durch  •  gekennzeichnet 

[1]  •  Growthof  crystals.  Berichte  auf  der  ersten 
Konferenz  über  Kristallwachstum  vom  5. 
bis  10.  März  1956.  Hrsgeg.  von  A.  V. 
SehulnUkow  u.  N.  N,  SckefUü.  Original 
russischer  Text  veröffentl.  v.  d.  Akademie 
der  Wissenschaften  der  UdSSR,  Moskau 
1067.  Englische  Übersetzung:  Consultants 
Bureau  Inc.  New  York  1968. 

[2]  •  Orowth  and  perfectlon  of  crystals.  Pro- 
ceedings  of  an  international  Conference  on 
crystal  growth  held  at  Cooperstown.  New 
York  on  August  27 — 29.  1968.  Hrsgeg.  von 
R.  H.  Doremw,  B.  TT.  Röbertt  u.  D.  Tum- 
huU.  New  York  und  London  1958. 

[3]  •  Honigmann,  B. :  Oleichgewichts-  und 
Wachstumsformen  von  Kristallen.  Fort- 
schritte der  Physikalischen  Chemie.  Bd.  4. 
Darmstadt  1958. 

14]  •  Stranaki,  I.  N. :  Eigenschaften  der  Kri- 
stalloberflächen. Kristalltrachten  in  qeinem 
Zustande  und  in  Gegenwart  artfremder 
Stoffe.  VDI-Ber.  Bd.  20  Düsseldorf  (1957) 
S..5/11. 

[5]  •  Lactnann,  B.,  u.  /.  N.  Stramki:  The  effect 
of  adsorption  of  impurities  on  the  equili- 
brium  and  growth  forms  of  crystals.  In  [2] 
S.  427/40. 

[6]  Bliinakov,  (?.,  u.  E.  Kirkova:  Der  Einfluß 
der  Adsorption  auf  das  Kristallwachstum. 
Z.  Physikal.  Chemie  t06  (1957)  8.  271/80. 

[7]  Blixnakow,  O. :  Die  Kristalltracht  und  die 
Adsorption  fremder  Beimischungen.  Fort- 
schrUte  der  Mineralogie  36  (1958).5. 149/91. 

[8]  Hartmafit  P. :  The  effect  of  adsorption  on  the 
face  development  of  the  equilibrium  form. 
Acta  Crystallogr.  11  (1959)  Nr.  6  S.  429/39. 

[9]  Kltlter?  W. :  Zweidimensionale  Keimbildung 
bei  Adsorption.  Z.  Kristallogr.  109  (1957) 
S.  467/71. 

[10]  Kleber,  W.:  Zur  Adsorptionstheorie  der  Bxo- 
morphose.  Z.  Kristallogr.  109  (1957)  S.  115 
;       bis  128.  : 

[11]  Kleber,  W.:  Über  Adsorption  und  Epitaxie. 
Fortschritte  der  Mineralogie  36  (1958)  S.  38 
bis  51.  ^ 

[12]  Kleber,  W.u  Zur  topochemischen  Adsorp- 
tiönslh'eori^  'dbr  ElnkrlstaUätzung.  Z.  Elek- 
trochemie «  Xi9b8)^  8.  5^7/94. 

[13]  Hering,  0.'^  Die  ^ifllfeteostatlschcn  Ober- 
flächenpotenttale.voll'  einigen  ausgewählten 
CalcitflächenVuriA  Mhre  möglichen  Bezie- 
hungen vzut  MorptüDlogie '  41e9es  Minerals. 
Z.  Kristallogr.  110  (1958)  S.  145/64(': 

[lA]  FuUman,  Ä. /i.:,The  equilibrium  form  of 
crystalline  bodies.  Acta  metall.  5  (1957) 
S.  638/48.  • .  ♦ 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.29    11.  Oktober 


1371 


Keimbildung,  Wachstum, 
Dendriten 

Die  kinetische  Ableitung  der  Ge- 
schwindigkeit, mit  der  sich  Kristall- 
keime bilden,  wird  von  R,  Kaischew 
[15;  16]  neu  gegeben,  wobei  er  Über- 
einstinmiiuig  mit  den  Ergebnissen  von 
Becker  und  Döring  erzielt. 

A,  Neuhaua  und  H.  J.  Meyer  [17] 
untersuchten  am  Na J  den  Elementeff- 
prozeß  des  Kristallwachstums  mit 
Hilfe  von  radioaktiven  Indikatoren. 
Sie  konnten  an  polaren  Kristallen  eine 
echte  Oberflächen  Wanderung  der  radio- 


115]  Kaiichew,  R.:  Zur  kinetischen  Ableitung  der 
Krlatallkeimbildungsgeschwindigkeit.  Z. 
Elektrochemie  01  (1957)  S.  35/37. 

[1dl  EaiKkew,  R.:  Zur  Theorie  der  Kristalli- 
sationageschwlndigkeit.  Acta  physica  Acad. 
Sei.  hung.  •  (1957)  S.  75/81. 

[17]  Neuhau»,  Ä.,  u.  H.  J.  Meyer:  Versuche  zur 
Erforschung  der  Elementarprozesse  des 
Kristallwachstums  mit  Hilfe  von  radio- 
aktiven Indikatoren.  Z.  Elektrochemie  01 
(1957)  8.37/42. 

[18]  HiUe,  M.,  H.  Rau  u.  J.  SeMipf:  Über  die 
kristallographische  Orientierung  von  Salx- 
dendriten.  Z.  Elektrochemie  03  (1959)  Xr.  2 
S.  283/87. 

[19]  Neuhaut,  Ä.,  u.  K.  Recker:  Alkalifluorid- 
Alkaliuranat-Mischkristalle  als  Beispiele  fflr 
„partiell-isomorphe"  Mischbarkeit.  Z.  Elek- 
trochemie 03  (1959)  Nr.  1  S.  89/97. 

[20]  Neuhaue,  Ä.,  u.  W.  Riehartz:  Absorptions- 
spektrum und  Koordination  allochromatisch 
durch  Ci**  gef&rbter  natürlicher  und  syn- 
thetischer Einkristalle  und  Kristallpulver. 
Angew.  Chemie  70  (1958)  S.  430/34. 

[21]  9  Seifert,  H.:  Neue  experimentelle  Unter- 
suchungen zur  OrenzflAchenaktivitAts- 
theorie.  In:  JOUen,  K.  W.,  u.  W.  ElotUr- 
kOUer:  Die  Stanblungenerkrankungen  Bd.  3 
S  3/26.  Darmstadt  1958. 

[22]  •  Seifert,  K.-F. :  Über  orientierte  Aufwach- 
sungen einfacher  Aminos&uren  auf  Quarz 
und  einigen  Schichtsilikaten.  Diss.  d.  Math. 
Naturw.  FakultAt  d.  Univ.  Münster  1958. 

[23]  Seiferi,  H.,  u.  E.-F.  Seifert:  Eine  orientierte 
Aufwachsung  von  GiykokoU  auf  silllcatischen 
Schichtstrukturen.  Neues  Jahrb.  Mineralogie 
Mh.  (1958)  S.  145/51. 

[24]  Hähnert,  M.,  u.  W.  Kleber:  Ein  Beitrag  zur 
Kinetik  der  FftUungskrlstolUsation.  Kolloid- 
Zeitschrift  10t  (1959)  Nr.  1  S.  36/46. 

12&]  Nieleen,  A.B.:  Die  Kinetik  des  KristaU- 
wachstums  bei  der  Fftllung  von  Barium- 
sulfat. AcU  Chem.  Scand.  11  (1958)  S.  951 
bis  958. 

[26]  Doremue,  R.  H. :  Die  Kinetik  der  F&Uung 
von  ionischen  Salzen  aus  iliren  Lösungen. 
Fhysic.  Chem.  OS  (1958)  S.  1068/75. 

[27]  MeCartney,  E.  R.,  u.  A.  B.  Alexander:  Der 
Einfluß  zugesetzter  Stoffe  auf  den  Kristalli- 
sationsprozeQ.  I.  Die  Kristallisation  von 
Calciumsulfat.  J.  Coli.  Sei.  13  (1958)  S.  383 
bis  396. 

[28]  Rieht,  N.:  Verteilung  kleinster  Fremd- 
substanzmengen  zwischen  einem  wach- 
senden Kristall  und  der  Lösung.  Z.  Physi- 
kal.  Chemie  Neue  Folge  14  (1958)  S.  361/69. 

[29]  Leverton,  W.  F.:  Floating  crucible  technique 
for  growing  uniformly  doped  crystals. 
J.  Appl.  Physics  tO  (1958)  S.  1241/44. 

[30]  Oooritsen,  J.,  u.  F.  Kartteneen:  Das  Ziehen 
von  Germanium-Einkristallen  aus  dem 
„schwimmenden  Tiegel".  Z.  Metallkunde  10 
(1959)  Nr.  1  S.  46/50. 

[ZI]  Hom,  F.H.:  Melted  layer  crystal  growth 
and  its  application  to  germanium.  J.  Elec- 
trochem.  Soc.  101  (1958)  S.  393/95. 

[32]  Pfann,  W,  G.,  J.  N.  Hobttetter  u.  O.  S.  Indig: 
Preventing  conductivity  fluctuations  during 
growth  of  a  semiconducting  crystal.  J.  Appl. 
Physics  SO  (1958)  S.  1238/40. 

[33]  •  Lawson,  W.  D.,  u.  S.  Nieleen:  Preparation 
of  Single  crystals.  Monograph  in  Butter- 
worths  Scientif ie  Pabllcatiens.  London  1958. 

[34]  Folberth,  O.  O. :  Zur  Technologie  der  Halb- 
leiter. Z.  Metallunde  40  (1958)  S.  570/75. 

[35]  Penning,  P.:  Das  Entstehen  von  Verset- 
zungen durch  thermische  Spannungen. 
Philips'  Techn.  Rundsch.  10  (1958)  S.  391 
bis  399. 


aktiven  Substanz  in  einem  sichtbaren 
Ausmaß  nicht  beobachten. 

Die  kristallographische  Orientierung 
von  Salzdendriten  hängt  gesetzmäßig 
von  der  Übersättigung  der  flüssigen 
Phase  ab,  wie  die  Befunde  von 
M.  HiUe,  H.  Rau  und  J.  Schlipf  [18] 
an  den  Alkalihalogeniden  zeigen.  Die 
quantitative  Deutung  dieser  Befunde 
beruht  auf  den  Unterschieden  der 
Keimbildungsarbeit  an  Ecke,  Kcmte 
und  Fläche  der  Gleichgewichtsform. 

Farbe 

Die  als  empf  uidliches  Mittel  zum 
Spurennachweis  für  Uran  genutzte 
Färbung  von  Fluoridschmelzen  konnte 
von  A.  Neuhaua  und  K.  Recker  [19] 
als  „partiell  isomorphe**  IVlischbarkeit 
aufgeklärt  werden,  die  zu  orientierten 
Verwachsungen  von  Na^U^O,  in  KaF 
und  Li2U04  in  LiF  führt.  Die  farb- 
gebende  Wirkung  des  als  Fremdion  in 
Kristallen  eingebauten  Cr'^-Ions  und 
der  bekannte  Farbwechsel  von  rot 
über  violett  nach  grün  wurde  von 
A.  Neuhaua  luid  W.  Riehartz  [20] 
durch  die  Verengung  oder  Aufweitung 
des  (GrX,) -Komplexes  als  Folge  der 
Polarisationsbeeinflussung  durch  die 
Neujhbarionen  im  Kristallgitter  ge- 
deutet. 

Silikose 

Die  Theorie  der  Grenzflächenaktivi- 
tät bietet  einen  Weg  zum  Deuten  der 
Silikose,  nach  der  auf  der  kri- 
stallinen Grenzfläche  der 
Stäube  s t r uk t ur ge 1 enk t e 
Prozesse  angeregt  werden.  Einige 
IVföglichkeiten  konnten  H,  Seifert  und 
Mitarbeiter  [21  bis  23]  durch  orien- 
tiertes Aufwachsen  von  Aminosäuren 
(Glycin,  Oxj^rolin,  GiykokoU)  auf 
Quarz,  Tridymit,  Talk,  Muskovit  luid 
Graphit  aufzeigen;  sie  wiesen  dabei 
auf  die  enge  Verwandtschaft  des 
Silikoseproblems  und  der  Biokristalii- 
sation  hin. 

Fällungskristallisation 

Eine  Kinetik  der  Falliuigskristalli- 
sation  entwickelten  M.  Hähnert  und 
W,  Kleber  [24]  an  Modellfällungen  von 
BaSO«,  PbSO^  und  PbJ,;  dabei  wurde 
der  Einfluß  der  Konzentration  der 
Ausgangslösungen,  der  Mischgeschwin- 
digkeit,  einer  Temperaturerhöhung, 
des  Alterns  der  Lösungen  und  von 
Fremdstoffzusatz  untersucht.  Für  den 
Reaktionsablauf  beim  Fällen  von 
BaSO«  fand  A,  E.  Nielsen  [25],  daß 
bei  einer  lonenkonzentration  oberhalb 
von  0,4  mMol/1  der  Substcmztransport 
aus  der  Flüssigkeit  zur  Oberfläche  des 
Keimes  der  geschwindigkeitsbestim- 
mende Schritt  ist  und  daß  unterhalb 
dieses  Wertes  ein  Prozeß  vierter  Ord- 
nung in  der  Grenzfläche  zwischen 
Kristall  und  Lösung  abläuft. 

R.  H.  Doretnus  [26]  wies  nach,  d&ö 
besonders  Adsorptionsprozesse  an  der 
Kristallkeimoberfläche  den  Zeitfaktor 
der      Fällungskristallisation       beein- 


flussen. Über  hemmende  Zusätze  bei 
der  Kristallisation  von  Calciuni8ulfai> 
berichteten  E.  R.  MeCartney  und 
A.  E.  Alexander  [27].  Aus  den  Be- 
funden an  Be^iumsalzen  mit  Radium- 
Zusatz  stellte  N.  Riehl  [28]  das  Ver- 
teilungsgesetz für  kleinste  Fremd- 
substanzm^igen  zwischen  wachsen- 
dem Kristall  und  Lösung  für  den  Fall 
der  Mischkristallbildung  auf. 

Homogene  Dotierung 
von  HalbleiterkristolTen 

Bei  der  üblichen  Züchtung  von 
Halbleiter-Einkristallen  z.  B.  naoh 
dem  Csoc^rofoibt- Verfahren  ändert 
sich  infolge  des  von  1  verschiedenen 
Wertes  des  Verteilungskoeffizienten 
die  Konzentration  des  zum  £)o- 
tieren***)  verwendeten  Elementes 
in  Schmelze  und  Kristall;  dies  führt 
zu  einer  iinerwünschten  Ungleich- 
förmigkeit  der  Leitfähigkeit  des  Halb- 
leiters. Eine  homogene  Dotierung 
konnte  bei  Germaniiim  von  W,  F. 
Leverton  [29]  und  J.  Ooorissen  und 
F.  Karstenaen  [30]  nach  dem  Ver- 
fahren des  „schwinunenden  Tiegels" 
erreicht  werden,  es  besteht  darin,  daß 
in  den  inneren,  schwinunenden  Züch- 
tungstiegel durch  eine  Bohrung  aus 
dem  äußeren  Vorratstiegel  Schmelze 
mit  der  Dotierungskonzentration  des 
Kristalls  nachfließt. 

Zum  gleichen  Erfolg  führt  das 
Schmelzzonenwachstum  von  F.  H. 
Harn  [31],  bei  dem  der  feste  Suh- 
stanzvorrat  kontinuierlich  von  oben 
entsprechend  dem  Verbrauch  durch 
den  wachsenden  Kristall  aufgeschmol- 
zen wird,  so  daß  das  Volum  der 
Schmelzschicht  und  damit  die  Kon- 
zentration der  Dotienuig  in  der 
flüssigen  Phase  stets  gleich  bleibt. 

W,  O.  Pfann,  J.  N.  HobOeUer  und 
O.  S.  Indig  [32]  beschreiben  ein  Kom- 
pensations-Verfähren,  bei  dem  zwei 
Fremdstoffzusätze  in  bestimmten  kri- 
tischen Konzentrationen  verwendet 
werden. 

EinkrIstallzOchtung 

in  Laboratorium  und  Technik 

Über  die  Züchtung  von  Halb- 
leiter-Einkristallen er- 
schien eine  Monographie  von  W.  D. 
Lawson  und  S.  Nielsen  [33],  die  je 
zwei  Kapitel  über  die  Züchtungs- 
technik aus  Schmelze  und  Dampf  und 
über  die  Verfahren  zum  Reinigen  der 
Ausgfimgssubstanzen  luid  der  Halb- 
leiter enthält.  Weitere  Abschnitte  be- 
handeln die  Spurenanalyse  sowie 
Entstehen  luid  Vermindern  von  Kri- 
stallbaufehlern. Zum  gleichen  The- 
menkreis gehören  die  Arbeiten  von 
O.Q,  Folberth  [34]  über  die  Techno- 
logie der  Halbleiter  und  von  P. 
Penning  [35]  über  das  Entstehen  von 
Versetzimgen  durch  thermische  Span- 
nungen. 

•••)  Dotieren  —  Einbau  von  FremdatofTapuren 
in  Halbleiter.  Donatoren  erzeugen  Blek- 
tronenüberschußleitung  (n-Leltung)»  Ak- 
zeptoren bewirken  Elektronendefektleltung 
(p-Leitung). 


1372 


VDI-Z.  IM  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


r 


yeraetzungsfreie  Krist€^e  von  Sili- 
zium und  Germanium  wurden  von 
W.  C.  JOkuh  [36;  37]  nach  dem  Czo- 
eAmUrt-Yerfahren  hergestellt  durch 
AuswEkhl  der  Keimkristalle  und  Ver- 
meiden einee  thermischen  Schocks 
beim  Eintauchen  des  Keimes  in  die 
Schmelze. 

Unter  der  Leitung  von  R.  A.  Lau- 
dise  und  R.  A.  SuUivan  [38;  39]  wurde 
in  den  USA  die  Züchtung  von  Quarz 
im  technischen  Maßstabe  nach  dem 
Tfflnperaturgradient- Verfahren  auf- 
genommen. Es  werden  Autoklaven 
von  2,7  m  Höhe  und  15  cm  1.  W.  ver- 
^rendet.  Die  erhaltenen  Kristalle  ha- 
ben einen  Dmr.  von  50  bis  75  mm 
imd  sind  bis  15  cm  lang.  Die  Wachs- 
tumsgeechwindigkeit  beträgt  1,5  nmi/ 
Tag. 

Die  wichtigste  Grundlage  der  hy- 
drothermalen Quarz-Züchtung  ist  die 
Kenntnis  des  Verhaltens  von  Si02  im 
System  H,0  -  SiO,  -  Na^COa  bei  hohen 
Drücken  und  Temperaturen.  Bei  ihren 
Untersuchungen  in  diesem  System 
bestimmten  W.  P,  BiUuaow  und  J.  TT. 
Brjatow  [40]  die  Grenzen  des  Be- 
reiches der  „schweren**  Phase. 

Ebenfalls  auf  hydrothermalem 
Wege  mit  dem  Temperaturgradient - 
Verfahren  gelang  die  Synthese  von 
Si^hir  und  Rubin  [41]. 

Cadmiumsulf  id-Einkristalle  wurden 
von  R.  J.  Miller  und  E.  H.  Bo/chman 
[42]  und  auch  von  D.  R,  Boyd  imd 
7.  T.  Sihwmen  [43]  durch  Wachsttun 
aus  dem  Dampf  gewonnen. 

Über  die  Einkristallzüchtimg  von 
Mullit  nach  dem  FerrteuiZ- Verfahren 
berichteten  A,  Nevhaua  und  W.  Ri- 
thartz [44];  sie  deuteten  dabei  die 
Kinetik     des     Wachstumsvorganges. 

Gelenkte  Krisfaliisation 

Das  neue  Verfahren  der  gelenkten 
Kristallisation  nach  K,  Peters  dient 
dsr  Trennung  chemisch  nahe  ver- 
wandter Elemente.  Peters  geht  davon 
aus,  daß  die  Mischkristalle  isomorph 
kristallisierender  Substcmzen  energie- 
reicher sind  als  die  der  reinen  Kristalle. 
Diese  können  daher  aJs  selektive  Ad- 
aorptionsnuttel  für  Bausteine  gleicher 
Art  dienen,  jedoch  unter  der  Voraus- 
eetzung,  daß  Konzentration,  Tempe- 
ratur und  Wasserstoffionen-Konzen- 
tration der  Mischlösung  sehr  gut  kon- 
stant gehalten  werden.  Dieses  Ver- 
fahren prüfte  K,  Fritz  [45]  an  den 
Systemen  von  Natriumazetat  — 
Natriumthiosulfat;  Kupfer-  und  Nik- 
kalsulfat;  Praseodym  und  Neodym 
in  der  Form  des  Ammon-  und  Magne- 
sium-Doppelnitrate ;  femer  Beryllium- 
und  Calciimisulfat;  K.  Peters  [46] 
wandte  es  mit  erheblichem  Trenn - 
effekt  an  in  der  Form  der  AloxaJsalze 
bei  Ceiit-  und  Yttererden,  Zirkon  und 
Hafnium,  Niob  und  Tantal,  Lanthan 
und  Prafleod3rm  und  bei  den  Lithium- 
Isotopen. 


Trennverfahren 
und  Kristailisatoren 

Für  wärmeempfindliche  Substanzen 
beschrieben  C.  O.  Heisig  und  K.  A, 
Kohe  [47]  einen  neuen  Trennprozeß 
durch  dielektrisch-selektives  Schmel- 
zen gefrorener  Lösungen.  Die  Hoch- 
frequenzheizung erwärmt  die  gesamte 
Eismasse  gleichmäßig,  und  die  flüssige 
Phase  wird  in  einer  besonders  kon- 
struierten Zentrifugentrommel  ab- 
getrennt, deren  Wandungen  zugleich 
als  Elektroden  dienen.  Versuchs- 
ergebnisse mit  KMnO^,  NaCl,  KNO, 
und  Zucker  werden  nutgeteilt. 

J.  L.  Chandler  [48]  untersuchte  die 
Verdampfungskristallisation  im  be- 
netzten Rohr  in  einer  Versuchscoüage 
nüt  KochscJz;  er  findet,  daß  dieses 
Verfahren  angewandt  werden  kann, 
wenn  das  Lösimgsmittel  und  die 
Wärme  der  Abluft  nicht  wieder- 
gewonnen werden  müssen,  wenn  der 
Durchsatz  die  Kosten  für  Vakuum- 
oder Druck- Verfahren  nicht  zuläßt 
und  wenn  kleine  Elristalle  erwünscht 
sind. 

Optimale  Betriebsbedingungen  für 
Kristallisatoren  mit  einer  Umlauf- 
förderung des  Kristallbreis  wurden 
von  H.  H.  Newman  und  R.  C.  Bennett 
[49]  aufgestellt.  Besonders  wichtige 
Punkte  dieser  Arbeit  sind:  die  Ver- 
minderung der  Übersättigung  diurch 
eine  genügende  Menge  an  Kristallen 
im  Brei,  ein  rasches  Entfernen  über- 
schüssiger Keime  und  das  Vermeiden 
von  mechanischem  Abrieb  der  Kri- 
stalle durch  zu  schnelles  Rühren. 

Mit  der  kontinuierlichen  Kristalli- 
sation unter  Kreislaufführung  des 
Kristallbreis  befaßt  sich  auch  das 
Patent  von  R.  Af .  Green  und  J.  W. 
Clark  [50]. 

Am  Beispiel  Ammoniumsulfat  ent- 
wickelten J.  N,  Robinson  und  J.  E, 
Roberts  [51]  eine  mathematische  Fas- 
sung des  Kristallwachstums  in 
einer  Kaskade  von  Rührwerkskesseln. 
Es  ergibt  sich  ein  Zusammenhang 
zwischen  Kesselanzahl,  Komvertei- 
lung  und  Korngröße.  Der  Anteil  an 
grobem  Korn  ist  bei  Parallelschaltung 
der  Kessel  höher. 

Naphthalin,     Abfall- 
Schwefelsäure,    Zucker, 
Glycin 

Ein  englisches  Unternehmen  ver- 
wendet in  seiner  neuen  Anlage  zur 
Naphthalin-Gewinnung  im  Gegensatz 
zur  allgemeinen  amerikanischen 
Entwicklung  die  kontinuierliche 
Kristallisation  und  erzielt  ein  Produkt 
mit  78,5  **C  Schmelzpunkt  [52]. 

Bei  der  Beseitigung  von  Abfall- 
schwefelsäure eignen  sich  zum  Er- 
zielen eines  dichten  Schlammes  be- 
sonders Impfkristalle  aus  natürlichem 
Gips  [53]. 

Li  der  Zuckerindustrie  auf  Hawai 
bewährte  sich  beim  Überwachen  der 
Größe  und  Einheitlichkeit  der  Kör- 


nung eine  photographische  ^  Einrich- 
timg der  „Polaroid  Film"  [54], 

Über  die  Trennung  der  drei  Formen 
des  Glycins  berichtete  W.  Hubig  [55]. 

Kr  is  t  allis  a  t  i  on  der  Solen 
des  Searless  Sees  (Kalifor- 
nien). 

Von  der  ElristaUisationsajüage  in 
Trona,  die  in  mehr  als  23  Kristallisa- 
tionsstufen täghch  über  2000  t  Koch- 
salz und  2000  t  andere  Güter  wie 
Borax,  Borsäure,  NaaSO^,  Na^COs, 
KCl,  KjS04,  LijCOj,  Phosphorsäure 
und  Brom  erzeugt,  gibt  D.  E,  Oarrett 
[56]  einen  zuscunmenfassenden  Über- 
blick. Er  erläutert  die  wichtigsten  Ge- 
sichtspunkte, die  für  das  Studium  der 
Kristallisationsvorgänge  eine  Rolle 
spielen  imd  die  Arbeitsweise  der  ver- 
schiedenen Kristallisatoren.  Beson- 
ders wichtig  sind  die  Angaben  über 
den  erforderlichen  Umfang  der  La- 
boratoriumsuntersuchungen  und   die 


[30]  DmH,  W,  C.  :  Orowth  of  siUcon  crystalB  free 
from  dislocatlonB.  J.  Appl.  Fhysica  30  (1950) 
Nr.  4  8.  450/74. 

[37]  Finger-slzed  peifect  Silicon  crystals.  J. 
Franklin  Institute  166  (1058)  S.  425/26. 

[88]  Quarts:  Out  of  the  Lab.  Chem.  Engng.  News 
36  (1058)  Nr.  51  8.  24/26. 

[80]  Bell  opens  door  to  man-made  qoartz  cry- 
Btals.  Ohem.  Bngng.  66  (1050)  Nr.  8  8.  72/74. 

[40]  Butusow,  W.  P..  u.  I.  W,  Brjatow:  Unter- 
suchung der  Phasengleichgewichte  in  einem 
Teil  des  Systems  HtO-SlOt-NaiOO,  bei 
hohen  Temperaturen  und  Drücken.  Kristal- 
lografija  (russ.)  t  (1057)  8.  670/75. 

[41]  LaudUe»  R.  A.,  u.  A.  Ä.  BiMtnan:  Hydro- 
thermal simthesia  of  sapphire.  J.  Amer. 
Chem.  Soc.  60  (1058)  8.  2655/57. 

[42]  MitUr,  R.  J..  u.  C.  H.  Baehman:  Produc- 
tion  of  cadmium  sulfide  crystals  by  ooeva- 
poration  in  a  vacuum.  J.  Appl.  Phj^cs  16 
(1058)  S.  1277/85. 

[43]  Boyd,  D,  R.,  u.  F.  T.  Sihwmen:  Vapori- 
zation-crystalllzation  method  for  growing 
CdS  Single  crjrstals.  J.  Appl.  Physlcs  36 
(1050)  Nr.  2  8. 176/70. 

[44]  Neuhau9,  A.,  u.  W.  RiekarU:  Über  die  Bin- 
kristallsüchtung  und  ZustandsverhUtnisse 
von  Mullit.  Ber.  Dtsch.  Keram.  Qes.  31 
(1058)  8.  108/16. 

[45]  FfiU,  K. :  Trennung  schwer  trennbarer  8ub- 
stansen  durch  gelenkte  Kristallisation.  Diss. 
Techn.  Hochsch.  Wien  1058. 

[46]  Petent  -K.:  Neue  Methoden  sur  Trennung 
chemisch  nahe  verwandter  Elemente.  An- 
gew.  Chemie  66  (1056)  8.  376/77. 

[47]  Heieig,  0. 0.,n.K.A.  Kobe:  Selective  mel- 
ting  of  frozen  Solutions  with  radio-frequency 
power.  Ind.  Bngng.  Chem.  16  (1058)  Nr.  10 
8. 1517/24. 

[48]  Chandler,  J.  L. :  The  wetted-wall  column  as 
an  evaporative  crystalllzer.  Brit.  Ohem. 
Bngng.  4  (1050)  Nr.  2  8.  83/87. 

[40]  Newman,  H.  H.,  u.  R.  O.  Bennett:  Circu- 
lating  magma  crystaUlsers  Chem.  Bngng. 
Progr.  11  (1050)  Nr.  3  8.  65/70. 

[50]  Green,  R,  M.,  u.  J.  W.  Clark:  Continuous 
circulating  crystallization  process  and  appa- 
ratuB.  U8A-P.  2  833  835.  6/5.  1058. 

[51]  J.  N.  Robinson,  u.  J.  B.  Roberte:  A  mathe- 
matical  study  of  crystal  growth  in  a  cas- 
cade  of  agitators.  Ganad.  J.  Chem.  Bngng.  31 
(1057)  Nr.  3  8.  105/12. 

[52]  (^ystal  fractionation  beats  distillation. 
Chem.  Bngng.  66  (1050)  Nr.  7  8.  80/82. 

[53]  Pauet,  S,  D.,  u.  H,  B.  Oxford:  Reducing 
Sludge  voIume  with  crystal  seedIng  in  dis- 
posal  of  sulfuric  acid  waster.  Ind.  Bngng. 
Chem.  10  (1058)  Nr.  10  8. 1537/38. 

[54]  Snapshots  guide  growth  of  better  crystals. 
Chem.  Bngng.  61  (1058)  Nr.  13  8.  58/60. 

[55]  Hubig,  W.:  Über  die  drei  Formen  des 
Glycins.  Z.  Naturforschg.  13k  (1058)  8.  633 
bis  638. 

[56]  Oarrett,  D.  B. :  Industrial  crystallisation  at 
Trona.  Chem.  Bngng.  Progr.  14  (1058)  Nr.  12 
8.  65/60. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


1373 


[57]  OarreU,  D.  S.,  u.  0.  P.  RoMtibaum:  Orystal- 
lization  of  borax.  Ind.  Bngng.  Chem.  fO 
(1958)  Nr.  11  S.  1681/84. 

[58]  Chükm,  C.  Hr.  CrystalUzatlon:  key  step  in 
Bodium  Bolfate  process.  Chem.  Bngng.  65 
(1958)  Nr.  16  S.  116/19. 

[59]  •  Matz,  O.i  Kristallisieren,  Ausfrieren,  Sub- 
limieren.  Qefrlertrocknen.  In:  Fortschritte 
der  Verfahrenstechnik  Bd.  3.  Weinheim/ 
Bergstr.  1958. 


[60]  Oarrett,  D.  E.,  u.  O.  P.  Rotenbaum:  Crystal- 
llsation.  Chem.  Bngng.  65  (1958)  Nr.  16 
S.  125/40. 

[61]  Grooe,  C,  S.,  u.  H.  M.  Sckoen:  CrystalU- 
zatlon. Ind.  Bngng.  Chem.  fl  (1959)  Nr.  3 
S.  846/51. 


liinreichende    Größe   der   halbtechni- 
schen Versuchsanlagen. 

Der  speziellen  Frage  der  Kristalli- 
sation von  Borax  gingen  D.  E,  QarreU 
und  O,  P.  Roaenbaum  [57]  nach;  sie 
untersuchten  im  Laboratorium  die 
Einflüsse  der  Rührgeschwindigkeit, 
der  Impflingskonzentration  und  ihren 
Zusammenhang  mit  dei:  Agglomerat- 
bildimg,  die  Wirkung  der  Verweilzeit, 
der  Art  des  Einspeisens  bei  der  Va- 
kuum-Kristallisation und  der  Zugabe 
von  Stoffen  zum  Zweck  der  Änderung 
der  Viskosität  der  Lösung  und  der 
Form  der  Kristalle. 


Li  einem  Werk  in  Westend  '^^urdc 
zur  Natriumsulfatgewinnun^  du 
„kalte  Kristallisation'*  eingeführt,  eiiu 
Kühlungskristallisation  bei  5  ''C,  irr 
Gegensatz  zu  der  bisher  üblichen  Ver- 
dampfungskristallisation.  C,  H.  ChU- 
ton  [58]  beschreibt  die  einzelnei] 
Stufen  luid  ElristaUisatoren  des  ge* 
samten  Arbeitsganges. 

Sammelberichte 

Sammelberichte  über  Kristallisiere^] 
veröffentüchten  Q.  Matz  [59],  Z>.  S. 
QareU  und  Q,  P.  Rosenbaum  [60]  so- 
wie C.  S.  Orove  und  H,  M.  Schoen  [61]- 

S  111B3 


TecfinISCfie    Reaktlonsfuhrung  /  von  PnV.-Ooz.  Or.  Woifgang  SlemM,  ^rtin 

DK  541 .1 24 :  66.01 5 :  66.023  (047.1 ) 


Die  Technische  Reaktionsführung, 
die  Lehre  von  den  Vorgängen  in 
Reaktoren  für  chemische  Umset- 
zungen in  industriellem  Maßstab  und 
von  der  Berechnung  solcher  Reak- 
toren, hat  sich  in  den  letzten  Jahren 
außerordentlich  rege  entwickelt.  Li 
einer  Schrifttumübersicht  für  die 
Jahre  1956/57  [1]  wird  auf  diesem 
Gebiet  über  etwa  650  Arbeiten  re- 
feriert. Hier  soll  nur  eine  Übersicht 
über  die  Zusammenstelliuigen  des 
Schrifttums  sowie  über  Lehrbücher  aus 
den  letzten  Jahren  gegeben  werden,  die 
eine  tiefer  gehende  Beschäftigung  mit 
dem  Gebiet  ermöghchen. 

Die  Technische  Reaktionsführung 
hat  es  im  allgemeinen  mit  Prozessen 
zu  tun,  bei  denen  Strömungs-  und 
Diffiisionsvorgänge,  Stoff-  und  Wär- 
meübergangserscheinungen, thermo- 
dynamische  und  reaktionskinetische 
G^esetzmäßigkeiten  zuscunmenwirken. 
Erkenntnisse     in     diesen     einzelnen 


BQcher  sind  durch  •  gekennzeichnet 

[1]  •  Mießner,  H.,  u.  U.  Grigull:  Fortechritte 
der  Verfahrenstechnik  1966/57.  Weinheim 
1058. 

[2]  Ind.  Eng.  Chem.  2.  M&rzheft  Jedes  Jahres. 

[3]  Ind.  Eng.  Chem.  2.  Septemberheft  Jedes 
Jahres. 

[4]  •  BrOU,  W.:  Chemische  Reaktionstechnik. 
Weinheim  1058, 

[5]  •  DiaUr,  K.,  F.  Hom  u.  L.  Küehler:  Che- 
mische Reaktionstechnik.  In  Winnaeker,  K., 
u.  L.  Küehler:  Chemische  Technologie  Bd.  1. 
Manchen  1058. 

[6]  •  KisaakaU,  S.:  Verfahrenstechnik.  In 
Winnaeker,  K.,  u.  L.  Küehlmt:  Chemische 
Technologie  Bd.  1.  München  1058. 

[7]  •  Frank- Kamenetzki,  D.  A.:  Stoff-  n.  Wftr- 
meObertragung  in  der  chemiischen  Kinetik. 
Deutoche  Übersetzung  von  /.  Pawknogki. 
Berlin/OOttingen/Heidelberg  1050. 

[8]  •  Penner,  S.  S. :  Introduction  to  the  Study 
of  Chemical  Beactions  in  Flow  Systems. 
liOndon  1055. 

[0]  •  Smüh,  I.  M. :  Chemical  Engineering  Ki- 
netics.  New  York/Toronto/London  1056. 
[10]  •  DamkOhler,  O. :  Einf luB  von  Diffusion, 
Strömung  und  Wärmetransport  auf  die  Aus- 
beute bei  chemisch-technischen  Reaktionen. 
Aus  A.  Bueken  u.  M.  Jacob:  Der  Chemie- 
Ingenieur.  Nachdruck  Frankfurt  1057. 
ril]  Corrigan,  T.  B., u.  Mitarbeiter:  Chem.  Engng. 
03  (1056)  Nr.  1.  S.  207/12;  Nr.  2  S.  103/06; 
Nr.  3  8.201/06;  Nr.  6  S.  253/56;  Nr.  7 
S.  201/04;  Nr.  8  S.  221/26;  Nr.  0  S.  211/14; 
Nr.  10  S.  211/14. 


Gnmdlagenbereichen  kommen  somit 
auch  der  Technischen  Reaktionsfüh- 
rung zugute.  Ausführhche  Über- 
sichten über  diese  Gebiete  bringt 
jährhch  die  Zeitschrift  „Industrial 
Engineering  Chemistry"  [2],  in  der  das 
cmgelsächsische  Schrifttum  bevor- 
zugt wird.  Das  deutsche  GrQgenstück 
dazu  ist  das  Buch  über  die  ,»Fort- 
schritte  der  Verfahrenstechnik"  [1],. 
das  alle  zwei  Jahre  erscheint. 

Hier  findet  sich  auch  ein  besonderes 
Kapitel  „Technische  Reaktionsföh- 
rung  und  Reaktionsapparate",  nsyeh 
allgemeinen  physikalischen  und 
physikochemischen  Prinzipien  ge- 
gliedert. Die  entsprechende  Übersicht 
in  den  USA  [3]  erfaßt  das  Gebiet  vom 
Gesichtspunkt  der  speziellen  chemi- 
schen Umsetziuig  und  gliedert  es  nach 
den  „Unit  Processes"  (Oxydation,  Ver- 
esterung, Sulfonierung  usf.).  Es  leuch- 
tet ein,  daß  eine  solche  Beheuidlung 
der  modernen  Technischen  Reaktions- 
führung  nicht  angemessen  ist,  die  ja 
von  den  allgemeinen  Naturgesetzen 
her  an  das  Geschehen  im  Reaktor 
hercmgeht. 

Aufbauend  auf  einer  sehr  ausführ- 
lichen Darstellung  der  oben  erwähnten 
Grundlagen  beheuidelt  Brötz  die  Tech- 
nische Reaktionsführung  in  einem 
Lehrbuch  [4].  Er  gliedert  sie  in  drei 
Hauptbereiche:  Umsatz  und  Verweil- 
zeit von  isothermen  RecJctionen,  Reak- 
tionsgeschwindigkeit und  Wärme- 
transport sowie  Reaktionsgeschwin- 
digkeit und  Stofftrcmsport.  Zum  er- 
sten Teil  gehören  Vorgänge  in  Rühr- 
kesseln und  im  Strömungsrohr,  zum 
zweiten  euÜabatische  Reaktionen  so- 
wie die  technische  Recdisierung  eines 
isothermen  Reaktionsverlaufes,  zum 
dritten  heterogene  Reaktionen  bei 
verschiedenen  Phasenkombinationen, 
einschl.  der  heterogenen  Katalyse. 
Eine  ähnhche  Behandlung  findet  das 
Gebiet  in  einem  Hemdbuchartikel  von 
Dialer,  Hom  und  Küchler  [5],  wobei 
von  den  Grundlagen  nur  chemische 


Thermodjmamik  luid  Reaktionskine- 
tik gesondert  beheuidelt  werden  — 
vermuthch,  weil  die  anderen  Bereiche 
schon  in  einem  vorhergehenden  Ab- 
schnitt [6]  —  des  Werkes  erfaßt 
wurden. 

Eine  eingehende  theoretische  Unter- 
suchung der  Grundlagen  der  tech- 
nischen Reaktionsfiihrung  und  der 
Vorgänge  im  Reaktor  findet  sicli  in 
einem  russischen  Lehrbuch  von  Frank- 
Kamenetzki  [7],  das  jetzt  in  deutseber 
Übersetzimg  erschienen  ist.  Die  prak- 
tischen Anwendungen  werden  aller- 
dings in  dieser  Darstellung  nur  ge- 
streift, und  auf  Reaktionsapparate 
wird  gar  nicht  eingegangen.  Ebenfalls 
im  wesentlichen  von  der  Theorie  ber 
behandelt  Penner  [8]  die  Reaktionen 
in  strömungsfähigen  Systemen. 

Eine  gute  Übersicht  über  die  Grund- 
lagen des  Gebietes  sowie  die  darauf 
aufbauenden  Berechnungsverfabren 
zur  Auslegung  von  Reaktoren  gibt 
Smith  [9]  in  seinem  Lehrbuch.  Be- 
merkenswert ist  die  Fülle  von  sehr 
ausführhch  durchgerechneten  Beispie- 
len in  diesem  Werk.  Ein  Schwerpunkt 
liegt  dabei  auf  dem  Reaktor  für  die 
Umsetzung  von  Gasen  am  festen 
Katalysator,  noch  immer  der  wich- 
tigste Reaktortyp. 

Weiter  sei  auf  den  Neudruck  der 
klassischen  Arbeit  von  Damköhler  [10] 
aus  dem  „Chemieingenieur"  hinge- 
wiesen, mit  der  eine  Technische  Reak- 
tionsführung im  heutigen  Sinne  be- 
gründet wurde.  Die  in  dieser  Arbeit 
zusammengestellten  Grundgleichun- 
gen und  ihre  Diskussion  bilden  au<^ 
heute  noch  die  Basis  für  wichtige 
Rechenverfahren. 

Abschheßend  sei  auf  eine  Aufisatz- 
reihe  von  Corrigan  und  Mitarbeitern 
[11]  in  der  Zeitschrift  „Chemical 
Engineering"  hingewiesen,  in  der 
Methoden  zur  Berechnung  von  Reak- 
toren mitgeteilt  werden.  Hier  sind 
nur  die  Aufsätze  aus  dem  Jahre  1956 
angeführt.  S 11182 


1374 


VDl-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


\ 


ftlieof  Ogle   /   von  Or.  phiL  Wal  fr  M9akaf,  Leverkusen 


DK  539.501  (047.1) 


Die  Rheologie  als  wissenschaftliche 
Disziplin  untersucht  die  Phänomene, 
die  allgemein  bei  der  Deformation, 
einschließlich  des  Fließens  der  Stoffe, 
suftreten.  Die  Vielfalt  der  Probleme 
und  die  Abgrenzung  gegenüber  den 
snderen.  wissenschaftlichen  Diszi- 
plinen kommt  auch  in  der  Themen - 
auswabl  der  Vorträge  des  III.  Inter- 
nationalen Kheologiekongresses  und 
der  Elröf&iungscmsprache  von  F,  H, 
Müller  [1]  sowie  der  Vorträge  der 
weiteren  Tagungen  des  Jahres  1958 
zum  Ausdruck. 

Es  ist  daher  zweckmäßig  von  den 
Arbeiten  des  erwähnten  internatio- 
nalen Kongresses  in  Bad  Oeynhausen 
vom  23.  bis  30.  September  1958  aus- 
Kogehen  und  mit  den  theoretischen 
Untersuchungen  zu  beginnen,  da  sie 
nicht  nur  die  Rheologie  als  wissen- 
schaftliche Disziplin  begründen,  son- 
dern auch  das  Fiuidament  für  die 
Meßverfahren  zur  Ermittlung  der 
Theologischen  Stoffeigenschaften  so- 
wie die  Grundlage  für  die  verfahrens- 
technischen Anwendungen  der 
Rheologie  bilden. 

Theoretische  Arbeiten 

Über  den  gegenwärtigen  Stand  der 
makroekopischen  Theorien  des  rheolo- 
gischen  Verhaltens  berichtete  F, 
Sehwarzl  [2]  luid  zeigte  dabei,  daß  die 
Probleme  der  linearen  Theorie  im 
großen  und  ganzen  als  gelöst  zu  be- 
trachten sind.  Die  darüber  hinaus- 
gehenden Überlegungen  führten  zu 
den  Theorien  der  endlichen  Deforma- 
tionen und  des  nichtlinearen  Ver- 
haltens der  Stoffe.  Bei  endlichen  De- 
formationen gibt  es  keine  Propor- 
tionalität mehr  zwischen  dem  Speui- 
nungs-  und  dem  Deformationstensor. 
Der  S  p  annu  ngs  t  ens  or  ist 
proportional  der  Einheits- 
matrix  -{-  D  ef  or  m  a  t  i  ons  • 
tensor  -f  quadratischem 
Deformationstensor.  Ent- 
sprechende Betrachtungen  mit  dem 
Tensor  der  Deformationsgeschwindig- 
keit an  Stelle  des  Deformationstensors 
gehen  im  wesentlichen  auf  J.  O. 
Oldroyd  zurück.  Das  nichtlineare  Ver- 
halten ist  dadurch  gekennzeichnet, 
daß  der  Spannungstensor  vom  De- 
formations-  und  vom  Deformations- 
geschwindigkeits-Tensor  sowie  von 
den  gemischten  Tensoren  abhängt  und 
im  allgemeinen  Fall  auch  noch  die 
Ableitungen  des  Spannungstensors 
mit  eingehen.  Das  ksjm  dazu  führen, 
daß  man  je  nach  dem  theoretischen 
Gesichtspunkt  ein  nichtnewtonsches 
Verhalten  als  solches  großer  Deforma- 
tionen oder  als  ein  echt  nicht-lineares 
Verhalten  des  Stoffes  betrachtet.  Es 
wird    daher    eine     engere    Biadung 


zwischen  Theorie  und  Experiment 
angestrebt. 

Von  J.  Q,  Oldroyd  [3]  wurden  in  dem 
bereits  erwähnten  Sinne  die  Strö- 
mungsvorgänge —  begrifflich  nicht 
einwandfrei  mit  Hydrodynamik  be- 
zeichnet —  von  Stoffen  mit  kompH- 
zierteren  rheologischen  Eigenschaften 
behandelt.  H,  Oiesekus  [4]  erörterte 
den  Speuinungstensor  des  viskoela- 
stischen  Körpers.  D.  B,  Bland  [5]  und 
E.  H,  Lee  [6]  brcKshten  neue  Über- 
legungen im  Rahmen  der  linearen 
Theorien  der  Viskoelc»tizität.  Von 
J.  Metamer  und  H.  König  [7]  wurde 
auf  die  wesentliche  Eigenschaft  der 
rheologischen  Systeme,  dissipativ  zu 
sein,  hingewiesen  und  ein  Zugang  zur 
Beschreibung  der  linearen  dissipativen 
Systeme  angegeben;  sie  machen  von 
den  Eigenschaften  der  Stetigkeit  und 
Differenzierbarkeit  der  Spannungs- 
und Dehnungsfunktionen  sowie  von 
jenen  der  sie  verbuidenden  linearen 
Transformationen  Gebrauch.  Spe- 
zielle theoretische  Fragen  der  Re- 
laxation erörterten  B,  Albrecht  [8]  und 
A.  M.  Freudenthal  sowie  B.  Ghross  [9]. 
Von  A.  S.  Lodge  [10]  wurden  die 
Green- Toboleky sehen  Beziehungen 

zwischen  der  Spannung  und  dem 
Zeitintegral  der  Verformung  verall- 
gemeinert, und  zwar  für  ein  sich  ent- 
spannendes Gaußsches  Netzwerk  mit 
vorübergehenden  Vemetzimgen  durch 
Einfühnmg  der  Verteilung  der  mitt- 
leren Lebensdauer  der  Vernetzungen. 
Diese  Zusammenhänge  wurden  zur 
Deutiing  des  Verlaufs  der  Seher- 
Erholung  in  konzentrierten  Lösungen 
von  Poljnmeren  benutzt. 

Von  ganz  anderen  Überlegungen 
wird  die  theoretische  Untersuchung 
der  Bewegung  kömiger,  pulverförmi- 
ger  Medien  beherrscht;  hier  treten, 
wie  J,  Lüwiniazyn  [11]  ausführte,  die 
modernen  statistischen  Methoden 
in  den  Vordergrund.  Schließlich  seien 
noch  Modellvorstellungen  erwähnt, 
die  von  B,  Peraoz  [12]  zur  Nachbil- 
dung eines  Spektrums  von  Fließ - 
grenzen  bzw.  eines  Spektrums  von 
Verformungsgrenzen  herangezogen 
wurden,  tim  die  Vielfalt  der  erörterten 
Probleme  zu  zeigen,  die  noch  unter- 
strichen wird  durch  weitere  Arbeiten 
von  M.  Matachinski  [13;  14],  J.  Kubat 
[15],  ß.  B,  Seih  [16],  TT.  Hohmüüer 
[17]  und  F,  SchuUz'Orunow  [18].  Mit 
den  allgemeinen  theoretischen  Fragen 
verknüpft  sind  jene  Überlegungen, 
die  einer  Klassifikation  bzw.  einer 
Nomenklatur  rheologischer  Körper 
bzw.  rheologischer  Eigenschaften  ge- 
widmet sind.  Die  Ausfühnmgen  von 
F.Schvxirz  [19],  B.  Buvet  [20],  B. 
Kepes  [21]  luid  auch  von  F,  B. 
Winkler  [22]  wurden  von  einer  aus- 
führlichen Erörterung  begleitet. 


Außer  dem  internationalen  Kongreß 
fanden  im  Jahre  1958  eine  Reihe 
weiterer  Tagungen  statt  —  jedoch 
mit  wesentlich  engerer  Zielsetzung  — 
insbesondere  auch  auf  dem  Gebiet  der 
Theorie.  Auf  der  Tagung  der  Hol- 
ländischen Rheologen  Vereinigung  am 
10.  Dezember  1958  in  Leiden  brachte 
F,  Schtoarz  [23]  einige  Gedanken  über 


Bflcher  sind  durch  •  gekennzeichnet 

[1]  MÜUer,  F.  H.:  Rheologie  und  Phjrsilc.  Rhe- 
ologica  Acta  1  (1050)  Nr.  4  bis  6  im  Druck. 

[2]  Sehteard,  F,:  Der  gegenwftrtige  Stand  der 
makroskopischen  Theorien  des  rheolo- 
gischen Verhaltens.  Siehe  [1]. 

[8]  Oldroyd,  J.  0, :  The  hydrodynamics  of  ma- 
terials  whose  rheological  properties  are 
complicated.  Siehe  [1]. 

[4]  Oinekutt  B.:  Der  Spannungstensor  des 
visko-elastisehen  Körpers.  Siehe  [1]. 

[5]  Bland,  D.  R. :  The   foundatlons  of  linear 
Isotropie   isothermal  ylsco-elasticity. 
[Siehe  [1]. 

[6]  Lee,  E.  H. :  Stress  analysis  for  linearly 
viscoelastic  materials.  Siehe  [1]. 

[7]  Meißner,  J.,  u.  H.  König:  Zur  Theorie  der 
linearen  dissipativen  Systeme.  Rheologica 
Acta  1  (1068)  S.  100. 

[8]  AUfreeht,  B.,  n.  A.  M,  Fretidenthal:  On  re- 
laxation  spectra  in  hard  polymers.  Siehe  [1]. 

[0]  Qroii,  B. :  Single  llnes  in  retardation  and 
relaxation  spectra.  Siehe  [7]  B.  181. 

\iO]  Lodge,  A.  S.:  A  network  theory  of  con- 
strained  elastic  recovery  in  ooncentrated 
polymer  Solutions.  Siehe  [7]  S.  158. 

[11]  LÜwinitZifn*  J-:  Statistical  methods  in  the 
mechanics  of  granulär  bodies.  Siehe  [7] 
S.  146. 

[12]  Pertot,  B.:  ModMes  plasto-ölastiques. 
Siehe  [7]  S.  00. 

[13]  Matechinaki,  M.:  Drei  Hauptmethoden 
zur  mathematischen  Darstellung  der  Nach- 
wirkungserscheinungen.  Siehe  [1]. 

[14]  Mateehtneki,  M. :  Bemerkungen  über  die 
Dichtlinearen  Oesetze  der  ElastizitAt. 
Siehe  [1]. 

[15]  Kuhdt,  J.:  Einige  bemerkenswerte  Bezie- 
hungen der  elastischen  Nachwirkung. 
Siehe  [7]  S.  232. 

[16]  ^eM,  B.  R.'.  Poro-plastic  deformatlon. 
Siehe  [7]  S.  316. 

\n]  BolzmiUUr,  W.:  Reversibles  und  Irre- 
versibles Fließen  plastisch-elastischer  Kör- 
per. Siehe  [1]. 

[i%\  SehüUz'Orunmo,  F.:  Entmischung  makro- 
molekularer Lösungen  in  Scherströmungen. 
Siehe  [7]  S.  280. 

[10]  Sehward,  F.,  u.  Leadermann:  Proposais  on 
rheological  nomenclature  and  definitions. 
Siehe  [1]. 

[20]  Buvet,  R.:  Classification  th^oretique  de 
propridt6s  rh^ologiques  des  corps  reels. 
Siehe  [1]. 

[21]  Kepes,  R.:  Un  classement  ph6nem6nolo- 
gique  des  propriötös  rh^ologiques  des  corps. 
Siehe  [1]. 

[22]  Winkler,  F.  R.:  Systematik  der  dyna- 
mischen Prüfverfahren  ffir  hochpolymere 
Festkörper.  Siehe  [1]. 

[23]  Sehwarü,  F.:  Einige  Gedanken  über  den 
gegenwärtigen  Stand  der  Theorie  größerer 
Form&nderungen  in  Anlehnung  an  den 
III.  Internationalen  Rheologie- Kongreß. 
Vortrag  XJniversit&t  Leiden  10. 12.  1058. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.29    11.  Oktober 


1375 


[24]  Mack,  CA.:  Secondary  BtrMMs  in  anlBo- 
tropic  amorphouB  media.  Bheology  Bul- 
letin t7  (1958)  Nr.  2  8.  2. 

[251  Lee,  S-  H..  J,  R.  M.  Radok  u.  TF.  B. 
Woodward:  Streas  analyelA  for  linear  vls- 
coelastic  materials.  Siehe  [24]  S.  8. 

[20]  NettUton,     R.  B. :     Thermodsmamic«     of 

transi;>ort  proceues  in  llqulds.  Stehe  [24] 

S.  3. 
[27]  MarhmUi,   H.:    Some   generallsatlons  of 

linear  yiscoelastlc  Btreas  deformation  rela- 

tlonshlpB.  Siehe  [24]  S.  4. 

[28]  EaelhU»  D.  H. :  Theory  and  analyito  of  peel 

adhesion.  Siehe  [24]  S.  7. 
[29]  Kästner,  8. :  Zur  Theorie  der  Relaxation. 

TeU  I.  Ann.  d.  Phyaik  1  (1958)  8.  877/99. 

[80]  KOttner,  S. :  Zur  Theorie  der  Relaxation, 
TeU  II.  Ann.  d.  Physik  2  (1958)  S.  146/02. 

[31]  Hertfeld,  K.  F.:  Bulk  viBcoBity  and  shear 
ylBcoBlty  in  fluldB  according  to  the  theory 
of  Irreyersible  proceBses.  J.  ehem.  Phye.  28 
(1958)  S.  595. 

[82]  ZisgUr,  H. :  An  attempt  to  generallse  on- 
BagerB  pilnclple.  and  ItB  signlficance  for 
rhologlcal  problemB,  Z.  angew.  Phyi.  Ob 
(1968)  B.  748. 

[88]  BoMM,  R.:  Zur  Theorie  der  mechanischen 
Relaxation  des  EIbcb.  Z.  f.  Physik  183 
(1958)  S.  18. 

[84]  DahlffreH,  S.  E. :  Extendlng  the  Bce-Byrlng 
generalized  flow  theory  to  non-equlllbrlum 
condltions.  KoUoid-Z.  163  (1958)  S.  138. 

[85]  Tafnamoto,  M. :  The  vlBco-elaBtic  propertles 
of  network  structure,  Teil  11.  J.  Phys.  Soc. 
Japan  12  (1957)  S.  1148/58. 

[86]  TamanuAo,  M. :  The  vlBco-elaBtlc  propertles 
of  network  structure,  Teil  II.  J.  Phys. 
Soo.  Japan  13  (1958)  S.  1200/11. 

[87]  Oietehvi,  H. :  Einige  Bemerkungen  zum 
FllDßverhalten  eiasto-viskoser  Flüssig- 
keiten In  statlon&ren  SchlchtstrOmungen. 
Siehe  [1]. 

[88]  Weber,  W.:  Die  neuere  Entwicklung  der 
viskoalmetrlschen  MeOgerftte  fttr  Flflsslg- 
kelten.  Z.  Instr.  86  (1958)  S.  107. 

[89]  Meekai,  W.:  ViskoBlmetrie.  Ghemle-Ing.- 

Technlk  36  (1958)  S.  773. 
[40]  Roseoe,  R. :  The  determlnatlon  of  vlscoslty 

by  the  oscillating  resBel  method.  Rheology 

Abstracts  1  (1958)  S.  24. 

[41]  Broume,  M.  T. :  Measurement  of  ylacoslty 
by  an  electronic  countlng  technlque. 
Siehe  [40]  S.  24. 

[42]  Sehnurmannt  R.\  Vlscoslty  measurements 
at  high  rates  of  Shear.  Siehe  [40]  S.  26. 

[48]  Jewninge,  W.,  u.  B.  W.  J.  MardUt:  A  Short 
report  on  the  Standard  methods  of  measu- 
rlng  vlscoslty  in  c.g.B.  unlts.  Siehe  [40] 
S.  27. 

[44]  Rutherford,  P.  P. :  Measurement  of  the 
vlscoslty  of  Polymers  at  extremely  low 
concentratlons.  Siehe  [40]  S.  28. 

[45]  Lammiman,  K,  A.,  n.  P.  R.  Morrit:  The 
predse  measurements  of  viscosity  In  the 
Petroleum  Industry.  Siehe  [40]  S.  28.  — 
MardU»,  E.  W.  J. :  Gesamtbericht  ttber  das 
Symposium.  Xature  ISS  (1958)  S.  438/39. 

[46]  Labotd,  J.  W.  Ä.:  The  Micro-Blastometer. 
A  mlcro-devlce  for  measuring  the  modulus 
of  ..stifhiess"  of  small  samples  of  ther- 
moplastlc  materials.  Siehe  [7]  S.  186. 

[47]  McEeimeU,  R.,  u.  K.  Walhin:  (k>ne-plate 
viscometer  for  Operation  up  to  2()0*G. 
Siehe  [1]. 

[48]  Weber,  W.,  u.  O.  Meeriender:  Versuchs- 
apparatur sur  Messung  der  VlskositSt  von 
Glasschmelzen.  Siehe  [1]. 

[49]  Zeitig,  H.:  Einfluß  der  Reibungswärme  auf 
die  Zfthlgkeltsuntersuchung  im  Couette- 
Vlskosimeter.  Siehe  [7]  S.  296. 

[50]  Fineke,  A.,vl.  W,  Heint:  Zur  Bestimmung 
der  FUeOgrense  grobdisperser  Systeme. 
Siehe  [1]. 

[51]  Homayr,  «/.:  Plastometrle  heterogen  auf- 
gebauter Stoffgemische.  Siehe  [1]. 

[52]  HoUinger,  K.:  Neue  Wege  lur  Messung 
mechanischer  Größen  in  der  Rheologie. 
Siehe  [1]. 

[58]  Hoffmann,  W. :  Ein  neues  Verfahren  zur 
Bestimmung  der  Hysteresisschleife  faden- 
förmigen textilen  Materials  und  deren  Aus- 
wertung. Siehe  [1]. 

[54]  KemmniU,  O.,  H.  Meumamn  u.  O.  Etpanion: 
Bemerkungen  Über  die  Auswertung  von 
Dftmpfungsschlelfen  II.  Siehe  [1]. 

[55]  Dick,  W.,  Ad.  BngeUsr  u.  F.  H.  MiUier: 
W&rmeeffekte  bei  Deformation.  Siehe  [1]. 

[56]  Schürmann,  W.:  Polarlsatlonsoptische  und 
mechanische  Ermittlungen  von  Spannungs- 
zust&nden  in  makromolekularen  Flüssig- 
keiten am  Beispiel  des  Acronal  4F.  Siehe 
[7]  8.  221. 

[57]  Oameki,  E. :  Variation  de  la  vltesse  de  pro- 
pagation  d'ondes  ultrasoniques  au  cours  du 
passace  de  l'ötat  liquide  a  l'ötat  solide. 
Siehe  [7]  8.  119. 


den  gegenwärtigen  Stand  der  Theorie 
größerer  Formänderungen  in  Anleh- 
nung an  den  Internationalen  Rheo- 
logie Kongreß.  Die  Amerikanische 
Rheologische  Geeellschaft  faßte  die 
Vorträge  ihrer  Tagung  in  Philadelphia 
vom  5.  bis  7.  Februeur  1958  im  Rahmen 
folgender  Hauptgruppen  zusammen: 
Symposium  über  Resonanz  und  Re- 
laxation» Rheologische  Einheiten  und 
Beziehungen,  Theorie  und  Praxis  der 
Viskoelastizität,  Adhäsion  und  Dis- 
persionen sowie  allgemeine  Vorträge. 
Auch  hier  kommt  die  engere  Ziel- 
setzung der  theoretischen  Betrach- 
tungen in  den  Vorträgen  von  Ch. 
Mack  [24],  E.  H.  Lee  [25],  J,  R,  M. 
Radok  imd  W,  B.  Woodward,  R,  E. 
NetÜeton  [26],  H.  Markovüz  [27],  imd 
Z>.  H.  Kaelble  [28]  zimi  Ausdruck. 

Bei  dem  7.  Rheologischen  Sympo- 
sium im  November  1958  in  Kyoto 
Japan,  veranstaltet  von  der  Chemical 
Society,  der  Physical  Society,  der 
High  Polymer  Society  von  Japan  und 
der  Japan  Society  for  Teeting  Ma- 
terials treten  theoretische  Fragestel- 
lungen zugunsten  des  Experiments, 
der  Meßverfahren  und  der  Anwen- 
dungen zurück.  Noch  weiter  in  den 
Hintergrund  tritt  die  Theorie  in  dem 
von  der  Amerikeuiischen  Chemischen 
Gesellschaft,  Fachgruppe  für  ange- 
wandte Chemie,  veranstalteten  Sym- 
posium „Kichtnewtonsche  Flüssig- 
keiten in  Wissenschaft  und  Technik'* 
vom  29.  bis  30.  Dezember  1958.  Aus 
der  Vielzahl  der  übrigen  erschienenen 
theoretischen  Arbeiten  seien  zur  Ab- 
rundung  und  Ergänzung  der  Kongreß- 
und  Tagungsvorträge  einige  Veröffent- 
lichimgen  von  S.Kästner  [29;  30], 
J.F,  Herzfeld  [31],  H,  Ziegler  [32], 
R.  Boss  [33]  imd  Sven  Eric  Dahlgren 
[34]  sowie  Miaazo  Tamamoto  [35 ;  36] 
herausgegriffen . 

MeBmethodIk 

Aus  der  theoretischen  Durchdrin- 
gung der  Probleme  ergeben  sich  weit- 
reichende Folgerungen  für  die  Ent- 


[58]  Winogradow,  Q.  W.,  u.  W.  N.  Manin:  An- 
wendung der  polarisationsoptlschen  Me- 
thoden zu  strOmungstechnischen  Unter- 
suchungen an  konzentrierten  Hochpolymer- 
LOsungen.  J.  Techn.  Physllc  (Rubs.)  St 
(1958)  S.  270. 

[69]  Westover,  Ä.  F. :  Thlrty  years  of  plastics 
Impact  testlng.  I.  Plastics  Technol.  (1958) 
S.  223. 

[eO]SmaU,  P.A.:  A  simple  melt- viscometer 
for  very  high  vlscosltles.  J.  Polymer  Sei.  tt 
(1958)  S.  223. 

[61]  Merz,  E.  H.,  u.  R.  E.  ColweUi  A  high  shear 
rate  capillary  rheometer  for  polsrmer 
melts,  ASTM  BuUetin  (TP  211)  (1958) 
S.  63. 

[Q2]  Sreekantath,  0.  M.,  u.  C.  A.  Vergheee:  A 
compensated  movlng  cyllnder  viscometer. 
J.  Scientific  Instruments  35  (1958)  S.  160. 

[63]  Burne,  W.  O.,  B.  Morris  u.  R.  W.  Wil- 
kinson:  An  apparatus  for  the  vlscometry 
of  organlc  Uquids  at  high  temperature. 
Siehe  [62]  S.  291/98. 


Wicklung  der  modernen  Meßmethodik, 
vgl.  z.  B.  H.  Oieaekus  [37],  die  jedoch 
noch  wenig  beachtet  werden.  Die  rein 
meßtechnischen  Fragen  überwiegen, 
wie  auch  aus  der  von  TT.  Weber  [38] 
gegebenen  Übersicht  über  die  neuere 
Entwicklung  der  viskosimetrischen 
Meßgeräte  für  Flüssigkeiten  hervor- 
geht. Dieselbe  Tendenz  läßt  auch  die 
Berichterstattimg  von  W.  Meshai  [39] 
über  die  auf  der  Achema  XI  ausge- 
stellten Meßgeräte  erkennen.  Die  Bri- 
tish Society  of  Rheology  und  das  In- 
stitut of  Petroleum  befaßten  sich  im 
Rahmen  eines  S3mip08iums  am  6.  Juni 
1958  in  London  mit  den  Beitragen 
über  Präzisionsmessungen  der  Visko- 
sität von  Flüssigkeiten  von  R.  Roacoe 
[40],  Af .  T.  Broume  [41],  R.  Schnur- 
mann  [42],  W,  Jenninge  und  E,  W.  «7. 
MardUs  [43],  P .  P .  Rutherford  [44] 
sowie  K,  A,  Lammiman  und  P.  J?. 
Morris  [46].  Auch  auf  dem  Inter- 
nationalen Kongreß  wurden  die  ver- 
schiedenen Wege  der  meßtechnischen 
Lösung  der  rheologischen  Probleme 
eingehend  erörtert.  J.  W,A.  Laboui 
[46]  beschrieb  ein  Mikroelastometer 
für  kleine  Proben  thermoplastischer 
Stoffe.  R.  McKennet  imd  K,  Watkin 
[47]  berichteten  über  die  Weiterent- 
wicklung des  Kegel-Platte-Viskoai- 
meters  für  höhere  Temperaturen, 
während  TF.  Weber  und  Q.  Meerländer 
[48]  ein  Rotationsviskosimeter  für 
Glasschmelzen  erläuterten.  H,  Zeitig 
[49]  ging  auf  den  Einfluß  der  Rei- 
bungswärme auf  die  Viskositätames- 
sungen  mit  dem  Couette  Viskosimeter 
ein,  und  A.  Fineke  und  W.  Heinz  [60] 
gaben  ein  Verfahren  zur  Bestimmung 
der  Fließgrenze  mit  dem  Rotations- 
viskosimeter an. 

J.  Hornair  [51]  erläuterte  mit  Hilfe 
der  Plastometrie  heterogen  aufge- 
bauter Stoffgemische  die  Notwendig- 
keit wegloser  Kraftmessungen.  Dieser 
Gedanke  der  weglosen  Messung  me- 
chanischer Größen  fcmd  in  den  Aus- 
führungen von  K.  HoUinger  [52]  seine 
allgemeine  Fassung.  TT.  Hoffmann  [63] 
Q,  Kemmnitz,  H.  Meumann,  O.  Eepa- 
nion  [54]  diskutierten  Verfahren  zur 
Untersuchung  und  Methoden  zur  Aus- 
wertung der  Ergebnisse  von  quasifesten 
Stoffen.  Auch  die  Arbeit  von  Ad.  H. 
Engelter,  W.  Dick  und  F.  H.  MüUer 
[55]  über  kalorimetrische  Messungen 
gummielastischer  Stoffe  sowie  die  Be- 
trachtungen von  Schürmann  [56]  über 
die  polarisations-optische  und  me- 
chcmische  Ermittlung  von  Spannungs- 
zuständen  und  schließlich  die  von 
K.  Oamaki  [57]  erörterten  Ultraschall- 
methoden  zeigen  die  Vielfalt  der  ent- 
wickelten Meßmethoden  zur  Erfas- 
sung rheologischer  Eigenschaften. 
Von  den  zahlreichen  weiteren  Arbeiten 
sollen  zur  Ergänzung  noch  die  fol- 
genden euigeführt  werden:  ö.  W. 
Winogradow  [58],  Ü.  W.  N.  Manin 
[59],  P.  A.  SmaU  [60],  R.  E.  Cclweü  u. 
E.  H.  Merz  [61],  O.  M.  Sreekantath  u. 
G.  A.  Verghese  [62],  W.  O.  Bums  [63], 


1376 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


B.  Morris  [64],  R.  W.  Wükinaon  [65], 
F.  Z>.  Penny  u.  O,  C.  Ackroyd  [66], 
Ä.  Roseoe  [67],  J.  Jfcf .  Savino  u.  TT.  X. 
5ib6ö<  [68],  R,  Bfdas  n.C.A.  Kumina 
[69],  O.  E.  WüLiams  [70],  DIN  53012 
[71],  TT.  H.  Bauer,  A.  P.  FinkeUUin, 
0.  A.  Larom  u.  iS.  ^.  Wiberley  [72], 
DIN  53016  [73],  DIN  53523  [74], 
Dm  53012  [75]  und  W.  HolzmiMer  u. 
(7.  Winiersiein  [76]. 

Anwendungen   der  Rheologie 
in  der  technischen  Praxis 

Eine  Reihe  der  hier  aufgeführten 
Arbeiten,  insbesondere  die  von  W, 
Meakai  [39]  gegebene  Übersicht  über 
die  auf  der  ACHEMA  ausgestellten 
Meßgeräte,  beschreiben  Gerätetypen, 
die  für  besondere  Anwendungen  in  der 
Industrie  geeignet  sind.  Damit  ist  es 
möglich,  das  Fließverhalten  der  Stoffe 
flo  zu  ermitteln,  daß  die  erhaltenen 
Ergebnisse  für  die  Praxis  verwendbar 
sind. 

Für  die  moderne  Technologie  von 
anmittelbarer  Bedeutung  sind  Unter- 
suchungen, die  in  einer  besonderen 
Sektion  des  Internationalen  Kon- 
gresses behandelt  wurden,  und  hier 
ist  besonders  auf  die  zusammen- 
fassende Darstellung  von  A,  B.  Metz- 
ner  [77]  hinzuweisen.  Weiter  gaben 
7.  Mori  und  J,  Mataumoio  [78]  eine 
mathematische  Anal3rse  der  Vorgänge 
in  Kunstetoff-^a^fru^iem,  A.  Buh- 
mann  [79]  verghch  die  Wärmebilanz 
bei  der  diskontinuierhchen  und  kon- 
tinuierlichen Herstellung  von  Kohle- 
elektroden, Z>.  Schüring  [80]  erörterte 
die  rheologischen  Fragen  bei  der  Torf- 
bearbeitung. R,  Rautenhach  [81]  un- 
tersuchte das  Fließverhalten  disperser- 
plastischer  lüiassen  im  WeJz8f>alt, 
W.  Meakat  [82]  ging  auf  die  Gesetz- 
mäßigkeiten ein,  die  beim  Strang- 
pressen nichtnewtonscher  Massen 
auftreten  und  leitete  die  Beziehungen 
zwischen  der  Schneckenkonstruktion 
und  dem  Miuidstück  ab,  die  das  Auf- 
treten ungünstiger  Texturen  im  Fer- 
tigprodukt vorauszusagen  gestatten. 

Auch  im  Rahmen  des  S3rmposium8 
der  Amerikanischen  Chemischen 
Gesellschaft  über  nichtnewtonsche 
Flüssigkeiten  in  Wissenschaft  und 
Technik  wurden  vorwiegend  verfah- 
renstechnische Probleme  besprochen 
wie  z.  B.  die  Vorträge  von  E.  S.  de 
Haven :  Pseudo-elastische  Flüssig- 
keiten und  Regeleinrichtungen;  K,R, 
NiekoUs  und  R.E.Colivell:  Die  Schrau- 
benpresse —  Leistungsberechnung  bei 
verschiedenen  Temperaturen  und 
Flüssigkeitseigenschaften;  R.  L,  BaU- 
mann  und  H,L.  Toor:  Spritzform- 
Studien,  Fheßen  von  geschmolzenen 
Poljrmeren  in  eine  kalte  Form;  D,  C 
Bogue:  Einlaufeffekte  bei  der  lami- 
naren Strömung  nichtnewtonscher 
Flüssigkeiten  durch  Rohre;  A,  Acri- 
vo§,  M.  J.  Shah  imd  E,  E.  Peterson: 
Laminarstromimg  nichtnewtonscher 
Flüssigkeiten  hinter  Platten ;  R,  J. 
FortaU,  jr.:   Das   Rühren   nichtnew- 


tonscher Flüssigkeiten;  A,  B.  Metz- 
ner  und  P.  S.  Friend:  Wärmetrans- 
port bei  der  turbulenten  Strömung 
nichtnewtonscher  Flüssigkeiten  und 
schließlich  von  A,   Bf  Metzner  und 

D.  F.  Olttck :  Die  Wirkimg  turbulenter 
Bewegung  auf  den  Wärmetransport 
in    nichtnewtonschen     Flüssigkeiten. 

Aber  auch  andere  Tagungen,  wie 
z.  B.  die  Veranstaltung  des  Road 
Research  Laboratory  ,Harmondsworth , 
am  24.  Oktober  1968,  beschäftigten 
sich  mit  rein  praktischen  Fragen  der 
Rheologie;  in  diesem  Fall  mit  der 
Rheologie  der  Straßenbaustoffe  in  den 
Beiträgen  von  R.N,  J.Saal  [83]; 
Rheologie  bituminöser  Straßenbau- 
mischungen,  D.  C,  Roome  [84] ;  Rheo- 
logisohe  Prüfungen  zur  Kontrolle  bi- 
tuminöser Gemische,  P.  J.  F,  Wright 
[86] ;  neue  Betrachtiuigen  zur  Rheologie 
des  Betons  u.  a. 

Auch  die  VDI-Fachgruppe  Ver- 
fahrenstechnik, Fachausschuß  Rheo- 
logie» behandelte  in  der  Sitzung  am 
26.  November  1968  Frcigen  von  prak- 
tischer Bedeutung.  P.  O.  Meermann 
[86]  sprach  über  die  an  die  Ton- 
suspension zu  stellenden  Anforde- 
rungen beim  Schachtbohren  nach  dem 
Honigmann  de  Vooysschen  Verfahren, 
und  J?.  E.  Kerkhoyen  [87]  ergänzte 
die  Ausfühnmgen  von  P.  Q,  Meerman 
durch  seinen  Beitrag  über  die  Bedeu- 
tung der  rheologischen  Eigenschaften 
von  Bitumen  beim  Abteufen  von 
Schächten. 

Weitere  ausführliche  Arbeiten  hegen 
vor  von:  Z>.  Schüring  [88]  zur  Beur- 
teilung von  Torfschneckenpressen  so- 
wie P.  H,  Calderbank  und  M.  B. 
Moo-Young  [89]  über  die  Voraussage 
des  Kraftverbrauchs  beim  Rühren 
nichtnewtonscher  Flüssigkeiten;  J. 
B,  Capdeviüe  [90]  über  den  Druck- 
abfall in  Pipelines;  J.  Schenk  imd  J. 
van  haar  [91]  über  den  Wärmeüber- 
gang beim  nichtnewtonschen  lami- 
naren Fließen  üi  Röhren;  E.  R,  Durst 
[92];  O.  L.  Forgacs  [93];  A,  A,  Ro- 
bertson [94]  und  S,  O.  Mason;  William 

E.  Guthrie  [96];  A,   T.   Ippen  [96]; 

F.  P.  Head    [97];    J.    Voldan    [98]; 


[64]  Mereha,  V.,  Zh.  Mereha  u.  /.  Ür8u:  Kota- 
tlng  DlBk  Viscometer.  Kev.  de  Phyalque 
(Bucarest)  3  (1958)  S.  45. 

[65]  PaiUrwn  Jr.,  0.  D.,  u.  L.  H.  Rabouin  III: 
Gapillary  Tlscometer  for  high  temperature 
measurements  of  polymer  Solutions.  Rev. 
Sei.  Instrum.  It  (1958)  S.  1086. 

[66]  Permy,  F.D.,  u.  O.  C.  Aekroyd:  An  Im- 
mersion viscometer.  Petroleum  (London) 
11  (1958)  S.  196. 

[67]  R.  Roseoe:  Vlscosity  determlnatlon  by  the 
osdllating  vessel  Method  I.  Froc.  Phys. 
Sog.  7S  (1958)  S.  576. 

[68]  Savino,  J.  M.,  u.  W.  L.  SibbiU:  Gapillary 
viscometer  for  inert  gases  and  vapors  at 
high  temperatures  and  pressures.  Ind.  Eng. 
Ghem.  fl  (1959)  Nr.  4  8.  551. 

[69]  BuUu,  R.,  u.  C.  A.  Kumifu:  A  modified 
method  for  measuring  surface  vlscosity 
J.  GoUoid  Sei.  13  (1958)  S.  429. 


[70]  WiUüuht,  G.  B.:  PlastlziaUprttAing:  Be- 
produzierbarkeit  und  Korrelation  der  ver- 
schiedenen PrOftnethoden.  Kautschuk  und 
Gummi  11  (1958)  S.  8  WT. 

[71]  Bawr,  W.  H.,  A.  P.  Finkelttein,  C.  A. 
Larom  u.  S.  B,  Wib&rley:  Modificatlon  of 
eone-plate  viscometer  for  direkt  recordlng 
of  flow  curves.  Rec.  Sei.  Instrum.  30 
(1959)  Nr.  3  S.  167. 

[72]  DIN  63012:  KapiUarviskosimetrie  new- 
tonscher Flfissigkelten,  Fehlerquellen  und 
Korrekturen.  Februar  1959. 

[73]  DIN  53015:  Bestimmung  der  Viskosität 
mit  dem  Kugelfallviskosimeter  nach  HOpp- 
1er. 

[74]  DIN  58523:  Bestimmung  der  Plastidtftt 
nach  Mooney.  November  1958. 

[75]  Prflf\ing  von  Kunststoffen,  Bestimmung 
der  yiskosit&tszahl  von  Polsrvinylchloriden 
in  Lösung.  Entwurf  Dezember  1958. 

[76]  BoUmiUler,  W.,  u.  O.  WifUeraUin:  Kon- 
tinuierliche Viskosit&tsmessung  von  Lo- 
sungen hochpolymerer  Stoffe  mit  einem 
Schwingungsviskoslmeter.  Kolloid-Z.  163 
(1958)  S.  126. 

[77]  MetznuTy  A.  B.:  Becent  developments  in 
the  engineering  aspects  of  rheology.  Siehe 
[7]  S.  206. 

[78]  Mori,  F..  u.  J.  Mattumoto:  Analytical 
study  of  plastics  extrusions.  Siehe  [7] 
S.  240. 

[79]  Buhfnann,  A.:  Vergleich  der  Wftrme- 
bilanz  bei  der  diskontinuierlichen  und  der 
kontinuierlichen  Herstellung  von  Kohle- 
elektroden. Siehe  [1]. 

[80]  Sehüring,  D.:  Zur  Rheologie  der  Torfbear- 
beitnng.  Siebe  [7]. 

[81]  Rautenbaeh,  R.:  Das  Fließe  erhalten  dls- 
perser-plastischer  Massen  im  Walzspalt, 
untersucht  an  Beispielen  von  Kreide- 
Wasser- Systemen.  Siehe  [1]. 

[82]  Metkai,  W,:  Die  ebene  und  die  rotations- 
symmetrische Gouette- Strömung  nicht- 
newtonscher Medien  als  Modelle  der 
Fließbewegung  in  Schneckeng&ngen.  Siehe 

[11. 
[88]  Saal,  R,  N.  J. :  The  rheology  of  bitumlnous 
road    mixtures,    Eheology    Abstracts    1 
(1958)  S.  29. 

[84]  Broome,  D.  C. :  Bheological  tests  in  the 
control  of  bitumlnous  miztures.  Siehe  [83] 
S.  26. 

[85]  Wright,  P,J.F,i  Test  methods  for  exa- 
minlng  the  flow  of  concreto  during  and 
after  compaction.  Siehe  [88]  S.  26. 

[86]  Meerman,  P.  O, :  Die  an  die  Tonusupension 
zu  stellenden  Anforderungen  beim  Schacht- 
bohren nach  dem  Honigmann-de  Vooys- 
■chen  Verfahren.  Ghem.-Ing.-Technlk  (1959) 
im  Druck. 

\BT[  Kwkhoven,  R.  B,:  Die  Bedeutung  der 
rheologischen  Eigenschaften  von  Bitumen 
beim  Abteufen  von  Schächten.  Ghem.-Ing.- 
Technik  (1959)  im  Druck. 

[88]  Sehüring,  D.:  Zur  Beurteilung  von  Torf- 
Schneckenpressen,  Herausgeg.  vom  Torf- 
institut Hannover.  Hanrover  1958. 

[89]  Caiderbank,  P.  F.,  u.  M.  B.  Moo-Young: 
The  predictlon  of  po^er  consumption  in  the 
agitation  of  Non-newtonian  fluids.  Trans. 
Institution  Ghemical  Engineers  37,  (1959) 
Nr.  1 :  The  Ghemical  Engineer  (1959)  Nr.  141 
S.  2. 

[90]  CapdeviUe,  J,  B.:  The  different  formular 
for  pressure  drop  in  pipelines:  application 
to  the  le  Havre  -  Paris  pipelines.  Bev.  Inst. 
Franc.  Petrol.  13  (1958)  S.  71. 

[91]  Schenk,  J.,  u.  J,  van  Laar:  Heat  iransfer 
in  non-Newtonlan  laminar  flow  in  tubes, 
Appl.  Sei.  Bes.  (1958)  S.  449. 

[92]  Duret,  B.  R.:  The  flow  properties  of  paper 
pulp  stock  IV  TAPPI  10  (1958)  S.  108  A. 

[93]  Forgaee,  0,  L.,  A.  A.  Robertson  u.  S.  O, 
Maeon:  The  hydrodynamic  behavior  of 
papermaking  flbers.  TAPPI  16  (1958) 
S.  109  A. 

[94]  Jaekeon,  M.  L„  F.  J.  Laraeot  n.  H.  R.  Ri- 
charde: Screw  extrusion  theory  with  appli- 
cation to  double-base  propellant.  Ind.  Eng. 
Ghem.  50  (1958)  S.  1569. 

[95]  OiUhrie,  W.  E. :  An  apparent  vlscosity  for 
use  in  the  application  of  Reimolds  numbers 
to  the  flow  of  dilute  pulp  suspensions. 
TAPPI  41  (1958)  8.  106  A. 

[96]  Ippen,  A.T.,J.W.  Daily  u.  G.  BugliareUo: 
The  flow  characteristics  of  fiber  suspen- 
sions. TAPPI  41  (1958)  S.  106  A. 

[97]  Boyle,  A.  R..C.C.  Meli  u.  T.  Rybak:  Bhe- 
ological  control  of  industrial  processes. 
Process  Gontrol  4  (1957)  S.  2. 

[98]  Voldan,  J. :  Einige  Bemerkungen  über  VU- 
kositflt  und  Fließen  einer  Gesteinsschmelze. 
SUlkaty  t  (1958)  S.  55. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


1377 


[00]  MaraUte»  M.  Nr.  CompuUtlon  of  ylicoaity 
of  viBcoBo  solutionB.  J.  Sei.  IndUBtr.  Bes. 
17  B  (1058)  S.  256/50. 

[100]  Wuki»  D.  J.:  Some  aids  to  the  design  of 
dies  for  plasticB  ExtniBton  Part  2.  Bilt. 
Plast.  31  (1058)  8.  201/05. 

[iOl]  Laub,  J.:  Über  StrukturviBkodat  und 
deren  MeBBung  an  der  Spinndüse.  Beyon 
und  ZeUwoUe  •  (1058)  S.  350. 

[102]  Oelpi,  L.,  u.  P.  Imbert:  Verwendung  von 
OerbBtoffen  in  Bohrschlimmen.  Ghim. 
A  Industrie  70  (1058)  8.  11. 

[103]  WendUr,  L.i  Kheologie  von  Bohrspül- 
mittein.  Silik&ty  t  (1058)  8.  34. 

[104]  Knetehke,A.:  Zur  hydrodimamischen  Theo- 
rie des  Warmwalzens.  Arch.  Eisenhütten- 
wesen  SO  (1058)  8.  11. 

[105]  Squire»,  H.  P.:  Screw-extruder  pumpin  g 
efficiency  as  Influenced  by  relativ  Channel 
depth  and  curvature.  SPB- Journal  14 
(1058)  8.  24. 

[106]  Maude,  A,  D.,u.  R.  L.  Whümon:  The  tur- 
bulent flow  of  Buspensions  in  tubes.  Trans. 
Instn.  Ghem.  Sngrs.  36  (1058)  8.  206. 

[107]  IforrM,  J.  F.:  Bfiect  of  extruaion  con- 
dltions  on  Polyethylene  pipe.  Plastica 
Technology  4  (1058)  8.  1107. 

[108]  Niehiporenko,  S.  P.:  Rheological  curves 
for  ceramic  materials  as  a  valuabel  aid  in 
ceramlcs  technology.  Dokl.  Akad.  Nauk. 
88SB  11t  (1058)  8.  785. 

[100]  Oamhai,  W.  R.:  How  T  A  P  Ghange  Gas 
Viscosity.  Ghemical  Engineering  6f  (1058) 
Nr.  21.  —  How  T  A  P  Ghange  Liquid 
Viscosity.  Ghemical  Engineering  66  (1050) 
Nr.  8. 


M.  N.  Marathe  [99] ;  D,  J.  Weeks  [iOO] ; 
J.  Laub  [101]  und  schließlich  von 
X.  Oelpi  [102];  L.  Wendler  [103]  A. 
Kneachke  [1041;  H.  P.  Squires  [106]; 
A.  D.  MauSk  [106];  J.  F.  Morris 
[107]  und  R.  Wallace  GambiU  [108; 
109]  zeigen  die  außerordentliche  Viel- 
falt der  rheologischen  Probleme  in  der 
Praxis  und  die  immer  mehr  zuneh- 
mende Bedeutung  der  Rheologie  für 


[iiO]  Otto,  R.B.:  Rflhren  nichtnewtonscher 
Flflssigkeiten.  XJniverBlty  of  Delaware  USA. 
Dis.  Abstracto  16  (1058)  8.  081.  Publ. 
Nr.  24.  S.  062.  Dissert.  1057.  205  B. 

[lll]«XaAZ,  W.:  Untersuchungen  über  das 
Pließverhalten  von  Suspensionen  ton- 
mineralhaltiger  Rohstoffe.  Dissert.  Berg- 
akademie Glausthal  1058. 

[ii2]  9  FUher,  B.G.:  Bxtrusion  of  plastica. 
London  1058. 

[113]  •  firieA.  F.  R,:  Bheology.  Theory  and 
Application.  Bd.  2  1058. 

[114]  RMner,  M.:  The  Gentripetal-Pump  BfTect 
in  a  vacuum  Pump.  Proc.  Roy.  Soc.  A  147 
(1058)  S.  152. 

[115]  Popper,  JS..  u.  M.  Reiner:  Gentripetal  Air- 
Pump  operated  Electromagnetically.  Brit. 
J.  Appl.  Physics  16  (1050)  8.  55. 


die  verschiedenen  Zweige  der  mo- 
dernen Technik.  Dies  kommt  auch 
zum  Ausdruck  in  den  Dissertationen 
von  R.E.OUo  [110]:  Rühren  nicht- 
newtonscher Flüssigkeit ;  von  W>  Lahl 
[111]:  Untersuchungen  über  das  fließ - 
verhalten  von  Suspensionen  tonmine- 
ralhaltiger  Rohstoffe  und  anderen  so- 
wie in  den  zusammenfassenden  IDar- 
stellimgen  von  E,  Q,  Fischer  [112]: 
Strangpressen  von  Kunststoffen;  und 
F.  R.  Eirich  [113]:  Rheologie,  Theorie 
und  Anwendungen,  Bd.  II. 

An  einem  Beispiel  soll  noch  gezeigt 
werden,  wie  besondere  rheologische 
Eigenschaften  unter  extremen  Be- 
dingungen die  technische  Entwicklung 
beeinflussen  können.  Es  sei  nur  an  den 
Blott-Reiner-Effekt  (114;  115]  er- 
innert, der  auch  als  Zentripetalpump- 
effekt bezeichnet  wird  und  füi  ver- 
schiedene Sonderzwecke,  insbesondere 
auch  für  den  Textilmaschinenhau 
interessante    Möglichkeiten    eröffnet. 

S  11  298 


Oeräte  zur  Überwachung  der  Sfoffelgensehaften 


Von  Or.-/ng.  Karl  Hmlnx  Winterling,  VD/,  Königsiein  im  Taunus 


DK  66.017:543.08(047.1) 


Allgemeine  Entwicklung 

Der  Vielfalt  der  Stoffe  und  ihren  Er- 
scheinungsformen sowie  ihren  charak- 
teristischen physikalischen  und  che- 
mischen Kennwerten  entspricht  die 
Vielfalt  der  Meßmöglichkeiten,  um  die 
Konzentration  und  den  Zu- 
stand eines  Stoffes  in  einem  Stoff- 
gemisch  festzustellen. 

Die  chemische  Industrie 
unterhält  umfangreiche  physikalische 
Laboratorien,  die  die  Aufgabe  haben, 
neue,  insbesondere  kontinuierliche 
Analysenverfahren  und  Geräte  hierfür 
zu  entwickeln,  zu  erproben  und  oft 
auch  zu  bauen.  Die  grundlegenden  Ver- 
fahren beruhen  dabei  ebenso  auf  klas- 
sischen, physikalischen  oder  chemi- 
schen Methoden,  wie  der  Spektrosko- 
pie und  der  Siedeanalyse,  als  auch  auf 
Ergebnissen  der  neusten  physikali- 
schen Forschung,  wie  z.  B.  der 
Kemresonanz.  Alle  neueren  Verfahren 
arbeiten  weitgehend  automatisch  und 
sind  in  der  Lage,  die  Prozesse  selbst- 
tätig zu  regeln  und  zu  steuern. 

Numerische  (digitale)  Meßverfahren 
ermöglichen  dabei  die  genaue  Erfas- 
sung und  die  automatische  stati- 
stische Kontrolle  der  Meßergebnisse. 


[1]  Koeh,  0.:  Die  Entwicklung  und  Anwendung 
physikallflcher  Meßmethoden  in  der  amerika- 
niBchen  chemischen  Industrie.  Ghem.-Ing.- 
Techn.  30  (1958)  S.  181/87. 

[2]  Salzer,  F.:  Die  automatische  Siedeanalyse. 
Chem.-Ing.-Techn.  31  (1959)  Ni.  6  S.  405/09. 


1378 


Häufig  wird  man  aber  feststellen, 
daß  Spezialgeräte  nicht  käufhch  zu 
erwerben  sind.  Die  Meßgeräte- 
industrie, die  solche  Geräte  nur 
selten  selbst  von  Grund  auf  entwickelt, 
baut  nur  Typen,  die  eine  breite  An- 
wendung finden  können. 

In  der  emierikeuiischen  Industrie 
entstand  in  den  letzten  Jahren  eine 
Reihe  neuartiger  Geräte,  über  die 
O.  Koch  [1]  berichtete. 

Optische  Gerfite 

Die  quantitative  Erfassung  der 
Farbe  ist  eine  besonders  schwierige 
Aufgabe.  Sie  wurde  mit  beträchtlichem 
Aufwand  unter  Zuhilfenahme  eines 
Analogrechners  gelöst  [1]. 

Die  außerordentliche  Genauigkeit 
eines  kontiauierlichen  Kefraktometers 
(die  fünfte  Dezimale  des  Brechungs- 
index  läßt  sich  noch  zur  Regelung 
heranziehen)  ermöglicht  eine  präzise 
Steuerung  von  Destillationskolonnen 
[1];  es  genügt  dabei  die  Entnahme  ei- 
ner Probe  eui  einer  Stelle  der  Kolonne. 
Besonders  günstig  ist  es,  die  Probe 
von  einem  Zwischenboden  zu  ent- 
nehmen, da  hier  der  Brechungsindex 
am  empfindlichsten  von  den  Einfluß - 
großen  abhängig  ist. 

Die  Siedeonai^rse 

Die  Siedeatialyse  [2]  dient  zur  Un- 
tersuchung flüssiger  orgemischer  Pro- 
dukte ;  sie  erfordert  vom  Ausführenden 
ein  großes  Maß  an  Sorgfalt  und  Ge- 
wissenhaftigkeit und  beemsprucht  je 
Analyse  etwa  30  bis  40  min.  Der  De- 


stiUierautomat,  Bild  1,  enthält  alle 
Elemente  zur  selbsttätigen  Aufiiahme 
einer  Analyse,  so  z.  B.  eine  durch  ma- 
gnetische Verstärker  auf  konstante  De- 
stillationsgeschwindigkeit gesteuerte 
Siedeeinrichtung,  verbunden  mit  ei- 
nem Volumprozent-Temperaturschrei- 
ber zur  Aufnahme  der  Siedetempera- 
tur in  Abhängigkeit  vom  Destillat- 
volum. 


Bfld  1*  Destilierautoznat 
zur  Siedeanalyse. 

Der  Destillierkolben  a  wird  durch  das  Heiz- 
element b  beheizt.  Die  Heizung  wird  über 
magnetische  Verstärker  c^  und  c^  von  Hand 
d^  oder  nach  einem  festen  Programm 
d|  gesteuert  oder  über  einen  Regler  e 
in  Abhängigkeit  vom  Stand  des  DestOIats 
geregelt.  Das  im  Kühler  f  niedergeschlagene 
Kondensat  fließt  in  den  Zylinder  g.  Der 
Flüssigkeitsstand  h  wird  mit  Hilfe  einer 
Nachlaufsteuerung:  Lampe  i,  Photowider- 
stand k,  Getriebe  1,  Motor  m  und  Verstärker 
n  gemessen  und  betätigt  den  Vorschub  des 
Schreibers  o.  Die  Dampf temperatur  wird 
mit  dem  Widerstandsthermometer  gemessen 
und  mit  dem  Schreiber  aufgezeichnet. 

VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


ft&ntgenstrohlenabsorptlon 

Das  Absorptionsvermögen  der  Ele- 
mente für  weiche  Röntgenstrahlung 
nimmt  etwa  mit  der  dritten  Potenz 
der  Kernladungszahl  zu.  Diese  Tat- 
sache läßt  sich  für  analytische  Zwecke 
ausnutzen,  insbesondere  dann,  wenn 
Elemente  mit  hohem  Atomgewicht  in 
Gemischen  oder  Verbindungen  mit 
niedrigeni  Atomgewicht  vereinigt  sind. 

Eine  Röntgenröhre  für  weiche  Strah- 
lung ist  sehr  kostspielig,  außerdem  er- 
fordert die  Stabihsation  der  Strah- 
limgs-Intensität  einen  zusätzlichen 
Aufwand. 

Verwendet  man  radioaktive  Iso- 
topen, so  hat  mem  eine  außerordentlich 
konstante  Strahlungsquelle  (wennmem 
den  langsamen  Zerfall  von  Zeit  zu 
Zeit  kontrolliert  und  in  die  Eichung 
einbezieht).  Das  Isotop  '^Fe,  ein 
K- Strahler  mit  dem  Schwerpunkt  der 
Strahlung  bei  2,1  A,  ist  besonders  gut 
hierfür  geeignet.  Dieses  Verfahren 
wurde  verwendet  zum  Messen  des 
Blei-  oder  Schwefelgehaltes  [3]  von 
Mineralölen,  zum  Bestimmen  anorga- 
mscher  BestcmdteUe  im  Knochenge- 
webe [4]  und  zum  Messen  des  Argon- 
gehaltes von  Synthesegas  [5],  Bild  2« 


Bild  2.Böntgenstrahlenabsorptionsme88er 

zum  Bestimmen  des  Argohgehaltes 

in  Synthesegas. 

radioaktives  **Fe  (K-Strahler) 

Qasküvette 

Poly&thylenfenstem 

Z&hlrohr  mit  Qlimmerfexister 

Verst&rker 

Integrator 


a 
b 
c 
d 

e 
f 


g  Schreiber 


Absorption  von  Betastrahlen 

Die  Schwächung  der  /?- Strahlen  ist 
abhängig  vom  Flächengewicht  und 
vom  Verhältnis  der  Ordnungszalil  Z  ziun 
Atomgewicht  A.  Die  Bestimmung  des 
Flächengewichtes  bei  konstantem  Z/A 
ist  ein  seit  langem  bekanntes  und  viel 
angewendetes  Verfahren. 

Ein  neues  Gerät  [6]  hält  das  Flä- 
chengewicht konstant  und  ermöglicht 


somit,  daa  Wasserstoff-Kohlenstoff- 
Verhältnis  in  flüssigen  Kohlenwasser- 
stoffen zu  bestimmen.  In  der  Arbeit 
[6]  wurde  der  Wasserstoff-Gewichts- 
cmteü  mit  einer  Genauigkeit  von  0,16  % 
bestimmt. 

Ph -Messungen  unter  ex- 
tremen Bedingungen 

Über  dieses  wichtige  Gebiet  (der 
größte  Teil  aller  analytischen  Meßge- 
räte sind  p^'Meaaei)  wurde  ausführlich 
berichtet  [7].  S  11216 


[3]  BceU$ton,  B.  H„  und  M.  L.  WkUman: 
Total  Bolfiir  In  hydro-carbons  by  mono- 
chormatio  X-ray  absorption.  Analytlcal 
Chenüatry  tt  (1956)  8.  545/48. 

[4]  Vo9e,  O.  P,:  Determination  of  organlo- 
inorganio  ratio  in  oMeous  tiasue  by  Z-ray 
absorption.  Analytical  Chemi«try  30  (1958) 
8. 1819/21. 

[5]  Hoff  mann,  K.,  u.  JP.  Herbe:  Bestimmung  des 
Argongehaltes  von  Syntbesegasen  mit  wei- 
chen Röntgenstrahlen.  Chem.-Ing.-Techn. 
31  (1959)  Nr.  6  8.  399/401. 

[6]  BeHhoUL,  R.:  Kontinuierliche  Messung  des 
WaaserstofTanteils  in  KohlenwasserstofTen 
mittels  Beta-Strahlen.  Ghem.-Ing. -Technik 
31  (1959)  Nr.  1  8.  38/36. 

[7]  Sehioabe,  K.i  Elektrometrische  ])h -Messungen 
unter  extremen  Bedingungen  Teil  1:  pii -Mes- 
sungen in  stark  sauren  und  stark  alkalischen 
wftssrigen  Losungen.  Chemie-Ing. -Technik 
19  (1957)  8.  656/60. 

Teil  2:  |>ii -Messungen  bei  hohen  Drücken 
und  Temperaturen.  Ebenda  30  (1958)  8.228/86. 
Teil  3:  pii-Messungen  in  nichtw&ssrigen  Flüs- 
sigkeiten. Ebenda  31  (1959)  Nr.  2  8.  109/17. 


Neue  deutsche  Normen 


Endgültige  Nonnblätter') 

DIN    DK  889  MaBweoen.  Nonniiiig 

4890  Bl.  2  Umrechnungstafebi  Zoll  —  Millimeter,  von  Y««"  bis  12"; 
Becugstemperatur  20  °C  (Febr.  1935x)  (Ersatz  für  DIN  890 
Bl.  2) 

Bl.  3  — .  von  12"  bis  36";  Bezugstemperatur  20°C  (Febr.  1935  x  ) 
(Ersatz  für  DIN  890  Bl.  3) 

Bl.  4  — ,  von  36"  bis  60";  Bezugstemperatur  20  ""C  (Febr. 
1935  X)  (Ersatz  für  DIN  890  Bl.  4) 

Zu  BL  2  hia  4:  Im  Titel:  ,JiomUemperatur**  in  Angleielmng 
an  DIN  102  gestrichen,  Hilfstafel  uns  folgt  berichtigt: 
Steht  an  vierter 

Stelle  hinter  dem  Komma     0124668      9, 
so  stellt  der  Decimal- 

bmch  mit  000  125  260  376  600  626  760  876 

in  der  vierten  bis  sechsten  Stelle  den  genauen  Wert 
dar. 

Jlundungsregeln  gestrichen  und  durch  Hinweis  ,tFür  das  Runden 
von  Zahlen  sou?ie  für  die  Kennzeichnung  gerundeter  Stellen  gelten 
die  in  DIN  1333  festgelegten  Regeln.**  ersetzt.  Träger  geändert 
in  ,^ussehuß  für  Einheiten  und  Formelgrößen  (AEF)  im 
Deutschen  Normenausschuß  {DNAY* 

DK  61  Mathematik 

1315  Winkeleinheiten,  Winkelteilungen  (Aug.  1959)  Preis  2,—  DM 
Vollständig  überarbeitet  und  dem  neunten  Stand  angepaßt 

DK  688  Mechanik  der  FHUnigkeiten 

2276  Röhrenlibellen  für  Richtwaagen;  Begriffe,  Anforderungen, 
Zul&ssige  Abweichimgen  (Sept.  1959) 

DK  68$  Wiimelehn 

16160  Bl.  3  Thermometer;  Begriffe  für  Flüssigkeite-Olasthermometer 
(Sept.  1969)  Preis  2,—  DM 


^)  10.  Aufstellung  1959.  —  Preis,  wenn  nicht  anders  vermerkt  1,20  DM. 
Preisnachlaß  für  Mitglieder  des  DNA  30V*,  für  anerkannte  Lehr- 
■Bstalten  sowie  für  Studenten  (Bestellung  muB  mit  Schulstempel  ver- 
tuen sein)  60%.  —  Alleinverkauf:  Beuth- Vertrieb  GmHb.  Berlin  W  15. 
Uhlandstr.  175,  und  Köln.  Friesenplatz  16.  (Bestellungen  aus  der  DDR: 
ftber  Faohbuchversandhaus.  Lelpsig.) 


DIN    DK  6423  Messung  von  Geidcht  und  Yolmneii 

12696  Meßpipetten  für  teilweisen  Ablauf,  eichfähig,  nicht  eichf&hig 

(Sept.  1969)  Preis  2,—  DM 

Beschriftung  ,rA"  in  t,Ex"  geändert.  Klasse  B  aufgenommen. 

Erweitert 
12696  —  für  völligen  Ablauf,  eichf&hig,  nicht  eiohf&hig  (Sept.  1969) 

Preis  2,—  DM 

Beschriftung  „^*'  in  „Ex**  geändert.  Klasse  B  aufgenommen. 

Erweitert 

DK  621—229  Werkienghalter  und  WerkstUckhalter 

729  Steilkegel  3,6  :  12  (Aug.  1969) 

DK  821JK.088.8  Lampen-  und  Böhrensoekel 

49667  Lampensookel  Fa  6/12  x  35  für  Leuchtstofflampen  ohne  Start- 
Vorheizung  (Aug.  1969) 

DK  621316.8  Isolierte  Leltnngen  auBer  Kabeln 

46434  Bl.  1  Flachdrahte  isoliert,  Flachbänder  isoliert,  Flaohseile  ge- 
preßt isoliert,  Isolierung  durch  Faden,  Folie,  Qewebeband; 
Maße  (Sept.  1969) 

Bl.  2  — ,  — ,  — ;  Flachdrahte  papierisoliert;  Maße  (Sept.  1969) 
Bl.  3  — ,  — ,  — ;   Technische  Lieferbedingungen  (Sept.  1969) 

DK  621.816.61  IsoUerstoffe 

40620  Bl.  1  IsoUerschl&uche  A  (gewebehaltig) ;  Maße  (Aug.  1969) 

,^ennmaß**   in    „Größe**   geändert.    Bei  Größe   2,5x0,5   und 
3,5x0,6  Maß  s  von  „0,25  mm**  in  „0,5  mm**  geändert 

DK  621.816.684/.626  Hftnge-  und  Abspannisolatoren 

48164  Bl.  1  Starkstrom-Freileitungen;  Soh&kelisolatoren  S,  Isolier- 
körper (Sept.  1969) 

NuUeiter-SchiAeUsolatoren  SO  80  und  SO  115  gestrichen.  Voll- 
ständig ilberarbeitet 

DK  621.816.626  Doralifttlirongen 

41107  Elektrische  Nachrichtentechnik;  Druckglas-Durchführungen 
(Aug.  1969) 

42638  Transformatoren;  Befestigungsvorrichtimg  für  Durchführungen 
nach  DIN  42631  bis  42534  (Aug.  1969)  Pr^is  2,—  DM 
Werkstof fangaben  berichtigt  oder  ergänzt.  Bei  den  Teilen  A,  G, 
H,  L  und  N  Angaben  Über  Ausfährung  aufgenommen.  In  den 
zeichnerischen  Darstellungen  der  Gewindebolzen  auf  den  Seiten  3 
und  4  Maß  z^  aufgenommen 


VOI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    ll.Okfobar 


1379 


DIN    DK  621316.65  üwlBtoigtQtien 

48044  StarkBtrom-Freüeitungen;  Gerade  Isolatorstützen  (Sept.  1959) 
Kumeichen  geändert,  Werte  der  Tabelle  und  Hinweise  über- 
arbeitet 

48045  — ;  Gebogene  Isolatorstützen  (Sept.  1959) 

Kurzzeichen  geändert.  Werte  der  TctbeUe  und  Hintoeise  über- 
arbeitet 

48060  — ;  Gerade  Isolatorstütze  (Sept.  1959) 

Kurzzeichen  geändert.  Größen  N8  80  A,  NS  80  B,  NS  95  V 
und  NS  95  B  gestrichen.  Überarbeitet 

48170  — ;    Nennspannung   unter    1    kV,    Dachst&nder,    Zusammen- 
stellung, Einz^teile  (Sept.  1959)  Preis  2,70  DM 
(Ersatz  für  DIN  48170  Bl.  1  bis  4) 

Bl.  Ibis  4  zusammengefaßt.  Teile  für  Größe  57  gestrichen.  Voll- 
ständig überarbeitet 

DK  621315.66  Marte 

48351  Bbl.  1  Starkstrom-Freileitungen;  A-Maste, Formeln  und  Be- 
rechnungsgrundlagen (Aug.  1959)  Preis  2, —  DM 

DK  621.815.67  InsUUatioiisnuiterial 

46265  Stopfbuchsverschraubungen;  Maße»  Einbauanweisungen  (Sept. 
1959)  Preis  2,—  DM 

Abmessung  der  Metallausführung  verkleinert.  Nenngröße  Pg  7 
aufgenommen.  Normumfang  erweitert.  Erläuterungen  auf- 
genommen 

DK  621315.678.1/.2  KabebplelBung.  Kabetanaffeii 

47613  Bl.  1  Kabelzubebör;  Abzweigmuffen  für  Femmeldekabel,  Blei- 
muffen  (Sept.  1959) 

Bl.  2  — :  — ,  Schutzmuffen  für  bewehrte  Kabel  (Sept.  1959) 
Bl.  3  — ;  — ,  Holzfutter  (Sept.  1969) 
Bl.  4  — ;  — ,  Kabelschelle  (Sept.  1959) 

DK  6213163  SduOtor.  Kontakte.  Fassungmi 

46240  Bl.  1  Elektrische  Nachrichtentechnik;  Kontaktniete,  massiv 
oder  plattiert  (Sept.  1959) 

Spalte  ttAuflagedicke"  gestrichen.  Fußnote  4  geändert.  Fußnote  5 
gestrichen.  Fußnote  „6**  in  „5"  geändert 

DK  62131638  FagsviifeD 

49658  Lampenfassung  Fa  6  für  Leuchtstofflampen  ohne  Start- 
Vorheizung  (Aug.  1959) 

DK  621316.928  Sieheniiig«D 

43622  Hochspannungssicherungen  3  bis  30  kV;  Nennströme  für 
Sicherungseins&tze  (Sept.  1959) 

„16  4"  in  ,,16  A",  „80  A"  in  „83  A*\  „150  A"  in  „160  A" 
geändert.  250  A  aufgenommen 

DK  621318  Magnete.  Spulen.  Belala 

41221  Rundrelais;  Einbaumaße  und  Richtwerte  (Sept.  1959)  (Ersatz 
für  DIN  41221  Bl.  1) 

Hinweise  auf  zurückgezogene  Normen  DIN  67804  und  DIN  41221 
Bl.  2  gestrichen.  Im  Nummerfeld  „Bl.  V*  gestrichen.  Ersatz- 
vermerk aufgenommen.  Bezeichnung  berichtigt.  RedcUcHoneU  ge- 
ändert 

DK  621319  Elektrostatik.  Kondensatoren 

41241  Festkondensatoren;  Gepolte  Elektrolyt-Kondensatoren  15  bis 
250  V  —  für  erhöhte  Anforderungen,  Zylindrisches  Metall- 
geh&use,  Rauhe  Anoden,  Anwendungsklasse  W  2  (Sept.  1959) 
Hinweis  auf  DIN  41244  {z.Z.  noch  Entwurf)  aufgenommen. 
Redaktionell  geändert 

41332  — ;  Gepolte  Elektrolyt-Kondensatoren    für    Gleichspannimg, 
Technische  Werte  und  Aufbau  (Aug.  1969)  Preis  2, —  DM 
Einleitender  Satz  ergänzt.  Hinweis  auf  DIN  41230  und  DIN 
41240  aufgenommen.  Abschn.  1.6  und  3.2  ergänzt 

DK  62137  Etoktrisehe  Sohwlngnngsteolinlk.  Terstürker 

47301  Bl.  1  Begriffe  der  Hochfrequenz-Leitimgstechnik;  Wellenleiter 
(Aug.  1959)  Preis  2,—  DM 
Bl.  2  — ;  Leitungsanpassung  (Aug.  1959) 

DK  62138  Elektronik.  Böntgenteehnlk 

41642  Bl.  1  Bildröhren  sphärisch,  Ablenkung  90°;  Außenmaße  (Sept. 
1969) 

44031  Selen-Photoelemente;  Grundmaße  (Sept.  1959) 

44032  Runde  Selen-Photoelemente;  Außenmaße  (Sept.  1969) 
44038  Fassungen  für  runde  Selen-Photoelemente  (Sept.  1959) 

DK  621395  Fernsprechteehnik 

41705  Bl.  1  Stemsohauzeiohen  18  mm  Durohmesser;  Hauptmaße  und 
elektrische  Werte  (Sept.  1959) 

Tabelle  überarbeitet  und  die  elektrischen  Werte  für  Stemschau- 
zeichen  mit  einem  Widerstand  von  5000,  6600,  7500,  10  000  und 
15  000  Q  aufgenommen 


1380 


DIN 

45578  Bl.  1  MagnetsystemefürTauohspul-Lautspreoher;  Abmeflsan^Een, 

Begriffe  und  Meßverfahren  (Sept.  1959)  Freu  2, —  DM  (EiBBts 

für  DIN  45677) 

Neue  Typenreihen  aufgestellt;  Austauschbarkeit  ist  nicht  gegeben 

DK  621.642 :  6253  GeOUle,  Behälter  für  Schlenenfmhraceg» 
allgemein 

31650  Spritzkanne  0,08  kg  Inhalt  für  Schienentriebfahrzeuge  (Sept. 
1969)  (Ersatz  für  DIN  LON  1550) 

Werkstoff  Ms  63  aufgenommen.  Betriebenummer  der  Lokomotive 
und  Reichsbahngrößen-Kennzeiehen  gestrichen.  Maße  für  JBingel- 
teile  gestrichen.  Redaktionell  überarbeitet 

DK  621.648.418/.414  Muffen-  und  SehraobTeibindongen 

2986  Stahlfittings  mit  Gewinde;  Muffen  (Aug.  1959) 

Titel  geändert.  Einige  äußere  Durchmesser  geringfügig  geändert. 
Längen  der  ISO -Empfehlung  R  60  angepaßt.  Probedruck  ge- 
ändert. Ausführungen  „Enden  einseitig^^  und  tjbeiderseiüg** , 
Kurzzeichen  sowie  Abtatzmuffe  gestrichen.  Hinweise  ergänet 

2988  — ;  Absatzmuffen  (Aug.  1959) 

Titel  geändert.  Nennweiten  6"  und  6"  aufgenommen.  Eiftige 
äußere  Durchmesser  geringfügig  geändert.  Ausführungetabeüe^ 
Kurzzeichen  sowie  Muffe  gestrichen,  Ausführung  schwarz  oder 
verzinkt  aufgenommen.  Hinweise  ergänzt.  Probedruck  geändert 

DK  621.7583  Lehron 

7962  Bl.  2  Kreuzsohlitze;  Tiefenlehren  (Aug.  1959)  Preis  2, —  DM 
(Mit  Bl.  1  Ersatz  für  DIN  7962) 

In  Bl.  1  und  2  aufgestellt.  Tiefenlehre  mit  Anwendungsbeiepiel 
und  KreuzschUtz-Oröße  0  aufgenommen 

DK  621.7583 :  6213  Lehron  fttr  Elektroteehnlk 

49654  Leuchtstofflampen;     Sookellehre     A     fOr     Lampenfaasungen 
(Sept.  1969) 

Im  Titel  ,JBlektrische  La$npen**  gestrichen.  Leitende  Verbindung 
der  Kontaktstifte  aufgenommen,  Werkstof fangaben  in  tJ^tehre 
Isolierstoff,  Kontaktstifte  Stahl  gehärtet*  geändert.  Angaben  über 
„Ausfährung"  gestrichen 

49655  — ;  —  B  und  C  für  Starterfassungen  (Sept.  1959) 

Im  Titel  ,J!lektrisehe  Lampen"  gestrichen.  Maße  für  Form  B 
aufgenommen.  Form  O  bildlich  dargestellt  und  frühere  Mafi- 
tabelle gestrichen.  Leitende  Verbindung  der  Kontaktstifte  auf- 
genommen. Werkstof  fangaben  in  ,JJehre  Isolierstoff,  Kontakt- 
stifte  Stahl  gehärtet"  geändert,  Angaben  über  .Ausführung" 
gestrichen 

DK  621328  Gelenke.  HeboL  Bollen 

1435  Bl.  1  Bolzen  mit  kleinem  Kopf,  halbblank,  von  5  bis  30  nun 

Durohmesser  (M&rz  1956  x  ) 

„St  50.11"  in  ,JSt  50"  und  „St  60.11"  in  ,J3t  60"  geändert 
1438  Bl.   1  —  mit  Gewindezapfen,  halbblank,  von  8  bis  28  nom 

Durohmesser  (Okt.  1955  x) 

,jSt  50.11"  in  „St  60"  und  „St  60.11"  in  ,J3t  60"  geändert 

DK  62L882.2  Sohranben 

910  Verschlußschrauben  mit  Bund  und  Außenseohskant,  schwere 
Ausführung;  Metrisches  Feingewinde,  Whitworth-Rohrgewinde 
(Sept.  1959) 

Einige  Größen  und  Angaben  über  die  zulässige  Stimlaufabwei- 
chung  aufgenommen.  Verschiedene  Maße  geändert 
7616  Gewinde- Schneidaohrauben  mit  Kreuzschlitz,  Linsen-,   Senk- 
und  Linsensenk- Schrauben;  Metrisches  Gewinde  (Aug.  1959> 

DK  621.89 :  620.1  PrOfnng  Ton  Selimlentoffen 

51592  Prüfung  von  Schmierstoffen;  Bestimmung  des  Gehaltes  an 
festen  Brennstoffen  (Sept.  1959) 
In  Tabelle  leUte  Zeile  ,,±  0,05"  in  „±  5"  berichtigt 

DK  621.9.025/.027  Sehneldstähle 

4972  Gebogene    Drehmeißel    mit    Schneidplatte    aus    Hartmetall 

(Nov.  1958X)  Preis  2,—  DM 

Im  Tabellenkopf  auf  Seite  2  Hinweis  „DIN  4990"  in  ,J)IN 

4950"  berichtigt 
4976  Breite  Drehmeißel  mit  Schneidplatte  aus  Hartmetall  (Nov. 

1968X)  PreU  2,— DM 

Im   Teat  über  den   Bildern  Hinweise  auf  Bilder    berichtigt: 

Schneidplatte  ganz  eingebettet  {Unkes  Bild),  teilweise  eingebettet    | 

{rechtes  Bild).  Auf  S.  2  im  ISO-Bezeiehnungsbeispiel  das  „R" 

gestrichen 

DK  621.914  Fritaen.  Frttswerkienge 

850  Schlitzfrfiser  (Aug.  1959) 

Titel  geändert.  Anwendungsgebiet  enoeitert.  Maße  und  ToU- 
ranz&i  für  d^  geändert.  Breite  b  =»  7,  kreuzverztthnte  Ausführung 
soufie  Bestellbeispiel  für  Ausführung  mit  Rundung  aufgenommen. 
Redaktionell  überarbeiut 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


DIN    DK  «21.97 :  WSJ^/S  Prosaen  für  Kunststoffe 

16749  Bl.   1   Werkseuge  für  Kunstetoff-Form teile;  Toleranzen  und 

gul&aaige  Abweichungen  für  Preßwerkzeuge  (Aug.  1959)  Preis 

2,—  DM  (Mit  Bl.  2  Ersatz  für  DIN  16749) 

In  Bl.  1  und  2  aufgeteilt.  Jedes  Blatt  enthält  nur  eine  Tabelle. 

Vollständig  überarbeitet  und  DIN  7710  angepaßt 

Bl.  2  — ;  —  für  Spritzgußwerkzeuge  (Aug.  1969)  Preis  2, —  DM 

(Mit  Bl.  1  Ersatz  für  DIN  16749) 

In  Bl.  1  und  2  aufgeteilt.  Jedes  Blatt  enthäli  nur  eine  Tabelle. 

Vollständig  überarbeiUt  und  DIN  7710  Bl.  2  angepaßt  - 

DK  629.11.012.5  Keifen 

7S04  Bl.     1     Reifen    für    Leichtlastkraftwagen     (Transportreifen); 

Felgendurchmeoser   13".   16'\   16*.  18"  und  20"   (Aug.  1969) 

(Zugl.  ExBatz  für  DIN  7804,  Bl.  2,  Mai  1957) 

Reifen  tK>n  Bl.  2  iibemofnmen.  Reifen  ^,6,70 — 15  extra  Transport" 

aufg^iammen.  Einige  Werte  geändert 

Bl.  2  — ;  Mittenabst&nde  für  Doppelbereifung  (Aug.  1969) 

Titel  geändert.  Mittenabstände  aufgenommen 
7S07  Treibradreifen  auf  Breitbettfelgen  für  Ackerschlepper  (Aug. 

1959)  Prei  2,—  DM 

Größe  7 — 36  AS  gestrichen.  Einige  Größen  aufgenommen.  Reifen- 

tragfähigkeiten  geändert 

DK  e29.ll.018  Zug-  und  StoOyonrIehtungen 

74058  Anhftngerkupplungen  für  Kraftfahrzeuge;  Kugelköpfe  (Aug. 
1959) 

Titd  geändert.  Gerade  Form  B  aufgenommen.  Form  A  um  einige 
Maße  ergänzt,  Werkstoff  aufgenommen 

DK  655  GrapUsohes  Gewerbe 

16517  Schriftmuster-Karteikarte  für  das  graphische  Gewerbe  (Aug. 
1959)  Preis  2,—  DM 

DK  662.76 :  620.1  PrOfung  gasfArmiger  Brennstoffe 
51614  Prüfung  von  Flüssiggas;  Bestimmung  des  öl-  und  Harzgehaltes, 
Prülung  auf  Ammoniak,  Wasser  und  Lauge  (Aug.  1969) 
Abmessungen  und  Gewicht  der  Abdampf  schale  in  Abschn,  3.2 
aufgenomunen 

DK  665  öle.  Fette.  Wachse 

51571  Prüfung  von  Paraffin;  Bestimmung  des  ölgehaltes  (Aug.  1959) 
Preis  2,—  DM 

Abschn.  7.7  aufgenommen.  In  Abschn.  8  am  Anfang  und  Ende 
der  Formel  sowie  in  der  vorletzten  Zeile  „*/•** gestrichen 

51572  — ;  —  des  Weichparaffingehaltes  (Aug.  1969)  Preis  2, —  DM 
Abschn.  7.7  aufgenommen.  In  Abschn.  8  in  der  Formel  3x  und 
in  der  drittletzten  Zeile  ruich  4,0  „*/a"  gestrichen 

DK  666.8/.7  Keramik 

51060  Bl.  1  Feuerfeste  keramische  Roh-  und  Werkstoffe;  Begriffe 
(Sept.  1959)  (Ersatz  für  DIN  1061,  Abschn.  Begriffsbestimmung) 
Begrenzur^  des  Begriffs  geändert  und  unterteilt 

DK  666.8  Gips.  KttnstUche  Steine 

18163  Wandbauplatten  aus  Oips  (Juni  1954  x) 

Abschn,  7.3,  Zeile  1  „trockenen**  in  „lufttrockenen"  berichtigt 

DK  669.14--4  Halbzeug 

6934  KastenahnUche  Formpreßteile  aus  Stahl,  warm  verformt;  Zu- 
lässige Abweichungen  (Aug.  1969) 

DK  669.14—42  Profile 

59200  Warmgewalzter  Breitflachstahl;  Maße,  Zulässige  Abwei- 
chungen, Gewichte  (Sept.  1959)  Preis  2, —  DM  (Ersatz  für 
DIN  25601  Bl.  3  und  DIN  1612,  M&rz  1943  x  ,  Abschn.  D  HI) 
Einige  Größen  aufgenommen.  Angabe  über  zulässige  Abweichungen 
und  Text  erweitert 

DK  672.6  Ketten 

695  Rundstahlketten;     Hakenketten,     Bingketten     (Sept.     1959) 
Preis  2. —  DM 

Einige  Maße  geändert.  Hochstzulässige  Belastungen  von  Rund- 
stahlketten  aufgenommen 

DK  672.8  Klelnaitikel  aus  MetaU 

7406  Doppelnietkopf  aus  Blech  (Sept.  1969) 

7407  Yierloohknopf  aus  Blech  (Sept.  1959) 

DK  676 :  69  Papier,  Pappe  für  Bauindustrie 

52121  Teerdaohpappen,  beiderseitig  besandet;  Begriff,  Bezeichnung, 
Eigenschaften  (Sept.  1959)  (Ersatz  für  DIN  DVM  2121) 
Text  auf  Grund  der  neueren  Entwicklung  geändert  {siehe  DIN 
62117,  Vomorm  Mai  1957,  und  DIN  52123,  z.  Z.  noch  Entwurf 
Sept.  1957) 

52129  Nackte  Bitumenpappen;  Begriff,  Bezeichnung,  Eigenschaften 
(Sept.  1969)  (Ersatz  für  DIN  DVM  2129) 


DIN  Text  auf  Grund  der  neueren  Entwicklung  geändert  {siehe  DIN 
52117  und  DIN  52123,  z.  Z.  nocht  Entwurf  Sept.  1957).  Bruch- 
Widerstands- Werte  erhöht 

DK  677.051  Spinnstoff- Aufbereitungsmaschinen 

64167  Spinnsto^aufbereitungsmasohinen;  Cotonia,  Begriffe,  Bauarten 
(Sept.  1969) 

DK  677.052  Spinnmaschinen  und  Zubehör 

64070  Kopshalter  für  RoUenlagerspindehi  (Sept.  1959) 

Titel  geändert.  Länge  70  gestrichen.  Vier  Durchmesser  d^  für 
Länge  60  aufgenommen.  Angaben  über  Werkstoff  und  Aue- 
führung erweitert.  Bezeichnung  geändert.  Zugehörige  Spindel- 
längen li  nach  DIN  64019  aufgenommen 

DK  677.661.05  Wbk-  und  Strickmaschinen 

62162  Spitzennadeln  für  Wirkmaschinen;  Begriffe  (Aug.  1959) 

62153  Zungennadeln  für  Wirk-  und  Strickmaschinen,  Begriffe 
(Aug.  1959) 

62154  Platinen  für  Flach-Kulierwirkmaschinen;  Begriffe  (Aug.  1959) 
62166  —  für  Flach-Kettenwirkmaschinen;  Begriffe  (Aug.  1969) 

DK  677.8  TextUverodlung 

64032  Prüfung  der   Farbechtheit  von   Textilien;    Bestimmung   der 

Beucheohtheit    von    Färbungen    imd    Drucken    (Aug.    1969) 

(Ersatz  für  DIN  63965) 

Neu  gegliedert  und  die  Durchführung  der  Prüfung  deutlicher 

beschrieben 
64039  — ;  —  der  Meroerisierechtheit  von  Färbungen   (Sept.    1969) 

(Ersatz  für  DIN  63968) 

Neu  gegliedert.  Bei  der  Prüfung  Mercerisierrahmen  verwendet. 

Zunahme  der  Farbtiefe  berücksichtigt 
64044  — ;  —  der  Karbonisiereohtheit  von  Färbungen  und  Drücken 

mit  Aluminiumchlorid  (Aug.  1959) 

In  Abschn.  5.3  Utzte  Zeile  „105  «C"  in  „115  "O"  geändert 

DK  678.5/.8  Kunststoffe 

7708  Bl.  2  Kunststoffe;  Formmasse-Typen,  Phenoplast-Preßmassen 
(Aug.  1959)  Preis  3.40  DM 

Typen  13,  13.6,  13.9  und  15  aufgenommen.  Für  Typ  30.5 
Harzgehalt  mindestens  50^%  angegtben  und  Oberflächenwiderstand 
Vergleichszahl  „8"  in  „10**  geändert.  Abschn.  4.1  redaktionell 
Überarbeitet  und  Abschn.  4.13  {bisher  in  Erläuterungen)  auf- 
genommen. In  Abschn.  5  und  6.1  Hinweise  auf  Schwindung 
und  Nachschiüindung,  in  Abschn.  5  Hinweise  auf  Kennzeich- 
nung von  Sonderausführungen  aufgenommen.  Bisherige  Fuß- 
note 7  gestrichen.  Erläuterungen  Überarbeitet. 
Bl.  3  — ;  — ,  Aminoplast-Preßmassen  (Aug.  1969)  Preis  2,70  DM 
Abschn.  4.1  redaktionell  überarbeitet  und  Abschn.  4.13  {bisher  in 
Erläuterungen)  aufgenommen.  In  Abschn.  5  und  6.1  Hinweise 
auf  Schwindung  und  Nachschunndung  aufgenommen.  Erläu- 
terungen überarbeitet 

7737  Schichtpreßstoff-Erzeugnisse;  Vulkanfiber,  Typen  (Sept.  1969) 
Preis  2.—  DM 

7742  Kunststoffe;  Formmasse-Typen,  Celluloseacetat  (CA)  —  Spritz- 
gußmassen  (Aug.  1969)  Preis  2, —  DM 

DK  67S.5/.S-4 :  620.1  Prüfung  von  Halbzeug 
63371  Prüfimg    von    Kunststoff- Folien ;    Zugversuch    (Vornorm 
Sept.  1969)  Preis  2,70  DM 

Abschn.  2.7,  2.9,  7.43,  7.45,  8.7  und  8.9  aufgenommen,  Emp- 
fehlung in  Abschn.  6.3  überarbeitet  {Bild  aufgenommen).  Ab- 
st^nitt  9  ergänzt 

DK  681.11  Uhimacheiel 

8249  Bl.  1  Zeiger  für  Kiemuhren;  Anschlußmaße  (Aug.  1969)  (Mit 
Bl.  2  Ersatz  für  DIN  8249) 

In  Bl.  1  und  2  aufgeteilt.  Titel  geändert.  Zeiger  für  Taschenuhren 
gestrichen.    Vollständig  überarbeitet 

DK  74  Zeichnungen.  Zeichengeräte 

1356  Bauzeichnungen  (V  o  r  n  o  r  m  Aug.  1969)  Preis  18, —  DM 

Neuer  Text  und  neue  Beispiele,  Überwiegend  in  farbiger  Dar- 
stellung 

DK  778.5  Khiotecbnik 

16862  Film  8  mm;  Bildgröße  der  Aufnahme  und  Wiedergabe  (Juni 
1969  X  )  (Zugl.  Ersatz  für  DIN  16854) 

Im  Änderungsvermerk  ,J)IN  15502**  in  „DIN  15852**  und 
„DIN  15504**  in  ,J)IN  15854**  berichtigt 

Zurückgezogene  Normbltttter 

6610  bis  6614  7804  Bl.  2  7962  16749  26601  Bl.  3 
41193  41221  Bl.  1  41676  41678  41679  43100  63965  63968 
72576  Bl.  3 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


1381 


Bucfierscfiau 


DK  5  :  001.891  (091)  (022.1—1) 

Naturwissenschaft  in  der  Welt.  Forscher  erleichtem  uiuer  Leben.  Von 

James  B,  ConarU,  Weinheim  a.  d.  B./Berlin  1958,  Julius  Belts. 

293  S.  m.  32  Bild.  Preis  geb.  15,—  DM. 
Der  Verfasser,  mehrfacher  Ehrendoktor,  Präsident  der  Harvard- 
Universität  und  anerkannter  Gelehrter  in  der  naturwissenschaftlichen 
Fachwelt,  dürfte  schon  durch  seine  Persönlichkeit  als  früherer  amerika- 
nischer Botschafter  in  Deutschland  seinem  Werk  einiges  Interesse 
sichern.  Er  zeigt  hier  an  einer  Reihe  von  historischen  Beispielen  —  vor- 
wiegend aus  der  Physik,  Chemie  und  Biologie  —  die  Methodik,  nach 
der  in  den  letzten  Jahrhunderten  gnmdlegende,  für  die  weitere  Ent- 
wicklung bedeutsame  Entdeckungen  gemacht  und  neue  Erkenntnisse 
erarbeitet  wurden.  Als  Beispiel  seien  u.  a.  die  Untersuchimgen  über  das 
Vakuum,  den  Luftdruck  und  die  Luftpumpe  aus  der  Zeit  Tor- 
ricellia  sowie  die  Studien  von  Chlvani  und  VoUa  über  die 
Elektrizität  erwähnt.  DajB  der  Verfasser  dabei  auch  manchen  Irrtü- 
mern, gedanklichen  Umwegen  und  Rückschlägen  der  früheren  For- 
scher nachspürt  und  daher  z.  B.  auch  der  „Phlogistontheorie"  eine 
eingehende  Betrachtung  widmet,  wird  den  historisch  interessierten 
Fachmann  ansprechen.  Die  letzten  Abschnitte  sind  den  Aufgaben  des 
Staates  in  der  Förderung  der  naturwissenschaftlichen  Forschung  ge- 
widmet.     E  11045  Karl  Krebs 

DK  517.664.3  (023.5—3) 

Elementare  Einfahmng  in  die  Bessel-,  Neumann-  und  Hankel-Funk- 
tlonen.   Von    Waüher  Rehtvald,   Mathematische  Funktionen  in 
Physik  und  Technik,  Bd.  1.  Stuttgart  1959,  S.  Hirzel.  46  S.  m. 
19  Bild.  Preis  kart.  6,30  DM. 
Diese  elementare  Einführung  in  die  Besselfunktionen  hält  die  Mitte 
zwischen  einem  Lehrbuch  und  einer  Formelsammlung.  Der  Verfasser 
verzichtet  auf  langwierige  Beweise,  gibt  aber  an,  wo  sie  zu  finden 
sind ;  er  macht  den  Leser  mit  dem  Stoff  vertraut,  indem  er  übersieht* 
liehe  Kurvendarstellungen  und  einfache  Näherungen  bringt  und,  so- 
weit es  möglich  ist,  die  Winkelfunktionen  den  Zylinderfunktionen 
vergleichend  gegenüberstellt.  An  zahlreichen  praktischen  Beispielen 
wird  ihre  Anwendung  erläutert.  Die  Absicht  des  Verfassers,  den  Stu- 
dierenden der  Nachrichtentechnik  einen  Zugang  zu  den  für  sie  unent- 
behrlichen Besselfunktionen  zu  schaffen,  der  auch  für  den  Nichtma- 
thematiker  begehbar  ist,  dürfte  hervorragend  gelungen  sein.     E  10992 

Franz  WeitzenmiUer  VDI 

DK  621—52  :  613.724  (022.5—3) 

Nonllnear  oontroi  Systems.  Von  Robert  Lien  Oosgriff.  McGraw-Hill 
Series  in  Control  Systems  Engineering.  New  York/Toronto/Lon- 
don  1958,  McGraw-Hill  Book  Comp.,  Inc.  336  S.  m.  zahlr.  Bild, 
und  Zahlentaf.  Preis  geb.  £  3.10. — . 
Bei  den  ständig  wachsenden  Ansprüchen  an  die  Geschwindigkeit 
und  Genauigkeit  selbstregelnder  und  Nachrichten  verarbeitender  Sy- 
steme ist  das  Verständnis  und  die  Ausnutzung  nichtlinearer  Effekte 
für  die  künftige  Entwicklung  unabdingbar.  Das  Buch  von  R.  L. 
Cosgriff  gibt  mehr  als  eine  Übersicht  über  das  schon  sehr  umfangreiche 
und  meist  für  den  Praktiker  zu  abstrakte  Schrifttum.  Es  knüpft  in 
den  ersten  Abschnitten  an  die  klassischen  Methoden  für  lineare  Sy- 
steme an  und  zeigt  die  Grenze  ihrer  Anwendung  auf  gemäßigt  nicht- 
lineare Systeme.  Dann  folgt  eine  eingehende  Erörterung  der  Methoden 
der  Phasenebene  und  der  Beschreibungsfunktion,  letztere  gegenüber 
früheren  Veröffentlichungen  sehr  vertieft.  Die  restlichen  Abschnitte, 
im  wesentlichen  über  Abtastsj^teme,  Anwendung  statistischer  Ver- 
fahren und  Schaltkreise,  sind  sehr  knapp  gehalten.  Der  klar  gegliederte 
Text  stellt  erhebliche  Ansprüche  an  den  Leeer;  da  aber  der  schwierige 
Stoff  durch  eine  erstaunliche  Anzahl  von  Zahlenbeispielen  und  Dia- 
grammen sowie  durch  zahlreiche  Übungsaufgaben  erhellt  wird,  kann 
das  Buch  rückhaltlos  dem  sich  mit  solchen  Fragen  beschäftigenden 
Ingenieur  empfohlen  werden.     E  11100  Otto  Schäfer 

DK  537.533.73  :  648.74  :  621.385.833  (022.4) 

Elektronenbeugung.  Theorie,  Praxis  und  industrielle  Anwendungen. 

Von  Ernst   Bauer.   München    1958,  Verlag  Moderne  Industrie. 

233  S.  m.  108  Bild.  Preis  geb.  32,—  DM. 
Als  Einführung  in  die  Technik  und  in  die  Anwendungen  der  Elek- 
tronenbeugung zu  Strukturuntersuchungen  schließt  dieses  Buch  eine 
fühlbare  Lücke  im  neueren  Schrifttum.  Der  knappe,  allgemeine  Titel 
und  das  umfassende,  scharf  gegliederte  Inhaltsverzeichnis  lassen  nicht 
ohne  weiteres  das  Ziel  des  Buches  erkennen.  Physikalische  Vorgänge 
werden  kaum  erörtert,  physikalische  Erklänmgen  und  theoretische 
Beweise  kaum  mitgeteilt,  kristallographische  Grundbegriffe  als  be- 
kannt vorausgesetzt,  Auswerteverfahren  für  Beugungsdiagramme  nur 
in  Umrissen  skizziert,  obwohl  der  theoretische  Teil  wichtige  Formeln 
zusammenstellt.  „Ziel  dieses  Buches  ist  es,  die  Möglichkeiten  aufzu- 
zeigen, die  die  Elektronenbeugung  in  der  industriellen  Praxis  bietet." 
Diesem  Ziel  im  Vorwort  wird  das  Buch  nicht  nur  gerecht,  es  bringt 
weit  mehr.  Der  experimentelle  Teil  unterrichtet  eingehend  über  An- 


lage, Strahlengänge  und  Bauteile  modemer  Beugungsapparaturen. 
Im  Abschnitt  „Anwendungen"  werden  Probleme  und  Ergebnisse  aus 
allen  industriellen  Bereichen  besprochen,  in  denen  Strukturfcrschung 
eine  Rolle  spielt.  Auf  alle  Möglichkeiten  und  Zwecke  des  apparativen 
Vorgehens  und  der  Anwendungen  wird  zumindest  hinge wieeen.  Der 
Inhalt  des  Buchs  wird  aufs  glücklichste  vervollständigt  durch  mehr  als 
500  Schrifttumhinweise  aus  der  Zeit  nach  dem  Jahre  1945.  Trote 
geringen  äußeren  Umfangs  kann  das  Buch  daher  nicht  nur  ein  Führer 
zu  erweiterter  technischer  Allgemeinbildung,  sondern  auch  ein  nütz- 
liches Nachschlagewerk  für  den  bereits  in  der  Praxis  der  Struktur- 
forschung mit  Elektronenstrahlen  Tätigen  sein.  E  11071   Heinz  Ni^rs 

DK  537  :  638  :  621.312  (022.6—3) 

Elektrizität.  Von  Yves  Rogard.  Aus  dem  Französ.  übersetzt  von 
K.  Spitgeiberg.  Hochschulbücher  für  Phjrsik,  Bd.  10.  Berlin  1958, 
VEB  Deutscher  Verlag  der  Wissenschaften.  736  S.  m.  663  Bild. 
Preis  geb.  56. —  DM. 
Der  Verfasser,  Professor  an  der  Universität  Paris,  stützt  sich  auf  die 
elementaren  Beobctchtungen  und  verknüpft  sie  zu  einer  Theorie,  die 
in  erster  Linie  die  Grundgesetze  erarbeiten  will,  so  daß  mathematische 
Hilfsmittel  nur  in  begrenztem  Ausmaß  beansprucht  werden.  In  großer 
Fülle  werden  vor  dem  Leser  die  aus  der  physikalischen  Erkenntnis 
entspringenden  klassischen  und  auch  die  modernen  elektrotechnischen 
Anwendungen  ausgebreitet.  Die  historischen  Hinweise  sind  zu  be- 
grüßen, wenn  auch  vielleicht  die  Namen  der  Forscher  und  Erfinder 
ein  wenig  nach  geographischen  Gesichtspunkten  ausgewählt  wurden. 
Die  Gliederung  im  großen:  Elektrostatik,  Magnetismus,  Elektro- 
kinetik  und  Elektrodynamik,  Ausbreitung  und  Strahlung,  das  freie 
Elektron  und  schließlich  lonenleiter,  Elektrolyse  und  Halbleiter.  Nur 
einige  wenige  Beispiele  für  die  behandelten  elektrotechnischen  Ge- 
biete: Meßgeräte,  elektrostatische  und  magnetische  Maschinen,  ma- 
gnetische Verstärker,  magnetische  Pumpe,  Hohlleiter,  Elektronen- 
mikroskop, Photoemissions-  und  Elektronenröhren  einschließlich  Lauf- 
zeitröhren, Antennen  und  drahtlose  Nachrichtenübertragung  unter 
Berücksichtigimg  der  Kennelly-Heaviside- Schicht,  Blindlande  ver- 
fahren, Elektrolyse,  elektrochemische  Generatoren  und  Transistoren; 
dazu  zahlreiche  eingestreute  Hinweise  auf  militärische  Anwendungen 
im  Zweiten  Weltkrieg.  Einigen  Platz  beansprucht  die  Darstellung  der 
Ergebnisse  jeweils  in  den  beiden  CGS-Systemen,  weil  der  Verfasser 
glaubte,  sie  aus  Gründen  der  Tradition  zugunsten  des  an  sich  als 
vorteilhaft  bezeichneten  Giorgi- Systems  nicht  preisgeben  zu  dürfen. 
Das  Buch  gehört  zu  einem  Sammehrerk  imd  ist  wohl  in  erster  Linie 
den  Studierenden  der  Physik  und  der  Elektrotechnik  gewidmet.  Aber 
auch  der  in  der  Praxis  stehende  Ingenieur  kann  es  getrost  für  sich  zur 
Hand  nehmen;  er  wird  viele  Anregungen  aus  ihm  empfangen. 
E  10  995  Wiihelm  Bader 

DK  621.314.6  (023.4r— 2) 

Leitfaden  der  Elektroteehnik.  Von  MoeUer-Werr.  Bd.  n,  T.  3  -.  S  t  r  o  m- 
r  1  c  h  t  e  r  ,  insbesondere  der  Starkstromtechnik.  Von  Erwin 
KübUr.  Teubners  Fachbücher  für  Elektrotechnik.  Stuttgart  1958, 
B.  G.  Teubnor.  144  S.  m.  131  Bild.  Preis  geb.  18,40  DM. 
Der  erste  Abschnitt  ist  den  Trockengleichrichtem,  Quecksilber- 
dampfgleichrichtern, Hochvakuum- Stromrichtern  und  mechanischen 
Gleichrichtern  gewidmet.  Wegen  des  weiten  Anwendungsbereiches  der 
Trockengleichrichtem  in  allen  Gebieten  der  Elektrotechnik  wäre  eine 
ausführlichere  Darstellung  der  technischen  Eigenschaften  dieser 
Gleichrichter,  besonders  des  Siliziumgleichrichters,  der  eine  wachsende 
Bedeutung  gewinnt,  wünschenswert  gewesen.  Die  Eigenschaften  der 
Quecksilberdampfgleichrichter  werden  eingehend  behandelt.  Der 
zweite  Abschnitt  enthält  Ausführungen  über  Gleichspannungsbildung. 
Aussteuenmg,  Glättung  des  Gleichstroms,  Stromrichtertransforma- 
toren, Oberwellengesetze,  Kommutierung,  Gittersteuerung,  Strom- 
teilerdrosseln und  über  den  Gleich-  imd  Wechselriohterbetrieb  bei 
Regelantrieben.  Ausführlich  dargestellt  sind  die  physikalischen  Gesetze 
der  Stromrichtertechnik  und  klar  mit  vielen  Diagrammen  erläutert, 
so  daß  der  Leser  auf  diesem  Gebiet  einen  umfassenden  Überblick 
erhält.  Der  Verlauf  und  die  Berechnung  der  Ströme  in  den  Wicklungen 
der  Stromrichtertransformatoren  kommen  allerdings  etwas  zu  kurz. 
Schließlich  werden  im  dritten  Abschnitt  Stromrichter- Sonderpro- 
bleme erörtert. 

Das  Buch  gibt  eine  gute  Einfühnmg  in  die  Stromrichtertechnik 
und  kann  Studierenden  und  Ingenieuren  empfohlen  werden. 

E  10925  Walter  Fredebold 

DK  531.132  :  621.83  (075.4) 

Klnematisch-getriebeanalytisches  Praktikum.  Hand-  und  Übungsbuch 

zur  Analyse  ebener  (ietriebe.  Von  Rudolf  Beyer,  BerUn/Göttingen/ 

Heidelberg  1958,  Springer- Verlag.  179  S.  m.  162  Bild.  Preis  geb. 

28,50  DM. 

Beim  Entwurf  und  bei  der  Weiterentwicklung  von  Maschinen  und 

Grcräten  führt  die  Anwendung  kinematischer  Verfahren  oft  zu  über- 


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VDI-Z.  101  (1959)  Nr.29     11.  Oktober 


rascheoden  und  verblüffenden  Lösungen.  Doch  ist  der  Konstrukteur 
lumeist  nicht  aumchließlich  Getriebefachmann.  Er  wird  es  deshalb 
beiznißen,  sein  an  einfachen  Getriebeformen  mehr  oder  minder  ge- 
schultes kinematisches  Wissen  diurch  das  Studium  dieses  vorzüglichen 
Buches  auffrischen  und  weiterentwickeln  zu  können.  Es  vermittelt 
dem  sich  mit  den  Problemen  der  Kinematik  beschäftigenden  Kon- 
ftrokteur  wie  dem  fortgeschrittenen  Studierenden  einen  konzen- 
tncTten  Überblick  über  die  Grundlagen  und  zeigt  an  Hand  geschickt 
jT'wählter  BcispielOp  wie  man  die  besprochenen  Verfahren  auch  an 
meniger  übersichtlichen  betrieblichen  Anordnungen  (z.  B.  Zahnrad« 
Korbelgotneben,  Koppel  triebschal  twerken)  mit  Erfolg  anzuwenden 
%-«tnag.  Die  inuner  wieder  angestrebte  rezeptartige  Behandlung  des 
Stoffes  gestattet  es  auch  dem  zeitarmen  Benutzer,  sich  über  TeU- 
probleme  zu  unterrichten  und  sich  gegebenenfalls  in  der  Anwendung 
der  Verfahren  an  den  beigegebenen  Aufgaben  zu  üben.  Dabei  worden 
ftuch  bisher  erst  in  Fachzeitschriften  abgehandelte  Verfahren  der 
Getriebeanalyse  (wie  Winkelgeechwindigkeits-  und  Winkel  beschleu- 
nifungsplane  sowie  die  komplexe  Methode)  erläutert.  Tafeln  für  den 
Entwurf  von  Kurvengetrieben,  eine  Zusammenstellung  von  Grund- 
Usen  des  Matrizenkalküls  sowie  ein  umfangreiches  Schrifttum  er- 
({üizen  das  sorgfaltig  ausgestattete  Buch.  E  11098 

Gerd  Kiper  VDI 

DK  «24.002.5  :  6».002.5  (023.4—3) 

lUomaieliinen  und  Baneinrichtongen.  Von  0.  Walch.  Bd.  3:  Übungs- 
beispiele. Berlin/Gottingen/Heidelberg  1958,  Springer- Verlag. 
235  S.  m.  84  Bild.  Preis  geb.  31,50  DM. 

Xachdem  in  den  Bänden  I  (Baumaschinen)  und  II  (Baueinrichtun- 
iien)  das  Handwerkszeug  des  Bauingenieurs  behandelt  worden  ist, 
wird  nunmehr  in  Band  III  über  den  zweckmäßigen  und  wirtschaft- 
hchen  Einsatz  von  Baugeräten  berichtet.  Es  handelt  sich  z.  T.  lun 
thecn-etiscbe  Aufgaben,  jedoch  wurden  auch  zahlreiche  Fälle  aus  der 
Prucis  entnommen.  Im  Rahmen  eines  Buches  ist  es  naturgemäß  nicht 
möglich,  alle  Probleme  zu  erfassen,  so  daß  eine  Beschränkung  auf 
einigo  wesentliche  Greräte  erforderlich  war. 

Einen  größeren  Raum  nehmen  Beispiele  für  Vorbereitung  und 
Ausführung  von  Erd-,  Fels-  und  Betonierungsarbeiten  ein;  gerade 
auf  diesen  Gebieten  war  der  Fortschritt  der  Mechanisierung  in  den 
Irtzten  Jahren  besonders  lebhaft.  Es  folgen  Beispiele  für  Gründungs- 
arbeiten, Straßen-  und  Flugplatzbaustellen,  Ausrüstungen  von  Bau- 
stellen mit  Transporthilfsmitteln,  allgemeine  Baustelleneinrichtungen 
sowie  das  Aufstellen  von  Bauprogranunen.  Abschließend  werden 
ooige  Beispiele  von  Kostenabrechnungen  gebracht,  ohno  daß  jedoch 
aaf  Einzeliragen  der  Kalkulation  eingegangen  wird. 

Die  Hauptaufgabe  des  Bandes  III  ist.  Studierenden  und  jungen 
Bauingenieuren  Probleme  und  Schwierigkeiten  der  ständig  wechseln- 
den Bauaufgaben  sowie  Wege  und  Möglichkeiten  zum  Lösen  dieser 
.Aufgaben  zu  zeigen.  Darüber  hinaus  soll  durch  die  kritische  Be- 
trachtung verschiedener  Möglichkeiten  das  Herausfinden  der  wirt- 
ichaf^lichsten  Bauverfahren  erleichtert  werden.    E  10940 

Albrecht  Bischof  VDI 

DK  624.012.33  (022.3) 

Bewegnngsfagen  Im  Beton-  und  Stahlbetonbau.  Von  Adolf  Kleinlogd. 
6.  Aufl.  Berlin  1958.  Wilhelm  Ernst  &  Sohn.  279  S.  m.  572  BUd. 
Preis  geb.  34, —  DM. 

Infolge  der  großen  Nachfrage  und  der  guten  Aufnahme,  die  das 
Buch  gefunden  hat,  erschien  seine  sechste  Auflage  mit  kleinen  Ände- 
nm^cen  und  Ergfinzimgen.  Es  besteht  heute  kein  Zweifel  mehr  darüber, 
vas  die  Anordnung  tuid  die  sachgemäße  Ausführung  von  Arbeits-  und 
Bflwegungsfugen  im  Beton-  und  Stahlbetonbau  bedeutet.  Trotzdem 
trifft  man  leider  noch  allzuoft  auf  Bauwerke,  die  durch  fehlende  oder 
unsachgemäße  Fugen  verunstaltet  oder  gar  beschädigt  sind.  Das  Buch, 
dessen  klarer  und  leicht  verständlicher  Text  mit  sehr  vielen  Zeich- 
nungen und  Photographien  versehen  ist,  soll  hauptsächlich  dazu  bei- 
tragen, solche  Bausünden  zu  vermeiden.  Alle  wichtigen  Gebiete  des 
Hoch-,  Tief-  und  Ingenieurbaues  sind  behandelt,  viele  gute  Beispiele 
bieten  dem  Leser  eine  Fülle  von  Anregungen.  Für  zahlreiche  Fälle 
können  die  aufgezeichneten  Lösimgen  gebrauchsfertig  übernommen 
Verden. 

Man  kann  diesem  Buch  nur  Mrünschen,  daß  es  weiter  Verbreitung 
findet  und  auch  in  die  Hände  derjenigen  gelangt,  die  bisher  der  An- 
ordnung und  richtigen  Ausführung  von  Fugen  noch  nicht  die  nötige 
Bmchtung  geschenkt  haben.  E  10930  Reinhold  Weyer  VDI 

DK  629.113.071.553  :  629.1 13.073.343/.344  (047.31) 

ritmodiim^en  ttber  dynamische  Bodenkrtttto  schwerer  Krafttahr- 

lenge.  Von  OUo  Bade  und  Patd  Ochner.  Deutsche  Kraftfahrt- 

forschung  und  Straßenverkehrstechnik,  Heft  120.  Düsseldorf  1958, 

VDI- Verlag  GmbH.  30  S.  m.  49  Bild.  u.  1  Zahlentaf.  Preis  geh. 

16,90  DM  (VDI-Mitglieder  erhalten  10%  Preisnachlaß). 

Dia  zwischen  Fahrzeugrädern  und  Straße  bei  der  Fahrt  wirkenden 

Kräfte  sind  für  den  Straßen-  und  Kraftwagenbau  bedeutsam.  Hin- 

aichtUch  der  zulässigen  Gewichte  schwerer  Lastkraftwagen  sind  sie 

Z.Z.  aktuell.  Ihr  dynamischer  Teil  kommt  hauptsächlich  von  der 


Unebenheit  der  Fahrbahn.  Zur  Erörterung  dieser  Fragen  liefert  die 
Arbeit  einen  wertvollen  Beitrag.  Die  Verfasser  ermittelten  aus  Be- 
schleunigungsmessungen an  den  Achsen  eines  Schwerlastwagens  und 
eines  Anhängers  bestimmter  Bauart  auf  ,, schlechter"  Straße  für  die 
lotrechten  Stützkräfte  etwa  das  Doppelte  und  für  die  quer  wirkenden 
Seitenkräfte  etwa  ein  Drittel  der  statischen  Radlast  als  Größtwert. 
Die  Umfangskräfte  sind  beim  Bremsen  am  größten.  Dieses  Ergebnis 
stützt  cuidere  ähnliche  Untersuchtmgen.  Für  die  Fahrsicherheit  sind 
die  ennittelten  Kraftschlußimterbrechungen  wichtig.  Sie  steigen  auf 
„schlechter**  Fahrbahn  rasch  mit  der  Geschwindigkeit  und  können 
an  einem  Rade  50%  der  Fahrzeit  erreichen.  Für  die  Straßenbean- 
spruchung  dürfte  der  festgestellte  Impuls  der  Stützkräfte  kennzeich- 
nend sein.  Als  straßensohonend  werden  niedriger  Reifendruck,  weiche 
Aufbaufederung  und  kleine  Achsmasse  angegeben. 

Solche  Untersuchungen  werden  gewinnen,  sobald  sich  die  Geometrie 
des  befahrenen  imebenen  Straßenprofils  zahlenmäßig  ausdrücken  läßt. 
Daran  wird  gearbeitet.  Dann  wird  es  möglich  sein,  Grenzen  für  die 
Unebenheit  zu  suchen,  bei  der  die  Bodenkräfte  und  die  Kraftschluß - 
Unterbrechungen  unzulässig  werden.  E  10  876  Karl  Croce 

DK  62  (058.2)  "1959** 

Kempe*8  Engineers  Tear-Book  1959.  Hrsgeg.  von  C  E.  Prockter  unter 
Leitung  von  B.  W,  Pendred.  Bd.  1  und  2.  64.  Aufl.  London  1959, 
Morgan  Brothers  (Publishers)   Ltd.    2760    S.  m.  zahlr.  Bild.  u. 
Zahlentaf.  Preis  geb.  zus.  £  4.2.6. 
Auch  in  der  64.  Auflage  dieses  alljährlich  herausgegebenen  englischen 
Ingenieur-Taschenbuchs^)  in  zwei  Bänden  wurden  wieder  einige  Ab- 
schnitte völlig  überarbeitet  (Durchflußmessung  und  mechanische  Prüf- 
verfahren, Kältetechnik,  Farben  und  Lacke)  sowie  zahlreiche  der  ins- 
gesamt 84  Hauptabschnitte  ergänzt,  verbessert  und  auf  den  neuesten 
Stand  gebracht.  Es  gibt  somit  kaum  eine  technische  Frage,  über  die 
man  aus  diesem  Werk  nicht  wenigstens  einen  Anhalt  nach  den  neu- 
esten Erkenntnissen   erhält;   für    eine  eingehendere    Unterrichtung 
muß  man  allerdings  in  den  meisten  Fällen  das  Fachschrifttum  zu 
Hufe  nehmen.      E  11  063  'H.  W.  Hahnemann  VDI 


1)  Vgl.  die  Besprechungen  in  VDI-Z.  96  (1954)  Nr.  21  S.  730,  97  (1955) 
Nr.  28  S.  1005.  98  (1956)  Nr.  14  S.  827,  99  (1957)  Nr.  21  8.  1045  u.  100 
(1958)  Nr.  82  S.  1551. 

DK  62  (091)  (023.3) 

Meister   der  Technik   von   der   Antike   bis   zum    Beginn 
des    industriellen    Zeitalters.    Von    Erich   Kürzel- 
Runtscheiner.  Hrsgeg.  von  der  Gesellschaft  für  Natur  und  Tech- 
nik, Wien.  Wien  1957,  Verlag'  Notring  der  wissenschaftlichen  Ver- 
bände Österreichs.  199  S.  m,  17  Bild.  Preis  kart.  90,—  Schilling. 
Das  vorliegende  Werk  ist  das  letzte  Vermächtnis  eines  meister- 
lichen Geschichtsschreibere  der  Technik.  Auf  150  Textseiten  gibt  es 
dem  Leser  einen  Überblick  über  die  Entwicklung  der  Technik  und 
der  an  sie  grenzenden  Gebiete  der  exakten  Wissenschaften,  der  vom 
„Zeitalter  der  vorgeschichtlichen  Technik'*  bis  zu  den  eraten  Jahr- 
zehnten des  19.  Jahrhunderts  reicht.  Ein  576  Nummern  umfassendes 
Verzeichnis   des   benutzten    Schrifttums   stellt   den   wohlgelungenen 
,, Versuch  einer  (gedrängten)  bibliographischen  Übersicht  über  dcw 
technikgeschichtliche  Schrifttum**  dar. 

Aus  jedem  Satz  des  Buches  spricht  die  herzliche  Anteilnahme,  die 
E.  Kürzel- Runtsd^einer  dem  Werdegang,  den  Schicksalen  und  den 
Leistimgen  seiner  Helden,  der  großen  Forscher  und  Ingenieure,  ent- 
gegenbrachte. Das  Werk  könnte  als  knappe,  leicht  lesbare  und  für 
die  Hand  des  Lehrers,  des  Journalisten,  des  Ingenieurs  oder  des 
Studierenden  bestgeeignete  Übersicht  über  die  Entwicklung  der  ex- 
akten Wissenschaften  und  der  Technik  empfohlen  werden,  würde  es 
nicht  —  sicherlich  ohne  Verschulden  des  Verfassers  —  dureh  eine 
große  Anzahl  von  Druckfehlem  in  seinem  Werte  beeinträchtigt.  Weil 
es  aber  nach  Planung  und  Durchführung  ein  gutes  Buch  ist,  wünschen 
wir  es  uns  in  neuer  und  verbesserter  Auflage.  E   10  874 

Hans  Schimank  VDI 
DK  616.24—003.656.67  (022.5—1) 

Die  Staablungenerkrankungen.  Bd.  3:   Bericht  über  die  3.  Interna- 
tionale Staublungen-Tagung  des  Staatsinstituts  für  Staublungen- 
forschung und  Gewerbehygiene  beim  Hygiene -Institut  der  West- 
fälischen   Wilhelms-Universität    Münstcr/Westf.    vom    29.    bis 
31.  Oktober  1957.  Hrsgeg.  von  K.  W.Jölten  f  und    W.Khster- 
kötter.  Wissenschaftliche  Forschungsberichte,  Naturwissenschaft- 
liche Reihe,  Bd.  66.   Darmstadt    1958,  Dr.  Dietrich   Steinkopff. 
622  S.  m.  zahlr.  Bild.  u.  Zahlentaf.  Preis  geb.  65, —  DM. 
In  fünfzehn  Vorträgen  worden  Fragen  der  Grundlagenforschung 
behandelt.  Besonders  bemerkenswert  sind  die  Arbeiten  von  B.  Pemis, 
E.  C.  Vigliani  und  O.  Mattura  zur  Immunologie  der  Silikose,  ferner 
über  die  Theorie  der  Grenzflächonaktivit&t,  die  Oberflächentheorie 
imd  den  Nachweis  von  Antikörpern  nach  Einwirkung  von  Quarz- 
staub und  anderen  Stäuben  im  Tieroxperiment. 

Die  tieroxperimontelle  Staublimgenforschung  kommt  mit  einund- 
zwanzig Vorträgen  über  Ergebnisse  über  die  Wirkung  von  Quarzstaub 
und  anderen  Staubarten  auf  das  Tiergewebe  zum  Wort,  in  denen 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29     11.  Oktober 


1383 


besonders  der  Frage  der  Kollagenwirkung  im  fibrotischen  Gewebe 
Beachtung  geeohenkt  wird.  Aus  den  Gebieten  der  elektronenmikro- 
akopisohen  Silikoaeforschung,  der  Staubsammlung  und  Auswertung 
der  Staubmessungen  wird  kurz  berichtet.  Die  Frage  der  Emphysem- 
Bronchitis- Silikose  vom  Standpunkt  des  Klinikers  und  Pathologen 
erörtern  entsprechend  ihrer  Bedeutung  sehr  ausführlich  Fachleute 
des  In-  und  Auslandes.  AbsohUeOende  Ausführungen  sind  den  Staub - 
lungenerkrankungen  als  Folge  der  Einwirkung  verschiedener,  außer- 
halb des  Bergbaus  vorkommender  Staubarten  —  Hartmetall,  Kiesel- 
gur, Getreidestaub  usw.  —  sowie  den  Möglichkeiten  des  Arbeitsplatz- 
wechsels gewidmet. 

Das  vorliegende  Werk  kann  jedem«  der  auf  dem  Gebiete  der  Sili- 
koseforschung arbeitet,  als  internationaler  Beitrag  mit  den  neuesten 
Erkenntnissen  wärmstens  empfohlen  werden.  E  10996 

Martin  Landwehr 


Neueingänge 

(Besprechung  bleibt  vorbeheüten) 

DK  631.711.61  (023.4—^2) 

PArallel«Endmaße.  Hilfs-  und  Nachschlagebuch  für  das  Messen  mit 
Endmaßen.  Hrsgeg.  von  Karl  Frank,  Darmstadt  1968,  Eduard 
Roether.  232  S.  m.  169  Bild.  Preis  geb.  18,—  T>M. 

DK  639.14  (083.3/.6) 

Tabellen  der  Atomkerne.  Von  Wunibald  Kum  u.  Josef  Schintlmeister, 
T.  I :  Eigenschaften  der  Atomkerne.  Bd.  1 :  Die  Elemente  Neutron 
bis  Zinn.  Berlin  1968,  Akademie-Verlag.  608  S.  Preis  geb.  106,—  DM. 

DK  641.123  (022.6—3) 

Die  heterogenen  Gleichgewichte.  Von  Rudolf  Vogel.  2.  Aufl.  Leipzig 

1969,  Akademische  Verlagsgesellschaft  Geest  &  Portig  KG.  760  S. 

m.  614  Büd.  Preis  geb.  64,—  DM. 

DK  620.179  :  668.662  :  669.2/.8  (023.4—2) 

Adrancefl  in  inspection  teehniques  as  aids  to  process  control  in  non- 
ferroos  metals  prodnction.  A  Symposium  held  in  London  on  the 
ocoasion  of  the  Annual  General  Meeting  of  the  Institute,  1  May  1958. 
Institute  of  Metals  Monograph  and  Report  Series,  Nr.  24.  London 
1968,  The  Institute  of  Metals.  102  S.  m.  zahlr.  Bild.  u.  Taf.  Preis 
geb.  £  1.10. — . 

DK  621.316.027.7  (023.4—3) 

Eneigiettl)ertragnng  mit  Höclutspannungen.  Nach  Veröffentlichungen 
in  den  AEG-Mitt.  48  (1968)  H.  8/9.  Berlin  1968,  Allgemeine  Elek- 
tricitäts-Gesellschaft.  120  S.  m.  186  Bild.  u.  13  Tab.  Preis  geb. 
20,—  DM. 

DK  621.316.64.06  (022.6—2) 

The  teehnology  of  printed  etrcnlts.  The  foil  technique  in  electronic 

production.  Von  Paul  Eialer.  London  1969,  Heywood  ft  Company 

Ltd.  416  8.  m.  161  Bild.  Preis  geb.  £  3.—.—. 

DK  621.397  (023.1—1) 

Die  große  Fernseh-FilteL  Von  Fritz  Bergtold.  T.  1 :  Eine  Ein- 
führung in  die  Technik  des  Fernsehempfangs. 
Berlin-Tempelhof  1969,  Jakob  Schneider.  120  S.  m.  96  Bild.  Preis 
kart.  6,60  DM. 

DK  624.073  :  693.46  (022.3—1) 

Talelbanweise.  Bauen  mit  Großpiatten.  Von  Herbert  von  Voss,  Technik 

von  heute,  Bd.  3.  Stuttgart  1969,  Berliner  Union.  349  S.  m.  300  Bild. 

Preis  geb.  66, —  DM. 

DK  626.748.64  :  621.3.004  (083.13) 

Richtlinien  für  die  Errichtung  und  Prüfung  der  elektrischen  Einrich- 
tungen Ton  Zapftriiulen  für  brennbare  Flüssigkeiten  der  Gefahr- 
klasse A I  und  A  IL  Aiisgabe  Januar  1969.  Heunburg  1969,  Indu- 
strieverlag von  Hemhaussen  KG.  19  S.  Preis  kart.  0,60  DM. 

DK  629.128.1  (024) 

Handbuch  der  Werften  196S.  Bearb.  von  K.  Wendel.  Hamburg  1968, 

Schiffahrtsverlag  „Hansa"  C.  Schroedter  &  Co.  361  S.  m.  69  Bild. 

Preis  geb.  36, —  DM. 

DK  668.6  (023.3—1) 

Betriebsorganisation.  GUederung  und  Aufbau.  Von  Heinz  Herholz. 

München  1969,  Carl  Hanser.  249  S.  m.   192  Formularen  u.  Tab. 

Preis  geb.  24.—  DM. 

DK  668.61  (023.3—1) 

Der  leitgemifie  Betrieb.  Auftragsplanung  und  Auftragslenkung.  Von 

Walter  ZeUmer  VDI.  München  1969,  Carl  Hanser.  96  S.  m.  48  Bild. 

Preis  kart.  12.—  DM. 

DK  662.749.2  :  662.93  (023.3—1) 

Kokswftrme.  Vortr&ge  des  am  26.  und  26.  Nov.  1968  unter  der  wissen- 
Bchaftlichen  Leitung  von  Prof.  Dr.-Ing.  Fritz  Schuster  im  Haus  der 
Technik,  Essen,  veranst.  Kursus.  Essen  1969,  Vulkan-Verlag  Dr. 
W.  Classen.  62  S.  m.  zahlr.  Bild  u.  Tab.  Preis  geb.  8, —  DM. 


DIsseifaflonen 

Abgeschlossene  Promotionen  an  der 
Technischen  Hochschule  Kariamtae 

in  den  Monaten  April,  bis  Juni  1969. 
(In  Klammern  sind  die  Namen  der  Berichter  undMitberlchter  aufKeführt.] 

I.  Nur  in  Maschinenschrift  erschienen  und  nur  im  Leih  - 
verkehr  erhältlich : 

DK  621.314  Umformung  der  elelitrisehen  Energie 

Dipl.-Phys.  W.  Moortgat-Pick:  ErsatzschcJtbild  und  VerstÄrkunga- 
eigenschaften  des  Flächentransistors.  {Rothe;  Fisdier)  [Auszug, 
Sonderabdruok  s.  unten] 

II.  Gedruckte  Arbeiten,  diefürden  akademischen  Schriftei 
tausch  zur  Verfügung  stehen : 

DK  632.6  Flüssigkeitsbewegung.  Hydrodynamik 

Dipl.-Ing.  K.Stephan:  Wärmeübergang  imd  Druckabfall  lamii 

Strömungen  im  Einlauf  von  Rohren  und  ebenen  Spalten.   (J?< 

(Berlin) ;  Nesselmann) 

DK  636  Wärmelehre 

M.  Sc.  (Toohn.)  Kolluru  Rama-Krishna  Sarma:  Wärmeübei^Ang 
Druckverlust  in  konzentrischen  Ringspalten.  {NesseUnann; 

DK  639.1  Physik  der  Kerne,  Atome  und  Moleküle 

Dipl.-Phys.  F.Schtvirzke:  lonisierungs-  und  Umladequerschnitte 
Wasserstoff-Atomen   und   -Ionen   in   Wasserstoff  bei    kinetiscl 
Energien  von  9  bis  60  koV.  (Laukien;  Wolf) 

Dipl.-Phys.  S.  Wilking:  Kemresonanz  in  schwachen  Magnetfeldern 
Mehrquantenübergänge  von  Protonen.  (Laukien;  Wolf) 

DK  641.1  Physikalische  Chemie 

Dipl.-Chem.  W.  Metzger:  Dielektrische  Untersuchungen  zur  anomak 
Dispersion  im  Mikrowellenbereich.  (Zeil;  öüniher;  Criegee) 

Dipl.-Chem.  H.  Seiter:  Über  den  Zusammenhang  zwischen  Abschei 
dungsbedingungen  und  Wachstumsform  bei  der  Elektrokristalli^a^ 
tion  von  Kupfer.  (Fischer;  Günther;  Scholder) 

DK  620.9  Allgemeine  Energiewirtschaft 

Dipl.-Math.  F.  Tuppeck:  Die  energiewirtschaftliche  Bedeutung  xiAttLr- 

lieber  und  wirtschaftlicher  Einflußgrößen  für  die  Femgaswirtachaft« 

(H.  F.  Mueller;  PichUr) 

DK  621.314  Umfonnung  der  elektrischen  Eneigie 

Dipl.-Phys.  W.  Moortgat-Pick:  Ersatzschaltbild  und  Verstärkungaeigen«^ 
Schäften  des  Flächentransistors.  (Rothe;  Fischer)  [Auszug  Sonder- 
abdruck  aus:  Arch.  elektr.  Übertragung  IS  (1959)  S.  33/48  u. 
S.  82/89;  Vollständige  Maschinenschrift  s.  oben] 

DK  621.317  Elektrische  Meßtechnik.  Meßgeräte 

Dipl.-Ing.  P,  Nenning:  Beitrag  zur  Theorie  von  Drehmag^et-  und 
Drehspul-Galvanometem  mit  Spannband -Lagerung  des  beweglichen 
Systems.  (Fischer;  Lehmann) 

DK  621.32  Elektrische  Lichttechnik 

Dipl.-Phys.  H .'J .  Hentschel:  Über  dynamische  Eigenschafben  von 
Xeon-Hochdruckbögen.  (Schulz;  Reeb) 

DK  624  Bauingenieurwesen 

Dipl.-Ing.  V.  Luft:  Beitrag  zur  Berechnung  der  Kreiszylindersohale 
unter  axialer  Eüizellast.  (Franz;  Steinhardt;  Dimitrov) 

DK  662.74  Stehikohlentechnologie 

B.  Sc.»  B.  Sc.  (Techn.)  Rajagopalan  Vaidyeswaran:  Über  die  hy- 
drierende Raffination  eines  Teeröls  aus  der  indis  hen  Steinkohle- 
Schwelung.  (Pichler;  Criegee) 

DK  666.8  KttnstUche  Stehle 

Dipl.-Chem.  K.  H.  Büchler:  Untersuchungen  über  das  Bindemittel  in 
Kalksandsteinen.  (Heriglein;  Scholder) 

Schluß  des  Textteiles 


(g)  VDI- Verlag  OmbH,  Dflsseldoif  1060 

Fttr  den  Textteil  verantwortlich:  Dipl.-Ing.  B.  Berendi  VDI.  in  Vertr.  Dr.-Ing.  W.  Rietert  VDI,  Dflsseldorf.  Druck:  Industrledruck  AO.  Xsten. 
Printed  In  Oermany.  Alle  Rechte,  insbesondere  die  der  ÜberBetziing  vorbehalten.  Kein  Teil  dieser  Zeitschrift  darf  In  Irgendeiner  Form  —  durch  Photokopie, 
Mikrokople  oder  ein  anderes  Verfalu'en  —  ohne  schriftliche  Öenehnügang  des  Verlages,  auch  nicht  auszugsweise,  reproduziert  werden.  —  All  rights 
reserved  (includlng  those  of  translations  Into  forelgn  languages).  Xo  part  of  thls  Isaae  may  be  reproduced  in  any  form,  by  photoprint,  mlkrofilm   or 

any  other  means,  wlthout  wiltten  permlssion  from  the  publishen. 


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VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  29    11.  Oktober 


ZEITSCHRIFT 


18  mio  t  Stahl  pro  Jahr 
ist  die  Kapazität 
der  92  Konverter,  die  wir 
seit  1950  geiiefert  liaben 


VDI-Z.     Bond  101     Nr.  30    Saite  1385  bis  1424     Düsseldorf,  21.  Okt.  1959     PostyetVo^'s.otX^^^t« 
Die  Jahresübeniäil  dieser  Ausgabe:  EISlNHVJlTtNVJl^tU 


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1                   ^^^B^^^H                                                                                                                                              ImekraH  an  der  Zanee  30  T.  Spannweite  33,5  m 
^■^^2^H                                                                                                                                              AuUühfung  nach  modernsten  Rldillinien 

PK«   KRUPP-ARDELT  •  WILHELMSHAVEN 

tSBIN  DEUTSCHER  INGENIEURE,  DUSSELDORF 

»Z.    Bd.  101    Nr.  30    Seite  1385  bis  1424;    21.  Oktober  1969 


VDI 

ZEITSCHRIFT 


621.946:621—71 


ihlung  an  Drahtziehmaschinen 


Von  Prof.  Dr.-Ing.  Herbert  Sedloczek  f  VDI  und  Dipl.-Ing.  Karl  Becker,  Aachen*) 

Die  Kühlung  beim  Ziehen  trägt  dazu  bei,  eine  gleichbleibende  Drahtgüte  zu  gewährleisten.  Mit  der 
Erhöhung  der  Ziehaeschwindigkeit  durch  die  neu  entwickelten  Ziehmaschinen  wird  die  Frage  der 
Kühlung  immer  wichtiger,  ihre  Lösung  aber  auch  schwieriger.  Wie  Versuche  zeigten,  bei  denen  die 
Temperaturen  und  Wärmeströme  an  verschiedenen  Ziehmaschinen  und  dazugehörigen  Kühlungs- 
arten ermittelt  wurden,  ist  für  jede  Maschinenart  jeweils  ein  bestimmtes  Kühlsystem  besonders  vorteil- 
haft. Außer  indirekter  Wasserkühlung  empfiehlt  sich  bei  Mehrfachziehmaschinen  eine  zusätzliche  direkte 
Luftkühlung  durch  Aufblasen  auf  den  Draht.  Bei  den  Naßziehmaschinen  befinden  sich  während  des 
Ziehens  die  Ziehsteine,  der  Draht  und  die  Ziehtrommeln  in  einer  Ziehflüssigkeit,  die  durch  eine  mit 
Kühlwasser  gefüllte  Rohrschlange  gekühlt  wird. 


Die  Ursoche  der  Erwärmung  des  Drohts  beim  Ziehen 

Infolge  der  bildsamen  Verfomiung  sowie  der  Reibung 
zwiaeh^i  Ziehwerkzeug  und  Ziehgut  ist  beim  Drahtziehen 
erhebliche    Erwärmung   des    Drahtes    festzustellen. 
Erhöhen  der  Ziehgesehwindigkeit  wird  die  Tempera- 
^erung  noch  großer  als  vorher,  da  bei  höheren  Zieh- 
twindigkeiten   die  Wärme  nicht  schnell  genug  ab- 
werden  kann.  Untersuchungen   [1;   2]  über  die 
lerungsarbeit  beim  Drahtziehen  ergaben,  daß  der 
Teil  der  zur  Verformung  nötigen  Energie  in  Wärme 
wird.  Die  Formänderungsarbeit  führt  zu  einer 
liehmäßigen    Erwärmxmg  des  ganzen  Ziehgut- 
itts,  die  Reibung  zwischen  Ziehgut  und  Ziehwerk - 
dagegen  hauptsächlich  ziir  Erwärmung  der  Draht- 
terf  lache. 

}h  Herabsetzen  der  Reibung  verringert  sich 
iruf ig  die  Ziehkraft.  Es  gilt  also  bezüghch  Reibung, 
iff  und  Ziehkraft  optimeJe  Verhältnisse  zu  schaffen. 
dche  Versuche  [3;  4]  zeigten,  daß  bei  Verwenden  aus- 
)r  Schmiermittel  solche  optimeJen  Reibungsver- 
erzielt  werden  können.  Eine  nicht  zu  unterschät- 
Rolle  spielt  hier  der  sog.  Schmiermittelträger,  der 
Regel  als  Kalk-  oder  auch  eds  Boraxschicht  auf  den 
aufgebracht  wird.  Durch  eine  solche  vorherige  Re- 
izung des  Drahtes  haftet  das  Schmiermittel  besser 
bildet  einen  gleichmäßigeren  Schmierfilm  aus  als  auf 
rein  metallischen  Oberfläche. 
flWt  einigen  Jahren  arbeitet  man  bei  der  Drahtherstel- 
vielfach  mit  sog.  Bonderschichten  als  Schmiermittel- 
Diese  Auflagen  bestehen  aus  Zinkphosphat;  sie 
len  beim  Durchgang  durch  die  Ziehdüse  in  die  Draht - 
Oberfläche  eingearbeitet,  wodurch  diese  eine  ausgezeich- 
nete Gleitfähigkeit  erhält.  Besonders  bei  höheren  Zieh- 
geechwindigkeiten  hat  sich  das  Bonderverfahren  bewährt. 

*)  ICitteUung  aus  dem  Institut  fflr  BUdsame  Formgebung  der  Technischen 
Hoehflchiile  Aachen. 


Die  Standzeit  der  Ziehwerkzeuge  konnte  erheblich  erhöht, 
die  Reibimg  zwischen  Ziehdüse  und  Ziehgut  sehr  ver- 
mindert werden. 

Auch  die  Form  der  Ziehdüse,  Bild  1,  spielt 
eine  wichtige  Rolle.  Der  Düsenöffnungswinkel  2  a,  die 
Ausbildung  des  zylindrischen  Teils  b  der  Düse  und  ihre 
Oberflächenbeschaffenheit  bestimmen  maßgebend  die  Rei- 
bungsverhältnisse im  Ziehstein. 

Selbst  beim  Einhalten  kleinster  Reibung  wird  stets  eine 
Erwärmung  des  Drahtes  infolge  der  Querschnitts  - 
abnahme imd  der  Ziehgeschwindigkeit  ein- 
treten. Diese  Wärme  muß  man  durch  zweckmäßige  Kühl- 
vorrichtungen und  intensive  Kühlung  abführen,  da  sonst 
die  Gefahr  besteht,  daß  sich  die  beim  Ziehen  auftretende 
Drahterwärmimg  nachteilig  auf  die  Eigenschaften  des 
Drahtwerkstoffs  auswirkt.  Mit  höherer  Ziehtemperatur  er- 
höhen sich  Zugfestigkeit  und  Streckgrenze  und  vermindern 
sich  Dehnung,  Einschnürung  und  Biegefähigkeit.  Zwcüt 
muß  nicht  immer  eine  Erhöhung  von  Festigkeit  und 
Streckgrenze  nachteilig  sein ;  eine  Verminderung 
von  Dehnbarkeit  und  B  i  e  g  e  f  äh  i  gk  e  i  t 
kommt  aber  einer  Verminderung  der  dem  gezogenen  Draht 
noch  verbliebenen  Verformbarkeit  gleich  und  ist  auf  jeden 
Fall  schädlich.  Femer  wurde  festgesteUt,  daß  die  durch  das 


BUd  1. 

Hartmetall-Ziehkem. 

a  Ausgangsschüflsel  mit  K^elwinkel  2  y 
b  Führung  (zylindriBcher  Düeenteil) 
0  Ziehkegel  mit  Kegelwinkel  2  a 


1385 


Ziehen  verursachte  Erhöhung  der  Drahttetnperatur  zu 
AlterungserHcheinungen  führt.  In  größeren 
Versuchsreihen  konnte  man  außerdem  beobachten,  daß 
als  Folge  der  Verformungewärme  die  mechanischen  und 
technologiechen  Eigenschaften  über  die  Drahtlango  sehr 
streuen.  Wie  an  anderer  Stelle  gezeigt  wurde  [5],  kann  eine 
zu  große  Erwärmung  des  DnJitee,  z.  B.  beim  Herstellen 
von  MatrBzenfedem,  zu  Schwierigkeiten  fuhren,  so  daß 
zahlreiche  Drahthersteller  aus  diesen)  Grunde  bereits  der 
Ziebtemperatur  bzw.  der  Kühlung  an  den  Zieheinrichtun- 
gen größere  Beachtung  schenkten. 

Von  maßgeblichen  Werken  der  Drahtindustrie  wird  ge- 
genwärtig in  umfangreichen  Versuchsreihen  geklärt,  in 
welcher  Weise  sich  höhere  Ziehtemperaturen  auf  die  einzel- 
nen Drahteigenschaften  auswirken. 


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1 

BDd    S.    Abhängigkeit    der    Ziehtemperatur    von    der    Zieh- 
gesohwindigkeit  bei  Stahldraht  mit  0,58%  C  (Einzelzug). 

8ohmiennitt«l :  nadlige  Saire 


Schwierigkeiten  bereitet  ee  heute  noch,  Temperaturen 
und  Wärmemengen  beim  Drahtziehen  zu  erfassen.  Es  hat 
daher  an  Versuchen  und  Verfahren  nicht  gefehlt,  Wege  zu 
finden,  um  die  Drahttemperatur  und  den  Wärmeinh&lt 
einwandfrei  und  exakt  zu  bestimmen.  So  konnte  mit  einem 
mitlaufenden  Thermoelement  am  Ausgang  der 
Ziehdüse  die  Drahttemperatur  ermittelt  werden  [1;  2]. 
Die  Drahttemperaturen  lagen  durchweg  zwischen  100  und 
200  °C.  Kalorimetrische  Wärmebestimmimgen  ei^aben, 
daß  etwa  ein  Viertel  der  Wärme  auf  das  Ziehwerkzeug  fiber- 
ging, während  drei  Viertel  zur  Erwärmimg  des  Drahtes 
führten. 

Versuche  von  K.  Becker  zeigten,  daß  bei  einer  Zieh- 
geschwindigkeit von  6  m/s  im  Trockenzug  auf  Mehrfach- 
Ziehmaschinen  ein  unlegierter  Stahldraht  mit  einem  Koh- 
lenstoffgehalt  von  0,70%  C,  der  in  neun  Zügen  von  2,95  mm 
Anfangsdicke  bis  zu  1  mm  Dicke  gezogen  wurde,  in  den 
letzten  Zügen  eine  Temperatur  von  etwa  180  °C  aufwies. 
Für  diese  Temperaturbeetimmung  verwendete  man  Tem- 
peraturmeßstifte, die  jeweils  um  6  Grod  ge- 
stuft waren ;  die  MeOstellen  lagen  etwa  10  bis  20  mm  hinter 
dem  Düsenaustritt.  Nach  Iftoigerer  Übung  führte  diese 
Temperaturmessung  zu  zufriedenstellenden  Ergebnissen. 

Verschiedene  Temperaturmeßverfahren  wurden  in  einer 
Arbeit  [6]  eingehend  untersucht:  z.  B.  das  Verfahren  mit 
Temperaturmeßbügeln,  das  Messen  mit  dem  Drobt-Düse- 
Thermoelement  und  das  Messen  mit  einem  geteilten  Zieh- 

£s  zeigte  sich,  daß  das  Temperaturmeßverfahren  mit 
dem  TempieratunneQbügel  ungeeignet  ist,  da  dieser  auf 
Grund  seiner  Bauart  nicht  einmal  die  Temperatur  des 
Drahtes  nach  Veriassen  der  Ziehdüse  mit  hinreichender 
Genauigkeit  wiedergibt. 

Das  Draht-Düse. Thermoelement  läßt 
sich  unter  Betriebsbedingungen  einbauen,  man  kann  dann 
auch  Hartmetall -Ziehdüsen  benutzen.  Die  in  ihrem  Po- 
tential unterschiedlichen  Metalle  des  Thermoelementes 
werden  einerseits  durch  den  Werkstoff  des  Drahtes 
andererseil«  durch  den  Dusenwerkstoff  gebildet  Obgleich 
man  damit  nur  die  mittlere  Ziehtemperatur  mißt,  ist  es 
geeignet,  Aufschluß  über  den  Ziehvorgang  zu  geben 


a  Hortmetallken 
b  Stab]fa»ung 
0    Stahlgegenstück 


Fauung  aiu  Kuiuthara- 

preBstoff 
e   aortmetallatab 
f   StahUtsb 
g  ZiebrichtuDg 


Bild  8.  Geteilter 


Bild  4. 

Abhängigkeit 

der  Ziebtemperator 

von  der  An^^hl 

der  Zuge  bei  Stahldraht 

mit  0,68Vt  C  (Einzelzug). 

Schmiermittel:  nadligs  Seife 
Der  Pfeil  gibt  die  Zugriobtung  an. 


r 

1 

100 
SS 

f 

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/ 

■-• 

} 

Hüiati      Aimhlitr^g» 


Der  zusammengesetzte  Stein  nach  Bild  2  mißt  die  Tem- 
peratur an  der  engsten  Stelle  des  Ziehhole  (der  Zusammen- 
hang zwischen  Temperatur  und  Ziehkraft  kommt  dabei 
nicht  so  deutlich  ziun  Ausdruck  wie  beim  Draht-Düse- 
Thermoelement).  Betriebsübliche  Düsen  lassen  sich  hier 
nicht  verwenden ;  allerdings  ist  nur  eine  Eichung  der 
Thermokraft  zwischen  den  beiden  beteiligten  Düs«i- 
Werkstoffen  erforderhch,  während  beim  Draht- Düse- 
Thermoelement  für  jedes  Ziehgut  eine  besondere  Eichung 
vorgenommen  werden  muß. 

Die  in  der  Arbeit  [6]  ermittelten  Temperaturen  schwan- 
ken je  nach  dem  verwendeten  Schmiennittel  und  nach 
dem  Kohlenstoffgehalt  der  Drahte  zwischen  100  und  300  °C; 
als  mittlere  Temperatur  können  etwa  170  °C  angegeben 
werden.  Die  ermittelte  Zunahme  der  Temperatur  mit 
steigender  Ziehgeschwindigkeit  ist  aus  BUd  8  und  4  zu 

In  weiteren  aufschlußreichen  Untersuchungen  [7]') 
wurde  ebenfalls  der  Temperaturverlauf  an  gezogenem 
Draht  feetgeetellt.  Hier  erfaßte  ein  als  elektronisches 
Thermometer  ausgebildetes  Tastgerät  die  Tempera- 
tur. Die  Versuche  liefen  an  einem  Einzelzug.  an  einer 
siebenzügigen  Mehrfach -Ziehnaaschine,  an  einer  acht- 
zügigen Geradeaus- Ziehmaschine  sowie  an  einer  Mehrfach- 
Naßziehmaechine.  Die  ermittelten  Temperaturen  liegen 
auch  hier  zwischen  80  "  und  170  °C  am  Ziehsteinauagang. 
und  zwar  ist  bei  den  letzten  Zügen  eine  mittlere  Tempera- 
tur von  160  "C  festzustellen.  Die  Ziehgeschwindigkeit  be- 
trägt beim  letzten  Zug  etwa  3,6  m/s. 

Aus  den  angeführten  Untersuchungen  ist  zu  entnehmen, 
daß  es  heute  noch  kein  einheitliches  Verfahren  zum  Be- 
stimmen der  Temperatur  beim  Drahtziehen  gibt;  jedoch 
kann  die  Meßgenauigkeit  der  heute  in  der  Praxis  üblichen 
Temperaturmeßverfahren  mit  lO'/i  ab  sicher  angenommen 
werden. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


Arlan  dar  KOhlung 

Die  Verbesserung  der  Düaenwerkstoffe  und  der  Zieh- 
muchinen  sowie  die  Einführung  geeigneter  Schmiermittel 
führte  zu  einer  ständigen  Erhöhung  der  Ziehgeschwindig- 
keit;  jedoch  muB  trotz  der  angewandten  hohen  Ziehge- 
schwindigkeiten und  der  damit  verbundenen  Erhöhung  der 
Temperatur  des  Drahte«  seine  Güte  gewährleistet  bleiben. 
Eb  ist  d&her  nötig,  die  auftretende  Wärme  durch  intensive 
Kühlung  abzuführen. 

In  der  Wärraeleitung,  der  Konvektion  und  der  Wärme. 
Strahlung  bieten  sich  Mäghehkeit«n  zur  Warmeabfuhr 
ui.  Von  der  Wärmeleitung  macht  man  bei  der  indirek- 
ten Kühlung  Gebrauch,  indem  umlaufendes  Kühl- 
Wasser  von  niedriger  Temperatur  die  vom  Draht  an  die 
Scheiben  und  Ziehäteine  abgegebene  Wärme  aufnimmt. 
Durch  Aufblasen  kalter  Gebläseluft  auf 
doi  Draht  wird  auf  dem  direkten  Wege  Wärme 
abgeführt;  außerdem  wird  dem  erheblich  erwärmten  Draht 
durch  Abstrahlen  gleichfalls  unmittelbar  ein  Teil  seiner 
Wärme  entzogen.  Es  müssen  darüber  hinaus  diejenigen 
Maschinenteile  gekühlt  werden,  die  mit  denn  Draht  un- 
mittelbar in  Berührung  kommen,  d.  a.  der  Ziehstein  und 
die  Ziehtronunel. 

Im  Ziehatein  wird  die  Verformungsarbeit  geleistet 
und  dabei  Wärme  erzeugt.  Die  Fassungen  vieler  Ziehsteine 
bestehen  aus  Messing,  das  noch  besser  die  Warme  ableitet 
als  Stahl.  Derimsog.Ziehsteinhalter,  Btld  6^  untergebrachte 
Ziehstein  wird  beim  Ziehen  ständig  von  Kühlwasser  um- 
spült, das  einen  Teil  der  Verformungs-  und  Reibungswärme 
Bu&imnit.  Bei  der  konstruktiven  Durchbildung  des  Zieh- 
steinfaaltera  ist  daher  besondere  darauf  zu  achten,  daß 
Zulauf  und  Abfluß  des  Kühlwassers  so  angeordnet  sind, 
daß  die  gesamte  zulaufende  Kühlwasermenge  den  Stein 
umspült  und  erst  dann  abgeführt  wird.  Andererseits  ist 
besonders  beim  Einbau  von  Ziehateinen  in  den  Haller  zu 
beachten,  daß  sich  in  der  Kühlrohrleitung  das  Wasser 
nicht  staut ;  das  Kühlwasser  muß  den  Ziehsteinhalter 
stets  zügig  durchströmen. 

Im  Prinzip  gilt  für  die  Kühlung  der  Ziehtrommel 
das  gleiche  wie  beim  Kühlen  der  Ziehsteine.  Auch  hier  muß 
das  Kühlwasser  so  fließen,  daß  es  im  Innern  der  Zieh- 
trommel, besonders  im  unteren  Teil,  wo  der  Draht  nach 
Terlassen  der  Düse  aufläuft,  viel  Wärme  entziehen  kann. 

Die  einfachste  Art  der  Luftkühlung  besteht 
darin,  die  Sammeltroramel  nicht  als  glatten  Stahlzylinder, 
sondern  mit  durchbrochener  Wand  auszubilden  und  beim 
schnellen  Lauf  der  Trommel  eine  Luftbewegung  zu  schaffen, 
weiche  die  Warmeabfuhr  im  erforderlichen  Maß  sichert. 

Durch  eigens  hinter  dem  Ziehstein  angeordnete  Düsen 
oder  sog-  Ringdüaen,  die  um  den  unteren  Rand  der  Zieh- 
Kheiben  angeordnet  sind,  wird  bei  manchen  Ziehmaschi- 
nentypen Druckluft  auf  den  Draht  geblasen  und 
so  für  eine  unmittelbare  Wärmeabführung  gesorgt.  Wäh- 


BUt. 

Neuzeitlicher 
Univeraalblock 
für  Grobzug. 


rend  der  Wärmeentzug  bei  Draht  durch  Wärmeleitung  und 
Konvektion  durch  eine  geeignete  Konstruktion  der  Ma- 
schinenteile beeinflußt  werden  kann,  trägt  die  Wärme- 
strahlung zur  unmittelbaren  Kühlung  des  Drahtes  bei. 

Bei  Einzelziehmaachinen,  Bild  6,  wie  sie 
zum  sog.  Vorziehen  von  Walzdraht  als  Grobzüge  vielfach 
verwendet  werden  und  auf  denen  Drähte  von  etwa  8  bis 
6  mm  Ausgangs-Dmr.  gezogen  werden  können,  kommt  man 
mit  einer  Wasserkühlung  von  Ziehstein  und  Ziehtrommel 
aus.  Die  Ziehgeschwindigkeiten  sind  verhältnismäßig 
niedrig;  sie  betragen  etwa  0,5  bis  2,6  m/s  bei  600 mm 
Trommel-Dmr.  Auch  Mehrfachgrobzüge,  BUd  7, 
arbeiten  bei  ähnhchen  Geschwindigkeiten,  so  daß  auch  hier 
eine  Wasserkühlung  ausreicht. 

Bei  Mittel-  und  Feinziehmaschinen,  die 
durchweg  als  Mehrfachzieh  maschinen,  Bild  8,  gebaut  sind, 
werden  4  bis  2  mm  bzw.  unter  2  mm  dicke  Drähte  bis 
etwa  0,2  mm  gezogen.  Die  Ziehtrommeln  für  Mittelzieh- 
maschinen haben  etwa  400  bis  500  mm  Dmr.,  die  Trom- 
meln von  Feinzieh -Maschinen  rd.  300  nun  Dmr.  Ent- 
sprechend der  beim  Ziehen  dünnerer  Drähte  sinkenden 
Ziehkräfte  müssen  die  Ziehgeachwindigkeiten  steil  anstei- 
gen, für  Mittelzüge  betragen  sie  etwa  3  bis  6  m/s,  bei 
Feinzügen  erreicht  man  heute  bereite  Geschwindigkeiten 
von  5  bis  10  m/s.  Bei  den  hier  angeführten  Maschinen  han- 
delt es  sich  um  Trockenziehmaachinen,  d.  h.  es  werden 
trockene  Schmiermittel  beim  Ziehen  verwendet.  In  Eng- 
land [8]  sind  neuerdings  bereits  Maschinen  auf  dem  Markt, 
die  Geschwindigkeiten  des  auslaufenden  Drahts  bis  zu 
1 7  m/s  erreichen  sollen. 


Bild  7.  Mehrfaohziehmaaohine  für  Grobzng. 


ilVD|.Z.1M  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


BHd  6.  Mehrfachziebmaachine  für  Mittel-  und  Feinzug. 

Bei  80  hohen  Ziehgeach windigkeiten  ist  die  Aufgabe  der 
Drahtkühliing  schwer  zu  lösen.  Der  sehr  dünne  Draht 
nimmt  schnell  Wärme  auf;  die  Warmeabfuhr  dagegen  wird 
verringert,  da  die  Verweilzeit  des  Drahtes  auf  den  Trom- 
meln sinkt.  Vielfach  ist  gerade  bei  Mitlei-  und  Feinzieh- 
maschinen neben  den  normal  ausgebildeten  Ziehacheiben 
eine  Ziehtrommel  mit  einem  zweiten  oder  gar  dritten 
Ziehrand  anzutreffen,  eine  sog.  Doppel-  oder  Dreifachzieh- 
trommel. Der  Draht  durchlauft  die  entsprechenden  Zieh- 
steine und  wird  danach  jeweils  vom  zweiten  oder  dritten 
Ziehrand  der  Trommel  aufgenommen ;  ein  Ansammeln  von 
Draht,  wie  auf  einer  der  sonst  zwischen  den  einzelnen 
Ziehsteinen  aufgebauten  Ziehtrommeln  üblicher  Bauart, 
ist  dabei  nicht  möglich,  so  daß  der  Draht  lediglich  im  Zieh- 
stein ausreichend  gekühlt  werden  kann.  Diese  Kühlungsort 
muß  jedoch  als  unzureichend  angesehen  werden.  Unter- 
suchungen von  K.  Becktr  haben  ergeben,  daß  z.  B.  beim 
Arbeiten  mit  solchen  Doppelziehtrommeln  die  Draht - 
temperatur  tun  rd.  60  grd.  anstieg.  Zwar  hat  man  bei  Ein- 
satz von  Doppelzieh  trommeln  eine  Ziehtrommel  und  den 
Antrieb  eingespart,  aber  dieae  Einsparung  laßt  sich  nur 
auf  Kasten  der  Drahtgüte  erreichen. 

Bei  diesen  Maschinen  typen  wurden  daher  durch  entspre- 
chende Konstruktion  und  andere  Maßnahmen  zusätzliche 
Kühlungsmöglichkeiten  geschaffen,  um  die  für  die  Draht- 
güte  schädUchen  Wärmemengen  abzuführen.  Erwähnt 
wurden  schon  die  durchbrochenen  Ziehtrommelwände  mit 
Luftzirkulation.  Außerdem  ordnet  man 
lundieTrommelnRingdüsenan,  durch 
die  kalte  Luft  auf  den  Draht  geblasen 
wird.  Man  hat  darüber  hinaus  versucht, 
durch  zusätzUohe  Düsen,  die  den  aus 
dem  Ziehstein  austretenden  Draht  mit 
Kaltluft  umspülen,  weitere  Wärme 
abzuführen.  An  der  Entwicklung 
weiterer  Verfahren  wird  z.  Z.  noch  ge- 
arbeitet. 


In  den  letzten  Jahren  wurde  ein 
neuer  Maschinentyp,  die  Gerade- 
ausziehmaschine,  Bild  9, 
entwickelt.  Diese  Maschinenart  bietet 
gegenüber  Mehrfachziehmaschinon  mit 
Drahtansanmrilung  zwischen  den  ein- 
zelnen Ziehdüsen  den  Vorzug,  einen 
von  axialem  Drall  freien  Draht  herzu- 
stellen. Der  Draht  durchläuft  den  Zieh- 
stein und  wird  von  einer  niedrigen  Zieh- 


tronunel,  die  mit  lotrechter  oder  waagerechter 
Achse  angeordnet  ist,  aufgenommen.  Nach  etvra 
drei  bis  fünf  Umgängen  auf  dieser  Trommel  läuft 
der  Draht  in  die  folgende  Düse  ein.  Zum  Kühlen 
von  Stein  und  Trommel  verwendet  man  bei  dieser 
Maschine  ebenfalls  Wasser.  DaderDraht  auf  den 
Ziehtrommeln  immer  nur  sehr  kurze  Zeit  ver- 
weilt, kann  sich  die  Trommelkühlung  bei  der 
Wärmeabfuhr  vonri  Draht  nicht  voll  auswirken; 
die  Kühlwirkung  durch  Luftkonvektlon  und 
Wärmestrahlung  darf  als  sehr  gering  angesehen 
werden.  Demnach  muß  man  bei  Geradeauazieh- 
maschinen  auch  von  zusätzlichen  Ktihlinög- 
lichkeiten  Gebrauch  machen,  damit  trotz 
hoher  Ziehgeschwindigkeiten  (bis  zu  15  m/s) 
die  Drahttemperatur  in  ertraghcher  Höhe  bleibt. 

VenuchisrgebiilHe  mit  KOhlelnrlchlungen 

Die  unter  [7]  genannte  Arbeit  berichtet 
schließlich  über  Untersuchungen  des  Tem- 
peraturverlauft  und  der  Kühleinrichtungen  an 
einer  siebenzügigen  Mehrfachziehmaschine  und 
an  einer  achtzügigen  Geradeauaziehmasohine 
mit  weichen  SM-  und  Thomasstählen.  Ziehsteine  und  Zieh- 
trommeln wurden  zunächst  durch  Wasser  gekühlt  (in- 
direkt© Kühlung).  Bild  10.  Beim  Ziehen  verfolgte  man  den 
Temperatur  verlauf  an  mehreren  Temperaturmeßstellen, 
die  sich  vor  und  hinter  dem  Ziehsteln,  am  Auflauf  zur 
Ziehtrommel,  in  ö  cm  Tronunelhöhe  und  in  Hohe  der 
Trommelhälfte  befanden;  ein  elektronischee  Tasttbernio- 
meter  gab  jeweils  die  Temperatur  an. 

In  weiteren  Versuchen  maß  ein  geeignetes  Gerät  die 
KühlluftstrÖRiung.  Die  Luft  wurde  hierbei  über  einen  glü- 
henden Draht  geleitet,  so  daß  sich  dieser  abkühlte  und  da. 
durch  seinen  elektrischen  Widerstand  änderte;  die  auftre- 
tende Widerstandsänderung  war  ein  Maß  der  Kühlluft. 
temperatur  und  des  Kühlluftdurchsatzes.  An  Hand  der  ge- 
fundenen Werte  für  Temperatur  und  Wärmeverteilung 
konnte  man  eine  Bilanz  für  den  Ziehprozeß  aufstellen,  aus 
der  zu  ersehen  ist,  daß  etwa  60  bis  T5'/i  der  Wärme  durch 
Wasserkühlung  und  25  bis  40'/>  der  Wärme  durch  die  Ge- 
bläseluft {Luftkonvektlon  und  Wärmestrahlung)  dem 
Draht  entzogen  werden  können,  Bild  II.  Im  Laufe  d^ 
Untersuchungen  wurde  auch  der  Einfluß  unterschiedlicher 
Kühlwasserdurchsatze  auf  die  Wärmeabfuhr  feetgeetellt; 
dabei  zeigte  sich,  daß  man  bei  gefüllter  Trommel  durch  Um- 
lauf von  5 1/min  Kühlwasser  mehr  Wärme  entziehen  konnte 
als  bei  etwa  60%  Füllung  durch  10  I/min,  Bild  18  und  18. 


1388 


Bild  9.  GeredeauBziehmaschine  mit  acht  Blöcken  für  Stahldrähte  mit  hohem 
Kohknstofigehalt. 

Vier  Blocks  mit  je  10  Mp  und  viar  BlAcke  mit  je  fl  Hp  Zugkraft 
Wahlweise  all  Keihen-  oder  Giiueliug  verwendbar 

VD)-Z.  t«1  (1959)  Nr.  30   21.0ktob«r 


Ein  andersartiges  Kühlverfahren  wendet  man  bei 
Draht-NaßziehmaBchinen,  den  sog.  Tauch- 
muchmen  an.  Die  Ziehsteine,  der  Draht  und  auch  die  Zieh- 
tronuneln  hegen  bei  dieeer  Maschinenart  während  des  Zie- 
heDB  in  der  ZiehflüBsigkeit.  Beim  Einziehen  dee  Drahtes  zu 
Beginn  eines  Ziehvorgangee  oder  bei  Drahtbruch  werden 
Ziehtronunehl  und  Ziehsteine,  die  mit  dem  Getriebekasten 
fineEinheitbllden,  aus  dem  Ziehflüsatgkeitsbad geschwenkt; 
damit  ist  ein  bequemes  Arbeiten  gewährleistet.  Das  Zieh- 
mittel,  heute  meist  eine  neutrale  Seifen-  oder  Fettlösung, 
hat  neben  der  Schmierung  auch  die  Aufgabe  des  Kühlens 
von  Ziehdüsen  und  Ziehscheiben  übernommen.  In  der  mit 
ZtehflüHsigkeit  gefüllten  Schüssel  liegt  eine  Rohrschlange, 
durch  die  standig  Kühlwasser  fließt.  Die  umlaufenden,  ge- 
stuften Ziehscheiben,  auch  Ziehkonen  genannt,  sorgen  für 
eine  gute  Badbewegung.  Solche  Tauchmaachinen  werden 
tum  Herstellen  von  Draht  geringerer  Dicke  als  1  nun  ver- 
natidt.  In  10  bis  20  Ziehatufen  wird  der  Draht  auf  den  ent- 
sprechenden Enddurchmesser  gezogen.  Ziehgeech windig- 
keiten bei  diesen  Maachinen  von  10  bis  16  m/s  sind  heute 
üblich,  und  dennoch  ist  die  Kühlung  hier  als  günstig  zu  be- 
zeichnen. 

Die  in  den  Diagrammen,  Bild  11  bis  13,  aufgetragenen 
Werte  gelten  nur  für  die  untersuchte  Mehrfach -Zieh- 
roaachine  und  sind  nicht  ohne  weiteres  auf  andere  Hascbi- 
nentypen  übertragbar.  Jedoch  ist  anzunehmen,  daß  bei 
ungefähr  gleicher  Maschinenauslegung  und  unter  aimähemd 
gleichen  Ziehbedingungen  Kurven  mit  ähnlichem  Verlauf 
erhalten  werden. 

Jedes  noch  eo  gut  durchdachte  Kühlsystem  verfehlt  je- 
doch seine  Wirkung,  wenn  das  Kühlmittel  nicht  den  be- 
trieblichen Anforderungen  entspricht.  Die  Kühlwasser- 
lemperatur  ist  möghchat  niedrig  zu  halten,  um  durch  ein 
großes  Temperaturgefälle  eine  günstige  Wärmeabfuhr  er- 
reichen zu  können. 


4 


F! 


LM 


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T\ 


^ÖM  4ngiläer/ift 

H  lt.  Vergleich  des  beim  Ziehen  in  den  einzelnen  Ziehstufen 
ler  Mehriiaohziehmasohine  erzeugten  W&rmestroine  mit  dem 
im  Wasser  abgeführten. 

le  Wftrme  b  im  Wagtet  BbgefUhrt«  WSnne 


a  doieb  Ziehen  erzeugte  V 


ra 


BM  11.  Durch  Kühlwasser  und  Geblfiaekühlung  in  dea  einzelnen 

Ziehstofen   einer   Mehrfachziehmaaohine   abgeführter   Wärme- 

atoom  in  Uundertteilen  der  beim  Ziehen  entstandenen  Wärme. 

B  gfluunter  abgeführter  W&rmeetrom 

b  im  Kühlwoaeer  abgeführter  WAnucetrom 

r   dunh  OeblaBekUhlung  abgefQhrter  Wärmestrom 

VDI-Z.101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


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Ull-tt 

i  beim  zweiten  Zug 
b  beim  fünFten  Zuft 
3   beim  echten  Zug 


BUd  18.  Abhängigkeit  des  im  Kühlwasser  einer  Mehrfiuihzieh- 
maschine  abgemhrten  Wärmestroms   vom   Wasserdurchflufi. 


Bild  IS.  Abh&ngigkeit  der  Drabttemperatur  in  einer  Uehrfach- 
WasserdurchfluB  und  dem  Füllungsgrad 

der  Ziehtrommel. 


ziehmaschine  i 


B  WuKTdurchfluB  10  l/min  I  Ziehtronune] 

b  WaaeerduTDhfluB    B  l/min  J  vo'l  beeetit 

0   WsHerdurchnuB  10  l/min  I  Ziehtrommel 

d  WaeBerdurohfluB    S  l/min  f  cu  SOV.  besetzi 


SchluBfolgerungen  fOr  d*n  KühlwasMrkreifllauf 

Dem  Kühlwasserkreislauf  im  Ziehereibetrieb  muß  man 
besondere  Aufinerksamkeit  schenken.  Nach  Durchlauf 
durch  eme  Maschme  sollte  das  Kuhlwasaer  sofort  einem 
Sammelbehälter  wieder  zugeführt  werden.  Die  Oberfläche 
von  Sammelbecken  für  Kühlwasser  ist  so  zu  bemessen,  daß 
em  ausreichender  Wärmeaustausch  mit  der  Luft  statt - 
f  mden  kann 

Die  Kuhlwasserrohre  verlegt  man  zweckmäßig  eo,  daß 
Beruhrungen  mit  Ofen  und  anderen  Anlagen  ausgeschlossen 
smd,  die  die  Kuhin  assertemperatur  unnötig  erhöben  könn- 
ten Das  zum  Kuhlen  von  Ziehmaschmen  dienende  Wasser 
sollte  stets  in  emem  vom  ubngen  Wasserumlauf  der  Zie- 
herei getrennten  Kreislauf  geführt  werden.  Für  jeweils  ge- 
nügend Fnschwasserzulauf  ist  zu  Borgen. 

Schrifttum 

BBeher  «Lud  dntch  a  gtktannkhnet 

tl]  •  Pomp,  A. :  Stahldraht.  2.  Aufl.  Düaaeldorf  1952,  S.  64/66. 

[2]  Eiehinger,  A;  u.  W.liueg:  Erwärmung  von  Draht  und 
Düse  beim  Kaltziehen.  Hitt.  K.  W.  I.  Eisenforschg.  SS 
(1941)  S.  21/30. 

[3]  Liteg,  W .,  u.  K.  H.  Treptow:  Schmierstoffe  und  Schmier- 
Btoffträger  beim  Stahldraht  I.  Stahl  n.  Eisen  72  (1962) 
S.  399/412. 

[i]Lwg,W.,  u.  K.H.Treptow:  SohmierstofEe  und  Sohmier- 
stofärftger  beim  Stahldraht  II.  Stahl  u.  Eisen  3«  (19Ö6) 
S.  1107/16. 

[5]  Beeier,  K.:  Einsatz  der  Geradeanaziehmaschine  für  die 
Federdrahtfertigung.  Masohinenmarkt  6S  (1969)  Nr.  76 
S.  11/18. 

[6]  PoMoUr,  E. :  Vergleich  verschiedener  TemperatunneUein- 
riohtongen  beim  Ziehen  von  Stahldraht  und  Untersuchung 
des  Einflusses  von  Sahmiermittel,  Ziehlänge,  Ziehge- 
schwindigkeit und  Drahtwerkateff  auf  die  Temperatur  in 
Ziehhol.  Diplomarbeit  Inat.  f.  Bilde.  Formgebung  1955. 

[7]  Lemper,  F.:  Untersuchung  an  Kühlvorrichtungen  von 
Drohtmehrfachziehmoschinen.  Feststellung  dea  Tempera- 
turrerlaufe  an  gezogenem  Braht  und  an  Kühlmitteln,  Prü- 
fung von  Verbesserungsmöglichkeiten.  Diplomarbeit  Inst, 
f.  Bilde.  Formgebung  1958. 

[8]  Hoüoway,  W.:  High-Speed  Brawing  of  Carbon  Steel  Wire. 
Wire  Indnstrj  (1969)  AprilheA  S.  3S3  n.  f.  B  11369 


1389 


DK  621.65/.66 


Einige  Neuerungen  auf  dem  Gebiet  der  Verdrängerpumpen 


Von  Bernhord  Lohe  VDI,  Düsseldorf 


Einige  Neuerungen  bei  den  Steuerkolbenpumpen  betreffen  vor  allem  die  Arbeitsweise  des  gleichzeitig 
als  Bteuerorgan  dienenden  Kolbens,  die  quericraftfreie  Bewegung  des  Steuericolbens,  die  Wahl  der 
Werkstoffe  für  die  Bouelemente  und  die  Maßnohmen  zum  vermeiden  von  Leckverlusten  ouch  bei 
hohen  Fördermittel-Temperoturen.  Bei  den  Schroubenspindei-Pumpen  wurden  hinsichtlich  des  hy- 
droulischen  Schubousgleichs  und  der  Kovitotionsgrenze  Fortschritte  erzielt. 


Als  Sonderausführungen  der  Verdrängerpumpen  sind 
zwei  Baueurten  zu  erwähnen,  die  kürzlich  entwickelt 
worden  sind.  £28  handelt  sich  dabei  um  Schieber-  und  ventil- 
gesteuerte Pumpen. 

Steuerkolbenpumpen 

Steuerkolben-Doeierpumpen  werden  in  liegender  und 
in  stehender  Ausführung  hergestellt;  die  Arbeitsweise  ist 
in  beiden  Fällen  die  gleiche.  Der  Arbeitskolben  dient  auch 
als  Steuerorgcm.  Er  führt  eine  hin-  und  hergehende  Be- 
wegung sowie  femer  die  Drehbewegung  aus,  die  sich  der 


mm 

BUd  1.  LängBBohnitt 
bei  unterer  Totpunktlage. 


Bild  2.  Querschnitt 

bei  unterer 

Totpunktlage. 


I  NNN\N\\\ 


tu 


iniMrm  I 


Bild  8.  L&ngssohnitt 
bei  Saughub. 


Bild  4.  Querschnitt 
bei  Saughub. 


2 


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BIM  5.  Längsschnitt 
bei  oberer  Totpunktlage. 


Bild  6.  Querschnitt 

bei  oberer 

Totpunktlage. 


^i^\\\\\W\\V  ' 


V. — 


Bild  7.  Längsschnitt 
bei  Druckhub. 


Bild  8.  Querschnitt 
bei  Druckhub. 


Bfld  1  bis  8.  Steuerschema  zur  Steuerkolben-Dosierpumpe, 
a       Zylinder  d,  e  Saug-  bzw.  Druckkanal 

b       Kolben  f       Drehrichtung  dos  Kolbens 

c        Steuerschlitz  g»  h  Ein-  bzw.  Ausströmrichtung 


hin-  und  hergehenden  Bewegung  überlagert.  Die  über- 
lagerten Bewegungen  ermöglichen  es»  den  Ein-  und 
Auslaßvorgang  zu  steuern.  BUd  1  bis  8  veranschaulichen 
die  Arbeitsweise  bei  verschiedenen  Kolbenstellungen  und 
Hubhöhen.  Beim  Saughub  gibt  der  nach  rechts  drehende 
Kolben  b  (vgl.  Bild  4)  den  Saugkanal  d  frei,  so  daß  das 
Fördermittel  einströmen  kann.  In  der  oberen  Totpunkt- 
lage  hat  sich  der  Kolben  so  weit  gedreht,  daß  der  Saug-  und 
der  Druckkanal  geschlossen  sind.  Beim  Druckhub  wird 
durch  weiteres  Rechtsdrehen  des  Kolbens  der  Auslaßkanal 
freigegeben  und  das  Fördermittel  in  die  Druckleitung  ge- 
drückt. 

Da  der  Kolben  eingeläppt  ist  und  keine  Stopfbuchse  hat, 
besteht  der  eigentliche  Fumpenteil  nur  aus  dem  Zylinder 
sowie  dem  dazugehörigen  Steuer-  vmd  Arbeitskolt>en. 
Bild  9  zeigt  eine  solche  Steuerkolbenpumpe  in  stehender 
Ausführung.  Der  Pumpenteil  ist  unten  angeordnet.  Das 
Triebwerk,  das  dem  Steuerkolben  die  vorstehend  ge- 
schilderte Bewegung  erteilt,  befindet  sich  über  dem  Pum- 
penteil. Die  hin-  und  hergehende  Bewegung  des  Kolbens 
wird  über  einen  Kurbeltrieb  auf  den  Kreuzkopf  über- 
tragen. Mittels  eines  Zusatztriebes  dreht  sich  dieser  Kreuz- 
kopf gleichzeitig.  Die  Verbindung  zwischen  dem  Kreuzkopf 
und  dem  Steuerkolben  ist  über  ein  Gelenk  so  ausgebildet, 
daß  Querkräfte  nicht  auftreten  können.  Der  Steuerkolben 
nimmt  also  nur  axiale  Kräfte  auf.  Die  besondere  Bewegung 
des  Steuerkolbens  bedingt  ein  stetiges  Einschleifen  und 
Abstreifen  eingedrungener  Fremdkörper.  Eine  von  der 
Kurbelwelle  aus  angetriebene  Schmiermittelpumpe  ver- 
sorgt alle  gleitenden  Teile  mit  Schmiermitteln. 

Bei  der  Pumpe  nach  Bild  2  bestehen  der  Zylinderkörper, 
der  Steuerkolben  sowie  alle  Anschlußstutzen  aus  einem 
Sonderporzellan.  Die  Grenauigkeit  der  arbeitenden  Teile 


BUd  9. 

Steuerkolben- 
Dosierpumpe  in 
stehender  Ausführung. 


1390 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30  21.  Olctob«r 


BiM  10,  Staaerkolbenpumpe  zDin  Fördem  beiBer  Fliungkeiten. 


entspricht  der  Ausführung  in  hochwertigem  Stahl.  Die 
Pumpe  hat  einen  dampfbeheizt«n  Mantel,  der  eine  den 
Zyhnderkörper  umspülende  Wärmeträger-FlüMigkeit  auf- 
heizt. Vom  Pumpenteil  können  Temperaturen  bis  180  °C 
aufgenommen  werden.  Die  Pumpe  wird  als  Dosierpumpe 
und  auch  ala  normale  Betriebepumpe  mit  verschiedenen 
Kolbendurchmessem  und  verschiedenen  Hüben  hergestellt ; 
sie  eignet  sich  besonders  zum  Fördern  von  hochviskosen  und 
1  Flüssigkeiten,  von  Flüssigmetallen  usw. 


Zum  Fördern  heißer  Flüssigkeiten  bei  hohen  Drücken 
und  verh^tnismäßig  kleinen  Durchsätzen  werden  Kolben- 
pampen bevorzugt  verwendet.  Bei  hohen  Temperaturen 
muß  man  aber  zum  Abdichten  der  Flunger  Packungen  ein- 
bauen, die  einen  großen  Verschleiß  bewirken,  so  daß  die 
Plunger  und  auch  die  Packungen  häufig  zu  erneuern  sind. 
Die  in  Bild  10  gezeigte  Pumpeneinheit  wurde  mit  einem 
übhchen  Triebwerk  und  mit  der  normalen  Zylinderanord- 
nung so  konstruiert,  daß  der  Fumpenkörper  bei  niedrigen 
Temperaturen  arbeitet  und  lediglich  die  Ventile  den  hohen 
Betriebetemperaturen  ausgesetzt  sind.  Die  Ventile  befinden 
sich  in  einem  auBenliegenden  Ventilgehäuse  oberhalb  der 
Zylinder.  Die  Zylinder  und  die  Ventilgehäuse  sind  durch 
bogenförmige  Rohre  miteinander  verbunden,  in  denen  im 
Takt  der  Kolben bewegung  eine  Flilssigkeitssäule  schwingt 
und  so  die  Saug-  und  die  Druckventile  betätigt.  Die 
doppelwandigen  Verbindungsrohrbogen  werden  mitteb 
Wassers  gekühlt.  Bei  einer  Fördermittel- Temperatur  von 
230  °C  hat  der  Zylinderkörper  eine  Temperatur  von  30  grd 
über  der  Raumtemperatur.  Die  Pumpe  nach  Bild  10 
arbeitet  mit  drei  Zylindern  und  wird  als  Umwälzpumpe 
eingesetzt.  Das  Fördermitt«!  fließt  der  Pumpe  mit  einem 
Überdruck  von  6ö  at  zu,  während  der  Ausgangsüberdruck 
125  at  beträgt.  Der  Antrieb  dieser  Einheit  geschieht  durch 
einen  Dampfmotor  über  ein  regelbares  Getriebe. 

Eine  neu«  Ausführung  einer  Plungerabdichtung  geht  aus 
Bild  11  hervor.  Während  bei  den  üblichen  Plungerabdich- 
tungen  die  zum  Dichten  nötige  Pressung  von  einer  Stopf- 
buchsbriUe  erzeugt  wird  und  somit  die  Packungsringe  bei 
der  Grundbuchse  die  kleinste  Pressung  erhalten,  hat  man 
bei  dieser  Hochdruck -Ausführung  den  imigekehrten  Weg 
beschritten.  Auf  der  Orundbuchse  a  stützt  sich  hier  eine 
Spiralfeder  b  ab,  die  die  Pressung  der  Packungsringe  c  an 
der  Flüssigkeitsseite  des  Plungers  erzeugt,  also  gerade  dort, 
wo  sie  am  meisten  benotigt  wird.  Die  Stopfbuchse  kann 
bis  zum  Anschlag  festgezogen  werden;  ein  Nachstellen  er- 
übrigt sich  bei  dieser  Ausführung,  da  der  Verschleiß  der 
Packungsringe  durch  das  Höherschieben  des  Federtellers 
ausgeglichen  wird.  Diese  Dichtung  hat  sich  besonders  bei 
aehr  hohen  Pumpendrücken  sehr  gut  bewährt;  sie  ver- 

VDI-Z.101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktobw 


Bild  11.  Hochdruck  Plungerabdichtung. 

MBOuigsbea  m  mm 


f  Anschluß  fUr  die  Absaugung 
g  AnachluO  für  die  Leokleitung 
h  Latemenring 


meidet  die  nicht  gewünschten  Leckverluste  der  Stopf- 
buchse. Ein  Latemenring  d  sorgt  dafür,  daß  Leckflüssig- 
keit vor  dent  Austritt  entlang  des  Plungers  e  abgeführt 

Schrau  beiuplndel-Pum  p*n 

Der  hydraulische  Schubausgleich  bei  Schraubenspindel- 
Pumpen  wurde  bei  der  in  BUd  12  gezeigten  Pumpe  auf 
einfache  Weise  erreicht.  Die  Förderflüssigkeit  strömt  ent- 
weder infolge  der  Saugkraft  der  Pumpe  oder  unter  einem 
entsprechenden  Vordruck  dem  Spindelpaket  zu.  Die  zwei 
übereinander    gelagerten    Spindeln,    die    als    imend liehe 


Bild  13.  Scbubausgleich  bei  Scbrsubenspindel -Pumpen. 

b  AiVBugrKum 
D  Treuiiwand 
d  Druckraum 
e   Dnickstutzan 


Kolben  wirken,  fördern  die  Flüssigkeit  in  den  Druckraum 
der  Pumpe.  Das  Spindelpaket,  von  dem  in  Bild  12  nur 
eine  Spindel  sichtbar  ist,  wird  —  wie  die  waagerechten 
Pfeile  f  auf  der  rechten  Seite  zeigen  —  durch  den  Druck 
im  Druckraum  der  Pumpe  nach  links  gedrückt,  und  zwar 
um  so  mehr,  je  höher  der  Druck  im  Druckraum  ansteigt. 
Dies  führt  zu  einer  axieJen  Bec^nspruchiing  der  Lager, 
die  eine  entsprechende  Konstniktion  nötig  mcwsht.  Zum 
Ausgleich  des  axialen  Schubes  wird  das  Druckmittel  über 
eine  Ausgleichsbohnuig  im  Qehäuse  dem  Wellenbundraum 
h  des  hinteren  Deckels  zugeführt,  so  daß  die  Lagerzapfen 
der  beiden  Spindeln  druckbeaufschlagt  werden.  Lifolge 
der  Flächengleichheit  beider  druckbeaufschlagter  Seiten 
ist  das  Arbeiten  des  Spindelpaketes  hydraulisch  schub- 
ausgeglichen. 

Besondere  Beachtung  wurde  auch  der  Kavitationsgrenze 
bzw.  der  Saughöhe  der  Schraubenspindel-Pumpen  ge- 
widmet. Die  Kavitationsgrenze  bzw.  die  maximal  erreich- 
bare Saughöhe  einer  solchen  Pumpe  hängt  von  mehreren 
Faktoren  ab.  Einmal  spielt  die  kinematische  Viskosität 
des  Fördermittels  eine  wesentliche  Rolle;  bei  steigender 
Viskosität  und  bei  zunehmendem  Druck  fällt  die  erreich- 
bare Saughöhe  ab,  Bild  18.  Einen  weiteren  großen  Einfluß 
auf  die  erreichbare  Saughöhe  übt  die  Drehzahl  der  Piunpe 
aus ;  mit  abnehmender  Drehzahl  steigt  die  meiximale  Saug- 
höhe an. 

Die  Spindeln  der  Schraubenpumpen  müssen  deshalb  so 
ausgelegt  werden,  daß  diese  auch  bei  hohen  Drehzahlen 
die  geforderten  Saughöhen  erreichen.  Die  technisch  ein- 
wandfreie Lösung  dieser  Aufgabe  hat  eine  große  Bedeutung. 

Zu  große  Spindelsteigimgen  bringen  zwar  eine  erhöhte 
Förderleistung,  beeinträchtigen  aber  die  Vorgänge  auf  der 
Saugseite.  Das  günstigste  Ergebnis  ist  zu  erreichen,  wenn 
ein  bestimmtes  optimales  Verhältnis  des  Außendurch- 
messers der  Spindel  zur  Oangsteigung  ermittelt  wird. 
Bei  Pumpen  mit  hohen  Spindelsteigungen  treten  Kavitäts- 
erscheinungen  früher  ein,  wenn  diese  optimalen  Werte  aus 


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V-415  ^f 

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fSrd^rdruek 


Bild  18.  Abhängigkeit  der  maximalen  Saughöhe 

einer  Schraubenspindel-Pumpe  vom  Förderdruok  und  von  der 

kinematischen  Viskosität  v  des  Fördermittels. 


Tatel  1.  Anhaltswerte  für  die  zulässige  Drehzahl 
von  Schraubenspindel-Pumpen. 


Viskosität 
defl  Fördermittels 

V 

Zulässige 
Pumpondrehzahl 

n 

U/min 

bis     100 

2900 

100  bis     250 

1450 

250  bis     500 

1000 

500  bis  1000 

750 

über  1000 

<  500 

3000 


Drehiah f  n 


Bild  14.  Saughöhenkurven  von  Schraubenspindel-Pumpen 

in  Abhängigkeit  von  der  Pampendrehzahl  und  der  kinematischen 

Viskosität  des  Schmiermittels  bei  verschiedenen 

Druokerhöhungen  der  Pumpe. 

a  bis  d  Kurven  gleicher  zulässiger  Saughöhe  (a  für  2,5  m,  b  für  4  m, 

0  für  6  m,  d  für  8  m  Saughöhe) 

A    Kavitationsgebiet 


Unkenntnis  der  hydraulischen  Gesetze  überschritten 
werden.  Die  oft  gestellte  Frage,  welche  Drehzahl  n  in  Ab- 
hängigkeit von  der  kinematischen  Viskosität  v  noch  zu- 
lässig ist,  läßt  sich  nicht  unbedingt  mit  bestinunten  Daten 
beantworten.  Es  spielen  dabei  die  Saughöhe,  die  Qröße  der 
Pumpe,  die  Spindelsteigung,  die  Drehzahl  u.  a.  m.  eine 
wesentliche  Rolle.  Die  Werte  nach  Tafel  1  können  deshalb 
nur  als  allgemeine  Richtlinien  gelten. 

Im  allgemeinen  nimmt  bei  steigender  Viskosität  des 
Fördermittels  die  Saughöhe  ab.  Bei  sehr  schwerflüssigem 
Fördergut  (wie  z.  B.  Staufferfett)  ist  ein  Verpumpen  nur 
möglich,  wenn  das  Fördermittel  der  Pumpe  zuläuft.  In 
umfangreichen  Versuchen  wurde  für  eine  bestimmte 
Pumpenart  die  zulässige  Saughöhe  als  Funktion  der  Dreh- 
zahl und  der  kinematischen  Viskosität  ermittelt,  Bild  14. 
Der  Förderdruck  hat  auf  die  erreichte  Saughöhe  einen  be- 
stimmten, wenn  auch  nur  einen  kleinen  Einfluß. 

Die  Saughöhenkurven  für  2,5  und  4  m  verlaufen  in 
Bild  14  eindeutig,  ebenso  wie  die  Saughöhenkurven  für 
6  m,  die  allerdings  für  diese  Pumpenart  schon  einen  Qrenz- 
fall  darstellen.  Bei  einer  eingestellten  Saughöhe  von  8  m 
ergpibt  sich  kein  eindeutiger  Kurvenzug  mehr.  Nach  diesen 
Messungen  läßt  sich  denmach  bei  jeder  Pumpenart  für  je- 
weils vorgegebene  Werte  der  Drehzahl,  der  Viskosität  und 
des  Druckes  nur  eine  bestimmte  Saughöhe  erreichen. 
Werden  diese  Drehzahlen  überschritten,  so  treten  Kavita- 
tionserscheinimgen  auf.  Sie  verursachen  Schwingungen  und 
Geräusche  in  der  Pumpe,  die  so  heftig  werden  können,  daß 
der  Werkstoff  ermüdet.  Um  Kavitationserscheinvmgen  zu 
vermeiden,  sollte  mcui  daher  bei  der  Pkuiung  einer  Neu- 
anlage die  zulässigen  Saughöhen  sorgfältig  ermitteln. 
Dabei  ist  zu  berücksichtigen,  daß  auch  die  Widerstände  der 
Saugleitungen  die   Saughöhen  wesentlich  beeinflussen. 

B  11091 


1392 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


roi.Z.  Bd.  101/30 


Nicht  zu  klein 
und  nicht  zu  groß 

Das  vernunllige  Maß  liegt  fast  immer  in  Nahe  der 
Mitte.  Diese  Erkenntnis  gilt  ganz  besonders  im 
Wirtschallsleben  und  damit  auch  bei  Lösung 
des  Transportproblems.  Hier  wurde  mit  dem  VW- 
Kastenwagen  —  einem  echten  Bruder  des  wett- 
bewährten Volkswagens  —  der  Weg  der  „goldenen 
Mitte"  gefunden. 

Dieser  VW-Transporter  hat  sicti  in?wisrfien  für 
ungezählte  Branchen  als  das  wirtschaftliche,  als  das 
geräurnige,  aber  keinen  Raum  verschenkeride 
Lielerfahrzeug  erwiesen.  Er  bringt  830  kg  Transport- 
gut aller  Art  flink. sicher  und  behutsam  ans  Ziel-  Die 
seitliche  Zweiflügeltür  ermöglicht  übersichtliches, 
schnelles  Beladen  vom  Bürgersteig  her;  durch  die 
Hecktür  lassen  sich  ebenso  mühelos  lange  Transport- 
gegenstände einbringen.  Seine  ausgewogene 
Gewichtsverteilung  (Fahrer  vorn,  Motor  hinten) 
sichert  stets  gleichgute  Straßenlage  auch  bei 
Teilbeladung  oder  Leerfahrt. 

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Kastenwagen  rasch  bezahlt.  Kostenlos  mitgeliefert 
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Fahrerhaus  und  Spezialbelüftungsanlage  (auch  für 
den  Laderaum).  Seine  gute  Mitgift:  niedrige  Steuer- 
und  Versicherungssätze,  sparsamer  Verbrauch, 
preiswerter  Kundendienst  allerorts.  Die  Rechnung 
geht  auf:  nicht  zu  klein,  nicht  zu  groß-klein  in  den 
Kosten,  groß  m  der  Leistung  ! 


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Elektrische  Steuerungen  unterliegen  in  der  Schwerindustrie  besonders  harten  Betriebsbedingungen. 
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umfaßt  darüberhinaus  zahlreiche  Einzelgeräte,  anschluBfertige  Verteiler  bis  2.000  A  Sammelschienen- 
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Die  Anlage  steuert 

den  auf  der  linken  Seite 

abgebildeten  Stripper-Kran 


Klöckner-Moeller 


VDI-Z.  Bd.  101/30 


GUTEHOFFNUNGSHÜTTE 


STERKRADE    A  K  T  I  E  N  G  E  S  E  L  l  5  C  H  A  F  T    ■    WERK    STERKRADE 


DK  531.25:531.231 


Zeidinerisches  Ermitteln  der  Trägheitsmomente 
für  parallele  Achsen 


Von  Prof.  Dipl.-Ing.  Otto  Tolle,  Konstanz 


Auf  Grund  der  analytischen  Beziehungen  zwischen  den  Trägheitsmomenten  für  die  Schwerachse  einer 
Fläche  oder  eines  Körpers  und  für  eine  beliebige,  zur  Schwerachse  parallel  verlaufende  Achse  ergibt 
sich  eine  einfache  zeichnerische  Konstruktion  zum  Ermitteln  der  Trägheitsmomente  für  parallele  Achsen. 


Zwischen  dem  Trägheitamoment  J^  einer  Fläche  oder 
eines  Körpers  in  bezug  auf  eine  beliebige  Achse  x  und  dem 
Trägheitsmoment  J^  bezogen  auf  die  im  Abstand  e  ge- 
legene parallele  Schwerachse  x^  besteht  die  als  Steinerscher 
Satz  bekannte  Beziehung 


^*  =  ^«i  +  2^c* 


(1) 


für  Flächenträgheitsmomente    mit  F   als   der  gesamten 
Qoeischnittsfläche  bzw. 


J,  =  J 


2S 


-hAfc« 


(2) 


für  Massenträgheitsmomente  mit  M  als  der  gesamten 
Masse^).  Hiemach  können  die  Trägheitsmomente  für  alle 
parallelen  Achsen  berechnet  werden,  sobald  das  Trägheits- 
moment für  irgend  eine  Achse  bekannt  ist.  Man  kann  die 
gesuchten  Werte  aber  auch,  wie  im  folgenden  gezeigt  wird, 
in  einfacher  Weise  zeichnerisch  ermitteln. 

Aus  Gl.  (1)  und  (2)  folgt  nach  Dividieren  durch  F  bzw.  M 
für  die  Trägheit^albmesser  i^  und  i^  die  für  die  Zeichen- 
konstruktion geeignete  Beziehung 


0  Dm  Zeichen  J  wird  hier  sugonsten  einer  einheitlichen  DanteUung  so- 
wohl fflr  FUchen-  wie  auch  fflr  Maasentrftgheitemomente  verwendet. 
Xan  maß  aher  bei  der  praktischen  Anwendung  beachten,  daß  es  sich 
tun  Terschiedene  Größen  mit  verschiedenen  Dimensionen  (vierte  Potenz 
einer  Länge  bzw.  Masse  mal  Fläche)  handelt. 


4-e» 


(3). 


Ist  Z.B.  für  eine  Fläche  F  der  auf  eine  Schwerachse  x^  be- 
zogene   Trägheitshalbmesser    i^  »  1/^^     bekannt    und 


x% 


ff 


sollen  die  Trägheitshalbmesser  ixu  ix%  ^^^^^  ^zs  ^  bezug 
auf  die  zur  Achse  x^  parallelen  Achsen  x^,  x^  und  o;,  be- 
stimmt werden,  so  trägt  man  gemäß  Bild  1  auf  der  Xg- Achse 
vom  Flächenschwerpunkt  S  aus  die  Strecke  SS'  =  t^  ^ 
und  findet  hieraus  STj  =  ia-i,  S'P,  =  i^^  und  ST,  =  t^» 
als  Abstände  des  Punktes  S'  von  den  Schnittpunkten  P^, 
Pji  und  P3  der  drei  Achsen  x^,  x^  und  a;,  mit  der  zu  ihnen 
senkrechten  Geraden  a  durch   S. 

Die  gleiche  Konstruktion  gilt  auch  für  die  Trägheitshalb- 
messer von  Körpern.  In  Bild  2  sei  für  einen  Körper  von  der 
Masse  M  der  auf  eine  beliebige  Achse  x^  bezogene  Träg- 


heitshalbmesser i 


x\ 


\  M 


bekannt;  zu  bestimmen  sind 


die  Trägheitshalbmesser  t^  für  die  parallele  Schwerachse 
x^  sowie  die  Trägheitshalbmesser  i^,  und  i^  für  die  hierzu 
parallelen  Achsen  x^  und  a;,.  Der  Kreis  mit  dem  Halbmesser 
i\bi  um  den  Punkt  P^  auf  der  Achse  Xi  schneidet  die  Xg- 
Achse  im  Punkt  S';  dann  ist  SS'  =  t^jg.  Für  die  anderen 
Bezugsachsen  gilt  S'Pj  =  ixz  ^nd  S'P,  =  i^^ . 


Bild  1*  Konstruktion  der  Trftgheitshalbmesser 

für  eine  Flache. 

F  gegebene   Fläche    mit    dem  FiachenBchwerpunkt   S,  einer 

Schwerachse    x^   und    drei    hierzu    parallelen    Achsen    x^ 

bis  Xg 
a  Senkrechte  zu  den  Achsen  x^  bis  x,  durch  S 

Pi  bia  P,  Schnittpunkte  von  a  mit  x^  bis  x^ 
e,  bis  t^     Schwerpunktabatande  der  Achsen  x^  bis  x^ 
S'  durch  Abtragen  des  gegebenen,  auf  x,  bezogenen  Trägheits- 

halbmesaers  i^  auf  der  Schwerachse  x^  erhaltener  Punkt 
•xi  bis  ig^  durch  die  Konstruktion  erhaltene,  auf  die  Achsen  x^  bis  Xj 

bezogene  Trftgheitshalbmesser 


Bild  2.  Konstruktion  der  Trägheitshalbmesser 
für  einen  Körper. 

I  Schnitt  durch  einen  Körper  mit  dem  Maasenschwerpunkt  S, 

einer   Schwerachse   Xg    und  drei  hierzu  parallelen  Achsen 

x^  bis  X, 
a  Senkrechte  zu  den  Achsen  x^  bis  x,  durch  S 

P,  bis  Pg   Schnittpunkte  von  a  mit  Xj  bis  x, 
S'  durch    Schlagen    eines    Kreisbogens    mit   dem    gegebenen 

Trägheitshalbmesser  i^^  um  Pi  erhaltener  Schnittpunkt  mit 

der  Schwerachse  x« 
*xs«  *xt'  *z*  durch  die  Konstruktion  erhaltene,  auf  die  Schwerachse  x„ 

die  Achse  x,  und  die  Achse  x,  bezogene  Trägheitshalbmeaser 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


1393 


BOd  8.  Erste  Konstruktion  eines  Trägheitsmoments. 

^s  gegebene    Sohwerachse  mit  bekanntem  auf  Xg  bezogenem 

Tr&gheitahalbmeflser  i„  und  ebenfalls  bekanntem  Träg- 
heitsmoment Jgf  für  die  Xg-Acbse  (die  längenmaßstäblich 
aufgetragene  Strecke  88'  =  *x%  stellt  gleichzeitig  das  auf 
die  Xg- Achse  bezogene  Trägheitsmoment  J„  dar) 

Xi  zu  x,  parallele  Achse 

Pi  Schnittpunkt  der  Lotrechten  a  auf  x^  durch  S  mit  Xi 

ig^  =i  p,S'  auf  Xi  bezogener  Trägheitshalbmesser 

n  Normale  zu  i^i  durch  P| 

P*  Schnittpunkt  von  n  mit  der  Sg- Achse 

P*8'  ^    Jxi  gesuchtes,  auf  die  x^-Aohse  bezogenes  Trägheitsmoment 


mm 


'XS  ''XS' 


Bild  4.  Zweite  Konstruktion  eines  Trägheitsmoments. 

's  gegebene  Schwerachse  mit  bekanntem  auf  x,  bezogenem 

Trägheitshalbmesser  i^s  ^^^^  ebenfalls  bekanntem  Träg- 
heitsmoment Jx%  für  die  a;,-Aohse  (die  längenmaßstäblich 
aufgetragene  Strecke  S^  =  t^«  stellt  gleichzeitig  das   auf 

die  x,-Achse  bezogene  Trägheitsmoment  J^^  dskr) 

X|  zu  2g  parallele  Achse 

Pi       Schnittpunkt  der  Lotrechten  a  auf  x,  durch  S  mit  x^ 

•xi  =  P,S'  auf  Xx  bezogener  Tragheitshalbmesser 

P'  Schnittpunkt  des  Kreises  b  vom  Halbmesser  i^x  "™  ^'  "^i^ 

der  Xg-Aohse 

o  in  PJ  auf  «g  errichtete  Normale  

P^  Schnittpimkt  von  c  mit  der  Verlängerung  von  PjS' 

P78'   n    Jxx  gesuchtes  Trägheitsmoment 


Sollen  für  parallele  Achsen  anstatt  der  Trägheitshalb- 
messer die  Trägheitsmomente  unmittelbar  bestimmt  wer- 
den, so  kann  man  die  in  Bild  8  bzw.  in  Bild  4  angedeutete 
Konstruktion  anwenden.  Ist  <7^g  bekannt  und  das  Träg- 
heitsmoment Jj^  i  für  die  zu  x,  parallele  Achse  x^  gesucht, 
so  wählt  man  den  Maßstab  für  die  Trägheitsmomente  so, 
daß  der  gezeichnete  Trägheitshalbmesser  i^  g  das  Trägheits- 
moment Jj^g  darstellt.  Bezeichnet  man  die  Darstellungs- 
größen  der  Trägheitsmomente  J  und  der  Trägheitshalb- 
messer i  mit  {«/}  und  [i],  so  gilt  mit  den  entsprechenden 
Indizes 

^n       4i        {Jxi)        {»xi}* 


Jm 

iU 

{Jx») 

"  {»■«.)» 

also 

[Jiv)  {»■«)* 

-  {Jx,)  {ixi)* 

und 

wegen 

{»■«} 

-  {j„) 

{Jzv)  {Jx,)*  -   {Jx,)   iixi)*. 
Somit  gilt 


(4). 


nach  Voraussetzung  auch 


Bei  Berücksichtigung  eines  Zeichenmaßstabes 
1  cm  ^  a  cm  und  eines  Trägheitsmomenten-Maßstabes 
1  cm  ^  a  JxJi„  (mit  der  Einheit  cm^  für  Flächen  und 
der  Einheit  kgcm*  für  Massenträgheitsmomente)  ergeben 
sich  folgende  Konstruktionen: 

1.  Nach  dem  Kathetensatz  für  das  rechtwinklige  Dreieck 
ST^P^  in  Bild  3  schneidet  die  durch  den  Punkt  P^  ge- 
hende Normale  n  zu  S'P^  =  t'xi  *"^  ^^^  Xg-Achse  die 
Strecke  W¥]  ^  Jxi  »b. 

2.  Trägt  man  in  Bild  4  auf  der  o^g-Achse  die  Strecke 
S'P,  =  ixi  »b  (Drehung  der  Strecke  STj  um  den 
Punkt  S')  und  errichtet  im  Punkt  P',  die  Normale  auf  x^, 
so  schneidet  diese  auf  der  Verlängerung  der  Strecke  S'Pj 
im  Punkt  P^  das  gesuchte  Trägheitsmoment  STP^  =  Jxi 
ab.  Die  Richtigkeit  dieser  Lösung  folgt  aus  der  Ähnlich- 
keit der  Dreiecke  S  P^  S'  und  P;  P"  S'. 

B   11120 


DK  628.83  :  697.92  :  629.1  U.6.06 


Klimatisierung  von  Kraftfahrzeugen 


Das  Fahren  eines  Krafffahrzeuges  erfordert  die  volle 
Aufmerksanokeit  des  Fahrers,  die  er  um  so  besser  auf' 
rechf  erhalten  kann,  je  günstiger  die  Unoweltbedingungen 
sind.  Die  regelmäßige,  ausreichende  und  zugfreie  L(//>- 
erneuerung  im  Innern  des  Wagens  und  die  Einhaltung 
einer  angenehmen  Temperatur  und  Feuchte  der  Lun 
durch  den  Einsatz  von  Heiz-  oder  Kühlgeräten  kommen 
daher  der  Verkehrssicherheit  ebenso  wie  dem  Erfinden 
der  Insassen  zugute. 

Die  Luft  im  Fahrzeug 

Die  Klimatisierung  von  Kraftfahrzeugen^)  hat  über  die  bloße 
Erhöhung  des  Komforts  hinaus  noch  wesentliche  Bedeutung, 


weil  durch  günstige  physikalische  Umweltgrößen  die  Aufmerk- 
samkeit des  Fahrers  für  den  Straßenverkehr  wachgehalten  und 
eine  Ermüdung  verhindert  oder  zumindest  verzögert  wird.  Das 
Klima  ist  neben  der  chemischen  Zusammensetzmig  der  Luft  und 
der  Freiheit  von  giftigen  Stoffen  und  Staub  durch  die  Luft- 
temperatur und  den  Wassergehalt  gegeben.  Außerdem  wird  das 


^)  Fijüa,    Brrut:    Lflflungstechnlsche    Anlagen    in 


VlJl 


Personenkraftwagen. 

im 


Bd.  84/1068   ,.W&nne-,   Kälte-  und    Lüftungstechnik 
Fahrzeug"  S.  47/52.  Danach  dieses  Referat. 


Der  Band  enthält  insgesamt  acht  Beiträge  auf  00  Seiten,  168  Bilder 
und  3  Zahlentafeln.  Preis  22.80  DM.  Zu  beziehen  durch  VDI- Verlag 
OmbH.  Dflsseidorf,  Bongardstr.  3. 


1394 


VDI-Z.  10t  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


Wohlbefinden  des  Menschen  durch  das  in  der  Natur  stets  vor- 
handene  elektrische  Spannungsgefälle  beeinflußt. 

Die  Luft  im  Fahizeuginnenraum  wird  „verbraucht**,  einer- 
nits  durch  die  Atmung  der  Fahigäste,  andererseits  durch  den 
Anstieg  der  Feuchtigkeit  (Atemluft  und  Hautverdunstung)  und 
durch  Verunreinigungen,  z.  B.  Tabakrauch  und  Gerucl^toffe. 
Deshalb  ist  eine  st&ndige  Luftemeuerung  nötig,  und  zwar  sind 
nL  25  bis  35  m'  Luft  je  Person  und  Stunde  erforderlich.  Diese 
fVisdilaft  soll  staubfirei  und  geruchfrei  sein  und  so  zugeführt 
Verden,  daB  sie  sich  gleichm&ßig  im  Karosserieraum  verteilt 
imd  nicht  etwa  im  Kurzschluß  durch  die  Abluftöffiiungen  ent- 
weicht. Bei  tiefen  Außentemperaturen  muß  die  eintretende 
FHschluft  erwärmt  werden;  mit  ihr  wird  dem  Innenraum  des 
Kraftfahrzeugs  meist  die  gesamte  Heizleistung  zugeführt.  Beim 
Erw&rmen  nimmt  die  relative  Feuchtigkeit  der  Luft  ab  und  ist 
deshalb  bei  tiefen  Außentemperaturen  im  Fahrzeuginnem  meist 
sehr  niedrig.  Von  einer  Erhöhung  der  Luftfeuchtigkeit  nimmt 
man  im  allgemeinen  Abstand,  damit  an  keiner  Außenwand,  vor 
allem  nicht  an  den  Fenstern,  der  Taupunkt  unterschritten  wird. 
Bei  höheren  Außentemperaturen  ist  eine  Verringerung  der  Tem- 
peratur und  der  relativen  Feuchte  erwünscht;  dies  erfordert  je- 
doch gegenüber  der  Heizimg  einen  ungleich  höheren  Aufwand. 


Luftdurchsatz 

Der  Luftdurchsatz  läßt  sich  am  einfachsten  dadurch  erreichen, 
daß  man  Lufteintritt  und  Luftaustritt  an  Stellen  der  Karosserie 
kgt,  an  denen  durch  die  Bewegung  des  Kraftfahrzeugs  ein  mög- 
lichst großer  Druckunterschied  aiStritt.  Die  Druckunterschiede 
am  Fahrzeug  sind  ebenso  wie  die  Widerstände  gegen  das  Durch- 
rtrömen  des  Luftvolimis  durch  das  Fahrzeug  dem  Quadrat  der 
Geschwindigkeit  proportional.  Demnach  ist  das  auf  die  Zeit- 
einheit hcEojgsDß  durchströmende  Luftvolum  der  Fahrgeschwin- 
digkeit proportional  oder  das  auf  die  Fahrstrecke  bezogene  Luft- 
volnm  ist  für  das  betreffende  Fahrzeug  konstant.  Die  Staudruck- 
belüftung wird  häufig  durch  ein  Gebläse  ergänzt,  das  es  erlaubt, 
KKh  bei  sehr  kleinen  Fahrgeschwindigkeiten  oder  im  Stand  eine 
ausreichende  Luftdurchsatzmenge  zu  erhalten. 


Heizen 

Der  Verlauf  der  Wärmeströme  bei  der  Heizung  eines  Kraft- 
fahrzeugs ist  schematiBch  in  Bild  1  dargestellt.  In  den  Belüf- 
tungskanal  a  tritt,  durch  einen  Druckunterschied  an  den  Zu- 
luft- und  Abluftstellen  oder  durch  ein  Gebläse  gefördert,  die 
I^iftmenge  Q  mit  der  Außentemperatur  t^  ein.  An  einem  Wärme- 
übertrager b  wird  der  Wärmestrom  H  zugeführt,  so  daß  die 
JjoSt  mit  der  Temperatur  t^  in  das  Wageninnere  c  eintritt.  An 
den  Außenwänden  des  Kraftfahrzeugs  fließt  der  Wärmestrom 
Hx  durch Konvektion  ab;  die  mittlere  Innentemperatur  ti  wird 
also  kleiner  als  die  Eintrittstemperatur  t^  der  Luft  sein.  Der 
Wärmestrom  durch  Strahlung  ist  verhältnismäßig  klein  und 
kann  vernachlässigt  werden.  Durch  die  Abluftöf&ungen  und 


/Ar 


ä_ 


^ 


*■ — I     *i 


Q 


Bfli  1.  Schema  einer  Wagenheizmig. 

Belüftungskansl 

Wärmeübertrager 

Innenraum  dee  Fahrzeugs 

Ablufböffnungen  und  Undichtheiten 

eintretende  Luftmenge 

AuBentemperatur 

Eintrittstemperatur 

Innentemperatur  des  Fahrzeugs 

zugeführter  Wärmestrom 
Hjc  abfließende  Konvektionswärme 
Hl  Abluftwärmestrom 


a 
b 
c 
d 
Q 
<t 

H 

H 


Undichtheiten  des  Fahrzeugs  tritt  die  gleiche  Luftmenge  mit 
der  Temperatur  i\  aus  und  führt  dadurch  den  Abluftwärme- 
strom J^L  out  sich. 

Der  Wärmestrom  H  wird  fast  immer  durch  die  Abwärme  des 
Motors  geliefert,  am  besten  über  das  Kühlwasser,  das  ein  Ther- 
mostat auf  annähernd  konstanter  Temperatur  hält.  Infolge  der 
großen  Wärmekapazität  des  Wassers  lassen  sich  die  schwan- 
kenden Betriebsbedingimgen  ausgleichen.  Bei  luftgekühlten 
Brennkraftmotoren  muß  die  KühUuft  oder  an  Auspufiteilen 
erwärmte  Luft  zum  Heizen  verwendet  werden.  In  diesem  Fall 
hängt  die  Heizleistung  sehr  von  der  Motorleistung  ab,  und  außer- 
dem besteht  die  Gefahr,  daß  Auspuffgase  in  die  Heizungsluft 
übertreten.  —  Technisch  wichtig  ist  die  Frage  nach  dem  nötigen 
Luftdurchsatz,  bei  dem  der  Wärmeübertrager  für  eine  gleich 
hohe  Innentemperatur  am  kleinsten  werden  kann.  Ist  der  Luft- 
durchsatz sehr  klein,  muß  die  Eintrittstemperatur  t^  sehr  hoch 
sein,  wenn  die  geforderte  mittlere  Wageninnentemperatur  er- 
reicht werden  soU;  der  Wärmeübertrager  wird  also  verhältnis- 
mäßig groß  werden.  Ist  der  Frischluftstrom  sehr  groß,  wird  sich 
die  Eintrittstemperatur  der  Luft  immer  mehr  der  Außentempe- 
ratur nähern,  wenn  man  den  Wärmeübertrager  nicht  sehr  groß 
ausfuhrt.  Bei  irgendeinem  Luftdurchsatz  ergibt  sich  der  für 
eine  erwünschte  Innentemperatur  ti  kleinste  Wärmeübertrager. 
Dieser  Luftdurchsatz  wird  mit  Bücksicht  auf  eine  ausreichende 
Luftemeuerung  anzustreben  sein. 


Kühlen 

Infolge  der  Motorabwärme,  der  Abwärme  durch  die  Fahrzeug- 
insassen und  vor  aUem  der  Sonneneinstrahlung  ist  die  Tempe- 
ratur im  Fahrzeuginneren  stets  größer  als  die  Außenlufttempe- 
ratur. Der  Unterschied  beträgt  je  nach  Luftdurchsatz  und  Fahr- 
geschwindigkeit bis  zu  15  grd.  Als  Kälteanlagen  haben  sich 
Verdichteranlagen  durchgesetzt,  bei  denen  der  Fahrzeugmotor 
den  Verdichter  über  Keilriemen  und  meist  eine  elektromagne- 
tisch schaltende  Kupplung  antreibt.  Der  Kondensator  liegt  vor 
dem  Fahrzeugkühler  und  der  Verdampfer  unter  der  Motorhaube 
oder  im  Fahrzeugheck.  Da  wegen  des  möglichen  Einfrierens  die 
Temperatur  im  Verdampfer  den  Gefrierpunkt  nicht  unterschrei- 
ten darf,  ist  das  Temperaturgefälle  darin  nicht  so  groß  wie  im 
Wärmeübertrager  für  das  Heizen,  so  daß  der  Verdampfer  etwa 
fünf-  bis  zehnmal  soviel  Raum  einnimmt  (die  Wärmeströme  für 
Heizen  und  Kühlen  sind  von  gleicher  Größenordnung).  Die  Luft 
wird  nicht  nur  gekühlt,  sondern  auch  getrocknet,  weil  das 
Wasser  kondensiert,  sobald  im  Verdampfer  der  Taupunkt  unter- 
schritten ist.  Wegen  der  geförderten  Hautverdunstung  emp- 
finden die  Insassen  die  Verringerung  der  relativen  Feuchte  min- 
destens ebenso  angenehm  wie  das  Sinken  der  Temperatur. 

Kälteanlagen  für  Personenkraftwagen  leisten  2000  bis  4000 
kcal/h  und  haben  ein  Gewicht  von  50  bis  60  kp.  Soll  der  Wärme- 
strom für  die  Kühlung  ohne  Unterschreiten  des  Gefrierpunktes 
voU  zur  Wirkung  kommen,  ist  ein  Luftdurchsatz  von  6  bis  12 
m'/min  erforderlich.  Um  Leistung  zu  sparen,  arbeiten  alle  Kühl- 
anlagen für  Kraftfahrzeuge  mit  Umluft,  der  ein  Frischluftanteil 
von  rd.  20%  zugesetzt  wud.  Der  größte  Teil  des  Wärmestromes 
muß  für  das  Abkühlen  der  Frischhift  und  das  Kondensieren  der 
Feuchte  im  Verdampfer  aufgebracht  werden. 


Isolierung 

Die  Isolierung  des  Fahrzeugs  gegen  den  Wärmedurchgang 
von  innen  nach  außen  oder  umgekehrt  ist  deshalb  schwierig, 
weil  der  größte  Teil  der  Konvektionswärme  an  den  Fenster- 
scheiben verlorengeht.  Besonders  im  Winter  darf  die  Luft- 
geschwindigkeit auf  der  Scheibeninnenseite  nicht  zu  klein  sein, 
damit  die  Scheibe  innen  nicht  beschlägt  und  außen  eisfrei  bleibt. 
In  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  sind  doppelwandige 
Scheiben  für  die  Seitenverglasung  im  Autobusbau  bereits  ein- 
geführt. Sie  bedeuten  jedoch  einen  beträchtlichen  Aufwand  und 
erhöhen  das  Gewicht;  außerdem  wird  die  Durchsicht  verschlech- 
tert. Zum  Verringern  der  Sonneneinstrahlung  haben  sich  ein- 
gefärbte Gläser  bewährt,  deren  Absorptionsvermögen  im  Be- 
reich der  Wärmestrahlung  größer  als  im  Bereich  des  sichtbaren 
Lichtes  ist.  Die  Innentemperatur  selbst  wird  durch  solche  Schei- 
ben zwar  nicht  erheblich  vermindert,  weil  die  Scheiben  bei 
Sonnenbestrahlung  einen  Teil  der  absorbierten  Wärme  wieder 
nach  innen  abführen.  Der  Vorteil  liegt  mehr  darin,  daß  die  der 
Sonnenstrahlung  unmittelbar  ausgesetzten  Körperteile  nicht  so 
sehr  erwärmt  werden.  R  11 185 


Sindelf ingen  (Württ.) 


Emsi  Fiala 


YDI.Z.101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


1395 


DK  061.231.049.2  VDI  :  536  :  061.3.055.1 


Fortschritte  der  wärmetechnischen  Forschung 


Bericht  Über  die  27.  Togung  des  Fochousschusses  f Ur  Wärmeforschung 

in  der  VDI-Fachgruppe  Energietechnilc  am  8.  und  9.  Mai  1959  in  Bod  Kreuznach 

Von  Prof.  Dr.-Ing.  Fron  BoSnjokovU  VDI,  Braunschweig 

Die  diesjährige  Tagung  des  Fachausschusses  fürWörmeforschung  umfaßte  14  Vorträge  über  Zustands- 
größen,  Wärmeübergangsfragen  und  Temperaturverteiiungen  bei  verschiedenen  Stoffen,  über 
Entropiediagramme,  Mischungswärmen,  DampfdifTusion  und  Vorgänge  in  Feuerräumen  bei  Mehr- 
stofTsystemen  sowie  über  Moll ierdiag ramme  von  Gasplasmen  und  Besonderheiten  von  Plasmaströmun- 
gen. Der  Fachausschuß  tritt  dafür  ein,  daß  die  Verwendung  des  internationalen  Einheitensystems 
gefördert  werden  soll. 


Die  27.  Wärmetagung  des  Ausschusses  für  Wärmefor- 
schung in  der  VDI-Fachgruppe  Energietechnik  femd  am 
8.  und  9.  Mai  1959  in  Bad  Kreuznach  bei  Anwesenheit  von 
etwa  60  geladenen  Teihiehmem  unter  Leitimg  des  Ob- 
mannes Fran  B<>Snjakovi6  VDI  statt.  Außer  Herren  aus 
beiden  Teilen  Deutschlands  waren  auch  Gäste  aus  fünf 
anderen  europäischen  Ländern  zugegen.  Die  beschränkte 
Teilnehmerzahl  begünstigte  eine  gute  persönliche  Fühlung 
und  vor  allem  auch  eine  rege  Aussprache,  die  ihren  Höhe- 
punkt wohl  in  der  Frage  der  Einheitensysteme  erreichte. 

Das  Programm  war  wie  üblich  nicht  auf  ein  engeres 
Thema  ausgerichtet,  so  daß  14  Vorträge  aus  verschiedenen 
Gebieten  der  Wärmeforschung,  sowohl  theoretischer  als 
auch  experimenteller  Art,  geboten  wurden.  Darüber  hinaus 
fand  eine  mehrstündige  Aussprache  über  die  Frage  der 
Einheitensysteme  in  der  Wärmetechnik  statt. 

Erweiterung  des  Theorems  der  korrespondieren  Zu- 
stände durch  Einführen  dimenslonsloser  Kennzahlen 

R,  Plank  VDI,  Karlsruhe^) 

Das  klassische  Korrespondenzgeeetz  zwischen  dem  redu- 
zierten Druck  jt,  der  reduzierten  Temperatur  '^  und  dem 
reduzierten  Volum  (p  trifft  einigermaßen  für  einzelne  Stoff- 
gruppen ähnlicher  chemischer  Struktur  zu.  Sein  Gültig- 
keitsbereich kann  aber  durch  Hinzuziehen  weiterer  dimen- 
sionsloser thermodynamischer  Kenngrößen  wesentlich  aus- 
gedehnt werden.  Es  wäre  zweckmäßig,  solche  Kenngrößen 
mit  den  Namen  bekannter  Forscher  zu  benennen  und  sie 
nach  Möglichkeit  mit  zwei  der  Anfangsbuchstaben  dieser 
Namen  zu  kennzeichnen.  Als  Beispiele  nannte  R.  Plank  u.a. 


die  van  der  Waalsche  Kenngröße         Wa  = 


R  Tk 


die  Riedeische  Kenngröße 


und  die  Troutonsche  Kenngröße 


PjcVic' 


Rd=fia 


Tr  = 


RTn' 


zwischen  denen  einfache  Beziehungen  bestehen.  Es  be- 
deuten R  die  Gfittkonstante,  T  die  absolute  Temperatur, 
p  den  Druck,  v  das  spezifische  Volum,  r  die  Verdampfungs- 
wärme, der  Index  k  den  kritischen  Zust€uid  und  der  Index  n 
den  Normalsiedepunkt.  Schon  mit  einer  dieser  Kenn- 
größen läßt  sich  das  Korrespondenzgesetz  so  weit  erweitem, 
daß  das  thermische  Verhalten  zahlreicher  Stoffe  mit  guter 
Annäherung  dargestellt  wird. 

In  der  ausführlichen  Aussprache  wurde  diese  Anregung 
begrüßt.  Zur  Kennzeichnung  der  Kenngrößen  (z.  B.  Rd) 
soll  hinter  dem  Anfangsbuchstaben  jener  nachfolgende 
Buchstabe  des  Namens  herangezogen  werden,  der  zu  keiner 

^)  Erscheint  voraussichtUcb  in  Cbemie-Ing.-Techn. 


Verwechselung  mit  einer  etwa  bereits  geläufigen  Kenn- 
größe (z.  B.  Richardsonzahl  Ri  oder  Reynoldszahl  Re) 
führt.  Es  wird  die  Bezeichnung  „Kenngröße*'  der  „Kenn- 
zahl" vorgezogen,  da  es  sich  um  richtige,  wenn  auch  dimen- 
sionslose,  physikalische  Größen  der  Größengleichungen 
handelt.  Nach  E.  Schmidt  VDI  wäre  es  zweckniäßig,  die 
Kenngrößen  so  auszuwählen,  daß  sie  sich  für  die  Rechen- 
maschinen-Programmierung eignen.  H.  Hausen  VDI  regte 
an,  auch  den  sehr  charakteristischen  Boyle-Punkt  der  Gase 
zum  Bilden  von  Kenngrößen  heranzuziehen.  Vor  einer 
endgültigen  Benennung  soll  aber  erst  die  Stellungnahme 
des  internationalen  Kältekongresses  in  Kopenhagen  zu 
dieser  Frage  abgewartet  werden. 

Messungen  am  kritischen  Punkt  von  Kohlendloxyd 

E.  Schmidt  VDI,  München 

Diese  mit  großer  Sorgfalt  bezüglich  der  Gleichgewichts- 
einstellung vorgenommenen  Messungen  weisen  eher  auf  das 
Vorhandensein  eines  kritischen  Zustcmdsgebietes  und  nicht 
eines  einzigen  kritischen  Punktes  hin.  Mittels  des  optischen 
Beobachtungsverfahrens  wurde  eine  große  Dichteschicht 
infolge  des  Schwerefeldes  der  Erde  nachgewiesen,  die  sich 
u.  U.  durch  die  Ballenbildung  von  Molekülen  (Cluster) 
deuten  läßt.  Der  Vortrag  fand  außerhalb  des  angesetzten 
Programms  statt. 

In  der  Aussprcbche  gab  der  Vortragende  die  Genauigkeit 
der  Temperaturmessung  mit  0,001  grd  an.  Als  wünschens- 
wert wurde  angeregt,  solche  Messungen  einmal  im  schwere- 
losen Raum  oder  unter  veränderten  Schwerebedingungen 
zu  erwägen.  Nach  H,  D,  Baehr  ließen  sich  die  Abweichungen 
von  p,  V,  T-Messungen  vielleicht  durch  Ansetzen  geeigneter 
Kompressibilitätswerte  vermeiden. 

Neue  Gleichungen  für  den  Wärmeübergang 
bei  freier  und  erzwungener  Konvektlon 

H.  Hausen  VDI,  Hannover*) 

Die  bekannten  Wärmeübergangsgleichungen  haben  den 
Nachteil,  daß  sie  entweder  nicht  den  gesamten  experimen- 
tellen Bereich  des  Produktes  Gr  Fr  aus  der  Grashofzahl  Gr 
und  der  Prandtlzahl  Pr  umfassen  oder  für  den  praktischen 
Grebrauch  zu  verwickelt  sind.  Eine  vorgeschlagene  neue 
Gleichung  ist  verhältnismäßig  einfach  und  erfaßt  den  Be- 
reich von  Gr  Pr  =  10~^  bis  10*,  wahrscheinlich  aber  auch 
den  turbulenten  Bereich  bis  10**.  In  zwei  früheren  Glei- 
chungen des  Vortragenden  kann  man  auch  in  extremen 
Fällen  eine  sehr  hohe  Genauigkeit  durch  kleine  Änderungen 
der  Konstanten  erreichen. 

In  der  Aussprache  wurde  bemerkt,  daß  sich  das  Über- 
gangsgebiet zwischen  der  laminaren  Strömung  luid  der 
schleichenden  Bewegung  grundsätzlich  nicht  mit  dem  Pro* 

*)  Bncheint  in  Allg.  W&rmet«chn. 


1396 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


diikt  Gr  Pr  erfassen  läßt.  In  seinen  neuen  Gleichungen 
hat  der  Vortragende  die  theoretisch  begründete  Potenz 
0,4  zugunsten  der  Potenz  0,3  aufgegeben. 

Wdmneübergangsversuche  bei  siedenden 
ROssigkeiten 

L.  Vdhl,  Delft») 

Gemäß  älteren  Versuchen  über  das  Verdampfen  von 
Wasser  an  einem  elektrisch  beheizten  Draht  von  0,2  mm 
Dmr.  läßt  sich  die  mc^ximale  Wärmestromdichte,  bei  der 
,,Film verdampf ung'^  einsetzt,  um  den  Faktor  2  bis  3  er- 
höhen, wenn  man  dem  Wasser  z.  B.  4%  Methylaethylketon 
zusetzt.  Ein  solcher  Vorgang  hätte  u.  U.  für  das  Durch- 
brennen bei  Reaktoren  Bedeutung.  Nach  neueren  hollän- 
dischen Verdfiunpfungsversuchen  an  einem  mit  Dampf  be- 
heizten Rohr  gelingt  es  unter  den  praktisch  in  Betracht 
kommenden  Bedingungen  nicht,  die  maximale  Wärme- 
stromdichte der  für  siedende  Flüssigkeiten  zur  Verfügung 
stehenden  Heizfläche  durch  den  erwähnten  Zusatz  herauf- 
zusetzen. Bei  hohen  Flächenbelastungen  treten  nämlich 
große  Konzentrationsunterschiede  in  der  siedenden  Flüssig- 
keit auf.  Möglicherweise  tritt  bei  hohen  Drucken  imd  ande- 
ren Impfstoffen  diese  Erscheinung  in  kleinem  Maße  auf. 

In  der  Aussprcushe  wird  die  Frage  der  Tropfenbildung  in 
sich  entspannendem  Dampf  berührt.  W,  Linke  VDI  weist 
auf  Versuche  hin,  bei  denen  man  durch  Wasserzusatz  in 
Ol  den  Wärmeübergang  durch  verdampfendes  Weiser  ver- 
bessern konnte.  Ergänzend  teilt  der  Vortragende  mit,  daß 
sich  der  Versuchsbereich  bis  260  °C  erstreckte. 

Temperafureffekte  in  Gasströmungen 

B,  SehuUz'örunow  VDI,  Aachen') 

Der  Vortragende  berichtete  über  bisher  beobachtete 
ünterkühlungserscheinungen  in  Gasströmimgen,  die  sich 
nicht  nach  der  Fourierschen  Theorie  erklären  lassen,  sowie 
über  Erhitzungserscheinungen  bei  Verdichtungsstößen.  Die 
verschiedenen  Erklärungsmöglichkeiten  wurden  einer  kri- 
tischen Würdigung  unterzogen  und  vervollständigt. 

In  der  Aussprache  wies  der  Vortragende  darauf  hin,  daß 
man  die  Grenztemperaturen  im  Wirbelrohr  aus  den  gege- 
benen Wärmeverlusten  zu  berechnen  vermag. 

Temperaf  urverlauf  In  zweifach  durchströmten 
Reoktor-KOhlkanälen 

H.  D,  Baehr,  Berlin*) 

Durch  Aufteilen  des  Kühlkanals  in  zwei  konzentrische 
Ringkanäle  kann  man  hohe  Kühlmitteltemperaturen  er- 
zielt, ohne  daß  die  Druckrohre  unzulässig  warm  werden. 
Der  Vortragende  berechnete  die  Temperaturen  des  Kühl- 
mittels und  der  Oberfläche  des  Spedtstoffelementes  imd 
vergleicht  die  Parallelstrom-  und  die  Wendestromanord- 
nung  miteinander.  Beim  Parallelstrom  vermischen  sich  der 
innere  warme  und  der  äußere  kalte  Teilstrom  am  Austritt. 
Beim  Wendestrom  fließt  das  Kühlmittel  zuerst  durch  den 
kälteren  äußeren  und  dann  durch  den  wärmeren  inneren 
Ringraum.  In  thermischer  Hinsicht  ist  der  Wendestrom 
übo^legen;  er  bedingt  aber  einen  höheren  Druckabfall  als 
der  Parallelstrom. 

In  der  Erörterung  erwähnt  E,  Schmidt  VDI,  daß  bei 
CO,  als  Kühlmittel  etwa  10  bis  20%  der  Reaktor leistung 
zur  Umwälzung  benötigt  werden.  Bei  Natrium  ergeben  sich 
bessere  Bedingungen. 

Entropie-Diagramme  für  wäßrige  Salzlösungen 

Z.  BarU,  Ljubljana') 

Die  bisher  bekannten  Entropie-Diagramme  beschränkten 
sich  auf  solche  Gremische,  bei  denen  man  in  der  Dcunpf- 
phase,  deren  Entropie  na<:h  dem  Satz  von  J.  W.  Oibbs  zu 
berechnen  ist,  von  beliebigen  Zuscunmensetzungen  rech- 
nerisch ausgehen  konnte.  Bei  Salzlösimgen  versctgt  dieser 
Weg,  da  hier  die  Dampfphase  aus  nahezu  reinem  Wasser- 
dampf besteht,  deren  Zus€m:miensetzung  bestenfalls  sehr 

*)  Bneheini  vorauislchtlich  in  Fonch.  Ing.-Wes. 
*)  liidMint  in  Atomkemenergie. 


kleine  Bruchteüe  des  Salzanteils  enthält.  Hier  kann  man 
aber  von  beliebigen  Zusammensetzungen  des  Sublimations - 
gebietes  ausgehen,  in  dem  sich  nahezu  reiner  Wasserdampf 
mit  nahezu  reinen  Salzkristallen  im  heterogenen  Gleich- 
gewicht befindet.  Die  Entropie  eines  solchen  heterogenen 
Gleichgewichtsgemisches  setzt  sich  additiv  aus  der  be- 
kannten Entropie  der  reinen  Komponenten  zusammen. 
Hiervon  ausgehend  kann  man  das  übrige  Entropiefeld  des 
Gemisches  nach  bekanntem  Integrationsverfahren  bei  kon- 
st€uiter  Zusammensetzung  und  mit  Hilfe  des  Enthalpie- 
Diagramms  ermitteln.  Es  wurden  berechnete  Entropie - 
Diagramme  für  eine  Anzahl  technisch  wichtiger  SaJzlö- 
simgen  vorgeführt. 

In  der  Aussprache  unterstreicht  F,  BoSnjakoviS  VDI 
den  Wert  des  eingeschlagenen  Gedankengangs,  mit  dessen 
Hilfe  nun  Entropie-Diagramme  auch  für  Salzlösungen  er- 
schlossen werden  können.  Die  relativen  EIntropieverhält- 
nisse  innerhalb  eines  Diagramms  ändern  sich  nicht,  falls 
später  Berichtigungen  auf  Grund  neuer  und  zuverlässigerer 
Absolutwerte  der  Entropie  der  reinen  Komponenten  ge- 
wünscht werden  sollten.  Dann  wird  nur  eine  entsprechende 
Verschiebung  oder  Neigung  des  Entropienetzes  ohne  Ände- 
rung der  Isothermen  erforderlich  sein. 

Mischungswärmen  bei  hohen  Drücken 

und  Temperaturen,  insbesondere  bei  Methylamin- 

Wossergemischen 

K.  Mundo,  Dortmund') 

K,  Mundo  beschrieb  den  Aufbau  einer  Versuchseinrich- 
tung, mit  der  man  die  in  der  Kraftwerkstechnik  üblichen 
hohen  Drücke  und  Temperaturen  anwenden  kann.  Die 
Mischungswärme  zweier  Komponenten  läßt  sich  in  dieser 
Anordnung  aus  zwei  Temperaturdifferenzen  ohne  Zuhilfe- 
nahme einer  Durchflußmessung  ermitteln.  Das  Einstellen 
des  Beharrungszustandes  ist  nicht  nötig.  Nach  einer  Über- 
prüfung bekannter  Mischungswärmen  für  BE^G-NH, -Ge- 
mische wurden  die  Werte  für  Methylamin-Wasser-Ge- 
misohe  gemessen  und  daraus  das  £2nthaIpie-Zusammen- 
setzungs-Diagramm  aufgestellt. 

Auf  Anfragen  von  L,  Vdhl  und  R,  Plank  VDI  wies  der 
Vortragende  darauf  hin,  daß  sich  der  Wasserwert  des  maß- 
gebenden Kalorimeterteils  der  Anlage  sehr  genau  berück- 
sichtigen läßt,  und  daß  infolge  der  konstruktiven  Durch- 
bildung die  Wärmeverluste  nach  außen  keinen  merklichen 
Einfluß  auf  die  Ergebnisse  haben.  Eine  Dissoziation  der 
Stoffe  im  Versuchsbereich  trat  nicht  auf. 

Graphisches  Verfahren  zum  Ermitteln  des 
Dampfdruclcverlaufs  bei  der   Dampfdiffusion  durch 
mehrschichtige  Wände 

H,  Glaser  VDI,  Göttingen*) 

Bei  mehrschichtigen  Wänden  gelingt  es,  den  Dampfdruck 
p  im  gesamten  Bereich  der  Wand  stetig  linear  darzustellen, 
wenn  man  p  nicht  über  der  Wanddicke,  sondern  als  Funk- 
tion des  spezifischen  Diffusionswiderstandes  Q  aufträgt.  Bei 
einem  Feuchtigkeitsniederschlag  innerhedb  der  Wand  wird 
der  Diffusionsstrom  stetig  oder  an  der  Grenze  zwischen  zwei 
W€uidschichten  zuweilen  auch  sprunghaft  kleiner.  In 
einem  p,  (^-Diagramm  kann  man  den  Dampfdruckverlauf 
bei  Feuchtigkeitsausscheidung  sehr  schnell  ermitteln.  Dieses 
Diagramm  eignet  sich  femer  dazu,  den  spezifischen  DifTu- 
sionswiderstand  zu  bestimmen,  den  eine  Sperrschicht  auf- 
weisen muß,  wenn  eine  Feuchtigkeitsausscheidung  inner- 
halb der  Wand  mit  Sicherheit  vermieden  werden  soll. 

In  der  Aussprache  teilt  der  Vortragende  mit,  daß  z.  Z. 
auch  instationäre  Vorgänge  bearbeitet  werden.  Unter  einer 
Dampfsperre  versteht  man  auch  solche  Stoffe,  die  sehr 
hohe  Diffusionswiderstände  haben. 

Modellversuche    zur    Frage    der   Vermischung 
ursprünglich  paralleler  Strähnen  in  Feuerräumen 

R,  Jung  VDI,  Gummersbach 

Strähnen  kommen  bei  Teilströmen  der  staubbeladenen 
Trägerluft  und  der  Zweitluft  in  Kohlenstaubfeuerungen 


YDUZ.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


1397 


mit  parallelen  Schlitzen  vor.  Die  dabei  auftretenden  In- 
stabilitätserscheinungen wurden  in  einem  f  IcM^hen  Recht- 
eckkanal hinter  ebenen  Düsengittem  mit  verschiedener 
Querschnittsverteilung  untersucht.  M€ui  konnte  die  An- 
fangsbedingungen erkennen  unter  denen  der  Mischvorgang 
durch  de»  Aufspalten  der  Strömung  keine  wesentliche  Ver- 
zögerung erleidet. 

Relaxations-  und  Diffusionserscheinungen  bei  der 
Ionisation  hinter  Stoßweilen 

H.  Qröntg,  AcMshen^) 

Die  kapazitive  Sonde  von  H,  D.  Weymann  diente  dazu, 
in  Stahl- Stoß- Wellenrohren  die  Relaxationszeit  der  Ionisa- 
tion von  Plasmen,  die  Dicke  der  Grenzschicht  und  die 
Diffusionsvorgänge  in  dieser  hinter  der  Stoßwelle  zu  er- 
mitteln. Die  Meßergebnisse  lieferten  die  Relaxationszeit  in 
Abhängigkeit  von  der  reziproken  Temperatur  und  die 
Grenzschichtdicke  als  Funktion  des  Abstandes  hinter  dem 
Stoß.  Weitere  Untersuchungen  haben  ergeben,  daß  Elek- 
tronen der  Stoß  welle  infolge  von  Diffusion  voreilen. 

Die  Frage  nach  dem  Effekt  der  vorauseilenden  Elek- 
tronenwolke und  einen  Hinweis  auf  die  Schwierigkeiten 
der  theoretischen  Behcuidlung,  wenn  keine  elektrische  Neu- 
tralität im  Plasma  herrscht,  beantwortet  der  Vortragende 
dahin,  daß  die  Ladungstrennung  eindeutig  gemessen,  die 
Temperatur  hingegen  berechnet  worden  ist. 

Aligemeines  über  Moilier-Dlogramme  von 
Gos-Plasmen 

F.  Boinjahovi6  VDI,  Braunschweig') 

Nach  einer  begrifflichen  Einführung  in  die  lonisations- 
erscheinungen  hoch  erhitzter  Gase  wurde  auf  die  Zweck- 
mäßigkeit der  Darstellung  ihrer  Eigenschaften  in  Enthal- 
pie-Entropie-Diagrammen nach  R,  MoUier  hingewiesen. 
Das  Plasma  im  thermischen  Gleichgewicht  unterscheidet 
sich  wesentlich  von  einem  solchen  im  Nichtgleichgewicht. 
Verhältnismäßig  einfach  ist  die  Behandlung  des  im  Gleich- 
gewicht befindlichen  Pl€»mas  mittels  der  Eggert-Saha- 
Gleichung;  ein  solches  Plasma  kann  aber  in  Wirklichkeit 
nur  aJs  ein  Grenzfall  betrachtet  werden  und  setzt  streng 
genommen  die  Anwesenheit  einer  schwarzen  Hohlraum- 
strahlung voraus.  Diese  verhält  sich  wie  ein  gesättigter 
Dampf  mit  eigenem  Teildruck,  eigener  Enthalpie  und  En- 
tropie und  mit  spezifischen  Wärmen  Cp  =  8  kced/kmol  grd 
bei  konstantem  Druck  bzw.  c^  =  6  kcal/kmol  grd  bei  kon- 
stantem Volum.  Das  Gescuntplasma  setzt  sich  dann  aus 
dem  materiellen  Teilchenplasma  und  aus  dem  eingebetteten 
Strahlungsgas  zusammen.  Druck-  und  energiemäßig  ge- 
winnt das  Strahlungsgas  erst  bei  Temperaturen  über  etwa 
50  000  ''K  an  Bedeutung,  die  allerdings  mit  steigender 
Temperatur  rasch  zunimmt.  Bei  Temperaturen  bis  20  000  ^K 
unterscheiden  sich  die  Mollier-Diagramme  ohne  und  mit 
Berücksichtigung  des  Strahlungscmteiles  kaum  vonein- 
ander. Aus  diesem  Grunde  darf  man  bei  verhältnismäßig 
niedrigen  Temperaturen,  z.  B.  ein  Lichtbogenplasma,  an- 
nähernd als  Gleichgewichtsplasma  behandeln,  obwohl  es  in 
eine  kältere  Umgebung  ausstrahlt  und  somit  nicht  im 
strengen  Strahlungsgleichgewicht  steht.  Von  60  000  °K  ab 
werden  bei  niedrigen  Drücken  die  Unterschiede  beachtlich. 
Bei  einem  Nichtgleichgewichtsplasma  (den  Grenzfall  für 
ein  solches  stellt  das  Plasma  mit  den  Eigenachaften  nach 
der  Elwertechen  Corona-Gleichung  dar)  erhält  man  ein 
Enthalpie -Entropie -Diagr£uiim,  in  dem  der  Neigungskoeffi- 
zient  der  Isobaren  nicht  mehr  gleich  der  örtlichen  Tempe- 
ratur, sondern  wesentlich  kleiner  ist,  wie  es  nach  dem 
zweiten  Hauptsatz  für  Nichtgleichgewichtszustände  auch 
sein  muß.  Es  wurde  u.  a.  das  Enthalpie-Entropie-Diagramm 
des  Gleichgewichtsplasmas  für  Wewserstoff  bis  100  000  °K 
vorgeführt. 

In  der  Aussprache  äußerte  sich  der  Vortragende  ergän- 
zend dahin,  daß  im  betrachteten  Temperaturbereich  kein 

*)  Vgl.  Oräniff,  H.,  u.  H.  D.  Weymann:  Measurements  of  the  boundary 
layer  tfaicknesB  and  rela^ation  of  Ionisation  behind  strong  shock  waves 
with  a  new  capacltive  probe.  Techn.  Hochschule  Aachen,  Institut  fttr 
Mechanik,  TK-1 ;  EDABDC— TX  58—387  (AD  154  294),  Februar  1058. 


Abbau  (Zerstrahlung)  der  Kerne  stattfindet ;  hierfür  wären 
sehr  viel  höhere  Temperaturen  erforderlich.  Die  Hohl- 
raumstrahlung, als  Strcüilungsgas  aufgefaßt,  hat  insofern 
die  Eigenschaften  eines  gesättigten  Dcunpfes,  als  der  Strah- 
lungsdruck (und  überhaupt  der  Zustand  der  Strahlung) 
eine  eindeutige  Funktion  der  Temperatur  ist  (ähnlich  der 
Spannungskurve  eines  gesättigten  Dampfes)  und  sich  die 
Strahlung  im  heterogenen  Gleichgewicht  mit  der  Materie 
(kondensierte  Phase)  befindet,  also  gesättigt  ist.  Die  Menge 
von  1  kmol  Hohlraumstrahlung  beansprucht  bei  10*  °K 
ein  Molvolum  von  etwa  33  m'/kmol  imd  bei  5000  ""K  (Licht- 
bogentemperatur, Sonnentemperatur)  ein  solches  von  etwa 
260  •  10«  m»/kmol. 

Mollier-Diagramme  für  Argon-Plosma 

K,  F,  KnocJie,  Braunschweig') 

Der  Vortragende  knüpfte  an  den  vorangegangenen  Vor- 
trag an  und  führte  maßstäbliche  Mollier-Diagramme  vom 
Argon-Gleichgewichts-Plasma  für  den  Bereich  von  0,01 
bis  100  atm  und  100  000  °K  vor,  und  zwar  sowohl  ohne  als 
auch  mit  Berücksichtigung  des  Strahlungsanteils.  Diese 
Enthedpie-Entropie-Diagramme  enthedten  Isobaren,  Iso- 
thermen, Isochoren  und  Schallisotachen  für  die  örtliche 
Schallgeschwindigkeit.  Unter  Berücksichtigung  des  Strah- 
lungsanteils weichen  bei  höheren  Temperaturen  und  nied- 
rigen Drücken  z.  B.  die  Schallisotachen  bedeutend  von 
jenen  ohne  StrahlungsanteU  ab,  was  auf  die  angenommene 
Beteiligung  der  eingeschlossenen  Strahlungsenergie  zu- 
rückzuführen ist.  "Ejb  bleibt  zunächst  offen,  welche  reale 
Bedeutung  diesem  Unterschied  zukommt.  Als  sehr  zweck- 
mäßig hat  sich  eine  Darstellung  des  Enthalpie-Ehitropie- 
Diagramms  in  logarithmischen  Koordinaten  erwiesen.  Für 
das  Nichtgleichgewichtsplasma  von  Argon  wurde  ein  Ent- 
halpie-Entropie-Diagranmi  bis  500  000  '^K  gezeigt. 

In  der  Aussprache  wies  E,  Schmidt  VDI  auf  die  Schwie- 
rigkeiten einer  technischen  Verwirklichung  der  Photonen- 
Raketen  hin,  da  seiner  Meinung  nach  spiegelnde  Flächen 
für  Strahlungen,  deren  Maxima  im  Röntgengebiet  imd 
darunter  liegen,  nicht  hergestellt  werden  können.  Vom 
Vortragenden  und  von  F,  BoSnjakomö  VDI  wurde  auf  die 
Verwendbarkeit  der  vorgeführten  Diagramme  auf  dem 
Gebiet  der  Stoßwellenvorgänge,  der  experimentellen  Plas- 
mastrahlen, bei  Wärmeübertragungsproblemen  von  elek- 
trischen Schaltern  usw.  sowie  beim  Rückkehrproblem  der 
künstlichen  Erdsatelliten  hingewiesen. 

Versuche  über  den  Wärmeübergang  Im  Lichtbogen 
an  gekühlte  Rohre 

W,  Springe,  Braunschweig*) 

Es  wurden  kalorimetrische  Messungen  im  offenen  Licht- 
bogen bis  maximal  7000  ''K  mit  Hilfe  eines  dünnen  ge- 
kühlten Rohres  vorgenommen.  Farbaufnahmen  zeigen 
deutlich  eine  dunkle  Grenzschicht  des  Plasmas  am  ge- 
kühlten Rohr.  Die  ermittelten  Wärmeübergangszahlen 
lassen  sich  einigermaßen  mit  den  bekannten  Formeln 
wiedergeben.  In  einem  mit  Wasser  eingeschnürten  Licht- 
bogen von  etwa  13  000  **K  erreichte  man  Wärmestrom- 
dichten am  gekühlten  Rohr  von  50-10*  kcal/m*  h.  An  diesen 
Versuchen  wird  weitergearbeitet. 

In  der  Aussprache  wird  auf  cunerikanische  Versuche  mit 
kunststoffumkleideten  Flugkörpern  hingewiesen,  die  aber 
ncbch  den  neueren  Erfahrungen  nicht  befriedigt  haben 
sollen.  Nach  russischen  Überlegungen  eignet  sich  Holz  als 
Umkleidung.  Der  Vortragende  ergänzt  seine  Ausfühnmgen 
mit  dem  Hinweis,  das  die  Wassergeschwindigkeiten  im 
Kalorimeterrohr  bis  zu  40  m/s  betrugen. 

Ausspreche  über  Einheitensysteme 

O,  Ru/ppel  VDI  wies  einleitend  auf  die  Schwierigkeiten 
hin,  die  beim  Verwenden  verschiedener  Einheitensysteme 
für  Ingenieure  und  Physiker  erwcushsen,  wenn  sie  sich  der 
Unterlagen  aus  verschiedenen  Wissenschaftszweigen  zu 
bedienen  haben.  Es  entstehen  oft  Unzuträglichkeiten,  z.  B. 


1398 


VDI-Z.  tM  (1959)  Nr.  30   21.  Oktobw 


in  Form  von  nicht  einwandfreien  oder  falsch  ausgelegten 
Gleichungen  sowie  in  der  Dimensionskontrolle.  Seiner  Er- 
fahrung nach  hat  sich  die  Einstellung  der  Ingenieurkreise 
in  der  letzten  Zeit  zugunsten  des  empfohlenen  MKS- 
Systems  gewendet. 

In  der  sehr  ausführlichen  und  z.  T.  tempercunentvoUen 
Aussprache  nahmen  weit  über  20  Teilnehmer  aus  Hoch- 
achulkreisen und  aus  der  Industrie  wiederholt  teil.  Der 
Schwerpunkt  der  Erörterung  lag  in  der  Frage,  ob  man  zum 
empfohlenen  MKS -System  übergehen  soll,  und  wenn  ja, 
ob  dann  unmittelbar  oder  auf  dem  Umwege,  indem  man 
das  technische  Einheitensystem  zunächst  noch  weiter  bei- 
behalt, aber  alle  spezifischen  Größen  auf  1  kg  und  nicht 
auf  1  kp  bezieht.  Es  setzten  sich  zahlreiche  Teilnehmer  für 
diese  Übergangslösung  eüi,  doch  wurden  auch  ernste  Be- 
denken aus  HochschulkreLBcn  und  aus  der  Industrie  gegen 
diese  vor  edlem  wegen  der  Inkohärenz  erhoben.  Von  dieser 
Seite  wurde  entweder  die  Beibehaltung  des  „sauberen" 
technischen  Maßsystems  oder  ein  endgültiger  Übergang 
zum  MKS- System  vertreten,  wozu  allerdings  die  Industrie 
Bis  Voraussetzung  ein  genügendes  Zahlentafelmaterial  im 
neuen  Maßsystem  forderte.  Es  wurde  auch  hervorgehoben. 


daß  weite  technisch- wissenschaftliche  Kreise  angrenzender 
Arbeitsgebiete  keineswegs  gewillt  sind,  das  technische  Maß- 
system aufzugeben,  das  sich  bisher  in  der  technischen  Ent- 
wicklung als  so  fruchtbar  erwiesen  hat.  Ausländische  Teil- 
nehmer aus  Hochschulkreisen  berichteten,  daß  sich  in 
Holland  und  in  den  skandinavischen  Ländern  das  MKS- 
System  durchgesetzt  habe,  nachdem  sich  die  Zwischen- 
lösung über  nichtkohärente  Systeme  als  unzweckmäßig 
erwies.  Auch  in  der  Schweiz  soll  das  MKS-S3rstem  gut  auf- 
genonunen  worden  sein.  In  Deutschland  scheint  es  bisher 
nur  eui  zwei  von  den  Thermodynamischen  Lehrstühlen  der 
Maschinenbau-Fakultäten  eingeführt  worden  zu  sein. 

Zuletzt  konnte  im  Ansschluß  eine  XTbereinkiinft  dahüi 
erzielt  werden,  daß  das  neue  MKS -Maßsystem  im  Bereich 
der  Wärmetechnik  gefördert  werden  soU,  aber  ohne  daß 
ein  Zwang  auf  einzelne  Autoren  ausgeübt  wird.  Es  wurde 
folgender  Beschluß  gefaßt:  „Um  die  Empfehlungen  des 
Wissenschaftlichen  Beirats  des  VDI  hinsichtlich  des  inter- 
nationalen Einheitensystems  zu  unterstützen,  wird  emp- 
fohlen, die  neue  Auflage  der  Wärmetechnischen  Arbeite- 
mappe auf  das  internationale  Einheitensystem  umzu- 
steUen."  B  11211 


DK  621.753.2  :  621.88.084  :  621.983.3.002.54 


PreBpassungen  für  Schnitt-  und  Umformwerkzeuge 


Theoretische  Untersuchungen  führten  zu  leicht  auszu- 
wertenden Beziehungen  für  die  Belastbarkeitsgrenzen 
einfacher  und  doppelter  Preßverbindungen  unter  ver- 
schiedenen  Bedingungen,  Aus  den  ermittelten  Zusammen^ 
hangen  kann  man  je  nach  der  gestellten  Aufgabe  die  ein- 
zuhaltenden Werte  der  Vorspannuna,  der  Haffmaße 
sowie  der  Fertigungstoleranzen  entnehmen  und  verfügt 
somit  nunmehr  über  klare  Richtlinien  zum  Anwenden 
solcher  Passungen,  Einige  Versuche  lieferten  wichtige  Auf- 
schlüsse über  die  beim  Umformen  auftretenden  Radial- 
drücke in  Werkzeugen,  über  den  Einfluß  der  Druck- 
raumhöhe auf  die  Belastbarkeit  des  Umformwerkzeugs, 
Ober  die  Änderung  der  Vorspannung  durch  Winkelfehler 
bei  geteilten  Innenringen  sowie  über  die  Fugenpressung 
bei  unrunden  Hohlformen. 

Preßpassungen  haben  u.  a.  bei  Schnitt-  und  Umformwerk- 
zeugen  ein  weites  Anwendungsfeld  gefunden.  Mittels  der  Um- 
formverfiekhxen  nach  Bild  1  werden  Werkstücke  bestimmter  Aus- 
gangsformen in  Werkzeug-Hohlformen  gedrückt  bzw.  durch 
einen  formenden  Querschnitt  gedrückt  oder  gezogen.  Dabei  tre- 
ten in  den  Werkzeugen  meist  so  hohe  Innendrücke  auf,  daß 
man  den  Werkzeugen  mit  Hilfe  von  umhüllenden  Bingen  Vor- 
spannungen erteilen  muß,  die  dem  Innendruck  entgegenwirken. 
Ein  solcher  Preßpassimgsverband  ermöglicht  eine  bessere  Werk- 
sfcofiGftusnutzung,  als  wenn  man  lediglich  die  Wanddicke  des  Bau- 
teils vergrößert,  weil  so  die  sonst  weniger  belasteten  Außenzonen 
in  höherem  Maße  durch  den  Innendruck  erzeugte  Belastungen 
aufnehmen  können. 

H.-J,  Friedeuxdd^)  stellte  umfangreiche  Untersuchungen  über 
das  Verhalten  von  Preßpassungen  an.  Ausgehend  von  den 
theoretischen  Grundlagen  für  die  Beanspruchung  einfacher 
Rohre  unter  Innendruck  wurden  die  Belastbarkeitsgrenzen  ein- 
facher und  doppelter  runder  Preßverbindungen  nach  der  Ge- 
staltänderungsenergie- und  nach  der  Schubspannungs-Theorie 
berechnet.  Die  Gestalt&nderungsenergie-Hypothese  für  Werk- 
stoffe, die  vor  dem  Bruch  plastisch  werden,  läßt  den  besten 
Schloß  auf  den  Beginn  des  Fließens  zu,  während  die  Schub- 
spannungs-Theorie die  „sichersten"  Werte  mit  wenig  Rechen- 
auiwand  liefert. 


*)  Frieiewald,  H.-J. :  FreßpMsungen  fflr  Schnitt-  und  Umformwerkzeuge. 

TDI.For8ch.-Heft  472.  DfLueldorf  1059.  44  S.  m.  66  Bild.  u.  2  Taf. 

Preis  27,75  DM,  im  Abonnement  25.—  DM  (VDI-Mitgl.  erhalten  10% 
.    PreimachlaB).  Danach  dlesee  Beferat. 


durch  Verdrängen  IDrvck) 


Verfahren  mit  Grundumformung 


Stauchen 


ßesenkschmiedenf 
Prägen 


Strangpressen 


Nießpressen 


Verjüngen 
(Reduzieren) 


fwkjI 


m  m 


durch  Ziehen  (Zug) 


Drahtziehen, 
ProfHziet)en 


Rohrziehen 


Tiefziehen 


Aöstrecken 
durch  Ziehen 


Schneiden 
durch  Stanzen 


i  VA 


Bild  1.  Gliederung  der  Umformverfahren. 


Einfache  Preßverbindungen 

Bestehen  z.  B.  der  mit  Preßpassung  übereinanderliegende 
Innen-  und  Außenring  einer  einfachen  Preßverbindung  aus 
Werkstoffen  mit  gleichem  Elastizitätsmodul,  so  kann  man  die 
beiden  verbundenen  Ringe  bezüglich  des  herrschenden  Innen- 
drucks pi  wie  ein  Einzelrohr  mit  dem  Gesamtdurchmesser- 
verhältnis 


Qt  =  Ol  Oa  =  DulDj,^ 


(1) 


auffassen.  Dabei  bedeutend  =  /)ii//)i»  und  Qa  =  -DAiZ-^Aa  das 
Durchmesserverh&ltnis  des  Innen-  bzw.  des  Außenrings  sowie 
D  den  Durchmesser  mit  Index  I  und  A  für  den  Innen-  bzw.  den 
Außenring  und  Index  i  und  a  für  den  Innen-  bzw.  den  Außen- 


YDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


1399 


ramd.  Die  leeultierenden  Spannungen  In  der  Verbindung  ergeben 
sich  durah  Überlogeni  der  vom  Innendruck  ^  herrülirenden 
BetriebgBpannungep  und  der  Kigenapannungen  zufolge  des  Fu- 
gendrucks ■pft,  der  heim  Vorspannen  in  der  Paßfuge  mit  dem 
Durehmeuer  Dp  =  Di^  =  Dxi  entsteht.  Beim  ZuBammenfügen 
ohne  Spiel  (pp,  =  0)  e^Jbt  sieh  der  bezüglich  der  Streckgrenze 
7bi  <^e8  Innenringa  hdchatzulSssige  Innendruck  i^jeui  zu 


■'/i(l— Q,')«»! 


.   (2). 


Hit  zunehmendem  pp,  (Zusammenfügen  mit  Spiel)  w&chst  pitai 
und  erreicht  bei  der  mit  Rücksicht  auf  ffgi  böchstzulftseigen  Fu- 
gendruck-VoTspannung  ppvzui  ^^  gegenüber  Gl.  (2)  gerade 
doppelten  Wert 


H.-J.  Friedeiatld  berachnet«  im  einzelnen  die  AbhÜngigkeit 
iea  zuUsaigen  Betriebs -Innendnioka  pi  vom  Fugendruck  pg,, 
von  den  Dnickmesserverh&ItnisBen  Qi  und  Qa  sowie  von  den 


maBgeblichen  Wericstoffeigenschaßen  für  die  folgenden  prak- 
tisch iriobtigen  F&lle: 

l.  Beide  Fügeteile  liatren  den  gleichen  Elaatizit&temodul  sowie 
die  gleiche  Streckgrenze  und  sind  unter  Innendruck  bis  zur 
Streckgrenze  beansprucht;  2.  bei  gleichem  Blastizitätemodnl, 
aber  versotiiedener  Streckgrenze  erfahren  beide  Fügeteile  nnt«T 
Innendruck  eine  Beanspruchung  bis  zur  Streckgrenze;  3.  bei 
gleichem  oder  bei  verscliiedenem  Elastizitätsmodul  der  Füge- 
teile ist  die  Forderung  zu  erfüllen  (i.  B.  l>ei  geteilten  Innen- 
ringen  mit  eckiger  Holilform  oder  l>ei  Innenringen  aus  Hut- 
metall bzw.  aus  SinterstofFen),  d>B  der  Ttinunring  unter  InnHi- 
druck  keine  Zugspannungen  au&ehmen  soll.  Für  dieae  verschie- 
denen F&lle  wurden  die  günstigste  Aufteilung  der  Bingdicken, 
die  Beanspruchungsgrenzen  sowie  die  erforderlichen  Vorspan- 
nungen und  Haftmaue  berechnet  und  in  Diagrammen  übersicht- 
lich zusammengestellt;  BOd  8  and  8  zeigen  einige  der  Ergeb- 
nisse. Von  besonderer  Bedeutong  für  die  praktischen  Anwen- 
dungen war  ee,  die  zulAasige  Belastbarkeit  so  darzuat«llen,  daB 
man  auch  die  Temperatureinflüsse  zu  berücksichtigen  vermag, 
um  daraus  die  Voispannbedinguugen,  die  erforderlioheii  Haft- 
mafie  und  die  Toleranzen  für  me  PaBteile  herleit«n  zu  könnwi. 


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is  Ol  des  Inmnleils 

Bild  8.  Abhängigkeit  des  bei  optimaler  Aufteilung  zum  Vor- 
spannen der  Werkzeuge  mittels  PreG Verbindungen  erforder- 
lichen FugendruckverhältnisBes  prrjaai  vom  Durchmesserver- 
hUtnie  Qj  des  Innenteils  bei  verschiedenen  Streckgrenzenver- 
hültaissen  x  der  Streckgrenzen  Osi  nnd  »SA  'on  Innnen-  und 
Auflenring. 


Doppelte  PreBverblndungen 

Die  Belastbarkeit  bis  zur  Streckgrenze  von  zwei  mit  Preß- 
Bpannung  aufeinander  sitzenden  Teilen  ste^  mit  zunehmender 
Festigkeit  dee  Außenring- Werkstoffs.  Da  es  unwirtschaftlich  ist, 
den  Außenring  aus  hochwertigen,  teuren  WerkstoQen  zu  fertige 
führt  man  die  Preßverbiadungen  dreiteilig  aus.  Zum  Vorspannen 
des  Innenrings  benutzt  man  dann  einen  Außenring  aus  zwei  mit 
PreBpassung  zusammengefügten  Bingen.  Die  Streckgrenze  des 
einfachen  Außenrings  wiid  d!adurch  scheinbar  um  einen  VerstAr- 
kungsfaktor  /  erhöht,  der  sich  als  Funktion  der  Werkstofl'- Streck- 
grenzen und  der  Durchmeseerverh&ltnisse  berechnen  l&Qt.  Man 
kann  nun  die  doppelte  Preß  Verbindung  genau  so  wie  eine  em- 
foche  behandeln,  deren  Außenring  eine  /-fach  größere  Streck- 
grenze aufweist. 

HofTmaBe  und  Toleranzen 

Eine  der  wichtigsten  KonstruktionsgröBen  für  Preßpassun- 
gen  ist  das  Haftmaß,  d.  h.  die  Durchmesserver&nderung  beider 
Preßpassungsteile  am  Fugendurchmesser  infolge  dea  Fugen- 
drucks.  Das  erforderliche  HoftmaB 


schiedüien  Werten  des  QesamtdurchmesBerverh&ltnisses  Qg  für 

PreBverblndungen  mit  einem  Innenring  aus  Hartmetall  oder 

aus  Stahl,  an  dessen  Iimenflftche  keine   tangentialen   Zug- 

spiuulungen  auftreten  dürfen. 

a  Ortslinie  für  die  gänatigste  Aufleilung 


l&ßt  sich  als  die  Summe  der  elastischen  Veränderungen  «ai  und 
eia  des  inneren  Außenring-  und  des  äußeren  Innenring-Durch- 
messers  definieren  und  ^  Funktion  dee  Fugendurchmeaseis, 
des  VerhältnisseB  der  Bingdurohmeeser.  dos  Fugendrncks  und 
der  Werkstoffeigenschaften  berechnen.  Eine  Korrektur  ermög- 
Uoht  es,  große  Temperaturunterschiede  beim  Festlegen  des  Haft- 
maßea  zu  berücksichtigen.  In  ähnlicher  Weise  kann  man  die 
Fertigungstoleranzen  bestimmen.  Nomogramme  gestatten  ein 
schnelles  Ablesen  der  Haftmaße  und  ihrer  Toleranzen. 


Versuche  mit  PreBverblndungen 

Versuche  an  Teilen  mit  Preßpassungen  sollten  die  theon- 
tischen  Ergebnisse  über  die  Beanspruchungsgrenzen  best&tigeD 
und  Einflüsse  klären,  die  theoretisch  nicht  erfaBt  wurden.  Hier- 
zu gehören  Untersuchungen  über  den  Einfluß  der  Druokranm- 
höhe  oder  des  Bodens  t>ei  einem  Werkzeug  auf  dessen  Belost- 
l>arkeit.  Die  Belastbarkeit  eines  Werkzeugs  steigt,  wenn  dis 
Druckraumhöhe  im  Verhältnis  zur  Werkzeugl&nge  klein  ist 
Ein  Boden  im  Werkzeug  (wie  z.  B.  bei  den  Qesräiken)  ermöglicht 
ebenfalls  eine  Steigerung  der  zulässigen  Belastung. 

Sbesungen  zeigten,  daß  sich  der  Innenring  gegenüber  den 
Fugendruck  eines  Außenrings  um  so  „schwächer  verhält,  je 
mehr  der  Hohlraum  vom  Kreisquerschnitt  abweicht. 

Weitere  Versuchsreihen  lieferten  Aussagen  über  den  EinflnB 
von  Winkelfehlem  an  den  Fugen  geteilter  Innenringe  auf  die 
Vorspannung  sowie  die  Beanspruchung  des  Außenrings,  wenn 
sich  die  Ringsektoren  des  geteilten  Innenrings  infolge  eines  in 
hohen  Betriebsdrucks  im  Werkzeug  an  den  TeiUiigen  abhebeo- 
R  11009 


Düsseldorf 


1400 


H.  W.  HahntmoM»  VDI 


VDI-Z.  IM  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


f 


DK  620.197.6:667.637.27 


Die  neuere  Entwicklung 
auf  dem  Gebiet  der  Rostsdiutzanstridie 


Für  einen  dauerhaften  Rostschutz  von  Stahlbauten  sind 
außer  der  richtigen  Wahl  des  Anstrichmittels  ein  ein^ 
wandfreier  Untergrund  und  günstige  Bedingungen  wäh- 
rend des  Streichens  von  gleicher  Bedeutung.  Die  große 
Auswahl  von  Schutzanstrichnoitteln,  die  heute  zur  Ver- 
fügung steht  —  wobei  Farben  mit  Kunststoff komponenten 
Oberwiegen  —  ermöglicht  es,  auch  gegen  besonders 
aggressive  Beanspruchungen  geeignete  Schutzmaßnah' 
men  zu  finden. 


Die  bedeutenden  Fortschritte  der  Rostschutztechnik  in  den 
leisten  Jahren,  über  die  K.  Krenkekr^)  berichtet,  bestehen 
—  abgesehen  davon,  daß  viele  bisher  imbekannte  Einzeltat- 
Bachen  festgestellt  wurden  —  in  der  Erkenntnis,  daß  ein  halt- 
barer Rostschutz  erst  durch  das  Zusammenwirken  zahlreicher 
Faktoren  erzielt  wird. 

Vorausschauende  Moßnohmen 

StÜde  mit  geringen  Kupferzus&tzen  rosten  langsamer  als 
knpferfreie.  Obwohl  die  Haltbarkeit  von  Schutzanstrichen  von 
der  Stahlsorte  unabhängig  ist,  erzielt  man  bei  schadhaften 
AoBtrichen  mit  gekupferten  St&hlen  eine  zus&tzliche  Sicherung. 
Ein  firühzeitigee  Rosten  von  Stahlbauten  geht  meist  von  den 
Stellen  aus,  die  der  Feuchtigkeit  am  längsten  ausgesetzt  sind, 
z.  B.  Winkel,  Ecken  oder  Überlappungen.  Man  verringert  diese 
Gefiüiren  durch  klare  einfache  Bauformen  und  durch  die  Wahl 
TOQ  Schweißverbindungen  an  Stelle  von  Nietverbindungen. 
Scharfe  Kanten,  an  denen  der  Anstrich  erfahrungsgemäß 
dänner  ist,  vermeidet  man  durch  Rundschleifen. 

UmweiteinflOsse 

Bei  Rostschutzmaßnahmen  muß  man  die  Witterungsverhält- 
niase,  die  Temperatur  der  Umgebung  und  die  in  der  Luft  vor- 
handenen aggressiven  Stoffe  berücksichtigen.  Da  schon  ein 
döimer  Flüssigkeitsfilm  das  Haften  eines  Ajistrichs  am  Unter- 
grond  verhindert,  darf  man  bei  Regen  Rostschutzanstriche 
nicht  aufbringen.  Auch  das  Streichen  von  Rostschutzmitteln 
anf  betaute  Elisenflächen  führt  zu  Mißerfolgen.  Bei  Anstrich- 
aibeiten  in  feuchter  Umgebung  imd  während  der  kühlen  Jahres- 
leit  sollte  man  die  Feuchtigkeitssättigung  der  Luft  bestimmen 
und  darauf  achten,  daß  die  Temperatur  der  Streichfläche 
mindestens  5  ""C  über  dem  Taupunkt  liegt.  Li  diesem  Zusam- 
menhang verdienen  die  sog.  Taufeuchtfarben  Beach- 
tung, die  einen  Emulgator  enthalten;  dieser  bewirkt,  daß  die 
Feuchtigkeit  des  Untergrundes  zimächst  von  den  Farben  auf- 
geeogen  wird,  aus  denen  sie  dann  beim  Trocknen  verdunstet. 
Die  verwendeten  Emulgatoren  haben  jedoch  hydrophile  Eigen- 
schaften und  setzen  daher  die  Beständigkeit  der  Anstriche 
gegen  Feuchtigkeit  herab. 

Beim  Aufbringen  von  Rostschutzanstrichen  sind  außer  der 
Lufttemperatur,  die  nach  den  neuen  Rostschutzvorschriften*) 
nicht  unter  -f  5"  C  liegen  soU,  auch  die  in  der  Luft  vorhandenen 
aggzeesiven  Bestandteile  von  Bedeutung,  weil  sie  die  Haltbar- 
bit der  Anstriche  herabsetzen.  Lidustrieabgase,  wie  z.  B. 
Kfawefelige  Säure,  Ammoniak,  Schwefelwasserstoff,  nitrose 
Gase,  und  besonders  Salzstaub  sollen  beim  Streichen  möglichst 
femgehalten  werden. 

Den  störenden  Einfluß  der  Feuchtigkeit,  der  niedrigen 
Temperatur  und  der  aggressiven  Luftbestandteile  kann  man 
dorcn  die  Wahl  eines  günstigen  Zeitpunktes  für  die  Anstrich- 
uheiten  sehr  vermindern.  Wegen  der  höheren  Temperaturen 
ond  der  geringeren  relativen  Luftfeuchtigkeit  eignen  sich  die 
Sommermonate  am  besten  für  Rostschutziurbeiten.  Ln  Frühjahr 
nnd  im  Herbst  darf  man  wegen  der  Tau-  und  Nebelbildung 
eist  am  späten  Morgen  mit  dem  Anstreichen  beginnen. 

Am  besten  lassen  sich  die  störenden  Umwelteinflüsse  durch 
Aufbringen  des  Anstrichs  schon  im  Lieferwerk  ausschalten. 
Vor  allem  sollte  der  Grundanstrich,  der  maßgebend  für  die 
Haltbarkeit  des  Gesamtanstrichs  ist,  bei  den  günstigen  Arbeits- 

*)  KnnkeUr,  K. :  Die  neuere  Entwicklung  auf  dem  Qebiet  der  Rost- 
•chatxanstriche.  Werkstoffe  u.  Korrosion  10  (1959)  Nr.  1  S.  1/14. 
Daaach  dieses  Referat. 

)  Technische  Vorschriften  für  den  Rostschutz  von  Stahlbau  werken 
(IloSft),  herausgeg.  v.  d.  Deutschen  Bundesbahn.  Ausgabe  1957. 


bedingungen  in  der  Werkstatt  aufgetragen  werden.  Die  prak- 
tischen Erfahrungen  zeigen  allerdings,  daß  die  Lieferfirmen 
meist  nicht  die  nötige  Sorg&lt  für  eine  dauerhafte  Grundierung 
aufwenden. 

Untargrundbehandlung 

Da  die  Haltbarkeit  eines  Rostschutzcuostrichs  nur  durch 
eine  gute  Verbindung  mit  der  Eisenoberfläche  gewährleistet  ist, 
muß  man  die  störenden  Zwischenschichten  wie  Rost,  Walz- 
zunder, Farbreste,  Staub  usw.  entfernen.  Die  Umwandlung 
von  Rost  in  eine  beständige,  nicht  korrodierende  Verbindung 
gelingt  mit  Phosphorsäure.  Dieses  Verfahren  erfordert  jedoch 
genau  abgestimmte  Bäder,  geregelte  Temperaturen  und  ver- 
schiedene Vorsichtsmaßnahmen,  die  man  im  Betrieb  meist 
nicht  einhalten  kann;  es  ist  daher  nicht  zu  empfehlen.  Der 
Walzzunder  wird  oft  als  eine  natürliche  Schutzhaut  des  Eisens 
betrachtet;  heute  setzt  sich  jedoch  die  Erkenntnis  durch,  daß 
auch  die  Walzhaut  vor  dem  Anstrich  entfernt  werden  muß. 

Entrostungsverfohren 

Die  Handentrostung  mit  der  Drahtbürste  und  die  mecha- 
nische Entrostung  mit  der  umlaufenden  Bürste  sind  die  schlech- 
testen Entrostungsverfahren;  man  sollte  sie  nur  anwenden, 
weim  aus  betrieblichen  Gründen  nicht  anders  entrostet  werden 
kann. 

Bei  der  Flamm-Entrostung  (Azethylen- Sauerstoff- 
Flamme),  die  wirksamer  als  die  Handentrostimg  ist,  kann  man 
den  Grundanstrich  auf  das  noch  warme  Eisen  aufbringen  und 
erreicht  damit  ein  gutes  Haften  der  Farbe.  Beim  Flamm- 
Entrosten  muß  man  jedoch  besondere  Vorschriften  einhalten; 
es  führt  auch  nur  bei  einer  gewissenhaften  Arbeitsweise  zum 
Erfolg. 

Das  wirksamste  und  heute  allgemein  gebräuchliche  Verfahren 
zum  Entfernen  von  Rost  und  Zunder  ist  das  Sandstrahl- 
verfahren. Hier  spielt  die  Wahl  der  richtigen  Korngröße 
des  Strahlsandes  eine  große  RoUe.  Verwendet  man  groben  Sand, 
so  entstehen  Vertiefungen  bis  zu  100  {x.  Auf  einem  in  dieser 
Art  aufgerauhten  Untergrund  können  die  Anstrichfilme,  die 
meist  100  bis  150  (x  dick  sind,  nicht  porenfrei  sein.  Man  fordert 
heute  eine  Profiltiefe  der  Strahlung,  die  nicht  mehr  als  ein 
Drittel  der  Anstrichdicke  betragen  soll,  d.  h.  bei  normaler 
Filmdicke  von  rd.  150  (x  dürfen  die  Poren  höchstens  50  \l  tief 
sein.  Diese  Tiefe  erreicht  man  am  besten  mit  Sand  der  Körnung 
0,5  bis  1,2  mm.  Der  Sandstrahl  entfernt  nur  den  spröden  Rost 
und  Zunder,  während  sich  das  Eisen  plastisch  verhält  und  kaum 
abgetragen  wird  (10  (x  Dickenminderung/h]. 

Das  blanke  Eisen  neigt  sehr  zu  neuer  Rostbildung;  daher 
soll  man  den  ersten  Grundanstrich  unmittelbar  nadi  dem 
Entrosten  aufbringen.  Wenn  dies  nicht  möglich  ist,  wird  ein 
sog.  Wash-Primer')  als  Haftgrund  aufgespritzt.  Er 
besteht  aus  einem  passivierenden  Chromatpigment,  aus  film- 
bildenden Stoffen  (Vinylpolymerisat)  und  aus  Phosphorsäure. 
Auf  der  blanken  Eisenoberfläche  entstehen  neben  Eisenphosphat 
schwerlösliche  Metallphosphate,  die  mit  dem  organischen 
Bindemittel  metallorgamscne  Verbindungen  bilden;  sie  haften 
am  Eisen  sehr  fest  und  bilden  auch  einen  guten  Haftgrund  für 
die  folgenden  Anstriche.  Der  Wash-Primer-Anstrich,  dessen 
Dicke  5  bis  10  (x  beträgt,  schützt  nur  eine  kurze  Zeit  vor  Rost 
(höchstens  14  Tage)  imd  ersetzt  keinen  der  üblichen  Grund - 
und  Deckanstriche. 

Grundonstriche 

Der  Grundanstrich  schützt  das  Eisen  durch  chemische  Vor- 
gänge vor  dem  Rosten.  Selbst  porenfreie  Anstriche  muß  man 
als  halbdurchlässige  Membranen  betrachten,  die  nicht  verhin- 
dern, daß  Feuchtigkeitsspuren  zum  Eisen  gelangen.  Die  rost- 
schützenden Pigmente  der  Grundierung  nehmen  diese  geringen 
Wassermengen  auf  und  wirken  passivierend. 

Die  beste  Rostschutzgrundierung  für  Stahlbauten  im  Freien 
ist  auch  heute  noch  die  altbekaimte  Leinöl-Bleimen- 
nige. Sie  enthält  als  Bindemittel  Leinölfirnis,  der  ihr  durch 
sein  gutes  Benetzungsvermögen  die  wertvollen  Eigenschaften 


*)  Es  bedeuten:  Primer  —  erste  Orundierung,  wash  =  mit  einem  Hauch 
versehen,  Wash-Primer  »  Überziehen  mit  einer  hauchdünnen  Orun- 
dierung. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


U01 


verleiht.  Die  Naohteile  des  LeiDölfimisses  sind  seine  Feuchtig- 
keitsempfindlichkeit  (Quellen  der  Anstrichfilme)  und  seine 
yerh&ltnism&ßig  lange  Trooknungszeit.  Man  vermeidet  diese 
Naohteile,  indem  man  Bindemittel  verwendet,  die  sich  aus 
Kombinationen  von  trocknenden  Ölen  mit  Chlorkautschuk, 
Phenolharzen,  Phthalatharzen  und  Asphalten  ergeben.  In 
Tafel  1  sind  die  wichtigsten  Bindemittel  für  Rostschutzfarben 
angegeben. 

Bei  der  Ol-Chlorkautschukmennige  ist  der 
Leinölfirnis  teilweise  durch  Chlorkautsohuk  ersetzt;  man 
erreicht  damit  ein  rascheres  Trocknen  sowie  eine  Versrößerung 
der  Wetterfestigkeit  imd  der  mechanischen  Widerstands- 
fähigkeit. Die  Chlorkautschukzusfttze  sind  nur  klein;  daher 
bleiben  die  guten  Benetzungseigenschaften  des  Leinölfirnisses 
erhalten.  Die  Chlorkautschuk-Ol-Mennige  ent- 
hält Chlorkautschuk  im  Überschuß  und  bildet  rasch  troänende 
Qrundierungen  für  Schutzanstriche  gegen  Wassereinwirkung 
imd  gegen  aggressive  chemische  Einflüsse.  Ersetzt  man  einen 
Teil  des  Leinölbindemittels  durch  Phthalatharz,  so  erhält  man 
die  Ol-Phthalatharzmennige,  die  rasch  trocknet 
und  wenig  zum  Quellen  neigt,  jedoch  schlecht  benetzt.  Schnell 
trocknende  und  wasserbeständige  Grundanstriche  sind  die 
Ol-Phenolharzmennige  imd  die  Ol-Asphalt- 
m  e  n  n  i  g  e,  die  man  durch  Verkochen  von  Leinöl  mit  öllös- 
lichen Phenolharzen  bzw.  mit  Asphalten  gewinnt.  Bei  der 
Phthalatharzmennige  besteht  das  Bindemittel  nur 
aus  Phthalatharz;  sie  zeichnet  sich  durch  besonders  rasches 
Trocknen  aus.  Das  Fehlen  des  Olanteils  verschlechtert  die 
Benetzimgseigenschaften;  um  das  Rosten  von  innen  her  zu 
vermeiden,  muß  man  diesen  Schutzanstrich  auf  möglichst 
blank  entrostetem  Eisen  auftragen. 

Rostschutzüberzüge  aus  elektrochemisch  unedleren  Metallen 
als  Eisen  korrodieren  ebenfalls,  je  nach  der  Art  der  aggressiven 
Einflüsse;  sie  müssen  daher  überstrichen  werden.  Besonders 
die  Spritzverzinkung  kann  man  wegen  der  rauhen 
imd  porösen  Oberfläche  nur  als  Grundierung  betrachten.  Der 
Metallüberzug,  der  gegen  mechanische  Verletzungen  weniger 
empfindhch  ist  als  Ai^triche,  erfordert  keine  passivieren(&n 
Pimente  in  den  Deckanstrichen.  Zinkstaub  färben 
haben  sich  gut  bewährt;  jedoch  werden  die  Anstriche  infolge 
des  erforderlichen  hohen  Zinkstaubgehaltes  leicht  zu  mager 
und  neigen  dann  zur  Porosität. 

Die  einzelnen  Grundierungen  stellen  an  die  vorhergehende 
Untergrundbehandlung  unterschiedliche  Anforderungen,  die 
mit  dem  Benetzunss-  imd  dem  kapillaren  Eindrinffvermögen 
der  jeweiligen  Bindemittel  zusammenhängen.  Da  das  Ol  die 
besten  Benetzungseigenschaften  zeigt,  muß  man  um  so  sorg- 
fältiger entrosten,  je  kleiner  der  Olgehalt  des  Bindemittels  ist. 
Während  bei  einem  Leinölmennigeanstrich  zur  Not  die  Hand- 
entroetung  genügt,  verlangen  die  ölfieien  Grundierungen, 
einschl.  der  Verzmkung,  eine  metallisch  blanke  Oberfläche. 

Für  Stahlbauten  in  &eier  Landschaft,  in  Stadt-  und  Industrie- 
atmosphäre ist  die  Leinöl-Bleimennige  als  Grundanstrich  gut  ge- 
eignet. Ol-Chlorkautschukmennige  und  Ol-Phthalatharzmennige 
verwendet  man  für  h  ä  u  f  i  g 


Tafel  1.  Die  wichtigsten  Bindemittel  für  Rostschutzfarben. 


PhenolhoR- 
Olverkochung 

>  ■ 

Phenol- 
Harz- 
Asphalt 

Asphalt 

.  ■   ™i 

Öl- 

Phonol- 

Hans 

öl- 

Asphalt- 

Komb. 

1 

: 

Phonol- 
Harz- 
Chlor- 
kautflohuk 

Trooknende 
öle 

Asphalt- 

Phthalat- 

Harz 

1 

öl- 
Chlor- 
Kaut- 
■ohuk 

öl- 

Phihalat- 

Harz 

Chlor- 

Chlor- 
kautflohuk 
Phthalat- 

Komb. 

P 

»Uf3,A.1^*   TT... 

Kautflohuk 

uuuur 

»V-AA«M«t 

heute  dafür  statt  Bleiweiß  und  Zinkoxyd  die  inaktiven  Pig- 
mente Eisenglimmer  imd  Aluminiumpulver,  die  mit  Uhrer 
Schuppenstruktur  das  Altem  des  Bindemittels  verzögern  und 
damit  die  Haltbarkeit  der  Anstriche  verlängern.  Die  Deutsche 
Bundesbahn,  die  an  dieser  Entwicklung  maßgeblich  beteiligt 
ist,  verwendet  vorwiegend  Eisenglimmerfarben  für  den  Bost- 
schutz. 

Tafel  2  gibt  eine  Übersicht  über  die  wichtigsten  Deckanstricfa- 
mittel  für  den  Rostschutz  von  Stahlbauten  und  ihre  Anwen- 
dungsgebiete. 

Die  Bindemittel  der  Deckanstriche  sind  die  gleichen  wie 
die  für  die  Grundanstriche,  s.  Tafel  1.  Ölfarben  eignen 
sich  gut  für  den  Schutz  von  Eisenbauten  in  ficeier  Landschaft. 
Die  Ol-Chlorkautschuk färben  sind  sehr  wetter- 
beständig und  härten  rasch  und  gut  durch;  im  Vergleich  zu 
Ölfarben  sind  sie  beständiger  gegen  Feuchtigkeit  und  gegen 
aggressive  Einflüsse.  Sie  haften  fest  und  zeigen  bei  guter 
Elastizität  eine  hohe  mechanische  Widerstand^ähigkeit.  Die 
Ol-Phthalatharz färben  zeigen  gegenüber  Leinöl- 
farben eine  bessere  Wetterbeständigkeit,  sie  trocknen  rascher, 
ihre  Filmhärte  ist  größer,  jedoch  können  besonders  bei  kühler, 
feuchter  Witterung,  während  des  Streichens  Haftsobwieng- 
keiten    auftreten.    Die    Ol-Phenolharz färben    sind 


betaute  Flächen 
in  aggressiver  Atmosphäre. 
Für  Unterwasseran- 
striche eignen  sich  Ol- 
Phenolharz-,  Ol-Asphalt-, 
Phthalatharz-  und  chlor- 
kautschukreiche  Ol-Men- 
nige.  Gegen  Laugen  und 
Säuren  schützen  ölfi«ie 
Sondergrundierungen  am 
besten.  Zinkstaubgrundie- 
rungen  und  Spiitzver- 
zinkungen  bewähren  sich 
für  Unterwasseranstriche 
und  in  aggressiver  At- 
mosphäre. 

Deckanstriche 

Die  Deckanstriche  ent- 
hielten früher  fast  aus- 
schließlich die  Aktivpig- 
mente Bleiweiß  und  Zink- 
oxyd, die  aber  leicht  zum 
Verspröden  neigen.  Da  der 
Deckanstrich  die  Grundie- 
rung nur  physikalisch 
schützen  soll,  benutzt  man 


Tatel  2.  Die  wichtigsten  Deckanstrichmittel  und  ihre  Anwendungsgebiete. 


Freie 
Land- 
Schaft 

Industrie- 
Atmo- 
sphäre 

aggresive 
Atmo- 
sphäre 

schwache 
Chemi- 
kalien 

starke 
Chemi- 
kalien 

häufig 

betaute 

Flächen 

unter 
Waswr 

Öl-Farben 

^^^ 

Ol-Chlorkaut8chi2k-Farb. 

^^^ 

Öl-Phthalathan-Farbon 

^^^ 

ö  I-Phenolharz-Farben 

^^^ 

^^^ 

Ol-Asphalt-Farben 

^^^^ 

^^^ 

^^^ 

^^^ 

™d 

Phthalathara-Farben 

^^^ 

Chlorkautsohuk-Farben 

^^^ 

^^^ 

^^^ 

^^^ 

^^gl 

Bituxnenanstrioh 

^^^ 

^^^ 

^^^ 

^^^1 

'^''''iis 

^^^ 

^^^ 

^^^ 

^^^ 

>"v''"''v55'l 

S''i''SS'2i'2c 

Teerpeohemulsion 

^^^ 

^^M 

^^S 

^^S 

^^^ 

Spezialfarben 

^^^^ 

^^^^ 

^^^^ 

^^^^ 

i'ii^ 

*                 •     t    * 

•      V     « 

geeignet 

^^» 

gut,  aber  mcfat 
erforderlich 

mcht 
geoisnet 

j 

1402 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


wiambestandig  und  widerstandsfähig  gegen  Industrieatmo- 
iphire  und  gegen  Meeiesklima.  Die  Ol-Asphaltfarben 
iKfern  Schutzanstriche  von  tmübertroffener  Haltbarkeit;  sie 
■flud  wetterfest,  wasserfest,  rauchgasbest&ndig  und  faitze- 
bestfndjgbis  180  ""C.  Die  Phthalatharz  färben  trook- 
gen  sehr  schnell  und  widerstehen  gut  mechanisohen  Beanspru- 
ciiQDgen,  während  die  Chlorkautschukfarben  be- 
•ondeiB  best&ndig  gegen  Wassereinwirkung  und  gegen  den 
AngrifF  von  S&uien  und  Laugen  sind. 

Bituminöse  Rostschutzfarben 

Die  Bitumen-Rostschutzfarben  geben  gut  wasserbeständige, 
aber  wenig  wetterfeste  Anstriche.  Man  verwendet  sie  daher 
forwiegend  im  Wasser  und  imter  der  Erde.  In  den  letzten 
«ihn  Jahren  traten  im  Rostschutz  dieTeerpecherzeug- 
niise  sehr  in  den  Vordergrund,  nachdem  man  erkannt  hatte, 
diB  ae  infolge  ihres  aromatischen  Charakters  und  ihres  Gehaltes 
m  Phenolen  und  Teerbasen  ein  höheres  Benetzungsvermögen 
ik  Bitumen  haben;  sie  geben  daher  einen  größeren  Rostsohutz 
and  sind  wasserfester.  Die  Teerpech-RostsohutzfBurben  liefern 
im  Wasserbau  und  in  der  Schwerindustrie  derbe  Anstriche  von 
«umgezeichneter  Haltbarkeit.  Da  die  Bitumenlösungen  keine 
und  die  Teerpechlöeungen  nur  eine  geringe  passivierende  Wir- 
kung besitzen,  müssen  die  Anstriche  eine  Dicke  von  200  bis 
300  \L  erreichen. 

Sonderfarben 

Die  Entwicklung  der  KunststofFchemie  in  den  letzten  Jahren 
fährte  zu  neuen  Rostschutzfarben,  die  es  ermöglichen,  die 
scfawierigBten  Korrosionsproblemo  zu  lösen.  Diese  Sonderfarben 
—  meist  Zweikomponentenlacke  —  zeichnen  sich  durch  eine 
nhr  gute  Wasserföstigkeit  und  durch  eine  besonders  hohe 
vndentandsfUiigkeit  gegen  S&uren,  Laugen,  Lösungsmittel 
(Beiaol,  Aromaten),  Fette,  öle  und  Treibstoffe  aus.  Benders 
widitiff  in  dieser  Qroppe  sind  die  Epikotelacke,  die  DD-Laoke, 
die  PoTyesterlacke,  die  vinyllaoke  und  die  Cyolokautschuklacke. 


Anstrich-Emulsionen 

Die  Bedenken  vieler  Fachleute  gegen  Anstrich-Emulsionen 
für  Rostschutzzwecke  sind  unbegründet.  Das  in  der  Emulsion 
enthaltene  Wasser  führt  sicher  nicht  zum  Rosten,  wenn  man 
mit  einem  gelösten  Grundierungsmittel  vorstreicht.  Steinkohlen- 
teerpech-Emulsionen  trocknen  auch  in  dicker  Schicht  gut  durch 
und  haben  sich  als  wirtschaftliche  und  dauerhafte  Schutz- 
anstriche in  aggressiver  Atmosphäre  bew&hrt. 

Fllmdicke  und  PorenprOfung 

Ein  Rostschutzanstrich,  der  das  Eisen  vor  Feuchtigkeit  und 
vor  korrodierenden  Einflüssen  wirksam  schützen  soll,  muß 
porenfrei  sein;  dies  setzt  einen  gleichmäßigen  und  genügend 
dicken  Film  voraus.  Die  große  Bedeutung  der  Filmdicke 
kommt  in  Versuchsergebnissen  zum  Ausdruck,  wonach  die 
Lebensdauer  eines  Anstrichs  der  Filmdicke  ungefähr  propor- 
tional ist.  Erfahrungsgemäß  betragen  die  Kosten  für  das  Ent- 
rosten upd  Aufbringen  des  Anstrichs  das  Vier-  bis  Zehnfache 
der  Anstrichmittelkosten;  es  zeugt  daher  von  fe^scher  Sparsam- 
keit, wenn  man  „ausgiebige"  Farben  wählt  und  damit  nur 
einen  dünnen,  wenig  haltbaren  Film  erzielt.  Für  einen  einwand- 
freien Anstrich  wird  eine  Dicke  von  120  bis  150  (a  verlangt; 
bei  bituminösen  Anstrichstoffen  soll  der  Film  250  bis  300  (a 
dick  sein. 

Da  die  Güte  der  Schutzanstriche  von  vielen  Zufälligkeiten 
abhängt,  sollte  man  der  Überwachung  und  der  Ab- 
nahmeprüfung mehr  Bedeutung  beimessen.  Die  richtige 
Filmdicke  prüft  man  mit  einem  Filmdickenmesser;  man  kann 
auch  verlangen,  daß  für  die  einzelnen  Anstriche  stark  kon- 
trastierende Farben  verwendet  werden,  deren  einwandfreie 
Überdeckung  eine  ausreichende  Filmdicke  sicherstellt.  Hin- 
sichtlich der  Porenzahl  sollte  man  fordern,  daß  der  zweite 
Qrundanstrich  weitgehend  porenfr^i  und  der  dritte  (meist 
vorletzte)  völlig  porenfriei  ist.  R  10  856 

Wolfenbüttel  Kurt  Pawlik 


DK  625.143.036.54:625.031.1 :  534.1 .001 .5:669.14.01 8.294.2 


SchienenrifFeln,  ihre  Erforschung  und  Verhütung 


Zmchrift^) 

Die  weoentlichen  Merkmale  der  in  dem  Aufsatz  von  F.  Bir- 
sMwi  (VDI-Z.  100  (1958)  Nr.  26  S.  1253/62  und  Nr.  30  S.  1453  bis 
1462)  behandelten  Rififel-  und  Wellenbildungen  sind  nach  meinen 
Untersuchungen  zwanglos  als  Folge  von  RMonanzsohwingungen 
der  als  Kreisel  mrken&n  Radsoheiben  eines  rollenden  Radsatzes 
im  Sinne  der  nachstehenden  Ausfuhrungen  zu  deuten :  Auf  Grund 
lotzechter  Schienendurchbiegungen  bewirken  Stoßimpulse  beim 
Oberfihren  der  Schwellen  Stauchungen  der  Lagerfedern  zwi- 
•chen  Radsatg  und  Fahrzeugobergestell,  Biegeschwankungen 
der  Radsatzwelle  und  Drehsohwingungen  der  als  starr  angese- 
henen Radsoheiben  um  einen  waagerechten  Raddurohmesser 
«Is  Drehachse.  Jede  Radscheibe  eines  rollenden  Radsatzes  stellt 
phyaikalisoh  einen  Kreisel  dar,  der  elastisch  an  eine  Gleichge- 
wichtslage gebunden  ist  und  auf  Störimpulse  der  angegebenen 
Art  durch  räumliche  Schwingungen  reagiert.  Diese  werden 
doch  zwei  Winkel-Zeit-Funktionen  a  =  a(t)  und  ß  =ß{t) 
beschrieben;  dabei  bedeuten  a  die  Winkelauslenkung  der 
Radsoheibenebene  gegenüber  ihrer  ungestörten  Lage  bei  Dre- 
hung um  einen  waagerechten  Raddurchmesser,  ß  die  entspre- 
chende Aualenkung  bezüglich  eines  lotrechten  Durchmessers 
all  Drehachse  und  t  die  Zeit.  Die  Stoßerregung  im  Rhythmus  der 
Sehwdlenfolge  wird  für  den  Resonanzfiall  durch  die  jeweilige 
Lobeofataualenkung  ri  einer  Radscheibe  gegenüber  einer  waage* 
rechten  Nullage  in  Form  der  Fouiierreme 

n  =  4;+   2  AismU^t  +  di] 

iwrnl,!,...  \  *  / 

in  Ansatz  gebracht,  wenn  A'^,  Ai,  dt 
Konstanten,  v  die  Fahrgeschwindig- 
keit und  8  den  Schwellenabstand  be- 
deuten;   =  iIq  ist  die  Gmnd&e- 

qoenz  der  Erregung. 


Die  Scheibenauslenkung  um  den  Winkel  a  hat  ein  Rück- 
führmoment der  Form  Mu  =  —  Da  a,  die  Auslenkung  um 
den  Winkel  ß  ein  Rückführmoment  Mß  =  —  Dß  ß  zur  Folge. 
Die  Größen  Da  und  Dß  sind  Rückführkonstanten,  auf  deren 
Bestinmiung  weiter  unten  eingegangen  wird. 

Bedeuten  tOgn  und  (Oß^  die  Eigenfrequenzen  eines  Rades  be- 
züglich der  a-  bzw.  ^^-Schwingungen  bei  nicht  rollendem  Rade, 
so  läuft  die  Ermittlung  der  Funktion  a  (t)  und  ß  {t)  bei  einem 
Radsatz  mit  der  Rollwinkelgeschwindigkeit  (Oq  für  praktische 
Belange  auf  die  Lösung  der  folgenden  Differentialgleichungen 
einer  Radscheibe  hinaus  (mit  Punkten  über  einer  Größe  als  Ab- 
leitimgen  nach  der  Zeit): 

i  +  2«^/»  +  a)i,a  =  ^o+    71  Ai  am U^t^öi]  ,   .  (la), 


ß  —  2<äoit+a},ß  =  0 


(Ib). 


Die  homogene  Form  dieses  Gleichungssystems')  liefert  für  die 
Eigenschwingungen  des  rollenden  Rades  die  Lösungen 

a  =  ^  sin  (6)i  *  -f  qE>i)  +  5  sin  (o),  <  -f  flP,) (2a), 

jJ=*i^8in|a)i<-f-flE^i  — y)  +A,B8in|ü)>«  +  flE^,— y)    (2b) 
mit 


5}  =]/^<<+  '»Jo  +  4«J)  ±  ]/i  (0.:.  +  «1,  +  4a,;)  -<«!„   (3) 


^)ZaKliilft  und  Bntgegnimg  ohne  Verantwortung  der  Schrifileitung. 


*)  Die  Kreiselglelchungen  der  Badscheibe  wurden  nach  einem  N&herungs- 
verfahren  von  Ä.  Föppl  aufgeetelli.  Vgl.  hiersu:  Sehuler,  M,:  BinfQhrung 
in  die  Mechanik.  WolfenbOttel  1061.  Teil  n  8. 167. 


VDt-Z.  191   (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


U03 


als  Frequenzen  der  Kreiselsohwingungen.  Die  Qrößen  A^  B, 
^»  ^f  9^1  und  q>2  sind  Konstanten.  In  Gl.  (2a)  und  (2b)  ist  das  Auf- 
treten der  beiden  Frequenzen  a>x  undcO]  bemerkenswert  ((Oi  >  (O^)» 
da  auf  Grund  der  Diskussion  des  inhomogenen  Gleichungs- 
systems die  Badscheiben  zu  Resonanzschwingungen  angeregt 

werden,  wenn  (o^  oder  a)^  mit  der  Grundfrequenz  Hq  = oder 

« 

mit  einem  Vielfachen  von  ihr  übereinstimmt.  Prim&re  Schwin- 
gungsaniegung  der  Badscheiben  mit  der  Frequenz  (o^  =  iru 
mit  f  =  1,  2,  . . .  kann  zu  „Riffel-  bzw.  Wellenschwingungen 
der  Form 


a  =  AaiaiOit;        ß  =  k A  sin  loiit ^j  .    ,    .    . 


(4) 


führen;  darin  bedeuten  a  =  a  (t)  die  periodische  Verlagerung 
des  Schwerpunktes  der  Druckfläche  von  einer  Schienenseite  zur 


7C 


andern,  ß  {t)  mit  der  Phasenverschiebung  -^  (bei  Vernachlässi- 
gung der  Reibung  im  Ansatz)  die  tangentiale  Reibbeanspruchung 
in  der  Druckfläche. 


Die  charakteristischen  RifTelbilder  kann  man  als  Folge  solcher 
Schwingungen  bei  Auswirkung  der  Profile  von  Rad  und  Schiene 
ansehen;  die  Schrägstellung  der  Riffeln  läßt  sich  durch  das  Wei- 
terrollen der  Räder  während  der  a-  und  j?- Schwingungen  deuten. 
Dämpfungs-  und  Reibungseinflüsse  des  WerkstofGs  verringern 
oder  verhindem  den  Schwingungsvorgans.  Bei  Beachtung  der 
Phasenverschiebung  zwischen  der  a-  und  p- Schwingung  ist  eine 
gegenläufige  Streckung  des  Werkstoffes  an  der  Außen-  und 
Innenkante  des  Schienenkopfes  allgemein  als  Folge  solcher 
j^-Schwingimgen  zu  erklären. 

•     Die  Berechnung  der  Frequenzen  o>i  und  0)2  nach  Gl.  (3)  ist 

Da 
schwierig.  Während   sich  Dß  zur   Ermittlung  von  coL  =  -^ 

(9ji  =  Massenträgheitsmoment  einer  Radscheibe  bezogen  auf 

einen  Durchmesser)  aus  der  Elastizität  der  Radsatzwelle  ergibt, 

t         Da 
ist  Da  zum  Ermitteln  von  cHao  =  ^~  theoretisch  nicht  genauer 

ZU  erfassen.  Die  Konstante  Da  hängt  u.  a.  ab  von  der  wirksamen 
seitlichen  Schienensteifigkeit,  in  die  wiederum  die  Anordnung 
der  Radsätze  am  Fahrzeug,  die  lotrechte  Schienendurchbiegung, 
die  Elastizität  der  Schwellen  sowie  die  Art  der  Schwellenbefe- 
stigung und  Schwellenbettung  eingehen  können.  Gl.  (3)  ermög- 
licht es  jedoch,  die  Neigung  eines  Radsatzes  zur  Ausführung 
von  „Riffelschwingungen"  zu  erkennen,  wenn  (Oi  und  o»,  für 
verschiedene  Fahrgeschwindigkeiten  v  in  Abhängigkeit  von  der 
als  veränderlich  angenommenen  Größe  Da  berechnet  und  ver- 
möge der  Beziehungen  ^}^  =  v  und  0^  A,  =  v  die  den  Fre- 
quenzen  a^  und  a)^   entsprechenden  Wellenlängen  A^   und  A, 


U'74kn^ 


U'SOkff/k 


V'79kin/fi 
U'SOkm/k 


10010^ 


Rückführkonsfantt  0^ 


Bild  1«  Ermitteln  kritischer  Schwingungen  des  Normalradsatzes 

der  Deutschen  Bundesbahn. 

Den  Frequenzen  a)|  und  (a^  entsprechende  Wellenlängen   X|  und  X^ 
abhängig  von  der  Rückführkonstanten  Da  bei  Fahrgeschwindigkeiten 

t;  von  60  und  74  km/h. 


als  Ordinaten  in  einem  Koordinatensystem  abhängig  von  L 

graphisch  aufgetragen  werden.  Bild  1  zeigt  die  Anwendung  di 

Verfahrens  beim  Ermitteln  kritischer  Schwingungen  des  NonxiA 

radsatzes    der    Deutschen    Bundesbahn    (Radius    r  =  50  cn 

Schwellenabstand  «  =  63  cm).  Die  beiden  Kurvenpaare  lasse 

auf  das  Auftreten  von  „Riffelschwingungen*'  schließen.    Bi 

g 
V  =  74  km/h  ist  die  Wellenlänge  A^  <«  31  cm  w  —  ,  (6)}  w  2  fio] 

Tu 
ß 

bei  V  =  50  km/h  ergibt  sich  A,  w  20  om  «  ä-  >  (<Ji>i  ^  3  Mq)-  Ii 

ersten  Falle  treten  bei  /)a  >  60  *  10*  kp  m  Radscheibenschwiii 
gungen  mit  Wellenlängen  X^  zwischen  10  cm  und  8  cm,  ii 
zweiten  Falle  solche  zwischen  8  cm  und  5  cm  auf.  Beid 
Xj- Werte  liegen  im  Qroßenbereich  der  Wellenlängen  von  Schk 
nenriffeln.  Das  Ergebnis  wurde  nach  dem  angeführten  Nähe 
rungsverfahren  bei  einigen  Vernachlässigungen  errechnet;  u 
Anbetracht  der  Resonanzbedingungen  dürne  es  kaum  auf  einen 
Zufall  beruhen. 

Aus  den  Untersuchungsergebnissen  lassen  sich  weitere  Folge 
rungen  ziehen;  sie  können  hier  aus  Platzmangel  nicht  wiederge 
geben  werden. 

Hannover  Herbert  Teaci 


Entgegnung^) 

Die  begrüßenswerte  theoretische  Untersuchimg  von  H 
Tesch  erklärt  die  RifTelbildimg  durch  Radscheiben-Kreiael 
Schwingungen,  die  im  Schwellenrhvthmus  angeregt  werden 
Das  Eisenbahngleis  in  seiner  klassischen  Form  ist  einem  Trftges 
auf  elastisch  senkbaren  Stützen  vergleichbar.  Die  G^esamt 
einsenkungen  unter  dem  Fahrzeug  hängen  von  der  Elastizität 
des  Schotterbettes  und  des  Untergrundes,  in  bestimmtem  Um 
fang  auch  vom  Werkstoff  der  Schwelle  (Stahl,  Beton,  Holz)  ab 
Die  von  H.  Tesch  errechnete  Geschwindigkelteabhängigkeit  dei 
RifTelabstandes  (5  bis  6  cm  bei  t7  =  50  km/h,  8  bis  10  cm.  be 
74  km/h)  stimmt  mit  der  Wirklichkeit  nicht  erkennbar  überein 
weil  sich  die  Riffelabstände  in  Eisenbahnstrecken  mit  meist 
sehr  gemischtem  Verkehr  und  unterschiedlich  schnell  üahrendeE 
verschiedenartigen  Fahrzeugen  (Personen-,  Schnell-  und  Güter- 
zügen) offensichtlich  überdecken  und  vielmehr  doch  der  Riffel- 
abstand  vom  Werkstoff  abzuhängen  scheint.  Ob  die  Schräg- 
stellung der  Riffeln  in  zweigleisigen  Strecken  nach  H,  Tesch 
gedeutet  werden  kann,  müßte  noch  besonders  untersucht 
werden. 

Nach  der  Berechnung  von  H,  Tesch  müssen  die  Wagenräder 
die  Riffeln  bilden;  bisher  hatte  man,  besonders  M,  Fink,  Aachen, 
den  Schlupf  der  Triebfahrzeuge  als  allein  riffelerzeugend  ange- 
sehen. Wie  ich  in  meinem  Aufsatz  ausführte,  spielt  der  Einflnfi 
des  Schienenwerkstoffes  in  der  Riffelbildung  auf  Fembahnen 
insgesamt  eine  gewisse  Rolle.  Dementsprechend  muß 
die  Abhilfe  einerseits  beim  Werkstoff  einsetzen,  andeierseiti 
darauf  hinzielen,  die  Schwingungsneigung  des  Radsatzes  zu 
verringern.  Noch  nicht  erfaßt  ist  in  der  Berechnung  von  H. 
Tesch  die  Schwingungsanregung  durch  ungleich  große  Räder, 
wie  ich  sie  bei  den  Fahrversucnen  fand  (vgl.  Fij^aimi.  2  auf 
S.  1460) ;  E,  Czüary,  Wien,  hat  sie  kürzlich')  theoretisch  dar- 
gestellt. Eine  Ausdehnung  der  Berechnung  von  H.  Tesch  auf 
diesen  Fall  erscheint  wünschenswert.  Z  10908 

Minden  (Westf.)  FrUz  Birmann 


*)  Czitary, Eugen:  Zur  wellenförmigen  Abnutzung  der  Schienen.  Siaenbalm- 
techn.  Bdsch.  8  (1959)  Nr.  6  S.  247/68. 


Das  Rundsteuerverfahren 

Berichtigung 

Mein  Aufsatz  in  VBI-Z.  101  (1959)  Nr.  18  S.  733/43  ist  an 
folgenden  Stellen  zu  berichtigen:  Auf  Seite  734,  rechte  Spalte, 
in  der  9.  Zeile  von  oben  ist  nach  dem  Wort  Störpegel  e«  B. 
einzufügen;  die  11.  Zeile  beginnt  nicht  mit  „kleine",  sondern 
mit  längere  Impulsdauer.  In  der  Formel  auf  Seite  735,  rechte 
Spalte»  7.  Zeile  von  oben  soll  im  Zähler  v  statt  V  stehen.  Auf 
Seite  736  heißt  die  Unterschrift  zu  Bild  10  nicht  Seriensperre, 
sondern  Drosselsperre.  Z  11115 

Hannover  Harry  Weißmann 


U04 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


FACHGEBIETE  DER  TECHNIK  IN  JAHRESQBERSICHTEN 


Eisenhüttenwesen 


Roheisenerzeugung  und  Stahlherstellung 


Von  Dr.'Ing.  Omorg  BuUm,  Mülheim  (Ruhr) 


DK  669.162:669.181  (047.1) 


Die  unsichere  Marktlage  hat  in  der 
Eisenindustrie  1968  die  Rohstoff- 
Frage  besonders  in  den  Vorder- 
grund gerückt.  Die  Bohstoffe  wiirden 
büliger,  und  zwar  vor  allem  der 
Schrott ;  dementsprechend  verschob 
sich  das  Interesse  der  Industrie  vom 
Erz- Stahl -Verfahren   (Hochofen-Kon- 


verter) vielfach  zum  Schrott- Stahl- 
Verfahren  (Martin-  oder  Elektroofen). 
Bei  dieser  Verschiebung  handelt  es 
sich  z.  T.  um  eine  Dauererscheinung 
(Schrott-Stahl  im  Jahre  1927  rd. 
31,6%,  1938  rd.  40,5%,  1957  rd.  43%, 
später  sicherlich  über  50%). 


Stohlherstellung  aus  Erz 


Stahl  aus  Erz  stellte  man  früher 
überwiegend  über  den  Hochofen  im 
Martinofen  her;  das  im  Hochofen  aus 
Erz  erschmolzene  Boheisen  wurde  im 
Martinofen  zu  Stahl  raffiniert.  Nur 
in  den  Ländern  der  Montanimion 
wurde  Erz- Stahl  im  großen  Maße  im 
Konverter  aus  Erz -Boheisen  aus  dem 
Hochofen  erblasen  (Thomas- Stahl- 
Verfahren).  Konverterstahl  ist  billiger 


37W0  Gichtbühne 


als  Martinstahl;  er  war  aber  bisher 
diesem  nicht  gleichwertig.  Nachdem 
jetzt  durch  Verwendimg  von  reinem 
Sauerstoff  als  Konverter-Wind  die 
Güte  des  Konverter- Stahls  die  von 
Martinstahl  erreicht  hat,  gilt  als  bil- 
ligstes Erz-Stۆil-Verfahren  die  Stahl- 
gewinnimg im  Sauerstoffkonverter. 
Sobald  sich  dieses  Verfahren  allge- 
mein als  Standard  durchgesetzt  hat, 
gewinnen  die  mit  ihm  verbundenen 
Verbesserungsmöglichkeiten  vor- 

dringliche Bedeutimg. 


34S7S  Verbiiligung    der    Roheisen- 
W3311B  erzeugung  im  Hochofen  [1  bis  19] 

Hier  sind  nicht  die  Lieblingsideen 
der  Techniker  (Hochofen  mit  sauer- 
stoffreichem Wind,  Druck-Hochofen, 
Niederschachtofen  u.  a.)  Hauptträger 
des  Fortschritts,  wenn  sie  auch  unsere 
Erkenntnisse  erweitert  haben,  sondern 
die  emsige  Alltagsarbeit  der  Hoch- 
öfner und  der  Hochofenbauer. 

Die  Hochofengröße  wächst. 
Ncushdem  sich  der  Hochofen  mit  8  bis 
8,5  m  Gestell-Dmr.  durchgesetzt  hat, 
wagt  man  jetzt  den  Schritt  zu  9  m  Ge- 
stell-Dmr. [1],  Bild  1.  Tageserzeugun- 


fSBOO 


BUdl. 

Schnitt  durch  einen  Groß- 
Hochofen  mit  9  m  Gestell- 
Durchmesser 

Aus  Winters,  Ch.  [1]. 
Nutzinhalt   1600  m*  bei  24  m 
Nutzhöhe 


OfOxnM 


Bücher  alnd  durch  e  gekenngeichnet 

[1]  WirUer»,  Ch.:  Hochofen  mit  0  m  Oestell- 
durchmesser.  Stahl  u.  Eisen  70  (1950)  Kr.  12 
S.  880/81 :  daraus  Bild  1. 

[2]  e  Sehenek,  H.,  N.  O.  Sehmahl  u.  G.  Funke: 
Die  Beduzierbarkeit  von  Eisenerzen.  Forsch.- 
Ber.  Wirtsch.-  u.  Verk.-Mln.  Nordrhein- 
Westfalen  Nr.  562.  Köln-Opladen  1050. 

[31  Dickens,  P..  W,  vor  dem  Esche  u.  J.  Willems: 
Beitrag  zur  Beurteilung  der  VerhOttungs- 
el  genschaft  von  Eisenerzen  und  Sinter.  Stahl 
u.  Eisen  79  (1050)  Kr.  18  S.  005/17. 

[41  Heynert,  G.,  E,  Schürmann  u.  J.  Wiüems: 
Betrachtungen  und  Versuche  zur  Reduk- 
tion der  Eisenerze.  Stahl  u.  Eisen  78  (1068) 
Kr.  22  8. 1403/1505. 

[5]  Schürmann,  S.,  O.  Heyncrt  u.  H.  Beer:  &e- 
duktlonsversuche  an  Eisenerzen  und  Sintern 
unter  besonderer  Berflcksichtigung  der  Bil- 
dung von  SpaltungskohlenstofTund  des  Aus- 
treibens von  Kohlensäure  in  chemisch  ge- 
bundenem Wasser.  Stahl  u.  Eisen  79  (1059) 
Nr.  13  S.  017/26. 
[6]  Willems,  J.:  Verfahren  zur  Gewinnung  von 
Eisen  außerhalb  des  Hochofens.   Stahl  u. 
Elsen  79  (1060)  Nr.  2  S.  74/80. 
[7]  Henkel,  S. :  Ein  neues  Verfahren  zur  Prü- 
fung der  Reduzlerbarkeit  von   Hochofen- 
EinsatzstofTen.    SUhl  u.   Eisen  79  (1060) 
Nr.  10  S.  724/26. 
[8]  Willems,  J..  u.  G^.  Qvade:  Anwendung  des 
Wirbelschicht-Verfahrens   mit   wasserstoff- 
und  kohlenoxydhaltigen  Oasen  zur  Reduk- 
tion von  Eisenerzen  in  der  Eisenindustrie, 
stahl  u.  Eisen  79  (1050)  Nr.  15  S.  1058/64. 
[0]  Meinecke,  E. :  Neue  Wege  bei  der  Aufberei- 
tung nseder  Elsenerze.  Stahl  u.  Eisen  79 
(1050)  Kr.  10  S.  657/68. 

[10]  Rheinländer,  P.:  Entwicklungslinien  neu- 
zeitlicher EisenhOttentechnik.  Stahl  u.Eisen 
78  (1058)  S.  1/13. 

[11]  HochofenausschuO-Berichte  1058  in  Stahl 
u.  Eisen  78  (1058):  Reckmann,  Ä.,  u. 
W.  Misch:  VerhQttungsversuche  mit  Schwe- 
denerzpellets. S.  21/27;  Mintrop,  R-:  Sen- 
kung des  Koksverbrauchs  und  Steigerung 
der  Roheisenerzeugung  durch  Erzvorberei- 
tung. S.  688/45;  Faslje,  D.\  Wiederaufbau 
und  erste  Betriebsergebnisse  der  Krupp- 
Rennanlage  in  Salzgitter- Watenstedt.  S.  784 
bis  700;  Weif,  W.,  W.  vor  dem  Esche, 
H.  Wysocki  u.  O.  Steinhauser:  Versuche  zur 
Verhüttung  von  Conakry-Erz.  T.  1.  S.  1020 
bis  1027;  Himsel,  W.:  Physikalische  Eigen- 
schaften von  Koks  und  ihre  Beziehungen 
zum  Hochofengang.  S.  1225/20  u.  S.  1234 
bis  1235;  v.  Bogdandy,  L.,  u.  H.-Q.  Riecke: 
Über  die  Qeschwindigkeit  der  Reduktion 
von  Eisenoxyd  und  Wasserstoff.  S.  1708. 

[12]  •  Dokum.  d.  Europäischen  Gemeinschaft 
für  Kohle  und  SUhl  (Hohe  Behörde) 
560/l/58a  Juni  1058:  Verfahren  der  direkten 
Reduktion  von  Feinerzen. 

[13]  Stewart,  Ä.,  u.  H.  K.  Work:  RN  Direkt 
Reduction  Process.  Joum.  of  Met.  10  (1958) 
S.  460  u.  f. 

[14]  Starret,  J.  Weston:  Sponge  iron  by  the  Hyl 
process.  Joum.  of.  Met.  11  (1050)  Kr.  5 
S.  315/u.  f. 

[15]  Alternatives  to  the  blast  fümace  (Dwight- 
Lloyd  Mc-Wane.  Krupp-Renn,  schwed. 
Schwammeisen).  Iron  Goal  Trade  Rev.  (1058) 
25.  Juli  S.  211  u.  f. 

[16]  Strategie  Udy.  Iron  Goal  Trad.  Rev.  (1058) 
10.  Dez.  S.  1463  u.  f. 

[17]  üdy,  M.  J.,  u.  M.  C.  Udy:  Selectir  smeltlng 
of  laterit  ores.  Journ.  of  Met.  11  (1050) 
5.  Mai  S.  311/14. 

[18]  de  Sy,  Ä.:  Electric-direct-reductlon  process. 
Joum.  of  Met.  11  (1050)  4.  April  S.  265/60. 

[10]  •  Joum^es  Internat,  de  sidörurgie,  LQttich- 
Luxemburg-Gharleroi-Brüssel  18.  bis  28. 
Juni  1958.  Lüttich  1058.  Beiträge  von 
H.  Malcor,  P.  E.  Cavanach,  A.  Scortecci, 
T.  P.  Coelough,  J.  Ä.  Straßburger,  A.  N. 
Pochvisnev,  J.  Paquet,  J.  Astier,  R.  Linde, 
17.  Notini. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


1405 


gen  von  2000 1  werden  in  den  USA  und 
Rußland  erreicht.  Daa  ruasiHche  Fetn- 
Eißl  —  der  5000-t-Ofen  —  scheint 
nicht  mehr  ein  unerfüUbarer  Wunsch 
ZV  sein.  Möller  und  Koke 
werden  immer  sorgsamer  klassiert  und 
kleinetückiger.  Sinteranlagen  zum 
Stückigmaohen  von  Feinerz  erobern 
die  Welt.  Die  ErzUeferer  müssen  siiih 
immer  mehr  der  Aufbereitung  (durch 
Magnete,  Schwerkraft,  Flotation)  be- 
dienen, damit  möglichst  nur  noch 
Reicherz  zum  Hochofen  gelangt.  Die 
Erz-Vorreduktion,  die  für 
Elektro -Roheisen  wegen  der  teuren 
Wärmeenergie  besonderes  Interesse 
findet,  wird  im  Ausland  empfohlen 
und  kommt  für  den  Hochofen  bei  bil- 
ligem Reduktionsbrennetoff  in  Be- 
tracht (vgl.  epät«r  Abschnitt  „Erdöl 
und  Erdgae  ala  Brennstoffe").  Die 
Reduktion  von  chrom-  und  niokel- 
haltigen  Erzen  (noch  Udy  [17])  in 
Stufen  hat  sich  schon  vor  20  Jahren 
bei  den  Versuchen  von  A.  Carli  und 
a.  BuUe  als  möglich  erwiesen.  Das 
Renn-  Verfahren,  mit  dem  Erze  fast 
bis  zu  Schrott  reduziert  werden,  wird 
mehrfach  für  das  Aufarbeiten  eisen- 
armer  und  kieselsäurereicher  Erze  an- 
gewendet. 


iia]  LoHflinV,    D.    R.:    LD-Opsntlon    >t    All- 

äulppa.  Jonm.  of.  Hat.  11  (igSfl)  Nr.  4 
.  EGe/80. 
\il\  Moehiivki.  E.:  LD-St«e1iiiaklDg  In  Japan. 
Journ.  or  Uet.  11  (ISGO)  Nr.  3  S.  178/80. 
(22)  Demara.  M. :  Conveitu  pnotlcs  k  la 
Sambn.   Jouro.  of  Met.   1t  (leGS)  Kr.  10 

S.  ses/7s. 

(281  •■.  [10].  BaltiCge  vod:  J.  Davterry, 
A.  Deetir,  B.  KomUUr,  Ä.  Wetil.  H.  !ftu- 
Jkaut,  M.  AllArd,  B.  KaUine,  F.  JoÄannim. 
R.  Orait,  li.  Baedmdv,  B.  rrnOltr, 
0.  CttieoUea,  K.  RSttur,  B.  TttiitM, 
M.  AOttd.  F.  MtU.  A.  li.  Savati*.  R.  M. 
Xtam,  M.  W.  LigUner,  D.  L.  McBridi. 
Mynomki,  S.  Matti»,  A.  S.  Ogan,  S.  J. 

[24]  TntUM.   B.,  u.  31.   AUati:  Oiygan  Urne 

powdei  InJectIoD  (O.L.P.)  Inid  (Bt.  OarmMn) 
Fabr.  1B5S. 

[2B]  •  MiU,  P.:  Nauc  UoMnuchongen  Qbei  die 
Verfahnn  lum  Frlichen  von  Roheluo  mit 
lelnam  Sauarstotf  (OCP-Varfahren).  LOttlih 
1068:  darana  SUd  2  and  3. 

[Z0|  TmUini.  B.,  P.  VaynUre.  D.  Jor»  D. 
M.  Oomiiert;  Nouveaa  procidi  d'  Bm«ll- 
oratloD  de  !■  aoufllabUlu  au  eanvtrtlMeui 
Thamu.  Bev.  d.  MdtallaiE.  H  (im)  Vi.  2 

s.  1  n.  r.  ■■  (igso)  Kr.  1  a.  13/22. 

1271  •  Jj^tour,  A..  u.  L.  Heiuat:  Dia  HanUUang 
von  Thoraaiatahl  mit  garingam  Kalkübar- 
ichnB  (BTH- Verfahren).  Vartra«  vor  Stahl- 
mrln-AiUKh.  ElsanhDtte  SadwetI  8aar- 
brOckan  11.0.63. 

[SS]  SiehltT.  A..  a.  CoAnm  u.  P.  Jaeobi:  Der 
buliche  HalQwtDd-EDpolofan.  du  Slemeiu- 
Martln-Wetk  und  der  LD-Tlesel  all  Vai- 
buDdelDTlchtiui.  Stahl  n.  EiHn  Tl  (lOGS) 
S.  273/84. 

[201  •  Saoentoft-Eonverter  [n  UBSR.  Bai.  dar 
Amer.  Sl«al  and  Iron  Ora  Delegation  dei 
Am«.  Iran  A  Steel  Toalllute.  Plttaborgh 
106  B. 

[30]  Harr.  R.,  E.  Wa^mt  u.  Th.  E.  Wiütner: 
Dia  EDlataubuDBianlage  de«  LD- Stahl- 
werk« vom  Bochamer  Verein.  Berg-  u. 
HOttanminn.    Uonatah.    IM   (1950)    Nr.  2 

s.  eo/55. 

131)  ProcU.  £.:  WaMarsekOhlter  Bandkamln 
and  Zrk1enan)>se  lam  Bntatauben  der 
Koaverterabgasa.  Stahl  a.  Elaan  Tl  (lOBO) 
Nr.  5  S.  283/00. 

(32]  ITiicr,  J,;  DtmpferieuBer  und  Entstsu. 
bungigntd  dar  EonvertarabgaH  an  einem 
waiaargakOhtten  Kanverterkamln  mit  Zy- 
klon-BnUUabuns.  Stahl  u.  ElMD  T«  (1060) 
Jifr.B  B.  201/04. 


Wo  sich  Erze  dieser  Art  noch  ohne 
zu  hohe  Eisenverluste  sauer,  d.  h. 
ohne  Kalk-Zuschlag  verschmel- 
zen lassen,  wird  jetzt  in  steigendem 
MaQe  die  Direkt -Verhüttung  vorge- 
zogen; dabei  erzielt  man  einen  trag- 
baren Koksverbrauch  bei  nur  mäßiger 
Verschlechterung  des  Eisens  durch 
Schwefel  und  Silizium. 

Die  Erz-Verteilung  über 
den  Hochofenquerechnitt  gewinnt  mit 
wachsender  OfengröBe  steigende  Be- 
deutung und  wird  deshalb  auf  einem 
Werk  mit  Schüttungsmodellen  in 
Originalgröße  studiert  (W-Form  der 
Schüttung  besser  als  V-Form). 

Die  Windtemperatur  wird 
möglichst  auf  900  °C  im  Dauerbetrieb 
gesteigert,  nachdem  gut«  Mel3-  und 
Regel -Apparaturen  entwickelt  wur- 
den, die  die  nötige  Betriebssicherheit 
gewährleisten. 

Der  Erfolg  der  aufgezahlten  MbJ3- 
nahmen  spiegelt  sich  deutlich  in  der 
Statistik  der  beteiligten  Werke.  Wäh- 
rend früher  Koksverbraucbszahlen 
von  900  bis  1000  kg/t  Er^  normal 
waren,  hält  man  heute  600  bie  600  kg/t 
fiir  erreichbar.  Minette-Öfen  brauchen 
mit  Sintererz  nur  730  kg/t  (gegenüber 
früher  mit  Boberz  mindestens  1200 
kg/t). 

Stohlhwvtalluiig  Im  Sauerstoff- 
Konverter  pO  Ell  3Z) 

Bei  phosphorarraem  Roheisen 
arbeitet  das  LD- Verfahren  (bei  dem 
fast  reiner  Sauerstoff  von  oben  in  den 
Konverter  gehlasen  wird)  jetzt  ein- 
wandfrei, so  daß  damit  für  die  größten 
Eisenerzgobiete  (USA,  Brasilien,  Vene- 
zuela, Rußland  u.  a.)  ein  betriebsreifes 
Verfahren  zur  Verfügung  steht. 

Bei  phosphorreichem  Roheisen 
erschweren  die  sich  bildenden  großen 


Schlackenmengen  die  Anwendung  de 
LD -Verfahrens.  Man  hilft  sich  duiro 
Fahren  mit  zwei  Schlacken,  von  dene 
die  erste  zwischenzeitlich  afageetocba 
wird.  Außerdem  versucht  man  di 
Schlacke  auszubreiten  (Drehofeoi 
Trommelofen,  Flachkonverter)  uiw 
waagerecht  statt  lotrecht  zu  blAaeci 
Neuerdinga  haben  die  lange  Betriebe 
zeit  und  die  schlechte  Haltbarkei 
des  Futters  bei  diesem  Verfahren  zu 
Wiederaufnahme  des  Lotrecht 'Bla 
sens  geführt,  und  ee  ist  jetzt  möglieb 
jedea  Roheisen  nach  dem  LD-Ver 
fahren  im  Konverter  zu  verarbeiten 
Wenn  nicht  besonderer  Wert  auf  di< 
Verarbeitung  größerer  Schrottmengei 
im  Tiegel  gelegt  wird,  sollten  höhen 
Siliziumgehalte  im  Roheisen  aui 
dem  Hochofen  tunUchst  vermiedet: 
werden,  da  sie  den  Schtaokenballasi 
im  Konverter  ungünstig  erhöhen. 

Die  verfahrenatechniscben 

Verbesserungen  der  letzten  Zeil 
liegen  hauptsächUoh  bei  der  KalkvM'- 
wendung.  Man  fuhrt  den  Branntkalk 
jetzt  dem  Konverter  staubförmig  zu; 
dabei  wird  der  Kalk  mit  dem  Sauer- 
stoff von  oben  eingeblasen.  Das  neue 
Kalk-Zusatz-Verfahren  (LD-AC-Ver- 
fahren,  früher  OCF- Verfahren  ge- 
nannt) beschleunigt  den  Frisohvcw- 
gang  so  sehr,  daß  ee  trotz  der  Not- 
wendigkeit, zwei  Schlacken  zu  fuhren, 
nicht  wesentlich  langsamer  arbeitet 
als  das  normale  LD- Verfahren  mit 
einer  Schlacke.  Die  Erfinder  erwarten, 
daß  das  neue  Verfahren  das  Thomas- 
Verfahren  verdrängen  wird,  weil  es 
billigen  stickstofffreien  Konverter - 
stahl  von  Martin- Stahlgüte  liefert. 
Bild  2  und  8  zeigen  die  bei  den  Be- 
triebsversuohen   verwendete   Appara- 


UTlHT.iJ 

BUd  t  und  8.  Saueratoff-Konverter  mit  Kalkstaubzusatz  (LD-AC -Verfahren). 

Aus  Mttx,  P.  (26] 
PulverfOrmiger  Kalk    und    ioduatriell    reiner   Sauentoff   werden  gleichieitig  durah  die 


VDI-Z.  1«  (1959)  Nr.  30   21.  OktoW 


Die  Hartstahl -Herstellung,  die 
bisher  als  charakteristischer  Vor- 
sprun^  des  Martin-Verfahrens  galt, 
ist  jetzt  such  dem  LD- Stahlwerker 
möglich.  Mit  neuzeitlichen  Meßgeräten 
verfolgt  er  jede  Schmelze  imd  fängt 
die  Hartetahl-Charge  bei  der  richtigen 
Härte  ab.  Auch  Schmiedestahl-  und 
Edetetahl  -Arten  (auch  legierte)  können 
jetzt  nach  dem  LD-Verfahren  er- 
schmolzen werden.  Die  Größe  der 
verwendeten  Konverter  —  bei  dem 
LD-Verfahren  werden  sie  jetzt  Tiegel 
genannt  —  steigt  dauernd  und  erreicht 
neaerdings  108  bis  126 1  Fassiuigsver- 
mögen  (bisher  15  bis  91 1). 

Die  Abfälle  der  LD -Konverter  ge- 
winnen steigende  Bedeutung:  Mit  der 

Stahlherstellung  aus 

Die  Schrott  -  Stahl  -  Herstellung 
machte  nur  langsame  Fortschritte. 
Zwar  breitete  sich  hier  die  allerdings 
teure  Elektro- Stahl-Erzeugung 
weiter  aus,  aber  der  wegen  seiner 
Ungefügigkeit  imd  langsamen  Arbeits- 
weise abfallig  beurteilte  Martinofen 
Rpielt  immer  noch  eine  beherrschende 
Rolle.  Man  erörtert  allerdings  in  den 
Vereinigten  Stcuiten  von  Amerika 
ernstlich  seine  Verbesserung  durch  ab- 
nehmbare Gewölbe  und  Chargieren 
von  oben.  Man  treibt  die  Verwendung 
von  Sauerstoff  zur  Chargenverkür- 
zung voran,  neuerdings  unter  Einsatz 
von  Ol- Sauerstoff-Brennern  in  Bün- 
deln, mit  denen  man  von  oben  her  die 
Schrott-Berge  zum  Schmelzen  bringt. 
Aber  die  hauptsächlichen  Mängel  des 
Martinofens  —  längliche  Form,  Kam- 
mern, großer  Abgasverlust,  geringe 
Leistung  —  blieben  bisher  noch  un- 
behoben. 

Deshalb  interessiert  man  sich  inuner 
mehr  für  den  kammerlosen 
Rundofen  (Wirbelofen  genannt), 
der  wie  ein  Elektroofen  aussieht,  von 
oben  seine  Chargen  erhält,  sich  kippen 
laßt  und  mit  Ol,  Kohlenstaub,  Gas 
und  nahezu  reinem  Sauerstoff  beheizt 
wird.  Er  bietet  gegenüber  dem  Martin- 
ofen die  Vorteile  des  halben  Platz- 
bedarfis,  der  halben  Anlagekosten,  des 
halben  Wärmebedarfs,  wesentlich  nied- 
rigerer Betriebskosten  und  der  dop- 
pelten Leistung.  Nachdem  Versuche 
mit  200-kg-,  600-kg-  und  1500-kg- 
Ofen  erfolgreich  verlaufen  waren, 
wurde  ein  10-t-Ofen  als  Betriebsofen 
eingesetzt,  der  bisher  schon  4500  t 
guten  Stahl  erschmolzen  hat.  Die  er- 
reichten Ergebnisse  verdienen  auf- 
merksame Beachtung: 
1.  Der  Ofen  stellte  alle  wichtigen 

S  table  von  Martin-  und  Elektro - 

Stahlgüte  her  (beruhigt  und  unbe- 


Ab wärme  schmilzt  man  Schrott,  mit 
dem  verbrennenden  Kohlenstoff 
reduziert  man  Kohlensäure  luid  Was- 
serdampf im  von  imten  blasenden 
Konverter  oder  am  besten  Eisenerz 
(gegebenenfalls  staubförmiges  Erz). 
Mit  den  Abgasen  heizt  man  Abhitze- 
kessel;  der  entweichende  Konverter- 
staub, der  früher  in  roten  Wolken 
die  Umgegend  verhüllte,  wandert  jetzt 
als  wertvoller  Eisenträger  zum  Hoch- 
ofen oder  Konverter,  während  die  Ab- 
gase als  weiße  Wölkchen  ins  Freie 
treten. 

Die  Schlacke  kann  mit  Hilfe  einer 
seitlichen  Abstichöffhung  im  Konver- 
ter in  bester  Güte  (eisenarm)  abge- 
zogen werden. 

Schrott  [33  bis  43] 

ruhigt,  weich  und  hart,  legiert  imd 
unlegiert),  imd  zwar  in  einwand- 
freier Güte. 

2.  Trotz  der  großen  Sauerstoff-Kon- 
zentration in  der  Ofenatmosphäre 
(statt  15  bis  20%  rd.  80  bis  90%)  ge- 
lingt es,  den  Abbrand  nor- 
mal zu  halten  und  mit  nur  wenig 
erhöhtem  Roheiseneinsatz  zu  fahren. 
Diesen  Roheiseneinsatz  kann  man 
durch  Kohlungsmittel  genau  er- 
setzen, weil  man  die  Ofenatmosphäre 
durch  die  maschinellen  Brenner 
exakt  beherrscht,  während  man  bei 
den  Martinöfen  wegen  der  schwan- 
kenden Ofenatmosphäre  Kohlungs- 
Verfahren  niur  ungern  und  unvoll- 
kommen benutzen  kann. 

3.  Mit  monatelangen  Zerstäubungs- 
und Verbrennungs-Versuchen  wiur- 
den  kurzf  lammige  Ol-Sauerstoff- 
Hochleistungsbrenner 
entwickelt. 

4.  Die  angestrebten  Betriebs- 
ergebnisse  in  bezug  auf  Char- 
gendauer, Leistung  und  Wärme- 
verbrauch (50%  besser  als  beim 
Martinofen)  haben  sich  als  erreich- 
bar erwiesen. 

5.  Das  Ofenfutter  in  Elektro- 
stahlofen-Ausführung  ist  den  über- 
heißen Ol  -  Sauerstoff -Flammen 
nicht  gewachsen  und  wird  durch  ein 
stark  gekühltes  Futter  aus  Sonder- 
steinen ersetzt. 

Gegenüber  dem  grundsätzlichen 
Fortschritt  des  Martin-Verfahrens 
durch  den  Rundofen  treten  die  klei- 
nen Fortschritte  des  Martin- 
Verfahrens  in  den  Hintergrund,  z.  B. 
die  Verwendiuig  von  synthetischem 
Roheisen  aus  Schrott  —  Kupolofen- 
Schmelzung  in  Deutschland  —  oder 
die  erneute  Anwendung  von  Rekupera- 
toren in  Rußland. 


Erdöl  und  Erdgas  als  Brennstoffe  [44  bis  54] 

tTber  ein  Drittel  der  in  der  Welt  Welt-Eisenindustrie  hat  jedoch  an  den 
verbrauchten  Brennstoffe  (rd.  1,5  von  neuen  Brennstoffen  bisher  aus  Kosten- 
4  Mrd.  t  Steinkohlen-Einheiten)  be-  gründen  nur  geringen  Anteil  genom- 
steht jetzt  aus  EIrdöl  und  Erdgas;  die  men. 


[3S]  MeCutehecn,  K.  C. :  Open-Hearth  shops  of 
the  USSB.  Journ.  of  Met.  10  (1058)  Kr.  11 
S.  724/26. 


[34]  es.  [10].  Beiträge  von:  R,  V.  Bvans, 
J,  H.  CheHwrt,  A.  J.  Ke$UrtoH,  J.  F.  AlUn, 
.7.  Peartom,  M.  W.  Lightner,  D.  L.  MeBride, 
Mffitawtki,  O.  Stoffen,  A.  C.  Ogan»  D.  J. 
Camey, 

[85]  BvXU,  O.:  Jahresübeisicht  Biaenhütten- 
wesen.  Abschn.  Rohelseneriengniig  und 
StahlhenteUang.  VDl-Z.  07  (1055)  S.  1116 
bis  1118. 


[30]  Ein  neues  metallurgisches  SchmelsgefftO 
ohne  Regeneratlvkammern  bei  Anwendung 
von  Sauerstoff  fflr  die  Verbrennung  gas- 
förmiger, flQsslger  oder  staubförmiger 
Brennstoffe.  SUhl  u.  Bisen  77  (1067)  8.  651 
bis  652. 


[87]  BuUe,  G. :  Jahresflbersicht  Eisenhatten- 
wesen,  Abschn.  Roheisenerzeugung  und 
SUhlhersteUung.  VDI-Z.  100  (1058)  8. 1468 
bis  1460;  Insbes.  S.  1467. 

[38]  V(mnemann,  R.:  Neue  Verfahren  der  HeiO- 
kOhlung.  Stahl  u.  Eisen  77  (1067)  S.  1126/36. 


[30]  Bartu,  F.:  Hundert  Jahre  Regenerativ- 
feuerung: der  Werdegang  des  Siemens- 
Martin-Ofens.  Stahl  u.  Bisen  7S  (1058) 
S.  713/33. 


[40]  Heitehkeü,  TT..  K,  Becker,  G.  Leiber  u. 
R.  V,  Mooi:  Die  Neubauten  im  Thomas-  und 
Siemens-Martin- Stahlwerk  eines  gemischten 
Hflttenwerkes.  Stahl  u.  Eisen  70  (1050) 
Nr.  1  S.  8/21. 

[41]  V.  d.  Warth,  H.,  G.  Henke,  E.  Wiegand  u. 
W.  NeUen:  Das  neue  SM- Stahlwerk  m  der 
Hoesch  Westfalenhatte  AQ,  Dortmund. 
SUhl  u.  Elsen  7S  (1058)  S.  70/87. 

[42]  SehMeher,  W.,  u.  K,  Boieg:  Neuartige  Ol- 
beheizungsanlage  fOr  Siemens-Martin-Ofen. 
Stahl  u.  Elsen  18  (1068)  S.  1108/00. 


[43]  Voigt,  H.,  u.  G.  Sehmalhane:  Einfluß  der 
Kammerauslegung  auf  die  Luft-  und  Oas- 
erwärmung bei  dreigasbeheixten  Siemens- 
Martin-KippOfen.  SUhl  u.  Elsen  70  (1050) 
Nr.  2  8.80/88. 

[44]  Weber,  L.:  Die  Reduzierung  von  Eisen- 
erzen mittels  Erdölprodukten.  Erdöl  u. 
Kohle  11  (1058)  S.  241/44. 

[45]  Willeme,  J.:  [6];  Willeme,  J.,  u.  G.  Quade 
[8];  V.  Bogdandy,  L.,  u.  ff.  G.  Rieeke  [11] 
Dokumente  der  Burop.  (Gemeinschaft  [12] 
Starret,  J.  Weeton;  [14];  Cuvanegh,  P.  B, 
u.  A.  Seortini  [12]. 

[46]  Guthmann,  K. :  Erdgas  als  Brennstoff.  SUhl 
u.  Eisen  70  (1056)  S.  678/80. 

[47]  Siegere,  JB.:  Erfahrungen  beim  Umstellen 
von  Wärme-  und  Schmelzofen  auf  Erdgas. 
SUhl  u.  Elsen  70  (1056)  S.  805/00. 


[48]  Matueehka,  B.,  n.  G.  Morini:  Erfahrungen 
beim  Betrieb  eines  50-t- Siemens-Martin- 
Ofens  mit  Erdgas-  und  ölbeheizung.  SUhl 
u.  Eisen  70  (1056)  S.  1167/73. 

[40]  ffti6«f,  F.,  H.  Mrüz:  Die  Verwendung  von 
Erdgas  in  OsUrrelch  fOr  die  Befeuerung 
von  Siemens-Martin-Ofen.  SUhl  u.  Eisen  70 
(1058)  S.  664/57. 

[60]  Plöger,  U.:  Bewertung  verschiedener 
Brennstoffe  far  den  Siemens-Martin-Ofen. 
SUhl  u.  Bisen  70  (1058)  S.  1067/71. 

[5i]  GiUkmann,  K.:  Umstellung  ölbeheizter 
Siemens-Martin-Ofen  auf  Erdgas  in  der 
Sowjetunion.  SUhl  u.  Eisen  70  (1058)  S.  677 
bis  670;  daraus  BUd  4  bis  6. 

[62]  BaHu,  F.,  s.  [30]  S.  726/27. 

[63]  Guthmann,  K.i  Neue  Olvergasungsverfahren. 
Stahl  u.  Elsen  70  (1055)  S.  086/80. 

[54]  Narjee,  T.:  Anwendungsbereich  der  un- 
mittelbaren Ölbeheizung  und  der  Beheizung 
mit  Olgas.  Stahl  u.  Elsen  77  (1057)  S.  264 
bU  260. 


VDI-Z.  IM  (1959)  Nr.  30  21.  Oktober 


1407 


Die  Aufgabe  der  Schrott- 
Verarbeitung  mit  Erdöl  oder 
Erdgas  ist  jetzt  technisch  gelöst,  sie 
geschieht  mit  Spezialbrennem  im 
Martinofen,  Bild  4  bis  6.  Bei  der 
Erz-Verarbeitung  muß  man 
neue  Wege  gehen,  weil  der  heute  üb- 
liche Hochofen  nur  kleine  Zusätze  von 
Erdöl  oder  Erdgas  verträgt.  Bei 
reinem  Erdöl-  oder  Erdgeisbetrieb  muß 
man  Reduktions-  und  Schmelzvor- 
gänge trennen,  außerdem  muß  man 
die  neuen  Brennstoffe  durch  Spalten 
oder  Vorverbrennen  in  ein  homogenes 
Gas  aus  Wasserstoff  und  Kohlenoxyd 
verwandeln.  Der  für  reiche  Erze  und 
Kohlenoxydgas  betriebsreife  Reduk- 
tionsofen von  Wiberg  macht  bei  hohen 
Wasserstoffgehalten  Schwierigkeiten ; 
von  den  euideren  kontinuierlichen  Gas- 
Reduktions-Verfahren  und  dem  Scor- 
tecci-'PTOzeQ  (Drehofen),  mit  denen 
man  die  auflockernde  Wirkung  des 
Hochofenkokses  durch  Aufwirbeln  der 
Erzstücke  im  Wirbelbett  ersetzen  will, 
ist  noch  kein  endgültiger  Erfolg  be- 
kannt geworden. 

Nur  der  absatzweise  arbeitende  sog. 
Hyl-Prozeß  [44]  konnte  im  Dauer- 
betrieb ausgeführt  werden.  Zu  einer 
Hyl-Anlage  mit  einer  Erzeugung  von 
180  t/d  gehören  außer  einer  ausge- 
dehnten Gaszerlegungsanlage,  in  der 
Erdgeis  mit  Wasserdeunpf  zu  Reak- 


[55]  Tix,  A.:  Betriebliche  Anwendung  der  Stahl- 
entgasung im  Vakuum,  besonders  bei  großen 
Schmiedeblöcken.  Stahl  u.  Eisen  76  (1056) 
S.  61/68. 

[56]  Tix,  Ä„  G.  Bandü,  W,  Coupette  u.  A.  Sick- 
bert:  Erfahrungen  bei  der  Entgasung  von 
Stahl  nach  dem  Vakuumgießstrahl- Verfah- 
ren. Stahl  u.  Eisen  7t  (1059)  Nr.  8  S.  472/77. 

[57]  Hardert,  F.,  H.  Knüppel  u.  K.  Brotztnann: 
Die  großtechnische  Behandlung  von  Stahl- 
schmelzen unter  vermindertem  Druck.  Stahl 
u.  Eisen  70  (1056)  S.  1721/28. 

[58]  Härder»,  F.,  H.  Knüppel  u.  K.  Brotztnann: 
Verfahrensgmndlagen  der  großtechnischen 
Entgasung  von  Walz-  und  Schmiedestählen 
nach  dem  Vakuumheber- Verfahren.  Stahl 
u.  Eisen  7t  (1060)  19  r.  6  S.  267/72;  daraus 
BUd  7. 

[50]  Knüppel,  H.,  K.  Brotxmann  u.  A.  Diener: 
Beheizungsfragen  bei  der  großtechnischen 
Entgasung  von  Stahlschmelzen.  Stahl  u. 
Eisen  7t  (1050)  Nr.  5  S.  272/76. 

[60]  Knüppel,  H.,  H.  Drevermann  u.  F.  Oetere: 
Die  Entfernung  des  Sauerstoffs  bei  der 
Behandlung  von  Stahlschmelzen  im  Va- 
kuum. Stahl  u.  Elsen  7t  (1050)  Nr.  7  S.  414 
bU  410  . 

[61]  BroUmann,  K.,  K.  Rüttiger,  K.  Förster  u. 
R.  Hentrich:  Meßtechnische  Überwachung 
der  Entgasung  von  Stahlschmelzen  im  Va- 
kuum. SUhl  u.  Eisen  7t  (1050)  Nr.  7  S.  410 
bis  414. 

[62]  Pottgießer,  C.  H.,  H.  J.  Durmann  u.  A.  Dre- 
vermann: Betriebserfahrungen  bei  der  Va- 
kuumbehandlung von  Siemens-Martin- 
Stählen.  Stahl  u.  Eisen  7t  (1060)  Nr.  8 
S.  463/68. 

[63]  Pottgießer,  O.  H.,  A.  Wieher  u.  B.  Klein: 
Erfahrungen  Ober  die  Eigenschaften  von 
vakuumbehandelten  Stählen.  Stahl  u.  Eisen 
7t  (1050)  Nr.  8  S.  468/72. 

[64]  Thielmann,  H.,  u.  H.  Maat:  Stahlentgasung 
nach  dem  Umlaufentgasungsverfahren. 
SUhl  u.  Eisen  7t  (1050)  Nr.  5  S.  276/82. 

[65]  Vakuumentgasung  von  kohlenstoffarraem 
unberuhigtem  Stahl  beim  Gießen  oder  beim 
Erstarren  in  der  Blockform.  I.  Henke,  Q., 
u.  W.  Heu :  Auskochen  von  unberuhigt  ver- 
gossenem welchem  Stahl  unter  Vakuum. 
SUhl  u.  Eisen  7t  (1050)  Nr.  7  S.  405/07.  — 
II.  Ho//,  H.,  H.-J.  Kopineek  u.  G.  Opfer: 
Oießstrahlentgasung  von  unberuhigtem 
weichem  SUhl.  Stahl  u.  Eisen  7t  (1050) 
Nr.  7  S.  408/10. 
[66]  Homak,  J.  N.,u.  M.A.  Orchowski:  Vacuum 
coatlng  of  Steel.  Joum.  of  Met.  10  (1058) 
Nr.  7  S.  471/75. 


BUdi. 

RusBische  Bauart 

QroBohow, 

ursprüngliche  Form. 


BUdo. 

Amerikanische  Bauart. 


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Wm^    ^ 


.?a-    MüMwosser 


Erdgas 


Bilde. 

Verbesserte 
russische  Bauart. 


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Bild  4  big  6.  Erdgas-Öl-Brenner  für  Iklartinofen  mit  innen  liegender  Vermischung. 

Aus  (hähmann^  K.  [51] 


tionsgas  mit  73,1  */•  Wcisserstoff  und 
16,3%  Kohlenoxyd  verbrannt  wird, 
fünf  Reaktoren,  die  von  oben  mit 
13,5  t  Erz  und  dem  vorgewärmten 
Reaktionagas  beschickt  werden.  Das 
Gas  wird  unten  abgezogen;  der  Gas- 
verbrauch beträgt  angeblich  660  m' 
Erdgas  je  t  Erz,  der  Aufwemd  an 
elektrischer  Arbeit  angeblich  rd. 
70  kWh/t  (Mehrverbrauch  der  Elektro- 
Stahlofens  gegenüber  Schrott).  Nach 
4  h  Reaktionszeit  werden  die  Reak- 
toren in  Elektrostahlöfen  entleert,  in 


denen  der  gewonnene  Eisenschwamm 
mit  50%  Schrott  zu  StcJü  verschmol- 
zen wird.  Die  Eisenreduktion  betragt 
90%,  die  Aufkohlung  mit  Rohgas 
ergibt  0,3%  C. 

Der  Eisenschwanmi,  der  bei  ver- 
schiedenen Schwamm -Verfahren  an- 
fällt, kcuin  im  Hochofen,  Martinofen 
oder  Elektroofen  aufgearbeitet 
werden.  Bei  Wasserstoffschwamm 
denkt  man  an  ein  Einschmelzen  im 
Gupolofen,  sobald  das  Verfahren  die 
Groß -Betriebsreife  erreicht  hat. 


Modernisierung  des  Betriebes 


Heute  bietet  ein  Eisenwerk  nicht 
nur  rein  äußerlich  einen  ganz  anderen 
Anblick  als  vor  dem  Kriege. 

Verbesserung  der  Güte  der 
Erzeugnisse  [SS  bis  66] 

Die  Güte  der  Erzeugnisse  steht  im 
Vordergrund;  deshalb  haben  die 
Hüttenwerke  nicht  nur  überall  große 
Werkstoff-Büros  für  Güte-Überwa- 
chung und  -Entwicklung  und  For- 
schungsanstalten errichtet,  sondern 
sie  beschaffen  sich  auch  mehr  Anlagen 
zur  Werkstoffveredlung  (Oberflächen- 
behandlung durch  Putzen,  Flammen, 
Abdrehen,  Güteverbessenuig  durch 
Beizen,  Ziehen,  Glühen  u.  a.) 


Durch  Stahlentgasung  wird  der 
Stahl  von  Sauerstoff,  Wasserstoff, 
Kohlenoxyd  und  Stickstoff  gereinigt 
und  deunit  die  Gefahr  von  Einschlüs- 
sen, Seigerungen  und  Flockenbildung 
vermindert.  Zum  Erreichen  einer 
gleichmäßig  sauberen  Beschaffenheit 
benutzt  man  folgende  Entgasungs- 
verfahren : 

1.  die  Gießstrahlentgasung  im  Vaku- 
um; 

2.  d£tö    Vakuum -Heber- VerffiJiren; 
Bild  7; 

3.  die  Umlaufentgasung; 

4.  die  Entgasung  unberuhigten  Stahls 
in  Zwischenbehältem  und  Kokille. 


1408 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


1111207.71 


Bild  7.  Stahl-Entgasung 
nach  dem  Vakuum-Heber- VeHahren. 

Aus  Härders,  F.,  H.  Knüppel  m.  K.  Brotz- 

mann  [58] 

a  Pfanne  o  Heizanli^e 

b  EntgaBungsgef&O 

Kontinuierliches  Stohlvergiefien 
[67  bis  72] 

Das  kontinuierliche  Stahl-Vergießen 
wird  in  langsam  zunehmendem  Maß 
nicht  nur  in  Edelstahlwerken,  sondern 
auch  in  Rohrwerken  und  Blechwerken 


Bild  8«  Strangguß-Verfahren  nach  Rossi. 

Aus  Knapp,  B.  [72] 

s  Pfanne  d  Kühlkammer 

b  Zwisohenbeh&lter  e  Treibwalzen 

c  Kokille  mit  Wasser-  f  Trennanlage 

kühlnng  g  Abbeförderung 


angewendet;  schon  findet  man  kon- 
tinuierUch  gegossene  Brammen  bis 
1000  mm  Breite.  Auf  immer  mehr 
Stahlarten  erstreckt  sich  das  Stahl- 
gußprogrcuTun  (Sonder-  und  Massen- 
stähle, Stähle  von  IViartin-  und  Tho- 
mas-Elektrogüte,  beruhigt  und  Unbe- 
ruhigt). Die  Ausbringung  einer  An- 
lage steigt  von  3  bis  10  t/h  auf  ein 
Vielfaches;  140  t/h  werden  angestrebt. 
Außer  dem  Verfahren  von  Junghans 
und  anderen  Gießverfahren  mit  0,3 
bis  1,5  m/min  Gießgeschwindigkeit 
und  einem  oder  mehr  Strängen  wendet 
man  immer  mehr  das  Verfahren  von 
Rosai  6U1,  das  mit  Gießgeschwindigkei- 
ten bis  zu  7  m/min  arbeitet,  Bild  8. 

Krofterzeugung  und  Souerstoff- 
herstellung  [73  bis  75] 

Bei  der  Krafterzeugung  setzen 
sich  gegenüber  den  1-  bis  3-MW-Ga8- 
dynamos  mit  einem  Wärmeverbrauch 
von  4000  kc€d-/kWh  immer  häufiger 
Großanlagen  mit  64-  bis  100-MW- 
Turbogeneratoren  durch,  die  nur  2600 
kcal/kWh  aufzuwenden  brauchen. 

Sauerstoffwerke  von  10  000  bis 
30  000  m'/h  werden  als  Ersatz  der 
3000  m'/h-Anlagen  in  Betracht  gezo- 
gen, nachdem  man  beim  Herstellen 
von  Erzstۆil  und  von  Schrottstahl 
Sauerstoff  für  eine  rationeUe  Betriebs - 
führung  nicht  mehr  entbehren  kann. 

Fördermittel  [76  bis  80] 

Im   Transport  geht  man  immer 
mehr  von  der  Eisenbahn  zu  Förder- 
bändern für  Erz,  Koks  und  Kalk  und 
zu     Lastkraftwagen     für     Schlacke, 
Schrott,  Fertigstahl  über. 

Schönheit  der  Arbelt  [81  bis  83] 

Freundlich  und  sauber  —  ohne 
schmutziges  Abwasser  und  Staub- 
fahnen der  Essen  — ,  durchzogen  von 
breiten  Straßen  im  Ejreise  behaglicher 
Landhäuschen  für  die  Belegschaft 
bieten  sich  uns  zunehmend  die  Eisen- 
hütten dar,  in  denen  Menschen  in  ge- 
pflegten Kleidern  von  den  hellen  ge- 
kachelten Belegschaftshäusem  den 
luftigen  Arbeitsstätten  und  Bürohäu- 


sem  zuweuidem.  Dort  leisten  sie  dann 
in  gesunder  gleichmäßig  temperierter 
Atmosphäre  ihre  Arbeit,  die  in  stei- 
gendem Maße  geistige,  steuernde  Tä- 
tigkeit und  inuner  weniger  körperliche 
Anstrengung  ist.  Sil  207 


[67]  •  Sehwßrzmeier,  W, :  Stranggießen.  Schrif- 
tenreihe „Technik  von  heute".  Stuttgart 
1957. 

[68]  •  s.  [19].  Beiträge  von  M.  J.  Cfwuon, 
J.  Za^yiydt,  0.  Fenton  u.  J.  Fear  ton, 
W.  Siegfried  u.  Broniewtki,  J.  M.  O.  HtUli- 
day,  K,  O.  Speith  u.  A.  Bunoeroth,  B.  Krai- 
ner  u.  B.  Tarman,  P.  Thonuu,  O.  C.  Olton 
u.  Ourtki  nebst  Aussprache. 

[69]  Lettner,  F„  u.  F.  Schmidt:  Betriebserfah- 
rungen bei  der  Herstellung  und  Verarbeitung 
von  StrangguO  kleiner  Querschnitte.  Stahl 
u.  Eisen  7S  (1958)  S.  1028/32. 

[70]  Elliol,  F.:  Observation  on  steelmaUng 
research  in  the  TJSSE.  Joum.  of  Met.  11 
(1959)  Nr.  7  S.  465. 

[71]  Knapp,  B.:  Über  das  Stranggießen  von 
Eisenlegierungen.  VDI-Z.  ••  (1967)  S.  1673 
bis  1675. 

[72]  Knapp,  B.:  Stranggießen  von  Stahl  gewinnt 
an  Bedeutung.  Klepzigs  Fachber.  1958 
Nr.  10  S.  380;  daraus  Bild  8. 

[73]  WiUwer,  W.,  W.  Rauaehenfels,  A.  Bunkel 
u.  U.  Jelteeh:  Entwicklung  der  Strom-  und 
Winderseugungsanlagen  in  vier  gemischten 
Eisenhatten  werken.  Stahl  u.  Bisen  7t  (1969) 
Nr.  4  S.  185/99. 

[74]  Simon,  R.:  Entwicklungslinien  der  Strom- 
und  Winderzeugung  in  gemischten  Hütten- 
werken. Stahl  u.  Eisen  7t  (1959)  Nr.  4 
S.  199/204. 

[75]  Wiibbenhortt,  B.\  Die  Entwicklung  der  Ener- 
giewirtschaft der  westdeutschen  Eisen-  und 
Stahlindustrie  1960  bis  1957.  SUhl  u.  Eisen 
7S  (1958)  S.  777/84. 

[76]  Vorträge  der  internationalen  Transport- 
tagung in  Düsseldorf  am  15.  Okt.  1956.  Stahl 
u.  Eisen  77  (1957)  S.  457/503. 

[77]  Düli,  O. :  Der  „fahrbare  Bunker".  Eine 
Eisenbahn- Studie  zum  Brztransport  vom 
Seeschiff  zum  Hochofen.  Stahl  u.  Eisen  7t 
(1959)  Nr.  15  S.  1041/57. 

[78]  Stengert,  H.  J.:  Rationalisierung  der  gleis- 
losen Transporte  in  Hüttenwerken.  Stahl  u. 
Eisen  7t  (1959)  Nr.  8  S.  522/33. 

[79]  Büaer,  K.  H.:  Kritische  Betrachtung  über 
die  Mechanisierung  und  Automatisierung  Im 
Hüttenwerk.  SUhl  u.  Eisen  7t  (1959)  Nr.  2 
S.  65/73. 

[80]  Schmidt,  E.:  Förder-  und  Beschickungs- 
anlage für  Zuschläge  in  einem  neuen  Stahl- 
werk. Dtsch. Hebe-  und  Fördertechnik (1958) 
Oktober-Heft  S.  16/20. 

[81]  Vogl,  B.:  Entwicklungslinie  der  Automati- 
sierung im  Hüttenwerk.  Stahl  u.  Eisen  7S 
(1958)  S.  1033/88. 

[82]  Sehenek,  H.:  Antriebe,  Vorstellungen  und 
Wünsche  zum  Ausbau  der  Eisenhütten- 
technik. SUhl  u.  Eisen  7t  (1959)  Nr.  1 
S.  1/8. 

[83]  Beieehkeü,  W.,  K.  Becker,  O.  Leiber  u. 
B.  V.  Mooe,  s.  [40]. 


VialzWBrksWBSOn   /   von  OipUng.  Alfrmä  Wolf,  Aachen 


DK  621.944.1  (047.1) 


Wirtschaftliche  Entwicklung 


Das  Jahr  1058  hrcu^hte  für  die  Eisen 
erzeugende  und  verarbeitende  Indu- 
strie eine  wirtschaftliche  Stockung. 
Einem  seit  1957  anhaltenden  Wirt- 
achaftarückgang  in  den  Vereinigten 
Staaten  von  Amerika  [1]  stand  ein 
nur  geringes  Wachstum  in  den  euro- 
paischen Industrieländern  gegenüber. 
Nach  jahrelangem  Anstieg  ging 
erstmalig  die  Welt-Rohstahl- 
erzeugung im  Jahre  1958  um 
23  MiU.  t  auf  rd.  270  Mill.  t  (—  8%) 
zurück  imd  war  damit  seit  vier  Jahren 


die  niedrigste  [2].  Die  Bundes- 
republik Deutschland  konnte 
trotz  verschiedener  Einbußen  im  Jahre 
1958  bei  der  Welterzeugung  mit  den 
gegenüber  1957  unveränderten  Antei- 
len von  8,8  •/•  bei  Roheisen,  8,4%  bei 
Rohstahl  und  etwa  8%  bei  Walzstahl 
hinter  den  Vereinigten  Staaten  von 
Amerika  und  der  Sowjetunion  weiter- 
hin vor  Großbrit€«mien  in  der  Reuig- 
ordnung ihren  dritten  Platz  wahren 
[3;  4]. 


In  der  lülontanunion  betrug 
der  durchschnittliche  Abfall  gegen- 
über 1957  rd.  3,7  % ,  so  daß  eine  Jahres- 

Bflclier  sind  durcii  %  gekennseichnet 

[1]  Die  Entwicklung  der  amerikanischen  Stahl- 
gesellschaften im  Jahre  1958.  Stahl  u. 
Eisen  7t  (1959)  Nr.  9  S.  652/53. 

[2]  Die  Rohstahlerseugung  der  Welt  im  Jahre 
1958.  Stahl  u.  Eisen  7t  (1959)  Nr.  1  S.  56. 

[3]  Roheisenerzeugung  der  Welt  nach  Ländern, 
Je  Kopf  der  Bevölkerung  und  in  */•  der 
Welterzeugung  1936  bis  1958.  Stahl  u. 
Eisen  7t  (1959)  Nr.  10  S.  755. 

[4]  Eohstahlerzeugung  der  Welt  nach  Ländern. 
Je  Kopf  der  Bevölkerung  und  in  %  der 
Welterzeugung  1936  bis  1958.  Stahl  u. 
Eisen  7t  (1959)  Nr.  8  S.  564. 


YDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


1409 


Stahlerzeugung  von  57,7  Mill.  t  er- 
reicht wurde  [5  bis  8].  Infolge  dee 
deutlicheren  Rückganges  in  der  Bun- 
desrepublik fiel  hier  die  Stahlerzeu- 
gung um  7%  von  24,5  Mill.  t  im  Jahre 
1957  auf  22,8  MiU.  t  im  Berichtsjahr 
und  lag  somit  in  ihrer  Höhe  zwischen 
den  entsprechenden  Werten  der  Jahre 
1955  und  1956  [9]. 

Die  Weltroheisenerzeu- 
gung [10]  war  mit  190  Mill.  t  um 
9%  kleiner  als  1957;  ein  gleicher  pro- 
zentualer Abfall  brachte  für  die 
Bundesrepublik  einen  Rück- 
gang in  der  Roheisengewinnung  von 
18,358  MiU.  t  im  Jahre  1957  auf 
16,659  Mill.  t  im  Jahre  1958  [9]. 

Der  Ausstoß  der  Warm- 
walzwerke in  der  Bundesrepu- 
blik [11]  verringerte  sich  ebenfalls  auf 
Grund  der  allgemein  fallenden  Pro- 
duktionstendenz um  7,5%  von 
16,446  Mill.  t  im  Jahre  1957  auf 
15,220  MiU.  t  im  Jahre  1958.  Von  den 
einzelnen  Walzstahlsorten  zeigten  die 
Mittelbleche  eine  nennenswerte  Zu- 
nahme der  Jahreserzeugung  um  12,8  */• ; 
Walzdraht  und  Feinbleche  blieben  auf 
ihrem  Vorjahrsstcuid ;  bei  XJniversal- 
stahl(—  16,4%),Warmband(— 7,8%) 
sowie  bei  Grobblechen  ( — 7,1%)  wa- 
ren die  größten  Einbußen  zu  verzeich- 
nen; die  Jahreserzeugung  von  Flach- 
stahl insgesamt  fiel  um  4,6%  auf 
7,244  Mül.  t.  Trotz  dieser  Rückgänge 
stieg  der  Anteil  des  Flachstahls  an 
der  jährlichen  Gesamtstahlproduktion 
weiterhin  von  46,2%  im  Vorjahr  auf 
47,7  %  und  folgte  der  schon  seit  Jahren 
zu  erkennenden  steigenden  Tendenz 
[12]. 

Der  Erzeugungsrückgang  in  der 
Bundesrepublik  zog  auch  eine  4,5%  ige 
Verminderung  der  Arbeitskräfte  nach 
sich;  in  den  Walzwerken  sowie  deren 
HUfs-  und  Nebenbetrieben  ging  die 
Anzahl  der  beschäftigten  Arbeiter  von 
114  765  im  Jahre  1957  auf  109  547 
im  Jahre  1958  zurück.  Hierdurch 
ergab  sich  für  1958  eine  Jahreserzeu- 
gung von  rd.  140 1  je  Arbeiter ;  je  Kopf 
der  Bevölkerung  betrug  im  Berichts- 
jahr die  Roheisenerzeugung  326  kg, 
die  Rohstahlerzeugung  446  kg  und  die 
Walzstahlerzeugung  300  kg. 


Während  fast  aUe  westUchen  Indu- 
strieländer Rückgänge  in  ihren  Eisen- 
und  Walzstahlerzeugungen  verzeich- 
nen mußten,  konnte  die  Sowjet- 
union ihre  Roheisenerzeugung  im 
Berichtsjahr  auf  39,5  Mül.  t,  die  Roh- 
stahlproduktion auf  55  MiU.  t  und 
ihren  Ausstoß  an  Walzwerkserzeug- 
nissen auf  42,8  MiU.  t  erhöhen,  so  daß 
sie  die  Erzeugung  der  Montanunion 
fast  erreichte.  Dabei  ist  jedoch  zu  be- 
rücksichtigen, daß  auf  Grund  der 
Wirtschaftslage  die  Anlagen  der  in  der 
Montanunion  zusammengefaßten  Län- 
der nur  zu  60  bis  80%  ausgelastet 
waren,  während  die  der  Sowjetunion 
voU  ausgefahren  werden  konnten.  Mit 
der  Einführung  des  sog.  Siebenjahres- 
planes [13  bis  15]  am  12.  November 
1958,  der  den  letzten  für  die  Jahre 
1956  bis  1960  aufgesteUten  Fünfjah- 
resplan  bis  ztun  Jahre  1965  fortsetzt, 
unternimmt  die  Sowjetunion  große 
Anstrengungen,  den  Unterschied  zwi- 
schen der  amerikanischen  imd  der 
eigenen  Stahlkapazität  auszugleichen. 
Bis  1965  soUen  folgende  jährUche  Pro- 
duktionszahlen erreicht  werden :  65  bis 
70  MUl.  t  Roheisen,  86  bis  91  MiU.  t 
Rohstahl  und  65  bis  70  MiU.  t  Wak- 
stahl bei  einem  Investitionsaufwand 
von  rd.  25  Mrd.  Rubel.  Die  für  1965 
vorgesehenen  Produktionszahlen  be- 
deuten Zuwachsquoten  bis  zu  80%, 
während  die  Geldmittel  nm  rd.  60  Mrd. 
Rubel  (w  15  Mrd.  $)  mehr  betragen 
als  die  Investitionen  der  Jahre  1952 
bis  1958.  Die  Walzstahlproduktion  mit 
einer  Steigerung  um  30  bis  35  MiU.  t 
bis  zum  Jahre  1965  erfordert  das  Er- 
weitem bestehender  Anlagen  sowie 
den  Bau  neuer  Walzwerksanlagen  mit 


einem  Ausstoß  von  je  3  bis  4  MiU.  t 
jährUch  [16].  Insgesamt  sind  80  Walz- 
straßen, davon  54  neue  Wannstraßen, 
mit  einer  Gesamtjahresleistung  von 
30  MiU.  t  geplant,  die  mögUchst  weit- 
gehend automatisiert  laufen  soUen. 
Nach  amerikanischen  Berichten  [17] 
Uegt  das  Ausbringen  für  ein  gleiches 
Erzeugnis  in  der  Sowjetunion  25  bis 
50%  unter  dem  amerikanischen,  und 
die  Güte  dieser  Walzeraseugnisse  soU 
nicht  die  in  Amerika  erreichte  auf- 
weisen [18]. 

Seit  Kriegsende  befinden  sich  in 
verschiedenen  Ländern, 
wie  Pakistan,  Süd-Korea  imd  Portu- 
gal, auf  den  PhiUppinen,  in  Israel,  Ko- 
liunbien,  Venezuela,  Peru  und  auf 
Hawai  die  ersten  Hüttenwerke  in  Bau 
bzw.  schon  in  Betrieb  [18]. 

Aus  den  AufsteUungen  [7;  8]  der 
europäischen  Gemeinschaft  für  Kohle 
und  StcJü  über  die  Entwicklung  der 
höchstmögUchen  Jahreserzeugung  an 
Roheisen  und  Rohstahl  im  Vergleich 
zu  der  tatsächUchen  Erzeugung  geht 
hervor,  daß  der  Ausnutzungs- 
grad in  der  Bundesrepublik,  ähnlich 
dem  in  der  Montanunion,  von  97%  im 
Jahre  1955  auf  rd.  82%  zu  Ende  des 
Jahres  1958  gefaUen  ist;  dieser  Wert 
konnte  auch  im  ersten  Halbjahr  1959 
nur  mit  Mühe  gehalten  werden.  Durch 
die  günstigere  Entwicklung  [19]  im 
zweiten  Vierteljahr  brachte  das  erste 
Halbjahr  1959  eine  niu*  wenig  unter 
den  ProduktionszcJilen  des  vorjähri- 
gen Vergleichszeitraums  Hegende  Er- 
zeugung von  rd.  8,346  MiU.  t  Roh- 
eisen, 11,794  MiU.  t  Rohstahl  sowie 
7,579  Mül.  t  an  Walzstahl-Fertig- 
erzeugnissen [20]. 


Walzvorgang 


Die  mathematischen  Ableitungen 
der  FUeßbedingungen  bilden  die  theo- 
retischen Grundlagen  für  die  prakti- 
schen Verformungsvorgänge.  Obwohl 
die  Plastizitätslehre  [21]  erst  seit  weni- 
gen Jahren  Eingang  in  die  Verfor- 
mungskunde der  MetaUe  gefunden  hat, 
zeigt  sie  bereits  überraschende  Ergeb- 
nisse, die  ein  Vorausberechnen  und  Be- 
stimmen der  im  Walzspalt  auftreten- 
den Kräfte  und  FUeßbedingungen  in 
sehr  guter  Annäherung  an  die  gemesse- 
nen Werte  gestatten. 


Über  die  Anwendung  der  Mechanik 
zäher  Medien  auf  die  Verformungs- 
vorgänge des  Walzgutes  im  Walzspalt 
berichtete  A,  Kneschke;  er  zeigte,  wie 
hiemach  die  Erfahrungstatsachen  in 
weiterem  Umfange  bestätigt  werden 
können,  als  dies  nach  den  Berechnun- 
gen auf  Grund  der  Kdrmdn-Siebel' 
sehen  Theorie  möglich  ist  [22;  23]. 
Diese  Betrachtungen  erstrecken  sich 
auf  den  ebenen  Walzvorgang  bei  Wal- 
zen mit  gleichem  Durchmesser  und 
gleicher  Umfangsgeschwindigkeit. 


[5]  Die  Eoheisen-  und  Stahlerzeugung  der 
Montanunion-Länder  im  Jahre  1068.  Stahl 
u.  Eisen  7t  (1960)  Nr.  4  S.  247. 

[6]  Statistische  Informationen  S  (1068)  Nr.  7 
S.  406/612. 

[7]  Statistisches  Bulletin  7  (1060)  Nr.  2  S.  186 
his  240. 

[8]  SUtistisches  Bulletin  7  (1050)  Nr.  3  S.  186 
bis  286. 

[9]  Die  Erzeugung  im  Bundesgebiet  Deutsch- 
land im  Dezember  und  im  Jahre  1068. 
SUhl  u.  Eisen  7t  (1060)  Nr.  8  S.  173. 

[10]  Die  Welt-Eisenerzeugung  im  Jahre  1068. 
Stahl  u.  Eisen  7t  (1060)  Nr.  0  S.  660/61. 

[11]  Die  Eisen  schaffende  Industrie  in  der 
Bundesrepublik  im  Jahre  1068.  (Beschfif- 
tigtenstand,  Einzelversorgung.)  Stahl  u. 
Eisen  7t  (1060)  Nr.  8  S.  666/60. 


[12]  Sedlaetek»  H..  u.  A.  Wolf:  Jahresübersicht 
Bisenhüttenwesen,  Abschn.  Walzwerks- 
wesen.  YDI-Z.  Ot  (1067)  Nr.  30  S.  1646/62. 

[lZ]Jenieet,  L,:  Die  sowjetische  Hüttenindu- 
strie im  Sieben  jahresplan  1060/66.  Hutn. 
Listy  April  1060. 

[14]  ChMmikoiw,  W.:  Aus  der  russischen  Bisen- 
und  Stahlindustrie.  Piano  wo  jp  Chosjaistwo 
(Planwirtschaft)  1050  Märzheft  S.  27  (vgl. 
Stahl  u.  Eisen  7t  (1060)  Nr.  11  S.  836/36). 

[16]  Reißer,  A.:  Der  Sieben  jahresplan  der  So- 
wjetunion 1050/66.  VDI-Nachrichten  Nr.  4 
vom  14.  Febr.  1060  S.  7. 

[l6]Zelikow,  A.  l,:  Grundrichtungen  in  der 
Entwicldung  der  Herstellung  von  Walz- 
stahl und  Bohren  in  den  nächsten  Jahren 
in  UdSSB.  Stal  1058  Nr.  11  S.  1006/11. 


[17]  Die  Auswirkungen  des  neuen  Siebenjahres- 
plans auf  die  Eisen-  und  Stahllndusirie  der 
UdSSB.  MonUn-Archiv  (1050)  Nr.  8  8. 11 
bis  12. 

[18]  Madeen,  l.  B. :  Entwicldungen  in  der 
Eisen-  und  Stahlindustrie  der  Verelnigtea 
Staaten  von  Amerika  im  Jahre  1068.  Iren 
Steel  Eng.  30  (1060)  Nr.  1  S.  112/68. 

[10]  Sohl,  H,  O.:  Zur  derzeitigen  Lage  der  Bisen 
schaffenden  Industrie  des  Bundesgebietes. 
SUhl  u.  Eisen  7t  (1060)  Nr.  11  8.  826/31. 

[20]  Die  Erzeugung  im  Bundesgebiet  im  Juni 
und  im  ersten  Halbjahr.  Stahl  u.  Bisen  7t 
(1050)  Nr.  16  S.  1008. 

[21]  •  HM,  R, :  Mathematische  Theorie  der 
Plastizität.  Oxford  1060. 

[22]  Knetehte,A.:  Zur  hydrodynamischen  Theo- 
rie des  Warmwalzens.  Freiberger  For- 
Bchungahefte  B  10  (1057)  S.  6/34. 

[23]  Wie  [22]  und  •  Arch.  Bisenhüttenw.  tt 
(1058)  S.  11/22. 


1410 


YDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


Außerdem  wurde  die  hydrodynami- 
sche Theorie  des  Walzvorgangs  auf  die 
mechanischen  Vorgänge  im  Walz- 
Spalt  beim  Walzen  mit  verschiedenen 
Umfangsgeschwindigkeiten  der  im 
Durchmesser  gleichen  Walzen,  ins- 
besondere beim  „Schleppwalzen*'  mit 
nur  einer  angetriebenen  Walze,  er- 
weitert [24].  Unter  diesen  Voraus- 
setzimgen  werden  die  Wsklzendruck- 
kraft,  das  Walzenreibungsmoment  und 
die  spezifische  Walzleistung  in  Ab- 
hängigkeit von  den  Walzparametem 
angegeben,  und  es  wird  gezeigt,  daß 


für    kleine    Werte    der   Walzzahl  — ^ 

r 

(Aq  Walzguthöhe,  r  Walzen-Hlbmr.)  der 
hydrodynamische  Anteil  gegenüber 
dem  statischen  um  so  mehr  ins  Gewicht 
fallt,  je  größer  die  relative  Höhenab- 
nahme ist.  Im  Grenzfall  des  Schlepp- 
walzenantriebs ergibt  sich  zwischen 
Treib-  und  Schleppwalze  ein  Schlupf, 
der  bei  zunehmender  rel.  Höhenab- 
nahme und  abnehmender  Zähigkeit 
des  Walzgutes  größer  wird,  und  zwar 
umso  mehr,  je  größer  die  Walzzahl  ist. 
Zum  experimentellen  Ermitteln  der 
Verformung  im  Walzspalt  wurden 
Aluminiumbleche  mit  eingegossenen 
Metallfäden  bei  verschiedenen  Ab- 
nahmen gewalzt  und  röntgenogra- 
phisch  untersucht;  hierbei  ergaben 
sich  Verformungen  der  Fäden,  die  mit 
der  von  der  hydrodynamischen  Theo- 
rie geforderten  Gestalt  überraschend 


gut  übereinstimmen.  Es  wäre  erstre- 
benswert, in  einer  größeren  Untersu- 
chimg Walzversuche  auszuführen,  die 
die  Anwendbarkeit  dieser  neuen  Theo- 
rie und  ihre  Grenzen  aufzeigen  sollten. 

Auch  die  Verformungsvorgänge 
beim  Ziehen  von  Drähten  durch  koni- 
sche Düsen  lassen  sich  mittels  der  dem 
Walzvorgang  zugrunde  gelegten  hy- 
drodynamischen Vorstellung  beschrei- 
ben, und  es  ist  möglich,  die  für  das 
Ziehen  erforderliche  Zugkraft  und  den 
Leistimgsaufwand  in  guter  Überein- 
stimmung mit  der  Erfahrung  zu  be- 
rechnen. 

Die  Formeln  ztun  Berechnen  der 
Walzkraft  imd  der  Drehmomente  [25] 
enthalten  Größen  über  die  gewählten 
Walzbedingungen  sowie  über  das 
Fließvermögen  des  Werkstoffes.  Wäh- 
rend aber  die  Walzbedmgungen  auf 
Grund  der  gewählten  Abmessung  des 
Wfiklzgutes,  der  Stichabnahme,  des 
Walzendmrchmessers  sowie  der  Walz- 
geechwindigkeit  genau  festliegen,  läßt 
sich  die  Fließspannung,  die  ziun  Ver- 
formen des  Werkstoffes  nötig  ist,  oft 
nur  ungenau  angeben.  Bei  richtiger 
Wahl  dieser  sog.  Formänderungs- 
festigkeit  zeigen   alle   Formeln   gute 

Warm-  und 

Die  maschinen-  und  elektrotech- 
nische Entwicklimg  [62  bis  74]  der 
vergangenen  Jahre  änderte  und  ver- 
besserte   die    Gescuntcuiordnung    der 


Ubereinstinunung  mit  den  in  Wirk- 
lichkeit vorliegenden  Beanspruchun- 
gen [26  bis  34].  Die  Formel  nach 
R,  B,  Sims  zum  Ermitteln  von  Walz- 
kraft und  Drehmoment  für  das  Warm- 
walzen ist  in  ihrer  Anwendimg  leicht 
zu  handhaben;  aus  diesem  Grunde 
wurden  neuerdings  mit  einem  „cam- 
plastometer**  Untersuchungen  ange- 
stellt, um  die  richtigen  Werte  der 
Formänderungsfestigkeit  für  den 
Walzprozeß  zu  erhalten.  P.  M.  Cook 
imd  W,  McCrum  [36]  stellten  mit  die- 
sen Werten  für  zwölf  verschieden 
legierte  und  unlegierte  Stähle  Schau- 
bilder auf,  aus  denen  die  in  der  Sims- 
sehen  Formel  auftretenden  Kenngrö- 
ßen in  Abhängigkeit  von  Walzen- 
durchmesser, Anfangshöhe,  Stich - 
abnähme  und  Walzgeschwindigkeit  in 
einem  Temperatiurbereich  von  900  bis 
1200  °C  abgelesen  werden.  K.  Weber 
[40]  wählte  in  seiner  später  erschiene- 
nen Arbeit  eine  andere  Dcurstellungs- 
weise  der  von  Cook  und  McOrum  auf- 
gestellten Diagreunme  und  fügte  zwei 
weitere  legierte  Stähle  hinzu,  deren 
Formändenmgsfestigkeiten  aus  Arbei- 
ten von  W,  Lueg  imd  H,  O.  MÜUer 
entnommen  wurden  [37  bis  61]. 

Kaltwalzen 

Walzwerke  und  auch  ihre  baulichen 
Einzelheiten,  indem  diese  Anlagen 
zur  Leistungssteigerung  weitgehend 
mechanisiert  und  automatisiert  wur- 


[24]  •  AUfheyer,  H. :  Untersuchung  der  Walzen- 
abniitsnng  mit  besonderer  Berflcksichtl- 
gong  des  Schleppwalzens  bei  Fertigwalzen 
von  Warmband.  Dr.-Ing.-Diss.  Aachen 
1069. 

[2SyWldttoH,  P.  W.:  Berechnung  von  Walz- 
kralt  und  Drehmoment  beim  Kaltwalzen 
nach  neuzeitlichen  Theorien.  J.  appl.  Mech. 
13  (1066)  S.  307/11. 

[26]  Wuiotowtki,  Z.,  W.  Ooreeki,  E.  Judyeki  u. 
F.  Wiaeek:  Das  Warmwalzen  von  Stahl 
mit  großen  Abnahmen.  Prace  Inst.  Hutn.1t 
(1068)  Nr.  4  S.  186/08. 

[27]  Wooden,  E,  A.,  u.  T.  P,  lodiee:  Warm- 
verformung von  Titan.  Maschinery,  Lond.« 
•1  (1067)  Nr.  2880  S.  637/41  (Übersetzung 
In:  Technik  13  (1068)  Nr.  6  S.  427/20). 

[28]  DaM,  W.,  u.  W.  Lueg:  Über  den  Einfluß 
der  Walzbedingungen  auf  die  Bigenschaf- 
ten  von  kohlenstoffarmem  Warmband. 
TeU  11.  Mechanische  Bigenschaften  und 
und  (Jefflge.  Stahl  u.  Bisen  78  (1068)  Nr.  25 
S   1 703/08. 

[SO]  Tong,  K.,  u.  O.  Saeh$:  Walzentrennkraft 
und  kleinstmflgliche  Dicke  von  kaltgewalz- 
ten  Bändern.  J.  Mech.  Phys.  Solids  0  (1067) 
Nr.  1  S.  36/46. 

[30]  Zdiitow.  A.  L.:  (Gegenwärtiger  Stand  der 
Theorie  des  Walzdrucks  beim  Längswalzen. 
Stal  1068  Nr.  6  S.  484/41. 

[31]  >ricMttoii;«J;t,  Z.:  Die  Formändenings- 
geschwindigkeit  beim  Warmwalzen.  Neue 
Hfltte  3  (1068)  Nr.  8  S.  404/07. 

[32]  Deklinger,  U. :  Die  Bntstehung  von  inneren 
Spannungen  bei  Vorgängen  in  Metallen. 
Z.  Metallkde.  SO  (1060)  Nr.  8  8. 126/30. 

[33]  Eriteh,  A.:  Zur  Festigkeitshypothese  der 
metalliÜMhen  Werkstoffe  nach  H.  M. 
Schnadt.  Arch.  Bisenhattenwesen  30  (1050) 
Nr.  3  S.  160/86. 

[34]  •  PlünkiUn,  TT.,  u.  W.  Möhrlieh:  Die  Er- 
mittlung der  FtieOkurven  von  Schrauben- 
werkstofiTen.  K61n  1068. 

[ZS]9Cook,  P.M.,  u.  A.W.  McCrum:  Die 
Bestimmung  von  Walzkraft  und  Dreh- 
moment beim  Warmwalzen  von  Flach- 
querschnitten.  London  1068. 

[  '6]  Wd>er,  K. :  Berechnungsunterlagen  zur  Er- 
mittlung von  Walzkraft  und  Drehmoment 
beim  Warmwalzen.  Freiberger  Forschungs- 
berichte B  40.  8. 1/116. 

[37]  Branden,  F.  G.,  u.  H.  NtUting:  Das  (Gefflge 
von  verformtem  Bisen.  Acta  Metallurg., 
New  York  (1060)  Nr.  2  8. 101/10. 


[38]  Morgan,  E.  L. :  Wie  kann  die  Theorie  dem 
Kaltwalzer  helfen?  Sheet  Metal  Ind.  30 
(1050)  Mr.  68/61. 

[80]  Oueuuier,  A.,  u.  R.  CaUro:  Untersuchun- 
gen Ober  das  Verhalten  legierter  Stähle  bei 
der  Warmverformung.  Bev.  Metallurg., 
M6m.,  SS  (1068)  Nr.  11  S.  1023/41. 

[40]  Vanderbeek,  R.  W.:  In  Buropa  ausgeflbte 
Verfahren  zum  Warmwalzen  im  unteren 
Temperaturbereich.  Weld.  Bes.  1068  Nr.  3 
S.  114/16. 

[Ai]Li'Chi,  Tai,  u.  W.  ChUn-Kang:  Unter- 
suchung der  Texturen  von  Armco-Bisen 
durch  magnetische  Drehmomentmessun- 
gen. Acta  metallurg.  sinica  3  (1068)  Nr.  1 
S.  47/64. 

[42]  Neng-Kuan,  Chen,  u.  Liu  Chang-Lu:  Walz- 
und  BekristalUsationstexturen  in  Elsen- 
SlUzium-Legierungen.  Acta  metallurg.  si- 
nica 3  (1068)  Nr.  1  8.  30/46. 

[48]  PatcKkow,  P.  O.,  u.  W.  A.  Bratttehina: 
Über  die  Oleichmäßigkeit  der  Verformung 
im  vielkristaUinen  Haufwerk.  Fisika  Me- 
Ullow  i  Metallowiedentle  0  (1068)  Nr.  1 
S.  128/34. 

[44]  Rytel,  K.:  Der  mittlere  Streckungsgrad 
bei  irregulären  Kalibrierungen.  Freiberg. 
Forsch.-H.,  Beihe  B.  Nr.  27.  1068,  S.  128 
bis  140. 

[45]  Mmer,  H.,  u.  H.  StäMein:  Walztexturen 
von  Transformatorenstahl.  Arch.  BiBcn- 
hQttenwes.  SO  (1068)  Nr.  6  8.  377/00. 

[A6]  Shurawljow,  M.W.,  u.  S.O.  Nekrattott: 
Kalibrierung  und  Walzen  von  Form- 
profilen aus  legiertem  Stahl.  Stal  Nr.  1 
(1060)  S.  68/63. 

[47]  Rudoj,  W.  S.,  A.  S.  Alferowa  u.  a.:  Ferti- 
gungsverfahren fOr  die  Herstellung  von 
nahtlosen  Bohren  aus  hochlegierten  bor- 
haltigen  Stählen.  Stal  (1060)  Nr.  1  S.  68 
bis  73. 

[48]  Brayihaw,  E.  E. :  Walzen  und  Kalibrieren 
von  Spundwandbohlen.  Blast  Fum.  Steel 
Plant  40  (1068)  Nr.  3  S.810.  312,  337,  330, 
341  u.  345/48. 

[40]  Orotit,  W.,  u.  H.  GcUtoald:  Der  Einfluß 
von  Kohlenstoff,  Mangan,  Chrom,  Nickel 
und  Molybdän  auf  das  freie  Breiten  von 
St-ählen.  Stahl  u.  Eisen  70  (1050)  Nr.  12 
S.  856/66. 

[50]  Sedlaezek,  H. :  Eine  neue  Kalibrierung  zur 
Walzung  von  Trägem,  besonders  von 
Leichtträgern.  Bev.  M6tallurg.,  M^m.,  SS 
(1058)  Nr.  4  S.  333/38. 


51]  •  Grüner,  P. :  Das  Walzen  von  Hohlkörpern 
und  das  Kalibrieren  von  Werkzeugen  zur 
Herstellung  nahtloser  Bohre.  Berlln/GK)t- 
tingen/Heidelberg  1050. 

52]  An»ehütz,  H.:  Planung  der  elektrischen 
AusrOstung  fttr  kontinuierliche  Walzen- 
Straßen.  BBG-Nachr.  40  (1058)  Nr.  2  S.  101 
bis  104  u.  S.  107/11. 

63]  Ballt,  W.  E.:  Über  grundsätzliche  Fräsen 
des  Antriebs  von  Kaltwalzmaschinen.  I/II. 
Blech  S  (1058)  Nr.  7  8.  37/47;  Nr.  8  S.  20 
bis  28. 

54]  Blain,  P. :  Das  Planetenwalzwerk  .  von 
Sendzimir.  Circ.  Infor.  techn.  IS  (1058) 
Nr.  4  S.  853/50. 

56]  Bro9eh,  H.,  u.  H.  Waburek:  Erzeugungs- 
lenkung in  Walzwerken  mit  Nachrichten- 
und  Signalanlagen.  Stahl  u.  Eisen  70  (1050) 
Nr.  1  S.  28/32. 

66]  Gieve,  F.  J.,  u.  R.  J.  Secerton:  Entwurf  und 
Werkstoffe  fOr  G^elenkspindeln  mit  (Gelenk- 
steinen  fflr  Walzwerksanlagen.  Iron  Steel 
Eng.  3S  (1058)  Nr.  5  S.  127/30. 

57]  Gray,  A.  C,  u.  J.  G.  MiUeheU:  Aufbau  und 
Arbeitsweise  der  117er  Block- Brammen- 
straße der  Steel-Gompany  of  Canada,  Ltd., 
Hamilton/Ont.  Iron  Steel  Eng.  3S  (1068) 
Nr.  8  S.  123/31. 

68]  Greiner,  J.  H  :  Neue  Warmband- Vor- 
straßenantriebe. Iron  Steel  Eng.  3S  (1058) 
Nr.  0  S.  151/50. 

50]  Grüner,  P.:  Über  das  Kaltwalzen  von 
Blechen  und  Bandstahl  mittlerer  Breite. 
Masch.-Markt  04  (1058)  Nr.  03  S.  156/60. 

60]  G<mbaud,  P. :  Das  Kaltwalzen  von  Weiß- 
blech bei  den  Forges  de  Basse-Indre.  Techn. 
mod.  SO  (1058)  Nr.  6  S.  201/06. 

61]  Hüter,  K.  H.:  Kritische  Betrachtung  Aber 
die  MechaniBierung  und  Automatisierung 
im  Hüttenwerk.  Stahl  u.  Bisen  70  (1050) 
Nr.  2  S.  65/73. 

62]  Kalberkamp,  H.  J. :  Die  derzeitige  Entwick- 
lung von  Brammenstraßen.  Iron  Steel  Eng. 
3S  (1058)  Nr.  2  S.  78/81. 

63]  Kenyon,  A.  F.,  VC.  ff.  J.  Oakee:  Elektrische 
Antriebe  fOr  eine  Draht-  und  Feinstahl- 
straße mit  hoher  Walzgeschwlndigkelt. 
Iron  Steel  Eng.  3S  (1068)  Nr.  3  S.  128/36. 

64]  Makarenko,  W.  S. :  Walzen  des  Walzdrahtes 
auf  dem  kontinuierlichen  Drahtwalzwerk. 
Metallurg.  Nr.  11  (1068)  S.  28/34. 

65]  Münker,  F. :  Die  Entwicklung  des  Baues 
von  Walzwerkseinrichtungen.  Ind.-Kurier, 
Techn.  u.  Forsch.  11  (1058)  Nr.  68  S.  240 
bis  250. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30  21.  Oktober 


1411 


den  [75  bis  89],  Die  Diirchsatzlei- 
stung  solcher  Walzwerke  läßt  sich 
durch  Kleinhalten  der  Walzneben- 
Zeiten,  insbesondere  auch  durch  eine 
geringe  StichanzaJil,  bis  zu  einer 
Grenze  steigern,  die  durch  die  maxi- 
mal mögliche  Stichabnahme  bestimmt 
wird.  Femer  erfordert  die  Betriebs- 
sicherheit, daß  die  Speuinungen  in 
den  Walzen  [90],  die  Walzenlager- 
und Walzkräfte,  die  Antriebsmo- 
mente sowie  die  Walzmotorenleistung 
in  einem  zulässigen  Bereich  bleiben 
[91  bis  94].  Um  aber  hier  bis  an  die 
obere  Grenze  herangehen  zu  können, 
muß  man  unbedingt  die  beim  Walzen 
auftretenden  Kräfte  erfassen  [95]. 
Bis  vor  kurzem  konnten  lediglich 
in  Versuchswalzwerken,  aber  nicht 
unter  Betriebsbedingungen,  exakte 
Meßwerte  erhalten  werden,  so  daß 
bei  allen  größeren  und  mehrgerüsti- 
gen  Straßen  Unklarheiten  über  die 
tatsächlichen  Beanspruchungen  be- 
standen. 

Die  Entwicklung  des  Deh- 
nungsmeßstreifen -  Ver- 
fahrens in  Verbindung  mit  der 
modernen  Meßelektronik  lassen  heute 
auf  Grund  der  bisherigen  Erfahrun- 
gen einen  Einbau  von  Meßgeräten 
zum    Erfassen    der    Walzgrößen    als 


erfolgversprechend  und  anstrebens- 
wert  erscheinen.  Grundsätzlich  be- 
schreitet    man     dabei     zwei    Wege: 

1.  Es  wird  im  direkten  Kraftfluß 
durch  Einbau  von  Kraftmeßdosen 
zwischen  Einbaustück  (Walzenlager) 
und    Anstellspindel    gemessen ; 

2.  man  ermittelt  aus  der  im  Ständer 
beim  Walzen  auftretenden  Dehnung 
die  im  Walzspalt  wirkenden  Elräfte. 

Das  erste  Verfahren  wird  trotz 
größeren  Aufwandes  in  den  meisten 
Fällen  bevorzugt,  da  hierbei  bessere 
Eichmöglichkeiten  und  somit  größere 
Meßgenauigkeiten  gegeben  sind;  das 
zweite  Verfahren  setzt  eine  in  beiden 
Ständern  seitengleiche  Dehnung  vor- 
aus, eine  Forderung,  die  wohl  nur 
bei  Blechstraßen  mit  einheitlichem 
Walzprogranmi  erfüllt  sein  dürfte. 

Wenn  auch  zum  Erfassen  der 
Walzkräfte  noch  Kraftmeßdosen  auf 
k£^azitiver  oder  induktiver  Grund- 
lage gebaut  werden,  so  läßt  sich  die 
Walzendrehmomentmes- 
sung [96]  an  den  Kuppelspindeln 
mit  Erfolg  nur  über  das  Dehnungs- 
meßstreifen-Verfahren vomehmen[97]. 
Auch  hier  haben  sich  trotz  Schwierig- 
keiten beim  Übertragen  der  Meß- 
ströme  über  Schleifringe  gute  Meß- 
möglichkeiten  gezeigt,  so  daß  heute 


praktisch  an  allen  Walzenstraßenty- 
pen, sei  es  zur  Betriebsüberwachung 
oder  für  Forschungszwecke,  die  auf- 
tretenden Kräfte  ermittelt  werden 
können. 

Für  den  Konstrukteur  ergibt  sich 
aus  der  guten  Anwendbarkeit  dieser 
Meßverfahren,  daß  bei  Neukonstruk- 
tionen oder  Umbauten  von  Walz- 
gerüsten  der  Einbau  von  Kraft- 
meßdosen berücksichtigt  werden 
sollte.  Der  Idealfall  läge  wohl  dajm 
vor,  wenn  solche  Kraftmeßglieder  als 
feste  Bestcmdteile  zur  Funktion  des 
Walzgerüstes  nötig  wären:  Dadurch 
könnte  man  die  Stichpläne  den  zu- 
lässigen Beanspruchungen  anpiassen 
und  die  gewonnenen  Erkenntnisse 
beim    Bau    von   Anlagen    verwerten. 

Für  eine  neuzeitliche  Bandstraße 
sind  außer  der  Messung  der  Walz- 
kräfte  [98]  infolge  der  heute  ange- 
strebten Maßhaltigkeit  der  Bänder 
zwei  weitere  Meßvorrichtungen  er- 
forderlich: Ein  Dickenmeßgerät  und 
ein  Breitenmeßgerät  [99].  Während 
heute  Dicke  n  m  eßgeräte 

[100  bis  107]  mit  einwandfreier  An- 
zeige —  wenn  auch  die  Entwicklung 
noch  nicht  abgeschlossen  ist  —  in 
vielen  Straßen  eingesetzt  sind»  so 
durchlaufen  die  Breitenmeß- 
geräte     [108   bis    110]   ihre   erste 


[66]  Protatsote,  N.  F.,  W.  P.  Chiebnikow  u.  a. : 
Vervollkommnung  der  Armatur  des  Walz- 
werks fflr  schweres  Halbzeug  im  Grobeisen- 
betrieb. MeUUurg.  (1068)  Nr.  10  S.  25/20. 

[67]  RtUhbone,  M.:  Mdgllehe  Entwicklungen 
zur  Automatisierung  von  Block-  und 
BrammenstraOen.  Iron  Coal  Trades  Bev. 
170  (1058)  Nr.  16  S.  1074/76. 

[68]  Roth,  W. :  Über  eine  zweckmäßige  Walzen- 
form fOr  das  Auswalzen  dflnner  Folien. 
Ing.-Arch.  86  (1058)  Nr.  5  S.  333/37. 

[60]  Roger,  C:  Die  Antriebe  von  Block-  und 
Block- Brammen- Straßen.  Cire.  Inform, 
techn.  IS  (1058)  Nr.  11  S.  2263/88. 

[70]  Sack,  E.  Th.:  Neuere  Entwicklungen  an 
Schwerwalzwerken.  Techn.  Mitt..  Essen  S1 
(1058)  Nr.  10  8.  405/00. 

[71]  Sendtimir,  T.:  Das  Planeten  walz  werk  und 
seine  Anwendung.  Iron  Steel  Eng.  3S  (1058) 
Nr.  1  8.  05/101. 

[72]  Vogl,  H.:  Entwicklungslinie  der  Automati- 
sierung im  Hüttenwerk.  Stahl  u.  Eisen  7t 
(1058)  >r.  15  S.  1033/38. 

[73]  Wom,  D.  K,:  Walzen  von  Bändern  aus 
Metallpulvem.  Powder  Metallurg.  (1058) 
Nr.  1/2  S.  85/03  u.  S.  148/44. 

r74]  Zelikow,  A,l.:  Neue  Walzstraße.  Metallurg. 
(1050)  Nr.  2  S.  21/25. 

[75]  Araujo,  L.  A.:  Neuzeitliche  Blechherstel- 
lungsverfahren. Bol.  Assoc.  Bras.  Metais  13 
(1067)  Nr.  46  S.  61/62. 

[76]  Brutuherg,  H.:  Antrieb  und  Regelung  von 
Kaltwalzwerken.  Techn.  mod.  SO  (1058) 
Nr.  2  S.  02/08. 

[77]  Böer,  H. :  Betriebserfahrungen  mit  Zentral- 
ölumlaufanlagen  in  Walzstraßen.  Schmier- 
techn.  S  (1058)  14  r.  3  S.  126/26. 

[78]  Breuer,  K.:  Neuzeitliche  Walzwerks- 
getriebe. Demag-Nachr.  (1058)  Nr.  164 
8.  1/16. 

[70]  Corde»,  H.:  Automatisierung  Im  Hütten- 
werk. BBC-Nachr.  40  (1068)  Nr.  3  S.  120 
bU  141. 

[80]  Diestel,  P,:  Wertung  der  Bauart  und  Ar- 
I  beltsweise  einer  Qrobblechstraße  auf 
6ru  nd  von  Betriebsergebnissen.  Stahl  u. 
Eisen  7S  (1058)  Nr.  22  S.  1536/46. 

[81]  Hilterhau»,  W.:  Planungsarbeiten  für  die 
bauliche  Gestaltung  eines  Grobblech- 
Walzwerkes.  Stahl  u.  Eisen  70  (1058)  Nr.  21 
S.  1526/36.  r« 

[82]  Fujiki,  Sk.:  Neuere  Entwicklung  in  der 
Blechherstellung  und  einiger  damit  zu- 
sammenhängender Fragen.  Tetsu  to  Ha- 
gan6  44  (1058)  Nr.  7  S.  705/00. 


[88]  Oravenetreier,  P.  R. :  Haspelantrieb  mit 
Drehstrommotoren  über  Bchlupfkupp- 
lungen.  Iron  Steel  Eng.  30  (1050)  Nr.  1 
S.  70/83. 

[84]  Mert,  L. :  Messen  und  Regeln  bei  der  Auto- 
matisierung industrieller  Herstellungspro- 
zesse. Elektrotechn.  Z.,  Ausg.  A,  70  (1058) 
Nr.  22  S.  861/67. 

[80]  Nürttberg,  W. :  Entwicklung  der  Antriebs- 
technik und  der  elektrischen  Maschinen  in 
Walzwerksanlagen.  Stahl  u.  Eisen  70  (1060) 
Nr.  10  S.  604/703. 

[86]  Schink,  H. :  Über  die  Bedeutung  der  Stör- 
größen in  der  Automatisierung.  Automati- 
sierung 3  (1058)  Nr.  12  S.  5/8. 

[87]  Spenle,  S.A.:  Betriebseriahrungen  und 
Erkenntnisse  an  einer  Warmbreitband- 
Straße  und  einem  Kaltbandwerk.  Stahl  u. 
Eisen  70  (1050)  Nr.  10  S.  683/03. 

[88]  Starling,  C.  W. :  Das  Vorwalzen  von  Stahl 
durch  Warmwalzen.  Sheet  Metal  Ind.  3S 
(1058)  Nr.  870  S.  861/71. 

[80]  Durchlaufendes  Walzen  von  nichtrosten- 
dem Bandstahl.  Sheet  Metal  Ind.  3S  (1058) 
Nr.  372  S.  246/58. 

[00]  Kobrin,  M.  M.,  u.  K,  W.  Schisehokon:  Ver- 
längerte Lebensdauer  von  aufgeschrumpf- 
ten Mänteln  bei  Stützwalzen  von  Kalt- 
walzwerken. Metallowendenije  l  Obrotka 
Metallow  (1058)  Nr.  5  S,  43/48. 

[Ol]  Müller,  H.-G.,  u.  P.  Fuiüie  jr.:  Versuchs- 
mäßige und  rechnerische  Bestimmimg  von 
Walzkraft  und  Drehmoment  bei  gleich- 
zeitiger Einwirkung  von  Band  Zugspannun- 
gen. Stahl  u.  Eisen  70  (1068)  Nr.  22  S.  1664 
bU  1574. 

[02]  Müller,  H.  G.,  u.  W.  Lueg:  Folgerungen  aus 
Versuchswalzungen  auf  einer  viergerüstigen 
Kalt-Breitbandstraße.  Stahl  u.  Eisen  70 
(1050)  Nr.  6  S.  325/31. 

[03]  Leid»,  W.  M. :  Instandhaltung  der  Stütz- 
walzenlager in  Bandwalzwerken.  Iron  Steel 
Eng.  3S  (1058)  Nr.  11  S.  114/22. 

[04]  Strafe,  O. :  Wälzlager  im  Walzwerksbau. 
Techn.  Mitt..  Essen  S1  (1058)  Nr.  10  S.  504 
bis  500. 

[05]  Vgl.  a.  Weineci,  H. :  Jahresübersicht  Eisen- 
hüttenwesen, Abschnitt:  Messen  und  Re- 
geln im  Eisenhüttenwesen,  Unterabschnitt: 
Messen  und  Regeln  im  Walzwerk.  VDI-Z.  101 
(1060)  Nr.  30  (dieses  Heft),  S.  1416/20, 
insbes.:  S.  1418. 


[06]  KahleU,      H.:      Walzkraft- Walzmoment 
messungen  beim  Warmwalzen    von    8-t- 
RohblOcken   aus   unbemhigtem   welchem 
SM- Stahl.    Diplomarbeit    Inst.    f.    Bilds. 
Formgeb.  Aachen  1050. 
[07]  Campbell,  W.  R.,  u.  F,  R.  Suü:  Eine  Tor- 
sionsmeßeinrichtung für  lange  umlaufende 
Wellen  mit  transistorbestücktem  AM-FM- 
Sender,  Proc.  Soc.  exper.  Streas  Analsrsia  14 
(1067)  Nr.  2  S.  65;  Referat  s.:  ElektroBik  7 
(1058)  Nr.  6  S.  184/86. 
[08   Meerwowüsch,  I.  M. :  Qer&i  zur  fortlaufen- 
den Überwach  ung  des  Walzdruckes.  Stal  10 
(1058)  Nr.  8  S.  718/21. 
[00]  Vgl.  a.  [05]  S.  1418. 

[100]  ^azan,  B.:  Die  Banddickenregelung  in 
einem  Kaltwalzwerk  mit  einteiligen  Stän- 
dern. R^v.  g^n.  Möc.  40  (1068)  Nr.  112 
S.  301/05. 

[101]  Orudjew,  P.:  Hauptursachen  der  Band- 
dickendifferenz  beim  Warmwalzen  auf 
kontinuierlichen  Walzwerken.  Stal  (1068) 
Nr.  0  8.  813/17. 

[102]  Hart,  N.  A.:  Verbesserung  der  Dicken- 
reglung  mit  Hilfe  von  Bremsstrahlen.  Ck>n- 
trol  Engng.  S  (1068)  Nr.  4  S.  125. 

[108]  Kenyom,  A.  F.:  Selbsttätige  Dickenreglung 
an  einer  neuen  Tandemstraße  hoher  Ge- 
schwindigkeit für  Weißblech.  Iron  Steel 
Eng.  3S  (1068)  Nr.  12  S.  148. 

[104]  OreUana,  1,0.:  Entwicklung  der  selbst- 
tätigen Diokenregelungen  für  Bandwalz- 
werke. Iron  Steel  Eng.  3S  (1058)  Nr.  8 
S.  144/60. 

[105]  Walker,  N.  S.,  J.  W.  Cook  u.  J.  W.  Wal- 
lace:  Selbsttätige  Dickenreglung  fflr  Tan- 
dem-Kaltbandwalzwerke. Iron  Steel  Eng. 
3S  (1058)  Nr.  7  S.  124/32. 

[106]  Selbsttätige  Dickenreglung  an  einem  Kalt- 
bandwalzwerk. Machinery,  Lond.,  01(1058) 
Nr.  2857  S.  157/58. 

[107]  Vereinfachung  der  Dickenreglung  durch 
die  Jones  &  Laughlin  Steel  Corp.  in  All- 
quippa.  Steel  140  (1058)  19r.  14  S.  110 
u.  113. 

[108]  Oiry:  Das  Breitenmeßgerät  an  der  konti- 
nuierlichen Breitbandstraße  der  SOLLAC. 
Circ.  Inform,  techn.  IS  (1068)  Nr.  7  S.  1505 
bis  1500. 

[100]  Oiry:  Das  Messen  der  Bandbreite  als 
Grundlage  für  die  Regelung  einer  konti- 
nuierlichen Breitbandstraße.  Circ.  Inform, 
techn.  IS  (1068)  Nr.  7  S.  1487/1505. 

[110]  Neues  Breitenmeßgerät  für  Warmband. 
Iron  and  Steel  31  (1058)  Nr.  5  S.  175. 


1412 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


Bewährungszeit.  Bei  stark  wechseln- 
dem Programm  mit  unterschiedlicher 
Breite  infolge  kleiner  Losgrößen  stei- 
gen die  Schwierigkeiten,  so  daß  sich 
die  Breitenmessung  zunächst  auf 
Straßen  beschränkt,  die  in  ihrem 
Walzprogramm  Bänder  mit  einheit- 
licher Breite  walzen.  Ein  in  Deutsch- 
land entwickeltes  Breitenmeßgerät 
[111]  arbeitet  mit  zwei  Fernseh- 
kameras, die  die  Breite  des  Bandes 
erfassen  und  auf  elektronischem  Wege 
mit  einer  Sollbreite  vergleichen.  Da- 
durch wird  es  möglich,  dem  Anzeige- 
gerät die  auftretenden  Breitenab- 
weichungen elektrisch  und  nicht  op- 
tisch zuzuführen.  Eine  Abweichung 
in  der  Größenordnung  von  db  It^  mni 
kann  selbst  bei  Schieflaufen  des 
Bandes  bis  zu  20  mm  aus  der  Lauf- 
richtung gemessen  werden. 

Ein  in  England  entwickeltes  Brei- 
tenmeßgerät auf  optischer  Grund- 
lage [112]  für  Warmband  bis  zu 
450  mm  Breite  arbeitet  mit  einer 
Anzeig^genauigkeit  von  0,1  nun  bei 
Bandaustrittsgeschwindigkeiten  bis 
zu  180  m/min.  Bei  diesem  Grerät, 
das  die  Breite  am  hochstehenden 
Band  mißt,  wird  ein  paralleler  Licht- 
strahl durch  das  Bcmd  entsprechend 
seiner  Breite  mehr  oder  weniger  abge- 
deckt. Der  Lichteinfall  des  durch 
das  Band  nicht  abgeblendeten  Licht- 
strahles wird  über  ein  Spiegel-  imd 
Linsensystem  einer  Fhotozelle  zu- 
geführt und  elektronisch  ausgewertet, 
80  daß  auf  einem  Schnellschreiber  die 
Istbreite  abgelesen  werden  kann. 
Besondere  Vorrichtungen  sind  er- 
forderlich, auch  bei  erhebhcher  Dunst- 
entwicklung  durch  verdampfendes 
Kühlwasser  über  größere  Zeiträume 
ein  einwandfreies  Messen  zu  gewähr- 
leisten sowie  Schwankungen  in  der 
Laufrichtung  des  Bandes  auszuglei- 
chen. Ln  AugenbUck  können  nur 
Bänder  bis  450  nmi  Breite  gemessen 


werden;  es  ist  jedoch  bei  Weiterent- 
wicklung der  mechanischen  Einrich- 
tungen damit  zu  rechnen,  daß  sich 
die  Anwendung  des  Gerätes  auch  auf 
größere  Breiten  ausdehnien  läßt. 

All  diesen  Greräten  sowie  auch  den 
neuentwickelten  Meßverfahren  [113] 
zmn  ErfaiSsen  kleiner  Nachwalzgrade 
[114  bis  116]  ist  eigentümlich,  daß 
sie  die  Dicke,  Breite  bzw.  den  Ver- 
formungsgrad  des  Walzgutes  nach 
dessen  Austritt  aus  dem  Walzspalt 
erfassen.  Zeigen  diese  Werte  eine 
von  den  gewünschten  Sollmaßen  ab- 
weichende Tendenz,  so  läßt  sich  durch 
Ändern  der  Walzbedingungen  (An- 
stellung, Bandzug,  Geschwindigkeit, 
Schmierung)  eine  Korrektur  auf  den 
Sollwert  vornehmen,  jedoch  ist  be- 
sonders bei  schnellaufenden  Straßen, 
wie  sie  heute  allgemein  Anwendung 
finden,  in  diesem  Zeitraum  zwischen 
dem  Erkennen  einer  Tendenz,  dem 
Ansprechen  und  der  Vornahme  der 
Regelung  eine  der  Greschwindigkeit 
entsprechende  Walzgutlänge  ausge- 
laufen, die  mehr  oder  weniger  Maß- 
abweichungen zeigt.  Anziistreben  wäre 
es  —  neuere  Forschungsarbeiten  deu- 
ten auch  darauf  hin  —  den  Walz- 
vorgang  im  Walzspalt  selbst  einwemd- 
frei  meßtechnisch  zu  erfassen  imd 
dcuin,  unabhängig  von  äußeren  Ein- 
flüssen, konstante  Fließbedingungen 
im  Walzspalt  aufrecht  zu  erhalten. 

Als  Versuch  in  dieser  Richtung 
kann  der  Einsatz  eines  Dickenmeß- 
gerätes [117]  gelten,  das  die  Walzen 
selbst  als  Meßfühler  in  Form  eines 
Mikrometers  benutzt.  Die  hiemach 
gemessene  Bcmddicke  stellt  dement- 
sprechend automatisch  den  Walz- 
spalt ein  bzw.  regelt  die  Bandspan- 
nungen, um  so  ein  gleichmäßiges 
Produkt  zu  sichern.  Mit  solchen 
Anlagen,  die  eine  Verkürzung  der 
Regelzeiten  erbringen,  werden  in 
Amerika  z.  Z.  Warmwalzwerke  sowie 
Umkehr-  imd  Tandem-Kaltwalzwerke 


ausgerüstet.  Li  einer  sechsgerüstigen 
Tandemstraße  wird  z.  B.  die  Band- 
dicke im  zweiten  und  fünften  Gerüst 
gemessen.  Selbst  beim  Nachlassen 
des  Bandzuges  zwischen  dem  ersten 
und  zweiten  Grerüst  infolge  Auslaufens 
des  Bandes  aus  dem  Haspel  oder 
auch  bei  Änderung  der  Reibung 
zwischen  Band  und  Walze  [118  bis 
124]  bleibt  die  Dicke  des  Bandes 
trotz  geänderter  Walzbedingungen 
konstcmt,  da  sich  der  Walzspalt 
selbsttätig  auf  die  richtige  Offhimgs- 
höhe  einstellt.  Die  Dickenmeß-  imd 
Regelanlage  des  fünften  Grerüstes 
läßt  ebenfalls  ein  fast  gleich  dickes 
Band,  unabhängig  von  Bandzug, 
Schmierung  und  Walzgeschwindig- 
keit, in  das  letzte  Grerüst  einlaufen, 
so  daß  hier  gleiche  Stichabnahmen 
vorüegen  und  somit  eine  verbesserte 
Maßhaltigkeit  des  Endproduktes  er- 
reicht werden  kcuin. 

Li  Neubauten  [126  bis  137]  sowie 
auch  in  älteren  Wsklzwerksanlagen  be- 
merkt man  außer  der  Weiterentwick- 
lung der  elektrischen  Antriebe  einen 
starken  Zug  zu  einem  Einführen  von 
voll-  oder  halbautoma- 
tisch ablaufenden  Walz- 
vorgängen. Durch  progremun- 
gesteuerte  Arbeitsabläufe  hofft  man, 
die  gesteigerten  Güteeigenschaften  des 
Walzgutes  in  einem  gleichbleibenden 
Verformungs Vorgang  besser  und  siche- 
rer zu  erreichen. 

Gegen  Ende  1958  [138]  Uef  eine  voll- 
automatisierte lochkartengesteuerte 
Branunenstraße  an,  die  nach  einer 
einzigen  Lochkarte  bis  zu  23  Stiche 
ausführen  kann.  Dabei  ist  es  gleich- 
gültig, ob  die  Blöcke,  einzeln  oder  zu 
zweien  hintereinander,  gleichzeitig  im 
Haupt-  und  Stauchgerüst  verformt 
werden  oder  ob  sie  diese  Gerüste  nach- 
einander durchlaufen.  Für  das  Gelin- 
gen einer  solchen  betriebssicheren 
Programmierung  mit  Lochkarten 
dürfte   Voraussetzung   sein,   daß    ein 


[lii]  Lampmann,  H..  u.  W.  VöUeening:  Walz- 
kraftmessoDgen  und  Betriebaerfahningen 
an  einer  ▼ollkontinuierlichen  siebengerüsti- 
gen  Warmband-FertigBtraße.  Stahl  u. 
Bisen  7t  (1959)  Nr.  11  S.  777/85. 

[112]  Bunu,  C„  u.  J.  W,  Steven*'.  Bin  Breiten- 
meBger&t  f Qr  schmale  warm  gewalzte  Bän- 
der. J.  Iron  Steel  Inst.  IM  (1958)  Nr.  1 
S.  60/65. 

[113]  Bülionumn,  J.,  J.  Lerne  u.  D.  SeMnert: 
Das  Messen  des  Verformungsgrades  beim 
Nachwalxen.  SUhl  u.  Bisen  79  (1959) 
8.  977/89. 

{lli\  Kennen,  A.  F.:  Kaltnachwalzwerk  für 
große  Belastung  und  hohe  GMchwindig- 
keiten.  Iron  Steel  Bng.  3S  (1958)  Nr.  10 
8. 156. 

[115]  PubUe,  J.  E.,  J.  J.  RemUv  u.  R.  B.  Eggle- 
«ton:  Auswahl  der  elektrischen  Ausrüstung 
fOr  Nachwalswerke.  Iron  Steel  Bng.  38 
(1958)  Nr.  9  S.  115/28. 

[116]  •  Kaltnachwalzen  von  Blechen  und  Bän- 
dern. 56  Schrifttumangaben  aus  den 
Jahren  1929  bis  1957.  BibUographie  Nr.  444 
der  Bflcherei  des  VDBh.  1958.  3.  S.  (Foto- 
kopie). 

[1171  Vgl.  [18]  8.  138. 

[il8]  •  Bowden,  F,  P..  u.  D.  Tabor:  Beibung 
und  Schmierung  fester  Körper.  Berlin- 
(}öttingen-Heidelberg  1959. 

[119]  Daviee,  C.  B, :  Zusammenfassende  Betrach- 
tung Aber  die  Orenzschmierung.  In: 
Proceedings  of  the  Conference  on  Lubrl- 
cation  and  Wear,  London  Ist-Srd  October 
1957.  Institution  of  Meehanical  Bngineers, 
London    1958.    8.819/25. 


[120]  Deaeon,  R.  F.,  u.  J.  F.  Ooodman:  Orientie- 
rung und  Reibungsverhalten  yon  lamella- 
ren  festen  Schmiermitteln  auf  Metallen. 
In:  Proceedings  of  the  Conference  on 
Lubrication  and  Wear,  London  Ist — 3rd 
October  1957.  Institution  of  Meehanical 
Bngineers,  London  1958.  S.  344/47. 

[121]  Dietriehe,  A.iVber  den  Einfluß  einiger  Zu- 
sätze auf  die  Dicke  von  Schmierfilmen. 
Schmiertechn.    S    (1958)    Nr.  2    S.  63/69. 

[122]  Feng,  I.-M,,  u.  C.  M,  Ckang:  Kritische 
Dicke  des  Oberflächenfilms  bei  der  Orenz- 
schmierung. J.  appl.  Mech.  23  (1956) 
S.  458/60. 

[123]  Loeeer,  E.  H.,  u.  S.  B.  Tuntt:  Untersu- 
chungen an  Schmierölfilmen  mit  Hilfe 
radioaktiver  Hochdruckzusätze.  Lubricat. 
Bngng.  14  (1958)  Nr.  8  S.  343/49. 

[124]  Wheizel  jr  J.  C,  u.  Ch.  Wyle:  Schmierungs- 
einflQsse  beim  Kaltwalzen  dünner  Bänder. 
Metal   Progr.    70   (1956)    Nr.  6    S.  73/76. 

[125]  E»t,  T.  J.:  Die  Werksanlagen  der  Republlc 
Steel  Corp.  im  Düsen  der  Vereinigten  Staa- 
ten von  Amerika.  Iron  Steel  Eng.  38  (1958) 
Nr.  4    S.  B1/B23. 

[126]  Greuel,  F.:  Adjustageeinrlchtungen  in 
FehlStahlwalzwerken.  VDI-Z.  100  (1958) 
Nr.  30  S.  1444/52. 

[127]  Longeneeker,  Ch. :  Die  Kaiser  Steel  Corp.  in 
Fontana.  Blast  Fum.  Steel  Plant  40 
(1958)   Nr.  8.    S.  814/63. 

[128]  Marklik,  St.:  Feineisenstraßen.  Schwerind. 
Tschechoslowakei  1958  Nr.  6  S.  25/30 
(Bef.  in:  Stahl  u.  Elsen  OS  (1958)  Nr.  23 
8. 1704/05. 


[129]  PetrovüM,  N.,  u.  H.-H.  BiUen:  Neue  voU- 
kontinuierliche  Feinstraße  für  ein  um- 
fangreiches Walzprogramm.  Stahl  u.  Bisen 
70  (1958)  Nr.  22  S.  1546/56. 

[130]  Stenger,  W.,  u.  0.  DaMke:  Das  neue  Warm- 
band-Walzwerk der  Firma  Borsig  AO  in 
Tegel.  Stahl  u.  BUen  78  (1958)  Nr.  12 
S.  812/20. 

[131]  Tedder:  Ein  russisches  Feindrahtwalzwerk. 
Iron  &  Steel  32  (1959)  Nr.  2  S.  44. 

[132]  Zoepke,  F.,  u.  G.  Merkel:  Eine  neue  Walz- 
straße der  Dortmund-Hörder  Hüttenunion 
AG,  Werk  Dortmund.  Bau  u.  Bauind.  11 
(1958)    Nr.  20    S.  23/25. 

[133]  Achtgerüstiges    Tandem-Kaltband- Walz- 
werk. Bngineer  200  (1958)  Nr.  5845  S.  37. 

[134]  Beschreibung  der  voUkontlnuierllchen  Mit- 
telbandstraße der  Steel.  Peech  and  Tozer 
in  Brinsworth.  Bngineer  200  (1958) 
Nr.  5369  8.971/73. 

[135]  Das  neue  Walzwerk  der  Forman  Long 
and  Co.,  Ltd.,  in  Lackenby.  Bngineer  200 
(1958)  Nr.  5360  S.  605/08.  Nr.  5361 
S.  637/40. 

[l36]  Die  halbkontinuierllche  Breitbandstraße 
der  Jones  A  Laughlin  Steel  Corp.  in 
AUquippa/Pa.  Bngineer  200  (1958) 
Nr.  5340    S.  829/31. 

[137]  Kaltwalzwerk  für  sehr  dünnes  Band.  Bngi- 
neer 200  (1958)  Nr.  5326  S.  272/74. 

[138]  Madeen,  J.  E. :  Entwicklungen  in  der  BLsen- 
und  Stahlindustrie  der  Vereinigten  Staaten 
von  Amerika  im  Jahre  1958.  Iron  Steel 
Bng.  30  (1959)  Nr.  1  S.  112/58. 


VD1.Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


1413 


oder  mehrere  Fachleute  den  gescunten 
Walzvorgang  bis  in  alle  Einzelheiten 
vorher  übersehen  und  alle  für  den 
Walzvorgang  erforderlichen  Werte  zu 
einem  gut  geregelten  Ablauf  verarbei- 
ten können.  Diese  entscheidende  Auf- 
gabe erfordert  größte  Geschicklichkeit 
und  ein  gutes  Vorstellungsvermögen, 
um  eine  Kartei  von  Lochkarten  für 
das  gesamte  Walzprogramm  einer  sol- 
chen WalzenstraOe  vorzubreiten  und 
einzurichten. 

Zum  Walzen  von  radio- 
aktiven Stoffen,  wie  sie  zum 
Herstellen  von  Brennstoffelementen 
für  den  Reaktorbau  Verwendung  fin- 
den, wurden  neue,  nach  außen  völlig 
abgeschirmte  Walzwerke  konstruiert 
und  gebaut  [139].  Das  Walzen  solcher 
strahlungsfähiger  MetaJle  bereitet  gro- 
ße Schwierigkeiten,  da  besonders  beim 
Wiederauswalzen  von  Folien,  Bändern 
und  Streifen  vorzeitig  unbrauchbar 
gewordener    Brennstoffelemente    das 


[189]  Sedlaeuk,  H.,  u.  A.  Wolt:  [12]  Unter- 
abBchn.    Kaltwalzen   8. 1660. 

[140]  SedlaezBk,  H.,  u.  A.  Wolf  [12]  Unter- 
abschnitt Warmwalzen  S.  1649. 

[141]  SedLaezek,  H.,  u.  A,  Wolf:  Jahresflberslcht 
Einenhttttenweeen,  Abschn.  Walzwerks- 
wesen  VDI-Z.  100  (1060)  8.1469/74. 
Inzbes.  8. 1472  oben. 

[142]  Sedlaezek,  H.,  H.  WirU  u.  M,  Buch:  Me- 
chanlBche  Entzunderong  von  Walzdraht 
und  Warmband.  Stahl  n.  Bisen  (noch  nicht 
veröffentlicht). 

[143]  Foischungutelle  ffir  mechanische  Ent- 
zundernng  Ind.-Anz.  81  (1959)  Kr.  68 
S  1098. 

[144]  Herdisdterhoff,  W.:  GlQhen  mit  gesteuerter 
Atmosphäre  von  Bisen  und  Metallen  in  ge- 
schlossenen BehUtem.  Draht  0  (1968) 
Nr.  4  8.141/48. 

[l^b]  IdUh,  A.:  Znnderbildnng  bei  warm  ge- 
walztem Feinblech.  Arch.  Elsenhflttenw. 
30  (1969)  Kr.  28  8.  71/78. 

[146]  PeUrt,  F.  K.,  vl  H,  J.  Bngel:  Die  Haft- 
festiglceit  von  Znnderschichten  auf  Stahl. 
Arch.  Blsenhflttenwes.  30  (1969)  Kr.  6 
8.  276/82. 

[1^7]  Saehi,  Kr.  Änderung  des  Aufbaus  von 
Zunderschichten  auf  Kickelstfthlen  mit  der 
Schichtdicke.  J.  Iron  Steel  Inst.  ISO  (1967) 
Kr.  3    8.848/67. 

[148]  Se/nnahl,  N.  0„  H.  Baumann  u.  H.  Sehenck 
Untersuchungen  Aber  die  Verzunderuog 
von  reinen  Eisen- Silizium- Legierungen  in 
Sauerstoff.  Arch.  Blsenhflttenwes.  30 
(1969)  Kr.  6  8.  267/78. 

[149]  Koeh»  K.'H.:  Entwicklung  und  Aufgaben 
der  Wasserwirtschaft  in  der  Eisen-  und 
Stahlindustrie.  Stahl  u.  Bisen  70  (1969) 
Kr  2    8  89/94. 

[160]  P^a»O.A.:  Behandlung  und  Wiederver- 
wendung von  Walzzunder  zur  Binsi»arung 
von  Brauchwasser  und  Beseitigung  von 
Verunreinigungen.  Iron  Steel  Eng.  34 
(1957)    Kr.  9    8.144/51. 

[161]  Berge,  H,,  u.  H,  Krautmaeher:  Draht- 
entzunderung  mit  Strahlmitteln.  I/II. 
Wire  W.  Prod.  34  (1959)  Kr.  1  8.  47/48, 
8.  50/67  u.    8.  110/14. 

[162]  Sanderttm,  H,  F,:  Fortschritte  in  der  me- 
chanischen Entzunderung  in  England.  Wire 
W.  Prod.  33  (1968)  Mr.  10  8. 1189/91  u. 
8. 1278/80. 

[153]  Soraee,  K,  J.:  Keuere  Erfahrungen  mit  der 
Walzdrahtentzunderung  durch  Abstrahlen. 
Wire  W.  Prod.  34  (1969)  Kr.  1  8.  61/68. 

[XhA]Sturgeon,0,McH.i  Mechanische  Ent- 
zunderung von  Stahldraht.  Iron  Steel  31 
(1968)  Kr.  18   8.  658/68. 


Walzwerk  selbst  radioaktiv  wird,  so 
daß  solche  Walzmaschinen  in  jedem 
Falle  femgesteuert  werden  müssen. 

liian  setzt  aus  Gründen  der  Sicher- 
heit die  Walzmaschine  in  einen  Kunst- 
stoffmantel imd  füllt  diesen  Raum  mit 
einem  besonderen  Gas;  durch  den  im 
lifantel  herrschenden  kleinen  Unter- 
druck tritt  bei  etwaigem  Reißen  des 
Mantels  kein  Gas  nach  außen,  und  eine 
Verseuchung  der  Außenluft  ist  so  gut 
wie  ausgeschlossen.  Diese  als  Univer- 
salgerüst ausgelegten  Dfaschinen  er- 
halten verschiedene  Walzenpaare  zum 

Fragen  des 

In  den  beiden  letzten  Jahresüber- 
sichten wurde  über  die  Entwicklung 
des  mechanischen  Entzun- 
dems  mit  metcdlischen  Strahlmitteln 
bei  Walzdraht  imd  Stabmaterial  be- 
richtet [140;  141].  Auf  Grund  weiterer 
Arbeiten  [142]  in  einer  eigens  dafür  ge- 
schaffenen Forschungsstelle  [143] 
konnte  für  diese  Erzeugnisse  ohne 
Nachteile  für  die  Weiterverarbeitung 
oder  die  Güte  des  Endproduktes  die 
chemische  Beize  [144  bis  148]  um- 
gangen werden,  deren  Hauptnachteile 
in  der  erforderlichen  Behandlung  der 
verbrauchten  Säure  und  in  den  damit 
zusammenhängenden  Abwasserfragen 
[148;  149]  hegen. 

Wirtschafthch  läßt  sich  heute 
Walzdraht  im  Durchlaufverfah- 
ren in  einer  Ehitzunderungsanlage 
nach  dem  Schleuderverfahren  sowohl 
beim  Längsstrahlen  mit  hohen  Durch- 
laufgesohwindigkeiten  bei  geringer 
Aderzahl  als  auch  beim  Querstrahlen 
mit  großer  Aderzahl  und  geringerer 
Durchlaufgeschwindigkeit  einwand- 
frei entzundern  [150  bis  153]. 

Aber  auch  auf  dem  Gebiete  des 
Entzundems  von  W  a  r  m  b  ä  n  - 
dem  [142]  nach  diesem  Verfahren 
sind  wesentliche  Fortschritte  zu  ver- 
zeichnen: Bänder  mit  einem  Zunder- 
aufbau Fe-FeO-Fe,04-Fe20,  zeigen  bei 
einem  Strahlmitteldurchsatz  von  175 
bis  250  kg/min,  bei  einer  Auftreff- 
geschwindigkeit des  Strahlmittels  von 
26  bis  56  m/s  imd  bei  einer  Strahl- 
mittelgröße <  0,4  mm  Dmr.  den  besten 
Entzunderungsgrad,  wobei  die  Strahl - 
mittelfestigkeit  140  bis  180  kp/mm' 
betragen  soll.  Die  aus  den  angegebe- 
nen Bereichen  einzustellenden  Werte 
richten  sich  nach  der  Güte  des  zu  ent- 
zundernden Bandes.  In  welchen  Gren- 
zen der  Auftreffwinkel  des  Strahl - 
gutes  zum  Erzielen  optimaler  Strahl- 
bedingungen geändert  werden  kann 
oder  muß,  sollen  Versuche  klären, 
deren  Ergebnisse  noch  ausstehen.  Bis 
heute  war  leider  zu  beobachten,  daß 
sich  beim  Kaltwalzen  mechanisch 
strahlentzunderter  Bänder  ein  schwar- 
zer, schwer  entfembarer  Schmutzfilm 
auf  den  Bändern  absetzte,  dessen  Ur- 
sache man  in  einer  Verbindung  des 
zum  Walzen  erforderlichen  Schmier - 
und  Kühlmittels  mit  eingeschlagenem 


Auswalzen  der  unterschiedlichen  Me- 
talle, wie  Uran,  Plutonium,  Thorium, 
rostfreier  StcJü,  Titan,  Beryllium, 
Zirkoniimi  und  neuerdings  auch  Yttri- 
um, sowie  zum  Herstellen  der  erforder- 
hchen  verschiedenen  Enddicken.  Das 
Ein-  und  Ausfahren  des  gewünschten 
Walzenpaares  sowie  das  Anstellen  der 
Walzen  geschehen  automatisch  durch 
Druckknopfsteuerung  von  einem  zen- 
tralen Schaltpult  aus.  Zum  Verformen 
stehen  bei  diesen  Gerüsten  Walzkräfte 
in  der  Größenordnung  von  rd.  300  t 
zur  Verfügung. 

Entzunderns 

Zunder  auf  der  Oberfläche  zu  finden 
glaubte.  Die  Bildung  dieses  schwarzen 
Schmutzes^  der  nicht  nur  den  Weitw- 
verarbeitungsgang  der  Bänder,  son- 
dern auch  den  Umlauf  der  Schmier- 
imd  Kühlflüssigkeit  sehr  behinderte, 
beruht  nach  neuesten  Erkenntnissen 
fast  nur  auf  dem  nicht  entfernten 
Kantenzunder,  der  beim  Durchlaufen 
des  Warmbandes  durch  die  Strahl- 
kammer vom  Strahlmittel  nicht  erfaßt 
wird.  Bei  einer  Verformung  springt 
dieser  Zunder  teilweise  ab  und  gibt 
zusanunen  mit  der  Walzenemulsion 
den  schweurzen  Belag.  Wird  auch  die- 
ser Elantenzunder  vor  dem  E^altwalzen 
entfernt,  so  unterscheiden  sich  die 
Bänder  nach  dem  Kaltwalzen  nicht 
mehr  von  den  chemisch  gebeizten.  Am 
vorteilhaftesten  erreicht  man  diese 
Kantenreinigung  durch  Vorschalten 
einer  sog.  Kantenreinigungsmaachine, 
die  den  Zunderbelag  der  Kanten  me- 
chanisch restlos  abkratzt. 

Durch  die  MögUchkeit,  mechanisch 
strahlentzunderte  Warmbänder  ohne 
Beanstandimg  des  Oberflächenaus- 
sehens kalt  zu  walzen,  wird  auch  ein 
weiterer  Vorteil  dieser  Bänder  ausge- 
nutzt, der  in  einer  durch  das  Strahlen 
erzielten  Oberflächenvergroßerung 
hegt.  Unter  entsprechenden  Strahl- 
bedingungen erreicht  sie  eine  zwei-  bis 
sechsfache  Vergrößerung  bei  gleicher 
Rauhigkeit  des  Bandes  und  wirkt  sich 
besonders  auf  die  Haftfestigkeit  von 
Korrosionsschutzüberzügen,  metallge- 
spritzten Schichten  und  einer  Gum- 
mierung aus,  da  diese  nicht  von  der 
Rauhtiefe,  sondern  von  der  durch  das 
Strahlen  erreichbaren  Oberflächen- 
vergrößerung abhängt.  Es  wäre  nur  zu 
hoffen,  daß  in  der  nächsten  Zeit  ein 
Verfahren  zum  Bestinunen  und  damit 
Kennzeichnen  dieser  Oberflächenver- 
größerung gefunden  würde,  das  eine 
exakte  relative  oder  absolute  Aussage 
hierüber  zuließe. 

Da  femer  eine  eindeutige  Klassie- 
rung und  Sortierung  der  Strahlmittel 
sowie  Erfahrungswerte  bisher  fehlen, 
sind  in  den  meisten  Fällen  kostspielige 
Versuche  nötig,  um  für  ein  Band  be- 
stimmter Güte  mit  einem  den  Walz- 
bedingungen entsprechenden  Ziinder- 
auf  bau  die  optimalen  Entzunderungs- 
bedingungen  zu  finden.  Sil  278 


HU 


VDI-Z.  101  (19S9)  Nr.  30   21.  Oktober 


Niess^n  und  Regeln  Im  Elsenhuttenwesen 


Von  Or.-Ing.  Mons  Wafnacfc  VDK  VDEh,  Oberhausen 


DK  531.7  :  536.5  :  621—52  :  669,1  (047.1) 


Allgemeines 

Die  ESrhöhung  des  Stahlbedarfs  geht 
Hand  in  Hand  mit  der  Forderung, 
auch  die  Güte  der  Stahl- 
erzeugnisse zu  verbessern.  Zur 
Mengen-  und  Gütesteigerung  trägt  die 
Meß-  und  Regelteohnik  erheblich  und 
immer  mehr  bei.  Allerdings  läßt  es  der 
heutige  Stand  der  Verfahrenstechnik 
der  Hüttenwerke,  insbesondere  der 
Schmelztechnik,  nur  in  beschränktem 
Maße  zu,  Regelungen  anzuwenden, 
und  der  Schritt  zur  VoUautomatik 
wird  vielleicht  noch  lange  nicht  mög- 
lich sein. 

Der  Fortschritt  der  Meß- 
und  Regeltechnik  [1  bis  5] 
wurde  in  der  Bundesrepublik  durch 
viele  Neubauten  beschleunigt,  die  eine 
willkommene  Gelegenheit  ztun  Er- 
proben neuer  Geräte  und  Regel- 
verfahren boten.  Bei  der  Planung  von 
Meß-  und  Regelanlagen  sind  immer 
die  wirtschaftlichen  Gren- 
zen zu  beachten,  die  aber  verhält- 
nismäßig günstig  liegen.  Beim  Neu- 
bau von  Anlagen  wird  heute  kaum 
auf  Meß-  und  Regelanlagen  verzichtet, 
beim  Umbau  älterer  und  eingefahrener 
Anlagen  hält  man  sich  aber  in  dieser 
Hinsicht  zurück. 

AUe  Reglerbauarten  haben 
ihre  eigenen  Vorteile,  jedoch  sollte 
man  in  einem  Werk  nicht  zuviel  ver- 
schiedene Systeme  verwenden.  Zieht 
man  z.  B.  in  einem  Werk  außer  elek- 
trischen und  hydraulischen  Reglern 
ohne  zwingende  Gründe  noch  eine 
dritte  Hilfskraft  heran,  dann  ver- 
größert sich  die  Anzckhl  der  verschie- 
denen Geräte,  die  Anlage  wird  dcunit 
schwerer  übersehbar,  so  daß  sich 
Schwierigkeiten  in  der  Wartung  er- 
geben. 

Man  vermißt  heute  im  Rahmen  der 
Beurteilung  von  langfristigen 
Entwicklungen  in  der  Hütten- 
industrie noch  tiefergehende  Unter- 
suchungen über  die  wichtigsten  Ein- 
flußgroßen der  Mechanisierung  und 
Automatisierung  im  Hüttenwerk  [1]. 
Der  Herstellungsgang  vom  Roheisen 
bis  zum  Walzwerkserzeugnis  ist  ein 
Zttsammenspiel  vielfältig  mechanisier- 
ter  Einzelvorgänge,  die  sinnvoll  in- 
einandergreifen müssen.  Daraus  ergibt 


sich  die  Notwendigkeit  eines  ein- 
gehenden Studiums  dieser  Einzel- 
vorgänge und  ihrer  Zusammenhänge. 

Die  neueste  Entwick- 
lung ist  gekennzeichnet  durch  die 
Verwendung  von  analogen  und  digita- 
len Rechenmaschinen  und 
neuentwickelten  Meßfühlern 
und  Regeleinrichtungen. 
Damit  ist  zwangsläufig  eine  verstärkte 
Verschachtelung  der  elektrischen  An- 
lagen verbunden,  und  es  ergeben  sich 
bisher  nicht  bekannte  Aufgaben  für 
ihre  Überwachung  und  Wartimg. 

Die  weitere  Entwicklung 
zeichnet  sich  schon  heute  ab.  Die 
Möglichkeiten  kontinuierlicher  Mes- 
sungen während  der  Arbeitsvorgänge 
wurden  bisher  nur  wenig  genutzt.  In 
Zukunft  werden  erheblich  mehr  zu- 
verlässige Meßwerte  zur  maschinellen 
Auswertung  verfügbar  sein,  und  bei 
genügender  Erfahrung  können  dann 
mit  Rechenmaschinen  aus  diesen  Meß- 
werten die  Führungsgrößen  für  die 
Arbeitsvorgänge  gebildet  werden.  In 
der  letzten  Stufe  lassen  sich  die  be- 
rechneten Informationen  schließlich 
zum  selbsttätigen  Anpassen  der  Pro- 
greunme  an  die  günstigsten  Betriebs- 
bedingungen der  Anlage  sowie  zum 
Programmieren  neuer  Anlagen  be- 
nutzen. 

Eine  ähnliche  Ehitwicklung  wie  in 
Deutschland  ist  in  allen  Industrie- 
Btaaten  festzustellen  [6  bis  10].  Wie- 
derholt wird  auch  in  Veröffentlichun- 
gen des  Auslands  auf  die  Vorteile  der 
Automatisierung  in  der  Hüttenindu- 
strie hingewiesen,  jedoch  werden  auch 
die  Schwierigkeiten,  die  sich  der  Ein- 
führung automatischer  Anlagen  in  der 
metallurgischen  Industrie  entgegen- 
stellen, analysiert. 

Durch  die  automatische  Über- 
wachung der  grundlegenden  techno- 
logischen Kennwerte  ist  auch  ein 
gründliches  Studium  der  metallurgi- 
schen Prozesse  gewährleistet.  Man 
kann  sich  dann  auf  dieser  Grundlage 
mit  der  Schaffung  neuer  Verfahren 
beschäftigen,  die  die  Forderung  nach 
Kontinuität  des  Produktionsprozesses 
imd  Verwendung  von  Einheiten  mit 
hoher  Leistung  immer  mehr  berück- 
sichtigen werden. 


MeB-  und  Regel ungsaufgaben  im  gesamten  EisenhUttenwesen 

Sfaubgeiiolttmessungen 
am  Auswurf  von  Öfen 
und  an  Niederschlägen 

Staubgehaltsmessungen,  und  zwar 
sowohl  Messungen  des  Auswvufs  wie 
auch  der  Niederschläge,  sind  noch 
immer  schwierig  imd  langwierig.  In 
jüngster    Zeit    wurden    wieder    neue 


Niederschläge  wird  insbesondere  dann 
sehr  wichtig,  wenn  es  gilt,  die  behörd- 
lichen und  gesetzlichen  Vorschriften 
und  Auflagen  für  die  Hüttenwerke  ein- 
zuhalten. 

Eleidronlsche  Waogen 

Auch  die  Entwicklung  der  elektro- 
mschen  Waagen  [14  bis  16]  wurde 
vorangetrieben,  die  Wägegenauigkeit 
weiter  verbessert  und  die  Empfind- 
lichkeit gegen  Störungen  weitgehend 
beseitigt.  Insbesondere  vervollkonun- 
nete  man  die  Wägimg  des  flüssigen 
Rohstahls  während  des  Gießens  und 
schuf  die  Möglichkeit,  durch  Groß- 
anzeigen  die  Waage  unmittelbar  ziun 
Steuern  des  Gießvorganges  zu  be- 
nutzen. 


Greräte  und  Verfahren  erprobt  oder 
stehen  noch  in  der  Entwicklung  [11 
bis  13].  Von  besonderer  Bedeutung 
ist  die  noch  im  Fluß  befindliche  Ent- 
wicklung selbsttätiger  registrierender 
Meßgeräte  zum  kontinuierlichen  Über- 
wachen der  Staubbildung.  Die  richtige 
Messung  des  Staubauswurfs  und  der 


[1]  Hüttr,  K.  H.:  Kritische  Betraclitungen  fll>er 
die  Meohanigiening  und  AutomatiBierung  im 
Hflttenwerk.  Stahl  u.  Biien  7t  (1050)  S.  65 
blB  78. 

[2]  Matutehka,  H.:  Neue  Qerftte  fOr  hOtten- 
m&nnische  Regelungen.  Regelungstechnik  S 

(1967)  S.  860/64. 

[8]  Voifel,  H. :  EntwicUungslinle  der  Automati- 
sierung im  Hüttenwerk.  Stahl  u.  Eisen  7S 

(1968)  S.  1038/38. 

[4]  Weifüek,  H.i  Bntwioklungslinien  der  An- 
wendung w&rmetechnischer  MeO-  und  Regel- 
anlagen in  Hüttenwerken.  Stahl  u.  Bisen  78 
(1968)  8.  494/606. 
[6]  Weineek,  H.:  Messen  und  Regeln  in  der 
Eisenhüttentechnik  einst  und  jetzt.  Stahl 
u.  Bisen  70  (1969),  in  Druck. 
[6]  Adaboiehian^  A.  K.:  Automatisierung  der 
hauptaftchllchsten  Produktionsprosesse  im 
Eisenhüttenwesen.    Neue   Hütte   1   (1967) 
S.  97/102. 
[7]  Cordet,   H.:    Entwicklung    zur   Automati- 
sierung im  Hüttenweck.  Stahl  u.  Eisen  78 
(1968)  S.  1071/78. 
[8]  Krüger,  H.:  Internationaler  Stand  der  Re- 
gelungstechnik für  das  Hüttenwesen.  Neue 
Hütte  t  (1967)  8.  108/11. 
[9]  Perliek,   R.:   Die  Automatisierung  in  der 
Hüttenindustrie.  Neue  Hütte  t  (1967)  S.  92 
bis  97. 

[10]  Barlow,  D.  A.:  A  first-hand  report  on  Con- 
trol  in  British  Steel.  Control  Bng.  4  (1967) 
Nr.  10  S.  74/80. 

[11]  Gründer,  W.:  Jahresübersicht  Staubtechnik. 
VDI-Z.  191  (1969)  Nr.  16  S.  618/17. 

[12]  ChOhmann,  K.:  Das  Problem  „Reinhaltung 
der  Luft"  unter  besonderer  Berücksichti- 
gung der  Eisenhütten-,  insbesondere  auch 
Stahlwerlcsbetriebe.  T.  I.  Radex- Rundschau 
(1968)  S.  8/80.  —  Dgl.  T.  11  8.  268/76.  — 
Dgl.  T.  III  S.  828/47. 

[13]  Sampling  of  dus  tand  ftime.  Iron  and  Steel  81 
(1968)  S.  644. 

[14]  Evans f  O.B.:  Malntenance  of  weighing 
Bcales.  Iron  and  Steel  Bng.  34  (1967)  Nr.  3 
S.  86/92. 

[16]  Vandwenter,  D.:  Load  cells  öfter  new  So- 
lutions to  industrial  weighing  problems.  Iron 
and  Steel  Eng.  34  (1967)  Nr.  11  8. 168/78. 

[16]  Load  cells  weigh  molten  metal.  Iron  Age  180 
(1967)  Nr.  12  S.  148/49. 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


1415 


Erfassung  von  Zeitwerfen 

Die  genaue  Erfassung  von  Zeit- 
werten [17]  aller  Art  ist  für  die  Lei- 
stungsermittlung,  die  Termingestal- 
tung  und  die  Kostenrechnung  uner- 
läßlich, besonders  bei  den  neuzeit- 
lichen Walzenstraßen  mit  ihren  hohen 
Stundenleistungen  und  Stunden - 
kosten.  Solche  Zeitwerte  können  nur 
durch  geeignete  Meßgeräte  ermittelt 
werden;  häufiger  wurde  daher  bei- 
spielsweise der  schon  vor  längerer  Zeit 
herausgebr€U!hte  Centralograph  einge- 
setzt ;  er  ermöglicht  die  zentrale  Über- 
wachung Gkller  Teile  der  an  das  Gerät 
angeschlossenen  Anlage  und  zeichnet 
den  Verlauf  der  Meßgrößen  über  der 
Zeit  auf. 

Regelung 

der  Viskosität  der  Heizöle 

In  Feuerungen  bestinunt  die  von 
der  Temperatur  abhängige  Viskosität 
der  Heizöle  die  Zerstäubungsgüte,  die 
Flanunenform  und  den  Ablauf  der 
Verbrennung.  Während  früher  die 
Viskosität  der  euigelieferten  flüssigen 
Brennstoffe  von  Zeit  zu  Zeit  unter- 
sucht und  danach  eine  bestimmte  Vor- 
wärmtemperatiu*  des  Heizöls  vorgege- 
ben werden  mußte,  machen  in  den  letz- 
ten Jahren  entwickelte  Viskositätsreg- 
ler [18 ;  19]  diese  Arbeit  überflüssig. 

Überwochung 
elektrischer  Anlogen 

Die  elektrischen  Anlagen  [20]  in 
Hüttenwerken  wurden  so  umfangreich 
und  verwickelt,  daß  es  des  durch- 
dachten Einsatzes  der  Meßtechnik  be- 
darf, um  sie  laufend  zu  überwachen. 
Ein  Teil  der  Meßgrößen  sollte  zweck- 
mäßig auf  dem  Steuerstand,  ein 
anderer  im  Bedienungsraum  angezeigt, 
geschrieben  oder  gezählt  werden. 
Störungsschreiber  geben  auch  bei 
Störungen,  die  nach  einem  Abschalten 
der  Anlagen  nicht  mehr  auftreten, 
Aufschluß  über  die  Ursachen;  die 
Entwicklung  ist  hier  noch  im  Fluß. 


Zentroles   Erfassen 
von   Mengenströmen 

Auch  in  den  Hüttenwerken  haben 
das  Messen  und  zentrale  Erfassen  von 
Mengenströmen  [21  bis  23]  zur  Ener- 
gieversorgung eine  erhebliche  Bedeu- 
tung. Gas,  Dampf,  Druckluft,  Wind, 
Sauerstoff  usw.  müssen  bei  den  Er- 
zeugern und  Verbrauchern  gemessen, 
ausgewertet,  auf  die  Kostenstellen  ver- 
teilt imd  für  die  Betriebsleitung  und 
die  Abrechnung  zusammengestellt 
werden.  Die  steigende  Anzahl  von 
Meßwerten  läßt  das  alte  Verfahren 
der  täglichen  und  monatlichen  Bilanz- 
bildung  mit  Auswertung  von  Hand 
durch   Planimeter   und   mechanische 


Rechenmaschinen  auf  die  Dauer  nicht 
mehr  tragbar  erscheinen. 

Bis  ziu*  VerwirkUchung  des  Gedan- 
kens, die  Meßwerterfassung  voll  zu 
automatisieren,  zeichnen  sich  heute 
bereits  verschiedene  Zwischenlösungen 
ab,  beispielsweise  druckende  Zähler 
und  automatische  Flanimetrierma- 
schinen.  Beim  Pleuien  von  Meßanlagen 
muß  schon  heute  auf  die  zukünftige 
Entwicklung  der  zentralen  Meßwert- 
erfassung Rücksicht  genommen  wer- 
den. Nicht  zuletzt  ist  die  zentrale 
Meßwerterfassung  auch  eine  Kosten- 
frage, da  dereu*tige  Anlagen  erhebliche 
Investitionen  erfordern. 


Messen  und  Regeln  im  Hochofenbetrieb 


Auch  beim  Hochofenprozeß  wird  die 
Meß-  und  Regeltechnik  immer  mehr 
eingesetzt.  Außer  der  Vergrößerung 
des  Nutzraumes  und  der  verbesserten 
MöUervorbereitimg  trugen  die  Mecha- 
nisierung und  Automatisierung  zur 
Erhöhung  der  Roheisen- 
erzeugung bei. 

Nach  [24]  brachte  der  erreichte 
Grad  der  Mechanisierung  und  Auto- 
matisierung des  Hochofenprozesses  in 
Rußland  eine  Leistungssteigerung  der 
Öfen  um  lOV«  bei  einer  Brennstoff- 
erspamis  von  2*/t.  Fast  alle  Öfen 
arbeiten  dort  mit  automatischer 
Ofenbeschickung  und  Regelung  der 
Heißwindtemperatur,  viele  Hochöfen 
außerdem  mit  Regelung  der  Wind- 
feuchtigkeit und  der  Winderhitzer; 
sie  sind  mit  vielen  Meßgeräten  aus- 
gerüstet. 

Regelung  des  Ofenganges 

In  den  letzten  Jahren  macht  sich 
nach  den  Erfolgen  bei  anderen  Arbeits- 
prozessen der  Wunsch  nach  einer  er- 
weiterten automatischen  Regelung  an 
Hochöfen  bemerkbar.  Es  wurde  einmjt 
dem  technologischen  Prozeß  verbun- 
denes Regelschema  vorgeschlagen,  wo- 
nach sich  bei  einer  Störung  des  gleich- 


mäßigen Ofenganges  [24]  die  Soll- 
werte aller  Regler  so  ändern,  daß  die 
Störung  beseitigt  wird  und  sich  not- 
falls auch  der  Beschickungsbetrieb 
selbsttätig  umstellt. 

Schwierigkeiten  beim  Aufbau  einer 
solchen  Anlage  ergeben  sich  vor  allem 
daraus,  daß  die  für  die  Messung  er- 
forderUchen  betriebssicheren  Geräte 
noch  nicht  vorhanden  sind  oder  noch 
keinem  Dauerbetrieb  unterzogen  wur- 
den; es  fehlen  auch  noch  andere  Ge- 
räte, z.  B.  für  das  Messen  der  Spiegel- 
höhe des  Roheisens  und  der  Schlacke 
im  Gestell,  für  die  Ermittlung  der  Zu- 
sammensetzung der  Gase  im  Ofen  imd 
die  Gütekontrolle  der  Beschickung. 

Temperaturmessung 

Zum  Beobachten  des  Hochofens 
wurden  Einrichtiuigen  für  das  Messen 
der  Temperatur  des  flüssigen  Roh- 
eisens und  der  Schlacke  beim  Abstich 
entwickelt. 

Automatische   Regelung 
der    Begichtung 

Besondere  BecMshtung  verdient  ein 
Ultraschallgerät  zum  Mes- 
sen der  Oberflächenbeschaffenheit  und 
der   Absenkgeschwindigkeit   der   Be- 


[17]  Lehmann,  K.:  Zeitmessunicen  an  WAlzen- 
straßen.  SUhl  u.  Eisen  7S  (1068)  S.  505/09. 

[18]  Doekhom,  K.-W.:  Messung  und  Regelung 
der  Viskoslt&t  von  Heizölen.  Stahl  u.  Eisen 
77  (1957)  S.  951/52. 

[19]  Süit,  R.:  Messung  und  Regelung  der  Vls- 
kositAt  von  SchwerAlen  für  Dleselmasohlnen, 
Kessel  und  Öfen.  Celg-Berichte  3  (1957) 
8.  81/89. 

[20]  Stahl,  K.:  Die  Meßtechnik  zur  Überwachung 
und  Fehlersuche  bei  elelctrischen  Anlagen  in 
HQttenwerken.  Stahl  u.  Eisen  7S  (1958) 
S.  94/100. 

[21]  Sill9,  R.  3f.,  u.  Q.  F.  Tertoüliger:  Automatic 
Numerical  data  logging  and  processing  in 
the  steel  industry.  Iron  and  Steel  Eng.  35 
(1958)  Nr.  11  S.  101/09. 

[22]  Sehink,  H. :  Meßwerterfassung,  -Übertragung 
und  -regelung.  Qasw&rme  S  (1959)  S.  89/91. 

[23]  Weineck,  H.:  Messung  und  zentrale  Er- 
fassung von  MengenstrOmen  zur  Energie- 
versorgung der  Hüttenwerke.  Maschinen- 
markt (1958)  S.  16/19. 

[ZA]  Makarow,  A.N.:  Automatische  Regelung 
des  Hochofenganges.  Neue  Hatte  3  (1958) 
S.  404/08.  Daraus  BUd  1. 


Bild  1.  Anordnung  einer  UltraschaUsonde  zum  Messen  der 

Oberflächenbeschaffenheit  und  der  Absinkgeschwindigkeit 

der  Beschickungss&ule  im  Hochofen. 

Aus  A.  N.  Makarou)  [24] 

Versuchsausführung  mit  einem  magnetelektrischen  Ultraschall- 
generator erhöhter  Strahlungsleistung 

a  UltraschaUsonde  (Kopf)  d  Arbeitsbühne  sur  Montage 

rk.^..r.,,rAi««..«„  der  Ultrasohallsdnde 

Dampfeufuhning  ^    Qiohtöflhung 

0  Waasereintritt  f  Panzer  und  Mauerwerk 


11121:  JJ 


1416 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktobw 


schickungssäule,  Bild  1  [24].  Das  Gerät 
ragt  mit  seinem  Kopf  a  in  den  Hoch- 
ofen zwischen  Mauerwerk  f  und 
GichtöfThung  e  und  visiert  nach 
unten  die  Oberfläche  der  Beschickung 
an.  Am  Umfang  des  Ofens  sind  min- 
destens drei  Geräte  erforderlich,  um 
die  Beechickungssäule  abzutcksten. 
Heute  wird  die  Säule  der  Beschickung 
noch  mechanisch  abgetastet. 

Amerikanische  Veröffentlichungen 
befassen  sich  mit  der  automatischen 
Begichtungsregelung  [26]  für  Hoch- 
öfen; diese  wurden  mit  verschiedenen 
neuen  Hilfseinrichtungen  versehen, 
die  eine  größere  Beweglichkeit  in  der 
Gichtenfolge  imd  eine  bessere  Über- 
wachung durch  das  Bedienungsperso- 
nal ermöglichen.  Die  Signale  werden 
in  einer  leicht  auswertbaren  Form  ge- 


RegAiung  der  Verteilung  und  der 
Feuchte  des  HochofenwTndes 

Allgemein  mißt  man  der  W  i  n  d  - 
Verteilung  [26  bis  28]  als  einer 
Maßnahme  zum  Beeinflussen  des 
Hochofenganges  imd  zum  Vermeiden 
von  Störungen  besondere  Bedeutung 
bei. 

In  steigendem  Maße  werden 
Feuchteregler  [29]  verwendet, 
die  die  Dampfzufuhr  abhängig  von  der 
absoluten  Feuchtigkeit  des  Windes 
regeln.  Häufig  wirken  diese  Feuchte- 
regler nicht  direkt  auf  den  Dampf, 
sondern  steuern  das  Verhältnis  Dampf 
zu  Wind.  Diese  Anordnung  gleicht 
Schwankungen  des  Kaltwinddurch- 
flusses  aus,  weil  sich  über  den  Ver- 
hältnisr^ler  der  erforderliche  Dampf- 
zusatz ohne  Verzögerung  einstellt  und 
der  außerdem  vorhandene  Kegler  für 
die  absolute  Feuchte  des  Windes  ent- 
lastet wird,  Bild  2. 

Regelung 

der  Leistung  von  Elektrofiltern 

Elektrofilter  für  Hochofengas  wer- 
den in  gemischten  Hüttenwerken 
immer  mehr  eingesetzt;  sie  bilden  mit 
einer  Reihe  von  Filtereinheiten  die 
Feinreinigungsanlage  imd  setzen  den 
Staubgehalt  des  vorgereinigten  Gases 
von  30  g/Nm*  auf  etwa  10  mg/Nm' 
herab.  Der  Überwachung  und  Rege- 
hing der  Elektrofilter  [30]  wandte  man 
in  jüngster  Zeit  verstärkte  Aufmerk- 
samkeit zu. 

Zusätzlich  zu  der  Gasmengen- 
regelung wurden  Sicherheitseuilagen 
empfohlen,  in  denen  optische  und 
akustische  Signaleinrichtungen  in  Ab- 
hängigkeit vom  Sauerstoffgehalt  des 
Rohgases  und  vom  Druck  in  der  Roh- 
gaaleitung  in  Tätigkeit  treten. 

Regeiungsaufgaben 
am  Niederscnachtofen 

Auch  die  Leistung  der  Nieder- 
scbachtöfen  [31]  konnte  man  durch 
die  Automatisierung  der  Möllerungs- 
ond  Begichtungseinrichtungen  erhö- 
hen. Damit  wird  es  möglich,  den  Ofen- 
gang  zu  beschleunigen. 


a    Feuohterogler 

b    Verhftlinisregler  Dampf 
zu  Wind 

c    Meßumformer    für    Durch- 
fluß, Druck,  Feuchte, 
Temperatur 

d    Motoren 

0  Kaltwindzufuhr 
f    Zusatzwind 

g    Dampfzufuhr 
h    Winderhitzer 
i     Heißwind 
k    Hochofen 

1  Entnahmeleitung  für 
Feuchtemeesxmg 

m  Einbaubeh&lter  für 

Feuohtemeeser 
n    Zweifach-Tintenachreiber 

(g/Nm*  trocken  und  "C) 


/ri25JW^ 


UV-a 


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M 


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Bild  2.  Feuchteregelung  von  Hochofenwind  mit  Verhältmsregelung  Dampf  zu  Wind 

und  Korrektur  durch  Feuohteregler. 
Aus  C.  P,  Seheuermann  [29] 

Messen  und  Regeln  im  Stohlwerk 
Siemens-Morfin-Öfen 


Beim  Neubau  von  Siemens-Martin- 
öfen [32;  33]  werden  heute  die  Be- 
dienungs-  und  Überwachungseinrich- 
tiuigen  inuner  in  einem  zentralen  Leit- 
stand angeordnet,  so  daß  die  Bedie- 
nung der  Öfen  von  einer  Stelle  aus 
mögUch  ist.  Um  die  Schmelzer  zu  ent- 
lasten, erhalten  alle  neuen  Ofen  eine 
umfangreiche,  meistens  elektrische 
Regelanlage. 

Eiu  neuer  150-t-Siemens-Iülartin- 
Ofen  wurde  mit  der  ersten  Z  w  e  i  - 
kamin-Anlage  [34]  in  Europa 
ausgerüstet.  Diese  erhielt  direktwir- 
kende Saugzüge  imd  außerdem  um- 
fangreiche MeQ;  Regel-  und  Steuer- 
anlagen. 

Grundsätzlich  kann  der  metall- 
urgische Prozeß  bisher  nocht  nicht  re- 
gelungstechnisch erfaßt  werden,  wohl 
aber  der  thermische  Prozeß  [36;  36] 
als  Träger  des  metallurgischen,  und 
zwar  nicht  nur  dann,  wenn  der  Ofen 
mit  Koksofen-  oder  Mischgas  beheizt 
wurde,  sondern  sogar  auch,  wenn  man 
dazu  ungereinigtes  Generatorgas  ver- 
wendet [37;  38];  für  den  zweiten  Fall 
mußten  besondere  Gas-Luft-Verhält- 
nisregelungen entwickelt  werden. 

Die  sinnvolle  Anwendung  der  Meß- 
und  Regelanlagen  für  Siemens-Martin- 
öfen führt  bei  gleichzeitiger  guter  me- 
tallurgischer Führung  und  Organisa- 
tion des  Betriebsablaufs  stets  zu  Pro- 
duktionssteigerungen und  Senkungen 
der  Selbstkosten ;  daher  werden  heute 
beim  Neubau  von  Stahlwerken  die 
regelungsteohnischen  Belange  inuner 
berücksichtigt. 

Das  Messen  und  Regeln 
der  Ge  wo  Ib  e  t  e  mp  er  a  tur 
ist  in  Fachkreisen  noch  immer  um- 
stritten. Man  benutzt  hierzu  im  allge- 
meinen Strahlungspyrome- 
ter, die  außerhalb  des  Ofens  ange- 
ordnet werden  und  durch  eine  Öff- 
nung in  der  Rückwand  des  Ofens  der 
Wärmestrahlung  aus  der  IVIitte  des 
Grewölbes  ausgesetzt  sind,  und  zwar 
werden  in  vielen  Fällen  Geseuntstrah- 
lungspyrometer,    in    einigen    Fällen 


auch  photoelektnsche  Pyrometer  [39] 
empfohlen. 

Li  neueren  Versuchen  soll  sich  im 
Ausland  ein  neues  photoelektrischee 
Eintauchpjrrometer  bewährt  haben, 
das  in  die  Gewölbe  der  Siemens-lMEartin 
Öfen  eingesetzt  wird.  Es  besitzt  eine 
seithche  Visieröffnung  (im  Gegensatz 
Zinn  Pyrometer  mit  vorderer  Linse) 
und  wird  mit  Verbrennungsprodukten 


[26]  CurtU,  Schrammt  u.  Fath:  Automatic  ohar- 
glng  control  for  ^r.  3  Fairleai  blaut  fumace. 
Iron  and  Steel  Eng.  3S  (1958)  Nr.  7  S.  73/84. 

[26]  Stapleton,  J.  M. :  Development  of  con- 
troUed  alr  distrlbution  for  the  blast  ftimace. 
Iron  and  Steel  Eng.  34  (1957)  Nr.  7  S.  137 
.    blB  140. 

[27]  Split  wind  blowing  increases  fumace  pro- 
ductlon.  Iron  and  Steel  Eng.  39  (1958)  Nr.  2 
S.  174/77. 

[28]  Automatic  tuyere  control  Improves  blast 
f^imace  Operation.  Iron  and  Steel  Eng.  36 
(1959)  Nr.  6  8.150. 

[29]  Seheuermann,  C.  P. :  Die  Feuchteregelung 
von  Hochofenwind.  Regelungstechnik  6 
(1958)  S.  371/74.  Daraus  BUd  2. 

[30]  Liuegang,  W.:  Überwachung  und  Regelung 
von  Elektrofiltern  fOr  Hochofengas.  Gas- 
wärme 8  (1059)  S.  161/64. 

[Zi]  Sehüling»  W.:  Automatisierung  der  Mölle- 
rungs-  und  Begichtungsanlagen  an  den  Nie- 
derschachtdfen  in  Galbe  und  ihre  wirtschaft- 
lichen Auswirkungen.  Neue  Hfltte  4  (1959) 
S.  22/28. 

[32]  ÄUenhein:  Regelung  und  Steuerung  in  der 
Industrie.  Regelungstechnik  S  (1957)  S.  346 
bis  350. 

[33]  V.  d.  Warth,  H.,  G.  Henke,  E.  Wiegand  u. 
W,NtiUtn:  Das  neue  Siemens-Martin- Stahl- 
werk ni  der  Hoesch-Westfalenhfltte  AO. 
Dortmund.  Stahl  u.  Eisen  78  (1958)  S.  79/87. 

[34]  Ooebel,  B.,  u.  H.  Leopold:  Bauart,  Aus- 
rOstung  und  Betriebsergebnisse  eines  Zwei- 
kamin-SM-Ofens. Stahl  u.  Eisen  77  (1957) 
S.  1733/39. 

[35]  Mathewt,  D.  R. :  An  automatic  System  of 
fuel  control.  Iron  and  Steel  Eng.  34  (1957) 
Nr.  5  S.  82/88. 

[36]  Automatic  combustion  control.  Iron  and 
Steel  30  (1957)  S.  196. 

[37]  OppeU,  0. :  Regelung  der  SM-Ofen  und  ihre 
Besonderheiten  bei  der  Beheizung  mit  unge- 
reinigtem Generatorgas.  Neue  Hfltte  3 
(1958)  S.  26/31. 

[38]  StoUberg,  H. :  Automatik  am  Siemens-Mar- 
tin-Ofen fOr  ungereinigte  heiße  Generator- 
gase. Neue  Hfltte  S  (1957)  S.  220/26. 

[39]  Adaöasohian,  A.  K.:  Messung  der  Gewölbe- 
temperatur an  Siemens-Martin-Ofen  mit 
Hilfe  eines  photoelektrischen  Pyrometers. 
Neue  Hfltte  3  (1958)  S.  615/19. 


VDI-Z.101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


1417 


umspült ;  bei  dieser  Anordnung  soll  im 
Vergleich  zum  Strahlungspyrometer 
außerhalb  des  Ofens  ein  geringerer 
Einfluß  der  Flamme  auf  das  Meß- 
ergebnis  festgestellt  worden  sein. 

Das  Messen  mit  Tauchther- 
moelementen ist  heute  aus  dem 
Stahlwerk  kaum  noch  wegzudenken; 
ihre  Technik  und  Praxis  wurden  noch 
in  jüngster  Zeit  wiederholt  beschrie- 
ben [40]. 


[40]  Schubert,  H.  V. :  Immersion  thermocouple 
practice.  Iron  and  Steel  Eng.  36  (1959) 
Nr.  1  S.  91/97. 

[il]  Lietegang,  W.:  Erfahrungen  mit  Reglern 
an  Thomaskonvertern.  Siemens-Ztschr.  3S 
(1958)  S.  759/64.  Daraus  Bild  8. 

[42]  Smith,  B.  O.:  Survey  of  basic  Bessemer 
Instrumentation.  Iron  and  .St«el  31  (1958) 
Nr.  10  S.  403/64. 

[43]  Brottmann,  RüUiffer,  Förtter  u.  Hfntrieh: 
Meßtechnische  Überwachung  der  Entga- 
sung von  Htahlschmelzen  im  Vakuum, 
suhl  u.  Eisen  7t  (1959)  S.  410/14. 

[44]  Äxmann,  M.\  Feuerungsregler  im  Hütten- 
betrieb. Askania-Wart«  16  (1958)  Nr.  53 
S.  45/54. 

\\h\FtchUf,Fr.\  StoQofen  mit  vollautomati- 
scher Regelung  und  keramischen  Oleit- 
schienen.  SUhl  u.  Eisen  7S  (1958)  S.  299/303. 

[46]  FrdAiicA.  C:  Neuzeitliche  Regler  an  gas- 
gefeuerten    Industrieöfen.     Qaswärme     7 

(1958)  S.  294/98. 

[47]  ifan^y. />.  C:  Soaking  pits  with  a  high 
velocity  combustion  System.  Iron  and 
Steel  Eng.  33  (1968)  Nr.  11  S.  83/89. 

[48]  Ut%t,  J.  M. :  Cascade  temperature  control 
System  on  a  billet  heating  furnace.  Iron 
Steel  Eng.  34  (1957)  Nr.  5  S.  132/40. 

[49]  Jug,  J.:  Itfodeme  TiefOfen  mit  raumsparen- 
den Warten  infoige  elektronischer  Regel- 
anlagen. Techn.  Mitteilungen  Schoppe  & 
Kaeser  (1958)   S.  112/21. 

[50]  Heimerl,  J. :  Vollautomatisch  geregelte 
DurchstoBOfen  in  einem  Edelstahl-Block- 
walswerk. Stahl  u.  Eisen  77  (1957) 
S.  1873/77. 

[51]  JAe^egang,  W.:  Neuzeitliche  Regelung  von 
hflttenmännischen  Ofen.  Oaswärme  •  (1957) 
S.  320/25. 

[52]  LiUertcheidt,  TT.,  u.  TA.  Schmidt:  Über  die 
Regelung  von  gasbeheizten  Industrieöfen. 
Qaswärme  7  (1958)  S.  310/14  u.  S.  337/41. 

[53]  Litteracheidt,  W. :  Mechanisierung  und  Auto- 
matisierung von  Industrieöfen.  Gaswärme  S 

(1959)  S.  205/12. 

[bA]  Lotke,  K.:  Regeltechnische  Probleme  an 
hflttenmännischen  Ofen.  Stahl  u.  Elsen  77 
(1957)  S.  813/16. 

[55]  Oetker,  R. :  Messen,  Regeln  und  Steuern  als 
Grundlage  der  Automatisierung  von  Wär- 
meprozessen in  Industrieöfen  mit  beson- 
derer Berflcksichtigung  hüttenmännischer 
Ofen.   Gaswärme  S  (1959)   S.  200/05. 

[56]  Ohnrich,  W. :  Betrlebsorfahrungen  mit  einem 
geregelten  Stoßofen.  Neue  Hfltte  4  (1959) 
S.  238/43. 

[57]  Rieder,  K.i  Die  vollautomatische  Regelung 
neuzeitlicher  Tieföfen.  Stahl  u.  Eisen  77 
(1967)  S.  157/62. 

[58]  Risse,  W. :  Regelung  eines  gichtgasbeheizten 
100-t-DurchstoBofens.  Siemens-Z.  33  (1959) 
S.  438/44. 

[59]  Jug,  J.:  Die  Drehherdofenregelung  im 
Walzwerk  und  im  Schmiedebetrieb.  Tech- 
nische Mitteilungen  Schoppe  &  Faeser 
(1957)  S.  89/97. 


Thomosverfohren 

Mit  der  meß-  und  regeltechnischen 
Ausrüstung  des  Thomasprozesses  sam- 
melte man  in  den  vergangenen  Jahren 
weitere  Erfahrungen,  über  die  auch 
Berichte  vorliegen  [41 ;  42]. 

Ztun  Regeln  der  Konzentration  des 
mit  Sauerstoff  angerei- 
cherten Gebläsewindes 
wurden  besondere  Verfahren  ent- 
wickelt. Die  Betriebsbedingungen  sind 
hier  ungewöhnlich  und  stellen  an  die 
Geräte  große  Anforderungen.  Mit 
zusätzlichen  Rechengeräten  können 
sehr  weite  Druck-  und  Temperatur- 
bereiche eingeregelt  werden;  Bild  8 
zeigt  die  Wirkungsweise  einer  solchen 
Anlage. 

Vakuum-GieBverfohren 

Ein  meßtechnisches  Sonderproblem 
ist  das  Überwachen  der  Entga- 
sung von  Stahlschmel- 
zen im  Vakuum  [43].  Bei- 
spielsweise werden  beim  Entgasen 
nach  dem  Vakuumheberverfahren 
Durchsatz,  Druck  und  Zusammen- 
setzung des  abgesaugten  Gases  und 
die  bei  jedem  Hub  in  das  Entgasungs- 
gefäß^  hineingesaugte  Stahlmenge  er- 
mittelt. Aus  diesen  Meßwerten  sind 
der  Sauerstoff-  und  Wasserstoffgehalt 
des  St€Üiles  im  Entgasungsgefäß  und 
in  der  Pfanne  zu  ermitteln. 


fj  i — irtrunf^ 


Bild  8.  Wirkschema  für  die 
Sauerstoff- Luft- Verhältnisregelung 
am  Thomas-Konverter. 

Aua  W,  Liesegang  [41] 

a  Konverter 

b  Windleitung 

c  Og-Lieitiing 

dj,  df  Rechengeräte 

e^,  eg  Meßumformer 

^i>  U  Widerstandfithermometer 

8i*  8t  Manometer  mit  Wideratandafemgeber 

h  Tintenaohreiber 

i  MengenzAhler 

k  Mengen-Oroßanseiger 

1  Saueratoff-Luft-Verh&ltnis 


Messen  und  Regeln  im  Walzwerk 


Me6-  und  Reaeionlagen 
für  Sto6-  und  Tieföfen 

Grundsätzlich  dürfte  die  Entwick- 
lung der  Meß-  und  Regelanlagen  für 
Stoßöfen  und  Tieföfen  [44  bis  68]  im 
Gregensatz  zu  den  Schmelzöfen  abge- 
schlossen sein.  Wiederholt  wurde 
darauf  hingewiesen,  daß  auch  hier 
der  erzielbare  Nutzen  in  einem  ver- 
tretbaren Verhältnis  zum  Aufwand 
stehen  und  im  Zuseunmenhang  mit 
der  Wirtschaftlichkeit  des  gesamten 
Produktionsablaufs  betrachtet  werden 
muß. 

So  bringen  beispielsweise  Meß-  und 
Regelanlagen  für  Großstoßöfen 
folgende  Vorteile : 

1.  eme  gleichmäßige  und  hohe  Ofen- 
leistung und  damit  eine  Erhöhung 
der  Erzeugung; 

2.  eine  erhöhte  Wirtschaftlichkeit  und 
damit  eine  Senkung  der  Wärm- 
kosten ; 

3.  eine  Verringerung  der  Zunderbil- 
dung und  dajnit  eine  Senkung  der 
Abbrandkosten ; 

4.  eine  gleichmäßige  Erwärmimg  und 
damit  Vermeidung  von  flüssiger 
Schlacke  und  Walzenbrüchen; 

6.  Betriebssicherheit  aller  Anlagen- 
teile; 

6.  Verringerung  des  Personals; 

7.  Verlängerung  der  Ofenhaltbarkeit. 

Als  Sonderfall  sei  eine  Meß-  und 
Regelanlage  an  einem  mit  imgereinig- 
tem  Rohbraunkohlen-Generatorgas 
beheizten  Stoßofen  mit  keramischen 


Gleitschienen  genannt  [45].  In  einem 
Edelstahlwalzwerk  findet  man  ge- 
regelte Durchstoßöfen,  die  mit  G^nera- 
torrohgas  beheizt  werden. 

Noch  heute  ist  die  Frage  offen»  ob 
durch  Einbeziehen  des  wechselnden 
Sauerstoffgehaltes  der  Abgase  als 
Fckktor  in  die  Gremischregelung  wirt- 
schaftliche Vorteile  zu  erzielen  sind. 
Verschiedene  Versuche  zeigten  keine 
befriedigenden  Ergebnisse;  bisher  ge- 
nügte auch  die  Gemischregelung  mit 
Berichtigung  der  sich  daraus  ergeben- 
den Werte  von  Hand  auf  Grund  des 
gemessenen  Sauerstoffgehaltes  allen 
Ansprüchen. 

Mit  dem  heutigen  St€uid  der  Regel- 
technik werden  Tiefofenanla- 
gen voll  geregelt  gefahren.  Typisch 
für  die  Entwicklung  sind  der  Aufbau 
und  der  Betrieb  der  neuzeitlichen 
Reihentief  Öfen  [49]. 

Die  praktischen  Erfahrungen  haben 
gezeigt,  daß  mcm  sowohl  mit  der  älte- 
ren ölhydraulik  als  auch  mit 
der  elektronischen  Rege- 
lung die  Prozesse  in  Walzwerksöfen 
bei  optimGkler  Wirtschaftlichkeit  füh- 
ren kann.  Handelt  es  sich  um  kleinere 
Öfen,  so  wird  inm[ier  noch  die  öl- 
hydraulische  Regelung  eingesetzt,  bei 
größeren  Anlagen  aber  stets  die  Elek- 
tronik. Auch  Sonderbaueurten  [59  bis 
63]  wvu'den  bekannt,  beispielsweise 
zimi  Regeln  von  Drehherdöfen,  Schutz- 
gaserzeugem  und  Abhitzeanlagen. 


1418 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


MHtel  zum  Automatisieren  des 
Walzvorganges 

[  Ein  weiterer  Gegenstand  der  Auto- 
mstiBierung  iat  die  Auebringung  selbst. 
Die  bisher  vor^enonunenen  Regelun- 
gea  von  einzebien  ProzeBbedingungen 
(I.  B.  der  Temperatur  beim  Ziehen  aus 
dem  Tiefofen,  der  Durchwärmung 
und  des  Abbr&ndes)  sind  zwar  wesent- 
liche Schritte,  aber  noch  keine  Lösung 
der  „Vollautomatisierung",  die  eine 
Regelung  der  Güte  und 
der  Wirtschaftlichkeit 
anstrebt.  Es  wird  jedoch,  je  mehr  man 
sich  dem  Ziel  nähert,  immer  schwieri- 
ger Bein,  es  ganz  zu  erreichen. 

Aus  der  Forderung  nach  Leistunga- 
gteigerung  und  Betriebssicherheit  er- 
gibt sich,  daß  die  Anlagen  wirkungs- 
voU  an  die  wirklichen  Betriebsbedin- 
gungen und  Erzeugungsaufgabon  an- 
gepaßt werden  müssen.  Dies  setzt 
eingehende  Untersuchungen  an  neu- 
zeitlichen Betriebsanlagen  [64;  65] 
TOrauB,  die  die  bisherigen  theoreti- 
■chen  Überlegungen  und  Versuche 
wertvoll  ergänzen.  Ein  lückenloses 
Bild  vom  Zusammenspiet  aller  Ein- 
nuOgröBen  erhält  man  nur,  wenn  alle 
Größen  —  vom  Walzapalt  über  den 
Antrieb  bis  zum  Stromnetz  —  gleich- 
zeitig erfaßt  werden. 
Ermittlung  der  Walzkräfte 
Die  Ermittlung  der  Walzkräfte  [86] 
wird  in  der  Regel  auf  das  Messen  der 
auf  die  Druckschrauben  der  Walzen- 
anstellung wirkenden  Kräfte  zurück- 
geführt; bei  einem  der  ältesten  Ver- 
fahren mißt  man  mit  hydraulischen 
Meßdoeen.  Bei  neueren  Untersuchun- 
gen an  Blockstraßen  wird  der 
Kraftmessung  mit  Dehnungsmeßstrei- 
fen der  Vorzug  gegeben,  weil  damit 
die  auftretenden  Schwingungsbean- 
spruchungen erfaßt  werden.  Das 
Drehmoment  berechnet  man  oft 
aus  der  elastischen  Verdrehung  der 
Spindeln;  auch  die  hier  verwendeten 
Meßeinrichtungen  arbeiten  mit  Deh- 
nungsmeßstreifen . 


Das  Verhallen  der  elektrischen  An- 
triebe ist  leichter  zu  erfassen,  weil 
hierfür  bekannte  Gerät«  benutzt  wer- 
den können.  Wie  solche  Versuche  an- 
fCestellt  wurden  und  welche  Schwierig- 
keiten sich  dabei  ergeben,  ist  aus  [67] 
zu  entnehmen. 

Tiefere  Einblicke  in  die  wirklich 
erreichte  Dynamik  der  elektrischen 
Haschine  lassen  die  neuzeitlichen 
meH technischen  Hilfemittel,  z.  B.  der 
Flußmesaer  (Gerat  zum  Messen 
des  magnetischen  Flusse«  der  Ma- 
schüaen)  und  die  H  a  1 1  -  8  o  n  d  e  , 
zu,  die  eine  genaue  Prüfung  und 
regelungstechnische  Beeinflussung  tler 
Motoren  und  anderer  elektrischer  An- 
lagen ermöglichen.  Dem  Überwachen 
de«  Betriebes  dient  bei  Benutzimg  von 
teilweise  neuen  Geräten  die  genaue 
Anzeige   der  Drehzahlen,   der   Dreh- 

VDI-Z.1M  (1959)  Nr.  30   21.0ktob«r 


zahlunterschiede,  der  Weglängenunler- 
schiede  des  durchlaufenden  Walz- 
gutes, der  Drehmomente  und  der 
Kräfte,  die  beim  Verformen  aus- 
schlaggebend sind. 

Die  menschliche  Tätigkeit  beim 
Steuern  wird  sich  durch  die  Mög- 
lichkeiten der  Vorwahl  und  der 
wachsenden  Automatisierungen  in 
noch  größerem  Maße  zur  Über- 
wachung wandeln,  und  die  Kunst 
der  Ingenieure  wird  bei  der  Planung 
immer  mehr  durch  elektrische 
Rechenmaschinen  unter- 

stützt, deren  schnell  erzielbare  Ergeb- 
nisse Antwort  auf  bisher  nur  schwer 
lösbare  Fragen  zu  geben  vermögen. 

Auch  ausländische 'Verößentlichun- 
gen  befassen  sich  mit  der  Steue- 
rung von  Walzwerken  durch 
Lochkarten,  mit  Frogramm- 
regelungen  und  mit  neueren  Ent- 
wicklungen von  Regclsystemen  für 
kontinuierliche    Straßen    [68   bis    70], 

In  den  letzten  Jahren  brachte  die 
Entwicklung  der  Regelungstechnik  in 
den  USA  einen  bemerkenswerten 
Wechsel  bei  der  Ausführung  von  Mo- 
toren für  Feinstahl-  und 
[71  bis  73].  Die 


ugslo 


chli 


Bild  4.  Böntgenatrahlen -Gerät  zum 
Messen  der  Banddicke  während  des 
Betriebes  einer  voll  kontinuierlichen 

MittelbandatraBe. 
Aus  H.  Laupmann  [70] 


Besondere  Aufgaben 
bei  kontinuierlichen 
Bandstraßen 

Auch  bei  kontinuierlichen  Band- 
straßen [75  bis  7S]  spielen  die  Meß- 
geräte für  die  Betriebsüberwachung 
eine  große  Bolle. 

Zum  Messen  der  Band- 
dicke [79  bis  S4]  werden  im  allge- 
meinen Röntgonstrahlen-Dickenmeß- 
geräte  für  berührungsloses  Messen  be- 
nutzt, Bild  4.  An  dem  sich  über  den 


[BOiSmUk.J.  B.:    frevent    Ushting-oTT   eiplo- 

sloni  wllh  isfety  cDotroli.   Iren  Ak«   ISO 

(IBGT)  Nr.  1»  S.  I31/3a. 
[Sl]  SmiiH,  R.  K.:  Contiol  of  atmcttpheia  g«ne- 

reCon.    Iron   *iid    Sle«l   Sag.   S4   (1057) 

Nr.  B  8.  162/59. 
[SE]  WeiHfci.U..  AbhitieTerwertung  an  einem 

(Clchtgaabeheliten  StoBofeB.  Stahl  u.  Etsen 

TS  09tS)  S.  70/87. 
(831  t¥»»rte  iyilam  glvBB  preolie  tempeimtur« 

contiol  on  contlnuooi  atilp  annekUni)  line. 

iTonandSteelEng.  M(l»5;)Xi.  BS.  1B8/T0. 
|«|  MOlltr.  B.  a..    u.    ff,  J.  Marx:    Ergebnlue 


Bun- 
desgebiet einige  erste  Ausführungen 
bekannt  geworden  sind,  wurde  in  den 
USA  bisher  nicht  verwendet,  da  sie 
nur  dann  zur  vollen  Wirkung  kommen 
kann,  wenn  die  Regelgeschwindig- 
keiten groß  sind. 

In  einer  Veröffenthchung  über  eine 
Grobblechstraße  [74]  mit  Quarto- 
gerüst  mit  Zwillingsantrieb 
wird  die  Frage  beantwortet,  ob  eine 
Regelung  auf  Oleich  lauf  oder 
Gleich  last  vorzuziehen  ist ;  es  zeigte 
sich,  daß  Drehzahlregelung,  Strombe- 
grenzung und  richtige  Einstellung  des 
dynamischen  Verhaltens  der  Antriebe 
geeignet  sind,  die  Vorteile  de«  Zwil- 
lingsantriebes voll  a 


u,  EiHn  TT  (1957)  9.  1677/82. 

n    und    Betrieb 

■lebenge- 

r0.tlaen  War 

mb«nd-Fert!gitr«Ba.   Stahl  u. 

ElMQ  II  (ige 

B)  S.  777/86. 

Icht    Elaen- 

hatMnweaen. 

AbKhnItt    W«) 

I'ntetatauhnl 

t:    Warm-    und 

Kaltwalun. 

VDl-Z,    101 

(1958)    Nr.  30    (diese»    Heft) 

BntwkUung  d 

r   Antrlebs- 

technlk    und 

der    elelitilnchen 

lanlagen.    Stahl 

.    Ei«n   It 

(lB5fl>  Nr.  10 

S.  894/703. 

(eal  IMnch  cuda 

Age  iai  (1050)  Kr.  H  H.  ii.193 

(es]  Homan.  R.  » 

.   R.  G.  üradU  u 

IT.  E.  Mit- 

If.   Card  p« 

1  of  roUIng 

«1   Eng.   11 

(1958)  Nr"fl 

S.  118/19. 

1701  Brook:  V.  F. 

Recent  advan« 

1  In  conliol 

mi  n'fiiel,  A..  u.  H.  Wfidr:  Du  neue  Feln- 
und  Drahtwaliwerk  de«  KlackneT-Hntl«ii- 
verto  Haip«  In  Hsgen-awpe.  Stahl  u. 
EIhd  TT  (1957)  S.  1484/7(1. 

|T3|  Drive  and  conlTol  ayatcmi  Tor  htgh-ipeed 
rod  mill.  Iron  and  Steel  11  (1958)  S.  5S5/S!t. 

[7i]  Uarlin,  O.:  Steuening  und  Regelung  de« 
Zwllllngutitrlebes  einer  OrobblcchatraBe. 
Stsbl  u.  Elaen  77  (1957)  S.  1807/10. 

|75|  Ärehüald.  E.  S.  Modern  technli|ueii  In 
the  cold  reducllon  of  aheel  and  tin  plale. 
Iran  and  Steel  Entl.  H<1957)Nr.  5  S,  141/40. 

|78|  LdmpmatM.  ff.:  Die  volllionUnulerllehe  Mlt- 
telbandatraee  der  Firma  Th.  Wuppermann 
UmbH,  Leverkuun.  Suhl  u.  Einen  Tl 
(196S)  S.  161/87.  Darftua  Hlld  4. 

(771  Strip  mlll  ninCrol.  Iron  and  SIcei  II  (1668) 
3.  8/10. 

|7SI  Phitlipt.  R.  .l.iMethoda  nf  eontrol  ofatrlp 
dimcnaloni  on  bot  «trln  flnlihlng  miila.  Iron 
and  Rteel  Bog.  II  (IBSS)  N'r.  5  S.  lOO/OT. 

(791  Vgl.  a.  (sei  S.  1411. 


beim    Walzen 

Elaen  TT  (1957)  S.  tS33. 
(83)  Woibf.  K.  S„  J.  W.  Voet  u.  J.  W.  WaUaer: 

Ad    nntomatio    gage   conlrol    a;stem    for 

tandem   eold   mllla.    Iron   and    Sleel   Eng. 

II  (1958)   Kr.  7   3.  124/3!. 
184]  New  contlnuoui  gange.  Iron  and  Sleel  10 

(1957)  3. 171. 


Auslaufrollgang  bewegenden  Band 
können  Heeeungen  während  dee  Be- 
triebes vorgenommen  werden.  Damit 
ergibt  sich  die  Möglichkeit  der  Be- 
achtung der  Dickenunterschiede  zwi- 
schen Anfang  und  Ehide  des  Bandes; 
das  Meßgerät  dient  also  nicht  nur 
zur  Überwachung,  sondern  auch  zum 
Regeln  des  Betriebsabi  aufs,  weil  die 
Banddicke  durch  Veränderungen  der 
Ofenführung,  der  Walzgeschwindig- 
keit und  der  Abkühlung  beeinflußt 
werden  kann.  Dickenn^eßgerätc  sind 
auch  beim  Umstellen  der  Bandstraße 
auf  eine  andere  Bandabmessung  wich- 
tig. 

Die  Strahlen  der  Röntgenröhre  die- 
ses DickenmeQgerätes  durchdringen 
nicht  nur  das  Warmband,  sondern 
auch  ein  Standardblech,  das  die 
höchstwalzbare  Dicke  der  Straße  hat. 
Innerhalb  des  Gerätes  wird  dabei  in 
die  Bahn  des  das  Walzgut  durchdrin- 
genden Meßstrahla  automatisch  ein 
Zusatzblech  geführt,  dessen  Dicke 
dem  Unterschied  zwischen  der  Walz- 
gutdicke  und  der  Dicke  des  Standard- 
blechee  entspricht.  Der  Unterschied 
wird  über  eine  elektrische  Meßein- 
richtung optisch  dargestellt.  Das  Meß- 
gerat zeigt  und  schreibt  Dicken 
bis  herab  zu  0,05  mm  auf. 

Auch  die  selbsttätige  Dicken  r  e  g  e- 
1  u  n  g  hat  schon  große  Bedeutung  er- 
langt, wie  aus  vielen  VeröfTentlichun- 
gen  zu  erkennen  ist,  s.  insbesondere 
[80  bis  84].  So  werden  die  Orundaätse 
dargelegt,  auf  denen  die  Dicken - 
regelung  beruht.  Erste  Lösungen  wur- 
den vorgeschlagen  und  in  einigen 
Fällen  erprobt.  Aus  einem  Überblick 
über  die  Entwicklung  der  verschie- 
denen Verfahren   der  automatischen 


id  Nteel  11  (I95ii} 


BiidK, 

Breitenmeß- 
vorrichtung für 
Warmbondstraßen. 


wird  dio 
ifrsrot- Strahlung 
de«  Walzgiil«, 


Diokenregelung  [90]  geht  hervor,  daß 
man  zu  Walzwerksauafübrungen  über- 
gehen muß,  die  sich  der  R^elung 
noch  besser  anpassen,  besonders  be- 
züglich der  Walzenanstellung, 

meßgeräte  werden  z.  Z.  in  Band- 
walzwerken erprobt,  und  nach  den 
bisherigen  Ergebnissen  in  deutschen 
Hüttenwerken  ist  es  möglich,  min- 
deatens  noch  eine  Breitenschwankung 
von  ±  1,5  mm  zu  messen,  selbst  wenn 
das  Walzgut  aus  der  Laufachse  um 
±  20  nun  ausweicht.  In  absehbarer 
Zeit  wird  ein  solches  Meßgerät  zu 
einer  Dauereinrichtung  an  kontinuier- 
lichen Bandstraßen  entwickelt  wer- 
den, noch  verfeinert  in  seiner  Meß- 
genauigkeit.  Die  schwierigen  Auf- 
gaben der  Einengung  der  Breitenab- 
maße imd  ihrer  laufenden  Überwa- 
chung wären  damit  gelöst. 

Dieses  Breitenmeßgerät 
arbeitet  mit  zwei  Fernsehkameras,  die 
das  Warmband  gegen  die  Umgebung 
abtasten.  Geeignete  elektronischeVer- 
gleichamessungen  lassen  die  Breiten - 
abmäße  elektrisch  statt  optisch  er- 
kennen und  führen  sie  Anzeigegeräten 


In  Engtand  sind  andere  Breiten- 
meßvorrichtungen für  Band- 
straßen als  in  Deutschland  entwickelt 
worden,  so  z,  B,  ein  optische«  Gerat 
für  Warmband,  BiM  &  [85].  Es  beruht 
auf  der  Infrarot- Strahlung  dee  Walz- 
gutes, ist  jedoch  auch  nach  weiterer 
Abkühlung  noch  empfindlich.  Zwei 
dieser  Gerate  sind  auf  einem  Quer- 
balken am  Walzgerüst  aufgebaut;  sie 
folgen  den  Blechrändem  und  geben 
ein  elektrisches  Signal,  dessen  Stärke 
sich  proportional  mit  der  Gesamt- 
breite  des  Bandes  ändert.  Die  Ge- 
nauigkeit soU  etwa  dem  vorstehend 
beschriebenen  deutschen  BreitenmeS- 
gerät  entsprechen. 

An  Bandstraßen  wendet  man  auch 
Centralographen  (s.  Abschn. 
„Erfassung  von  Zeitwerten"  S-  1416) 
mit  bestem  Erfolge  an.  Durch  Auf- 
zeichnung der  Stdrungen  und  gleich- 
zeitig der  jeweiligen  Größe  der  Aus- 
bringung ist  es  möglich,  die  Wirt- 
scbaftUchkeit  durch  Lochkar- 
tenverfahren zu  ermitteln.  Die 
genaue  Störzeiterfassung  und  das  Er- 
mitteln der  Schwachstellen  des  Walz- 
betriebes  geben  fiir  den  Betrieb  wich- 
tige Hinweise.  8   11212 


BOehersehau 


DK  e 


I.S22.S  (022,4) 


Betctebutehera    (ilelUiKer.    Derecbnungaverftihren    für    Konatruktion 

und  Betrieb.  Von  Ocorg   VogrlpolU.  Borlin/Oättingen/Heidelberg 

I9fi8,    Springer -Verlag,   322    S.   m.   200  Bild.,  4S  Zahlentaf.   u. 

SO  Berechnungabeisp.  Preis  gob,  46,50  DM. 

Etwa  vier  Jahrzehnte,  nachdem  E.  Fall  durch  Beine  „Cnindzüge 

der  Schmierteehnik"  den  entscheidenden  AnstoS  fiir  die  praktische 

Anwendung  der  Hydrodynamik  auf  Oleitlagor  gab,  hat  O.   Vogflpohi 

ale  wohl  beflter  deutscher  Kenner  der  hydrodynamischen  Schmienings. 

th«>DrJe  das  seit  langem  dringend  benötigte,  den  heutigen  Stand  des 

Wissens  orrassende   Nachfolgewerk    geschafTcn.  In    ihm    verdichten 

sich  20  Jahre  auBBchüeBlich  diesem  Sachgebiet  zugewandter  wiseeii- 

Bchafttieher  Tätigkeit  zu  einer  ausgezeichnet  abgerundeten  Darstei- 

„ Betriebssicher"  wird  mit  Rocht  als  ..sicher  gegen  nachteilige 
Ausmafte  von  Krwärmung  und  Vcrechleifi"  aufgrfaDt,  Di«  sot/t 
liytlrodynamiBobefl    (oder    auch    hydrostatisches!    Tragen    —    auch 

oder  doch  ein  ausreichendes  Annähern  an  diesen  Idealzustand  voraus. 
Der    Verrasser    teilt    die    hierfür    maDgebenden    Vberlogungen    und 

Uta 


Berechnungsmöglichkeiten  mit.  Wenn  auch  bei  der  Behandlung 
der  Schmiermittel  der  Absatz  über  „reibungunindemden  VerechleiP", 
„Schleifreibung"  und  „chemiscthe  Schmierung"  als  bedenklich  er- 
scheint, so  steht  selbatventAndiich  die  Viskosität  als  wichtigste 
Schmlermitteletgenachaft  gani  im  Vordergrund,  Der  Kurvenschar 
des  Temperaturverhaitons  gebräuchlicher  Schmieröle  wird  ein  wohl 
begründetes  und  für  die  Berechnung  der  Lager  whr  nützlich«  Systnn 
von  >, Normal  ölen"  zugeordnet.  Der  hydrodynamischen  Theorie 
halbumschlieGcnder  Lager  endlicher  Breite  und  den  hierzu  gehbrigen 
Tafeln  und  dimensionsloaen  Darstellungen  folgen  Korrektunm  drr 
Reibungszahl  aus  der  Reibung  auBerhalb  de»  theoretischen  Druck, 
feldes  sowie  eine  Bestätigung  der  Qültigkeit  dieser  OeaetzmaDig- 
keiten  aus  einer  sorgsamen  Wertung  aller  bekannten  Messungen, 
Hiemach  läSt  sich  der  Quotient  aus  Reibwert  und  nlativem  Lager- 
spiol  im  doppeltlogarithmischen  Feld  in  Abhängigkeit  von  der  Som- 
merfeldiahl  So  durch  zwei  sich  bei  So  =  I  treffende  Geraden  darstel- 
len, von  denen  die  eine  (für  schnellaufende  und  niedrig  belastete 
Zapfen!  der  Pr(m//*-Arii  Theorie  und  dio  andere  (fiir  langsam« 
laufende  und  höher  belastete  Zapfen)  den  Cherlegimgen  von  E.  fofc 

VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.0ktol»r 


Id  teüfl  neuen  Überlegungen  wird  der  Einfluß  der  Oberflächengüte 
«uf  die  für  VoUschmierung  erforderliche  Mindeetfilmdioke  geklärt 
nnd  demgegenüber  der  Einfluß  der  Verformungen  des  Zapfens  und 
der  Lagerbohrung  (mit  vorerst  noch  knappen  Messungen)  als  klein 
nachgewiesen.  Für  die  Berechnung  der  »»Übergangslast"  und  der 
„Übeigangsdrehzahr*  aus  Gl.  4.16  und  4.17  sollte  aber  —  außer  bei 
Überschlagsrechnungen  —  die  jeder  Anschaulichkeit  ermangelnde» 
in  etwa  als  konstant  erachtete  Größe  C^j  durch  das  relative  Lagerspiel 
und  die  zulässige  Filmdicke  ausgedrückt  bleiben,  was  dem  Sachverhalt 
besser  gerecht  wird  und  ein  Anpassen  der  zulässigen  Filmdicke  an 
die  jeweilige  Oberflächengüte  sowie  an  die  Einlaufbedingungen 
erleichtert. 

Auf  die  Behandlung  der  Wärmeabgabe  von  Lagern  (die  von  den 
gesicherten  Unterlagen  über  die  Wärmeabgabe  waagerechter,  ruhender 
Zylinder  in  ruhender  oder  bew^ter  Luft  ausgeht,  aber  in  Anpassung 
an  die  leider  immer  noch  knappen  Versuchsunterlagen  über  die 
Wärmeabgabe  laufender  Wellen  und  von  Lagergehäusen  in  ein- 
fachem Rahmen  bleibt),  folgt  die  Berechnung  der  Betriebstemperatur 
und  des  Schmiermittelbedarfs  mit  Hilfe  eines  sehr  zweckmäßigen 
Rechenblattes.  In  den  letzten  Abschnitten  befaßt  sich  Q.  Vogelpohl 
ausführlich  mit  hydrodsmamischen  imd  hydrostatischen  Axialli^em, 
faßt  die  Rechnungsgänge  für  Radial-  und  Aziallager  zusammen 
and  g^t  auf  Sonderfälle  (z.  B.  vereinigte  Radial -Axiallager,  Li^er 
für  große  Drehzahl-  und  Temperaturbereiche,  Eisenbahnwagen- 
Achslager  und  Wo-kzeugmaschinenlager)  ein.  Die  Werkzeugmaschi- 
nenlager bilden  die  Brücke  zu  einer  vorerst  noch  knappen  Behand- 
lung der  Lager  mit  enger  Führung  und  der  hydrostatischen  Querlager. 

Die  überaus  gründliche  Art  der  Darstellung  stellt  an  den  Leser 
ziemliche  Anforderungen.  Für  die  Konstrukteure  bilden  jedoch 
fünfzig,  aus  dem  weiten  Bereich  der  ölgeschmierten  Gleitlager  ausge- 
wählte und  vortrefflich  behandelte  Beispiele  wertvollstes  Anschau- 
ungsmaterial. Das  Buch  kann  allen  empfohlen  werden,  die  sich  mit 
Gleitlagern  zu  befassen  haben.  Eine  spätere  zweite  Auflage  sollte 
auf  fettgeschmierte  Lager  (die  auch  betriebssicher  laufen!)  und  auf 
ausgesprochene  Turbomaschinenlager  und  deren  Probleme  des  stabi- 
len Lagerlaufs,  auf  die  für  solche  Lager  maßgebenden  Konstruktionen 
(Lager  mit  Zitronenspiel  u.  a.)  und  möglichst  auf  Lager  mit  veränder- 
licher Größe  und  Richtung  von  Last  imd  Bewegung  ausgedehnt 
werden.  £11281  Wilhelm  Peppler  VDl 

DK  621.825  :  621—578.4  (041) 

Kvpplmig<Ni.  Vortragstagung,  voranst.  vom  Haus  der  Technik  Essen 
am  29.  11.  1957.  Essen  1968,  Vulkan-Verlag  Dr.  W.  Classen.  48  S. 
m.  118  Bild.  Preis  kart.  6,—  DM. 

Hervorragende  Fachleute  aus  Wissenschaft  und  Praxis  behandeln 
in  diesem  Berichtsheft  Probleme,  Entwicklungen  und  Fortschritte 
auf  dem  Spezialgebiet  der  Kupplungen.  Dem  aufmerksamen  Leser 
wird  hier  eine  Fülle  von  Erkenntnissen  und  Erfahrungen  geboten, 
die  sich  auf  die  mechanischen,  hydrodynamischen  imd  elektromagne- 
tischen Kupplungen  erstrecken  imd  auch  Schalt-  und  Steuerprobleme 
berühren.  Ein  Vortrag  ist  dem  dynamischen  Verhalten  drehelastischer 
Kupplungen  in  Maschinenanlagen  gewidmet.  Über  das  Verhalten  der 
Reibkupplungen  beim  Einrücken  liegen  entsprochende  Versuchsergeb- 
nisse  vor.  Ausführliche  Beiträge  sind  dem  Schaltvorgang  gewidmet, 
femer  auch  den  Untersuchungen  über  die  Erwärmung  der  Reibflächen 
von  elektromagnetisch  und  druckölgeschalteten  Kupplungen.  Die 
grundsatzlichen  Eigenschaften  hydrodynamischer  Kupplungen  und  ihr 
dynamisches  Verhalten  sowie  neuere  Ergebnisse  von  Untersuchungen 
sind  eingehend  beschrieben. 

Einen  recht  interessanten  Einblick  gewinnt  der  Leser  in  die  An- 
wendungsgebiete der  Kupplungen  für  Kraftfahrzeuggetriebe  und  für 
Schiffsantriebe.  Hierbei  kommen  die  Eigenarten  beim  Zusammen- 
wirken von  Getriebe  und  Kupplung  (Mehrgangschaltgetriebe  und 
Mdumotorenantriebe)  zur  Sprache.  Über  die  Anforderungen  an  die 
Schmierstoffe  für  Kupplimgen  findet  man  wertvolle  Hinweise. 

E  11  112  Werner  Thomas  VDI 

DK  629.113—592.002.2  (047.31) 

Temiehe  zur  EnnltUiiiig  der  gttiutigsten  KonBtriiktioii  von  Kraftf ahr- 
lengbremseii  hoher  Daaerleistang.  Von  Otto  Bode  und  Harro 
Domer.    Deutsche    Kraftfahrtforschung    und    Straßenverkehrs - 
technik,  H.  121.  Düsseldorf  1958,  VDI- Verlag  GmbH.  26  S.  m. 
30  Bild.  u.  6  Zahlentaf.  Preis  geh.   15,20  DM  (für  VDI-Mitgl.  u. 
im  Abonnement  13,70  DM). 
Die  Arbeit  von  O.  Bode  und  H.  Domer  ist  in  vieler  Beziehung 
richtungweisend.  Im  amerikanischen  und  auch  anderen  Schrifttum 
der  letzten  Zeit  wurden  ähnliche  Probleme  erörtert  und  auch  Lösun- 
gen beschrieben.   Eines  ist  jedenfalls  daraus  zu  entnehmen:   Eine 
modune  hochbeanspruchte  Bremse  muß  gut  gekühlt  sein,  gleich- 
gültig, ob  es  sich  dabei  um  eine  Backenbremse  oder  um  eine  Scheiben- 
bremse handelt. 

Die  hier  vorliegenden  Untersuchungen  sind  lediglich  ein  Ausschnitt 
sus  dem  Bereich  dieser  Konstruktionen;  eine  Erweiterung  auf  Schei- 
benbremsen ohne  gekühlte  Scheibe  und  Scheibenbremsen  mit  außen- 


liegendem Gehäuse,  femer  eine  Ausdehnung  auf  die  bereits  in  Amerika 
eingeführten  Backenbremsen  mit  im  Fahrwind  liegendem  Brems- 
tronomelrücken  würden  weitere  interessante  Ezgebnisse  bringen. 

Von  Zweistofftrommeln  wurden  nur  solche  mit  eingeschrumpften 
Bremsringen  untersucht,  bei  denen  also  eine  mechanische  Verbindung 
zwischen  Leichtmetall  und  Graugaßring  vorhanden  war.  Die  metall- 
urgische Verbindimg  (Al-fin-Verfahren)  haben  die  Verfasser  nicht 
berücksichtigt;  sie  wird  aber  auch  in  Deutschland  in  ganz  erheb- 
lichem Maße  verwendet.  Nach  amerikanischer  Ansicht  ist  diese  Ver- 
bindung geeignet,  höhere  Temperaturen  zuzulassen  als  die  mecha- 
nische Verbindung.  Es  wäre  zu  wünschen,  daß  verantwortliche  Auto- 
mobil- und  Bremsen-Konstrukteure  solche  Untersuchungen  wirklich 
ernst  nähmen.  Auch  eine  Teiluntersuchung  wie  die  vorliegende  läßt 
Schlüsse  für  den  ganzen  Bereich  der  Konstruktionen  zu.         E  10  931 

Friedrich  Beuchte 
DK  621—5  (022.5—3) 

Automatic  proeess  oontroL  Von  Donald  P.  Eckman.  New  York  und 
London  1958,  John  Wiley  &  Sons,  Inc.,  und  Chapman  &  Hall, 
Ltd.  376  S.  m.  zahlr.  Bild.  Preis  geb.  9,00  $. 

Der  Verfasser  —  in  Deutschland  als  Fachmann  auf  dem  Gebiet  der 
Verfahrensregelung  und  durch  seine  Vorträge  nicht  ganz  unbekannt  — 
hat  hier  ein  früheres  Werk  in  neuem  Gewände  herausgebracht.  Es  ist 
vor  allem  als  Lehrbuch  gedacht  und  vermittelt  daher  zunächst  das 
Elementarwissen  von  den  erforderlichen  mathematischen  Methoden, 
von  der  Mechanik  und  der  Thermodynamik.  Die  klare  Ausdruoksweise 
und  die  übersichtUch  gebrachten  Beispiele  versprechen  auch  dem  nur 
mittelmäßig  gut  englisch  Leeenden  einen  Erfolg  beim  Studium  des 
Buches.  Das  Wesentliche  ist  herausgestellt,  ebenso  wird  auf  die  häufig- 
sten Probleme,  die  den  praktisch  arbeitenden  Regelungstechniker 
täglich  erwarten,  eingegangen. 

So  hat  der  Verfasser  z.  B.  nach  einigen  grundlegenden  Betrachtun- 
gen über  die  einfachsten  Regelstrecken  und  Regler  die  bleibenden  und 
die  dynamischen  Fehler  bei  verschiedenen  Regelarten  verglichen.  Zwei 
Kapitel  sind  der  Gerätetechnik  der  Meßglieder  und  der  Regler  selbst 
sowie  der  zugehörigen  theoretischen  Behandlxmg  gewidmet.  Hervor- 
zuheben ist  noch  das  ausführliche  Kapitel  über  die  Stellglieder  und 
deren  dynamisch  wie  statisch  begründete  Berechnung.  Mit  Beispielen 
zur  geeigneten  Instrumentierung,  Beherrschung  der  Störgrößen, 
Kaskadenregelimg  und  mit  Optimierungsft^en  wird  das  Gebiet 
schließlich  abgerundet. 

Auf  den  letzten  80  Seiten  findet  sich  in  geschlossener  Form  das 
mathematische  Rüstzeug,  also  die  Frequenzgang-Analjrse,  Stabilitäts- 
kriterien, ein  kurzer  Abriß  über  die  Laplace-Transformation  und  einige 
Hinweise  über  Analogrechner.  Außerdem  enthält  jedes  Kapitel  eine 
größere  Anzahl  von  Zahlenbeispielen  und  Übungsaufgaben. 

Der  an  Fragen  der  Verfahrensregelung  interessierte  Studierende 
oder  Ingenieur  könnte  sich  mit  Hilfe  dieses  Buches  ein  Wissen  ver- 
schaffen, das  ausreicht,  um  quantitative  Ergebnisse  mit  einem  sinn- 
vollen Aufwand  an  theoretischen  Hilfsmitteln  zu  erhalten.  Man  kann 
das  Buch  deshalb  jedem  beginnenden  Ingenieur  im  Bereich  der  Ver- 
fahrenstechnik sehr  empfehlen.  Fritz  Frank 

DK  681.142—83  :  518.5  (022.4) 

Le  calcul  analoglqae  par  ooarants  ocMitlDus.  Von  M.Danloux-Dumes- 
nila.  Paris  1958,  Dunod.  272  S.  m.  156  Bild.  Preis  geb.  2.850  fr.Frs. 

Das  Buch  ist  den  mit  Gleichstrom  arbeitenden  Analogieverfahren, 
praktisch  also  den  elektronischen  Analogrechnern,  gewidmet.  Wir- 
kungsweise und  Aufbau  dieser  Geräte  werden  in  gut  verständlicher 
Form  beschrieben;  hierbei  ist  die  ausführliche  Erörterung  der  Fehler- 
wirkungen und  Genauigkeitegrenzen  der  Verstärker  und  Bauelemente 
besonders  zu  begrüßen.  In  den  Kapiteln  über  die  Anwendungsbereiche 
nimmt  die  Lösung  algebraischer  Gleichungssysteme  einen  ungewöhn- 
lich breiten  Raum  ein.  Bei  den  für  die  Analogrechner  wichtigen  dy- 
namischen Aufgaben  wird  zwischen  der  mathematischen  Formulierung 
(Differentialgleichung)  und  der  Behandlung  mit  Übergangsfunktion 
und  Frequenzgang  unterschieden.  Auch  zu  den  wirtschaftlichen  und 
organisatorischen  Fragen  des  Analogrechners  gibt  der  Verfasser  wert- 
volle Anregungen.  Kurze  Beschreibungen  ausgeführter  Analogrechner 
imd  praktische  Aufgabenbeispiele  ergänzen  den  Stoff  wirkungsvoll. 

Das  Buch  ist  wohl  in  erster  Linie  als  Einführung  für  Benutzer  von 
Analogrechnern  geeignet.  Der  sinnvolle  Aufbau  des  Stoffes  und  die 
Beschränkung  auf  das  Wesentliche  erfüllen  dieses  Ziel.  Allerdings  wäre 
es  kein  Nachteil  gewesen,  wenn  die  Programmierung  von  Aufgaben 
und  die  Technik  der  Aufstellung  günstiger  Rechenschaltungen  noch 
etwas  ausführlicher  behandelt  und  durch  weitere  Beispiele  ergänzt 
worden  wären.  Ell  057  D.  Ernst 

DK  621.372.029.6  (023.4) 

Circuit  anaiysis  of  transmission  Unes.  Von  John  L.  Stewart.  New  York 
und  London    1958,   John  Wiley   &   Sons,  Inc.,  und  Chapman 
&  Hall,  Ltd.  197  S.  m.  zahlr.  Bild.  Preis  geb.  5,50  $. 
Der  Verfasser  behandelt  die  Leitungsprobleme  unter  dem  Gesichts- 
punkt der  Feldtheorie  und  dem  einfacher  Netzwerke.  Nach  Bespre- 
chung der  Wanderwellen  und  der  sinusförmigen  Wellen  werden  ste- 
hende Wollen,  Eingangswiderstand  und  Anpassungsprobleme  erörtert. 


VDI.Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


1421 


Von  Resonanzleitungen  ausgehend,  vergleicht  der  Verfasser  Vierpole 
aus  Leitungsstücken  mit  ihnen  gleichwertigen  Netzwerken  aus  kon- 
zentrierten Elementen.  Die  Bestimmung  des  Stehwellen-Verhältnisses, 
die  darauf  aufgebaute  Messung  von  Widerständen  sowie  Wesen  und 
Gebrauch  des  bekannten  Smith-Diagramms  zur  Auswertung  dieser 
Messungen  zeigen  die  weiteren  Abschnitte. 

Das  Buch  zeichnet  sich  durch  eine  klare  Behandlung  des  Stoffes 
aus  und  ist  mathematisch  gut  untermauert;  jedem  Abschnitt  sind 
Übungsaufgaben  angeschlossen.  Es  kann  aber  über  eine  Verwendung 
zu  reinen  Studienzwecken  hinaus  allen  empfohlen  werden,  die  sich 
mit  Aufgaben  der  Ultrakurzwellen-  oder  Mikrowellen technik  befassen. 

E   1 1  046  Heinrieh  Brunswig 

DK  531.392  :  631.2  :  534.134.013  :  621—752  :  621.755  (022.5) 
A  lumdbook  on  toreional  Vibration.  Zusammengest.  von  E.  J.  Neatori- 
des.  Hrsgeg.  von  der  British  Internal  Combustion  Engine  Research 
Association.  Cambridge  1968,  University  Press.  686  S.  m.  zahlr. 
Bild.  u.  Tab.  Preis  geb.  £  5.10. — . 

Dieses  Handbuch  ist  eine  Zusammenfassung  der  in  den  Instituten 
der  BICERBA  (British  Internal  Combustion  Engine  Research  Asso- 
ciation) und  bei  ihren  Mitgliedsfirmen  gewonnenen  Erkenntnisse  zur 
Berechnung,  Messung  und  Verminderung  von  Torsionsschwingungen. 
Der  erste  Teil  handelt  von  den  Trägheitsmomenten,  Steifigkeiten  und 
Eigenfrequenzen.  Im  zweiten  Teil  wird  die  Analyse  des  Gasdxoick- 
und  die  Aufstellung  des  Phasenwinkeldiagramms,  die  Bestimmung 
der  Spannungen  aus  Messungen  und  die  Vorausbestimmung  von  Ampli- 
tuden und  Spannungen  gezeigt.  Ein  Auszug  der  die  Drehschwingungen 
betreffenden  Bestimmungen  von  sieben  Klassifikationsgesellschaften 
beschließt  diesen  Teil.  Der  dritte  enthält  einen  Überblick  über  die 
Wirkungsweise  und  die  Berechnung  zahlreicher  Schwingungstilger. 
Der  letzte  Teil  ist  den  Geräten  zur  Messung  von  Schwingwinkeln  und 
dynamischen  Dehmmgen  und  dem  Gebrauch  dieser  Geräte  gewidmet. 

Außer  den  analytischen  Methoden  bringt  das  Buch  eine  große  Menge 
von  Erfahrungs werten.  So  werden  beispielsweise  viele  Dämpfungs- 
werte angegeben,  über  die  man  sonst  nur  recht  spärliche  Angaben 
findet.  Die  Bezeichnungen  sind  überall  dort  erklärt,  wo  sie  stehen, 
so  daß  man  nicht  lange  zu  suchen  braucht.  Die  Konstanten  sind  so- 
wohl in  britischen  als  auch  in  metrischen  Einheiten  angegeben. 

Das  Buch  stellt  ein  vorbildliches  Hilfsmittel  für  alle  dar,  die  mit 
Torsionsschwingungen  zu  tun  haben,  da  es  in  seinen  Grundlagen  ein- 
wandfrei ist,  eine  Menge  Erfahnmgsmaterial  enthält  und  einfach  und 
klar  gehalten  ist.  Ell  062  Erwin  Krämer  VDI 

DK  621.039.617  :  621.039.52.001.24 

.534  :  .576  (022.4) 

ETscuatioii  et  r6eup6ratioii  de  la  chaleur  des  r^aetenn  nud^aires.  Von 

Richard  Alami  und  Paul  Ageron.  Introduction  au  gönie  nuoldaire, 
Bd.  3.  Paris  1958,  Dunod.  266  S.  m.  zahlr.  Bild.  u.  Zahlentaf. 
Preis  geb.  2.900  fr.  Frs. 

Das  Buch  gehört  zu  einer  Serie  von  Veröffentlichungen  über  Kern- 
technik, von  der  schon  zwei  Bände  erschienen  sind').  Im  dritten  Band 
werden  Probleme  und  Ausführungsformen  der  für  die  Ausnutzung  der 
Kernreaktoren  zur  Energiegewinnung  entscheidend  wichtigen  Ab- 
führung der  entwickelten  Wärme  behandelt. 

Nach  einer  Einführung  werden  die  Verteilung  der  Wärmeenergie 
in  den  Brennstoffelementen,  im  Moderator  und  im  Kühlmittel,  der 
Wärmeaustausch  in  den  verschiedenen  Teilen  dos  Reaktors,  die  Tem- 
peraturverteilung, die  Kühlung  eines  Reaktors  und  die  Abfuhr  der 
entwickelten  Wärme,  die  kemtechnischen,  physikalischen  und  che- 
mischen Probleme,  die  Kühlung  von  Reaktoren  mittels  Gase,  Flüssig- 
keiten, geschmolzener  Metalle  und  organischer  Kühlmittel,  besprochen. 
Es  folgen  die  Verfahren  der  Umwandlung  von  Wärmeenergie  in  me- 
chanische Energie  in  den  Dampf-  und  Gasturbinen.  Auch  auf  die  ther- 
modynamischen  Verhältnisse  und  die  Wärmeübertragung  bei  einer 
großen  Anzahl  bekannter  Kernreaktoren  wird  eingegangen.  Den  Ab- 
schluß bilden  Berechnungen  für  verschiedene  Reaktortypen. 

Das  Buch  ist  von  Fachleuten  geschrieben,  die  sich  eingehend  mit 
dieser  neuen  Materie  beschäftigt  haben;  es  enthält  viele  für  den  Kern- 
ingenieur interessante  Einzelheiten,  die  im  deutschsprachigen  Schrift- 
tum nicht  zu  finden  sind.  Ell  099  Wilhelm  Hanle 

')  Th.  Kahan  u.  Af.  Oauzit:  Physique  et  calcul  des  r^acteur  nucl^aires. — 
M.  (Jauzitu.  Th.  Kahan:  Controle  et  protection  des  r<^acteur  nucl^aires. 
Vgl.  Besprechung  in  VDI-Z.  100  (1958)  S.  1506/07. 

DK  539.169.08:614.3:  614. 71/.72:  614.898.5.08  (43—16)  (08.3.6) 
Sonderausschuß  Badioaktlvität  /  Bundesrepublik  Deutschland.  Erster 

Bericht    Januar    1958.    Stuttgart     1958.    Georg    Thieme.   68  S. 

m.  5  Bild,  und  10  Tab.  Preis  kart.  4.50  DM. 
Der  vom  Bundesminister  für  Atomfragen  im  Herbst  1956  ein- 
gesetzte „Sonderausschuß  Radioaktivität"  hat  im  Januar  1958  seinen 
ersten  wissenschaftlichen  Bericht  über  die  Radioaktivität  der  Luft, 
des  Wassers,  des  Bodens  und  der  Lebensmittel  in  der  Bundesrepublik 
herausgegeben.  Dieser  Sonderausschuß  hat  die  Meßergebnisse  von 
68  Meß-  und  Probenahmestellen  der  Bundesrepublik  zusammen- 
getragen und  vergleichend  ausgewertet.  Dabei  wurde  versucht  — 
soweit  heute  möglich  — ,  die  natürliche  Strahlenbelastung  und  die 


durch  Medizin  und  Technik  verursachte  sowie  die  Strahlung  künst- 
licher radioaktiver  Substanzen,  die  durch  Kernwaffenversuche  zu- 
sätzlich in  den  Lebensraum  gelangen,  zu  berücksichtigen. 

In  dem  Bericht  wird  betont,  daß  die  radioaktive  Verseuchung  in 
den  letzten  Jahren  angestiegen  ist,  die  vorliegenden  strahlenbiolo- 
giBchen  Kenntnisse  zur  genaueren  Beurteilung  der  Gefahrdungs- 
möglichkeiten der  Bevölkerung  jedoch  noch  unzureichend  sind.  £s 
wird  empfohlen,  jede  weitere  zusätzliche  Strahlenbelastung  zu  ver» 
meiden.  £   10  748  Jaaef  Krämer   VDI 

DK  548.5  :  061.3.055.1  (747)  "1958" 

Growth  and  perfeetlon  ot  erystals.  Proceedingä  on  international  Con- 
ference  on   crystel   growth    held   at   Cooperstown,    New    York 
27.  bis  29.  August  1958.  Hrsgeg.  von  B.  H.  Doremtu,  B.  W.  Ro- 
berte u.  David  Tumbuü.  New  York  u.  London  1968,  John  Vtfiley 
&  Sons,  Inc.  imd  Chapman  &  Hall,  Ltd.  527  S.  m.  zahlr.  Bild. 
u.  Taf.  Preis  geb.  12,50  $. 
Die  Mehrzahl  der  Werkstoffe  entsteht  durch  Erstarren  aus   dem 
flüssigen  Zustand.  Die  sich  dabei  abspielenden  Vorgänge  haben  daher 
außer  ihrer  wissenschaftlichen  auch  eine  große  praktische  Bedeutung. 
Auf  der  Tagung  erörterten  rd.  60  Fachleute  (davon  zwölf  aus  Europa) 
den  gegenwärtigen  Stand  der  Erkenntnis  und  die  noch  offenen  Fragen 
auf  diesem  Gebiet.  Das  Buch  enthält  die  Vorträge  und  die  z.T.  aus- 
führlichen und  freimütigen  Erörterungen. 

Fast  die  Hälfte  des  Umfangs  nehmen  die  Berichte  über  daa  Wachs- 
tum und  die  Eigenschaften  von  Haarkristallen  (Whiskers)  ein.  Obwohl 
ihr  Bestehen  schon  seit  Jahrhunderten  bekannt  ist,  hat  sich  ihnen  die 
Aufmerksamkeit  in  besonderem  Maße  erst  zugewendet,  als  man  vor 
etwa  zehn  Jahren  feststellte,  daß  ihr  mechanisches  Verhalten  dem  der 
Idealkristalle  nahekommt.  Man  fand  aber,  daß  die  Haarkristalle  trotzr 
dem  nicht  versetzungsfrei  zu  sein  brauchen,  sondern  sogar  viele  Vei- 
setzungen  enthalten  können.  Entscheidend  scheint  die  Güte  der  Ober- 
fläche zu  sein.  In  zwei  weiteren  Abschnitten  werden  das  Wachstum 
aus  der  Schmelze  und  der  Einfluß  von  Verunreinigungen  behandelt. 
Es  bestehen  heute  recht  genaue  Vorstellungen  darüber,  unter  welchen 
Bedingungen  das  Wachstum  mit  Oberflächenstörungen  durch  Ver- 
setzungen und  ohne  solche  stattfinden  kann.  Auch  das  Dendriten- 
wachstum ist  um  vieles  klarer  geworden.  Der  letzte  Abschnitt  betrifft 
Kristallisation  von  Hochpolymeren  (vorwiegend  unter  dem  Gesichts- 
punkt, inwieweit  sich  im  Vergleich  zur  gewöhnlichen  Kristallisation 
gleichartige  oder  verschiedenartige  Vorgänge  abspielen). 

Das  verständlich  geschriebene  Buch  enthält  zahlreiche  ausgezeich- 
nete Bilder.  Es  erschien  kaum  ein  Vierteljahr  nach  der  Tagung  und 
ist  daher  wirklich  zeitnah.  Es  kann  allen  Ingenieuren,  die  bestrebt 
sind,  die  Grundvorgänge  bei  der  Entstehung  der  Werkstoffe  kennen 
zu  lernen,  bestens  empfohlen  werden.  E   11  171 

Albert  Kochendörier 
DK  620.191.2  :  620.197  (022.1) 

Das  Buch  vom  Rost  Fe^O,  •  xH^O.  Entstehen  —  Verhüten  —  Be- 
kämpfen. Hrsgeg.  von  Edgar  Schumann.  Bd.  1  der  Reihe  „Markt 
und   Technik"    Wiesbaden    1958,   Industrie- Verlags-GmbH.    Dr. 
Edgar  Jörg.  452  S.  m.  283  Bild.  Preis  geb.  18,50  DM. 
In  einer  Folge  von  etwa   30  Aufsätzen  verschiedener   Fachleute 
werden  alle  mit  dem  Rosten  des  Stahls  und  seiner  Bekämpfung  zu- 
sammenhängenden Fragen  in  einer  meist  auch  für  Laien  verständ- 
lichen Sprache  behandelt.  Ein  besonders  breiter  Raum  ist  dem  Schutx 
durch  Anstriche  einschließlich  der  Vorbehandlung  (Entfetten.  Ent- 
rosten, Phosphatieren)  gewidmet;  dabei  werden  sowohl  die  Grund- 
lagen wie  die  praktische  Durchführung  besprochen.  Weitere  Beiträge 
befassen  sich  mit  Einbrennlacken,  Email-,  Kunststoff-  und  Kautschuk- 
Überzügen  sowie  metallischen  Schutzschichten  verschiedener  Art.  In 
gesonderten     Darstellungen     werden    der     Korrosionsschutz    unter- 
irdischer  Objekte,    Seewasserkorrosion,    kathodischer    Schutz   sowie 
Schutzmaßnahmen  an  Großtreuisformatoren  und  Kraftfahrzeugen  be- 
handelt.   Ofen-   imd    Fließbandanlagen   für   den   Oberfläohenschutz. 
nichtrostende  Stahllegierungen  und  vorübergehender  Korrosionsschutz 
sind  weitere  Themen  dieses  umfangreichen  Hauptteils  des  Buches, 
der  durch  Beiträge  mehr  allgemeiner  Art  des  Herausgebers  eingeleitet 
und  beschlossen  wird.  Nach  einer  recht  eingehenden  Übersicht  über 
die  einschlägigen  Fachbücher  und  Zeitschriften  bringt  eine  große  An- 
zahl der  für  den  Korrosionsschutz  arbeitenden  Firmen  Beschreibungen 
ihrer  z.  T.  neuentwickelten  Erzeugnisse,  die  zweifellos  Interessenten 
finden  werden. 

Alles  in  allem  ein  empfehlenswertes  Nachschlagebuch  vor  allem  für 
den  Mann  der  Praxis.  E   10  814  H.  Weieebach 

DK  620.193  :  669.14.018  (031) 

ABC  der  Stahlkoiroslon  luiter  besonderer  Berücksichtigung  der  che- 
misch beständigen   Stähle.  Hrsgeg.  von  der  Mannesmann  Ver- 
kaufsgemeinschaft, Düsseldorf  1958.  498  S.  m.  zahlr.  Bild.  u. 
Zahlentaf.  Schutzgebühr  geb.   10, —  DM. 
Das  sehr  ansprechend  aufgemachte  Nachschlagebuch  verfolgt  den 

Zweck,  die  Verbraucher  von  Stahl,  besonders  von  Stahlrohren,  übev- 

alle  technischen  Fragen  zu  unterrichten,  die  für  seine  Verwendung 


U22 


VDI-Z.  101  (19S9)  Nr.  30   21.  Oktober 


von  Bedeutung  sind.  Es  geht  dabei  über  den  üblichen  Rahmen  einer 
KinneiiBchrift  weit  hinaus.  Dies  gilt  insbesondere  vom  ersten  Teil,  in 
drm  auf  183  Seiten  nach  Stichwörtern  in  alphabetischer  Reihenfolge 
hauptsächlich  Korrosionsfragen  behandelt  werden.  Besonders  die 
elektrochemischen  Korrosionsvorgänge  sind  vielfcMsh  mit  Bildern  und 
Diagrammen  ganz  ausgezeichnet  dargestellt. 

Der  zweite  Teil  enthält  in  übersichtlicher  Anordnung  das  gesamte 
Lieferprogramm  von  Rohren  und  Rohrerzeugnissen  aus  den  verschie- 
denen Stahlqualit&ten  bzw.  für  verschiedene  Anwendungsgebiete. 
AuBer  Stahlrohren  sind  auch  solche  aus  Nickel -Molydän  (Chrom  )- 
Leg;ierungen  sowie  aus  Titan  aufgenommen.  Der  allgemeinen  Kenn- 
leichnung  der  einzelnen  WerkstofTgruppen  schließen  sich  die  zu- 
^örigen  Werkstoffblätter  und  Lieferbedingungen  —  auch  nach 
Amerikanischen  ASTM-Vorschriften  (American  Society  for  Testing 
Materials)  —  an.  Femer  sind  Normen  und  Prüf  blätter  über  Korrosion 
and  Korrosionsschutz  in  vollem  Wortlaut  wiedergegeben,  bei  denen 
ebenfalls  ASTM-Vorschriften  einbezogen  sind.  Zahlentafeln  mit  tech- 
nologischen und  physikalischen  Daten  vieler  Stoffe  beschließen  das 
reichhaltige  Buch,  das  zweifellos  viele  Freunde  gewinnen  wird. 

E  10  818  H.  Wtis^Mch 

DK  634:69  (083.95) 

IVflmisehe  BAobestlmmongeii«  Hoohbau-Tiefbau-Baulenkung- Wieder- 
aufbau. Von  OoUsch-Hctaenjäger.  4.  Aufl.  14.  Lfg. :  Stahlbau- 
Güteschutz.  90  Bl.  Preis  11,20  DM.  15.  Lfg.:  Stahl- 
hochbau-Spannverfahren-Zulassungen. 114  B. 
Preis  13,70  DM.  Einbanddecke  1958:  3,—  DM.  Köln-Braunsfeld 
1957  und  1968.  Rudolf  Müller. 

Diese  schon  mehrmals^)  gewürdigte  Enzyklopädie  aller  geltenden 
Bauvorschriften  und  -bestimmungen  wird  diurch  die  14.  und  15.  Lie- 
ferung weiter  vervollständigt.  In  neuer  Fassung  erscheinen  im  Stahl- 
bau die  Normblätter  DIN  1000  und  1050  sowie  DIN  4100  (Schraub- 
ond  Schweißverbindungen)  mit  Beiblättern,  im  Betonbau  die  Erlasse 
der  Länder  für  Qüteschutz  der  Betonsteine,  die  Zulassungsbescheide 
für  Spannbeton,  sowohl  in  bezug  auf  einzelne  Verfahren  als  auch  in 
besag  auf  die  Spannstähle.  Darüber  hinaus  werden  Betonzusatzmittel, 
sweischalige  Wände,  Ziegel,  Faserdämmstoffe  DIN  18165,  Baugrund 
und  Gründui^^fragen  (DIN  4018),  Bewehrungsstahl,  Stahlsteindecken 
(DIN  1046),  Holzbrücken  (DIN  1974)  und  Hochhäuser  behandelt. 
Besonders  wertvoll  sind  ausführliche  Auszüge  aus  dem  Bundes- 
Luftschutzgesetz,  das  im  Bauen  immer  mehr  berücksichtigt  wird. 

Diese  gedrängte  Übersicht  nur  zweier  Lieferungen  mag  aufs  neue 
ein  Bild  der  Vielseitigkeit  und  des  immer  wachsenden  Wertes  dieses 
wirklich  umfassenden  Nachschlagewerkes  geben.  E  10  246 

A.  Bischof  VDI 

<)  Vgl.  VDI-Z.  100  (1958)  S.  342;  00  (1957)  S.  818;  00  (1956)  S.  1904  u. 

07  (1955)  S.  1007. 

DK  624/627  (43—15)  "1948/1958"  (084.12)  :  338.973  (084.2) 

:  624  (058.7) 
IlgHlieilTbMlteil  unserer  Zeit.   Eine   Leistungsschau   der  deutschen 
Bauindustrie.  Hrsg^.  vom  Hauptverband  der  Deutschen  Bau- 
industrie, Wiesbaden  und  Berlin  1958,  Bauverlag  GmbH.,  197  S. 
m.  zahlr.  Bild.  Preis  27,50  DM. 
Das  zehnjährige  Bestehen  des  Hauptverbandes  der  Deutschen  Bau- 
industrie gab  den  Anlaß  für  die  Herausgabe  dieses  schon  rein  äußer- 
lich sehr  ansprechenden  Buches,  das  vor  allem  durch  eindrucksvolle 
Photographien  zeigt,  wie  hinter  den  in  den  letzten  zehn  Jahren  ent- 
wickelten tragenden  Konstruktionen  auch  bereits  tragende  Ideen, 
wie  die  Harmonie  von  Zweck  und  Form,  sichtbar  werden.  Aus  den 
gezeigten   besonders   bemerkenswerten    Bauten   in    Stcüilbeton   und 
Spannbeton  werden  die  Leistungen  des  Ingenieurs  und  des  Bauunter- 
nehmer« deutlich;  man  sieht,  daß  beide  weit  mehr  sind  als  nur  kom- 
merzielle „Funktionäre**  oder  Hilfsorgane  von  Architekten. 

Entsprechend  dem  Titel  des  Buches  findet  man  darin  nur  wenig 
über  den  Wohnimgsbau,  weil  ja  hier  das  Bauhandwerk  vorherrscht. 
Dagegen  lassen  die  Darstellungen  aus  allen  Gebieten  des  Ingenieur- 
baues —  wie  z.  B.  Straßen-  und  Talsperrenbauten,  Flugplätze  luid 
Tunnels,  Brücken  und  Silos  —  erkennen,  welchen  Nutzen  der  In- 
genieur aus  seiner  Beherrschung  der  Gesetze  der  Statik  und  Festig- 
keitslehre, aber  auch  aus  seiner  Vertrautheit  mit  den  Gesetzen  der 
Xatur  zu  ziehen  vermag. 

Das  Buch  kuin  weitesten  Kreisen,  nicht  nur  den  Ingenieuren  aller 
Fachrichtungen,  sondern  auch  dem  Nachwuchs,  zu  eingehendem 
Stu<liuni  empfohlen  werden.  E  11  311  Herbert  Seidel  VDI 

DK  614.8  :  62.007.2  (023) 

Taseliaiibiieh  de§  Sletaerheitsingenieun.  Von  Hans  Koch,  Berlin  1958, 
Engel- Verlag,  Dr.  jur.  Kurt  Engel.  188  S.  m.  93  Bild.  Preis  geb. 
10,50  DM. 
Den  Sicherheitsingenieuren,  Sicherheitsbeauftragten  und  Betriebs- 
leitern wird  mit  diesem  Buch  in  gedrängter  Form  eine  Übersicht  über 
alle  wichtigen  (3ebiete  des  Unfall-  und  Gre8undheits8chutz€>s  gegeben. 
Besondere  Beachtung  finden  darin  die  technischen  Maßnahmen,  die 
kurz,  aber  umfassend  beschrieben  sind.  Die  nichttechnischen  Maß- 


nahmen mit  den  besonders  wichtigen  Aufgaben  der  psychologischen 
Unfallverhütung  mit  allen  ihren  Nebengebieten  angewandter  Betriebs- 
psychologie werden  im  Hinbhck  auf  ihre  Bedeutung  zu  kurz  behandelt. 
Sehr  nützlich  sind  die  zahlreichen  in-  und  ausländischen  Schrifttum- 
hinweise  auf  Veröffentlichungen  der  letzten  Jahre.  Anschriften  Verzeich- 
nisse aller  Faohorganisationen,  Institute,  Ausschüsse  imd  Vereini- 
gungen, die  auf  dem  Gebiet  des  Unfall-  und  Gesundheitsschutzes 
tätig  sind,  femer  die  MAK-Werte  (Marimale  Arbeitsplatz-Konzen- 
tration schädlicher  Gase  und  Dämpfe),  wichtige  sicherheitstechnische 
Kennzahlen  und  einschlägige  Normen  vervollständigen  das  Taschen- 
buch. E  11  166  Paul  RüUc 

DK  621.9— 183.2.002.7/.75  :  624.21.8.057.1  :  624.94/.95.057.1  (024) 
Montage-HiUsbucta«  Ein  Ratgebor  für  die  Montageplanung  und  für  den 
Richtmeister.  Von   Wilhelm  Roggmann  u.  Mitarb.  v.  Hermann 
Trepiau  u.  Armin  Römer,  München  1958,  Carl  Hanser.  468  S. 
m.  259  Bild.  u.  103  Zahlentaf.  Preis  geb.  36, —  DM. 

Seiner  Aufgabe  als  „Ratgeber  für  die  Montageplanung  und  für 
den  Richtmeister**  wird  das  Buch  durch  seinen  leicht  faßlichen  und 
übersichtlich  gegliederten  Text,  seine  guten  Bilder,  Zahlentafeln  imd 
Systemskizzen  sowie  durch  eine  Reihe  von  Berechnungs-  und  Montage- 
beispielen  gerecht.  Um  alle  Aufgaben,  die  mit  dem  Erstellen  tech- 
nischer Anlagen  verbunden  sind,  erfassen  zu  können,  mußte  man  den 
Rahmen  des  Buches  weit  spannen.  Er  reicht  von  einigen  theoretischen 
Grundlagen  aus  Geometrie,  Mechanik  und  Festigkeitslehre  über  die 
Behandlung  von  Gretrieben  luid*  Wälzlagern,  Hebezeugen  und  Werk- 
zeugen bis  zu  den  Montagekosten  und  zur  Unfallverhütung.  Einen 
breiten  Raum  nehmen  auch  die  Abschnitte  „Das  Schweißen  auf  der 
Baustelle'*  und  „Richtlinien  und  Erfahrungen  für  Montagen"  ein. 
Sehr  wertvoll  für  den  Praktiker  sind  die  Anweisungen  zum  Beheben 
von  auftretenden  Störungen  sowie  die  Anleitungen  für  das  Bedienen, 
Pflegen  und  Warten  der  Geräte. 

Das  Buch  wird  den  Montageleitem  und  Richtmeistern  bei  ihren 
vielfältigen  Arbeiten  auf  der  Baustelle  ein  nützlicher  Helfer  sein. 

£  11  105  Robert  Weber 

DK  658.51  (023.3) 

Arbeitsvorbereitung.  Von  Ferdinand  Prietl.  T.  2.:  Der  Mensch, 
seine  Leistung  und  sein  Lohn.  Die  technische 
und  betriebswirtschaftliche  Organisation. 
2.  Aufl.  Werkstattbücher,  Heft  100.  Berlin/Gtöttingen /Heidelberg 
1958,  Springer- Verlag.  71  S.  m.  75  Bild.  u.  18  Taf.  Preis  kart. 
3,60  DM. 
Im  früher  erschienenen  ersten  Teil  der  „Arbeitsvorbereitung"^)  be- 
handelt derselbe  Verfasser  die  sachliche  Seite  der  Arbeitsvorbereitung. 
Der  zweite  Teil  steht  unter  dem  Leitgedanken,  die  Beziehungen  des 
Menschen  zu  den  Problemen  der  Arbeitsvorbereitung  herauszustellen. 
Es  werden  die  Kapitel  Auswahl  und  Betreuung  des  arbeitenden  Men- 
schen —  Arbeitszeit,  Lohn  und  Gehalt  —  Lohnformen,  Ermittlung 
der  Arbeitsbestform  und  der  Arbeitszeit  —  Bewertung  der  Arbeit  — 
Fertigsteuerung    (Auftragswesen)    —    Arbeitsablauforganisation    — 
Materialdisposition    —    Terminwesen    und    Betriebswirtschaftliches 
Rechnungswesen  behandelt;   dabei  nimmt  die  Fertigungssteuerung 
den  breitesten  Raum  ein. 

Das  Schrifttumverzeichnis  kann  als  Wegweiser  durch  das  Gebiet 
der  Arbeitsvorbereitung  dienen.  Ein  Werkstattheft  bietet  zwar  nur 
einen  engen  Rahmen  für  den  umfangreichen  Stoff;  die  knappe  und 
übersichtliche  Darstellung  vermittelt  jedoch  einen  reichen  Erfahrungs- 
schatz. E   10  987  Karl  Engelhard  VDI 

1)  Vgl.  Besprechung  in  VDI-Z.  100  (1958)  Nr.  13  S.  580. 

DK  331.01/.05  :  331.7/.8  :  37.015  (023.3) 

Arbeitspädagogik  im  Betrieb.  Von  Johannes  Riedel.  Betriebswirt- 
schaftliche Bibliothek,  Reihe  A/IV.  Essen  1958,  W.  Girardet. 
132  S.  Preis  geb.  14,80  DM. 

Es  wird  hier  der  Versuch  gemacht,  kurz  und  treffend  das  noch 
„junge  Gebiet"  der  Arbeitspädagogik  rein  von  der  Seite  des  betrieb- 
lichen Geschehens  aus  aufzuzeichnen.  Dies  gelingt  dem  Verfasser 
durch  seine  betriebsnahen  analytischen  Untersuchungen  sehr  gut.  Er 
weist  auf  viele  neuralgische  Punkte  hin  luid  zeigt  die  Problematik  der 
Arbeitspädagogik,  namentlich  für  die,  die  im  Betrieb  mit  diesem 
Gebiet  nicht  unmittelbar  zu  tun  haben,  klar  auf.  Die  sich  aus  seinen 
Untersuchungen  ergebende  Folgerung,  nämlich  die  unbedingt  nötige 
wissensohafbUche  Fundierung  der  Arbeitspädagogik,  wird  auch  dem 
mit  dieser  Betriebsmaterie  nicht  Vortrauten  sehr  gut  vorgeführt. 

Man  kann  zwar  bei  Betrachtung  einzelner  Abschnitte  anderer  Mei- 
nung  sein;  das  Wertvolle  ist  aber,  daß  das  Gebiet  einmal  in  seiner 
Gesamtheit  klar  umrissen  wurde. 

Wenn  das  Buch  dazu  beitragen  sollte,  daß  der  ungeheure  Erfah- 
rungsschatz, der  im  Gebiet  der  Wirtschaft  und  besonders  der  Industrie 
vorliegt,  auf  dem  Gebiet  der  Ausbildung  gesammelt  und  erörtert  und 
somit  eine  Arbeitspädagogik  geschaffen  wird,  dann  kann  man  dem 
Verfasser  ein  großes  Verdienst  zuerkennen.  E   11  126 

Max  Pohlmann 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


U23 


Neueingänge 

(Besprechung  bleibt  vorbehalten) 

DK  016  :  621.86/.87  :  658.27/.28 

Förderwesen,  MateriainuB-Untersuchuiigeii  und  -Kosten.  VerofTent- 
lichungen  aus  den  Jahren  1949 — 1959.  Hrsgeg.  von  der  VDI-AWF- 
Fachgruppe  Förderwesen,  bearb.  von  F.  Neeb.  VDI-Dokumentation, 
Fachbibliographie  Nr.  4.  Düsseldorf  1959,  VDI-Dokumentations- 
stelle.  148  S.  Preis  kart.  8,50  DM. 

DK  389.6  (43) 

Rlnftthning  in  die  BIN-Normen«  Von  Martin  Klein.  Hrsgeg.  vom 
Deutschen  Normenausschuß.  3.  Aufl.  Stuttgart  1959,  B.  G.  Teubner. 
319  S.  m.  317  Bild.  u.  339  Taf.  m.  weiteren  666  Bild.  Preis  geb. 
17,50  DM. 

DK  541.12  :  536.2  (023.6—3) 

Stoff-  nnd  Wärmettbeiiragong  in  der  chemischen  Kinetik.  Von  D.  A. 
Frank'Kamenetzki,  Ins  Deutsche  übertragen  u.  bearb.  von  J.  Paw- 
lowaki.  Berlin/Göttingen/Heidelberg  1959,  Springer- Verlag.  239  S. 
m.  31  Büd.  Preis  geb.  28,50  DM. 

DK  Ö51.1/.4  (022.5—2) 

Basic  geology  for  science  and  engineering.  Von  E.  O.  DappUs.  New 
York  u.  London  1969.  John  Wiley  &  Sons,  Inc.,  u.  Chapman 
&  Hall,  Ltd.  616  S.  m.  zahlr.  Bild.  u.  Tab.  Preis  geb.  9,50  $. 

DK  620.191  :  621.^—412  :  669.14  (023.a— 1) 

Surface  defects  in  ing^ots  and  their  prodacts.  (Recommended  defi- 
nition.)  2.  Aufl.  Zusammengest.  vom  Ingot  Surface  Sub-Committee 
(Steelmaking  Division)  of  the  British  Iron  an  Steel  Research 
Association.  Special  Report  Nr.  63.  London  1958,  The  Iron  and 
Steel  Institute.  62  S.  m.  134  Bild.  Preis  geb.  £  1.5.—. 

DK  620.9  :  338  :  351.82  (089.2) 

Ringbuch  der  EneTgiewlrtschaft.  Hrsgeg.  von  der  Vereinigung  Deut- 
scher ElektrizitAtswerke  —  VDEW  —  in  Zusammenarbeit  mit  dem 
Verband  der  deutschen  Qas-  und  Wasserwerke  VOW.  10.  Lfg. : 
Bd.  I,  Erl&uterungen  und  Inhaltsverseiohnis 
10/68;  Bd.  II,  Abschnitt  21:  Elektrizitätsverteilung; 
Abschnitt  23:  Betriebsfernmeldewesen;  Abschnitt  3 1 : 
Elektrisitätsanwendung;  Abschnitt  41:  Elektri- 
zitätslieferung und  -Verrechnung;  Bd.  HI,  Ab- 
schnitt 54:  Wettbewerbsreoht.  223  Ringbuohseiten.  Preis 
22,30  DM.  —  11.  Lfg. :  Bd.  I,  Erläuterungen  und  In- 
haltsverzeichnis 11/68;  Abschnitt  14:  Elektrizi- 
tätserzeugung und -verbrauch;  Abschnitt  16 :  Q  a  s  - 
erzeugung  und  -verbrauch;  Bd.  HI,  Abschnitt  6 : 
Wirtschaft.  346  Ringbuchseiten.  Preis  34,60  DM.  Frank- 
fürt  a.  M.  1969,  Verlags-  und  Wirtschaftsgesellschaft  der  Elektrizi- 
tätswerke mbH. 

DK  621.314  (022.6—3) 

Electromechanical  energy  conrendon.  Von  David  C.  White  u.  Her- 
bert H.  Woixison:  New  York  u.  London  1969,  John  Wiley  &  Sons, 
Inc.,  u.  Chapman  &  Hall,  Ltd.  66 1  S.  m.  zahlr.  Bild.  Preis  geb.  1 2,60  $ . 

DK  621.317.412  :  669.16—194  :  669.245.26.26  (023.4—2) 

SusieptIbiUtätsmessangen  an  hochwarmfesten  Legierungen  auf  Nickel- 
CSirom-  und  Kobalt-Nickel-Clirom-Gmndlage.  Von  Franz  Wever, 
Wiihelm  Wink  u.  Werner  JeUinghaua.  Forschungsberichte  des  Wirt- 
Bchafts-  und  Verkehrsministeriums  Nordrhein- Westfalen,  Nr.  597. 
Als  Manuskript  gedruckt.  Köln  und  Opladen  1968,  Westdeutscher 
Verlag.  34  S.  m.  10  Bild.  u.  5  Tab.  Preis  kart.  12,—  DM. 

DK  621—775.7  :  669.14/.16  :  661.862.22  (023.6—2) 

Gemischt  keramische  Sinterweriutotfe  aus  Aluminiumoxyd  und  Eisen 
oder  Eisenlegierungen.  Von  Franz  Wever,  Werner  JeUinghatia  u. 
Toehimori  Shuin.  Forschungsberichte  des  Wirtschafts-  und  Ver- 
kehrsministeriums Nordrhein- Westfalen,  Nr.  673.  Als  Manuskript 
gedruckt.  Köln  und  Opladen  1968,  Westdeutscher  Verlag.  76  S. 
m.  39  Bild.  u.  17  Tab.  Preis  kart.  22,66  DM. 

DK  621.791.062  :  624.014.25  (022.4—3) 

Praictisches  Handbuch  der  gesamten  Schireifiteclmik.  Von  P.  Schimpke 
u.  H.  A.Hom.  Bd.  3:  Berechnen  und  Entwerfen  der 
Schweißkonstruktionen.  Unter  bes.  Miteurb.  von 
J.  Rüge.  2.  Aufl.  Berlin/Qöttingen/Heidelberg  1969,  Springer- Verlag. 
346  S.  m.  814  Bild.  Preis  geb.  33,60  DM. 

DK  621.923  :  621.941  :  667.478.8  (023.3—1) 

Die  WerlutQckgQte  beim  Feindrehen  und  Feinschleifen  und  ilir  Ein- 
fluß auf  die  Fertigungskosten.  Von  Herwart  Opitz,  Hermann  Schuler 
u.  Paul-Heinz  Brammertz.  Forschungsberichte  des  Wirtschafts-  und 
Verkehrsministeriums  Nordrhein- Westfalen,  Nr.  638.  Als  Manu- 
skript gedruckt.  Köln  und  Opladen  1968,  Westdeutscher  Verlag. 
46  S.  m.  29  Bild.  Preis  kart.  12,80  DM. 


DK  621.946.1/.12  (023.6—1) 

Versuche  an  einer  hydraulischen  26-t-StangensiehbanLk.  Von  Franz 
Wever,  Werner  Lueg  u.  Paul  Funke  jr.  Forschungsberichte  des  Wirt- 
schafts- und  Verkehrsministeriums  Nordrhein-Westfalen,  Nr.  473. 
Als  Manuskript  gedruckt.  Köhi  und  Opladen  1957,  Westdeutscher 
Verlag.  22  S.  m.  11  BUd.  Preis  kart.  8,96  DM. 

DK  624.022.31  :  624.016.6/.7  (022.3—1) 

The  contemporary  curtain  walL  Its  design,  fabrication  and  erection. 
Von  Wiaiam  Dudley  Hunt,  jr.  New  York  1958,  F.  W.  Dodge  Corp. 
460  S.  m.  zahlr.  Bild.  u.  Tab.  Preis  12,76  $. 

DK  628.83  :  612.63  (023.3—2) 

Lttftungs-  nnd  Absaugungstragen  im  Betriebe.  Winke  für  die  Praxis. 
Von  Hans  Koch.  Hrsgeg.  vom  Bundesinstitut  für  Arbeitsschutz. 
4.  Aufl.  Berlin/Köln-Frankfurt  a.  M.  1969.  Beuth- Vertrieb  GmbH. 
67  S.  m.  62  Bild.  Preis  kart.  1,80  DM. 

DK  669.162.263.232  (023.6—2) 

Die  Bedusierbarkelt  Yon  Eisenerzen.  Von  Hermann  Schenck,  Norbert 
O.  Schmahl  u.  Qdtt  Funke.  Forsohungsberiohte  des  Wirtschafts- 
und  Verkehrsministeriums  Nordrhein-Westfalen,  Nr.  562.  Als  Mknu* 
Skript  gedruckt.  Köln  und  Opladen  1958,  Westdeutscher  Verlag. 
98  S.  m.  89  BUd.  u.  10  Tab.  Preis  kart.  29,26  DM. 


DissBrtationBn 

Abgeschlossene  Promotionen  an  der 
Teeliniaeheii  Hoehaehule  IfllBeheii 

in  den  Monaten  April  bis  Juni  1969 
(In  Klammem  sind  die  Namen  der  Berlchter  und  Mltberlohter  aufgerührt.) 

DK  526  Geodäsie.  Vermessungswesen 

Dipl.-Ing.  O.  Münzer :  Ein  Vorschlag  zur  Liösung  der  ersten  goodäti- 
sehen  Hauptaufgabe  auf  dem  Rotationsellipsoid.  {Kneißl;  Rinner) 

DK  633.6  Theorie  der  Luftfahrt  Aerodynamik 

Dipl.-Ing.  V.  Vaeandani:  Theoretische  Untersuchungen  des  G-itterein- 
flusses  auf  Auftrieb  und  Widerstand  In  Eweidimensional  durch- 
strömten Turbinen-  und  Pumpengittem.  {Hahn;  StefanicJc) 

DK  634.1  Meelianlsche  Sohwinipmgen 

Dipl.-Phys.  M.  Bihyher:  Biegeeohwingungen  in  mechanischen  Filtern. 
{Piloty;  Schumann) 

DK  641.1  Physikalische  Chemie 

Dipl.-Phys.  H.  Feigl:  Untersuchungen  über  die  Chrom-(in)  Bildung 
an  Gk>ldelektroden  bei  der  kathodisohen  Reduktion  wi0riger 
Chromsäurelösungen  mit  und  ohne  Fremdanionenzusatz.  {Scheibe; 
Knorr;  Jooa) 

DK  541.64  Makromolekularehemle.  Polykondensattonsprodokte 

Dipl.-Chem.  K.  Kirchner:  Zur  thermischen  Polymerisation  von  StyroL 
{Patat;  Scheibe) 

DK  621 — 231  Aofbaa  Yon  Getrieben.  Kinematik 

Dipl.-Ing.  F.  Trinkl:  Analytische  und  zeichnerische  Verfahren  zur 
Untersuchung  eigentlicher  Raumkurbelgetriebe,  dargestellt  an 
einem  räumlichen  Viergelenkgetriebe  mit  einem  Kugelgelenk,  einem 
Drehschubgelenk  und  zwei  dem  Kugelgelenk  benachbarten  Dreh- 
gelenken. {Beyer;  ünterberger) 

DK  621.398  Fernwirktechnik 

Dipl.-Ing.  K.  Dinier:  Die  Femübertragung  der  Winkelwerte  einer  im 
Mittel  gleichförmig  rotierenden  Welle.  {Meinke;  Scheuring) 

DK  621.43  Verbrennnngskraftmaschinen 

Dipl.-Ing.  K.  Wiebioke:  Einfluß  der  Abmessungen  des  Schirm-Einlaß- 
▼entiles  auf  Mitteldruck,  Liefergrad  und  Drallzahl  eines  nach  dem 
M- Verfahren  arbeitenden  Dieselmotors.  {Bndree;  Niemann) 

Dipl.-Ing.  Ya^t  Kumar  Khanna:  Untersuchung  der  Verbund-  und 
Treibgasanlagen  mit  hoohaufgeladenen  Viertakt-Diesehnotoren. 
{Endree;  Zinner) 

DK  621.78  Wärmebehandlung  Yon  Metallen 

Dipl.-Phys.  A.  Safferling:  Zusammenhang  zwischen  Eigenspannungen, 
Maßänderungen  und  Mikrogefüge  bei  der  Warmbadhärtung  von 
Stahl.  {Borehers;  Wintergerst) 

DK  669  Httttenkunde.  Metoilurgle 

Dipl.-Ing.  Kh.  Schmitt:  Zusammenwirken  von  Kohlensto^i^halt, 
Elaltverformung  und  Wärmebehandlung  auf  die  Eigenaohafiten 
alumüiiumberuhigten,  kaltgewalzten  Tief&iehbandes.  {BonAers; 
Wintergerst) 

DK  d69.3/.6  Kapfer.  BieL  Zink 

Dipl.-Ing. «/.  (Tumper:  Betrachtungen  über  die  Rekristallisation  von 
sauerstofffreiem  Kupfer.  {Borchers;  Wintergerst) 

Schluß  des  Textteiles 


©  VDl- Verlag  GmbH,  Düsseldorf  1958 

Für  den  Textteil  verantwortlich:  IMpl.-lng.  Ä.  lierendt  VDI,  in  Vertr.  Dr.-Ing.  W.  Rickers  VDI,  Düsseldorf.  Druck:  Industriedruck  AO,  Besen 
Prlnted  in  Germany.  Alle  Rechte,  insbesondere  die  der  Übersetzung  vorbehalten.  Kein  Teil  dieser  Zeltschrift  darf  in  irgendeiner  Form  —  durch  Photokopie, 
Mikrokopie  oder  ein  anderes  Verfahren  —  ohne  schriftliche  Genehmigung  des  Verlages,  auch  nicht  auszugsweise,  reproduziert  werden.  —  All  rights 
reserved  (including  those  trannlations  Into  forcign  languages).  No  part  of  this  lasue  raay  be  reproduced  in  any  form,  by  photoprint.  mlkrofUm.  or 

any  other  means.  without  wrltten  permission  from  the  publlshers. 


U24 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  30   21.  Oktober 


ZEITSCHRIFT 


DEC  23  V 


VDI-Z.     Band  101      Nr.  31      Seite  1425  bis  1468     Düsseldorf,  1.  Nov.  1959     Postverlagsort  Essen 

nio   Uhroeühorcirfit  H.Veor  Aiie<i;thp-    V  F  R  P  AT  1^  1/ M  r,<;T  F  ri-l  M  I  k^ 


VDI-Z.  Bd.  101/3: 


Das  Angenehme  mit  dem 
Nützlichen  verbinden 

Diesen  Wunst^  erfüllen  VW-Kleinbus  und  VW- Kombi. 
Beide  Transportermodelle  verbinden  die  Annehmlich- 
keiten sines  großen  Personenwagens  mit  den 
Vorteilen  eines  geräumigen  Nutzfahrzeugs. 
Sdinell,  wendig  und  wirtschaftlich  wie  Limousinen, 
bieten  VW-Sieben-  oder  Achtsitzer  und  Kombi  (mit 
4,6  cbm  großem  Innenraum)  doppelt  so  viel  Platz;  das 
Kofferdepot  im  Heck  (0,8  cbm)  kann  nodi  reichlich 
Gepäck  aufnehmen.  Die  breite  Zweiflügeltür 
ermöglit^t  ein  ebenso  bequemes  Einsteigen  wie 
müheloses  Laden  vom  Bürgersteig  her.  Geschmeidige 
Federung  und  ausgewogene  Gewichtsverteilung 
(Fahrer  vorn,  Motor  hinten)  erklären  die  immer 
vortrefflirf>e  StraSenlage  des  Wagens.  Der  sehr  kom- 
fortabel ausgestattete  VW-Sieben-  oder  Achtsitzer 
„ Sondermodell "  mitRundsichtverglasung  und  Sonnen- 
dach ist  auch  beim  internationalen  Hotelgewerbe,  bei 
Luftfahrtgeselischaften,  im  Tourislikverkehr  und 
Zubringerdienst  unentbehrlich  geworden.  Mit  dem 
robusten  VW-Kombi  hat  man  praktisch  drei  Wagen  in 
einem:  Lastenlransporler  (ohne Bänke  im  Innenraum), 
Kleinbus  (mit  zwei  Polsterbänken)  und  kombiniertes 
Transport-Fahrzeug  (bei  Einbau  von  nur  einer  Sitzbank). 
Die  gute  Mitgift  dieser  echten  VW:  geringer  Kraft- 
stoffverbrauch, bescheidene  Steuer-  und  Versiche- 
rungssätze, preiswerter  Kundendienst  allerorts. 


VW-Kombi  ohne  Sitze  im  Fahrgastraum  6275,- 
VW-Kombi  mit  Sitzeinrichtung  fUr  6  Personen 
einschlieeiich  Fahrer  6600,-  DM. 


VW  Sieben-  oder  Achtsitzer  697S,-  DM. 


Alte  genannten  Preisi 
gelten  ab  Werli. 


^sifii_M. 


VW  Sieben-  oder  Achtsitzer  „Sondermodeir  8475,-  DM. 


VEREIN  DEUTSCHER  INGENIEURE,  DUSSELDORF 

VDI-Z.    Bd.  101    Nr.  31    Seite  1425  bis  1468;    1.  November  1959 


VDI 

ZEITSCHRIFT 


DK  672.61 :  620.1 72: 620.1 78.1 52.22: 620.1 78.3 

Verhalten  von  Rundstahlketten 

bei  statischer  und  sdiwellender  Beansprudiung 

Von  Prof.  Dr.-Ing.  habil.  Kori  Weliinger  VDI  und  Ing.  Adolf  Stonger»  Stuttgart 

Durch  zwei  verschiedene  Stumpfschweißverfahren  hergestellte  Rundstahlgliederketten  unterschied- 
licher Abmessungen  und  Güte  wurden  durch  statische  und  dynamische  Zugversuche  sowie  durch 
Feinmessungen  geprüft  und  die  Ergebnisse  den  in  den  DIN-Blättern  für  die  Nutzlast,  Prüflast  und 
Bruchlast  angegebenen  Spannungswerten  gegenübergestellt. 


In  sämtlichen  für  Ketten  in  Betrcbcht  kommenden  DIN- 
Normen  sind  Mindestbruchlast  und  Prüflast  sowie  beim 
größeren  Teil  noch  Nutzlast  angegeben.  DIN  685  enthält 
u.  a.  noch  folgende  Ausführungen : 

„Die  Betriebslast  der  Kette  darf  die  in  den  einschlä- 
gigen Normen  vorgeschriebene  Nutzlast  nicht  über- 
schreiten. Unter  tmgünstigen  Verhaltnissen  (stoßweise 
Beanspruchung,  Frost  oder  dergl.)  sind  die  euigegebenen 
Werte  zu  mindern.  Beispielsweise  ist  es  notwendig,  bei 
Temperaturen  von  — 20  °C  die  Nutzlast  der  Ketten  in 
Normalgüte  auf  die  Hälfte  herabzusetzen,  bei  vergüte- 
ten und  hochfesten  Ketten  ist  die  volle  Nutzlast  bei 
Temperaturen  von  — 20  °C  noch  unbedenklich.  Ver- 
gütete und  hochfeste  Ketten  dürfen  mit  der  zugelasse- 
nen Nutzlast  nur  bei  Temperaturen  bis  zu  +200  **C 
verwendet  werden." 

Titel  1  enthalt  die  Chargen-Analysenwerte  für  die 
Werkstoffe  der  imtersuchten  Ketten.  Tafel  2  bringt  An- 
gaben über  die  Nennspannungen  der  zulässigen  Nutzlast, 
^  Prüf kist  und  Mindestbruchlast  für  verschiedene  Rund- 
stalilketten  nach  den  Normen. 

Im  Betrieb  (hauptsächhch  im  Bergbau  und  bei  Hebe- 
zeugen)  werden  die  Ketten  des  öfteren  nicht  nur  statisch. 


sondern  auch  schwellend  beemsprucht.  Um  deren  Verhalten 
bei  dieser  Beemspruchungsart  zu  klären,  wurden  Versuche 
mit  Rundstahl-Gliederketten  ausgeführt.  Meui  nennt  die 
Ketten  kurzgUedrig,  halblanggUedrig  und  langgliedrig, 
wenn  das  Verhältnis  der  Teilung  t  zur  Dicke  d  rd.  3,  4  bzw.  7 
beträgt,  Bild  1. 


Bild  1.  Kettenglied  imd  daraus  entnommener  Prüüstab 

(gestrichelte  Linie). 

a  Kettenglied  b  Oesamtbreite 

0  Prüfstab  für  Zugversuch  d  QUeddicke 

g  Naohbarglied  t   ELettenteilung 
SohweiBnaht 


8 


Tafei  1.  Chargenanalysen  von  . 

Kettenwerkstoffen. 

Werkstoff 

C 

ChargenaDal3r8e  V« 
Si                       Mn                       P                         S                        Cr 

Ni 

V 

St  35. 13  K 

0,09 

• 

0,45  bU  0,47 

0,23    bis  0,25 

0,038 

■ 

• 

* 

1 

1  Kn.Stahl 

0,17  bis  0,19 

0,12  bis  0,14 

0,94  bis  1,05 

0,18    bis  0,22 

0,02    bis  0,03 

• 

• 

• 

1  CrMn-Stahl 

0,19  bis  0,22 

0.18  bis  0,22 

0,88  bis  0,97 

0,012  bis  0,020 

0.011  bU  0,024 

0,90  bis  1,01 

0,16  bis  0.24 

0,08 

/c35 

0,35 

0,32 

0,81 

0,028 

0,019 

• 

■ 

• 

Kein  Venuch  ausgeffllirt 


DIN 

Nr. 

Beispiele  für 

Werkstoff 

Ziutando) 

Form''J 

Nutzlut 

PritflBst 

kp/«.™- 

Mindi»t-BnichUsl 

kp/m>»" 

762 

SletLgförderor 

St  35.13  K 

1 
1 

12 

32 

761 

BerRbau 

St  35.13  K 

1 

* 

S 

24 

764 

8t  35.13  K 

h 

h 

8 

12 
16 

24 
32 

766 

Hebaiouge 

St  35.13  K 

k 

3  b»  8") 

12  bb  16") 

26  bia  32*) 

5884 

Hebeieugo 

Mn-St»hl 

k 

12 

25 

40 

22.S. 

Bargbau 

■""-' •"«-"'"»" 

k 

1 

31  b«  81") 
34  bia  81") 

45  bia  87") 
45  bia  87") 

Die  Kettenglieder  waren  diorch  Abbrennstumpfachwei- 
Simg  bzw.  FreßBtvunpfBchweißung  hergestellt.  Im  ersten 
Fall  wurde  der  Schweißgrat  durch  Abgraten  und  Schleifen 
weitgehend  entfernt,  Bild  2  bis  4.  Im  zweiten  iat  der 
Schweißwulst  im  Gesenk  gestreckt,  Bild  &. 

Von  jeder  Kettenart  standen  15  Abschnitte  zu  je  fünf 
Gliedern  zur  Verfügung;  diese  waren  aus  der  laufenden 

Fertigung  i 


Die  Versuche  erstreckten  sich  auf: 


)  mit  Probeatäben  aus  dem  Schenkel  ohne  Schweiß- 
naht zur  Ermittlung  der  0,2-Grenze,  der  Zugfestig- 
keit und  der  Bruchdehnung, 


n  gebrochene  Ketten. 


b)  mit  Kettenabsclmitt«n  aus  fünf  Gliedern  zur  Ermitt- 
lung der  Nennspannung  bei  0,2*/*  bleibender  Län- 
gung, der  Bruchfestigkeit  imd  Bruchdehnung. 

3.  Statische    Zugversuche    im    elasti- 
schen Bereich 

mit  Ketteoabschnitten   zur  Ermittlung  der  Art  und 
Größe  der  Spannungen. 

4.  Dauerachwingversuche    im    Zug- 
Schwellbereich  mit  Ketten- 


abs 


itte 


zur  Ermittlimg  der  Schwingbreite  2  0^  für  Lastapiel- 
zahlen  N  =  0,5-  l(fi  und  .^^  =  2  ■  lO*  und  dea  Ein- 
flusses von  Werkstoff,  Werkatoffzustand,  Gliedform  und 
Seh  weiß  verfahren . 

Härteprüfung 

Festgestellt  wiirde  die  Brinellharte  H^  „, ,,,  an  der 
Oberfläche  des  ungeschweißten  Werkstoffee  in)  geraden 
Schenkel  und  in  der  Rundung  sowie  der  Schweißnaht  je 
eines  Gliedes  von  drei  gleichartigen  Kettenabschnitten. 
Die  erhaltenen  Werte  sind  in  Tafel  8  angegeben.  Der  Streu- 
bereich bei  einer  Kettenart  beträgt  bis  rd.  :i:30%  vom 
Mittelwert. 

Statische  Zugversuche 
Zugversuche  mit  Probestäben 

Aus  Bild  1  ersieht  man  auch,  wie  die  ProbestÄb©  aus 
Kettengliedern  entnomraen  wurden.  Die  Ergebnisse  der 
statischen  Zugversuche  mit  Probestäben  sind  gleichfalls 


•''-  T  1  .^  ^\2Z 


Bild  6.  Bruchfestigkeit  von  Ketten 
1  Vergleich  zur  Zugfestigkeit  des  Kettenwerketoffes. 

B   St  35.13  K,  normslgoglüht 
b  St  35.13  K.  vergütet 

>!  vergütet 

VDI-Z.  IM  (1959)  Nr.  31    1.  November 


Tafel  8.  Ergebnisse  der  Härteprüfang  und  der  statischen  Zugversuche  mit  Prüfstäben. 


Nr. 

der 

Kaiten- 

tft 

Werkstoff 

ZustandO) 

Form") 

GUed- 
dicke    - 

d 
mm 

Brinellh&rte  Hb 

Grenz-           Mittel- 
werte           wert 

kp/mm'      kp/mm* 

Be. 

Ziehung 

aus  der  HArte 
errechnete  Festigkeit 

OB 

Grenz-         Mittel- 
werte           wert 

kp/mm*       kp/mm* 

aus  Zugversuchen 
ermittelte 

Zug- 
festig-     Streck-      Deh- 
keit        grenze      nung 

fB            Oo^            ^» 
kp/mm*    kp/mm*        % 

24 
23 

St  36.13  K 
St  36.13  K 

V 

n 

l 

1 

13 
13 

136  bis  180 
97  bis  HO 

151 
102 

0.36  Hb 

48  bis    65 
35  bis    40 

64 
37 

62 
40 

34 

28 

26 
40 

5 

7 

Mn-Stahl 
Mn-Stahl 

V 

V 

h 
1 

13 
13 

198  bis  309 
249  bis  346 

251 
303 

0.36  Hb 

69  bis  108 
87  bis  121 

88 
106 

83 

81 

78 
71 

14 
19 

13 
18 

Cr  Mn-Stahl  Ok6 
CrMn-StahlOkd 

V 
V 

1 
h 

17 
13,6 

363  bis  416 
386  bis  464 

398 

418 

0.34  Hb 

123  bis  141 
131  bis  154 

135 
142 

119 
161 

92 
140 

11 

8 

16 

C36 

V 

1 

17,6 

225  bis  436 

364 

0.35  Hb 

79  bis  162 

127 

107 

70 

8 

o)  T  Tergatet       n  nonnalgeglflbt 


°)   h  balblanggliedilg       1  langglledrig 


in  Tafel  3  enthalten;  sie  sind  den  nach  der  Beziehung 
(Tg  =  (0,34  bis  0,36)  H^  berechneten  Werten  der  Werkstoff- 
festigkeit gegenübergestellt;  die  Abweichungen  liegen 
durchweg  innerhalb  der  durch  die  Streuung  der  Härte  ge- 
gebenen Grenzen. 


Zugversuche    mit    Kettenobschnitten 

Von  jeder  Kettenart  wurde  mit  einem  aus  fünf  Glie- 
dern bestehenden  Abschnitt  ein  Zugversuch  ausgeführt.  Bis 
zum  Auftreten  größerer  bleibender  Längungen  steigerte 
man  die  Belastung  stufenweise.  Festgestellt  wurde  die 
Kennspannung  beim  Erreichen  einer  bleibenden  Längung 
von  0,2%  über  drei  Glieder,  die  Nennspannung  (Bruch- 
festigkeit) bei  der  Höchstlcust  sowie  die  Bruchdehnung  über 
drei  und  fünf  Glieder;  beim  Bestimmen  der  Bruchdehnung 
maß  man  jeweils  das  gebrochene  Glied  mit.  Der  Bruch  trat 
immer  im  voUen  Werkstoff,  in  der  Rundung,  ein.  Die  Er- 
gebnisse sind  in  Tafel  5  enthalten.  BUd  6  veranschaulicht 
das  Verhältnis  Bruchfestigkeit  0^^  der  Kette  zur  Zug- 
festigkeit ^B  des  Werkstoffes. 

Das  Verhältnis  ^^  beträgt  0,60  bis  0,75. 

Ob 

In  BQd  7  bis  10  ist  jeweils  die  über  drei  und  fünf  Glieder 
ermittelte  Bruchdehnung  in  Abhängigkeit  vom  Verhältnis 
t  :  d  dargestellt. 


6/federd/ck8  in  mm  13 
äf^ereBreihin  mm  ¥9 

90 


13 


n 

53bisSB 


17 
57 


0      2     9     6 


8  0 
Verhältnis  t/di 


Bild  7.  Kette     Bild  8.  Kette      BUd  9.  Kette   BUd  10.  Kette 
AUS  St  36.13  K,   aus  Mn-Stohl,       aus  CrMn-         aus  C  36, 
vergütet.  vergütet.        Stahl,  vergütet,      vergütet. 


Bfld  7  bis  10«  Abhängigkeit  der  Bruchdehnung  abbrenn- 
stumpfgeschweißter  Kettenabschnitte  von  der  Gliedform. 

a  Bruchdehnimg  des  KettenwerkstofÜB 

b  Bruchdehnung  eines  Kettenabschnitts  aus  fünf  Gliedern 

0  Bruchdehnung  eines  Kettenabschnitts  aus  drei  Oliedem 
d  QUeddioke 

1  Kettenteilung 


Statische  Zugversuche  mit  Kettenabschnitten 

im  elostischen  Bereich 

Zur  Ermittlung  der  Art  imd  Größe  der  Spannungen  in 
einem  Kettenglied  wurden  an  den  Stellen  1  bis  6,  BUd  11, 
Dehnstreifen  angebracht  und  aus  den  federnden  Längen- 
änderungen die  Spannungen  errechnet.  Die  Kettenab- 
schnitte mit  Gliedern  von  (2  =  17  mm  Nenndicke  und  ver- 
schiedenen GUedformen  bestcuiden  aus  CrMn-Stcihl  Güte- 
klasse 5.  Die  Art  der  an  den  Meßstellen  aufgetretenen 
Spannungen  und  das  Verhältnis  der  jeweiligen  Spannung  a 
zur  Nennzugspannung  a^  für  die  verschiedenen  Glied- 
formen sind  in  Tafel  4  angegeben.  Diese  Spannungsverhält- 
nisse wurden  bereits  vor  rd.  60  Jahren  von  Qoodenaugh  und 
Moore  in  den  Vereinigten  Staaten  rechnerisch  und  durch 


t  — 


mm 


Bild  11.  Anordnung  der  Meßstellen  an  einem  Kettenglied, 
a  Kettenglied  d  Qlieddioke 


g  NachbargUed 
s   Schweißnaht 


t   Kettenteilimg 
1  bis  d  Meßstellen 


Tafel  4.   Spannungsverh&ltnisse  und  Häufigkeit  der  Bruch- 
stellen an  den  untersuchten  Kettengliedern. 


Rundung 

Übergang 

Schenkel 

Schenkel 

Form") 

Meß- 

Meß- 

Meß- 

Meß-    Meß- 

steUe 1 

Btelle  2  und  4 

stelle  3 

stelle  6  stelle  6 

0 

A 

P 

a 

A 

P 

a 

A*) 

P*) 

a 

.^). 

ON 

ON 

Ofi 

ON 

ON 

y« 

% 

y« 

% 

% 

% 

k 

2.6 

10 

3.6 

80 

3.6 

10 

100 

1,3 

—1,2 

h 

2.8 

3 

• 

2,8 

77 

• 

2.6 

20 

• 

0.7 

—0,7 

1 

4.0 

68 

7 

2.2 

35 

14 

2.3 

7 

79 

1.2 

—0.3 

a  gemessene  Spannung 

Oh  Nennspannung  =  Zugbelastung  :  Nennquerschnitt 

A  H&uflgkeit  der  BrQohe  Yon  abbrennstompfgeschwelBten  Ketten 

P  HAufigkeit  der  Brüche  von  preßstmnpfgeschwelßten  Ketten 

Meßstellenanordnung  nach  Bild  11 

°)  k  -  kunglledrig,   h  -  balblanggliedilg.   1  --  langglledrig 

*)  Bruch  an  der  Schweißnaht 

*)  Druck 

—  Kein  Bruch  erfolgt 

•  Kein  Versuch  durchgeführt 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  31    1.  November 


1427 


Tafel  6.  Festigkeitswerte  von  Kettenabsohmtten. 

aus  der 

Nenn- 

H&rte er- 

Bruch- 
festigkeit 
der  Kette 

Nenn- 

Schwingbroite 

spannung 

Glied. 

rechnete 

{ütN  == 

bei  EU- 

Np. 

der 

Ketten- 

art 

Werkstoff 

Zustand^) 

Schweiß - 
au8füh• 
rung*) 

Form") 

abmessungen*) 

Festigkeit 

des 
Werkstoffs 

spannung 
bei  0,2V« 
L&ngung 

0,5  .  10» 

2.0  .  10« 

lässiger 

Nutzlast 

nach  DIN 

d 

6 

t 

OB 

<'BK 

0No,t 

2  OA  0.1 

2  OA  M 

^'NN 

mm 

mm 

mm 

kp/mm' 

kp/mm* 

kp/mm* 

kp/mm' 

kp/mm* 

kp/mm* 

21 

V 

A 

k 

13 

44 

36 

50+) 

37 

20 

15 

6 

] 

2 

V 

A 

h 

13 

43 

51 

53 

35 

27 

18 

7 

^  6bU8 

24 

KetteziBtohl 
St  3f  .13  K 

V 

A 

1 

13 

44 

85 

54 

35 

16 

(20)*) 

8 

1 

23 

n 

A 

1 

13 

43 

85 

37 

30 

11 

(22)*) 

8 

4  bis  6 

1 

V 

P 

k 

13 

44 

36 

64 

40 

16 

15 

6 

1  6  bis  8 

4 

V 

P 

l 

13 

54 

83 

48 

35 

10 

(16)*) 

5 

3 

n 

P 

1 

13 

54 

83 

38 

29 

7 

(22)*) 

5 

4  bis  6 

6 

V 

A 

k 

13 

42 

36 

96++) 

60 

24 

16 

8 

12 

6 

Mn-Stahl 

V 

A 

h 

13 

43 

50 

88 

54 

42 

23 

10 

7 

V 

A 

1 

13 

45 

88 

106 

60 

44 

30 

14 

19 

V 

A 

k 

16,5 

53 

50 

114+++) 

74 

57 

11 

CrMn.Stahl 

V 

A 

h 

16 

53 

62 

135 

94 

52 

22 

1 1 

10 

Oüteklaase  5 

V 

A 

1 

16,5 

56 

120 

130 

89 

66 

M.  X 

■ 

13 

V 

A 

1 

17 

58 

120 

135 

86 

52 

18 

CrMn-Stahl 
Oüteklaase  6 

V 

A 

h 

13,5 

44 

50 

142+++) 

98 

76 

25 

11 

• 

25 

Kohlenstoff- 

V 

A 

k 

17,5 

57 

50 

105++) 

60 

40 

19 

8 

• 

15 

Stahl  G  35 

V 

A 

1 

17,5 

57 

120 

127 

65 

40 

23 

10 

• 

o)  V    B  vergfltet,    n  »  normalgeglflht 

^)  A  »  Abbrennstumpfschwelßung,   P  »  PreßstampfBchwelßung 

°)  k   B  kunglledrig,    h  «  halbUnggliedrig,    1  »  langgliedrig 


*)  d    GUeddlcke  +)  <Tb  -  0.36  Hb 

b     Oliedbreite  ++)  0b  »  0.85  Hb 

t     Kettenteilung         +++)  ob  »  0,34  Hb 


*)  Die  Ketten  haben  Bich 
bei  dieser  Beanspruchung 
bereits  stark  gelingt. 


Versuche  erforscht^) ;  die  Übereinstimmung  der  damaligen 
Ergebnisse  mit  den  Werten  in  Tafel  4  kann  man  in  Anbe- 
tracht der  verschiedenen  Größenverhältnisse  als  gut  be- 
zeichnen. Die  festgestellte  örtliche  Spannungserhöhung 
wirkt  sich  insbesondere  im  Verhalten  der  Kettenglieder 
unter  Schwingungsbelastung  aus.  Dies  konunt  (in  Tafel  4 
vorweggenonunen)  in  der  Häufigkeit  der  Brüche  an  den 
einzelnen  Meßstellen  bei  den  Schwingungsversuchen  zum 
Ausdruck. 


Dauerschwingversuche 

Versuchsergebnisse 

Für  das  Einspannen  der  Kettenabschnitte  in  die  Prüf- 
maschine wurden  Einspannbügel  verwendet.  Die  Last- 
spielfrequenz betrug  500/min.  Von  jeder  in  Tafel  5  ange- 
gebenen Kettenart  wurden  für  das  Aufstellen  der  Wöhler- 
Linie    mehrere    Abschnitte    geprüft,    wobei    die    Unter- 


^)  Baumann,  Ä.:  Die  Beanspruchnng  von  KettengUedem.  Z.  YDI 
(1908)  S.  1200/02. 


St 


Bild  12.  Dauerfestigkeits-Schaubild. 

Oq     Oberspannung 

0Q     Unterspannung 

2aj^  Schwingbreite  der  Spannung  »=  a^  —  Ou 


Spannung  (;„  jeweils  rd.  5  kp/mm'  betrug,  BUd  12«  Wenn 
beim  Versuch  der  Bruch  nicht  am  Mittelglied  der  fünf- 
gliedrigen  Probe  eintrat,  schloß  sich  mitunter  ein  Versuch 
mit  dem  Abschnitt  aus  den  verbliebenen  drei  Gliedern  an. 
Die  bei  den  einzelnen  Kettenarten  erreichten  Lastspiel- 
zahlen wurden  in  Abhängigkeit  von  der  Nenn- Schwing- 
breite 2  (Ta  aufgezeichnet,  BUd  18  bis  17.  EIrwähnt  sei,  daß 
frühere  Dauerschwingversuche  der  Verfasser')  mit  ab- 
brennstumpfgeschweißten  Rundgliederketten  von  17  mm 
Nenndicke  und  120  mm  Teilung  aus  Mn-Stahl  (0,9%  Mn) 
ergeben  haben,  daß  der  Werkstoffzustand  (vergütet  oder 
normalisiert)  und  die  Höhe  der  mittleren  Spannung  bis 
in  den  Bereich  größerer  bleibender  Längungen  ohne  Ein- 
fluß auf  die  ertragene  Schwingbreite  waren.  Die  aus  den 
Wöhler-Linien  ermittelten  Werte  der  Schwingbreite  2  (Ja 
für  Lastspielzahlen  N  =  0,5-  10»  und  N  =2-  iO*  büden 
die  vorvorletzte  luid  vorletzte  Spalte  der  Tafel  5. 


Dos  Verholten  von  Ketten  ous  verschiedenen  Werk- 
stoffen 

Bild  16  zeigt  die  Ergebnisse  der  Dauerschwingver- 
suche mit  den  13-nun-Ketten,  Bild  17  diejenigen  mit  den 
17-mm-Ketten.  Für  die  13-mm-Ketten  ist  in  Bild  16  das 
Streufeld  durch  zwei  Linien  begrenzt.  Zum  Vergleich  sind 
diese  Linien  auch  in  Bild  17  eingezeichnet.  Trotz  der  er- 
heblichen Streuung  zeigt  sich  ein  deutlicher  Unterschied 
im  Verhalten  der  verschiedenen  Werkstoffe,  besonders 
bei  den  langgliedrigen  13-mm-Ketten  aus  Mn-Stahl  gegen- 
über solchen  aus  St  35.13  K.  BUd  18  zeigt  die  erreichten 
Schwingbreiten  für  zwei  Lastspielzahlen  in  Abhängigkeit 
von  der  in  statischen  Zugversuchen  ermittelten  Bruch- 
festigkeit; dekraus  ist  keine  einheitliche  Beziehung  festzu- 
stellen (im  Gegensatz  zu  Bild  6). 


*)  WeUinifw»  Karl,  u.  Adolf  Stanger:  Dauencbwing-  and  SchlagiugTenuche 
mit  Bundgliederketten.  Oiackauf  tO  (1964)  8. 1670/78. 


1428 


VDI-Z.  101  (1959)  Nr.  31    1.  November 


o  vergütet  . ^ 

•  norma^egtüht 


gwwa 


5        W*      ^  i       10^ 

Lastsfii'elzatit  bis  zum  Bruch  N